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kropf

ahd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kropf m.

Bd. 11, Sp. 2394
kropf, m. struma u. a., mhd. kropf, ahd. chroph; nd. nl. krop, engl. crop, ags. cropp; n. krop entlehnt, schwed. nur in kroppdufva kropftaube, altschwed. kropfylle schwelgerei Rietz 357a (s. 3, a); s. weiter unter 8. 11) auswuchs, 1@aa) am halse des menschen, schon mhd., ahd. 1@a@aα) kröpf wachsen von überiger feuchte des haupts, welche sich herab setzt durch die nerven (d. h. muskeln) in den hals. Dryander arznei Frkf. 1542 87a; kalt wasser bringt den kropf. Maaler 254b, vgl. kropfbrunnen; hett Dyna kropf und hofer ghan (gehabt), Sychem hett sie geloszen gan. Brant narr. 26, 51; vgl. die anm. s. 345a; nun aber setzt Venus den iren solche brillen auf, das ie ein Binzger baur einen eid schwre, es wer kein schöner bild auf erden, dann ein Binzger beurin mit eim groszen kropf, solt sie den nit haben, er meint sie wer ein genskrag (gänsehals) und hette ire glider nit alle. Frank sprichw. 2, 69a; er schwänkte seinen wanderbündel von dem buckel wie ein Pinzger bauer den kropf. Hans guck in die welt, der berühmte narrenspital 15, zu diesen Pinzgauer kröpfen vgl. u. kropfig 2, d; die scheuslichen kröpfe haben mich ganz und gar üblen humors gemacht. Göthe 16, 262, im Wallis (vgl. schon Juvenal 13, 162). 1@a@bβ) in redensarten, z. b. er ärgert sich dasz er einen kropf kriegen möchte, thür. Regel Ruhl 223; wer etwas schlimmes heimlich verarbeiten musz, ist in gefahr einen chropf zu überkommen, appenz. Tobler 120b, s. dazu sp. 2170 mitte. auch sich einen kropf lachen, bair. sich kropfet l., wie sich bucklich lachen (vgl. u. kobold I, 3). den kropf verbergen, das, wessen man sich schämt, mit einer ehre bedecken. Frisch 1, 550b. 1@a@gγ) von einem menschen mit einem kropfe (Stalder 1, 134): du fauler, grober, birgischer kropf! H. Sachs 3, 3, 8d, aus dem gebirge (s. unter α), in der ausg. von 1588 6c steht aber knopf; vgl. Franks genskrag u. α. s. auch kielkropf, kolkropf. 1@bb) bei thieren (Krünitz 54, 50), z. b. beim pferde: diese krankheit entstehet vornemlich aus dem kropf oder kehlsucht, der eine lange zeit gewähret. Pinter pferdschatz 385, auch drüse, mit einem anschwellen der drüsen verbunden, s. Nemnich wb. 115, vgl.kröpfen 6. kropf, kröpfchen eine krankheit des rindviehs, kröpfe pl. eine krankheit der schafe, in blasen, beulen unter dem kinne bestehend (vgl. kröbicht). Nemnich wb. 333. bei fischen (doch nicht krankhaft): von wegen vieler kröpfen, kurzer düsseln bekompt er seinen namen (schrofechter straubschneck). Forer fischb. 142b, zu dem schwachen alem. gen. s. kind I, g. 1@cc) auch an pflanzen, z. b. an alten bäumen: indessen hatte der baum einen bienenkorbgroszen gropf, über welchen ich unvermeidlich klettern muszte. als (ich) nun mit der brust auf den dicken gropf gekommen, giengen die hände so gleich oben los .. Schäffer tanzmeister 8. kröpfe an den wurzeln der kohlpflanzen, des rettichs u. a., knoten die durch eingelegte eier eines wurms entstehn. Nemnich wb. 333, vgl.klunz und kropfen 3, s. auch kröpfachtig. 1@dd) dem ähnlich schweiz. kropf am brote, kropfiger auswuchs. Stalder 2, 134. 1@ee) auch von geschwülsten an andern körpertheilen als am halse, wie aderkropf aderknoten, s. aderkröpfig unter kropfaderbruch. 22) kropf der vögel. 2@aa) der vormagen, eine erweiterung der speiseröhre am halse, auch diesz schon ahd., mhd., z. b. von einem übermütigen bauernsohne: ich gelîche sîn gepfnæte (schnaubendes atmen) ze einer saten tûben, diu mit vollem kropfe ûf einem kornkasten stât. Neidhart 54, 40, satt gefressen und übermütig, vgl. kröpfen 1. nhd.: seinen (des geopferten vogels) kropf mit seinen feddern sol man ... auf den aschenhaufen werfen. 