lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Druse

mnd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
23 in 14 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
22
Verweise raus
17

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Druse

Bd. 5, Sp. 221
Druse (Drüsen, Kropf, Strengel), eine den Pferden eigentümliche fieberhafte, akute Infektionskrankheit, nimmt ihren Ausgang von der Nasenschleimhaut, von der sie sich auf Kehlkopf, Rachen und Luftröhre mehr oder weniger verbreitet. Von gewöhnlichen Nasen- etc. Katarrhen unterscheidet sie sich dadurch, daß regelmäßig die Lymphdrüsen mit erkranken, deren Schwellung, bez. Vereiterung das auffälligste Sympton bilden (daher D.). Der Krankheitserreger (Druse-Streptokokkus) ist bekannt. Seine Einwirkung wird durch äußere Umstände befördert, z. B. durch Übersiedelung in eine andre Gegend, oder Aufenthalt im Freien bei schlechtem Wetter, weshalb auch im Frühjahr und Herbst die meisten Erkrankungen vorkommen. Junge Pferde neigen besonders zu D. Ihr einmaliges Überstehen gewährt Immunität auf mehrere Jahre, jedoch meist nicht für das ganze Leben. Auch ältere Pferde erkranken daher häufig genug. Die D. beginnt als ansteckender Schnupfen mit starkem, gelblichem Nasenausfluß. Dabei schwellen die Lymphdrüsen im Kehlgang und sind weich und schmerzhaft. In der Regel erkrankt bald die Kehlkopfschleimhaut mit, und es tritt Husten auf. Meistens bildet sich in den Lymphdrüsen Eiter, nach dessen Entleerung die Genesung beginnt, so daß die D. in etwa 14 Tagen abläuft (regelmäßige D.). Häufig jedoch verläuft die D. langsamer und schwerer. Miterkrankung der Rachenschleimhaut macht Schluckbeschwerden, die sich dadurch anzeigen, daß dem Pferd beim Trinken Wasser aus den Nasenlöchern wieder abfließt, bez. daß sich Futterteile im Nasenausfluß zeigen. Die am Rachen liegenden Lymphdrüsen können ebenfalls vereitern, wobei der Citer sich unter Durchbruch in die Rachenhöhle seinen Ausweg suchen muß. Erkranken auch die Lymphdrüsen hinter dem Unterkiefer unter der Ohrspeicheldrüse, so entsteht eine starke Schwellung unter dem Ohr, zwischen Kiefer und Hals (Kropf). Alle diese Prozesse können selbst ohne ärztliche Behandlung abheilen. Dagegen entstehen schwere und meist unheilbare Komplikationen, wenn von den kranken Lymphdrüsen aus Eiterverschleppung in innere Organe stattfindet (Metastasen), in denen sich dann oft nach längerer Zeit große Eiterherde bilden, die schließlich den Tod herbeiführen. Ebenfalls unheilbar ist die Lungenentzündung, die dadurch entsteht, daß infolge der Schluckbeschwerden das Pferd »sich verschluckt« und Futterteile in die Lungen gelangen (Schluckpneumonie, verschlagene oder zurückgetretene D.). Anderseits kann auch durch Weiterkriechen der Schleimhautentzündung bis in die feinen Luftröhrenäste eine einfache (heilbare) Lungenentzündung entstehen. Auch äußerliche ausschlagförmige Entzündungen entstehen bisweilen sekundär (Blatterdruse). Behandlung: vor allem Diät, Stallhaltung (Stall warm, aber gut gelüstet), also keine Arbeitsleistung, leichtverdauliches Futter (Grünfutter, gutes Heu, Kleientrank, Mohrrüben als Hustenmittel), warme Einhüllung oder Prießnitzumschlag um die Kehle (Lymphdrüsen). Mit Vorteil läßt man auch Dämpfe inhalieren, die von gekochter heißer Gerste oder von einer Heusamenbrühe aufsteigen, die man (nicht zu heiß) in die Krippe oder in einen Tränkbeutel schüttet. Im übrigen ist Zuziehung eines Tierarztes zur möglichst baldigen operativen Öffnung der Eiterherde in den Lymphdrüsen dringend ratsam, weil dadurch die Krankheit wesentlich abgekürzt wird. Über das für die Behandlung der D. hergestellte Serum (Jeß-Piorkowski-Berlin) ist ein abschließendes Urteil noch nicht möglich.
3453 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    druseN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    druse , N. Vw.: s. drōs (2) L.: Lü 87b (druse)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Druse

