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seim

ae. bis Dial. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
21 in 18 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

seim m.

Bd. 16, Sp. 226
seim, m. dickflüssiger saft, honig und ähnliches, ahd. seim, saim, nectar, mel Graff 6, 221. 222, mhd. seim, seum, sein Lexer mhd. handwb. 2, 858: md. nd. seem Schiller - Lübben 4, 186b. brem. wb. 4, 751. Dähnert 420a; mndl. seem Franck mndl. gramm., nndl. (honig-)zeem; altnord. seimr Fritzner2 3, 199. die herkunft des worts ist unklar. W. Wackernagels vermutung, seim gehöre etymologisch zu seihen (Haupts zeitschr. 6, 271), wird von Schade wb.2 2, 750b abgelehnt. Fick vgl. wb.3 2, 256. 3, 313 vergleicht griech. αἷμα. man könnte die wurzel si, binden darin erkennen, die auch dem folgenden wort zu grunde liegt.vereinzelt steht das nach Frisch 2, 261a in der bibelübersetzung von 1483 Syrach cap. 24 bezeugte (honig-)sam. — beachtung verdient, dasz das wort 1523 in Basel der erklärung bedarf: seymss (hohel. 5, 1), ungeleutert honig, waben. Frommanns zeitschr. 6, 44. dazu stimmt, dasz es bei Dasypodius und Maaler anscheinend fehlt, während es die lexicographen von Schottel ab durchweg verzeichnen. — seim flectiert durchaus stark. der plur. ist selten (s. 1). - das finnisch-lappische sima. f. mel, nectar geht wahrscheinlich auf das german. wort zurück. Thomsen einflusz der german. sprachen auf die finn.-lapp. 170. 11) vom honig, mel, nectar Graff 6, 221. 222 (s. oben), honig in dickflüssiger gestalt, wie er von selbst aus den waben rinnt. Adelung ('besonders oberdeutsch'): Williram 74, 15 Seemüller (die stelle s. unten); vom bienenstocke trieft der seim. Stolberg 2, 7, und überhaupt honig ohne das wachs, mel exemptum Stieler 1695, purgatum Steinbach 2, 574: 'was', sprach er zu ihm, 'hast du aufgetischt, dasz du in seim koloquinthe gemischt?' Rückert Firdosi 1, 272. honig in der blume, wie ihn die biene trägt: flink tragen sie (die bienen) heim den würzigen seim. Voss 4 (1802) 115; wie ihn dann von der au stumpfnasige bienen genähret, blumigen seim eintragend zum duftenden cederbehaltnis. Theokrit 7, 81; aus einem blumenkelch saugt sie (die biene) so gift, als seim. Rückert ges. ged. 1, 23; pluralisch: das haus (der blume), das hochbegnadigte, erhellte sich innerlich und flosz von süszen seimen, als es der liebe hauch im innern schwellte. 185. dann auch die wabe. Stieler 1695, Steinbach 2, 574, Frisch 2, 261a glossieren favus, was ja eigentlich 'wabe' heiszt, aber auch den honig ohne das wachs bezeichnen kann. genauer definiert Stieler aber auch: apum cellula, Frisch favi apum cellae seu loculamenta, und in der folgenden stelle wird daneben besonders honig genannt: ich habe meins seims (das wort der vorlage heiszt 'wabe') sampt meinem honige gessen. hohel. 5, 1. [] in vergleichen: abo untar den, qui adhuc in mundo conversantur, habon ih vundan sumelîche, dîe der also uberes sint doctrina caelesti, samo der wabo des sêimes. Williram 74, 15 Seemüller (glosse zu hohel. 5, 1, wo Williram wabon übersetzt); baven seem, super pavum (sc. favum). Köln. quelle des 15. jahrh. in Frommanns zeitschr. 2, 452. bildlich: (von Maria:) din zunge honig gusset, din munt mit seume flusset. quelle in Haupts zeitschr. 2, 151; dem kunyg von hoen synnen dem bot si (Maria) yren seym. Muscatblüt 25, 60; honig und seim in der folgenden stelle sind wol tautologisch aufzufassen: sie (die welt) bringt mit honig und seim dich empor, und flüstert nur weiches wort dir ins ohr. Rückert Firdosi 1, 29. verdeutlichend mhd. honiges seim. quelle im mhd. wb. 2, 2, 242b; mnd. des honniges zeem. quelle bei Schiller-Lübben 4, 186b; bildlich: sî (Maria) ist ein wabe des lebenden honges seime. lobgesang auf d. hl. jungfrau in Haupts zeitschr. 4, 537, 65, 8 (nach Pfeiffer Germania 3, 65 für honecseimes). vgl. das häufigere honigseim oben theil 4, 2, 1792. mit dem gen. eines abstractums bildlich: sîn êren seim, ob er sich mischet zuo des wandels veim, jâ trage diu wort. Frauenlob 320, 8 Ettmüller (der herausgeber übersetzt: seiner ehre honig, wenn er sich mit dem schaum der fehlbarkeit vermischet, trage den tadel); der eren seym hastu zuo eyner frauwen. Muscablüt 36, 70. 22) dickflüssiger körper überhaupt Adelung, sciroppo, sciloppo, mucilaggine Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 760a; von einem zaubersaft: den saft hekatëisches krautes sprenget sie ihr; und sofort, da der traurige seim sie berührte, flosz herunter das haar, und die nase zugleich, und die ohren. Voss Ovids verwandl. 1 (1798), 319 (Arachne 105). meist aber doch wol von eszbarem: seim von gerste Campe. vgl. gerstenseim, graupenseim, zuckerseim.
4519 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    seimSb.