3 Mos. 1, 16; ich meint, im het vil basz gebürt, ein rab het in im kropf hin gfürt. H. Sachs 3, 1, 148c (200d), d. h. er wäre rabenfutter geworden, am galgen; die tauben füttern mir ihr junges aus dem kropf. Rückert weish. d. br. 252. 2@bb) einzeln auch für hals überhaupt, z. b. in rotkropf rotkehlchen Frisch 1, 550b, bair. rotkröpflein Schm. 2, 394. vom truthahn: hat welscher hahn an seinem kropf, storch an dem langhals freude. Göthe. 2@cc) einzeln auch von andern thieren, z. b. im pelzhandel englische kröpfe Frisch 1, 550b, halsstücke von pelz mit feineren haaren und seltenerer farbe, s. unter dem adj. kropfen; mit schlechten kröpfen unterfterte scheublein. Nürnb. kleiderordn. D 3b; mäntel, mit kröpfen, füchsen oder anderen geringern futer unterftert. D 1a, vgl. das adj. kröpfen. 33) daher entlehnt wieder vom menschen. 3@aa) von essen und trinken, besonders von schlemmen. 3@a@aα) schon mhd., z. b. von dem hungrigen Parzival: einen guoten kropf er aʒ, dar nâch er swære trünke tranc. Parz. 132, 2; du sitzest unde friʒʒest unde trinkest einen kropf über den andern, daʒ sich dîn mage kliubet in vieriu. Berthold 103, 14. zu der übertragung gab besonders der umgang mit falken und jagdvögeln den anlasz; das wird z. b. klar aus wendungen Wolframs, wie von den hungernden bürgern von Pelrapeire: wærn die burgær vederspil, sine wæren überkrüpfet niht. 191, 12. überkrüpfet hiesz ein falke der sich überfressen hatte und darum nicht mehr gerte, sein zustand diu überkrüpfe 281, 29, vgl. ein volkrüpfiu henne, im vergleich mit einer übellaunigen hausfrau, unter klucken 1, a; man möhte mit mir beiʒen, wær ich für vederspil erkant ... bî selhen kröpfelînen tæte ich fliegen schînen. 487, 6 ff., bei so wenig gefülltem kropfe. Nhd.: es gehören volle kröpf und schleckerbiszlein darzu und ein guts trünklein (wenn man .. ein guts mütlein haben will). Mathesius Sarepta 9b; soll ich ihm denn alles in seinen kropf stecken? faut-il donc qu'il mange tout mon bien? Rädlein 567b. nl. zijn krop vullen, vgl. kropfvoll, das auch die Engländer haben als crop full, und kropfstopfend. daher sich bekröpfen, auch sich auf kröpfen. auch von thieren, die einen kropf gar nicht haben: bären und wölfe verderben das land ... sie erbarmen sich keines, wenn ihr kropf sich nur füllt. Göthe 40, 160, nach dem niederd. mogen se men krîgen vette kroppe Rein vos 4763. 3@a@bβ) besonders auch vom trinker, schlemmer: ich gueter montag mach dol köpf, lere peutel und volle kröpf. meisterlieder Berl. hs. 23 nr. 231; voller kropf, toller kopf. Barenius sprachkunst 108; itzt gehest du hin, da du soltest deines herrn oder frawen gut bewaren, dafür du dein kropf und bauch füllest. Luther 4, 402b, aufs essen geht bauch, der kropf aufs trinken; allein das er ein vollen kropf darvon bringen thet. Wickram rollw. 92, 20; damit si allein den weinkauf zetrinken haben und inen der kropf gefüllt werde. 101, 26; das du an den wendn heim thust hinken mit leerem beutel und vollem kropf, mit tollem sinn und schwerem kopf. H. Sachs 2, 2, 49b; das lied das will nicht klingen, ich stopf darfür den kropf. Garg. 89a (Sch. 153); damit ihr (der papisten) antichristisch lehr erweitert werd je lengr und mehr und sie darvon ein vollen kropf (gut leben), letzlich hellsch fewer uf den kopf erhielten durch ihr falsch gedicht. postreuter 1591 Cija. 3@a@gγ) kropf auch von dem, was einer in sich gegessen oder getrunken hat: der bauch must dir erst werden