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krapfe

mhd. bis nhd. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 5 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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16

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krapfe m.

Bd. 11, Sp. 2063
krapfe, m. haken u. ä., auch krapfen, krapf. 11) ahd. chrapho, chrappho uncinus, fuscina, fuscinula, aspidiscus Graff 4, 596, auch chrâpho geschrieben im Boethius, wie auch beim folg. krapfe diesz â erscheint und bei krâpe neben krappe (s. vorhin krape 1, b). mhd. krapfe haken wb. 1, 877a. die md. form ist krâpe, die aber auch hd. vorkommt, s. vorhin krape. 22) nhd. 2@aa) haken, wie ahd. mhd.: und schlugen in gar ser und zerten im sein fleisch mit krapfen von seinem leib. heiligenleben summerteil Augsb. 1472 35a; zerret man im sein fleisch als mit eisnin krapfen von seinem leib. 138a (die krapfen auf den bildern dabei haben vorn zwei widerhaken); sie haben mit krapfen oder klauen die christen zerrissen. sie haben bauch, ripp, schienbein zerzerret und sie bis auf die negel mit krapfen ersucht (eindringend durchsucht). Hedions übers. des Eusebius 69b bei Frisch 1, 544b; ist nöthig, dasz sie (die schrauben) stark mit eisen, groszen krapfen und spitzen, damit sie desto ehe greifen und fassen mögen, beschlagen und befestiget seien. Kirchhof mil. disc. 182. in einzelnen voc. des 15. jh. noch fuscina kraph Dief. 250a, krapf n. gl. 184a, aspidiscus krapfe 38a, nicht mehr bei Dasyp., Maaler u. s. w., aber bei Schottel 1350, Stieler 1027 wieder, bei Rädlein krapf. man spricht am Mittelrhein z. b. von krapfen, hefteln, haken an kleidern, aber die mundartliche echte form ist krappe, s. d. 2@bb) an der thüre, thürangel, krampe, nach folg.: 'krapf vertinellum' voc. 1482 r 3b, in einem mrh. voc. 15. jahrh. dorekrapf vertinellum Dief. 615a (das. auch kropf), wie siebenb. krôpen unter krape 1, b, wo Schuller auch schweiz. krapfen in diesem sinne angibt. 2@cc) sonst ist das wort auch in den mundarten selten. schweiz. krapfen, krapf haken erwähnt Stalder 2, 129 im anschlusz an ein verbum krapfen, dünger aus dem stalle ziehen. als bair. kennt es Schmeller 2, 393 nicht. wenn es Adelung als noch oberd. anführt, z. b. als eimerhaken am ziehbrunnen, so wird die angabe nur, wie oft, daher rühren, dasz Frisch es überhaupt (als alt) hat und aus Alberus verhochdeutschend brunnenkrapf (schon ahd. brunnekrapfo telon) entlehnt, der aber krapp hat (s. krappe). 2@dd) doch im technischen gebiete ein versprengter rest des wortes: krapfen im schlosse des zündnadelgewehrs, der vorsprung der nusz worauf die schlagfeder mit ihrem freien ende wirkt. Karmarsch 2, 84, vgl.krappe 1 a. e. eigen ist in Šumavskys böhm.-deutsch. wb. 38b bruska, der krapf am degen, und in einem Augsb. voc. von 1516 rotula, der krapf oder wind (winde, rolle) Dief. nov. gl. 320b. 2@ee) das ahd. wort war auch kralle, klaue nach 'ungulas craphen' Haupt 5, 203b, vgl. Graff a. a. o., wie krape (3) auch; das lebt noch roman., ital. grappa u. s. w., s. unter 3, a. 33, 3@aa) aus den andern deutschen sprachen ist es weder neu noch alt beizubringen, aber im roman. reichlich und wol erhalten (wie krampe und krampf): it. graffio, prov. grafió, sp. garfio haken und kralle (diesz wie ahd., s. 2, e), franz. agrafe, dazu ital. graffiare kratzen; auszerdem it. grappa, span. prov. grapa, sp. grapon, klammer, haken, kralle mit mancherlei verbalableitungen wie it. grappare packen, s. Diez 180. 181 (auch kymr. crap, craf das., vgl. Diefenbach goth. wb. 2, 422); besonders merkwürdig ist das in der 2. ausg. beigebrachte prov. graps manus curva (it. grappo das zugreifen). 3@bb) die zum zugreifen, packen u. s. w. gekrümmte kralle, hand, finger ist nämlich der grundbegriff, wie bei klaue (s. d.) und ebenso bei den nächstverwandten krampf, krampe und kramme, alle drei haken oder klammer, die beiden letzten auch kralle. wegen deren wandelung im wurzelauslaut vergl. krampf spasmus III, 3 und 8. 3@cc) zu krapfe stimmt als verbum, freilich schwachformig, ahd. chripphan, mhd. kripfen (wb. 1, 573a), packen, an sich reiszen. gleichstehend mit auslautwandel ist ahd. chracho und chracco haken, s. krack riegel. vgl. krapf und das folg.
3988 Zeichen · 132 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KRAPFEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    KRAPFE swm. haken, klammer. ahd. chrapho Graff 4,596. forceps chraphe sumerl. 7,43. uncinus chrape das. 1,30. vgl. 32,32…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    krapfem.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    krapfe , m. haken u. ä., auch krapfen, krapf. 1 1) ahd. chrapho, chrappho uncinus, fuscina, fuscinula, aspidiscus Graff …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krapfe

