triumphieren,
vb. ,
aus lat. triumphare.
in derselben zeit wie triumph entlehnt; 1473
bei Stainhöwel
de claris mulieribus 209
lit. ver.; 1461-78
bei N. v. Wyle
transl. 330
lit. ver.; 1599
Terenz deutsch 48
a;
lexikalisch seit Frisius
dict. (1556) 67
b; Rot
teutscher dict. (1571) q 4
a,
wie jenes auf die höhere sprache beschränkt; über die elsäss. nebenform trumphieren
s. u. trumpfieren.
willkürlich als trihumbiren
bei Fischart
Garg. 50
ndr. wie im lateinischen durchweg intransitiv, transitiv nur ganz gelegentlich in dichterisch gehobener sprache, s. u. 5.
für die bedeutungsentwicklung ist neben dem lat. ausgang auch die beziehung zu triumph
maszgebend. vom ende des 15.
und anfang des 16.
jhs. mit seinen ableitungen (1503 triumphierer
s. d.)
bis heute reich bezeugt. über die zeitweilige eindeutschung als triumfen
s. oben sp. 706. 11)
von '
einen triumphzug halten'
aus; vgl. triumph A. 1@aa)
vom römischen triumph: als jr (
Claudias) vatter triumphiert vnd zuo lob vnd eere sines siges vf aim wagen wart gefuoret (1461-78)
N. v. Wyle
transl. 330
lit. ver.; ähnlich (1473) Stainhöwel
de clar. mul. 209
lit. ver.; nach grossem krieg er (
Tiberius) triumphiert Hans Sachs
werke 2, 354
lit. ver.; wie triumph
häufig in den neueren darstellungen der römischen geschichte, so: dazu paszt, dasz Metellus erst im jahre 648 triumphierte Mommsen
röm. gesch.10 (1908) 2, 146.
häufig wird das particip praes. gebraucht und dieses erlangt so eigne geltung, vgl. trionfale triumphirend, sieghafft Hulsius (1618) 2, 421
b: inn triumphirender gestalt zu Rom einzuziehen Fischart
Garg. 193
ndr.; die tribunen ... hemmten selbst den triumphirenden wagen des siegers v. Haller
Alfred (1773) 199; lorbeerkranz für den triumphierenden feldherrn Fr. L. Jahn
werke (1884) 1, 291; es wäre gröszer, die gränzen des römischen geistes eben so sehr erweitert zu haben, als die triumphirenden die gränzen des reichs erweitert hätten Klopstock
gelehrtenrep. (1774) 271.
gewöhnlich mit über verbunden, dativisch: nachdem der Pompeius ... die herrschafft uber daz gantze meer den Römern wider erobert, hat er ... uber der insel Creta ... triumphiert und prechtiges heerprangen getriben Heyden
Plinius (1565) 40;
später durchweg mit acc. (
Caligula hatte) über den zu ihm geflüchteten Adminius triumfiret A. U. v. Braunschweig
Octavia (1677) 1, 800; es triumphirten über Spanien Mommsen
röm. gesch. (1894) 5, 57.
weiter wird der anlasz durch wegen angegeben; triumphare de hostibus wegen der überwundenen feinde tr. Corvinus (1646) 916: Tiberius ... hat auch von wegen teütsches lands triumphiert Seb. Münster
cosmographei (1550) 236;
vgl.anfangs hab ich mir eingebildt, der sauffgott Bacchus triumphiere wegen einer erhaltnen victori, dann ir vil lorbeerkräntz auff den köpffen getragen Chr. A. Hörl v. Wätterstorff
Bacchusia (1677) 309.