lehr, und must den kropf verdewen, ehr du wider kompst hinausz ins veld. Waldis Es. 1, 44, 28, von dem fuchse, der mit vollgegessenem bauche nicht zurück kann durch das loch, wodurch er hineinkam; wer voll ist und trunken, der ist seiner sinne und vernunft beraubt. darumb musz man einem vollen bawren weichen, bis er den kropf verdawet .. hat. Agricola sprichw. nr. 426, in der erklärung; den kropf ausschlafen. Frisch 1, 550b aus Apherdian 89, völlig gleich rausch. den übergang zu dieser wendung von der vorigen zeigt sich des weins einen guten kropf trinken: wie schmeckt dir nechtn der trübe wein? ich hett mirs ein guten kropf trunken. H. Sachs 3, 2, 83b (110a). bildlich, sich der welt ein kropf essen, von weltgenusse, unter der vorstellung eines vogels: nun sprichstu, ich weisz leider wol, das ich ein böser vogel bin usz eim guoten eyg (ei), ich dörfte wol dʒ ich mich muste (mauserte), ich hab der welt ein kropf gessen und kan in nit verdeuwen. Keisersberg bilg. 9d. 3@a@dδ) sogar vom trinker selber: da fastet oft alsdan ein vormals voller kropf. Rist Parn. 594. 3@a@eε) auch bildlich auf anderes übertragen, bei dem von einem kropfe keine rede sein kann: aber ich möcht wol ein geck werden, wann ich zu beweisung dieser sach auf ein einig exempel fuszen wolte, so doch alle bücher und die ganz theology der catholischen bisz zum kropf zu dessen voll sind. Fischart bien. (1588) 57a, wie bei Marnix 48a totten crop toe vol, 'bis der kropf zu ist', nichts mehr aufnimmt, eigentlich wol auch ein schlemmerwort. ein solches ist wol auch folgendes: die schuomacherknecht kamen stark (d. h. zahlreich), dann sie sich eins guoten kropfes vermessen hetten, und begunden das werk anzuogon und lut zuo singen, als dann ir weis ist. Eulensp. hist. 46, es handelt sich aber um eine arbeit, nicht um trinken und essen. 3@bb) im kropfe sind aber auch sorgen, unwirsche gedanken, verdrusz u. dgl.: alein (nur) eins leit mir in dem kropf (eine sorge), darumb ich mich krau hinderm kopf. Schade sat. 1, 73; thut dir villeicht jetzt we der kopf, oder hast sonst was bös im kropf? Heros ird. pilg. 42b; und hatte bapst Honorius III. noch viel im kropfe wider Fridericum. Nigrinus papist. inquis. 461, zugleich wol für anschläge, böse gedanken. es wird geradezu verbunden kopf und kropf: ain person hatt mir ainen widerdriesz (als ich wAen) gethon. es liget mir im kopf und kropf. Keisersberg pred. 1508 123b. noch jetzt: es steckt ihm etwas im kropf, habet quod clam eum urit. Frisch 1, 550b; aber das wird nicht das einzige sein, was du im kropf hast. Gotthelf 13, 330. das musz übertragen sein von einem rausche oder besser von seinen folgen, es heiszt auch ebenso vom weine, er liegt im kropfe, wie vorhin von sorgen: mir ligt der wein auch noch im kropf. H. Sachs 3, 2, 5a (1588). ebenso etwas im kragen (d. h. halse) haben, s. sp. 1959 unten, doch ohne die weitere entwickelung von kropf. daher schweiz. de chropf lära, wie de kraga lära (leeren), sein herz ausschütten Tobler 120b, ebenso nl. zijn krop uitschreien sich ausweinen, wie iets in zijn krop hebben, heimlichen kummer haben. 3@cc) kropf galt nämlich dann weiter auch für sinn und gedanken selbst, wie eben kopf, das überhaupt oft mit kropf tauscht, wie knopf gleichfalls (s. z. b. kropfstosz a. e., kropfstrenge, kropfsalat); denn wie es heiszt viel köpfe viel sinne, so: wie vil köpf, so vil kröpf, quot homines tot sententiae. S. Frank sprichw. 