Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch
Scheltung
Scheltung, f.
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welher under den siechen den andern fravenlich schilt, fluchet oder spricht, einer lieg oder derglich scheltung oder zornsworten anvüchtet, der sol zu besserung acht tag siner gantzen pfründ beroupt sin1480 FreiburgHlGeistUrk. II 537 Faksimile
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der, so einen andern mit worten geschmaͤcht oder schelt, soll dieselbe scheltung in viertzehen tagen, wo er anderst von dem gescholtenen darumb beklagt und fuͤrgenommen wird, ausfuͤndig machen, oder nach nothdurfft gestrafft [werden]1553 FerdBO. Art. 152 Faksimile
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scheltung und inzicht1565 Salzburg/ÖW. I 227 Faksimile
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demnach die geringe diffamationes u. scheltunge ... nit bei der cent, sonder denen undergerichten abgestraft worden1614 WürzbZ. I 1 S. 488 Faksimile
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hoch verbotenen auftreibens und scheltung der meister und gesellen1654 JRA.(Laufs) § 106 Textarchiv: JRA.(Laufs) § 106
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die mittel, womit man wahren frettern und stimplern ... einhalt thut, sind nicht nur die abmahnung, haus-visitation, pfaͤndung, arrest, confiscation und geldstrafe, sondern auch gegen handwerks-genossen ... die auftreib- oder scheltung bey offener lade und einschreibung in das schwarze buch ..., bis man kommt, deprecirt und sich abstraffen laͤßt1774 Wagner,Civilbeamte II 165 Faksimile
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wann ein herr und meister von einem mittmeister ... gescholten wurde, so solle selbiger nicht eher in die versammlung einer e[hrsamen] meisterschafft kommen mögen, bis er sich der scheltung halber legitimiert oder wenigstens die scheltungsklage an seiner behörde anhängig gemacht hat bey 1 lb bueß1778 ZürichZftG. II 801
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scheltung: ein gescholtener meister wird bey der zusammenkunft sizen gelassen, darf bey den marktbuden nicht mitlosen, noch duͤrfen gesellen bey und neben ihm arbeiten1785 Fischer,KamPolR. III 269 Faksimile
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[alz wir] geschreben haben won eczlicher schaldunge ortil wegen1432 RKrakauAk. 18 (1885) 66
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na der scheldinge vor lubesch recht1484 LübRatsurt. IV 199
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[dat] dejenne, de sine clage, so hir gefunden werdt, scheldet, und sine scheldinge vorlesende werdt, einem jderen landmann, de mede in der acht gewest is, schall wedden 10 ß 4 ℔1527 HammerbrökerR. 79f. Faksimile
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na ansprake und antworde, ordell und wedderordell, rechtwysinge und schelldinge, so hefft B.S. wall gewyset, und de scheldinge en hefft gyne stede in rechten, dar de richter syn orkunde up entfangen1527 Wigand,Denkw. 225 Faksimile
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[Übschr.:] vonn citirung ins läger und der scheldung. ... wann aber jemandt seine bürgen vor außgang der zwo wochen schelden thet, derselb wird verpflichtet sein, ihnen solches abzutragen nach erkhandtnuß der h. landtrecht officiere1604 Kisch,Einlager 39