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grieche

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grieche m.

Bd. 9, Sp. 255
grieche, m. , Graecus. 11) zur form (ableitungen einbegriffen): ahd. Grecus chreah, chreach ahd. gl. 1, 38, 17; Greci chrechi, chreachi 1, 34, 1; grecum est chrehistiz, creches ist 1, 52, 35; gramma chrehisc uuort, kreihisc uuorto 160, 31; vgl. 94, 33. 95, 32; mhd. Krieche, kriechisch mhd. wb. 1, 880b, und diese formen bleiben fest bis zum ausgang des mittelalters: Grecus eyn Kryech, Kriche, einer usz Criechenlandt Diefenbach 269c; Pelasgia Kriechenlant, der Kriechen lant 421a; grecari kriechisch reden 269c; noch im 16. jh. nicht ganz selten, s. die belege unter Krieche th. 5, 2206; erst in der reformationszeit dringen die formen mit anlautendem g durch, die den humanisten näher lagen, auch von Luther aufgenommen wurden und gewisz zumeist durch ihn propagiert worden sind: er schreibt nach Dietz 1, 166. 167 bis 1527 Krieche, später Grieche, entsprechend beim adj. kriechisch, später griegisch, -chisch; das g konnte ihm auch das nd. nahelegen, dem von je die g-formen zukommen: Griec Gallée vorstud. zu e. altnd. wb. 119; Grik Diefenbach 269c aus gloss. batav. des 14. jh.; Pelasgus ein Greck; Greyck 421b; Pelasgia der Grecken, Greken lant 421a; Grecia Grekenlant 269c; Grecus Greke nov. gloss. 197b; Grecken und Athenis han ich gesien pilgerfahrt d. träum. mönchs 3063 Bömer; de Römers und Greken fastnachtsp. 961, 17; ebenso im heutigen nd.: Greek, greeksch Dähnert 160b; vgl. brem. wb. 2, 540; diese formen erscheinen auch nicht selten bei md. schriftstellern: mit der greckischen taffel Urbanus Regius widder den newen irsal doctor Andr. Karlstads A 5a; liturgia, wie die Grecken die mesz nennen Justus Jonas übers. d. apol. (Wittenb. 1531) Ff 3a; bey den Grecken Joh. Kymeus d. babsts Hercules (1538) D Ia, ebenso E IVb. G IVa; die Grecken Mathesius Sarepta (1562) 152b. 153b; Greckenlandt 153b; mit diesem greckischen wort 154a; weiter in rhein. gegenden: in greckisch genant decameron Arigo decam. 1, 2 Keller; vgl. grechisch landt Moysz miszbrauch d. weins 48 neudr.; auch einzelne der obigen belege aus Diefenbach hierher; entsprechend noch in modernen maa.: greikesch lux. ma. (1906) 153a; grekesch Follmann lothr. 215a. 22) gebrauch. prägnant für griechische schriftsteller: bald las mein obergeselle Römer und Griechen mit mir Bahrdt gesch. s. lebens 1, 102; dann seit dem klassicismus für kenner und nachahmer griechischen wesens: jeder sei auf seine art ein Grieche! aber er sei's Göthe 49, 156 Weim.; denn er (der cardinal) war selbst ein feiner Grieche Justi Winckelmann 2, 1, 320; die recitation seiner (Homers) gesänge, die unser lehrer ... von uns verlangte, um einem halben hundert anwachsender Griechen ... den rhythmus einzuprägen Holtei vierzig jahre 1, 143; ebenso beim femininum: verzeihe meine schwärmerei, liebe Griechin, doch du schwärmst und schwatzest ja in allen deinen briefen selbst so ... griechisch süsz deine seele von den lippen Herder an s. braut, nachl. 3, 428; die Griechinnen in das griech. kostüm des empire gekleidete damen G. Keller 1, 16; sprichwörtlich ist die untreue der Griechen: die Griechen seind untreu Graecia nequaquam novit fidem Henisch 1742; den Römern wachsen die wort im hertzen, den Griechen im munde 1743; daher: Griech, ein betrieger, fallax 1742; ebenso: das war ihr mann, der verdorbenste aller Griechen briefw. zw. Göthe u. Zelter 6, 149; vgl. frz. grec falschspieler; s. auch greck sp. 2; nd. een dullen Greke ein wunderlicher, eigensinniger, ungeselliger mensch, brem. wb. 2, 540. über Kriechen Griechenland s. u. Griechenland. 33) seit der 2. hälfte des 18. jh. in zahlreichen compositis, aus denen sich zwei gruppen als literar- und culturgeschichtlich bedeutsam herausheben; die erste steht in zusammenhang mit der propagandierung des griechenthums in der klassischen periode; sie ist zuerst bei Herder reich vertreten (z. b. Griechengeschwätz werke 6, 346; -handwerk 8, 78; -lüftchen 6, 346; -name 347; -nachricht 449; vgl. unten Griechengeist, -gott, -länder, -weisheit) und gipfelt in bildungen wie Griechenauge, -gefühl, -geist, -jünger. die zweite entspringt der literarischen bewegung, die die griechischen freiheitskämpfe hervorriefen, vgl. Griechenblut, -fürst, -kind, -lied.
4231 Zeichen · 94 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GriecheDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Grieche , des — n, Mz. die — n; die Griechinn, Mz. die — en , eine in Griechenland geborne, aus Griechenland stammen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grieche

