salz,
n. sal. eine gemeingermanische weiterbildung des indogerman. sal,
das in den europäischen sprachen zu tage tritt: griech. ἅλς,
lat. sal,
kirchensl. solĭ,
altir. mit anderer ableitung salann. Fick
4 1, 557.
die unerweiterte form des wortes scheint noch in dem flusznamen Saale (
Σάλας bei Strabo)
vorzuliegen, sofern dieser nicht als keltisch anzusehen ist, s. die ausführungen von Müllenhoff
alterthumsk. 2, 213
ff., vgl. auch sole.
die ableitung mit t
geht durch alle germ. sprachen: goth. salt,
altnord. dän. schwed. salt,
ags. sealt,
engl. salt,
saterl. salt,
neufries. sat (
s. Richthofen 1000
a),
alts. salt,
mnd. solt,
niederl. zout,
ahd. mhd. salz.
aus dem german. stammt auch lapp. saltte, salte. Thomsen 169;
auszerhalb des germ. gehört hierher lit. saldùs,
vgl.salz
adj., und vielleicht lat. sallere,
s. Kluge 289
b;
zu salz
ist im germ. ein neuer ablaut geschaffen in sülze (
s. das.),
das sich zu ihm ähnlich verhält wie sole (salzsole),
mhd. sol
und sul
zu sal.
die form bietet wenig abweichungen: sal saltz Dief.
gloss. 507
c,
ebenso bei Dasypod.
und Maaler 342
b.
in einigen hd. mundarten ist a
zu o
geworden, so schweiz. Seiler 270
a;
zu ô
in den nordthüringischen (
südharzischen)
mundarten Jecht 105
a. Schultze 44
b. Liesenberg 215.
nd. findet sich neben salt Woeste 223
a,
und sâlt Schambach 179
a,
gewöhnlich solt
brem. wb. 4, 917. Schütze 4, 156. ten Doornkaat Koolman 3, 256
b. Danneil 201
b,
das auch schon mnd. vorherrscht, s. Schiller-Lübben 4, 288
a, solt
sal Dief.-Wülcker 828. 11) salz
bezeichnet, wie das sal
u. s. w. der verwandten sprachen, zunächst das bekannte küchengewürz, koch- oder küchensalz, chlornatrium: der mensch darff zu seinem leben wasser, fewr, eisen, saltz, mehl, honig, milch, wein, öle und kleider.
Syr. 39, 31; zum funften so muesen sie mehr salz järlich geben, dann von alter here gepreuchlichen.
Zimm. chron. 2, 396, 26; denn saltz ist auch ein metallischer erdsafft, den gott in die erde, felsen, lacken, meer und saltzbrunnen geben hat, zur notdurfft und ertzeney der menschen. Mathesius
Sar. 125
a.
als ein notwendiges, dem preise nach aber geringes lebensmittel bezeichnet: aber, welcher ein legat gottes auff erden ist, der dem vaterland dient, der das leben und blut auffsetzt, den die arbeit fallen macht, denselbigen gibt die besoldung kaum das saltz. Schuppius 712. 1@aa)
man theilt salz
ein nach der gewinnung in steinsalz,
das sich in mineralischer, krystallischer form in bergen findet, s. Oken 1, 287,
und salz,
das aus salzhaltigem wasser gewonnen wird; letzteres ist entweder meersalz, seesalz,
auch boisalz,
das man dem meerwasser durch verdunstung entzieht, oder brunnensalz, quellsalz, sudsalz,
das aus soolquellen '
gesotten'
wird: nun sind der saltz drey wesen oder arthe. es ist das meersalz .. zum andern so sind süsse brunnen, die auch gesaltzen sind .. zum dritten so seindt saltz ertzt. Paracelsus
op. 1, 1035 B. salz graben, sieden
u. s. w.: alle örter da man saltz ausz der erden grebt, oder ausz gesaltzenen brunnen seudet, und wie man ausz meerwasser saltz an der sonne derret. Mathesius
Sar. 125
a; den 25. (
august) kamen wir zu einem saltzberge zur rechten hand, da die Russen ihre hütten haben, in welchen sie das saltz .. sieden. Olearius
persian. reisebeschr. 186
a; sie sollen am selben berge (
Kilissim) das saltz als steine auszgraben können. 362
b. 1@bb) salz
findet mannigfache verwendung. 1@b@aα)
als würze an speisen: das saltz ist ein gut ding, wo aber das saltz thum wird, wo mit wird man würtzen?
