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schneppe

nhd. bis sprichw. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schneppe f.

Bd. 15, Sp. 1316
schneppe, f. schnabel, schnabelartiges stück, vgl. schnippe. das wort, mit schnabel und mhd. snaben (schnappen) verwandt, ist erst seit dem 15. jahrh. bezeugt und besonders auf nd. boden üblich, doch auch in mitteld. mundarten sehr verbreitet, daher wol nicht mit Kluge5 333b als lehnwort aus dem nd. zu fassen. die sehr häufigen nebenformen mit i s. unter schnippe. holl. sneb ist dort das gewöhnliche wort für schnabel; snebbe rostrum avis Kilian, daneben neb. diese formen ohne das anlautende s sind im engl. und nord. alleinherrschend: ags. nebb, engl. neb, altnord. nef, n. næb, schwed. näbb, s. Skeat 389 und unter schnippe; vgl. auch schnabel. im nd. ist snebbe nach Weigand 2, 618 zu 1420 und 1517 belegt; sonst nd. gewöhnlich snibbe bez. snippe. nhd. ist schneppe in den wörterbüchern erst seit Kramer aufgeführt, doch bereits im 16. jahrh. bezeugt, s. unten. die regelmäszige und herrschende form ist schneppe, nur Wachter 1449 schreibt schnebbe. vereinzelt findet sich auch mit weitergehender verschiebung schnepfe (wie schnipfe neben schnippe), so in folgender stelle, wo die bedeutung nicht ganz sicher ist, die aber doch hierher zu gehören scheint und dann den ältesten hd. beleg gibt (vom jahre 1589): sie (die teufel) hatten forn ein stachlich schnepf (nase?), gros augen als die kesenepff. Ringwaldt tr. Eckart K 1a. in neueren mundarten besonders md., doch auch bairisch die schneppen oder schnepp Schm. 2, 577, schwäb. als masc. schnepp Schmid 473; sonst auch schnäppe, schnäpp geschrieben Schmidt 199. Kehrein 1, 361. Jecht 97b. bedeutung. 11) schnabel Schm. 2, 577, vgl.schnebbe, nasus; schnebbe, rostrum, quia naso hominis simile; schnebbe, os, quamvis ex contemtu, ut rostrum apud Latinos Wachter 1449. 22) schnabelartiger theil an kleidungsstücken, besonders ein spitz zulaufendes stirnläppchen an der weiblichen haube, wie es besonders gegen ende des 18. jahrh. unter dem kopfzeuge getragen wurde, in unserem jahrhundert noch vielfach an der trauerhaube, von kreppflor und über die ganze stirn reichend, s. Krünitz 147, 501. Jacobsson 4, 27b; die schneppe an einer weiberhaube (visier) punta della cuffia da donna Kramer dict. 2, 631c, so im einzelnen sammet - schneppe, trauer- ò florschneppe ebenda; schnebbe, frontale, in rostrum desinens Wachter 1449; schneppe, von der gleichheit mit einem schnabel, pflegen die weiber allerley, sonderlich auf die stirn herabgehende spitzen zu nennen .. acuminatior pars vittarum muliebrium qua inter oculos frontem ornare solent, frontale Frisch 2, 215b; so noch in neueren mundarten, s. Schm. 2, 577. Reinwald 2, 113a: auf dem kopf schwarzsammetne oder seidne hauben mit einer schneppe fast bis auf die nase und langendigen schleifen. Ludwig 2, 516; nun kam die zeit heran, wo das weibsvolk eine schwarzseidne oder sammetne haube, hinten rund, vorn mit langer schneppe, dazu mit breiten schleifen heimlich von hand zu hand bis zu der ältesten pathe gehn zu lassen pflegt, die dann mit leiser hand der braut das kränzlein von den haaren nimmt und es eben so leise mit der haube vertauscht. 527. — ferner mundartlich 2@aa) schwäb. von einem dreieckig spitz in die stirn auslaufenden haarschnitt, s. Schm. 2, 577. Schmid 473. 2@bb) ferner von einer haube mit drei schnäbeln. ebenda; oder ein stirnband mit einem solchen schwarz oder weiszen schnabelähnlichen stirnläppchen Reinwald 2, 113a. 2@cc) eine ähnliche schnabelförmige, durch fischbein gesteifte spitze vorn am oberkleide der frauen Spiesz 222, schneppentaille Albrecht 204b. 33) schnauze, schnabelförmiger ausgusz an kannen und töpfen Adelung. Albrecht 204b. Hertel sprachsch. 217. Jecht 97b. Kleemann 19c. Liesenberg 199: schneppe, schnepfe an einer kanne, becco d'un boccale Kramer 2, 631c; andere nennen auch an den kannen die schnaupen, schneppen. Frisch 2, 215b. 44) schneppe für schnepfe (auch übertragen für dirne) s. das. 55) in mitteldeutschen mundarten vielfach für 'rand' Schmidt 199. Kehrein 1, 361; äuszerstes ende, rand, spitze Schm. 2, 577: ich sitze auf der schnäpp des stuhls, der bank; setze dich nicht so auf die schnäpp des tisches, er fährt sonst in die höhe; auch sprichwörtlich: der ist auf die schnäpp gestellt (erwischt, angeführt) worden. Spiesz a. a. o.; hierzu wol auch das unter schnepfe 5 angezogene schnepfe Stieler 1895. — Weigand 2, 618 betrachtet diese verwendung als ein besonderes, zu schnappen gehöriges wort. 66) weitere mundartliche verwendungen. a) geschwätziges mädchen, plappermaul Schm. 2, 577. Kehrein 1, 361. b) schnappgalgen Schm. 2, 577, vgl. schnepper 8, b. c) anderswo bedeutet schnäppe eine grube im fahrwege, worin das fuhrwerk beim fahren schnappt: eine schnäppe auf ein stück land machen dasz nicht darüber gefahren werden kann.
4781 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnêppe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schnêppe , plur. die -n, ein spitzig zulaufendes Läppchen, welches das andere Geschlecht an manchen Orten in der tie…