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    2. Die Druse , plur. die -n, im Bergbaue, ein verwittertes und in Mulm verwandeltes Erz, welches daher löcherig ist. Im …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Druse

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Druse 1 unregelmäßig begrenzter Hohlraum im Gestein, der mit kristallisierten Mineralien (od anderen Gesteinskörpern) …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Druse

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Druse , eine der gewöhnlichsten Krankheiten der Pferde, katarrhalische Entzündung der Schleimhaut der Athmungsorgane, mi…

  5. modern
    Dialekt
    Druse

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Druse Band 4, Spalte 4,725f.

Verweisungsnetz

44 Knoten, 33 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Kompositum 21 Sackgasse 18

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit druse

59 Bildungen · 38 Erstglied · 21 Zweitglied · 0 Ableitungen

druse‑ als Erstglied (30 von 38)

Drūsele

WWB

drus·ele

Drūsele f. [ Wbg Wal] Droūsele ( Wal Bh ) Rinnstein, Gosse in der Straße, Rinnsal im Feld.

druseln

RhWB

drus·eln

druseln -uz- MülhRuhr schw.: drülen, stucken (s. d.).

Drusensieb

SHW

Drusen-sieb Band 1, Spalte 1789-1790

Drusentuch

SHW

Drusen-tuch Band 1, Spalte 1789-1790

Drusenwein

SHW

Drusen-wein Band 1, Spalte 1789-1790

Drūsenáchse

Adelung

drusen·achse

Die Drūsenáchse , plur. car. die Achse von gebrannten Weinhefen; oft auch nur die getrockneten Weinhefen, wenn sie gleich nicht gebrennet wo…

drusenasche

DWB

drusen·asche

drusenasche , f. die asche von gebrannter weinhefe, auch die trockene, nicht gebrannte weinhefe, deren sich die waidfärber bedienen, franz. …

drusene

Lexer

drus·ene

drusene , drusine stf. BMZ daneben druosene, truosen: drusen, bodensatz, was beim auspressen von früchten zurückbleibt Gl. Mart. ( im Dwb. f…

drusenfasz

DWB

drusenfasz , n. ein fasz mit bodensatz, bildlich für den vergänglichen menschlichen leib. wie das todtlich und zergenglich corpus, trüsenfas…

Drusenkastanie

PfWB

drusen·kastanie

Drusen-kastanie f. : ' Roßkastanie (Aesculus Hippocastanum) ', Drusekescht [ LA-Rohrb verwendet [ Wilde 215].

Drusenkobalt

Adelung

drusen·kobalt

Der Drusenkobalt , des -es, plur. inus. im Bergbaue, eine Art Kobaltes, welcher auf der Oberfläche mit vielen kleinen Erhöhungen, gleich ein…

drusenloch

DWB

drusen·loch

drusenloch , n. drusenlöcher sind im bergbau leere räume im gestein von einer spanne bis zu einem lachter.

Drusenmarmer

Campe

drusen·marmer

Der Drusenmarmer , des — s, d. Mz. ungew. eine Art Marmer, der wegen versteinerter Schalthiere, die er enthält, eine ungleiche Oberfläche ha…

drusenmarmor

DWB

drusen·marmor

drusenmarmor , m. muschelmarmor, dessen oberfläche, wegen der versteinerten schalthiere die er enthält, ungleich ist Frisch 1, 209 c .

drusenmüslein

DWB

drusen·mueslein

drusenmüslein , n. eine ungenieszbare aus hefe bereitete speise? o schöne fecalische materi und trusenmüszlein, schöne krebsmüszlin und geba…

