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grafschaft

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grafschaft f.

Bd. 8, Sp. 1726
grafschaft, f. , eine später als ableitung empfundene zusammensetzung von graf (s. d.) mit dem ursprünglich selbständigen scaf 'beschaffenheit', neben dem (wiewohl seltener) von anfang an das -ti-abstraktum scaft, schaft 'gestalt, eigenschaft' steht (vgl. dazu Henzen dt. wortbildung [1947] § 122). komposition mit scaf liegt vor in grasceffi (dat. sing.) (um 900) mon. Germ. hist., cap. reg. Franc. 1, 380 (vgl. kl. ahd. sprachdenkm. 305, 10 Steinmeyer); grascaf (13. jh.) ahd. gl. 3, 379, 35 St.-S.; vor allem im nd. (scap, schap) begegnet sie noch bis ins 15. jh. hinein: greefschap (nd. 1420) Diefenbach gl. 457a s. v. presidatus; graefscap (nrh. 15. jh.) ebda 468c s. v. prouincia u. ö. die sich durchsetzende komposition mit scaft, schaft ist zuerst bezeugt in ahd. grascaft (11. jh. u. ö.) ahd. gl. 4, 47, 7 St.-S.; graschaft (12. jh.) ebda 3, 414, 3; 416, 17. die im ahd. herrschende, bis zum 14./15. jh. oft begegnende kürzere form grascaf(t), graschaf(t) beruht nach Gröger d. ahd. u. as. kompositionsfuge (1910) 211 auf dissimilation oder assimilation des labialen spiranten an den dentalen; vgl. oben grasceffi (um 900); grascaft (11. jh. u. ö.); graschaft (12. jh.); grascaf (13. jh.); ferner graschaft (1281) mon. Germ. hist., constit. 3, 271, 45; (1346) ebda 8, 65, 5; graschaph (1346) ebda 8, 81, 32; grâischaf (Aachen 1411) urk. z. gesch. d. dt. privatrechts 2203 Loersch-Schr.; so wohl auch graesschap (15. jh.) landrechte d. Münsterlandes 187 Philippi. das ausnahmslose fehlen des fugenvokals im ahd. weist auf den -an- (nicht -jan-) stamm als erstes kompositionsglied. die vom simplex grâve ausgehende mhd. normalform grâveschaft findet sich gelegentlich noch im 16. jh., z. b. graveschafft Luther 19, 654 W.; graueschafft (1539) ders., br. 8, 508 W.; anders grafeschafft (Hessen 1532) weist. (1840) 3, 348; Sebiz feldbau (1579) 17. daneben ist alte fugenvokallosigkeit erhalten: grafschefte (gen. sing.) (var.) Konrad v. Würzburg d. trojan. krieg 29 933 Bartsch; grafschaft (bair. 1347) stadtrecht v. München 22 Auer; mon. Germ. hist., constit. 8, 321, 11. diese lautform herrscht seit dem 18. jh., während das wort im 16./17. jh. meist, im frühen 18. jh. noch mehrmals mit (rein graphischer) gemination in der form graffschafft u. ä. begegnet. abweichenden stammvokal im ersten wortteil, zu md. nd. grêve (s. unter graf) stimmend, zeigen md. und nd. quellen häufig, z. b. greuescop (nd. 15. jh.) Diefenbach nov. gl. 103a s. v. comitatus; greueschafft (md. 15. jh.) ders., gl. 135a s. v. comitia. eine bildung mit dem genitiv greuenschop (1464) urkundenb. d. st. Lübeck 10, 502 bleibt vereinzelt. dem älteren alem. eigentümlich ist der ersatz des auslautenden -ft durch -tz: graufschatz Friedrich v. Schwaben 299 Jellinek; graffschatz Hier. Gebweiler beschirmung d. lobs Marie (1523) 8a; ebda 18a; grafschatz C. Hedio chron. Germ. (1530) 140b. 11) amt und würde eines grafen, seine herrschafts- und gerichtsrechte über land und leute. unsicher, ob mit dem dt. rechtswb. 4, 1062 hierher oder richtiger zu 2 zu stellen, bleibt grafschaft in glossierungen des 11.—13. jhs. von praesidatus graschaft ahd. gl. 3, 414, 3 St.-S.; presidatum graschaft ebda 416, 17; consulatus grafscaft ebda 356, 66. die bedeutung begegnet nur mittelalterlich: die keiser ne mach aver in allen landen nicht sin, unde al ungerichte nicht richten to aller tiet, dar umme liet he den vorsten grafscap unde den greven scultheitdum Sachsenspiegel, [] landr. 3, 52 § 2 Homeyer; doch wol die marke hoer sy an dem richtstule, denne die graveschaft, doch mag man sich mit eyner beruffunge zhin uz eyner marke (14. jh.) in: dt. rechtswb. 