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schluff

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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8 in 6 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Schluff

Bd. 7, Sp. 1389
Schluff das Wort, abgeleitet von dem Pl. Prät. schluffen zu dem st. Zeitw. schlufen (s. schlaufen), ist durch den grössten Teil der Geb. verbr.; doch unterscheiden sich hinsichtl. der Bed. u. Flexion zwei Geb. 1 a u. 1 b (mit 2 gehend) m. [f. uSaar]: 1. sachl. a. -uf, Pl. -i-, Demin. -ifχə Rhfrk hier u. da (s. α., β., γ.); -of, Pl. -e, –ø-, Demin. -efχə(n) m. [f. Trier-Mehring] lrhn. Mosfrk bis einschl. Malm, SSchleid, Daun, May [im südl. Teil hat OKoch, Kobl, May -ęfχə, einmal -af (a < ǫ), s. Schlöffchen]. α. Unterschlupf, Versteck, in das ein Mensch oder ein Tier hineingeschlüpft ist; Lagerstätte mit schlupfartigem Zugang; Loch in der Hecke, im Zaun, durch das Kinder oder Tiere durchschlüpfen können Saarbr, Birkf-Stdt, Simm-Laufersw, Merz, Saarbg, Trier-Mehring. — β. enger, vom Fusse der Mauer an bis zum Dach reichender Zwischenraum zwischen zwei ganz nahe zusammenstehenden Gebäuden, Mauern, Wänden (oft nur an einer Seite offen, nach oben frei oder gedeckt) oder zwischen Felsen lrhn. Mosfrk (an der Saar von Merz an) bis zu der o. genannten NGrenze; Rhfrk in Saarbr, Ottw, Wend-Baumholder Wieselb Zaub (-i-), Birkf-Kronw Herrst Schwollen Stdt, Kreuzn-Bockenau, Simm-Dichtelb Ellern Erb Laufersw Unzenbg, Bernk-Crummenau Longkamp (urkundl. in Betreff eines Sloyffs Andernach 1360). Ech ging durch en eng Schlöffchen; do begent (begegnete) mir e schwarz Möffchen; ech knappt het on het knappt mech; ech kn. him et Käpchen (Kopf) of (ab)? die Schlehe Prüm-Weinsf Wawern, Schleid-Berk. — γ. Schlöffche schmaler Waldpfad Koch-Leienkaul. — δ. Schlöffche, –e-, –ę- Regenrinne, Gosse May. — ε. verächtl. enges, ganz kleines Gemach, ärmliche Behausung; de Stuf as nemmen (nur) su e kläne Schl. Bitb, Verbr. wie 1 β. — Sakristei der Kirche (früher) Wend-Aulenb. — ζ. Aufhängeschlinge an Kleidungsstücken []Kreuzn-Münchwald. — η. -if, –øf Pl. t., alle Mittel u. Wege; der kennt (wäss weiss) all Schl. um zu seinem Ziel zu kommen Saarbr, Saarl, Trier-Mehring; er kennt all Schl. en Kniff Saarbr-Sulzb; äm (einem) of de Schl. komme ihn durchschauen ebd. — b. -uf, selten -o-, Pl. -fə(n) m. Rip, Nfrk, nach Süd. ins Mosfrk über Aden, Daun-Wiesbaum, May nach Kobl, Koch, Zell-Haserich (abseits Trier-Filsch), rrhn. in Neuw, Altk (Sieg), Siegld-Dahlbr Nauholz Sohlb [im RRip, Berg, an der Ruhr -ufən Sg. u. Pl. m.; in Sieg, Wippf daneben -uf(ə), Pl. -fən f.; in Ahrw, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh neben -uf f., auch -ufən m.]; Klevld von NGeld, NMörs, Dinsl an -of, Pl. -fə m., Demin. -ifχə, –y-, –ø-, –fkə. α. Sg. t. in der Wend.: En den Schluff (nicht -fən) geroden verschleppt werden, von Sachen; nachlässig werden, von Menschen Sol. — β. sehr leichter Pantoffel (Hausschuh), an dem die Sohle von weichem Stoffe (Filz, nicht Leder) ist, ohne Kappe u. Absatz, Oberteil aus Tuch oder Plüsch, im Gegensatz zu den Schlappen aus Leder (doch können die Schluffen auch aus Leder sein, dabei mit dem Nebenbegriff »zu weit, alt«); auch ausgetretene Schuhe werden verächtl. Schl. genannt; du kas de Schl.ən andohn, du bruchs jo net mih für de Dür ze gohn Schleid, Allg. (s. o. 1 b); s. auch Schlupp. RA.: Der hät en Mul wie ene Schl. so gross, weit Monsch-Vossenack, Geilk-Grotenr Übch, — on en Stross (Kehle) wie en Keddelsmau (Kittelsärmel) Dür-Abenden. Dat Fleisch es su zih (zähe) wie ne ale Schl. Köln. Bej de Hand sin wie ennen alden Schl. Mörs. Wem de Schl. pass, de trick en an kann die Bemerkung auf sich beziehen Köln. Es den Koter (Kater) niet wis (weise), helt hej den Schl. för de Mis (Katze) Klev. Lauf im no, he hät Sch.