Drusenöl

Meyers

druse·noel

Drusenöl ( Kognaköl, Weinöl, Weinbeeröl, Traubenöl , Huile de marc ), Bestandteil des Weines, der den allen Weinen gemeinsamen Weingeruch (a…

druse als Zweitglied (21 von 21)

Alabasterdruse

Adelung

alabaster·druse

Die Alabasterdruse , plur. die -n, im Hohensteinischen, ein Alabaster, in welchem die ablaufenden Regengüsse Spalten und Risse verursacht ha…

Amethýst-Druse

Adelung

amethyst·druse

Die Amethýst-Druse , plur. die -n, Amethyst in Gestalt einer Druse, welcher in Sachsen Amethist-Geschiebe genannt wird.

Bếcherdruse

Adelung

becher·druse

Die Bếcherdruse , plur. die -n, in der Mineralogie, Krystalldrusen, deren Säulen hohl und bald leer, bald mit einer fremden Materie angefüll…

Blätterdruse

Adelung

blaetter·druse

Die Blätterdruse , plur. die -n, im Bergbaue, eine Druse, welche aus geraden und verschobenen Vierecken bestehet, wo die Zwischenwände dünne…

Bleydruse

Adelung

bley·druse

Die Bleydruse , plur. die -n, in den Naturalien-Cabinetten, eine Quarzdruse mit sechseckigen großen aschgrauen Krystallen, die in ein Dreyec…

Diamantdruse

Adelung

diamant·druse

Die Diamantdruse , oder Demantdruse, plur. die -n, bey den Liebhabern des Mineralreiches, eine abgestümpfte Quarzdruse, wo die Quarze keine …

eisendruse

DWB

eisen·druse

eisendruse , f. was eisdruse, kristallisch anschieszendes eisenerz, finn. hölmä, ferrum rudum nondum cusum, matrix ferri.

erzdruse

DWB

erz·druse

erzdruse , f. faex aeris, s. druse und drusen 2, 1461.

Gypsdruse

Adelung

gyps·druse

Die Gypsdruse , plur. die -n, Gypsstein, dessen Theilchen rhomboidalisch sind.

Haardruse

Adelung

haar·druse

Die Haardruse , plur. die -n, ein Stück eines aus sehr zarten Ecksäulen zusammen gesetzten Flußspathes; krystallinischer Flußspath.

nadeldruse

DWB

nadel·druse

nadeldruse , f. spieszdruse, eine in gestalt kleiner nadeln oder spieszchen krystallisirte druse. Nemnich 3, 404 . Richter bergm. wb. 2, 72 …

quarzdruse

DWB

quarz·druse

quarzdruse , f. ein drusiges stück quarz, auf einem muttergestein angehäufter quarzkrystall Frisch 2, 76 b . Jacobsson 3, 330 a . Nicolai Se…

salpeterdruse

DWB

salpeter·druse

salpeterdruse , f. eine quarzdruse, deren krystalle denen des salpeters ähnlich sind. Adelung.

Spathdruse

Adelung

spath·druse

Die Spathdruse , plur. die -n, in der Mineralogie, ein in einem löcherigen Gefüge zusammen gefügter Spath, Spath in Gestalt einer Druse.

spiegeldruse

DWB

spiegel·druse

spiegeldruse , f. in der sprache des bergwerks eine mit glatten, glänzenden kristallen durchsetzte, verwitterte gesteinsart. Jacobsson 4, 20…

steindruse

DWB

stein·druse

-druse , f. ' veraltete harte drüsenanschwellungen beim pferderotz ' Höfler krankheitsnamenb. 105 b , vgl. steinrotz;

wachsdruse

DWB

wachs·druse

wachsdruse , f. , in der mineralogie, eine art blätterdrusen, deren blätter wie von wachs geformt aussehen.

zweckendruse

DWB

zwecken·druse

zweckendruse , f. , bes. im sächsischen doppeltdreiseitige kalkspatkristallisation, s. A. G. Werner oryktognosie (1792) 158 . —