lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

schnepfe

nhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
26
Verweise raus
15

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnepfe f.

Bd. 15, Sp. 1313
schnepfe, f. 11) ein sumpfvogel, scolopax Nemnich, vgl. Oken 7, 486 ff. Krünitz 147, 443—499. öcon. lex.2 2628 ff. Behlen 5, 524—534. Heppe wohlred. jäger 267. ein wort von unklarer herkunft, vielleicht mit schnappen wurzelverwandt, doch nicht davon abgeleitet wegen der i-formen im engl.; ebensowenig kann es direkt auf schneppe, schnabel zurückgehen (so Noreen urgerm. lautl. 208), da die verschiedenheit der lautstufe des labials widerspricht. vgl. Kluge5 333b. Weigand 2, 618. der name findet sich in allen germanischen sprachen, doch istn. sneppe, schwed. snäppa möglicherweise aus dem deutschen entlehnt. isl. (mýri-) snípa Egilsson 589b und norweg. myrsnipa Aasen 518b stellen sich zu den engl. formen snipe und snite, ags. snite (acegia sníte vel wudecocc aceta) Bosworth - Toller 892a, mittelengl. snype und snyte (mundartlich auch snape), vgl. Skeat 569a. im nl.-nd. wechseln i- und e-formen, so mnl. snippe, sneppe: sneppe, ficedula et gallinago, rusticula, scolopax, rustica perdix, vulgò sneppa Kilian, holl. gewöhnlich snip. mnd. snippe, snippel Schiller - Lübben 4, 276b: daer sijn snippen ende paertrisen ende veel ander voghel wilt. Reinaert II, 3156; doch neund. auch sneppe Dähnert 438b. Schamb. 199b. — aus dem deutschen ist das wort auch ins roman. gedrungen: ital. sgneppa, sgnep, auch walachisch neap Diez etym. wb.4 400. im ahd., mhd. und älteren nhd. ist schnepf(e) vielfach masc., s. schnepf 1. vgl. auch Grimm gramm. 3, 363, 550; doch ist wol weniger ein übergang des masc. in das fem. anzunehmen als ein dialektischer unterschied, indem das fem. dem nd.-md. sprachgebiet angehört, dagegen das masc. auf das oberd. beschränkt ist. ahd. snepha, snepfa (nd. sneppe), fidecula Graff 6, 851 (neben seltenerem snepho); mhd. snepfe, m. und f.: fidecula snepho, -a, -e, -er, sneph, snepfe, snepff, rietsnepff, riedschneck, sneppe, snepe, snep, sneeppe, snippe, snyp, sneck o. ruoch, schnebe Dief. gloss. 233a, snēpha, sneph, gybicz, schnepph, schnepf .. sneppe, snippe nov. gl. 173a; coturnix .. sneppe gl. 154b; gallinago her-, herr-, har-, heerdschnepff gloss. 256c; onocrotalus .. snepha 396b; rusticula riedschnepfe, rietsneppe 504c; vgl. auch Dief.-Wülcker 843. auch im älteren nhd. begegnet noch zuweilen schneppe in diesem sinne: der specht, die schneppe, das rot - kehlichen, die graszmücke .. essen würme. Comenius sprachenth. 255; zweymal schon drehten umsonst sich fett gemästete hüner, enten, und langgeschnäbelte schneppen, und puter, ums feuer. Zachariä d. phaeton 1, 26; geh nach der küchen hin! dort ziehen schneppen ein, hier kömt ein ganzes reh, dort ein phasan geflogen. B. Neukirch 148; man fährt was eszbar ist, gans, ente, truthahn, schneppe ... und würste aller art zu ganzen fudern ein. Wieland 18, 147. die gewöhnliche form ist indes schnepfe: schnepfe, f. turdus, becasse Schottel 1406; schneppe, et schnepfe, die, perdix rustica, rusticula, accia, acceja Stieler 1895; schnepfe (die, plur. schnepfen ...) perdix rustica, gallinago, fidecula, acceja Steinbach 2, 475; besonders wenn eine schnepffe aufstiebet, und die jungen schnepffe hoch! oder kirro! ruffen; wie fleiszig sehen sie (d. jäger) sich vorwärts und zu beyden seiten um, wo die schnepffe geflogen kommt, da öffters aus übermäsziger hitze mancher vorbey schieszet, auch wohl zwey gegen einander stehende schützen nach einer schnepffe schieszen. Döbel 2, 182b; die gäste holten sich selbst aus dem forste hasen, schnepfen und rebhühner. Keller 1, 16; denn wegen des langen schnabels habe sie die schnepfe für einen jungen storch gehalten. 2, 232; hier sind zwei schnepfen, die ich den augenblick vom jäger gekauft habe. 5, 14; das huhn im schnellen zuge, die schnepf' im zickzackfluge treff' ich mit sicherheit. W. Bornemann jägerlied. 22) schnepfe steht ferner in sprichwörtlichen redensarten und in bildlicher verwendung. 2@aa) sprichwörter s. unter schnepf 4; weiteres bei Wander 4, 305, z. b.: die schnepfen fliegen nicht gebraten ins maul; wenn es an schnepfen fehlt, musz man krähen speisen u. ähnl. 2@bb) eine sprichwörtliche wendung scheint auch folgender nicht ganz verständlichen stelle zu grunde zu liegen: ôk wê sik mit dem duvel besleit (einläszt), dâr an hei gêrn ên snippen veit (fängt), hei scheidet nicht van eme sunder schaden. Theophilus 431 Hoffmann. [] 2@cc) sonst wird schnepfen fangen von menschen gesagt, vergl. gimpel: ihr wiszt zu gut wie man schnepfen fängt. Göthe 8, 59 (Götz 2, dafür im Gottfr. v. Berl., 42, 75: ihr wiszt nur zu gut wie man männer fängt). 2@dd) jetzt sehr gewöhnlich von dirnen, vielfach in der form schneppe, f. Albrecht 204b, schnepfe Hertel sprachsch. 217, schneppe und schnepfe Weinhold 87a. Frischbier 2, 303b. 33) von anderen thieren, s. schnepfchen und schnepfenfisch. 44) in hüttenwerken ein dreschflegelähnliches werkzeug, womit der aufträger den schlund des hochofens untersucht Jacobsson 4, 27a. 55) schnepfe für schneppe, vgl. das.: sed schnepfe etiam pro curvatione, deflexu et aduncitate ponitur. schnepfe am hut, auricula pilei. an der haube, plica calyptrae. schnepfe am rocke, lacinia stolae, syrma tunicae succinctae Stieler 1895.
5203 Zeichen · 134 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnêpfe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Schnêpfe , plur. die -n, eine Art wildes Geflügels mit vier nackten Zehen, in der Dicke eines Repphuhnes, welches di…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schnepfe