Luc. 14, 34. 1@b@bβ)
auch das opfer wird mit salz bestreut: dein speisopffer sol nimer on saltz des bundes deines gottes sein, denn in
[] alle deinem opffer soltu saltz opffern.
3 Mos. 2, 13.
daher weihsalz neben weihwasser in der katholischen kirche: hadde ik wygwater unt wyet solt.
de resurrectione 1743
bei Mone
schausp. des mittelalters 2, 96.
dem täufling wurde etwas salz in den mund gegeben Schultz
höf. leben 1
2, 148. 1@b@gγ) salz
als arznei: ein korn salz, nüchtern geessen, ist guot widder gift. Alberus
dict. Q 3
b; mach ihm (
d. kranken pferde) folgends ein eymer voll brühe aus dem rocknemeel, saltz und wasser, wol durcheinander vermischet. Tabernaem. 587 J; ihr kinder der natur (
ärzte) geht einen weisern weeg. saltz, schwefel und mercur sind euer fester grund. Fleming 84. 1@b@dδ)
fleisch wird in salz gelegt, um es vor fäulnis zu schützen und haltbar zu machen; vgl. salzen, einsalzen. fleisch ins salz hauen,
nd. in't solt hauen Schütze 4, 156 (
gewöhnlich bildlich, s. unten); so könt man das mit saltz einmachen, gegen dem fewr dürren, und bachen. Rollenhagen
froschm. DD 2
b; der saw flaysch in dem saltz denn leyt. H. Sachs 1, 336
c. 1@cc) salz und brot
ist formelhafte bezeichnung einer einfachen, frugalen nahrung. sprichwörtlich: sôlz unn brût macht de backen rût. Jecht 105
a; die liebe hat gar eine dürftige küche und nährt nur kümmerlich bei salz und brod. Musäus 2, 62
Hempel; er isset saltz und brod, sein tranck wird nicht gekaufft. Opitz 1, 106; salz und trockenes brot von nun an theilen wir redlich! Voss
Luise 3, 1, 599; dasz ein kaufherr des ortes gastete, — der zu seinem salz und brot — ergehn liesz ein allgemeines aufgebot. Rückert 11, 334.
die überreichung von salz und brot,
wie sie besonders in salvischen ländern bei begrüszung, aufnahme eines gastes, unterwerfung und sonst stattfindet, ist eigentlich wol ein sinnbild der friedensgemeinschaft, in der provinz Preuszen wird salz und brot
neuvermählten beim ersten besuche gebracht, s. Frischbier 2, 245
b;
vgl. auch: wie nun mit brod und saltz ein freundschafft gestifftet ward zwischen denen, so mit einander zu tisch sassen. Mathesius
Sar. 131
b. 1@dd)
ähnlich steht salz und schmalz
für das, was einer speise würze und wohlgeschmack gibt: ohne salz und schmalz,
ohne rechten geschmack; in höhnischem witz mit beziehung auf die verwendung von salz und öl
im katholischen ritus (
s. unten salzen
verb. 2,
f): aber nun da Christus gestorben ist, so mag jhme die rö
m. kirche .. tapffer mit speichel und wasser, mit aschen und staub, mit saltz und schmaltz, mit unschlicht und wachsz, fewr und rauch ... genug thun und bezalen. Fischart
bienenk. 103
b;
bildlich: in dieser predigt ... war so viel salz und schmalz, dasz alles wie schnecken .. die hörner einzog. Hippel
lebensl. (1859) 1, 171; willst nicht salz und schmalz verlieren; muszt, gemäsz den urgeschichten, wenn die leute willst gastiren, dich nach schnauz und schnabel richten. Göthe 3, 187. 1@ee) kümmel und salz
zur bezeichnung einer aus schwarz bez. braun und weisz gemischten farbe, kaufmännischer name eines stoffmusters (
s. theil 5,
sp. 2591),
ähnlich pfeffer und salz,
franz. poivre et sel. Albrecht 181
b. 1@ff)
andere verbindungen beziehen sich auf den beiszenden, brennenden geschmack des salzes, sowie auf dessen ätzende wirkung, so salz und sauer: und hin und her und dort und da stach's ihn wie salz und nessel. Schiller 1, 251.
daher rührt auch wol die ansicht, dasz salz, auf ein land gestreut, dieses unfruchtbar und zur saat untauglich mache, und die sitte, verwüstete städte mit salz zu besäen: das er (
der herr) alle jr land mit schwefel und saltz verbrand hat, das sie nicht beseet werden mag, noch wechset, noch kein kraut drinnen auffgehet.
