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kroop

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kroop n.

Bd. 11, Sp. 2392
kroop, krop, kropzeug, n. ein nordd. wort. 11) krôp, 1@aa) von menschen, collectivisch, scheltend, nichtsnutziges volk, bei Campe kroop schlechtes gesindel: ihr könnet demnach das schlechte crop, so jetzt noch bei dem französischen theater ist, nur gleich und je eher je besser wegschaffen und euch bemühen, dafür recht gute, ordentliche und geschickte leute zu engagiren. könig Friedrich d. gr. in der instruction für einen neuen schauspieldirector, Fr. Förster leben u. thaten Friedrichs d. gr. Leipz. 1847 s. 1130; was das andere krop liebe nennt. Rahel 1, 389; wir sind umgekehrt wie das andere schundkrop (Gentz nannte sie alle kurzweg schund, mir ist das nicht genug). das., es ist ein Berliner wort. 1@bb) von thieren: das kroop, spannvieh, lastvieh, pferde. Rüdiger neuester zuwachs 2, 95; hannöv. krôp n., vieh Frommann 5, 153, also gleichfalls collectivisch, im brem. wb. 2, 880 kroppvee hornvieh, ochsen, kühe, kälber. aber auch von einem einzelnen, mnd. krôp: du arme krôp, wat vrouwet dy? Hoffmann von Fall. niederd. Aesopus s. 23, die fliege hochmütig bemitleidend zur ameise. doch schon mnd. auch collectivisch: so .. die beiden oldern geven einem kinde mit, it is geld .. ofte (oder) ein hövet krops ... und so dat queme, dat dat kind stürve, deme dat gelt ofte hövet queckes gegeven were, so schal dat gelt unde queck bit den beiden olden blijven. weisth. 4, 707, aus dem archiv des nieders. vereins 1838 s. 258 ff., wo eine anm. erklärt: krop oder kruup (s. 3, b) bezeichnet kleines, queck oder quick besonders groszes vieh. 1@cc) auch krob wird geschrieben: strafwürdige kanaillen ... echtes krob! Rahel 2, 314; bei dem unerzogenen krob, welches man hier überall sieht. 1, 287; krob, krobzeug pflegt man von schlechten leuten und liederlichem gesindel zu sagen. Kindleben studentenlex. (Halle 1781) 128, das -b sollte wol gegen die aussprache kropp schützen, die aussprache krôp sichern. aber kropp wird wirklich auch gesagt, selbst kropt (s. dazu u. kropf 8, a), z. b. bei Leipzig; vgl. grob unter 2, c. 22) gleichbedeutend kropzeug, wenigstens von menschen. 2@aa) kroopzeug, nichtswürdiges pack Heynatz antib. 2, 77, der niedrigste pöbel Hennig preusz. wb. 137: das kroopzeug hörte nicht auf, mir die ohren voll zu zwitschern. Bode bei Campe (von thieren?); kropzeug, weicht der dame! Karschin (1797) 255; der könig hat keine schlingel, canaillen, hunde und kropzeug in seinen diensten, sondern rechtschaffene soldaten. Droysen leben Yorks 1, 85, aus einem parolebefehl Yorks. 2@bb) aber auch kroppzeug, z. b. in Anhalt, Schlesien (Weinh. 48b): der Julius spricht, sie wärens gar nicht werth und wären lauter kroppzeug. Holtei Lammfell 3, 31. 2@cc) diesz aber in umdeutung grobzeug, an grob angelehnt: der lieblingsausdruck der preuszischen officiere (i. j. 1806) war 'das grobzeug', und ihr charakter souveraine volksverachtung. Seume (1853) 4, 253; das grobezeug unter den garden der Franzosen macht es wie das grobezeug unter allen kriegführenden mächten. briefe eines augenzeugen 1, 238 bei Heynatz antib. 2, 77, gemeint ist offenbar das grobe zeug. daher auch bürgerliches grob Wagner kindermörderin 48, bürgersgrob Chamisso 3, 116. 33) herkunft und verwandtschaft. 3@aa) kroopzeug zunächst ist eine deutlichere bezeichnung der collectivischen bedeutung, wie viehzeug gleich vieh, wie frauenszeug, ostpreusz. krâkzeug pöbel und gerümpel (s.kracke I, 3, b), wie lederzeug u. s. w.; nd. krôptüch, wie krôp, verächtlich von kleinen kindern und unansehnlichen menschen Hoffmann niederd. Aesopus s. 25. 3@bb) ausgelegt wird krôp als kriechendes wesen, von nd. krûpen, praet. krôp, kriechen (s. d. I, 2, c), so von Hoffmann, von Schambach 113b, der neben krôp auch krûp gibt und krôps (wie knirps u. ä.), alle übrigens als masc., gleich zwerg, knirps; das brem. wb. 2, 887 gibt unter krupen kriechen krûp, vieh, besonders kleinvieh und federvieh, krûp un quik groszes und kleines vieh (vgl. unter 1, b). dasz diese auffassung volksmäszig ist, zeigt z. b. gött. krûper m. (kriecher) gleich krûp Schamb. 114b, und schon das mnd. krôp von der ameise unter 1, b stimmt dazu. 3@cc) aber das 'kriechen' passt nur auf weniges von dem in krôp inbegriffenen, es musz eine spätere anlehnung sein, nachdem das wort seinen halt verloren; Heynatz meinte: 'bis etwas bessers ausgemacht wird, halte ich kroop für das veraltete stammwort von kröpel oder krüppel, wofür man im oberd. noch kropf sagt', er erinnert an nordd. kielkropf wechselbalg; auch Rüdiger im zuwachs stellt es zu kröpel und kracke. als begriffskern des ganzen erscheint: kleines oder unbrauchbares wesen, menschen- oder viehzeug, auf das kleine hofvieh und spannvieh (1, b) könnte es als urspr. scheltwort übergegangen sein. dazu stimmt denn wirklich kracke (s. d. II, 1, a und c) und kröpel, kropf 5, s. d.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    KroopDas

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Х Das Kroop , des — es , o. Mz . im N. D. schlechtes Zeug, und von Menschen gebraucht, schlechtes auch grobes Gesindel…

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kroop‑ als Erstglied (1 von 1)

Kroopzeug

Campe

kroop·zeug

† Х Das Kroopzeug , des — es , o. Mz . im N. D. so viel als Kroop. »Das Kroopzeug hörte nicht auf, mir die Ohren voll zu zwitschern.« Bode.

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Cotta, M. (2026). „kroop". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kroop/dwb?formid=K14741
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Cotta, Marcel. „kroop". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kroop/dwb?formid=K14741. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „kroop". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kroop/dwb?formid=K14741.
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