2, 122a; wie viel kopf, so viel kropf. Mich. Neander sprichwörter s. 29; die welt ist zwar geneiget nach ihrem stolzen kropf, dasz sie, wer warheit geiget, die geigen schlegt an kopf. J. Doman lied von der Hanse 9, 2. es thut ihm gut im kropf, jucundum est illi gratumque. Aler 1245b. Denzler 2, 178a. 3@dd) zuletzt auch ausdrücklich von gedanken im engern sinne, kenntnissen, wissen u. dgl. (vgl. kropfhaus): (der zeigt) dasz er nicht verdaut (hat), was ihm der herr Donat in seinen blöden kropf zuvil geschoppet hat. Rompler 113; wir pflegen, ich und ihr, mit inniger begier nur das in unsern kropf zu lesen, was er uns manchen liben tag vom gartenbau zu sagen pflag. Rist Parn. 427, hier eigner weise in allem ernste, in gewähltem stil, während die vorigen beispiele satirische farbe haben, wie auch folg.: sie begreifen erd und himmel, wenn von worten voll ihr kropf. Platen 250, von gedankenleeren dichtern mit hohen worten. 3@ee) noch in anderer weise kropf bildlich von menschen: dem wächst der kropf, er wird stolz, verwegen, Schmidt westerw. id. 91; Frankreich mag durch seinen könig zwar der leute kröpfe heilen (s. Krünitz 54, 41): armut aber kan was beszres, kan der hoffart kropf zertheilen. Logau 3, 220 (zug. 9), also der hoffärtige mit einem kropfe gedacht, mit erhobnem kopfe den hals herausdrückend, wie er sich 'in die brust wirft'; daher nd. aver den kropp (oder averkroppsk) spreken, stolz sprechen, sik kroppen, 'einen unterkinn, eine stolze miene machen' (vgl.kröpfen 3) Brem. wb. 2, 880. daher kropf kurzweg für hochmut: die mittel, die ich zubereite, vertreiben ungesäumt der schwätzer lügensucht, und die vergessenheit, des rohen undanks frucht, die taubheit und den kropf, die krankheit groszer leute. Hagedorn 2, 73, unzugänglichkeit und selbstüberhebung. auch nl. den krop ophalen u. ä., sich brüsten, ausdrücklich auch auf die brust bezogen. 3@ff) aber auch unbildlich für hals schlechthin: die hand wird schwach, der fusz wird eis, der bart ist schnee am kropfe. Seume (1853) 7, 195. ebenso in kropfbein, kehlkopfknorpel. nl. krop ist auch, wie unser 'hals', zugleich brust, busen der frauen, vgl. nd. kroppkragen, weiberlatz der brust und schultern bedeckt Richey 141. 3@gg) eigen einen auf dem kropfe lassen, von einem gefoppten, den man triumphierend seinem irrthum oder ärger überläszt: aber vom paradys hats den namen (Paris nämlich), wie jener farend schuler die beurin auf dem kropf liesz, als sie ihrem gestorbnen man kleider und zerung schickt. Garg. 149b (Sch. 275), die der schuler für sich behielt. vollständiger auf dem kropf sitzen lassen: also do man in lang liesz uf dem kropf sitzen, do ward ime zu letzst der brief wider geben. Zimm. chron. 3, 115, 30, eine wichtige urkunde die man ihm durch unterschiebung einer andern entzogen; als nun herr Johanns Wernher so lang ohne ain antwort uf dem kropf ware gesessen, do schrib er dem von Schellenberg den kauf ab. 2, 98, 35, hier mehr vor peinlicher ungeduld, wie in folg.: wie lang hältstu uns auf, wie lang wiltu uns lassen auf dem kropf sitzen? Frisch 1, 550c aus Keisersberg post. 67; Jesus gieng auf den abend von den Pharisäern und liesz sie also verhönt uf dem kropf sitzen. ebend. 2, 15a, Frisch erklärt 'auf ihrem hintern' und findet darin das franz. croupe, hintertheil, aber es musz einen witz enthalten, der zu finden bleibt. vgl. das kröpfen heimlich ärgern unter kreppisch 2, c, das dem sinne nach genau stimmt. 44) technische u. a. verwendungen, die sich an kropf struma anschlieszen. 4@aa) in der baukunst sind kröpfe die über die gerade linie vorragenden theile an mauern und wällen. Schöpf tir. id. 348 bringt aus Bozener magistratsprotokollen v. j. 1511: die maur unz an des wassers loch höchern (erhöhen) und die alten werch und kröpfen (vorsprünge) pessern, also zur befestigung dienend; vergl. Zedlers univ. lex. 15, 1969 kropf oder absatz. s. auch sp. 1964 das md. kropstein gleich kragstein, d. h. eig. halsstein (von kragen hals); umgedeutet grobstein Schm. 1, 413. vgl. kropfleiste. 