5 Mos. 29, 23; da streit Abi Melech wider die stad denselben gantzen tag, und gewan sie ... und zubrach die stad und seet saltz drauff.
richter 9, 45; das salz, den ort zu zeichnen, dasz kein mensch hinfort da pflanzen soll. Ramler
fabellese (1783) 1, 197. 1@gg)
andere sprichwörtliche wendungen: 1@g@aα) mit jemand einen scheffel salz essen,
mit ihm längere zeit nähern umgang pflegen (
vgl. c): isz zuvor einen scheffel salz oder zweene mit ihme (
dem freunde) ehe denn du dich ergiebest und ihme offenbarest. Mathesius
Syrach (1586) 1, 30
a;
[] denn ich habe das sprichwort so oft erprobet gefunden: eh du den scheffel salz mit dem neuen bekannten verzehret, darfst du nicht leichtlich ihm trauen. Göthe 40, 297. 1@g@bβ)
wenn kinder vögel mit der hand fangen wollen, so sagt man ihnen, sie müssen den vögeln salz auf den schwanz streuen.
bildlich: und die menschheit wird in wassergrünem und himmelblauem gewande einhergehen, sandalen an den füszen und palmzweige in der hand, um dem letzten hasz und der letzten bosheit salz auf den schwanz zu streuen und diese nachtvögel für das grosze museum der zukunft auszustopfen. Freytag
handschr. 1, 30. 22, 2@aa) salz
für salzwasser, besonders seewasser: spät nun taucht' er (
Odysseus) empor und spie aus dem munde des salzes bittere fluth, die häufig ihm auch von der scheitel herab flosz. Voss
Odyss. 5, 322.
aber auch von thränen: betrübte, zieht das saltz der schweren thränen ein, und schlagt zugleich die last der sorgen in die erden. Hoffmannswaldau
ged. 2, 168. 2@bb) salz
geradezu für '
meer, see',
wol in nachahmung des griech. ἅλς. das blaue salz,
die blaue meerflut: die stücke gaben plitz, die schiffe speyten feuer, das blaue saltz erschrack. Opitz 1, 108; auff dem blauen saltze reiten und ein höltznes pferd beschreiten, läszt sich thun. Logau 2, 5, 11 ('
schiffen'). 33)
im weitern sinne bezeichnet salz
auch andere stoffe, die an aussehen, geschmack und wirkung dem salz ähnlich sind. in diesem sinne wird auch ein plural die salze
gebildet, neben dem die ältere sprache auch sälze
kennt. 3@aa)
von alaun, salpeter und ähnl.: darbey wissend auch, dʒ vielerley geschlecht der saltz sind, als salpeter und dergleichen. Paracelsus
op. 1, 657 B; aber eben so wenig ähnlichkeit .. die kubische form eines salzes mit seinem bittern geschmacke hat. Schiller 4, 291;
im bilde: welche sichere und brauchbare begriffe in ihrer logischen schmelzküche so lange übertreiben, abziehen und verfeinern, bis sie in dämpfen und flüchtigen salzen verrauchen. Kant 2, 118.
die neuere chemie bezeichnet mit salz
jede verbindung eines metalls mit einem säurerest. saure, basische, neutrale salze. 3@bb)
die volkssprache beschränkt den gebrauch von salz
auf einige dem kochsalz besonders ähnliche salze, wie englisches, böhmisches, Seidschützer salz
für schwefelsaure talkerde. Campe.