unter einflusz des lat. triumphare ex
und de: der grosze verlust (
war) ... wohl ursache, dasz ... aus diesem kriege nicht triumphirt ward Niebuhr
röm. gesch. 3, 221; die Römer haben bald nachher alle die gegenden unterworfen, ohne von den Pödiculern zu triumphiren
ebda 1, 104. 1@bb)
allgemeiner überhaupt '
einen sieg feiern',
celebrare victoriam Reyher
thes. (1686) u 3
b; '
einen festlichen einzug halten'
; vgl. triumphieren, sighafft eynreiten, prachtlich dahär faren Maaler (1561) 408
d: wo aber sein feind vmb siegs willen ... in vnbehüter freud vnnd vnachtsamer ordnung triumphiert Fronsperger
kriegsbuch (1578) 1, h 4
a; (
Friedrich kehrte) so mächtig zurück, als er auszog, nur an ehre gröszer, und triumphirte nicht (
feierte den sieg nicht) Ramler
lyr. ged. (1772) 129; (
die nationale wirtschaft) soll demoliert werden, damit auf ihrem leichenfeld die internationale börse triumphieren kann Adolf Hitler
mein kampf (1933) 350. —
auch hier gerne das part. präs.: wo nur irgend ein tapferes regiment triumphirend zu empfangen ... war Gutzkow
ritter v. geist (1850
ff.) 1, 48;
mit dem element eines freudigen stolzes, der sich auch in der äuszeren haltung dartun kann: besagtes gemählde stellt die triumphirende heimkehr der Schweizer ... dar Göthe I 49, 46
W.; im vergleich: wie ein feldherr nach einer gewonnenen schlacht zog ich triumphierend in meinen gasthof ein Hoffmann v. Fallersleben
ges. schr. (1890
ff.) 7, 243; wie triumphierende sieger hoben die granitfelsen ihre zackicht gekrönten häupter empor E. T. A. Hoffmann
s. w. 1, 189
Grisebach; so oft übertragen unter verblassung der eigentlichen vorstellung: wir gingen als die heroen des tages triumphirend hindurch (
durch die schar der studenten) H. Steffens
was ich erlebte (1840) 2, 303. —
ohne die vorstellung eines vorhergehenden kampfes und sieges '
einen festlichen, umjubelten einzug halten',
vgl. triumph A 2: Lucas schreibet, wie der gebenedeyte herr und heyland triumphirend nacher Jerusalem ein geritten Abr. a
s. Clara
merks Wien (1680) 118.
in geistlicher umdeutung auf Christus bezogen: heut (
ostern) triumphirt der edle herr (
Christus), schwingt sein siegsfähnlein hoch ümmher, lesst seinen sieg auszblasen Georg Weissel
bei Fischer-Tümpel
ev. kirchenl. 3, 11;
vgl. noch bei W. Bäumker
kath. kirchenlied 1, 558; Neumark
fortgepfl. mus.-poet. lustw. (1657) 74; vielmehr betete ich einen gottvater an ... und einen auferweckten triumphirenden Christus Göthe I 43, 360
W. 1@cc)
vor allem aber als fester begriff die triumphierende kirche, ecclesia triumphans,
im gegensatz zur streitenden kirche
auf erden und zur leidenden kirche
im fegefeuer: all drey tayl der kirch, erstlich die hie, streyttunde cristenliche kirch, darnach die triumphierund kirch jm himel, zuo lesst die pessennd oder schlaffennd kirch die im fegfewr ... Berthold v. Chiemsee
tewtsche teol. (1528) d 1
b; ich (
Husz) aber gloub ..., dasz in der triumphierender kilch sig ein seliggemachte erschouwung Äg. Tschudi
chron. helv. (1734) 2, 44; (
die grundideen aller christlichen poesie) mögen heroisch oder elegisch im tone der streitenden oder der triumphirenden kirche bearbeitet werden Schleiermacher
s. w. (1834) I 5, 107.
auch von einzelnen seligen: wie eine heilige triumphierende, die in den himmel eingeht H. v. Kahlenberg
Eva Sehring (1901) 154;
vgl. auch v. Hippel
s. v. triumphator 1 b,
sp. 704. 22) '
prangen, glänzen', '
in glorie sein'; triumphiren ... '
prangen' Sperander (1727) 759
a;
als nebenvorstellung aus 1
verselbständigt; der grundvorstellung noch nahe, wenn das bedeutungselement des vorangegangenen kampfes und sieges noch deutlich ist: das sint yre (
der propheten und märtyrer) sieg und triumph, daz ist daz creitz Christi, in welchem sy vil köstlicher erschinen und triumphieren, dan alle Alexandri, Julii, Scipiones
etc. C. Hedio
chron. Germ. (1530) 3
b; Achilles sprach, wie kan ich streitten, dieweil der feind zu disen zeitten mit meinen waffen ist geziert, darinn er prächtig triumphiert Spreng
Ilias (1610) 258
a; (
Jesus) als gott und mensch zugleich ... zur rechten gottes triumphirt B. Ringwaldt
lauter warheit (1598) 201; er triumfirt auf den höhen der kunst Schubart
leben u. ges. (1791) 1, 62;
hierhin auch als '
berühmt sein, gepriesen werden': alsdann erst werde ich in dem tode frewen mich vnd in aller leut munde triumphieren weit Zinkgref
auserles. ged. 52
ndr.; abgezogener: das haus York ... von seiner triumphirenden majestät ... herabgestürzt worden sei Ranke
werke2 14, 102; (
das schlosz) mit mauern und mit thürmen auch gezieret, dasz seine zinne fürstlich triumphiret Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 6, 90; ihres putzschranks flügelthüren öffnet sie mit leichten händen, dasz ein eitles triumphiren rings entstrahle allen wänden
ebda 3, 316. 33) '
jubeln, frohlocken',
der gleichen bedeutung des lat. triumphare
entsprechend: ist sye frölich ... nit so vil von der gab als daz sie von dir gegeben ist. darumb sie ernstlich triumphiert (
id vero serio triumphat)
Terenz (1499) 48
a.