4@bb) im artilleriewesen der über der kugel zusammengebundene theil der kartusche. 4@cc) bei pflanzen, bair. kropf die sich bildende ähre des getreides, der waiz schieszt in den kropf, steht im kropf; beim kohl, salat u. ä. die dichte runde masse, in die sich die blätter am strunke zusammenlegen, daher kölkropf, krautkropf, salatkropf, s. Schmeller 2, 393, tirol. Schöpf 347. letzteres auch nl. in krop, kropsalâ, laitue pommée Halma 350a, krop van salaet, globus lactucae capitatae Kilian, nd. feldkroppe (pl. ?) feldsalat, lactuca agrestis Brem. wb. 2, 880; vgl.kropfen 1, kropflattich. 55) von der gewöhnlichen bed. entfernt sich aber weiter kropf als krüppel oder knirps. 5@aa) bair. kropf, fehlerhaft kleines oder verkrüppeltes organisches wesen Schm. 2, 393, schwäb. kropf kleiner mensch Schmid 327, auch schweiz. vorauszusetzen nach kropfig, kröpfig (s. d.), verkropfet, klein, verkrüppelt Stalder 2, 134. in der lautstufe abweichend und weitergebildet appenz. gröpft, grüpft (auch gropp) kleines kerlchen Tobler 236a, vgl. in gleicher bed. krüft f. Stalder 2, 136, kruft Fromm. 2, 483b. 5@bb) auch md., thür. von bäumen: der anwuchs (der fichten) möchte aber auch wahrsam in obacht zu nehmen sein, dasz weder vieh noch wildpret ihn in der zarten jugend verletzen, denn in diesem fall dörften nichts anders als kröpfe und wetterbüsche gezogen werden. C. v. Lengefeld (Schillers schwiegervater), anmerkungen von denen auf dem Thüringerwalde bekanntesten drey arten nadelhölzern, Nürnb. 1762, s. 14 (wörtlich auch bei Heppe jagdlust 1784 3, 373). vgl. kröpfig 1, c. 5@cc) im rhein. gebiete mit einer eignen weiterbildung kropch, krupch m. kleines dickes, etwas verwachsenes kind Kehrein Nassau 1, 248, kropch ein kleiner mensch Curtze Waldeck 479b, vgl. luxemb. krepchesmännchen kerlchen, homunculus Gangler 254 (das -ch auch in westerw., nass. krutch kröte, hutch kröte). kropp ebend. in kroppsack gleicher bed. Schmidt westerw. id. 91, auch in Bonn, Koblenz. bei Kehrein auch kruppert (vgl. u. kröpfer) und kruppatz, letzteres ein weiteres beispiel des merkw. alten -atz wie knabatz (sp. 1310), wie cimbr. pubatz bürschchen Schmeller 158a, alle drei übrigens mit gleicher bedeutung. bei Schmidt westerw. id. 91 steht aber auch kropch gleich kropp, kropf struma. 66) noch weiter entfernt sich kropf gleich krapf placenta Frisch 1, 550c, gewöhnlich in schwacher form kropfen placenta Junius nomencl. 66b, krophen pastellus Dief. n. gl. 282a, nd. oder rhein. 15. jh. croppe atrocea (für artocreas, d. i. brot mit fleisch, gefüllter krapfen) Dief. 52a, mrh. smalzcroppe pl., cadula 87c. daher kröpfel (s. d.) gleich kräpfel, s. auch kröpfchen. vergl. schwed. krópp unter krapfe I, d (sp. 2064). 77) endlich kropf von dingen in gebogener form. 7@aa) als haken: 'so hat man ein gewisses werkzeug, grosze steine in die höhe zu ziehen, welches die steinkröpfe genannt wird. der stein bekommt alsdann in seinem schwerpunkte ein kropfloch, worein der kropf oder haken befestigt wird'. Krünitz 54, 3, Adelung 2, 1798b; beide behandeln kropfeisen (s. d.) als dasselbe, reden aber dort nur von in die höhe 'richten', während in Zedlers universallex. 15, 1972 unter kropfeisen (mit beschreibung) von in die höhe 'heben' die rede ist. wie dem auch sei, kropf gleich krapfe, krapf haken (sp. 2063) steckt gewiss dahinter, vgl. unter 2, d dort krapf als winde (was eben die steinkröpfe sein könnte), auch die krapfen mit widerhaken unter 2, a. 7@bb) vertinellum, ein kropf. Dief. 615a, ebend. krapf, krampe, s.krapfe 2, b, thürkrampe, vgl. 