ən an! Du holst ihn noch ein Köln-Stdt. Hej hät de Schl.ə achterüt (hintenaus) geschmeten ist gestorben Klevld. De küt wie op Schl.ə kommt geräuschlos geschlichen Rip, Allg. Armeshus (Spital), donn de Dür open, do kömmt iəner op Schl.ən! Barm. On wenn de Al (Alte) op Schl.ən küt, dann gohn mer doch net hem! sagen die zechenden Burschen Waldbr-Schladern. He küt met Schohn gegangen en geht met Schl.ən wiər hem Waldbr-Bladersb. Op Schl.ə salls do noch kumme! Du sollst schon noch nachgeben Köln. Die sen op grusse Schl.ə hehingekomme haben keinen Besitz gehabt Bonn. De küt noch ens op lang Schl.ə dem geht es noch einmal schlecht Köln. Nicks we fresse un suffe, noher gonn se op Schl.ə sind sie arm Köln. De kann et op Schl.ən krieən er hat seine Beschäftigung u. sein Verdienst zu Hause Waldbr-OAgger. Der verdent seng Geild op Schlüffcher Wermelsk. Op Schlöffkes gohn müssig gehen, bes. von Wirten Klevld. Jong op Pantuffeln, ault op Schl.ən Sol. Sech för ene Schl. gebruke loəte als fünftes Rad gebrauchen lassen Kemp. — Schl., Pantuff, Stevvel on Schohn, setz Pastuər om (em) Prädigstohl! dabei werden die gleichen Finger beider Hände ineinandergeschlungen, dann die Hände herumgedreht, [] dass ein Daumen zwischen der als Faust geballten Hand zwischen dem andern D. u. Zeigefinger heraussieht Rheinb, Köln. Äppeltje, Päppeltje, Pirlapuff (Piselanpuff, Pirreparrepuff) achter de Dör, dor steht (let) ne Schl., dor hät hei gelegen on let dor noch, truff, tr., du bös afgeschaff! Abzählr. Mörs, Rees. Dann komme de Jöfferkes met de kleine Schlöfferkes usf. Mörs-Rheinbg. We ech mengen iərschten Mann noch hatt ..., do schlog ech en mem Schluffen, fengk (fing) he an ze suffen Sülzt. — Spiel »dər Schluff spēle« MGladb (veralt.): Teilnehmer sassen in Kreisform um den Greifer, der einen rundgehenden Pantoffel greifen musste. Konnte er ihn erhaschen, dann wurde er abgelöst. — γ. übertr. zu 1b β. αα. Schlüffche verächtl. e Schl. Woll eine von einem Knäuel abgerutschte Lage Wolle; verschlissene Mütze Köln-Stdt. — ββ. Bremsklotz, Hemmschuh am Wagen Heinsb-Karken, Erk-Beeck, Kref, Mörs, Klev, Mettm; s. Schlappe. — γγ. ein untergelegtes Eisenstück am Pflug, zum Transport des Pfl. auf Strassen Kemp, Kref. — δδ. kurze Kette mit Haken, die die Zugvorrichtung (et Hämmken) des Pfluges mit diesem verbindet Klev. — εε. Pressbraunkohle, Brikett Gummb, Lennep, Sol. — ζζ. Bolzen im Bügeleisen Wippf-Stdt. — ηη. verächtl. geöffneter oder trotziger Mund; du kres glik enen en den Schl.! Wippf-Dohrgaul. — δ. verächtl., scherzh. die Industrieeisenbahn Kref-Stdt. — ε. Schieber im Ofenrohr Malm-Aldring. — 2. persönl. -uf (nie -fən, wohl Ess) Rip, Nfrk; -o-, –ō- Klevld; Pl. -fə(n) Demin. -yfχə, –yfkə, –øfkə m. a. verächtl. arm gekleideter Bettler, der Misstrauen erregt Bo-Witterschlick, Monsch-Röttgen; unordentlicher Mensch Gummb-Bergneustdt; leichtsinniger M., der einen bummeligen Gang hat Bergh-Blatzh; energieloser M., Schlafmütze; Mann, der unter der Gewalt seiner Frau steht NBerg, Bo, Köln-Stdt, Kref, Mörs, Klev, Ess. — b. verächtl. al Schl. altes Weib MüEif; träges Weib Waldbr, Geld, Mörs; plumpes W. Kemp-SPeter; unordentliches Weib, stets in Pantoffeln Heinsb; Schlöffken n. W., unordentlich in der Kleidung, unordentliches, gedankenloses träges W. Ruhrort, Rees, Mörs. Ei, bei, buff, min Moder ös en Schl.; min Vader ös enne Klompenbur, wenn hei kömmp, dann kick hei sur! Auszählr. Mörs-Orsoy. — c. ene arme Schl. armer, bedauernswerter Mensch; ene gode (treue) Schl. gutmütiger, argloser M., der sich vieles gefallen lässt; gutmütiger Ehemann; ene treue Schl. treue, alte Haut, gutherzige Seele Allg.
7261 Zeichen · 208 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schluff