vgl. ferner bittersalz, glaubersalz, kleesalz
u. a., während ihr soda, alaun u. dergl. nicht als salze gelten. 3@cc)
die ältere heilkunde nennt auch die aus pflanzensäften durch sieden gewonnenen trockenen rückstände und pulver salze: es wird das wermuthsaltz, wie auch die saltz von andern kräutern und wurtzeln, auf mancherley weisz bereitet. Tabernaemont. 14 K; also mag man auch ausz allen kräutern und andern stücken ein saltz extrahiren. diese auszgezogene sältz haben fast alle ein geruch und geschmack, wie ein natürlicher harn. 15 A; man kan sie (
Johannsträublein-latwerge) auch ohn zucker wie ein saltz sieden ... diese lattwerge oder seltz ist allen oberzehlten schwachheiten gut. 1493 E; ja sogar muszte er sich .. auch als hausarzt zeigen; wundertropfen, salze, balsame führte er jederzeit bei sich. Göthe 23, 51. 3@dd) salz
speciell für riechsalz, englisches salz,
zur belebung ohnmächtiger: gott! er erstarrt! hier, Betty! reiche ihm das salz! Lessing 2, 80;
nichte. ach! (sie fällt in ohnmacht) ...
marquise. hier ist salz. Göthe 14, 203. 44) salz
in übertragener verwendung: 4@aa)
von allem, was einer sache würze, wohlgeschmack, reiz gibt, so in dem bekannten biblischen ausdruck: ihr seid das saltz der erden.
Matth. 5, 13; die künste sind das salz der erde; wie dieses zu den speisen, so verhalten sich jene zu der technik. Göthe 22, 149; ewiges einerlei widersteht, veränderung nur ist das salz des vergnügens. Schiller
kab. u. liebe 5, 7. 4@bb)
auch geradezu für '
würze, geschmack',
s. Woeste 223
a.
so auch engl. salt. 4@cc)
meist geistig gewendet, wobei theils die vorstellung des würzenden, reizenden, anregenden, theils die des scharfen, durchdringenden überwiegt: die äffer (
die geisler) salzent mit verworfem salz, daʒ zuo nihtiu nütz ist denn daʒ man eʒ hinwerf .. wan eʒ ist niht ain salz der weishait, eʒ ist ain salz der irrung und der êwigen unsælichait. Megenberg 218, 23; gib uns herre Christe das saltz deiner weiszheit. Mathesius
Sar. 125
a; das sie auch jre rede saltzen lernen, und des saltzes der weiszheit nit vergessen. 132
a; das mädchen ist ganz geschaffen,
[] das phlegma eines überladenen gehirns durch das flüchtige salz ihres umgangs zu reizen. Thümmel
reise 3, 95; ein spielwerk, aber ein recht gutes, es erhält noch ein biszchen salz und leben unter den leuten. Göthe 27, 84; gleichgültiges das tödtet das flüchtige salz des geistes und macht die liebe scheu. Bettina v. Arnim
briefe 2, 117; das scharfe salz gelehrter gründe kann nimmermehr so schmackhaft sein. Hagedorn 3, 53; mit der weisheit salze besprengt dich flugs mein zauberwort. Kotzebue
dram. sp. 1, 25. 4@dd)
häufig salz
allein für witz, geistreiche reden, esprit, laune u. dergl. hierbei scheinen sowol einige bibelstellen als besonders das lat. sal vorbildlich gewesen zu sein. sal atticum, attisches salz,
ebenso dän. attisk salt.
in ausgeführtem bilde: bald von amtes beruf und haushalt schlichte gerichte, drein gestreuet als salz scherzenden witzes genug, sammt satyrischer würze belachenswerther geschichten. Rückert 12, 350; ewer rede sey allezeit lieblich, und mit saltz gewürtzet.
