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schelten

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

GWB
Anchors
21 in 16 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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175
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

schelten

Bd. 7, Sp. 918
schelten Imperativ Sg vereinzelt schwach flekt 1 (gegen, über, auf jdn/etw) schimpfen a jdn/etw lautstark schmähen, wutentbrannt beschimpfen; mehrf neben ‘fluchen’ sie [Gattin des Handelsfreundes] schalt ihre [mit einem Schauspieler entlaufene] Tochter heftig, schmähte den Liebhaber, so daß an beiden nichts Lobenswürdiges übrig blieb GWB21,67,17 Lj I 13 Melina war [durch den Überfall am Waldplatz] ganz außer Fassung..er..fluchte und schalt auf das unziemlichste GWB22,52,5 Lj IV 8 [Reineke über Isegrim, sich vor dem König verteidigend:] sobald er sein Weib im Eise befroren bemerkte,|Flucht' und schalt er gewaltig und kam und half ihr entkommen GWB50,158 ReinF XI 88 Er [der Hausherr] fiel den Räuber mit großer Wuth an, und als er die übrigen Sachen von den Umstehenden gleichfalls mit Heftigkeit verlangte und sie als Diebe behandelte, so entstund ein großes Murren, das sich bald in S. verwandelte und mit Schlägen zu endigen drohte GWB18,356,1 Hausball [G/Seidel] GWB33,7,1 Camp GWB2,236 Sprichw 293 GWB31,208,14u18 ItR GWB31,229,12 ItR b jdn/etw kritisieren, (in versch Graden) Vorwürfe gegen jdn/etw erheben, verurteilen, auch iSv jdn herabsetzen; ‘(auf) jdn/etw s. iSv auf jdn/etw schimpfen; mehrf iGz ‘loben/preisen’ uä, neben u iUz ‘tadeln’ u ‘mißbilligen’, einmal steigernd zu ‘tadeln’; vereinzelt mit Dativus ethicus u in bildl Zshgn; einmal ‘jdm den Hals voll s. [Helena:] Wer gegenwarts der Frau die Dienerinnen schilt,|Der Gebietrin Hausrecht tastet er vermessen an;|Denn ihr gebührt allein das Lobenswürdige|Zu rühmen, wie zu strafen was verwerflich ist GWB151,187 Faust II 8784 Charlotte..vertheidigte ihre kleine Schöpfung [Parkanlage] , sie schalt auf die Männer, die gleich in's Weite und Große gingen GWB20,35,19 Wv I 3 Cavalier Bandinello, der Michel Agnolo hieß, trefflich in seiner Kunst war, aber von geringer Geburt; denn er war der Sohn eines Kohlenhändlers. Ich sage das nicht, um den Bandinello zu s. ..Wäre er nur auf dem rechten Weg dazu gelangt! GWB43,24,25 Cell I 1 [betr Lavaters Auftreten gegen die Bedrückungen des Landvogts] Der Schuldige wird bestraft, aber die Veranlasser dieser Gerechtigkeit werden getadelt, wo nicht gescholten. In einem wohleingerichteten Staate soll das Rechte selbst nicht auf unrechte Weise geschehn GWB28,262,23 DuW 14 [Majestät:] die Weisheit, wandelt sie bescheiden|Unter Menschen, lehrend, rathend, s-d,|Wenig achtet sie der Haufe, leider öfters|Wird sie wohl verachtet und verstoßen! GWB131,28 Vorsp EröffnWeimTheat 1807 Vs 88 GWB251,214,14 Wj III 11 GWBB13,310,15 Meyer 15.11.98 GWBB12,154,28 CarlAug 12.6.97 GWB18,311,9 GutWeiber GWBB3,140,13 Lavater 10.3.77 ‘s-de Wörter’ u ‘s-de Terminologie’ für pejor konnotierte Lexeme; in metasprachl Zshg mußte mir in der Grimmischen Correspondenz..auffallen, daß in Erzählung, Anekdote, Charakterschilderung, Darstellung, Urtheil..mehr s-de als ehrende Terminologie vorzukommen pflege..begann ich..zum Vortheil meiner Betrachtung und eigenen Unterrichts jene sämmtlichen Ausdrücke auszuziehen GWB411,146,2 Urteilsworte frzKrit II Grimms Correspondenz..Die verneinenden und s-den Wörter daraus gezogen GWBT4,331,9 v 13.10.12 ‘s-de Poesie’ für Spottdichtung, Schmähdichtung Die didaktische oder schulmeisterliche Poesie ist..so wie die beschreibende, die s-de Poesie immer eine Ab- und Nebenart [der Dichtung] GWB412,225,18 ÜbLehrged uö(selten) c refl: sich selbst Vorwürfe machen; vereinzelt in bildl Zshg Ich schelte mich nicht, denn ich habe Muth zu sterben GWBAA125,33 Werth2 II [Nichte zur Marquise:] ich soll..mit erlogenen Zügen, durch erborgte Kleider die äußere Gestalt jener erhabenen Person nachäffen und durch mein Betragen in eben dem Augenblick die edle Sittlichkeit schänden, die den Charakter dieser großen Fürstin macht? Ich schelte mich selbst, ich bin zu bestrafen, bin zu verdammen GWB17,211,3 GrCoph IV 4 Lotte..erinnerte sich all seiner [Alberts] Güte, seines Edelmuths, seiner Liebe, und schalt sich, daß sie es ihm so übel gelohnt habe GWBAA151,19 Werth1 II [Nereus zu Thales:] Hat Rath bei Menschen je gegolten?