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schelten

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
21 in 16 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

schelten st.

Bd. 5, Sp. 921
schelten st.: 1. 'seinem Ärger oder Unwillen mit heftigen Worten Ausdruck geben; beschimpfen, zurechtweisen', schelde (šęldə) [verbr. VPf östl. WPf, Lambert Penns 132], schalde [PS-Bobth Busbg Hirschth GH-Wörth Neubg], schelle (šęlə) [verbr. westl. u. mittl. WPf westl. NPf, PfId. 122 Christmann Kaulb 12, 84 Mang 93 Müller Dietschw 60 Höh 75 Otterstetter 98, 215, Krämer Gal 183, mancherorts Don], schille [IB-Ensh Eschring], schilde [BZ-Spirkb]; zur Verbr. s. K. 328; Part. Perf. g'scholde [VPf, Lambert Penns 132], gescholl [WPf, Schandein Ged. 248], g'scholl [Mang 103, 195 Don-Schowe Torscha Buch-Illisch], geschull [WD-Niedkch]. — a. absol. sch. wie e Rohrspatz [verbr.], wie e Berrelgääß [PS-Geisbg], wie e Derk [Kaislt]. De liewe lange Dag dut se sch. [KU-Schmittw/O]. De Truthahn (De Rehbock) schelt [RO-Sippf]. SprW.: Met gure Wort bringt mer mihⁿ ferdich wie met Schelle [KU-Schmittw/O]. — b. mit Akk.- oder Präpositionalobjekt (mit, auf, über jemanden sch.); Zs.: aus-, ver-, zusammenschelten. Die grob Sauboll hot mer de Buckel voll gescholl [KU-Schmittw/O]. Un ich versprech's an dere Stell, / Daß ich jetzt nie meh uf se schell' [Münch Werke I 145]. Jesses, dut das Luder bejm Emil iwer mich schelle! [Kraus Sellemols 23]. SprW.: Die sich nanner schelle, die sich nanner welle (wollen) [Don-Tscherwk]. Volksgl.: Mer klingt's im linkse Ohr, ich werr g'scholde [FR-Kindh]. Wann's dunnert, schelt de liewe Gott mit seiner Fraa [KU-Diedk]. VR.: Schelle, schelle dut net weh. Wer mich schellt, hat Lais un Fleh [Pirmas, verbr.]; Zusatz: Lais un Fleh gebbt Wanze, mit denne kannsche danze [PS-Saalstdt]. Sch., sch. gibt ke Flecke. Wer mich schellt, kann mich am Arsch lecke [PS-Fehrb]. a. 1487: so sich zwoo frauen schlugen oder schelten [PfWeist. 249 (RO-Dörnb)]. a. 1522: wen sich zwen scheltten oder trawewort (Drohworte) gebenn [PfWeist. 215 (PS-Burgalb)]. — c. mit Akkusativobjekt u. Gleichsetzungsakk. '(jemanden als etwas) in herabsetzender, beleidigender Form bezeichnen; spotten'; Zs.: zusammenschelten. Er hot mich e Liener (Lügner) gescholl [KU-Schmittw/O]. RA.: Laaf em noo un schell ne Plattkopp! 'Du kannst ihm nichts anhaben' [Pirmas]. a. 1550/1554: wan einer einen ein dieb schilt, 10 ß 2 Pf. [PfWeist. 58 (HB-Alth)]. a. 1717: In gleicher straf steht der, so einen gemeindsmann einen schelm schelt [ebd. 1 (KU-Adb)]. — d. Syn. (zu a—c): abkampeln 1, anfahren 2c, aufbolzen, ausblasen 1bβ, -fallen 2d, -leeren 1, -setzen 3, -schelten (hier weitere Syn.), bäffen, bäffern, bäffzen, baldöbern, baljaschen 1, papern 2, bären1 3, belfern, pfuihasen, billern2 2, pochen 1, brüllen 1b, brummeln 1b, brummen 2c, tadeln, taufen 2d, deckeln 3b, termen 3, teufeln 1, verschänden 2, herunterkapiteln, -machen, -putzen 1, knäffen 2 a, knarren 2, knottern 1 a, krakeelen 2, krimscheln, kritisieren, kritteln, loslegen 2, maulen 1 c, murren, nörgeln, räsonieren 1 d, schänden 1, schimpfen, zusammenschelten, -stauchen. — 2. = verhauen 1, schelde [BZ-Völkw], schelle [HB-Medh]. — Südhess. V 244; Rhein. VII 1036/37; Lothr. 438; Els. II 412.
3103 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHËLTEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    SCHËLTEN s. ich SCHILTE .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schêlten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schêlten , verb. irreg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert; ich schelte, du schiltst…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schelten