    Goethe-Wörterbuch

    Grieche einmal -i- B8,131,3 Weim Freunde 13.1.87 ; über drei Viertel der knapp 250 Belege in A. - Beschäftigung mit dem …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grieche

44 Bildungen · 42 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von grieche

griecheln + -e

grieche leitet sich vom Lemma griecheln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

grieche‑ als Erstglied (30 von 42)

Griechelei

Campe

grieche·lei

○ Х Die Griechelei , Mz. die — en . 1) Die kleinliche unzweckmäßige Nachahmung der alten Griechen, sowol in den Fügungen der Sprache, als au…

griecheln

DWB

griecheln , vb. , ' die alten Griechen auf eine kleinliche und unzweckmäszige art nachahmen ' Campe ; herzinnig ist mir aber alles griecheln…

griechenauge

DWB

griechen·auge

griechenauge , n. : während Goethe mit seinem klaren Griechenauge alles sieht, das dunkle und das helle Heine 3, 99 . —

Griechenbild

DWB

griechen·bild

Griechenbild , n. , griechische skulptur: es mochte die furchtbare Brunhilde selber sein, die hier finsteren auges auf die heiteren Griechen…

griechenblau

DWB

griechen·blau

griechenblau , adj. , blau ( vor kälte ) wie die kleinen zwetschgen, die kriechen ( s. d. ) Hügel 71 ; Loritza 54 b ; als ... zu Meran einma…

griechenblut

DWB

griechen·blut

griechenblut , n. : freies Griechenblut nur trank ich ( Acheloos ), kannt es wohl an seinem glühen W. Müller Griechenlieder (1868) 2, 120 . …

Griechenfreund

GWB

griechen·freund

Griechenfreund Philhellene 49 2 ,316 Üb:Kratzeisen,Bildn ausgezeichn Griech uPhilhell Var B39,211,6 Ottilie 1.6.25 Syn Philhellene Armin Gie…

Griechengefühl

DWB

griechen·gefuehl

Griechengefühl , n. : so lang ich unter Fritzens augen bin, des edlen mannes voll Griechengefühl und gotteskraft, werd ich nie verwelken Hei…

Griechengeist

DWB

griechen·geist

Griechengeist , m. : da ( in der griech. allegorie ) werden wir Griechengeist in der niedlichsten bildersprache entdecken Herder 8, 82 ; bis…

Griechengenosse

GWB

griechen·genosse

Griechengenosse pl, für Verbündete der Griechen (hier Athener) 42 2 ,96,18 u 100,6 Üb:Jouy,Athenerinnen Armin Giese A.G.

Griechengönner

GWB

griechen·goenner

Griechengönner für den aus Korfu stammenden, mit der griech Freiheitsbewegung sympathisierenden russ Außenminister Graf Kapodistrias B29,269…

Griechengöttin

DWB

griechen·goettin

Griechengöttin , f. : mehr als jene Griechengöttin, mehr als jene fee des nordens, lieb ich dich, du tote jüdin 2, 401 . —

Griechengott

DWB

griechen·gott

Griechengott , m. : noch tast ich schwere träume! du ( Winckelmann ) webst schon als Griechengott in hoher, stiller ruh der zweiten jugend H…

Griechenkampf

GWB

griechen·kampf

* Griechenkampf pl, für den in mehreren Phasen forcierten Freiheitskampf der Griechen gegen das Osmanische Reich; in vergleichender Aussage …

Griechenkenner

DWB

griechen·kenner

Griechenkenner , m. : ( mögen ) uns die Griechenkenner zu jenen mehr oder minder verschleyerten geheimnissen künftig den zugang erleichtern …

Griechenkind

DWB

griechen·kind

Griechenkind , n. : Asia hat ausgespieen ihre gelbe tigerbrut, dasz sie purpurroth sich trinke in der Griechenkinder blut W. Müller griechen…

Griechenkopf

DWB

griechen·kopf

Griechenkopf , m. : auch das gesicht hatte jene farbe, die wir bei marmornen Griechen- und Römerköpfen finden Heine 3, 159 .

Griechenländer

DWB

Griechenländer , m. : o des erstickenden ecklen dampfs, den manche neue Griechenländer ihren kargen besoldern ums taglohn darbringen Herder …

griechenland

DWB

griechen·land

griechenland , n. , schon in mhd. zeit aufkommend: Helena von Kriechenlant K. v. Würzburg troj. 4357 ; in Kriekenlant Meiszner bei v . d. Ha…

Griechenschaft

DWB

griechen·schaft

Griechenschaft , f. , von Reiske in der übersetzung des Demosthenes gebraucht nach Kinderling reinigk. d. dtsch. sprache 397 . —

Griechensitte

DWB

griechen·sitte

Griechensitte , f. : man kann zugeben, dasz der künstler sich in das .. bedeutende der .. Griechensitte hineinzufühlen gewuszt schr. d. Göth…

Ableitungen von grieche (2 von 2)

ungrieche

DWB

ungrieche , m. , nichtgrieche. nl. ongriek. unkrieche barbarus Luther 5, 38 anm. 11: ich bin ein schüldner beide der Griechen und der Ungrie…

Urgrieche

DWB

Urgrieche , m. , etwas später als urgriechisch gebildet: Schopenhauer 5, 432 Gr.; K. O. Müller Etrusker 1, 99 . urgriechisch, adj. (ur- C 4 …