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Kragen

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Kragen

Bd. 2, Sp. 1741
Der Kragen, des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches theils den Begriff der Hervorragung, theils der krausen Hervorragung, theils aber auch den Begriff der Vertiefung, der Höhle hat, aber nur noch in einigen Fällen gebraucht wird. 1) Der bloßen Hervorragung, wo es nur noch in dem zusammen gesetzten Kragstein üblich ist, und zunächst zu dem Zeitworte ragen gehöret, welches hier nur den gewöhnlichen Gaumenlaut angenommen hat, S. Kragstein. 2) Verschiedene Arten hervor ragender Kleidungsstücke um den Hals haben von alten Zeiten her den Nahmen der Kragen geführet, welche aber, so wie alle Kleidungsstücke, durch die Mode gar sehr abgeändert worden. So war der breite Saum am Hemde, welchen man nachmahls über das Kleid heraus legte, und ihn endlich gar kraus machte, unter dem Nahmen des Kragens bekannt. Mit der Zeit machte man ein eigenes Stück daraus, welches den Hals in Gestalt eines Rades umgab, viele krause Falten hatte, und noch an vielen Orten von den Geistlichen, so wie noch an einigen von den Rathspersonen, getragen, und auch die Krause genannt wird. Eine andere Art der Kragen, welche geistliche Personen an vielen Orten tragen, bestehet in zwey viereckten Läppchen, welche um den Hals gebunden, und auch das Läppchen genannt werden. Aus diesen Arten von Kragen entstanden die Kragen auf den Mänteln und Oberröcken, den Hals damit im Nothfalle zu bedecken. Daher der Hemdkragen, der breite Saum am Hemde, der Halskragen, Rockkragen u. s. f. Der Ringkragen der Officiers ist aus dem Kragen an den ehemahligen Panzern entstanden, S. dieses Wort. Im Schwed. Krage, im Dän. mit verändertem Ableitungslaute Krave. Es scheinet, daß auch hier der Begriff der Hervorragung der herrschende ist; da indessen diese Art der Kleidungsstücke allemahl am Halse befindlich, ist, so kann das Wort hier auch als eine Figur der folgenden 4ten Bedeutung angesehen werden. 3) Im gemeinen Leben, besonders Niedersachsens, führet das Gekröse der geschlachteten Thiere den Nahmen des Kragens. Wenn man die Ableitungssylbe wegnimmt, so[] gehöret es in dieser Bedeutung unmittelbar zu dem Worte kraus, welches wiederum zu dem Geschlechte der Wörter ragen, rauh, und rauch gehöret. 4) Der Hals; eine nur noch in den niedrigen Sprecharten übliche Bedeutung. Sich den Kragen füllen, sich satt essen, im verächtlichen Verstande. Jemanden bey dem Kragen fassen. Opitz gebraucht es in dieser Bedeutung Ein Mahl bey einer sehr ernsthaften Gelegenheit: Wie der Balsam rinnt, Den Aaron auf seine Scheitel geußt, Daß er durch Bart und Kragen fleußt, Opitz, Ps. 133; welches aber wegen des niedrigen Nebenbegriffes, welcher diesem Worte im Hochdeutschen anklebt, nicht nachzuahmen ist. Im Holländ. ist Kraeghe, im Engl. Crag, im Schwed. Krage, der Hals, und im Schottischen Crag der Nacken. Entweder gleichfalls von der Hervorragung, oder welches noch wahrscheinlicher ist, von der Vertiefung, so wohl von der innern Höhle des Halses, als auch von der äußern Vertiefung, wie Hals von hohl; daher der Kopf der Vögel im Engl. Craw, im Schwed. Kroge und im Dän. Kroe genannt wird. S. Grube, Gruft, Kropf, Krug, der Krächzen u. s. f. welche alle damit verwandt sind. 5) Figürlich bekommen auch einige Theile an verschiedenen Werkzeugen, welche sonst auch unter dem Nahmen des Halses bekannt sind, den Nahmen des Kragens. So wird der Hals an einer Bouteille oder Flasche an einigen Orten der Kragen genannt, und an andern führet der Hals einer Laute oder eines andern musikalischen Instrumentes diesen Nahmen. Anm. Es ist in allen Sprachen etwas sehr gewöhnliches, daß diejenigen Wörter, welche eine Erhöhung bezeichnen, auch eine ähnliche Vertiefung ausdrucken, daher man sich über die Zusammenkunft beyder Begriffe in diesem Worte nicht verwundern darf. Im Böhm. ist Krag der Rand, die Gränze, im Wend. Kruch ein Stück, Abschnitt, und kraju abschneiden. Der Plural von Kragen lautet im Oberdeutschen Krägen; im Hochdeutschen bleibt der reine Selbstlaut gewöhnlich ungeändert.
4002 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kragenstv. I, 4.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    kragen stv. I, 4. ndrh. kragen, krôch: kratzen, ritzen. mit eren nâlden sy yn krôch (: genôch) Karlm. 163,27. vgl. krake…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kragen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Kragen , des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches theils den Begriff der Hervorragung, theils der krausen Hervo…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kragen