    Goethe-Wörterbuch

    schelten Imperativ Sg vereinzelt schwach flekt 1 (gegen, über, auf jdn/etw) schimpfen a jdn/etw lautstark schmähen, wute…

  4. modern
    Dialekt
    schëlten

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schëlte n [áltə Roppenzw. ; altə fast allg.; æltə Str. ; èltə Dehli. ; Ind. Präs. elt elt elt Dü. U., ælt ælt…

  5. Sprichwörter
    Schelten

    Wander (Sprichwörter)

    Schelten 1. Die sich scholle (schelten), die sich wolle. ( Nassau. ) – Kehrein, VI, 29. In Ostpreussen: Dei söck schölle…

  6. Spezial
    Schelten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Schel|ten n. (-s) (polterndes Schelten auf Kinder) cospetamënt (-nc) m. , bruntoramënt (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schelten

21 Bildungen · 2 Erstglied · 13 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von schelten 2 Komponenten

schel+ten

schelten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schelten‑ als Erstglied (2 von 2)

scheltenswert

DWB

schelten·swert

scheltenswert , adj. : schältenswärt vituperabilis Maaler 345 b ; lassen sie mich von hinnen gehen, damit ich nicht doppelt scheltenswerth s…

scheltenswürdig

DWB

schelten·s·wuerdig

scheltenswürdig , adj. würdig, gescholten zu werden, was tadel verdient: schellen- und scheltenswürdige thorheit bœotischer poeten in Deutsc…

schelten als Zweitglied (13 von 13)

ausschelten

DWB

aus·schelten

ausschelten , duriter increpare: die mutter schalt das kind aus; ich bin ausgescholten worden; ich fand unsern hofmeister, welcher seinen so…

beschelten

DWB

beschel·ten

beschelten , increpare, objurgare, infamare, ahd. pisceltan, mhd. beschelten, nnl. beschelden. mhd. wes lât ir iuch beschelten? Reinh. 143 ;…

entschelten

KöblerMhd

entschel·ten

entschelten , st. V. nhd. „entschelten“, eine Beschuldigung zurücknehmen Q.: DRW (1406) E.: s. ent, schelten W.: nhd. DW- L.: DRW

geschëlten

Lexer

ge-schëlten stv. I, 3. BMZ Krone , Berth. 174,1. Engelh. 555. Geo. 4550. Wolk. 69. 2,3.

gotschelten

KöblerMhd

got·schelten

gotschelten , st. N. nhd. „Gottschelten“, Gotteslästerung Q.: EvA (vor 1350) (FB gotschelten) E.: s. got (1), schelten W.: s. nhd. (ält.) go…

nider schëlten

Lexer

nider·schelten

nider schëlten BMZ durch vorwürfe zum schweigen bringen? wan im was an sîn herze kumen diu riwe alsô manicvalt, daʒ in daʒ leit nider schalt…

rechtschelten

DRW

recht·schelten

rechtschelten, v. übersetzt: appellare appelleren rechtschelden appellare um 1460 StralsVok. 145b Rechtschelten, n. Urteilsschelte des eyn e…

Schelmenschelten

DRW

schelmen·schelten

Schelmenschelten, n. (stark ehrverletzende) Bezichtigung als ¹Schelm (V); bei/auf Schelmenschelten unter Verpfändung der eigenen Ehre bdv.: …

verschëlten

Lexer

versch·elten

ver-schëlten stv. verschulten und verspuwen sêr wart er von dem judenschen her Germ. 18,55.

wi(e)derschelten

DWB

wieder·schelten

wi(e)derschelten , vb. , gegen-, zurückschelten. mhd. widerschelten, mnd. wedderschelden, mnl. wederschelden Verwijs-Verdam 9, 1958 . seit d…

Ableitungen von schelten (6 von 6)

beschelten

DWB

beschelten , increpare, objurgare, infamare, ahd. pisceltan, mhd. beschelten, nnl. beschelden. mhd. wes lât ir iuch beschelten? Reinh. 143 ;…

entschelten

KöblerMhd

entschelten , st. V. nhd. „entschelten“, eine Beschuldigung zurücknehmen Q.: DRW (1406) E.: s. ent, schelten W.: nhd. DW- L.: DRW

erschelten

DWB

erschelten , extorquere jurgiis et maledictis. Stieler 1726 .

geschëlten

Lexer

ge-schëlten stv. I, 3. BMZ Krone , Berth. 174,1. Engelh. 555. Geo. 4550. Wolk. 69. 2,3.

verschëlten

Lexer

ver-schëlten stv. verschulten und verspuwen sêr wart er von dem judenschen her Germ. 18,55.

zerschelten

DWB

zerschelten , verb. , über die maszen schelten: objurgitare Stieler 1726 ; wie hat er ... Babylon zuscholten Luther 19, 423 W.; s. auch unte…