|Ein kluges Wort erstarrt im harten Ohr.|So oft auch That sich grimmig selbst gescholten,|Bleibt doch das Volk selbstwillig wie zuvor GWB151,159 Faust II 8108 GWB35,205,28 TuJ 1805 GWB21,122,19 Lj II 2 GWB22,69,27 Lj IV 12 d ‘den himmlischen Vater s. iSv Gott lästern [Götz, mBez auf seine gefangenen Gefährten:] Ist das die Belohnung der Treue, der kindlichsten Ergebenheit — ! Auf dass dir's wohlgehe, und du lang lebest auf Erden..[Elisabeth:] Lieber Mann! schilt unsern himmlischen Vater nicht GWB39,121,1 Götz1 IV uö(selten) 2 (jdn/etw) mit bestimmten Namen, Attributen od Bezeichnungen belegen; überwiegend mit (direkt od mit ‘als/für’ angeschlossenem) Prädikativ a pejor: mit schimpflichen, beleidigenden Benennungen versehen [Basco:] Wer ist der Thor?..[Rugantino:] Wer glaubst denn du zu sein,|Daß du mich s. willst, du Kürbiß? GWB11,223 Claud2 531 [Grimbart zu Reineke:] Den gräßlichsten Mörder und Räuber|Schilt euch Isegrim laut GWB50,97 ReinF VII 184 Nun soll Mantegna nicht mehr gelten..seine herrlichsten Arbeiten werden als steinern und hölzern, als starr und steif gescholten GWB491,258,9 Mantegna,Triumphzug [Phorkyas zu Helena:] S. sie mich auch für häßlich, kenn' ich doch das Schöne wohl GWB151,194 Faust II 8912 Warum er [Batteux] ..als Heuchler gescholten wird, davon wissen wir keine Rechenschaft zu geben GWB45,164,18 RamNeffeAnm GWB43,317,7 Cell II 10 GWB1,308 Vs 23 VenEpigr 3 GWB10,52 Iph2 1213 GWBB10,237,19 Schiller 25.2.95 b abgeblaßt: mit sachlich nicht zutreffenden Benennungen versehen [Nereus zu Thales:] Schölte [ Nennte GWB151,170 Vs 8347] wohl ein nächtiger Wanderer|Diesen Mondhof Lufterscheinung;|Doch wir Geister sind ganz anderer|Und der einzig richtigen Meinung.|Es sind Tauben, die begleiten|Meiner Tochter Muschelfahrt GWB152,62 Faust II Var zu dir, theurer Jüngling, gesell' ich mich, der du..mich einen Träumer schiltst, daß ich da Schönheit sehe, wo du nur Stärke und Rauhheit siehst GWB37,148,11 Von dtBaukunst 1773 Dieser [der altpannonische Dialekt] wird..von der Geistlichkeit und allen, die sich den Wissenschaften widmen, als Sprachgrund und -muster angesehen..dagegen halten sie sich entfernt von der Sprache des Volks, s. diese als abgeleitet von jenem und als Verderb des echten rechtmäßigen Idioms GWB412,147,20 SerbLieder GWB14,290,7 Faust I Plp GWBDjG³2,245,32 RAnw [3.2.72] GWB151,264 Faust II 10454 uö(selten) GWBaus- GWBbe- GWBgegen- GWBhinein- GWBlos- GWBnach- GWBweg- GWBschwergescholten GWBungescholten Syn GWBschimpfen zu 1 GWBanfahren GWBanklagen GWBanlassen GWBbeschelten GWBbeschreien GWBschmähen GWBschmälen verschimpfen zu 1a GWBfluchen GWBkeifen GWBzanken zu 1b GWBkritisieren GWBkritteln GWBmißbilligen GWBrügen GWBtadeln GWBverrufen GWBverschreien GWBverurteilen zu 1d GWBlästern zu 2a GWBverrufen GWBverschreien zu 2b GWBbenennen GWBbezeichnen GWBheißen GWBnennen GWBrufen Juliane BrandschJ.B.
6770 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHËLTEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    SCHËLTEN s. ich SCHILTE .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schêlten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schêlten , verb. irreg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert; ich schelte, du schiltst…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schelten