bis zur gegenwart oft in deutlichem zusammenhang mit der bedeutung 1
als '
über einen sieg frohlocken'. 3@aa)
in allgemeiner anwendung: derhalben (
wegen eines sieges) also triumphiert, frolockt, freud sich und jubiliert mit jung und alt Nürnberg, die stat Hans Sachs
werke 2, 398
lit. ver.; wie mit groszem frolocken und triumphieren der hosenteuffel am jüngsten gericht auff sie (
die jungen gesellen) warten ... wird Musculus
hosenteuffel 11
ndr.; der sieger mag sich freuen, triumphieren, der besiegte sich erzürnen Welcker
alte denkm. (1849) 1, 136; '
jubeln, laute freude äuszern'
schlechthin: diss (
das speien des betrunkenen) merkte das gelach, da ward ein triumphiren, da ging das jauchtzen an, der halss gieng aus den schnüren J. Rachel
satyr. ged. 89
ndr.; er hat in dem bilette an ihren herrn vater schon triumphiret, dasz er heute eine erfreuliche nachricht vom hofe erhalten hätte Gellert
werke 3, 78;
wieder oft als partic. praes. bes. von tönen u. ä.: in triumphirenden akkorden riefens die jahrhunderte sich nach Th. Körner
werke 1, 110
Hempel; das pianoforte schlosz nach einer triumphierenden passage mit einigen wehmütigen akkorden Mörike (1905) 3, 127
Göschen; sie möchte singen, laut jauchzen! irgend eine stolze, triumphierende weise H. v. Kahlenberg
Eva Sehring (1901) 4;
neben der präposition über: darumb Johann gerichtet wird, das jungfrewlein drob triumphirt A. Lobwasser
calumnia (1583) h 6
a;
auch mit in: der juden triumphirn ynn Christus todt und der junger flucht Luther
werke 8, 5
W. mit besonderem sinn als '
lobpreisen': also wirt got von der creatur belonet awswendig mit triumphieren, cerimonien, zucht und eren Berthold v. Chiemsee
tewtsche theol. 615
Reithmeyer; mit dem dativ der person: auf ostern frolockt und triumphieret Christo, dem siegesmann T. Kiel
bei Fischer-Tümpel
ev. kirchenl. 1, 30. 3@bb)
verinnerlicht, wie triumph A 5 b
entwickelt sich in neuerer sprache die heute weitverbreitete bedeutung '
triumphgefühl empfinden': das fräulein, ihrer seits, betrachtete ihn als ihre kreatur und triumphirte, einen anbeter ... erworben zu haben Nicolai
Seb. Nothanker (1773) 2, 154; ich triumphirte schon, dasz ich ... ihnen gewisz zuvorkommen würde Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 4, 272.
das bedeutungselement des heimlichen, innerlichen wird oft deutlich zum ausdruck gebracht: wenn man ein wenig die allgemeinen gesinnungen kennt, so könnte man ... wohl vermuthen, dasz ein theil ... heimlich triumphirt haben werde Nicolai
reise d. Deutschland (1783f.) 7, 36; Timokrates triumfierte in sich selbst; seine absicht war erreicht Wieland
s. w. (1794) 2, 311
Göschen; (
er) gab sich die miene der nachgiebigkeit, indem er innerlich triumphirte Dahlmann
gesch. d. frz. rev. (1845) 204.