    Goethe-Wörterbuch

    Kragen mundartlich apokopiert 16,19 1 altertümlich: Hals, Schlund [ Reineke: ] Auf dem Anger fand er [ Isegrim ] ein Pfe…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kragen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kragen (v. mittelhochd. krage ), Hals, Nacken, daher noch die Redensarten: »Einen beim K. nehmen«, »Es geht an den K.«, …

  5. modern
    Dialekt
    Kragen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Krage n I [Krâkə Heidw. bis Hlkr. M. ; Krâjə Co. bis Bf. ; Krjə Barr K. Z. Betschd. ; Krwə Meis. Uttenh. ; Krwə Wh. ;…

  6. Sprichwörter
    Kragen

    Wander (Sprichwörter)

    Kragen 1. Am Kragen erkennt man den Mann. ( Spindler, Der Jude, Stuttgart, 1838, II, 54. ) 2. Behalt den Kragen warm, fü…

  7. Spezial
    Kragen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kra|gen m. (-s,-) 1 (Halsstück bei Kleidung) col (coi) m. 2 (Hemdkragen) f. colira (-res) f. 3 (des Priesters) colar (-s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kragen

79 Bildungen · 63 Erstglied · 15 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von kragen 2 Komponenten

kra+gen

kragen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kragen‑ als Erstglied (30 von 63)

Kragenbauer

SHW

Kragen-bauer Band 3, Spalte 1727-1728

Kragenhafte

SHW

Kragen-hafte Band 3, Spalte 1727-1728

Kragenknopf

SHW

Kragen-knopf Band 3, Spalte 1727-1728

Kragenloch

SHW

Kragen-loch Band 3, Spalte 1727-1728

Kragennadel

SHW

Kragen-nadel Band 3, Spalte 1729-1730

Kragenschuh

SHW

Kragen-schuh Band 3, Spalte 1731-1732

Kragenweite

SHW

Kragen-weite Band 3, Spalte 1731-1732

Kragendose

RhWB

kragen·dose

Kragen-dose -dū:s (s. S.) f.: D., in der Kragen 2 a aufbewahrt werden.

Kragenduw

MeckWB

kragen·duw

Kragenduw f. Kragentaube, Taubenart mit Federkrause um den Hals Wi.

Krageneidechse

Meyers

kragen·eidechse

Krageneidechse ( Chlamydosaurus Gray ), Reptiliengattung aus der Familie der Agamen, mit der einzigen Art C. Kingii Gray (Fig. 1 u. 2), eine…

kragenente

DWB

kragen·ente

kragenente , f. anas histrionica, harlekinsente, mit einer art halskragen.

Krāgenfet

WWB

kragen·fet

Krāgen-fet n. 1. Flomen (Bauch- und Nierenfett vom geschlachteten Schein) (Frbg.) ( Wal St ). — 2. Fettpolster des Schweines in Kragenform (…

kragen als Zweitglied (15 von 15)

Geizkragen

RDWB1

Geizkragen m см. RDWB1 geizig

auskragen

DWB

aus·kragen

auskragen , murum instruere mutulis, kragsteine an der wand hervorragen lassen.

Ganskragen

Wander

gans·kragen

Ganskragen Sie hat einen Ganskragen. Einen Schwanenhals. In kropfreichen Gegenden, wo der Kropf als Schönheit gilt, von einem schlanken Hals…

geizkragen

DWB

geiz·kragen

geizkragen , m. gleich geizhals, denn kragen ist eig. hals: wir hier oben ( auf der alp ) sind keine geizkrägen und muszmehlspalter. Scheffe…

halskragen

DWB

hals·kragen

halskragen , m. kragen um den hals, ein theil der kleidung: halskragen collare Steinbach 1, 924 ; früher auch theil der rüstung: (liesz er) …

langkragen

DWB

langk·ragen

langkragen , m. der einen langen kragen oder hals hat. besonders benennung der löffelente, anas clypeata. Nemnich 1, 270 .

neidkragen

DWB

neid·kragen

neidkragen , m. neidischer, auch geiziger mensch, wie geizkragen. Schm. 1, 1364 Fromm. Lexer kärnt. wb. 197 ( vergl. neidhals): da dirs nich…

panserkrāgen

MNWB

panser·kragen

° panserkrāgen , panzer- (pantzer-) , m. : Eisenkragen der Rüstung (als Halsschutz), „Torques loricatus” (Chytr.).

pelzkragen

DWB

pelz·kragen

pelzkragen , m. kragen von pelzwerk: er schlug den pelzkragen zurück. Auerbach ges. schriften 17, 112 ; die schaafherde drängte sich wie ein…

ringkragen

DWB

ring·kragen

ringkragen , m. ursprünglich ein stück des panzers, welches schützend den hals umgab: auch mit keinem harnisch oder ringkragen. Reuter v. Sp…

Seidenkragen

DRW

seiden·kragen

Seidenkragen, m. Kragen (II) aus Seide [soll] jhnen [paursleüten] alle guldin vnd seidinkragen ... vnd seidin gewandt, anzůtragen verbotten …

stēvelskrāgen

MNWB

stevel·s·kragen

stēvelskrāgen , pl. , über die Stiefelkappen gebreitetes Zierstück aus Leinen, Teil der canônen = unter den langen Stiefeln getragenen Strüm…

Ableitungen von kragen (1 von 1)

bekragen

DWB

bekragen , limbo collari instruere: ein purpurbekragter mantel. Siegfr. von Lindenb.