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schnippe

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnippe f.

Bd. 15, Sp. 1335
[]schnippe, f. , auch schnibbe, schnabel, ein spitz zulaufendes stück, zipfel, nebenform zu schneppe, vgl. daselbst.n. snip zipfel, endchen, schneppe am kleide, schwed. snibb, m. schnippe, spitze, zipfel. die erklärung hat wol an ags. nebb, engl. neb, altn. nef, n. næb, schwed. näbb, schnabel, anzuknüpfen, vgl. besonders holl. neb und sneb, mnd. nebbe, nibbe Schiller-Lübben 3, 164 neben seltnerem snibbe (s. u. 1); s. dazu Skeat 389. Franck 669, sowie schneppe und schnabel. schnippe ist ein hauptsächlich norddeutsches wort, in nd. form überwiegend snibbe, doch auch snippe, s. unten; hd. meist schnippe. vereinzelt auch in mitteldeutscher sprache als schnippe und schnipfe (Rückert, s. unten). neben dem fem. findet sich auch masc. bildung, so besonders südhannov. snip zipfel, ecke, vorsprung eines waldes Schambach 200a, entsprechend bair. der schnipf rand, spitze Schm. 2, 578. die im nhd. herrschende form schneppe (meist in den bedeutungen 4 und 6) s. besonders. schnippe bezeichnet insbesondere 11) einen langen, spitzen schnabel, so schnibbe Campe; nd. snibbe, so schon mnd. snibbe: eyn dels (der vogele) de hebben krumme snybben unde ok en dels nicht. quelle bei Schiller-Lübben 4, 274a; ebenso nl. snebbe, rostrum avis Kilian; nnd. snibbe, schnaube Richey 273. brem. wb. 4, 889. Schütze 4, 140; ostfries. snibbe, snippe, snib Stürenburg 228b. ten Doornkaat Koolman 3, 243a. hd. schnippe: es seind auch vil seltzamer vöggel daselbst, eyn art genant, uwam pirange, .. ist bei nahe so grosz wie eyn huen, hat eyn lange schnippen, beyne wie eyn reyger. H. Staden v 3a; vgl. schnippe, capistrum Nemnich ('so nennt man den rand des schnabels nach dem kopfe zu'). nach Vilmar 363 heiszt eine weisze taube, deren vorderkopf rot oder schwarz ist, rotschnipp bez. schwarzschnipp, vergl. dazu gelb-, grünschnabel. freier, wie schnabel oder maul, vom menschlichen munde in unfeiner rede: halt die schnibb'! Frischbier 2, 304a; hê krigt wat up sîn snibbe. ten Doornkaat Koolman a. a. o. 22) ferner die nase oder den spitz zulaufenden theil des kopfes bei thieren: hessisch schnippe 'das vordertheil des kopfes, obertheil der nase' Vilmar 363; nach Stürenburg 228b dagegen bedeutet schnibbe oder schnüff den unteren, beweglichen theil der pferdenase, vielleicht in volksetymologischer anlehnung an schnauben, besonders von einer weiszen nasenspitze: 'n përd mit'n witten snibbe. ten Doornkaat Koolman a. a. o., oder auch blosz 'n pärd mit'n schnibbe Stürenburg a. a. o.; ein solches pferd heiszt dann auch geradezu eine schnippe Vilmar 363; schnippe, schnauzel, wenn das pferd einen strich oder fleck auf der nasenspitze hat Nemnich. übertragen