4, 1063; ein ieder der zu Crutzwertheim sitzt ..., der sal glich wole der grafschaft undertenig und gehorsam sein als der adir die, di dann der grafschaft eigen seind, mit bede und andere (Franken 1449?) weist. (1840) 6, 32; vortmer ist eme (dem herrn von Münster) gewyset ..., dat men nymande nyner graesschap noch bannes erkennet in dessn vorgenomten 15 kerspelen, utgeseget der van Mervelde stole (15. jh.) landr. d. Münsterlandes 187 Philippi. versachlicht findet sich diese bedeutung des wortes in der die westfälischen freigerichte bezeichnenden verbindung freie grafschaft: ind vur die summe geltz sal he geven dem gestichte van Coelne die stat van Dorpmunde mit der vriher graschaph, mit dem gerichte ... ind mit al dem guode ind rechte (des reichs) (1346) monum. Germ. hist., constitutiones 8, 81, 32; dat men over neyneghen juden richten ensal vor unsen vrigen grascapen unde vor unsen vrigen stuolen, dat geheyten is 'dey veme' (1348) ebda 671, 38. 22) das unter der verwaltung oder herrschaft eines grafen stehende gebiet. 2@aa) auf grund der fränkischen grafschaftsverfassung ist die grafschaft bis zum 12./13. jh. der unter dem befehl eines grafen oder königlichen beamten (s.graf 1) stehende verwaltungsbezirk, für den in der regel die lat. bezeichnung comitatus verwendet wird, gelegentlich auch ein latinisiertes grafia, z. b. mon. Germ. hist., formulae Merow. et Karol. 199, 7; ebda 214, 29. die dt. bezeichnung grafschaft ist in dieser anwendung nur erst vereinzelt nachweisbar: souuerse sachun sinu ... versellan vuilit inde ce themo cide inneneuuendiun theru selueru grasceffi (intra ipsum comitatum) vuisit, in theru sachun thie gesat sint, vuizzetahtia sala cegedune geulize (um 900) mon. Germ. hist., cap. reg. Franc. 1, 380. hierher wohl auch die glossierungen von comitatus durch grascaf (hd. und nd. gemischt, 13. jh.) ahd. gl. 3, 379, 35 St.-S.; grascaft (11. jh. und später) ebda 4, 47, 7; graschafto (12. jh.) ebda 4, 169, 20; graschat (11./12. jh.) (das lemma zu comicum entstellt) ebda 4, 247, 12. das ursprüngliche wesen der grafschaft als eines verwaltungsbezirks wird aber auch später noch greifbar, nachdem die grafschaften selbständige politische gebiete innerhalb des lehnssystems geworden sind (s.b). so namentlich, wenn die grafschaft im zusammenhang öffentlich-rechtlicher angelegenheiten als das unter einheitlicher gerichtsherrschaft stehende gebiet erscheint: der rihter, in des graschaft er gesezzen ist, sol in ze virzehen tagen laden (1256) in: dt. rechtswb. 4, 1063; daz in keime dorfe in des koneges grashefte nieman keinen sundirhirten haben sal (Wetterau 1303) weist. (1840) 3, 484; swer den andern anspricht umb erb und aigen, daz auf dem land leit, und da die chlag grunt und podem berüert, darumb sol man rechten in der grafschaft, do daz guot inn leit (bair. 1347) stadtr. v. München 22 Auer; in den dörffern ... die in die graffs chatz ... bisher gehört haben (1500) in: dt. rechtswb. 4, 1064. 2@bb) das unter der herrschaft eines grafen stehende, innerhalb des lehnssystems selbständige territorium. 2@b@aα) allgemein: ez ensol nieman in der graschaft mer herwergen dann er ze reht sol (bair. 1281) mon. Germ. hist., constitutiones 3, 271, 45; das fürbasz hyn, alle keyserlich, frey und reichs strassen, in allen fürstenthumben, grafschafften ... sollen frey und unbezwungen gehalten werden teütscher nation nodturfft (1523) C 4a; denn ein fürstenthuomb ist ein hauffen lender und graffschafften (1525) Luther 15, 500 W.; auch hett der herzog die ganz grafschaft ingenomen Zimmer. chron. 