'krappen, kroppen paxillum' Schmeller 2, 392, und kropparmbrust. im maschinenwesen heiszt kropf die gebogene röhre die zwei andere röhren verbindet, s. dazu kröpfen 7, auch gurgel (s. z. b. unter kropfröhre). ähnlich im mühlenwesen ein gerinne mit gekrümmtem boden, kropfgerinne; bergmännisch am fluder ein gekrümmter leitungskanal für das wasser, s. Scheuchenstuel 148. vgl. kropfig 2, g. 7@cc) auch kropf am stiefel rechnet Krünitz 54, 2 hierher, das vorstehende geründete stück leder des oberblattes vom schuh des stiefels, das diesen mit dem schafte verbindet; vielleicht ist da vielmehr halsstück gemeint. 88) Es ist schwer, das alles geschichtlich unter einen hut zu bringen. 8@aa) nebenformen scheinen doch auf eine ursprüngliche einheit hinzuweisen. wie kropf 7 als haken auch krapfe heiszt, ebenso kropf krüppel (5) auch krapf, krapfe (sp. 2062 unten), und neben engl. crop steht ebenso schott. crap vogelkropf u. a. (Jamieson suppl. 1, 264b), vgl.kräppen gleich kröpfen sp. 2170, selbst bei der bed. backwerk stehn kropf, kropfe und krapfe nebeneinander; der wechsel der starken und schwachen form braucht nicht zu stören, auch vom vogelkropfe gibt Kil. nl. kroppe neben krop. Eigen ist im 15. jh. krops kropf Mones anz. 8, 496, aber ebenso bair. krapsen krapfen (kuchen) Schm. 2, 394, vgl. henneb. krüpps gleich krapf 5 (Fromm. 3, 134), nd. krôps zwerg (s.kroop 3, b), wie knirps, s. d. Anders gröpft, krüft u. ä., s. 5, a, auch kröftig unter kröpfig 1, d; das -t wie in kaft u. a. (s. sp. 139 mitte), vgl. auch kropt unter kroop 1, c. 8@bb) nimmt man etwa 6 aus, so einigt sich das übrige unter einer urbedeutung unrecht gewachsen, theils als auswuchs, theils als krumm (geworden oder gemacht), und so stellt sich der stamm neben krump krumm selber, nur ohne die liquida, wie in krüpfen krümmen, engl. crope gekrümmt Halliw. 282a; auch kröpel, krüppel gehört dazu, und kroop, kropzeug. und wie bei krump eine form mit skr- erscheint in schrimpfen und zubehör (sieh krimpfen 3, c), so hier in schrupf, verwachsenes wesen, und verwandtem, s. unter kracke II, 1, e. 8@cc) zu völliger klarheit fehlt freilich noch manches, hauptsächlich aus der älteren zeit; das ags. cropp, das auszer kropf der vögel auch baumwipfel, grüner zweig, ähre u. ä. bedeutete (Ettm. 399), in engl. crop noch jetzt reich entwickelt, fügt sich dem vorigen nicht und findet doch anklang in dem kropf 4, c, vergl. auch schwäb. waldkropf kleines gehölz das vom walde gesondert steht (Schmid 328), ganz wie kopf sp. 1767 (c); es scheinen mehrere stämme in dem worte zusammengewachsen zu sein. 8@dd) fragweise sei noch folg. erwähnt. vocc. des 15. jahrh. geben mlat. cabum als ein rump van einem voghel, corpus absque capite et pedibus Dief. nov. gl. 63b, ein anderes das. cabus, tuwencroph (Schröers voc. v. 1420 s. 8b); wäre das für kropf sicher bezeugt, so würde darin das altn. kroppr m. rumpf, leib im gegensatz zu den gliedern, hd. vorliegen, liesze sich auch aus der angenommenen grundbedeutung so gut begreifen, wie rumpf aus rimpfen gleich krimpfen (s. d. 3, b), vergl. übrigens unter krippe 3, c sp. 2325. aber freilich wird cabus (crop, gropp) auch einfach und ausdrücklich als vesicula columbarum erklärt Dief. 86a. 8@ee) romanische und keltische anklänge gibt Diez wb.2 1, 226; das altfranz. crepon das. lehnt sich gut an das eben erwähnte krippe an.
21666 Zeichen · 514 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kropf

