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Grafschaft

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Grafschaft

Grafschaft

Graf m. erblicher Adelstitel, ahd. grāvo (8. Jh.), mhd. grāve ‘Vorsteher des königlichen Gerichts, Verwalter’, asächs. grāvio, mnl. grāve, nl. graaf, daneben mit Umlaut afries. grēva, mnd. mnl. grēve. Die Etymologie ist ungewiß. Man hat versucht, von in der Bedeutung übereinstimmendem aengl. gerēfa (erhalten als zweiter Bestandteil in engl. sheriff) auszugehen, einer Präfixbildung, deren Grundwort aengl. rēfa in einem Ablautverhältnis zu ahd. ruoba (8. Jh.), ruova (9. Jh.) ‘Zahl’ stehen könnte. Doch sind die übrigen germ. Formen nicht als Präfixbildungen nachzuweisen. Eine andere Deutung will eine Beziehung zu got. gagrēfts ‘Beschluß, Verordnung’ und einem daraus erschlossenen got. *grēfan ‘gebieten’ herstellen; dabei bliebe freilich die aengl. Form unerklärt. Vielleicht aber ist das in merowingischen und karolingischen Quellen gut bezeugte mlat. graphio, grafio, grauio ‘Steuerbeamter, gerichtlicher Verwalter’ nicht als Latinisierung eines germ. Wortes, sondern vielmehr als Entlehnung des byzantinischen Hoftitels byzant.-griech. graphé͞us (γραφεύς), eigentlich ‘Schreiber’, zu griech. gráphein (γράφειν) ‘schreiben’, aufzufassen. In frühmerowingischen Quellen bezeichnet graphio einen Polizei- und Vollstreckungsbeamten, dann einen königlichen Beamten mit administrativen und richterlichen Befugnissen. In spätkarolingischer Zeit wird das Grafenamt mit der Verleihung von Landbesitz zu einem erblichen Lehen umgewandelt (vgl. ahd. burg-, lant-, marc-, phalanzgrāvo). Seit dem späteren Mittelalter kann Graf, besonders in md. und nd. Gebieten, auch eine gewählte oder ernannte Amtsperson mit niederer richterlicher Gewalt oder den Vorsitzenden eines genossenschaftlichen Amtes bezeichnen, meist in Zusammensetzungen mit Graf als Grundwort wie Deich-, Wasser-, Feld-, Wald-, Holz-, Salzgraf. – gräflich Adj. ‘zu einem Grafen gehörig, ihn betreffend’, spätmhd. grevelich, greflich. Grafschaft f. ‘Amt und Würde eines Grafen, das unter der Verwaltung oder Herrschaft eines Grafen stehende Gebiet’, ahd. grāfscaft (um 1000), mhd. grāveschaft, grāfschaft.
2065 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grâfschaftstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    grâfschaft stf. grafschaft. consulatus sumerl. 49,23. wande si eine grâfschaft het in dem lande Wigal. 5272.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grafschaft

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Grafschaft , plur. die -en, das Gebieth, der Bezirk eines Grafen. 1) So fern dieses Wort ehedem einen peinlichen Ric…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grafschaft

    Goethe-Wörterbuch

    Grafschaft einmal -fft A1,400,11 Votum [18.10./1.11.85] a mBez auf deutsche Territorien: (ehemals eigenständiger) Herrsc…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grafschaft

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grafschaft war ursprünglich der Bezirk, dem ein Graf als Richter vorstand; dann das reichsunmittelbare Besitztum und spä…

  5. modern
    Dialekt
    Grafschaftf.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Grafschaft f. Grafschaft hießen die ritterschaftlichen Güter im Gegensatz zum Domanium: dee is in de Grafschaft geburen …

  6. Sprichwörter
    Grafschaft

    Wander (Sprichwörter)

    Grafschaft 1. Es ist keine Grafschaft über Flandern, kein Herzogthum über' Mailand und kein Königreich über Frankreich. …

  7. Spezial
    Grafschaft

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Graf|schaft f. (-,-en) contea (-ees) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grafschaft

28 Bildungen · 13 Erstglied · 15 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von grafschaft

graf + -schaft

grafschaft leitet sich vom Lemma graf ab mit Suffix -schaft.

