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hose

nhd. bis nhd. · erste Belege seit 8./9. Jh. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Anchors
24 in 20 Wb.
Verweise rein
171
Verweise raus
75
Treffer Präfix
782 in 33 Wb.
Knoten 1-Hop
246
Komposita
0+
Sprachstufen
9

Hauptquelle · Grimm (DWB, 1854–1961)

hose f.

Bd. 10, Sp. 1837

hose , f. , meist plur. hosen, femoralia. 1 1) vom ahd. pruoh, mhd. bruoch unterschieden, welches die um die schamtheile gehende, nach art unserer schwimmhosen verfertigte und kürzer oder länger zum oberschenkel hinabreichende beinbekleidung bezeichnet, drückt hose allgemein die bedeckung des unterschenkels aus, und findet sich, diese bedeutung mehrfach einengend und näher bestimmend, durch die germanischen, romanischen und keltischen sprachen: ahd. hose caliga, hosun caligae Graff 4, 1049 ; caliga hosa, calcei scuohi, ficones hososcuoha Schlettstädter glossen in Haupts zeitschr. 5, 363 b ; mh…

Lautwandel-Kette

Von der ie. Wurzel bis zur Mundart

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  1. ahd. 8.–11. Jh.
    hose

    hose , hosen Gl 3,441,20. 1,433,27 s. AWB ohso.

  2. mhd. 1050–1350
    HOSE swf.
    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    Lexer LexerN FindeB HOSE ( ahd. AWB hosa MWVQVZ Graff 4,1049 ) swf. hose, bekleidung der beine sammt den füßen; auch die…

  3. mnd. 1200–1600
    hose F.
    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    hose , F. Vw.: s. hōse

  4. nhd. 15.–20. Jh.
    1. Hose
    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Die Hose , plur. die -n, Diminut. das Höschen, ein altes Wort, ein hohles Gefäß, etwas Hohles zu bezeichnen, welches …

  5. GWB 18./19. Jh.
    Hose

    Hose überwiegend ‘(ein Paar) H-n’; mit 26 Belegen etwas stärker vertreten als das in gehobener Sprache bevorzugte ‘Beink…

  6. Lex. 19./20. Jh.
    Hose

    Hose , beim Pferd die Muskulatur des Unterschenkels, nach deren Entwickelung man volle und dürftige H. ( fuchslendig ) u…

  7. Dial. modern
    Hose f. Pl.
    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Hose f. , Hosen Pl. : 1. 'das Kleidungsstück H.', Hos (hōs) [mancherorts westl. WPf NPf], meist im Pl. Hose (hōsə) [verb…

  8. spez.
    Hose

    Ho|se f. (-,-n) (Beinkleid) braia (-ies) f. ▬ kurze Hose braia cörta f. ; lange Hose (normale) braia lungia f. ; in die …

  9. ae. 8.–11. Jh.
    hose F.

    hose , F. nhd. Strumpf, Hülse, Fruchtschale Vw.: s. leþer- Hw.: s. hūs? E.: s. hosa L.: Hh 171

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ie. germ. ahd. mhd. mnd. nhd. Dialekt

Wortbildung

Komposita mit hose

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Lesefassung · zusammengeführt aus DWB + Pfeifer

Was hose war, ist und bedeutet hat

Eine Bekleidung, die mit den Jahrhunderten an den Beinen hochgewandert ist — von der Wade über das Knie bis zur Hüfte. Der Name aber blieb derselbe, seit dem 9. Jahrhundert.

Im Althochdeutschen, im 9. und 10. Jahrhundert erstmals belegt, bezeichnet hosa noch nicht die Hose, wie wir sie kennen. Glossen geben das lateinische tibialia wieder — eine Bedeckung des Unterschenkels — und ocrea, einen Beinschiener oder Stiefelschaft. Was wir heute Hose nennen, hieß noch bruoch: das pruoh, das die Schamteile bedeckte und kürzer oder länger zum Oberschenkel hinabreichte.

„hose, f., meist plur. hosen, femoralia. vom ahd. pruoh, mhd. bruoch unterschieden, welches die um die schamtheile gehende, nach art unserer schwimmhosen verfertigte und kürzer oder länger zum oberschenkel hinabreichende beinbekleidung bezeichnet, drückt hose allgemein die bedeckung des unterschenkels aus." — Grimm, DWB Bd. 10, Sp. 1837

Das Mittelhochdeutsche kennt die hose bereits paarweise — die Lexer-Belege zeigen, dass „hosen" als Plural die Regel ist, nicht der Singular. Und sie wandert schon: bei Notker bedeckt sie noch den Fuß und die Wade, bei Konrad von Würzburg reicht sie schon zum Knie. Im Mittelniederdeutschen mit dem typischen Längezeichen hōse, ergänzt um Komposita, die das Stück Stoff in seine handwerkliche Welt einbetten: hosenmaker, hosenbant, hosenstrick.