häufig ist auch hier das participum präs., bes. in bestimmten verbalen wendungen: ich sah es (
das giftpulver) ihr geben und gieng triumphirend fort Lessing
werke 2, 349
L.-M.; siehst du, rief er triumphirend aus, siehst du, wie sie dich beschämt? Holtei
erz. schr. (1861
ff.) 13, 65; er, der allen menschen ... die derbsten wahrheiten und unwahrheiten sagt, und so gleich, nachdem er sie gesagt hat, triumphirend erzählt Lavater
verm. schr. (1774f.) 2, 21;
vor allem triumphierend ansehen
u. ä.: dann sah er mich triumphirend an fürst Pückler
briefw. u. tageb. (1873) 1, 91; indem er mit leuchtenden augen mich triumphierend anblickte H. Seidel
Leberecht Hühnchen (1899) 61.
ebenso in verbindung mit einem entsprechenden substantiv: hatte zwölf bald gefunden und klopfte an mit triumphirendem finger
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893f.) 4, 318; dann wendet er sich mit triumphierenden schritten wieder in den kreis der offiziere zurück H. v. Kleist
werke 3, 41
E. Schmidt; mit triumphirenden gesicht lacht sie die schwester an Ramler
fabellese (1783) 1, 5; Wilibald gesellte sich zu Augusten, indem er dem lächelnden Theodor einen triumphirenden blick zuwarf Tieck
schriften (1828) 4, 57; indem er ihm das buch mit triumphirender miene vorhielt J. J. Engel
schriften (1801) 1, 44;
ähnlich auch Lessing 2, 41
L.-M. 3@cc)
in dieser verwendung nimmt triumphieren
gerne den verächtlichen beiklang eines hämischen sich freuens an: o! Agathon, Agathon! dann würdest du nicht unsern hasz, nicht eine lieblose beurtheilung, nicht eine triumphirende freude über deinen fall, aber unser mitleiden verdienen Wieland
Agathon (1766) 2, 289; die schwestern aber triumphirten und warfen ihr einen stechenden blick nach dem andern zu Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 5, 472; das höfische und triumphirende lächeln Zeusels war eine zweite verleumdung Jean Paul
werke 7/10, 375
Hempel. 3@dd)
andererseits entsteht der sinn '
stolz sein': (
Dänemark) ist das einzige glückliche reich, welches über den seltnen vorzug triumphiren kann, mit dem ganzen erdkreise friede zu haben J. A. Cramer
nord. aufs. (1758) 32;
auch hier oft in der färbung '
prahlen, sich brüsten': übermüthige, triumphirende eitelkeit A. Schopenhauer 2, 272
Grisebach; wenn sie einen freygeisterischen könig mit seinem unglauben triumphiren sehen Gellert
s. schr. (1784) 6, 87; weil das wetter so schön war und die alte es verlangte, um vor ihren nachbaren zu triumphieren, wurde die decke des wagens niedergelassen G. Keller
ges. w. 2, 210;
in ähnlicher bedeutung: der alte sah auf nichts, er triumphierte bedeutungsvoll zu allen leuten A. v. Arnim
s. w. (1839
ff.) 10, 276. 44) '
siegen',
lat. triumphare
entsprechend. 4@aa)
in eigentlichem sinne: wir haben ain haubtman, der in uns triumphirt und das feld behalt Luther 17, 1, 140
W.; auffallend ist zu bemerken, wie er immer zu triumphiren scheint und wie dieser scheinbare sieg manchen an dem kampf nach dem vortrefflichen erlahmen läszt B. v. Arnim
Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 163.
so auch stehend von Christi sieg über sünde und tod: Christus (
hat) ... als ein gewaltiger triumphierender herr den todt überwunden Ayrer
hist. proc. iuris (1600) 1,
mit dem gebrauch von 1 c
leicht verrinnend, s. dort sp. 710.
häufig findet sich ein abstraktes subjekt: du siehst die bosheit triumphiren Stoppe
Parnasz (1735) 282; die triumphirende keuschheit
titel eines lustspiels von Chr. Weise
überfl. ged. 175
ndr. auch diesmal triumphirte die umsichtige ... politik des fürsten Kaunitz Ranke
s. w. 31/32, 16.