22, 74 Barack; welchem königreiche auch diese graffschaft eingezirkt gewesen Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 110; ich (der könig) büszte lieber eine grafschaft ein, und dennoch musz ich den verlust verschmerzen Tieck schr. (1828) 3, 127; die grafschaft des grafen (Platen) liegt nämlich im monde H. Heine s. w. 3, 349 E. [] 2@b@bβ) sehr häufig in verbindung mit dem namen des betreffenden territoriums: redere des hertochdomes Sleswijck vnde der greuenschop Holsten (1464) urkundenb. d. st. Lübeck 10, 502; dar to kofte hertoge Wilhelm de olde de greueschop to Wunstorppe mit eyner summen geldes C. Botho chron. d. Sassen (1492) J 1a; ursprung der graffschafft Flandern Seb. Franck Germ. chron. (1538) 83b; den churf. sächs. geheimden raht, kammerherrn und oberaufsehern der grafschaft Mansfeld Neumark d. neuspr. teutsche palmb. (1668) 191; sie gönnen mir nicht Schlesien und die grafschaft Glatz Böhme lieder d. Deutschen im 18. u. 19. jh. (1895) 69; auf den heiden der grafschaft Lingen Hoops waldbäume (1905) 186. bestimmte territorien führen den titel einer grafschaft: wie wol Castell biss auff jn ein graffschaft wos gewesen Seb. Münster cosmogr. (1550) 82; Rore ist ein landgerichts-fläck gewesen, und ouch ein graffschafft (vor 1572) Tschudi chron. Helvet. (1734) 1, 14; (Calhetta) ist ein städtchen, deren gebiet den titel einer grafschaft hat J. G. Forster s. schr. (1843) 1, 38. auch nach der auflösung der gräflichen gewalten behalten einzelne gebiete den titel grafschaft, z. b. grafschaft Hoya; kreis grafschaft Schaumburg; grafschaft Bentheim. 2@b@gγ) die bezeichnung grafschaft wird von deutschen schriftstellern auch für entsprechende bezirke in andern staaten verwandt, besonders für die englischen counties: der inhaber (eines englischen pachtgutes) ... wird bey der wahl eines parlamentsgliedes für die grafschaft zugelassen, seine stimme zu geben Adam Smith nationalreichthum (1794) 2, 212; ganze sogenannte grafschaften standen (in Amerika) noch zu kauf an der gränze des bewohnten landes Göthe I 24, 121 W.; auf einem friedhof in der grafschaft Yorkshire in England Carossa winterl. Rom (1947) 14. 2@b@dδ) fürstliche oder gefürstete grafschaft, von einer solchen, deren inhaber als graf dem fürstenstand angehört; vgl. graf 4 b: fürstliche grafschaft (1508) in: dt. rechtswb. 4, 1064; inn der frstlichen grafschafft Tyrol J. Mathesius Sarepta (1571) vorr. 4a; stallmeistern und frschneidern der frstl. grafschafft Tyrol Harsdörffer d. teutsche secretar. (1656) 1, 1, 61; die gefürstete grafschaft Tirol Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 18. 2@b@eε) in wendungen, die erwerb, verleihung, besitz und verwaltung einer grafschaft umschreiben: ieniz zeichen lossam vorit Luppolt der getrue man, der uerdienet hude sine grascaft daz du ir ime wole gunnen macht könig Rother 3547 Frings; si hêt an guote grôze kraft, wande si eine grâfschaft hêt in dem lande Wirnt v. Gravenberc Wigalois 5272 Kapteyn; ein herre von Britanje, der einer grâveschefte wielt, mit lobe sîne stat behielt und sîner edelkeite reht Konrad v. Würzburg turnei v. Nantheiz 591; daz die graschaft von Lutzillimburg an uns (Karl IV.) queme (1346) mon. Germ. hist., constitutiones 8, 65, 5; ein armer kompt offt ehe zum hausz, den ein graff zur graffschafft Petri d. Teutschen weiszh. (1605) S 6b; mein sAebel soll mir noch eine graffschafft erwerben Chr. Weise erznarren 100 ndr.; so eben wollt ich euch die mittel zeigen, euer rittergut in eine grafschaft umzusetzen Klinger neues theater (1790) 1, 201; er räumte ihm nie etwas anders ein, als die grafschaft Cilli Ranke s. w. (1867) 1, 65. jemandem eine grafschaft eingeben 'ihn mit einer grafschaft belehnen': wie der künig ... Theodorum ... hab gegräffet vnd ym ain grafschafft eingeben Fortunatus 16 ndr.; wöln auch dein vatter und mutter gut an hoff nemen auss der armut und wölln den ein graffschaft eingeben Hans Sachs 12, 112 lit. ver.; [] also ward der schreiber vnd die junge keyserin zusammengeben, denen denn der keyser eine graffschafft eingab B. Hertzog schiltwache (Magdeb.) G 5b. 2@b@zζ) durch angabe der grafschaft wird die politische zugehörigkeit von personen oder orten gekennzeichnet: Mülbach ... ist ein fleck, leit in der graffschafft Tirol (1521) bei Röhricht pilgerreisen (1880) 399; es freyet eyner auss der graffschafft am Hartze gen Nürmberg Agricola 750 teütscher sprichw. (1534) e 8b; dörfer ..., so der zeit alle in dem Bargew gelegen gewesen, lateinisch in pago Paræ, und in der grafschaft graven Hildebaldts Zimmer. chron. 