grafschaft‑ als Erstglied (13 von 13)

grafschafter

DWB

graf·schafter

grafschafter , m. , angehöriger und bewohner einer grafschaft ( s. d. ): di graffschefter, es sein wirt oder inleit, ... was di auf ierm mis…

grafschaftler

DWB

grafschaft·ler

grafschaftler , m. , jüngere erweiterung zu grafschafter ( s. d. ): weil er ( der in die grafschaft Ruppin zugezogene Holländer ) der bei de…

grafschaftlich

DWB

grafschaft·lich

grafschaftlich , adj. , zur grafschaft ( s. d. ) gehörig: sonst ist ein alter gebrauch, dasz die gemeinschafft oder communität S. Lorentz ..…

grafschaftsfutter

DWB

grafschaft·s·futter

grafschaftsfutter , n. , soviel wie grafenfutter ( s. d. ): de hominibus aduocalibus pro grafschaft fuoter XII mod. auene ( bair. 14. jh. ) …

grafschaftsgericht

DWB

grafschaft·s·gericht

grafschaftsgericht , n. , älter grafschaftgericht, das für das gebiet einer grafschaft zuständige gericht; namentlich für die Schweiz bezeug…

grafschaft(s)hafer

DWB

grafschaft·s·hafer

grafschaft(s)hafer , m. , soviel wie grafenhafer: der haber, der da haizzet grafschafthaber, dez süln sein wol 30 mutt Münicher mazz (14. jh…

grafschaftsleute

DWB

grafschaft·s·leute

grafschaftsleute , subst. pl. zu grafschaftsmann ( s. d. ), älter grafschaftleute: auch sollen alle burger, alle grafschaftlude ... die geri…

grafschaftsmann

DWB

grafschaft·s·mann

grafschaftsmann , m. , älter grafschaftmann, pl. grafschaftsleute ( s. d. ), untertan einer grafschaft oder überhaupt einer territorialherrs…

grafschaftsrat

DWB

grafschaft·s·rat

grafschaftsrat , m. , die deutsche bezeichnung für ein aus den vertretern aller berufe einer englischen grafschaft zusammengesetztes kollegi…

grafschaftsrecht

DWB

grafschaft·s·recht

grafschaftsrecht , n. , nur schweiz., in der form graf(f)schaftrecht: neben diesen allgemeinen stadt- und landrechten ... haben anbey auch .…

grafschaft(s)steuer

DWB

grafschaft·s·steuer

grafschaft(s)steuer , f. : graffschafftsteüren seyen, welche der graaffschafft undervogt, wann es von nöhten ist, aufnimbt; diese steür wird…

grafschaft(s)tum

DWB

grafschaft·stum

grafschaft(s)tum , n. , soviel wie grafschaft 2 ( s. d. ): sechs graffschafftthümer habe ich noch in possession engl. comedien u. tragedien …

grafschaftsuntertan

DWB

grafschaft·s·untertan

grafschaftsuntertan , m. , vgl. grafschafter , grafschaftsmann , -leute: welche pollicei und ortnung alle jahr dennen gesambten graffschafts…

grafschaft als Zweitglied (15 von 15)

Augrafschaft

DRW

Augrafschaft Name einer elsässischen Markgenossenschaft ZGO. 16 (1864) 331

gaugrafschaft

DWB

gaugraf·schaft

gaugrafschaft , f. amt und bezirk des gaugrafen, noch in unserm jahrh. z. b. gogrefschaft Achim Kobbe Bremen u. Verden 56 , gleich voigtei i…

Maigrafschaft

DRW

maigraf·schaft

Maigrafschaft, f. I Amtsführung, Amtszeit eines Maigrafen den meygreven sal men kesen uppe meydach, unde de meygrevesschopp sal stan beth an…

markgrafschaft

DWB

markgraf·schaft

markgrafschaft , f. gebiet eines markgrafen: marchia mark, markgrafschaft Dief. 349 a ; marchionatus markgrafeschaft, marggraveschaft, margr…

Niedergrafschaft

DRW

nieder·grafschaft

Niedergrafschaft, f. zu nieder (I) eine aus der Teilung eines Herrschaftsgebiets hervorgegangene Grafschaft (II) vgl. Niederfürstentum, Ober…

Obergrafschaft

DRW

obergraf·schaft

Obergrafschaft, f. geographisch motivierte Wortbildung Bezeichnung für eine aus einem geteiltem Herrschaftsgebiet hervorgegangene Grafschaft…

Raugrafschaft

DRW

raugraf·schaft

Raugrafschaft, f. Herrschaftsbezirk eines Raugrafen vgl. Wildgrafschaft [wir] verkeuffen ... die rugraveschaft 1376 Wigand,WetzlBeitr. II 25…

Reichburggrafschaft

DRW

reich·burggrafschaft

Reichburggrafschaft, f. nur bei Spangenberg belegte Bez. für die vier Burggrafschaften Magdeburg, Nürnberg, Rheineck und Stromberg Magdeburg…

reichsgrafschaft

DWB

reichsgraf·schaft

reichsgrafschaft , f. die würde eines reichsgrafen, das einem solchen unterworfene gebiet: den darinnen angeordneten reichsgrafschaften. Maj…