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stotzen

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
10 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stotzen verb.

Bd. 19, Sp. 585
stotzen, verb. 11) trans. als eine intensivbildung zu stoszen verb. 1@aa) entsprechend dort unter I 8f. (sp. 513) schweiz. stotzen 'voll stopfen', auch hineinstotzen Stalder 2, 403; vgl.stotzen 'dick in einander füllen' Frisch 2, 342b. 1@bb) entsprechend I 6 (sp. 506) und unten zerstoszen verb.: ich stotz impingo Alberus, vgl.stozzen tundere Diefenbach gloss. 94c (voc. 15. jahrh.); oberhess. das kraut, [] den kohl stotzen im trog für die kühe Estor teutsche rechtsgelahrtheit (1767) 3, 1420 (s. auch unten stutzen verb.). 22) intrans. 2@aa) stotzen 'sich anlehnen' quelle bei Schmeller2 2, 800, als deutliche spielform von unten stützen (zugleich mit reflexivem gehalt); vgl. noch schweiz. stotzen 'müszig stehen; steil gegen etwas liegen' Stalder 2, 403, so an der sonne stotzen 'steil gegen die sonne gekehrt liegen' ebenda, auch als anstotzen 'gerade anlehnen' ebenda. 2@bb) mit dem beisinn des feindlichen, im deutlichen verhältnis zu oben stoszen: manche trotzen und stotzen, stoszen und schlagen umb sich wie die groben ochsen S. Svevus spiegel des menschl. lebens (1588) 244b; vgl. schweiz. stotzen 'gegen jemanden zu einem streit oder stosz (s. dort I 6; sp. 463) gerüstet sein' Stalder 2, 403; sie haben gegeneinander gestotzt ebenda, dazu wiewol ihn (den löwen) viel jäger nötigen, so weicht er doch verächtig und stotzend hinder sich in dem feld Eppendorf Plinius (1543) 8, 16. 2@cc) im bedeutungsübergang zu stutzen verb. 'vor überraschung oder schreck', aber hier bildkräftiger und in deutlichen ausgang von stoszen (dort II 3 a; sp. 523); an widerkeren begab sich das der den wagen furet, auf den todten lichnam ires vaters stotzt H. Gholtz lebendige bilder (1557) vorr. 4b; vgl. oberhess. stotzen erschrecken, aufstotzen Estor teutsche rechtsgelahrtheit (1767) 3, 1420. das ir am nächsten roszmist stotzend H. R. Manuel weinspiel 2289 neudr. als eine spielform zu unten stutzen: hat sie gestotzet und bei ihr bewogen, ob sie als bald umb den man weinen und klagen solte Barth weiberspiegel (1565) F 3b. 2@dd) voll sein, starren, strotzen (vgl. oben 1 a), so unzweifelhaft: ein weibes pild nit gar zu grosz, mit leng und kurz in rechter mosz und der die prustlein scharpf her stotzen und herten ars, ein warme fotzen fastnachtsp. 265, 31 Keller. so auch bei dem fortsetzer Konrads v. Würzburg: vil baldekîn reine geweben gar von golde sam man eʒ wünschen solde, sô stotzet eʒ gar guldîn troj. krieg 455c (hs. stoczet G.; statzet B.) und wohl entsprechend Konrad selbst: si truoc von purper eine wât: diu was der beste pliât, den ie gesach kein ouge; von golde tûsent bouge niht möhten in vergolten hân; man sach in stotzen unde stân von golde an allen enden 20060, wo stôzen keinen sinn giebt. (deshalb mit recht stotzen von Keller in den text gesetzt) vgl. im übrigen zu dieser stelle M. Haupt zum Engelhard 3046 und oben storzen verb. (sp. 447). 33) wie oben stottern mundartl. Campe, vgl. in dem sinne von 'anstosz nehmen' u. ä.: sie (die jungen nachtigallen) setzen sich gleich andern gelehrsamen jungen für die alten, losen da eine weile zuo, geben denn dem leermeister antwort mit nachsingen, und woran sie stotzen und es ihnen noch fählen wil, das lernen sie behende auf vorsingen und erinnerung ihrer leermeister besseren Heyden Plinius (1565) 453. 44) adj. stotzend wie unten stotzig 'jäh abfallend, steil, abschüssig' u. ä. (zu stotz 5): do ... wir über den Letschenberg giengen ..., satztend sich mine brieder in den stozenden orten uf den schnee und fuoren den weg ab Platter 34 Boos; ein ander mal was ich in eim gar stotzenden graben 12; prädicat. und neben gäh: das der herd an der gähen halden darvon was gerisen; do es aber gar finster was und empfand ich, das gar stotzend war 10. —
3795 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stotzenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    stotzen swv. BMZ s. v. a. storzen Troj. 20060. und der die prustlein scharpf her stotzen (: fotzen) Fasn. 265,31.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stotzensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    stotzen , sw. V. Vw.: s. stossen

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stotzenv., trs

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    ✱ Stotzen , v. trs . voll stopfen. Dasypodius. Frisch. Oberlin. Bei Mahler, häufen.

  4. modern
    Dialekt
    Stotzen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Stotze n [ʿStòtsə S. O. Bf. ; ʿStùtsə Dü. ; Pl. ebs.; Demin. ʿStètslə Mü. Banzenh. Dü. ] m. 1. Strunk. s Krut het S. Lut…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stotzen

14 Bildungen · 7 Erstglied · 7 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von stotzen 2 Komponenten

stot+zen

stotzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stotzen‑ als Erstglied (7 von 7)

stotzenhag

DWB

stotzen·hag

stotzenhag , m. , entsprechend hag ( th. 4, 2 sp. 137; dort unter II 1); appenz. stotzahâg ein zaun, dessen pfähle schräg in den boden getri…

stotzenierer

DWB

stotzeni·erer

stotzenierer , m. , wie oben statzionierer, stationierer ( th. 10, 2 sp. 1069 u. 944): farend schüler, stotzenierer, münch, ziegeiner, lotte…

stotzen III

RhWB

stotzen III -ǫts- ein rip. Wort, im Ablaut zu statzen, u. zwar Aden (südl. noch Koch-Kaifenh ), WSieg, Neuw-Leutesd , Siegld-Siegen ; -- Eu…

stotzenvoll

DWB

stotzen·voll

stotzenvoll , adj. ( tirol. ) völlig betrunken Schöpf 716 ; ähnlich gebildet klotzenvoll ( vgl. DWB klotz I d ; th. 5 sp. 1249 und weiterhin…

stotzen als Zweitglied (7 von 7)

g(e)stotzen

Idiotikon

g(e)stotzen Band 11, Spalte 1873 g(e)stotzen 11,1873

webstotzen

DWB

web·stotzen

webstotzen , m. ' einer der vier balken eines webstuhls ' Tobler 410 b . —