21, 12 Barack; welcher mair, hausgenosz oder aigenman mit tot abgeet, wo die gesessen sind in der graveschaft Tyrol, von der selben ain iedem sol dem probst gefallen das best haupt on ains, es sei rosz, kue oder ochsen (1744) österr. weist. 2, 209; der Ilsenstein ... liegt auf der nordseite in der grafschaft Wernigerode br. Grimm dt. sagen (1891) 1, 209. auch sonst dient die angabe der grafschaft als ortsbestimmung: in der grafschaft Glatz ... hat sich ein berg gespalten Schweinichen denkwürd. (1878) 490; als er in Franckreich bisz in die graffschafft Bologne mit einem grossen heer kommen war Dannhawer catech.-milch (1657) 3, 413; kleine figuren von thon, die bunt angestrichen, allerlei heilige für die in der grafschaft üblichen hausaltärchen vorstellten Holtei vierzig jahre (1843) 1, 314; in dem düstern burghofe — bei solcher hitze das kühlste fleckchen der ganzen grafschaft W. Raabe s. w. I 3, 71 Klemm. 2@cc) selten in personaler beziehung, von den angehörigen oder vertretern einer grafschaft: ze Hanegov die graveschaft dienten Willehelmes hant Rudolf v. Ems Willehalm 218 Junk; dit sind die lantreht der grashefte zuo Burnheimer berge (Wetterau 1303) weist. (1840) 3, 481; die grafschaft wird ihre beamten, die parochie ihren geistlichen wählen (auf englische verhältnisse bezogen; vgl. ob. b γ) Ranke s. w. 17 (1879) 17. 33) nur in älterer sprache als spezielle bezeichnung von stadtvierteln und deren bürgerschaften in einigen ndrhein. und schweiz. städten (die 9 stadtbezirke von Aachen heiszen schon im 13. jh. comitiae, deren vorsteher comes stabuli, später kastoivel, kerstovel): kerstovels der grâischaf vur Nûweporze (Aachen 1411) urk. z. gesch. d. dt. privatrechts 2 203 Loersch-Schr.; desz negst folgenden taghs nach St. Vitt lautten die von St. Jacob und von St. Peter die gantze nacht ausz sturm, hoeltten die schlüsselen von allen pfortzen, berieffen die 9 graffschafften zu St. Jacob und hielen zu samen rhaet (Aachen 1450) annalen d. hist. ver. f. d. Niederrhein 17 (1866) 12; die kilchry Münster wird ferner in vier viertel eingeteilt, wovon das 4. die grafschaft bildet (1879) in: schweiz. id. 2, 707; vgl. dt. rechtswb. 4, 1064. 44) in Niedersachsen wird grafschaft in älterer sprache auch im hinblick auf eine festliche veranstaltung, speziell das in der pfingstzeit gehaltene maifest, gebraucht. zunächst wohl vom amt und von der tätigkeit des maigrafen, vgl. Schiller-Lübben mnd. wb. 2, 146b, und nicht, wie Berghaus sprachschatz d. Sassen 1, 607a will, vom maifest selbst: ock schal nymant jenich greveschop halden unde darto schatten edder sinem volke schatten laten to den loven in den hilgen pinxtdagen by ener marck (1489) rechtsqu. d. st. Bremen 301 Eckhardt. dann allgemeiner von der festlichen veranstaltung und dem damit verbundenen aufwand: die pfingst- und fastnachts- wie auch die sonntags- und andere gelage ..., imgleichen auch die oster-feure neben den dabey gebräuchlichen gräfeschafften, sollen ganz und gar abgeschaffet ... seyn braunschw.-lüneb. landesordnung (1729) 10.
14857 Zeichen · 411 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grâfschaftstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    grâfschaft stf. grafschaft. consulatus sumerl. 49,23. wande si eine grâfschaft het in dem lande Wigal. 5272.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grafschaft