    Köbler Ae. Wörterbuch

    seim , Sb. nhd. Fett I.: Lw. lat. *sagīmen E.: s. lat. *sagīmen, N., Fett; vgl. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, r…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    seim

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +1 Parallelbeleg

    seimAWB m. a-St., in Gl. seit dem 3. Vier- tel des 9. Jh.s sowie in WH und NBo: ‚Ho- nig(wabe), Nektar, Binse; alga, fav…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SEIMstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    SEIM stm. saft, honig. Graff 6,221. nectar sumerl. 38,24. honiges seim Ulr. 215. sîn êren seim, ob er sich mischet zuo d…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹sêⁱmm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    1 sêⁱm (seem , ze[e]m) , sê(i)me , m. , Honigseim . S. noch 2 sâm. sê(i)mbü̂dele, ~vlêtende, ~vlêtich, ~hōnich , ~touwer…

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Seim

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Seim , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein jeder eben flüssiger, schlüpfriger, dicklicher Körper,…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Seim

    Goethe-Wörterbuch

    Seim zähe, klebrige Flüssigkeit; für den in Waben befindlichen Honig bzw für Honig enthaltende Waben 1) Schwester, liebe…

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Seim

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Seim , dicklicher (süßer) Saft, fließender Honig; daher seimig ; auch soviel wie Kraut (s. d.).

  8. modern
    Dialekt
    Seim

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Saum II , Seim [Sim Steinb. b. Thann Ingw. ] der süsse, vor dem Keltern gewonnene Most ( s. Absaum). — Bayer. 2, 278 Sa…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit seim

81 Bildungen · 58 Erstglied · 22 Zweitglied · 1 Ableitungen

seim‑ als Erstglied (30 von 58)

Seimhonig

SHW

Seim-honig Band 5, Spalte 973-974

seimachtig

RhWB

seim·achtig

seim-achtig zeimədiχ Köln-Stdt (abseits) Adj.: dickflüssig, –schleimig.

seimag

AWB

sei·mag

seimag adj. ( zur Grundlage vgl. Heidermanns, Primäradj . S. 462 ); vgl. nhd. dial. bair. saimet adj. Schm. 2,278 ( vgl. DWb. X,1,228 s. v. …

Seimann1

MeckWB

Wossidia Seimann 1 m. Mannweib: 'eine Herische Fruwe Seeman' Gry. Lb. 2, Q 2 b ; 'Hebberecht van Seeman' ebda.

Seimann2

MeckWB

Wossidia Seimann 2 m. Sämann: 'ein Seyeman' Chytr. 55; 'n Seimann ... wull seiden Matth. 13, 4.

Seimaschin

MeckWB

sei·maschin

Wossidia Seimaschin f. Sämaschine: 'Säemaschine' N. Strel. Anz. 1839, S. 405 b ; Seimaschin vereinzelt, in Wa @ singlecol Seimoll (Kröpelin …

Seimbar

RhWB

seim·bar

Seim-bar im Geb. 1 a f.: irdener Topf mit Seim 1 a.

seimbeutel

DWB

seim·beutel

seimbeutel , m. , westfäl. sêmesbel, beutel zum auspressen des honigseims. Woeste 235 b .

sêⁱmbü̂dele

MNWB

sêⁱmbü̂dele (seem-) , m. , Beutel zum Auspressen des Honigseims.