Col. 4, 6; wie die heiligen propheten, aposteln und bischoffe, offt so artig und künstlich, sich haben in die leut und zeit schicken, und jhre reden so fein mit saltz bestrewen können. Mathesius
Sar. 132
b; nur der alte herr, der auf einem schlachtfeld seine hochzeitmenuet getanzt ... hätte, war wohlgemuth und bei appetit und voll salz. J. Paul
Titan 3, 82; verkauft man hier etwa rahm — für ein epigramm? .. oder einen topf voll schmalz — für einen kopf voll salz? Rückert 11, 499. 4@ee)
von der stechenden, ätzenden wirkung und seiner verwendung zu arznei ausgehend: also heisset der son gottes allhie, not unnd widerwertigkeit, angst und bangigkeit, zittern und zagen, ein saltz das einen brennet. Mathesius
Sar. 131
a; der musz ... das saltz des creutzes inn die augen und hertzen beissen lassen. 131
b; ey lasz mich zu frieden! das hertz thut mir ohne disz wehe gnug, streue mir dar kein saltz mehr hinein. Olearius
pers. baumg. 3, 15; denn dort können die schönen geister, er habe immer schon alle bittern salze des geschicks hinunter geschluckt, ... ein hartes thränenbrot ihm vorgeschnitten haben. J. Paul
Hesp. 3, 94. 55)
sprichwörtliche und mundartliche redensarten: 5@aa) kã salz aff epans lögn,
einer sache keinen werth beilegen. Lexer 212. 5@bb) 'r verdient's salz indr suppa nit,
er verdient nichts, seine leistung ist ohne werth. Sartorius 179;
ähnlich hê ferdênt 't solt up't brôd nêt. ten Doornkaat Koolman 3, 256
b; welche ... unmöglich so viel schuhe zu flicken haben konnten, dasz sie salz und kümmel damit verdient hätten. Wieland 8, 92. 5@cc) korn um salz,
ähnlich wie wurst wider wurst (
vgl. th. 5,
sp. 1817); korn umb saltz, sagt der semer. Mathesius
Sar. 125
a; korn umb saltz, nichts umbsonst.
Garg. 84
a; und ob er (
Carlmann) sie (
die Sachsen) wol hefftig bekrieget und zum theil bezwungen, so hat er doch .. je korn umb saltz funden und mehrmals mit blutigen kopff abziehen müssen. Dilich
chr. 2, 97. 5@dd) im salze liegen,
in der klemme, in bedrängter lage sein: wir hatten den tag vorher durch unsre spionen wind gekriegt, der Roller liege tüchtig im salz. Schiller
räuber 2, 3
schausp. 5@ee)
dieselbe wendung wird sonst von der wöchnerin gebraucht, s. Schm. 2, 273. Birlinger 383
b. Spiesz 202; deine mutter und der kaufmann soll mich begleiten; das Julchen schwerlich; denn die liegt um diese zeit im salz. die iungen weibleins sind schwanger, lassen sich schwängern ... und sind sonst wenig zu gebrauchen. Schubart
bei Strausz
Schubarts leben in seinen briefen 2, 383. 5@ff) bei jemand noch einen schinken im salze haben,
mit ihm einen streit auszutragen haben, von ihm für etwas strafe erwarten. besonders nd. enen schinken im solte hebben.
brem. wb. 4, 917;
ähnlich Danneil 201
b.
allgemein hê hed noch wat bî mî in't solt. ten Doornkaat Koolman 3, 256
b; der amtmann soll dir sein fett kriegen, hat ohnehin schon was bey mir im salz. Fr. Müller 1, 276; jemandem etwas im salze laszen,
es ihm zur nächsten abrechnung im gedächtnisse behalten. Pfrister 242. 5@gg) ins salz hauen,
verleumden, wol in anlehnung an 2,
b, δ: da David vom land verjaget ward ... und Ziba der untrewe diener, hiebe seinen herrn Mephiboseth ins saltz, und verleimgrubet jhn mit ungrund. Mathesius
Sar. 131
b; ein biedermann der mit unwarheit ungern ins saltz gehawen sein wölt.
quelle bei Dief.-Wülcker 828; demnach ich aber eins unversehens dazu kam, dasz er mich bei i.
f. g. ... tapfer in das salz hieb und zu ganzer unschuld angab. Schweinichen 2, 70.
[] 5@hh) ins salz schenken,
bei hochzeiten als trinkgeld für die köchin. Birlinger 383
b. 5@ii) ins salz reiszen,
in eine schlimme lage bringen, verderben (
?, vgl. d): da gottes furcht und das gewissn wird liederlich ins saltz gerissn. Ringwaldt
laut. wahrh. 254. 5@kk) aus dem salz,
tüchtig, besonders einen prügeln. Schm. 2, 273. Hügel 132
a. Albrecht 196
a; es aus dem salze bekommen,
heftige schläge erhalten. Frischbier 2, 245
b; etwas ganz aus dem salze machen,
es ganz aus der weise machen, unleidlich werden, ebenda.