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Grafschaft , plur. die -en, das Gebieth, der Bezirk eines Grafen. 1) So fern dieses Wort ehedem einen peinlichen Ric…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grafschaft

    Goethe-Wörterbuch

    Grafschaft einmal -fft A1,400,11 Votum [18.10./1.11.85] a mBez auf deutsche Territorien: (ehemals eigenständiger) Herrsc…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grafschaft

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grafschaft war ursprünglich der Bezirk, dem ein Graf als Richter vorstand; dann das reichsunmittelbare Besitztum und spä…

  5. modern
    Dialekt
    Grafschaftf.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wossidia Grafschaft f. Grafschaft hießen die ritterschaftlichen Güter im Gegensatz zum Domanium: dee is in de Grafschaft…

  6. Sprichwörter
    Grafschaft

    Wander (Sprichwörter)

    Grafschaft 1. Es ist keine Grafschaft über Flandern, kein Herzogthum über' Mailand und kein Königreich über Frankreich. …

  7. Spezial
    Grafschaft

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Graf|schaft f. (-,-en) contea (-ees) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grafschaft

34 Bildungen · 13 Erstglied · 21 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von grafschaft

graf + -schaft

grafschaft leitet sich vom Lemma graf ab mit Suffix -schaft.

grafschaft‑ als Erstglied (13 von 13)

grafschafter

DWB

graf·schafter

grafschafter , m. , angehöriger und bewohner einer grafschaft ( s. d. ): di graffschefter, es sein wirt oder inleit, ... was di auf ierm mis…

grafschaftler

DWB

grafschaft·ler

grafschaftler , m. , jüngere erweiterung zu grafschafter ( s. d. ): weil er ( der in die grafschaft Ruppin zugezogene Holländer ) der bei de…

grafschaftlich

DWB

grafschaft·lich

grafschaftlich , adj. , zur grafschaft ( s. d. ) gehörig: sonst ist ein alter gebrauch, dasz die gemeinschafft oder communität S. Lorentz ..…

grafschaftsfutter

DWB

grafschaft·s·futter

grafschaftsfutter , n. , soviel wie grafenfutter ( s. d. ): de hominibus aduocalibus pro grafschaft fuoter XII mod. auene ( bair. 14. jh. ) …

grafschaftsgericht

DWB

grafschaft·s·gericht

grafschaftsgericht , n. , älter grafschaftgericht, das für das gebiet einer grafschaft zuständige gericht; namentlich für die Schweiz bezeug…

grafschaft(s)hafer

DWB

grafschaft·s·hafer

grafschaft(s)hafer , m. , soviel wie grafenhafer: der haber, der da haizzet grafschafthaber, dez süln sein wol 30 mutt Münicher mazz (14. jh…

