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schluff

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schluff subst.

Bd. 15, Sp. 809
schluf, schluff, schlufe, schluffe, subst. , eine reihe zum theil nur mundartlich gebrauchter wörter sind hier zusammengefaszt. 11) schluf, schluff, m., zu schliefen gebildet, mhd. sluf, handlung des schliefens: des wîen vluc, des schiffes vluʒ, des slangen sluf, des donres schuʒ, wie gerâten süln diu jungen kint, der strâʒe uns alle vremde sint. Freidank 128, 7; besonders aber, art des durchschliefens, hineinschliefens, schlupfwinkel Lexer 221. Castelli 245 (bei ersterem auch persönlich, einer, der sich versteckt): euch schüzt vor beiz und schusz kein schluf des moors und walds. Voss 6, 268. in engerem sinne: der dachwinkel, der schlupfwinkel zwischen ofen und ruhebett Tobler 390b; der hennenschluff, enger durchgang durch den die hühner aus- und einkriechen Schm. 2, 511; bei den jägern ist schluf, schluff, ein ort, 'wodurch ein thier seinen gang und schlich durch eine hecke oder gehege nach einem feld, weinberg, garten oder dergl. hindurch nimmt'. öcon. lex. mit präpositionen zusammengesetzt: ausschluff, einschluff, durchschluff, unterschluff. [] 22) schluff, schluffe, manica pellita Stieler 1858; schluff, m. muff, ärmel, worein man schlieft Schm. 2, 511. 33) schluff, benennung eines innigen gemenges von thon mit mineralstaub, das durch schlämmen sich nicht weiter vom thon trennen läszt Karmarsch-Heeren3 7, 719; argilla tenuis Nemnich; feiner oder schlickerthon Jacobsson 3, 634a; schluff, nd. schlup, blauer thon, töpferthon, schlechter, nicht durchlassender erdboden; dazu schluffig, adj. Frischbier 2, 290a; wol zu schliefen, gleiten, kriechen gehörig. 44) schluffa, f. schlucht cimbr. wb. 233a, s. unter 1. 55) schweiz. schluffi, schläfrige, unbrauchbare person Stalder 2, 332; schlufi, unordentlicher, im anzuge nachlässiger mensch Hunziker 224; schlufi, gedrückt einhergehender mensch, ferner ein mensch der ehrlich und gutmütig, aber leicht zu bethören ist Seiler 256b; der schlauste ist er nicht, aber arbeitsam und sparsam, daneben ein guter schlufi. Gotthelf schuldenb. 15 (1854); schlofi, nachlässiger mensch, schloferig, nachlässig gekleidet Tobler 390b; schon Maaler verzeichnet das wort: schlufe, fauler, hinlässiger mensch, dormitator, murcidus 357a. zunächst denkt man an eine verbindung mit schliefen, sodasz ursprünglich eine person mit träge schleppendem gange gemeint wäre; vielleicht aber ist das schweiz. slufe in einen andern zusammenhang zu stellen. Schottel 1402 verzeichnet schluf, m. ein fauler gesell (schluff Stieler 1853); so noch jetzt nd.: sluff, m. alberner mensch, schlucker Woeste 242b; sluffe, sluf (dimin. sluffeke, slufke), eine körperlich und geistig schlaffe, träge, schlotterige, schlumpige person ten Doornkaat Koolman 3, 212b; nld. sloef, sordidus, murcidus, absurdus, homo incultus vestibus et moribus, incompositus, dissolutus Kilian. diesem worte steht ein adj. mit entsprechender bedeutung zur seite: nld. slof, mnld. sloef, lentus, piger Kilian; nd. sluf, unordentlich, unachtsam; von heu oder getreide, das noch nicht völlig trocken ist, wenn man es einführt Strodtmann 215. Stürenburg 224a; hinfällig, matt, müde, mutlos, kraftlos, schlaff, welk, weich, feucht ten Doornkaat Koolman 3, 212a; im gleichen sinne sluffern, slufferig, sluffig brem. wb. 4, 843. mit diesem nld. slof m., sluf verbindet man engl. sloven, ein träger, nachlässiger mensch (Skeat et. dict. 564a); vgl. auch schwed. sluffsa, schleppen von kleidern, schwerfällig gehen u. ä. (Rietz svenskt dial. lex. 628b). ob das schweiz. schlufe in diesen zusammenhang gehört, bleibt immerhin zweifelhaft, s. auch schlüffel. schweiz. schlufi bezeichnet auch ein oberkleid, einen kittel Stalder 2, 332 (zu schliefen?); eigenthümlicherweise steht wieder durch form und bedeutung nahe nld. sloef, toga sive tunica rudis, impolita et sordidula, penula Kilian. 66) dem norddeutschen sprachgebiet, vor allen den nd. gegenden gehört an schluffe, f. pantoffel, niedergetretener, alter schuh. sluffe, sluf weiter pantoffel ten Doornkaat Koolman 3, 212b. sluffen, alte verschlissene pantoffeln oder schuhe. brem. wb. 4, 844; vgl. Stürenburg 224a. nd. korrespondenzbl. 6, 15. Spiesz 217; sluffen, m. hinten ausgeschnittener leichter pantoffel, unterschieden von slorwen, der schwereren und schlechteren art Woeste 242b; dim. slüffken ebenda; nld. slofje pantöffelchen. sloffen, plur. (Helgoland) Frommanns zeitschr. 3, 30. dieses wort ist nicht zu hd. schliefen, nd. slupen zu stellen, sondern zu sluffen, schleppend, nachlässig gehen.
4525 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schluff