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +1 Parallelbeleg

    kropfAWB m. a-St., seit dem 9. Jh. in Gl.: ‚äußere Geschwulst am Hals des Men- schen, Auswuchs, Kropf, Vormagen der Vö- …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KROPFstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    KROPF stm. kropf. Graff 4,598. 1. struma gl. Mone 8,255. Diefenb. gl. 261. ich wünsche daʒ im wahse ein hover und ein gr…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Kropf

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. * Der Kropf , des -es, plur. die Kröpfe, ein fehlerhaft kleines Ding seiner Art, S. das vorige.

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kropf

    Goethe-Wörterbuch

    Kropf 1 Verdickung der Speiseröhre, Vormagen bei Vögeln zur Nahrungsaufnahme 3,240 ZXen I 188 in der Vbdg ‘der K. füllt …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kropf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Kropf (ingluvies) , bei einigen Vögeln die sackartige Erweiterung der Speiseröhre, in welcher das Futter erweicht wird, …

  6. modern
    Dialekt
    Kropf

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Kropf [‘ X ròpf Fisl. Roppenzw. Attenschw. ; Krôpf Eschenzw. Steinbr. u. nö. allg.; Kropf M. ; Kròp Lützelstn. Lohr ; Kr…

  7. Sprichwörter
    Kropf

    Wander (Sprichwörter)

    Kropf 1. Auch der Kropf ist dem Liebenden eine Zierde. 2. Auf einem vollen Kropf stehet kein andächtiger Most. – Schotte…

  8. Spezial
    Kropf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kropf m. (-[e]s, Kröpfe) ‹med› crof (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kropf

106 Bildungen · 91 Erstglied · 14 Zweitglied · 1 Ableitungen

kropf‑ als Erstglied (30 von 91)

Kropfert

SHW

Kropf-ert Band 3, Spalte 1859-1860

Kropfhals

SHW

Kropf-hals Band 3, Spalte 1859-1860

Kropfjockel

SHW

Kropf-jockel Band 3, Spalte 1859-1860

Kropfstück

SHW

Kropf-stück Band 3, Spalte 1859-1860

Kropftaube

SHW

Kropf-taube Band 3, Spalte 1859-1860

kropfaderbruch

DWB

kropf·aderbruch

kropfaderbruch , m. bruch im scroto, wann die samengefäsze ungleich aufgeschwollen als knoten können gefühlt werden. Frisch 1, 550 b ; ebend…

Kropfänte

Adelung

Die Kropfänte , plur. die -n, eine Art wilder Änten, welche auch Stockänte genannt wird, S. dieses Wort.

Kropfalbelen

Idiotikon

Kropfalbelen Band 1, Spalte 186 Kropfalbelen 1,186

kropfarmbrust

DWB

kropf·armbrust

kropfarmbrust , f. eine art armbrust, s. Schmeller 4, 39 ; wol zu kropf 7, b, haken, krampe, zum spannen.

kropfbein

DWB

kropf·bein

kropfbein , n. 1) nodus gutturis, der kehlkopf Frisch 1, 550 b , er beruft sich aber nur auf Chytraeus, der nd. kropbein gibt, jugulus nomen…

kropfblume

DWB

kropf·blume

kropfblume , f. erinus, ein pflanzengeschlecht, dessen blume eine gekrümmte röhre bildet, s. Krünitz 54, 52 , zu kropf 7, b.