grafschaftsleute

DWB

grafschaft·s·leute

grafschaftsleute , subst. pl. zu grafschaftsmann ( s. d. ), älter grafschaftleute: auch sollen alle burger, alle grafschaftlude ... die geri…

grafschaftsmann

DWB

grafschaft·s·mann

grafschaftsmann , m. , älter grafschaftmann, pl. grafschaftsleute ( s. d. ), untertan einer grafschaft oder überhaupt einer territorialherrs…

grafschaftsrat

DWB

grafschaft·s·rat

grafschaftsrat , m. , die deutsche bezeichnung für ein aus den vertretern aller berufe einer englischen grafschaft zusammengesetztes kollegi…

grafschaftsrecht

DWB

grafschaft·s·recht

grafschaftsrecht , n. , nur schweiz., in der form graf(f)schaftrecht: neben diesen allgemeinen stadt- und landrechten ... haben anbey auch .…

grafschaft(s)steuer

DWB

grafschaft·s·steuer

grafschaft(s)steuer , f. : graffschafftsteüren seyen, welche der graaffschafft undervogt, wann es von nöhten ist, aufnimbt; diese steür wird…

grafschaft(s)tum

DWB

grafschaft·stum

grafschaft(s)tum , n. , soviel wie grafschaft 2 ( s. d. ): sechs graffschafftthümer habe ich noch in possession engl. comedien u. tragedien …

grafschaftsuntertan

DWB

grafschaft·s·untertan

grafschaftsuntertan , m. , vgl. DWB grafschafter , DWB grafschaftsmann , -leute: welche pollicei und ortnung alle jahr dennen gesambten graf…

grafschaft als Zweitglied (21 von 21)

Augrafschaft

DRW

Augrafschaft Name einer elsässischen Markgenossenschaft ZGO. 16 (1864) 331

gaugrafschaft

DWB

gaugraf·schaft

gaugrafschaft , f. amt und bezirk des gaugrafen, noch in unserm jahrh. z. b. gogrefschaft Achim Kobbe Bremen u. Verden 56 , gleich voigtei i…

Maigrafschaft

DRW

maigraf·schaft

Maigrafschaft, f. I Amtsführung, Amtszeit eines Maigrafen den meygreven sal men kesen uppe meydach, unde de meygrevesschopp sal stan beth an…

markgrafschaft

DWB

markgraf·schaft

markgrafschaft , f. gebiet eines markgrafen: marchia mark, markgrafschaft Dief. 349 a ; marchionatus markgrafeschaft, marggraveschaft, margr…

Niedergrafschaft

DRW

nieder·grafschaft

Niedergrafschaft, f. zu nieder (I) eine aus der Teilung eines Herrschaftsgebiets hervorgegangene Grafschaft (II) vgl. Niederfürstentum, Ober…

Obergrafschaft

DRW

obergraf·schaft

Obergrafschaft, f. geographisch motivierte Wortbildung Bezeichnung für eine aus einem geteiltem Herrschaftsgebiet hervorgegangene Grafschaft…

Raugrafschaft

DRW

raugraf·schaft

Raugrafschaft, f. Herrschaftsbezirk eines Raugrafen vgl. Wildgrafschaft [wir] verkeuffen ... die rugraveschaft 1376 Wigand,WetzlBeitr. II 25…

Reichburggrafschaft

DRW

reich·burggrafschaft

Reichburggrafschaft, f. nur bei Spangenberg belegte Bez. für die vier Burggrafschaften Magdeburg, Nürnberg, Rheineck und Stromberg Magdeburg…

reichsgrafschaft

DWB

reichsgraf·schaft

reichsgrafschaft , f. die würde eines reichsgrafen, das einem solchen unterworfene gebiet: den darinnen angeordneten reichsgrafschaften. Maj…

salzgrafschaft

DWB

salzgraf·schaft

salzgrafschaft , f. : endlich bestelte der ertzbischoff Hansen von Hedersleben .. zum saltzgräfen, und verliehe ihm ao. 1408 den 1 novembr. …

waldgrafschaft

DWB

waldgraf·schaft

waldgrafschaft , f. : eine der berühmtesten waldgrafschaften ist die waldgrafschaft ( comitatus nemoris ) über die waldungen bei Montjoie un…