  2. Sprichwörter
    Schneppe

    Wander (Sprichwörter)

    Schneppe Adieu, Schneppe. In dem Sinne: Hin ist hin.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schneppe

33 Bildungen · 33 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schneppe 2 Komponenten

sch+neppe

schneppe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schneppe‑ als Erstglied (30 von 33)

Schneppe II

RhWB

Schneppe II das Wort ist allg., u. zwar -ęp [ Siegld -bə; Berg -pə ], Pl. Rhfrk, Mosfrk -bə(n), sonst -pə(n) f.: 1. Schnepfe, Waldschn.; kle…

Schneppelmützel

PfWB

schneppel·muetzel

Schneppel-mützel n. : ' enganliegende Taille mit einem kleinen Wulst hinten, dem Schneppel ', Teil einer alten Frauentracht, Schneppelmitzel…

schneppeln

DRW

schnepp·eln

schneppeln, v. (Münzen) beschneiden vgl. kippen [Verhör:] hab sein leben lang kain muͤnz gesaigert, geschneppelt und gekuͤrnt 1545 UrkJudReg…

Schneppendreck

RhWB

schneppen·dreck

Schneppen-dreck (s. S.) Allg. m.: wie nhd. RA.: Wat de Bur net kennt, dat friss e net, söns fröss e och Schn. Rheinb-Meckenh .

Schneppenfisch

Campe

schneppen·fisch

Schneppenfisch , — es, Mz. — e . 1) Ein Seefisch, die Meerschnepfe . S. d. 2) Bei Müller ist der Schnepffisch die siebente Gattung seiner He…

Schnëppenglück

ElsWB

schneppen·glueck

Schnëppe n glück [‘Snapəklìk Rothb. ] n. Glück im letzten Augenblick der Not. Dis Mol hes t awer S. ghet!

schneppenhaube

DWB

schneppen·haube

schneppenhaube , f. 1) eine art strohhut, 2) weisze haube Jacobsson 7, 263 b . Krünitz 147, 501 . vgl. schnepphaube .

schneppen I

RhWB

schneppen I = neugierig schauen s. o. bei Schneppe ;

Schnëppenkapp

ElsWB

schneppen·kapp

Schnëppe n kapp f. 1. kleine Mütze mit Schild Lorenzen Saarunion . 2. Haube der verheirateten Frauen. ‘Mier könnte just so guet e Schnebbeka…

Schnepp(en)kappe

PfWB

schneppen·kappe

Schnepp(en)-kappe f. : ' Schirmmütze ', Schnep- pekapp [KU-A'glan Kaulb Kus WD-Niedkch IB-Ensh ( Glass 106) Reinh ZW-Bechhf Bottb KL-Gimsb N…

Schneppenredute

RhWB

schneppen·redute

Schneppen-redute -rədut Düss-Stdt f.: verächtl. Fastnachtball zu Weiberdonnerstag, bei dem zweifelhafte Weiber erscheinen.

schnepperer

DWB

schnepp·erer

schnepperer , m. bader, chirurg, zu schnepper 2; vergl. den dichternamen der Schnepperer Hans Rosenplut, Hans Rosenblut der Schnepper, s. fa…

schnepperig

DWB

schneppe·rig

schnepperig , adj. , auch schnäpperig, schnepprig, schnippisch, naseweis Klein 2, 134 . Albrecht 204 b , vgl. schneppisch.

Schnepperkappe

PfWB

schnepper·kappe

Schnepper-kappe f. : ' Schirmmütze ', Schneppeʳkapp (šnębəʳkab) [KU-Wahnwg WD-Niedkch, Müller Dietschw 66]; vgl. Schneppenkappe .