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schluff , des -es, plur. die -e. 1) Bey den Jägern, ein enger Ort, durch welchen ein Thier seinen gewöhnlichen Gang …

  2. modern
    Dialekt
    Schluff

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB RhWB Schluff [ʿSlyf Wh. ] f. Lücke in einem Zaun.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schluff

32 Bildungen · 25 Erstglied · 5 Zweitglied · 2 Ableitungen

schluff‑ als Erstglied (25 von 25)

schluffboden

DWB

schluff·boden

schluffboden , m. unfruchtbarer, weiszbläulicher thonboden Weigand 4 2, 596, s. DWB schluf 3.

schluffen

DWB

schluffen , verb. der schriftsprache fremd; schluffen, gedankenlos in den tag hineinleben, unachtsam und schläfrig sich benehmen Stalder 2, …

Schluffengemüse

RhWB

schluffen·gemuese

Schluffen-gemüse -m:s Barm , Elbf Sg. t. n.: scherzh. Schläge (mit einem Pantoffel). Was haben wir gekocht? Scherzh. Antw.: Schl. met Pipen…

schluffen I

RhWB

schluffen I -u- = schlüpfen s. schlaufen.

schluffen II

RhWB

schluffen II PfWB ElsWB LothWB gegenüber dem st. Zeitw. schlaufen (Rhfrk, Mosfrk), schlūfen ( MülhRh , Wippf ) ist dieses schw. Zeitw. Siegl…

Schluffenschuster

RhWB

schluffen·schuster

Schluffen-schuster Klev m.: verächtl. 1. Sch., der allerbilligste Ware verfertigt; Spottn. für den Sch. — 2. a. streitsüchtiger Mensch. — b.…

Schluffensuppe

RhWB

schluffen·suppe

Schluffen-suppe -tsup Bo-Stdt , Köln-Stdt , MGladb f.: scherzh. Schläge (mit einem Pantoffel). Was haben wir gekocht? Scherzh. Antw.: Schl. …

Schluffer

LothWB

Schluffer [šlufər Ri. u. s.; šlubərt Ha. ] m. Muff: e Mandel un e Schl. fur d’ Händ. — ElsWB els. 2, 470 u. baier. 2, 532 Schlupfer.

schlufferig

DWB

schluffe·rig

schlufferig , adj. in nd. gegenden, unordentlich, nachlässig, unachtsam, träge. brem. wb. 4, 843, s. schluffig und schluf 5.

schluffern

DWB

schluff·ern

schluffern , verb. , niederd. sluffern, nachlässig sein, s. DWB schluffen ; von der nachtigall: wie schluffert doch ihr krause keele ( vibri…

Schluffert

RhWB

schluff·ert

Schluffert -ufət, Pl. -tə Aach-Stdt m.: verächtl. einer, der schlufft 1.

Schluffes

RhWB

Schluffes -ufəs, Pl. -əsə(n) Rheinb-Queckenbg , Köln-Stdt , Waldbr , Elbf m.: verächtl. nachlässiger, gleichgültiger, träger Mensch.

Schluffeⁿ

Idiotikon

Schluffeⁿ Band 9, Spalte 636 Schluffeⁿ 9,636

Schluffhacke

RhWB

schluff·hacke

Schluff-hacke f.: verächtl. 1. einer, der beim Gehen keine gerade Haltung hat Lennep-Radevormwald . — 2. gutmütiger Mensch, der sich vieles …

Schluffhose

RhWB

schluff·hose

Schluff-hose (s. S.) f.: 1. Strumpf ohne Fusstück Kemp-Süchteln (-høskən), Kref-Anr . — 2. übertr. verächtl. langsamer, willensloser Mensch,…

schluffig

DWB

schluffig , adj. , vgl. das vorhergehende wort und schluf 5; schluffig, schlüffig, unachtsam, lässig und träge; nd. sluffig, matt, träge, un…

Schluffjann

RhWB

Schluff-jann m.: 1. verächtl. einer, der beim Gehen die Füsse kaum aufhebt, der unordentlich in der Kleidung ist Aach-Merkst , Klev . — 2. e…

schluff als Zweitglied (5 von 5)

Ausschluff

DRW

aus·schluff

Ausschluff Ausrede one einichen vorbehallt noch ußschluff 1581 AbhSchweizR. XVI 210

Einschluff

PfWB

ein·schluff

Ein-schluff , Ein-schlupf m. : ' Öffnung zum Einschlüpfen ', Inschluff [ KL-Gimsb u. Umg.]. Am Einschlupp lauert, basst un horcht — der Hink…

Unterschluff

RhWB

unter·schluff

Unter-schluff PfWB -o- Birkf , Saarbr , Bitb m.: -kunft, Zuflucht für arme u. schlechte Leute.

Ableitungen von schluff (2 von 2)

Schluffe

Campe

† Die Schluffe , Mz. — n , im N. D. die Schlarfe .

verschluffen

LothWB

ver-schluffe n refl. v. Ri. Hom. Ha. sich verkriechen: er hat sich verschloff. — ElsWB els. 2, 470 verschlupfe.