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schnipsen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
5 in 4 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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22
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26

Eintrag · Pfälzisches Wb.

schnipsen schw.

Bd. 5, Sp. 1339
schnipsen schw.: 1.a. 'leise, schwach weinen, auch unterdrückt, oft verbunden mit stoßweisem Atmen und Schluchzen, das den Körper zucken läßt', bes. bei Kindern als Ankündigung vor oder als Ausklingen nach dem eigentlichen Weinen, schnipse (šnibsə) [verbr., Bayer Hackm. 63 Bernhard 165 Bertram § 320 Christmann Kaulb 86 Heeger Südostpf. 27 Höh 59 Journ. 4/ 1787 216 Juner 90 Kamm 58 Mang 112 Müller Dietschw 66 PfId. 127 Schandein Sprachsch. 63 Thielen 101 Lambert Penns 138 Don-Schowe Krämer Gal 190]; Part. Perf. g(e)schnipst (gəšnibsd, gšnibsd) [mancherorts, Lambert Penns 138 Krämer Gal 190]; vgl. schnipfen, Schnippe 6, schnipseln 2, schnupsen; Zs.: verschnipsen; Syn. s. greinen 1 a. Es (das Kind) schnipst [PS-Erfw]. Das Kind hot noch lang im Schloof g'schnipst [BZ-Dernb]. Es dut norr noch schnipse [LU-Opp]. Es schnippst noch ee parmol [Zeitw. Gal. 1956 109]. Her' jetzt mol uf zu sch.! [BZ-Dernb], ... mit deim Schnipse [BZ-Dernb]. Er hot geschnippst wie e Kind un die helle Träne sin em die Backe erunner geloff [JKurpf. 1928]. ...Sähnscht (Siehst du) - dei' Schnipse hot schun noochgeloßt un alleweil, grad alleweil, hoscht schun wirrer e ganz klää bissel gelacht! [Runck Hand 45]. Unn gebt'm, daß er nimme gribst (grippsen 1 a 'entwenden') - / Do hot er awwer lang geschnibst! [Hartmann Kinnerspr. 8]. Ganz große Dräne wann're, unn schnibbsend secht's zur Mamme [Glückstein 95]. Die Mudder wäscht mi'm Schorzezibbel / Ehr Aage ab un's Nasegibbel / Un schnibbst: »Lebwohl, ich wünsch der Glück« [Räder 67]. Die Tante Malche hot ehr spitzebesetztes Sackdüchel vollgeschnippst [Bassler 53]. Geh' Hannessel, sei schtill, un loß das Schnippse un das Greine! [Claus 25]. Sch. ist eine Art, innere Rührung zu zeigen, wenn man nicht weinen darf, wie beispielsweise bei Familienfeiern; das Sch. der Mütter bei Verlobungen und Trauungen [LU-Böhl]. — b. 'schwach atmen, stoßweise atmen' [LA-Ilbh Impfl]. — c. 'krampfhaft schlucken' [KL-Miesb Schallodb FR-Mörsch LU-Oggh SP-Hanhf]; vgl. schlucken 1 b; s. K. 334 Schluckser. — 2. 'mit dem Finger etwas wegschießen, schnellen' [Thielen 101]; Syn. s. schnellern 2a. — 3. 'fein regnen' [WD-Niedkch]; Syn. s. rieseln 2. Es schnipst [WD-Niedkch]. — ˣ 4. 'stehlen, klauen' [Don-Lenauheim]; vgl. strippsen; Syn. s. stehlen. — Rhein. VII 1621/22 schnipsen, 1623, 1629 schnippsen; Lothr. 461; Hess.-Nass. III 380 schnüpfzen; DWb. IX 1342; Frankf. V 2797/98.
2436 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schnipsenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    schnipsen , schnipzen , verb. schluchzen, eine intensivbildung zu schnupfen ( oder eigentlich zu dem abgelauteten schnip…

  2. modern
    Dialekt
    schnipsenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schnipsen schw. : 1. a. 'leise, schwach weinen, auch unterdrückt, oft verbunden mit stoßweisem Atmen und Schluchzen, das…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnipsen

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schnipsen 2 Komponenten

sch+n+ipsen

schnipsen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von schnipsen (1 von 1)

verschnipsen

PfWB

ver-schnipsen schw. : sich v. 'stoßweise weinen'. Das Kind hot sich veʳschnipst, 's wollt gar nimmi ufheere [ KU-Kaulb KL-Hirschhn ]. — Zu s…