kropfbrunnen

DWB

kropf·brunnen

kropfbrunnen , m. quellen, deren wasser kröpfe erzeugt ( zur sache s. kropf 1, a, α ). Schwenkfeld stirpium et fossilium Silesiae catal. Lpz…

kropfcravatte

DWB

kropfcravatte , f. cravatte zur verhüllung eines kropfes, wie man sie in gebirgigen gegenden sieht, oder hohe cravatte. J. Paul Kampanerthal…

Kropfeidêxe

Adelung

Die Kropfeidêxe , plur. die -n, eine Art ausländischer Eidexen mit einem ungewöhnlichen Kropfe am Halse; Lacerta Iguani L. In Madagascar wir…

kropfeisen

DWB

kropf·eisen

kropfeisen , n. ein werkzeug der steinsetzer und maurer, grosze steine in die höhe zu richten. Krünitz 54, 55 , Adelung, bei Frisch 1, 550 c…

Kropfellchen

Campe

krop·fellchen

† Das Kropfellchen , des — s , d. Mz . w. d. Ez. eine Abart des Weißfellchens; auch Sandfellchen .

kropfen

DWB

kropfen , verb. 1) sich kropfen, einen kropf bilden, von ähren, salat, kohl, auch sich kröpfeln, kropfezen, bair. Schm. 2, 393 . ebenso nl. …

Kropfente

Campe

kropf·ente

Die Kropfente , Mz. die — n , eine Art wilder Enten, die Stockente .

kropffelge

DWB

kropf·felge

kropffelge , f. in mühlen am kammrade, felgen die nach dem mittelpunkte zu breit sind, sodasz sie da ein viereck bilden. Adelung, vgl. Frisc…

kropf als Zweitglied (14 von 14)

Aderkropf

Adelung

ader·kropf

Der Aderkropf , des -es, plur. die -kröpfe, in der Arzneywissenschaft, eine Geschwulst, welche durch die Erweiterung einer Blutader verursac…

gîrskropf

MWB

gîrskropf stM. ‘Geierkropf’, hier als Personenname: die wîle kom ouch Gîrskropf, / sîn gesell Helbl 1,394. 1,409. 1,419 MWB 2 802,37; Bearbe…

gīrskropf

KöblerMhd

gīr·s·kropf

gīrskropf , st. M. nhd. Geierkropf Q.: Helbl (1290-1300) E.: s. gīr, kropf W.: nhd. DW- L.: MWB 2, 802 (gîrskropf), LexerHW 1, 1021 (gîrskro…

kälberkropf

DWB

kalb·er·kropf

kälberkropf , m. was kälberkern; nd. kalwerkrop, kalweskrop, kalwerkropskrût Schambach 96 a .

kielkropf

DWB

kiel·kropf

kielkropf , m. misgeburt, als teufelskind ( zwergkind ), ' wechselbalg ' gedacht, nd. ( auch md. ) kîlkrop. Stieler 949 schreibt külkröpfe, …

lasterkropf

Lexer

laster·kropf

laster-kropf stm. er muoʒ verdulden mangen zorn und muoʒ vil mangen lastercropf vil heimelich verdrucken Kolm. 144,12.

taubenkropf

DWB

tauben·kropf

taubenkropf , m. kropf der taube; name mehrerer pflanzen: fumiterra ( erdrauch ) Dief. 251 c , nov. gl. 185 a , cucabulus behen Nemnich 1, 1…

tūbenkropf

KöblerMhd

tūbenkropf , st. M. nhd. „Taubenkropf“, Verbene, Erdrauch ÜG.: lat. columbina Gl, fumus terrae Gl, VocOpt, verbena Gl Hw.: vgl. mnd. dūvenkr…

wasserkropf

DWB

wasser·kropf

wasserkropf , m. wässerige geschwulst am halse der rinder und schafe Adelung. Weber ökon. lex. 636 . —

wëllekropf

Lexer

welle·kropf

wëlle-kropf , wël-kropf stm. windenrad zu einer armbrust Mone z. 6,61 ( 1449 ). vgl. Dwb. 5,2399.

Ableitungen von kropf (1 von 1)

verkropfen

DWB

verkropfen , verb. , daneben verkröpfen, kropfig werden, mit einem kropfe versehen. beide wörter, ursprünglich vielleicht als intransitiv un…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kropf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kropf/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „kropf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kropf/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kropf". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kropf/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_kropf_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kropf"},
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  urldate      = {2026-05-11},
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