    Goethe-Wörterbuch

    schelten Imperativ Sg vereinzelt schwach flekt 1 (gegen, über, auf jdn/etw) schimpfen a jdn/etw lautstark schmähen, wute…

  4. modern
    Dialekt
    schëlten

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schëlte n [áltə Roppenzw. ; altə fast allg.; æltə Str. ; èltə Dehli. ; Ind. Präs. elt elt elt Dü. U., ælt ælt…

  5. Sprichwörter
    Schelten

    Wander (Sprichwörter)

    Schelten 1. Die sich scholle (schelten), die sich wolle. ( Nassau. ) – Kehrein, VI, 29. In Ostpreussen: Dei söck schölle…

  6. Spezial
    Schelten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Schel|ten n. (-s) (polterndes Schelten auf Kinder) cospetamënt (-nc) m. , bruntoramënt (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schelten

21 Bildungen · 2 Erstglied · 13 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von schelten 2 Komponenten

schel+ten

schelten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schelten‑ als Erstglied (2 von 2)

scheltenswert

DWB

schelten·swert

scheltenswert , adj. : schältenswärt vituperabilis Maaler 345 b ; lassen sie mich von hinnen gehen, damit ich nicht doppelt scheltenswerth s…

scheltenswürdig

DWB

schelten·s·wuerdig

scheltenswürdig , adj. würdig, gescholten zu werden, was tadel verdient: schellen- und scheltenswürdige thorheit bœotischer poeten in Deutsc…

schelten als Zweitglied (13 von 13)

ausschelten

DWB

aus·schelten

ausschelten , duriter increpare: die mutter schalt das kind aus; ich bin ausgescholten worden; ich fand unsern hofmeister, welcher seinen so…

beschelten

DWB

beschel·ten

beschelten , increpare, objurgare, infamare, ahd. pisceltan, mhd. beschelten, nnl. beschelden. mhd. wes lât ir iuch beschelten? Reinh. 143 ;…

entschelten

KöblerMhd

entschel·ten

entschelten , st. V. nhd. „entschelten“, eine Beschuldigung zurücknehmen Q.: DRW (1406) E.: s. ent, schelten W.: nhd. DW- L.: DRW

geschëlten

Lexer

ge-schëlten stv. I, 3. BMZ Krone , Berth. 174,1. Engelh. 555. Geo. 4550. Wolk. 69. 2,3.

gotschelten

KöblerMhd

got·schelten

gotschelten , st. N. nhd. „Gottschelten“, Gotteslästerung Q.: EvA (vor 1350) (FB gotschelten) E.: s. got (1), schelten W.: s. nhd. (ält.) go…

nider schëlten

Lexer

nider·schelten

nider schëlten BMZ durch vorwürfe zum schweigen bringen? wan im was an sîn herze kumen diu riwe alsô manicvalt, daʒ in daʒ leit nider schalt…

rechtschelten

DRW

recht·schelten

rechtschelten, v. übersetzt: appellare appelleren rechtschelden appellare um 1460 StralsVok. 145b Rechtschelten, n. Urteilsschelte des eyn e…

Schelmenschelten

DRW

schelmen·schelten

Schelmenschelten, n. (stark ehrverletzende) Bezichtigung als ¹Schelm (V); bei/auf Schelmenschelten unter Verpfändung der eigenen Ehre bdv.: …

verschëlten

Lexer

versch·elten

ver-schëlten stv. verschulten und verspuwen sêr wart er von dem judenschen her Germ. 18,55.

wi(e)derschelten

DWB

wieder·schelten

wi(e)derschelten , vb. , gegen-, zurückschelten. mhd. widerschelten, mnd. wedderschelden, mnl. wederschelden Verwijs-Verdam 9, 1958 . seit d…

Ableitungen von schelten (6 von 6)

beschelten

DWB

beschelten , increpare, objurgare, infamare, ahd. pisceltan, mhd. beschelten, nnl. beschelden. mhd. wes lât ir iuch beschelten? Reinh. 143 ;…

entschelten

KöblerMhd

entschelten , st. V. nhd. „entschelten“, eine Beschuldigung zurücknehmen Q.: DRW (1406) E.: s. ent, schelten W.: nhd. DW- L.: DRW

erschelten

DWB

erschelten , extorquere jurgiis et maledictis. Stieler 1726 .

geschëlten

Lexer

ge-schëlten stv. I, 3. BMZ Krone , Berth. 174,1. Engelh. 555. Geo. 4550. Wolk. 69. 2,3.

verschëlten

Lexer

ver-schëlten stv. verschulten und verspuwen sêr wart er von dem judenschen her Germ. 18,55.

zerschelten

DWB

zerschelten , verb. , über die maszen schelten: objurgitare Stieler 1726 ; wie hat er ... Babylon zuscholten Luther 19, 423 W.; s. auch unte…