    Goethe-Wörterbuch

    Schnepfe vereinzelt in der (oberdt) mask Form ‘Schnepf’ 1) (zB GWB DjG³1,22,23 ) in Sumpfgebieten u feuchten Niederungen…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schnepfe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schnepfe (Scolopax) , eine Vogelgattung aus der Ordnung der Watvögel, mit langem, geradem und biegsamem Schnabel, die 3 …

  4. modern
    Dialekt
    Schnëpf(e)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Schnëpf(e) [ʿSnapf m. Hi. , f. Su. Co. U.; ʿSnæpf f. Str. ] Schnepfe. Zss. Schnëpfe n strich, –drëck. —…

  5. Sprichwörter
    Schnepfe

    Wander (Sprichwörter)

    Schnepfe 1. Die Schnepfen fliegen nicht gebraten ins Maul. Holl. : De gebraden snippen (duiven, leeuweriken) komen u nie…

Verweisungsnetz

43 Knoten, 37 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Kompositum 30 Sackgasse 9

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnepfe

99 Bildungen · 45 Erstglied · 54 Zweitglied · 0 Ableitungen

schnepfe‑ als Erstglied (30 von 45)

schnepfenbandwurm

DWB

schnepfe·n·bandwurm

schnepfenbandwurm , m. taenia filum, der nach Oken 5, 548 in den därmen der schnepfen lebt und der beliebte schnepfendreck ist.

schnepfendreck

DWB

schnepfe·n·dreck

schnepfendreck , m. excrementa ex intestinis assatarum gallinaginum majorum, quae coqui pani illinunt et dominis apponunt. Frisch 2, 215 b ,…

schnepfenei

DWB

schnepfe·nei

schnepfenei , n. : und dem Wäinämöinen selbst flossen thränen aus den augen, ... gröszer noch als schnepfeneier. Platen 155 b .