19 Bildungen · 15 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

krapfe‑ als Erstglied (15 von 15)

krapfenbacher

Lexer

krapfen·bacher

krapfen-bacher stm. krapfenbäcker Beh. 312, 6, artocopus Dfg. 52 a . krapfen becker, pastillarius ib. 415 c , krapfen beck Voc. 1482.

krapfenbachære

KöblerMhd

krapfenbachære , st. M. nhd. Krapfenbäcker Q.: Beh, Urk (1325-1350), Voc E.: s. krapfe (1), bachen W.: s. nhd. Krapfenbäcker, M., Krapfenbäc…

krapfenbäcker

DWB

krapfen·baecker

krapfenbäcker , m. pastillarius, krapfenbecker Dief. 415 c , artocopus, krapfenpacher 52 a , Behaim Wiener 312, 6 .

Krapfengenist

PfWB

krapfen·genist

Krapfen-genist n. : Deutung der Gewährsperson: 'dünnes Leseholz, wie es die Raben zum Nestbau verwenden', Krappegenischt [ BZ-Dernb ]; wohl …

krapfenmal

DWB

krapfen·mal

krapfenmal , n. auswuchs am pferdehufe: todtenblüe in huefen, so man auch staingallen und krapfenmal nennet. Seuter rossarznei 396 , steinga…

Krapfenrecht

PfWB

krapfen·recht

Krapfen-recht n. : 'das Recht, die im Wald hervorstehenden Äste bis 8 cm Durchmesser abzuhauen', -recht [ KL-W'lein ]; vgl. PfWB Krapfen 2 a…

Krapfenstiel

PfWB

krapfen·stiel

Krapfen-stiel m. : 'Stiel des Krapfens 1 a', Krappesteel [ KL-Stelzbg ]. SHW Südhess. III 1770 . —

Krapfenzinken

PfWB

krapfen·zinken

Krapfen-zinken Pl. : 'Zinken des Krapfens 1 a', -zinke [ KL-Stelzbg ]. SHW Südhess. III 1770/71 .

krapfe als Zweitglied (4 von 4)

fastnachtkrapfe

DWB

fastnacht·krapfe

fastnachtkrapfe , m. schweiz. fasznachtkräpfli n. get, liebe geschwei, den kes nempt hin und pacht die vasnachtkrapfen draus. fastn. 53, 16 …

kettenkrapfe

DWB

ketten·krapfe

kettenkrapfe , m. krapfe ( haken ) an der kette, le crochet d'une chaîne. Rädlein 533 a .