von präpositionen begegnet neben dem bei triumphieren
durchgängigem über
in älterer sprache wider: so mag doch wider denselbigen niemandts triumphieren Paracelsus
op. (1616) 2, 607
H.; dir aber, römischer adler wehrt, aller treuen vasallen will begehrt ... wieder deine feind zu triumphieren
M. Abele v. Lilienberg
künstl. unordn. (1670
ff.) 4, 67;
unter dem einflusz der lat. triumphare de
gelegentlich auch von (
vgl. 1 a
ende, sp. 710): eben der David, der da hat erst triumphiert vom Goliath W. Spangenberg
ausgew. dicht. 176
Martin; und von dem (
a. l. über den) feind zu triumfieren Weckherlin
ged. 1, 142
lit. ver.; selten mit dem genetiv: nur die allmächtgen mögen so dreist, wie dieser fremdling, dich (
Alkmene) besuchen, und solcher nebenbuhler triumphier ich! H. v. Kleist
werke 1, 264
E. Schmidt. 4@bb)
allgemeiner '
erfolg haben': die artzt, so auszerhalb der kunst triumphiern ... wie die heiligen die da wunderzeichen thun Paracelsus
op. (1616) 1, 582
Huser; sonst so erst üblicher seit dem 18.
jh.: täglich triumphiren die mittelmäszigsten texte durch die magie begeisternder und entzückender töne, aber noch niemals triumphirte mittelmäszige musik durch den wohlklang der tadelfreysten verse v. Matthisson
schriften (1825
ff.) 4, 84.
weiterhin '
die oberhand haben', '
herrschen': in diesen trefflichen städten regieret und triumfiret die hochdeutsche sprache Adelung
mag. f. d. deutsche sprache (1783
f.) 2, 20; die entscheidung eines streites ... der schon über hundert jahre dauert und, so oft er erneuert worden, von der triumphirenden schule als verwegen ... unterdrückt wurde Göthe II 2, 4
W.; '
den vorrang haben': seyn fremde länder mit einigen sachen begnadet, die der teutsche grund etwa nicht trägt; so triumphirt dieser, im gegensatz, mit vilen andern bekwehmligkeiten Butschky
Pathmos (1677) 183; heut und hierinn (
in den verschiedenen künsten) hat dieses, gestern und darin hat jenes volk, jene sprache triumphiret Herder
s. w. 23, 76
S. 55)
in dieser bedeutung vereinzelt in gehobener sprache auch transitiv, '
besiegen': wie kurtz ist doch der streit! wie glüklich ist der held, der ewig triumphirt den teuffel, fleisch und welt Angelus Silesius
cherub. wandersmann 156
ndr.; so triumphiret der glaube, er triumphiret weltspott, weltverfolgung, weltgut J. C. Dannhawer
catechismusmilch (1657
ff.) 5, 1001;
wohl unter einflusz des lat.: Quirinen sitz (
Rom), das haupt der triumphirten erden Kempe
poesis triumphans (1676) 6. 66)
in besonderer verwendung. 6@aa)
coire: ein schöne thochter, die hett die gantze nacht gettryumpfyrrt mitt jungen gsellen und andere junkfrowen irs zeichens waren auch da gewest Dreytwein
chron. v. Eszlingen 102
lit. ver., vgl. miteinander trumpfen
coire Fischer
schwäb. 2, 425. 6@bb)
als '
cacare'
; vgl. hofieren in gleicher bedeutung teil 4, 2, 1684.
bei Chr. Weise: es hat dir gewisz ein rohrsperling auf die blatte triumphiret
überfl. ged. (1701) 588; herr, wo geld liegt, da wolte ich meinen vatter erschlagen und wolte der groszmutter auff das grab triumphiren
überfl. ged. 2 (1673) 269. 6@cc)
vereinzelt ist triumphieren
vom pferd gesagt, wohl im sinne von '
stolzieren, tänzeln, den kopf hoch werfen'
oder dergl. und als spontane übertragung von 1 b,
s. dort sp. 710
zu verstehen: ... durch leiblich geprechen bleib ich (
das alter) im gemüt unbeschwert, wie ein triumphierendes pferd tritt ich her, dapffer, unverzagt Hans Sachs
werke 4, 53
lit. ver.; damit stand er auf und stieg aufs schöne weisze rosz, das scharrt und triumphiret (
a. l. das schon triumphiret, springt und schart und wiehert) Herder
s. w. 25, 458
S.