schnepfenfang

DWB

schnepfe·n·fang

schnepfenfang , m. das fangen der schnepfen, sowie der ort, wo sie gefangen werden, oder die vorrichtung dazu, s. Döbel 2, 177—183 . Heppe w…

schnepfenfisch

DWB

schnepfe·n·fisch

schnepfenfisch , m. , oder meerschnepfe, ein fisch im mittelländischen meere, mit einem schnabelähnlichen maule, centriscus, besonders centr…

schnepfenfliege

DWB

schnepfe·n·fliege

schnepfenfliege , f. eine art kleiner fliegen mit langem, gebogenem saugrüssel, auch tanzfliege, tanzende mücke, empis Nemnich. Oken 5, 821 …

schnepfenflucht

DWB

schnepfe·n·flucht

schnepfenflucht , f. ort, wo schnepfen fliegen?: so gaben diejenigen, welche jetzt schnepfenfluchten besitzen, und zur jagd nicht berechtige…

Schnepfenflug

PfWB

schnepfe·n·flug

Schnepfen-flug m. : FlN. a. 1390: sneppenfloig [ Zink Kaislt 80, 286]. a. 1589: garten genant der schneppen flug [SSp, Sal- und Lagerbuch Ot…

schnepfengarn

DWB

schnepfe·n·garn

schnepfengarn , n. garn zum schnepfenfange, ragna, filengo da prender beccaccie Kramer dict. 2, 631 c , rete nebulosum Stieler 611 . vgl. Kr…

schnepfengasse

DWB

schnepfe·n·gasse

schnepfengasse , f. : heiszt in den busch-wegen ein gang, auf den die wald-schnepfen gern laufen, der auch von den vogel - fängern deszwegen…

schnepfenheerd

DWB

schnepfe·n·heerd

schnepfenheerd , m. vogelheerd zum schnepfenfange: schnepfen-herd, schnepfen-gang, m., schnepfen-gasse, f., aia da prender beccaccie Kramer …

schnepfenhirn

DWB

schnepfe·n·hirn

schnepfenhirn , n. , vgl. spatzenhirn: o schnepfenhirn! was für ein esel bist du! Shakesp. widersp. zähmung 1, 2 .

schnepfenjäger

DWB

schnepfe·n·jaeger

schnepfenjäger , m. der auf schnepfen jagd macht; übertragen, hurenjäger (schnepfe 2, d ): wie man im todtenreich die titel nicht mehr kenne…

schnepfenjagd

DWB

schnepfe·n·jagd

schnepfenjagd , f. jagd auf schnepfen: schnepfenjagd oder schnepfenschieszen, ist eine angenehme jagdlust, welche im frühjahr und zur herbst…

schnepfenkopf

DWB

schnepfe·n·kopf

schnepfenkopf , m. 1 1) kopf einer schnepfe Campe : so klappt rings um ihn her der teig in die höhe, und schlägt sich über ihm zu, und wird …

schnepfenmist

DWB

schnepfe·n·mist

schnepfenmist , m. , dasselbe wie schnepfendreck, dafür schneppenmist: gemach, gemach mein freund! ich schelt und tadle nicht, dasz sich ein…

schnepfe als Zweitglied (30 von 54)

domschnepfe

DWB

dom·schnepfe

domschnepfe , f. falcinellus, der sichelschnäbler, franz. la faux, le courlis, courlieu vert.

fürstenschnepfe

DWB

fuersten·schnepfe

fürstenschnepfe , f. die heerschnepfe, scolopax gallinago. auch herrenschnepfe, doppelschnepfe. ital. il beccaccino reale, die königliche wa…

grasschnepfe

DWB

gras·schnepfe

grasschnepfe , f. , im älteren nhd. auch grasschnepf, m.; mit fugenvokal graseschnepfe Steinbach dt. wb. (1734) 2, 475 ; Popowitsch versuch …

haarschnepfe

DWB

haar·schnepfe

haarschnepfe , f. scolopax gallinula. Nemnich 4. 1253 : ( der vogel ) wird zu teütsch ein herrschnäpf, härsneff, harschnäpf, graszschnäpf un…

meerschnepfe

DWB

meer·schnepfe

meerschnepfe , f. der fisch centriscus scolopax, schnepfenfisch; meerschnepf, rusticula marina, ein fisch Frisch 1, 654 a .

moorschnepfe

DWB

moor·schnepfe

moorschnepfe , f. im moore sich aufhaltende schnepfe, zum unterschied von der waldschnepfe. Adelung ; morschnepf Frisch 1, 669 c .

Nickschnepfe

Campe

nick·schnepfe

Die Nickschnepfe , Mz. — n , eine Art Schnepfen, weil sie wahrscheinlich mit dem Kopfe nickt (Scolopax nutans ). Nemnich.