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schluff , des -es, plur. die -e. 1) Bey den Jägern, ein enger Ort, durch welchen ein Thier seinen gewöhnlichen Gang …

  2. modern
    Dialekt
    Schluff

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB RhWB Schluff [ʿSlyf Wh. ] f. Lücke in einem Zaun.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schluff

32 Bildungen · 25 Erstglied · 5 Zweitglied · 2 Ableitungen

schluff‑ als Erstglied (25 von 25)

schluffboden

DWB

schluff·boden

schluffboden , m. unfruchtbarer, weiszbläulicher thonboden Weigand 4 2, 596, s. DWB schluf 3.

schluffen

DWB

schluffen , verb. der schriftsprache fremd; schluffen, gedankenlos in den tag hineinleben, unachtsam und schläfrig sich benehmen Stalder 2, …

Schluffengemüse

RhWB

schluffen·gemuese

Schluffen-gemüse -m:s Barm , Elbf Sg. t. n.: scherzh. Schläge (mit einem Pantoffel). Was haben wir gekocht? Scherzh. Antw.: Schl. met Pipen…

schluffen I

RhWB

schluffen I -u- = schlüpfen s. schlaufen.

schluffen II

RhWB

schluffen II PfWB ElsWB LothWB gegenüber dem st. Zeitw. schlaufen (Rhfrk, Mosfrk), schlūfen ( MülhRh , Wippf ) ist dieses schw. Zeitw. Siegl…

Schluffenschuster

RhWB

schluffen·schuster

Schluffen-schuster Klev m.: verächtl. 1. Sch., der allerbilligste Ware verfertigt; Spottn. für den Sch. — 2. a. streitsüchtiger Mensch. — b.…

Schluffensuppe

RhWB

schluffen·suppe

Schluffen-suppe -tsup Bo-Stdt , Köln-Stdt , MGladb f.: scherzh. Schläge (mit einem Pantoffel). Was haben wir gekocht? Scherzh. Antw.: Schl. …

Schluffer

LothWB

Schluffer [šlufər Ri. u. s.; šlubərt Ha. ] m. Muff: e Mandel un e Schl. fur d’ Händ. — ElsWB els. 2, 470 u. baier. 2, 532 Schlupfer.

schlufferig

DWB

schluffe·rig

schlufferig , adj. in nd. gegenden, unordentlich, nachlässig, unachtsam, träge. brem. wb. 4, 843, s. schluffig und schluf 5.

schluffern

DWB

schluff·ern

schluffern , verb. , niederd. sluffern, nachlässig sein, s. DWB schluffen ; von der nachtigall: wie schluffert doch ihr krause keele ( vibri…

Schluffert

RhWB

schluff·ert

Schluffert -ufət, Pl. -tə Aach-Stdt m.: verächtl. einer, der schlufft 1.

Schluffes

RhWB

Schluffes -ufəs, Pl. -əsə(n) Rheinb-Queckenbg , Köln-Stdt , Waldbr , Elbf m.: verächtl. nachlässiger, gleichgültiger, träger Mensch.

Schluffeⁿ

Idiotikon

Schluffeⁿ Band 9, Spalte 636 Schluffeⁿ 9,636

Schluffhacke

RhWB

schluff·hacke

Schluff-hacke f.: verächtl. 1. einer, der beim Gehen keine gerade Haltung hat Lennep-Radevormwald . — 2. gutmütiger Mensch, der sich vieles …

Schluffhose

RhWB

schluff·hose

Schluff-hose (s. S.) f.: 1. Strumpf ohne Fusstück Kemp-Süchteln (-høskən), Kref-Anr . — 2. übertr. verächtl. langsamer, willensloser Mensch,…

schluffig

DWB

schluffig , adj. , vgl. das vorhergehende wort und schluf 5; schluffig, schlüffig, unachtsam, lässig und träge; nd. sluffig, matt, träge, un…

Schluffjann

RhWB

Schluff-jann m.: 1. verächtl. einer, der beim Gehen die Füsse kaum aufhebt, der unordentlich in der Kleidung ist Aach-Merkst , Klev . — 2. e…

schluff als Zweitglied (5 von 5)

Ausschluff

DRW

aus·schluff

Ausschluff Ausrede one einichen vorbehallt noch ußschluff 1581 AbhSchweizR. XVI 210

Einschluff

PfWB

ein·schluff

Ein-schluff , Ein-schlupf m. : ' Öffnung zum Einschlüpfen ', Inschluff [ KL-Gimsb u. Umg.]. Am Einschlupp lauert, basst un horcht — der Hink…

Unterschluff

RhWB

unter·schluff

Unter-schluff PfWB -o- Birkf , Saarbr , Bitb m.: -kunft, Zuflucht für arme u. schlechte Leute.

Ableitungen von schluff (2 von 2)

Schluffe

Campe

† Die Schluffe , Mz. — n , im N. D. die Schlarfe .

verschluffen

LothWB

ver-schluffe n refl. v. Ri. Hom. Ha. sich verkriechen: er hat sich verschloff. — ElsWB els. 2, 470 verschlupfe.