auf die menschliche nase: er musz seine schnibb überall haben. Frischbier 2, 304a. — ein spitz auslaufender ansatz am raupenleibe: gegen den kopf zu ist der vörder-leib (der 'dicken, meer-grünen, gelbgestreiften raupe') mit einem dunkelbraunen und doppelt schwarz eingebördelten streife, oder kragen gezieret, der übrige theil ist grau und führet am ende eine schnippe. Rösel ins. bel. 1, 2. classe der nachtvögel, s. 109. 33) bezeichnung eines vogels mit langem schnabel, s. schnepfe. die form schnebbe namentlich von einer besonderen art, der heer- oder wasserschnepfe, scolopax gallinago Nemnich. nd. für schnepfe überhaupt, mnd. snippe, snippel, sneppe Schiller-Lübben 4, 276b; nl. nur sneppe und snep-hoen Kilian; nnd. als snibbe Richey 273. Schütze 4, 140; ostfries. schnippe Stürenburg 229a; snippe, snip ten Doornkaat Koolman 3, 245a; brem. 'lieber snippe als snibbe'. brem. wb. 4, 889. ebenso Strodtmann 378a: 'doch sneppe, der vogel, wird mehr sneppe als snibbe ausgesprochen'. für alles übrige vgl. schnepfe. — Heppe wohlred. jäger 269a verweist zu schnippe auf amsel. 44) schnabelförmige theile der kleidung. 4@aa) spitz zulaufendes läppchen von flor oder feiner leinwand, das die frauen früher zum zeichen der trauer auf der stirn trugen, schnibbe Campe. Jacobsson 4, 28a. Hupel 210. Frischbier 2, 304a, und schnippe Adelung. Bernd 271 f.: schnippe, ist so viel als schneppe, von schnabel, s.schneppe, die spitze an einigen kopf-trachten der weiber, pars acuminata vittae mulierum in fronte Frisch 2, 215c, nd. snibbe Richey 273. brem. wb. 4, 889. Schütze 4, 140 (snibbe und schnippe), snibb Danneil 199b, snippe, f. das stirnplättchen an der mütze der bäuerinnen Schambach 200a, snipp, spitz auslaufender theil an kleidungsstücken, besonders bei kopftrachten Dähnert 438b. in Fehmarn heiszt snipp ein tuch, das die frauenzimmer um den kopf binden Schütze 4, 141; ostfries. snibbe, weibliche kopfbinde mit einer spitze unten Stürenburg 228b. ten Doornkaat Koolman 3, 243a. [] 4@bb) die vordere schnabelartig auslaufende taillenspitze am frauenkleide Frischbier 2, 304a; nd. snibbe Stürenburg 228b. ten Doornkaat Koolman 3, 243a. 4@cc) mnd. snippe, schnabelförmige verlängerung am schuh Schiller-Lübben 6, 265b: den schomakeren (sie hatten groll) up klyppen (holzschuh), dede hadden langhe snyppen. d. städtechron. 16, 112 (schichtspiel zu Braunschw. 349). 55) roverschip, snibbe, traustrum. lat.-nd. glossar des 15. jh., s. zeitschrift für d. phil. 16, 225; vgl. nl. snebbe, sneb-schuyte, cymba oblonga Kilian, sonst mnd. snicke, ein kleines kriegsschiff. 66) schnabelartiger ausgusz an einem gefäsz, s. schnipfe (und schneppe). 77) für schnippchen: einem die schnippe schlagen, s. Jan Perus 31.
5466 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnippe

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Schnippe , plur. die -n, ein aus dem Niederdeutschen entlehntes Wort, welches auch einige Hochdeutsche für Schneppe …

  2. modern
    Dialekt
    Schnippef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schnippe f. : 1. a. allg. 'äußerster Rand, Kante' Schnieb [NW-Haßl Spey, Journ. 4/1787 II 216 ( Bertram § 316)], Schnibb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnippe

48 Bildungen · 46 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schnippe 2 Komponenten

sch+nippe

schnippe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnippe‑ als Erstglied (30 von 46)

Schnippe II

RhWB

Schnippe II PfWB das Wort, nd. snip(pe), ndl. snip »Zipfel, spitzes Stück«, mit dem auch das mosfrk. Schnipe (-īəp, –ēp) u. Schneppe zu verg…

Schnippelabend

RhWB

schnippel·abend

Schnippel-abend (s. S.) -ibəl- Berg m.: A., an dem die Nachbarsfrauen in einem Hause zusammenkommen, um gemeinsam der Nachbarin die Bohnen s…

Schnippelbohnen

RhWB

schnippel·bohnen

Schnippel-bohnen PfWB (s. S.) Verbr. wie schnippeln 1 b Pl.: geschnippelte B., gute Einmachbohnen, als Sorte. — Schn.bunnenfoch –abend Gummb…

schnippelbrocken

DWB

schnippel·brocken

schnippelbrocken , m. : wir waren von den tafeln ausgeschlossen .. und waren ganz zufrieden, uns hinter den coulissen von den angenehmen sch…

schnippelchen

DWB

schnippel·chen

schnippelchen , n. kleines abgeschnittenes stückchen, deminutiv zu schnippel 1: das zeichen ist ein schnippelchen von unsrer mamsell ihren b…

Schnippelchensbohnen

PfWB

schnippelchen·s·bohnen

Schnippelchens-bohnen Pl. : ' Speise aus geschnittenen Bohnen ', Schnibbelchesbohne [IB-Ensh ( Glass 107)]; vgl. Brockel-, PfWB Schnitzelboh…

Schnippeler

PfWB

schnippe·ler

Schnippeler m. : 1. 'wer etwas klein schneidet'. Was hasche dann mim Bappa seine Zeidung gemach, du Schnippeleʳ, der wollt se doch noch lese…

Schnippel I

RhWB

schnipp·eli

Schnippel I das Wort ist als -ib- an der Saar [ -ø- Saarbg-Wellen ], an der Mos, in Bitb , Prüm , Malm (-ip-), dann als -ip- in Köln-Stdt , …

Schnippel III

RhWB

Schnippel III PfWB ElsWB LothWB das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -ib-, –e- [ Saarbr-Bildstock -iw- ]; Mosfrk -eb- [ Saarbg vielfach, Trier-…

Schnippelkappe

RhWB

schnippel·kappe

Schnippel-kappe -ebəlkap Kreuzn-Weinsh f.: im Fastnachtsheischeld.: Hahnappel, Hahn, de Fassenacht, die geht an; un wenn mei Modder kä Kiche…

Schnippelkläschen

RhWB

Schnippel-kläs-chen (-nikolaus) -ibəlklsχən Gummb n.: Küchenmesser, mit dem die Bohnen geschnippelt werden.

Schnippelkuchen

RhWB

schnippel·kuchen

Schnippel-kuchen (s. S.) -ibəlts- Sol , Köln-Thenhv , Bergh-Harff Morken , Dür-Gey , Jül-Gevelsd , Aach-Hehlr , Erk , MGladb , Neuss , Kref …

schnippeln

DWB

schnipp·eln

schnippeln , verb. in ganz kleine stückchen zerschneiden, schnitzeln. deminutiv zu schnippen, vgl. das. und Germ. 16, 28. am meisten verbrei…

Schnippelschneider

RhWB

schnippel·schneider

Schnippel-schneider -epəlsšnegər Dür-Merzenich m.: im Spottr. auf den Schn.: Schnider, Schnider, Schn., gef de Löck (den Leuten) de Lappe we…

Schnippelte

RhWB

schnipp·elte

Schnippelte -ibəltə, Pl. -tən f.: 1. verächtl. kleines Frauenzimmer Elbf . — 2. ein Papierschnitzel, –fetzen als Windvogel Elbf , Lennep-Ron…

Schnippelzoppe

RhWB

schnippel·zoppe

Schnippel-zoppe -ibəltsǫpə Gummb f.: eine Art dicke Suppe, aus Schnippelbohnen mit vielen weissen Bohnen, Kartoffeln u. Fleisch in Milch zus…

schnippe als Zweitglied (2 von 2)

Karchschnippe

PfWB

karch·schnippe

Karch-schnippe f. : ' Karch zum Kippen ', Karchschnepp [ Klein Wag. 114 (NPf)]. a. 1787: 1 alt Karch Schnepp [Kurpf. 940-942].