Seimbutterramme

RhWB

Seim-butterramme -ra·m. ebd. f.: Butterbrot, mit Seim 1 a geschmiert.

seimbǖdele

KöblerMnd

seimbǖdele , M. Vw.: s. sēmbǖdel

seimeclīche

KöblerMhd

seimeclīche , Adv. Vw.: s. samelīche (1)

seimeclīchen

KöblerMhd

seimeclīchen , st. F. Vw.: s. samelīche (2)

seimeleⁿ

Idiotikon

seimeleⁿ Band 7, Spalte 953 seimeleⁿ 7,953

seimen

DWB

sei·men

seimen , verb. zu seim, hd. zuerst bezeugt bei Clajus gr. (1578) 107, 10 neudruck ( Weidling ), mnd. nnd. sêmen. 1 1) persönlich, meist im s…

seimer

DWB

sei·mer

seimer , m. der seimt, honig läutert, nd. sêmer, honnigsemer brem. wb. 4, 751, ebenso mnd., als metbereiter erwähnt. Schiller-Lübben 4, 187 …

seimfuorîg

AWB

seimfuorîg adj. — Graff III,599. seim-fuorigan: dat. pl. Gl 2,441,51 ( clm 14395, Hs. 10. Jh. ). Honigseim enthaltend: mit seimfuorigan olun…

seimfuorīg

KöblerAhd

seimfuorīg , Adj. nhd. honigführend, Honigseim enthaltend, honigtragend?, honigartig? ne. honeybearing ÜG.: lat. (flavus) Gl Q.: Gl (11. Jh.…

Seimgerhard

RhWB

seim·gerhard

Seim-gerhard -je·r.ət Dür-Frenz m.: verächtl. lang aufgeschossener, hagerer Mensch.

sê(i)m (hanich-)

MNWB

~sê(i)m (hanich-), ° -sê(i)n (HRez. III 9, 656), n. , Honigseim, ungeklärter , flüssiger Honig aus der Wabe, häufig zur Herstellung von Arzn…

Seimhaus

DRW

seim·haus

Seimhaus, n. zu seimen (I) Gebäude, in dem Honig geläutert (und Met gebraut) wird niemandt sol von newen braw, schmidt, topffer, sehmheuser …

seimhonag

AWB

seim·honag

seimhonag st. n. , nhd. seimhonig; mnd. sê i mhōnich. seim-honag: nom. sg. Gl 3,15,45 ( Sg 242, 10. Jh. ). Honigseim, ungeläuterter Honig ( …

seim als Zweitglied (22 von 22)

Apfelseim

RhWB

apfel·seim

Apfel-seim -ē- Aach , Dür m.: -gelee, ausgepresster, dickgekochter Saft der Ä.

beerenseim

DWB

beeren·seim

beerenseim , m. dasselbe: mancherlei klarer beerenseim. Voss id. 13, 195 .

blumenseim

DWB

blumen·seim

blumenseim , m. blumenhonig: zu leichenbalsam macht ich blumenseime. Rückert 44 .

haberseim

DWB

haber·seim

haberseim , m. seimiger decoct von haber oder habergrütze, was haberschleim, s. oben.

Haferseim

Adelung

hafer·seim

Der Haferseim , des -es, plur. inus. S. Adelung Haferschleim .

honecseim

Lexer

honec·seim

honec-seim stm. BMZ honigseim, honig Exod. Ulr. Msh. (3,57 b ). Konr. Barl. Frl. Erlœs. Loh. 7610. Bph. 2374. Renn. 17287. 24464. Kolm. 130,…

Honigleckseim

RhWB

Honig-leckseim -zēm Dür-Geich m.: Kosew. für kleines Kind.

honigseim

DWB

honig·seim

honigseim , m. der ungeläuterte honig, wie er als zähflieszende masse in den honigscheiben vorhanden ist, auch die honigscheibe selbst, mhd.…

Hun(i)gseim

Idiotikon

Hun(i)gseim Band 7, Spalte 953 Hun(i)gseim 7,953

hōnichseim

KöblerMnd

hōnichseim , N. Vw.: s. hōnichsēm

jungfernhonigseim

DWB

jungfern·honigseim

jungfernhonigseim , m. : verse, zart wie seidenwolle, süsz wie jungfernhonigseime. A. v. Droste-Hülshoff ged. (1873) s. 157 .

lancseim

Lexer

lanc·seim

lanc-seim adj. BMZ zögernd, langsam Berth. 433,25. s. seine;

langseim

KöblerAhd

lang·seim

langseim , Adj. nhd. „lang“, langsam, langdauernd ne. „long“ (Adj.), slow (Adj.), lasting (Adj.) ÜG.: lat. diuturnus N Q.: N (1000) E.: s. l…

wazzarseim

KöblerAhd

wazzarseim , st. M. (a?, i?) nhd. Brennender Hahnenfuß ne. crowfoot ÜG.: lat. flammula Gl Q.: Gl (14. Jh.) I.: lat. beeinflusst? E.: s. wazz…

wazzerseim

KöblerMhd

wazzer·seim

wazzerseim , st. M. nhd. „Hahnenfuß“, Pflanze E.: ahd.? wazzarseim* 1, st. M. (a?, i?), brennender Hahnenfuß W.: s. nhd. (ält.) Wasserseime,…

Ableitungen von seim (1 von 1)

seime

DWB

seime , f. landschaftlich leine, schwaches seil Adelung, alia dialecto idem est quod senne, sed pro funiculis subtilioribus, et resticulis S…