Der etymologische Befund verbindet hose mit Wörtern, die zunächst weit weg scheinen. Die indoeuropäische Wurzel ist *(s)keu- „bedecken, umhüllen" — und sie steckt auch in Haus, Haut, Hort, Hütte, Scheune, Schuh. Pfeifer rekonstruiert eine s-Erweiterung *(s)keus-, aus der germanisches *husōn- wird, und daraus althochdeutsches hosa.

„Hose f. ‚Beinkleid', ahd. hosa (9./10. Jh.), mhd. hose, asächs. hosa, mnd. mnl. hōse, aengl. hosa, anord. hosa führen auf ie. *(s)keus-, eine s-Erweiterung der mehrfach weitergebildeten und verbreiteten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‚bedecken, umhüllen'." — Pfeifer, Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Die entscheidende Wanderung passiert im 16. Jahrhundert. Bis dahin teilte sich die Beinbekleidung in zwei Stücke: bruoch für oben, hose für unten. Ende des Mittelalters verschmelzen sie — und der Name bruoch verschwindet mit dem Stück. Die hose bedeckt jetzt das, was sie vorher nicht bedeckte. Das Wort bleibt, das Ding wandert. Adelung und Campe schreiben im 18. Jahrhundert nur noch von der Hose, plur. die -n als „enge Bekleidung der Beine und der Geschlechtstheile" — als wäre das schon immer so gewesen.

In den modernen Mundarten überlebt der Plural als Norm. Das Pfälzische Wörterbuch verzeichnet die Hose ausdrücklich als f. Pl.: in pfälzischer Mundart heißt es „die Hose anziehe", auch wenn nur ein Stück gemeint ist. Im Norden — Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch — konkurriert das Wort mit dem niederdeutschen Büx, im Rheinischen mit Buks. Aber überall: dasselbe alte ie. *(s)keu-, dasselbe „bedecken".

Zwei Quellen nebeneinander

DWB ↔ Pfeifer

Der historische Voll-Eintrag (Grimm) und die etymologische Komprimierung (Pfeifer) im direkten Vergleich.

Grimm DWB

Bd. 10, Sp. 1837 · 1854–1961

hose , f. , meist plur. hosen, femoralia. 1 1) vom ahd. pruoh, mhd. bruoch unterschieden, welches die um die schamtheile gehende, nach art unserer schwimmhosen verfertigte und kürzer oder länger zum oberschenkel hinabreichende beinbekleidung bezeichnet, drückt hose allgemein die bedeckung des unterschenkels aus, und findet sich, diese bedeutung mehrfach einengend und näher bestimmend, durch die germanischen, romanischen und keltischen sprachen: ahd. hose caliga, hosun caligae Graff 4, 1049 ; caliga hosa, calcei scuohi, ficones hososcuoha Schlettstädter glossen in Haupts zeitschr. 5, 363 b ; mhd. hose; ags. hosa caligae, engl. hose; altn. hosa ein weit hinaufreichender strumpf, vgl. Möbius altn. gloss. 201 . Vigfusson 280 a , bryn-hosa beinschienen das. 85 a ; ital. uosa, gamaschen, usatto …

Pfeifer etym.

Etym. Wb. d. Deutschen

Hose f. ‘Beinkleid’, ahd. hosa (9./10. Jh.), mhd. hose, asächs. hosa, mnd. mnl. hōse, nl. (wenig gebräuchlich) hoos, aengl. hosa, engl. hose, anord. hosa, schwed. (älter) hosa führen auf ie. *(s)keus-, eine s-Erweiterung der mehrfach weitergebildeten und verbreiteten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ (s. Haus, Haut, Hort, Hütte, Scheune, Schuh). In alter Zeit gilt die Bezeichnung lediglich für das den Unterschenkel mitsamt den Füßen bedeckende Kleidungsstück, z. B. für die durch Riemen befestigte Umwicklung (aus Tuch oder Leder), den Strumpf, die Gamasche. Im 16. Jh. geht der Ausdruck auf das den Unterleib und die Schenkel bis zu den Füßen umhüllende Beinkleid über.