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schmauch

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schmauch

Bd. 15, Sp. 951
schmauch , m. fumus crassior Schottel 1403, im älteren md. smouch (passional Köpke, die stellen s. unten); mnd. smôk, smk (schmök), nnd. smôk brem. wb. 4, 867. Schütze 4, 131. Dähnert 435a. Danneil 197b. ten Doornkaat Koolman 3, 231a, smauk Mi 81b, smk ten Doornkaat Koolman 3, 231a, mndl. smoock, vapor, fumus Kilian, nndl. smook; ags. smîc, smêc, smýc Bosworth-Toller 888b (daneben smoca 890a, woraus engl. smoke Sceat2 567a). mit schmauchen, schmäuchen (von denen ags. smocian Bosworth-Toller 890a durch die kürze des stammvocals unterschieden ist wie smoca von schmauch) sich zu ags. smeócan Bosworth-Toller 888a verhaltend wie rauch und die dazu gehörigen verben zu riechen. vgl. auch bair. schmiehen, langsam zu asche werden, glimmen Schm.2 2, 548. auszerhalb des german. vergleicht man griech. σμύχω (aor. έσμύγην), langsam verbrennen Wachter 1440. Frisch 2, 206a. Kluge etym. wb.5 329b. nordthür. mit contraction des diphthongs wie nd. schmôch, in einem besonderen sinne: die sägespähne oder das nasse holz womit man räuchert Kleemann 19c. die gleiche form bietet der folgende beleg: so kan man sie (die füchse) auch biszweilen wohl mit einem schmoch heraus (aus den löchern) räuchern, wie die bienen. Colerus öcon. 1, 580b. 11) dicker, qualmender rauch von etwas nicht mit heller flamme brennendem Schottel 1403. Stieler 1868. Steinbach 2, 459. Frisch 2, 205c. Gottsched 139. Adelung: tief unter dem feuchten gehölz lebt, langsamen schmauch aufqualmend, das werg. Voss Äneis 5, 682; vom tabaksrauche: die stube kam mit ihrem rauche der hölle selber ziemlich nah, voraus weil man bey solchem schmauche nicht viel von andern gästen sah. Chr. Weise reife gedanken 465; vom rauche des höllenfeuers: und uber das, so bringt sie (unzucht) auch in ewigkeit den bösen schmauch dort in der heiszen hellen glut. Ringwald laut. wahrh. 168; hie steiget auf ein dikker rauch erschreklich anzusehen, ein rechter pech und schwefelschmauch, der überal musz gehen, ein schmauch der billig wird genant angst, jammer, marter, quahl und brand. Rist n. himml. lieder (1641) 272. im, in den schmauch verhüllend für 'in der, die hölle': sondern es bleibet unbewogn, ein jeder wo er hin gezogn, ich in dem himel, jr im schmauch, den wie mans kocht, so jsst mans auch. Ringwald tr. Eckart G 3b; du must auch mit mir (dem tod) zum schlummer in den schmauch und bey jm sitzen, bisz der hirt von Sion vogtding halten wird. L 3a. rauch und schmauch, niederd. rôk un smôk Dähnert 435a. Danneil 198a: und einen grwliken rock und schmöck angerichtet, de dudeschen up dem huse tho vordelgende. quelle bei Schiller - Lübben 4, 265b; in der köken is nig rook nog smok, weder feuer noch rauch. brem. wb. 4, 867; die geister hatten hier, aus rauch, schmauch und viel dünsten, mit jhrer gaucklerey, und zauberischen künsten, polirt durch hellisch fewr, und eben solchem glantz, den staal. D. v. d. Werder Ariost 2, 42, 5. dampf und schmauch: der infernalisch schwefelrauch, der Phlegetontisch dampff und schmauch, die Acheruntisch fewrflam ist sehr scharff, sehr heisz, sehr grosz, das wist. Hollonius somn. vit. humanae 27, 449 neudr. einen schmauch machen, vaporare, suffitionem facere, fumificare Stieler 1868. Adelung, anrichten (s. oben den mnd. beleg); im schmauche ersticken Adelung. 22) allgemeiner, von rauchähnlichem, wie 'dunst': do er wolte vehten wider die hitze (das fieber) unde gôʒ (sc. wasser), seht dô geschach ein wunder grôʒ, wand sin stanc und sin smouch gienc von im unde rouch so uber an sime swâse, daʒ si von deme âse begonden alle vliehen. pass. 149, 41 Köpke; welch unerträglich - fauler schmauch erhebt sich (von den todten) durch die bangen lüffte! geschwängert mit erhitztem giffte. A. Gryphius (1698) 2, 15; nd. auch wie 'nebel' Danneil 198a. 33) in bildlichen, auf 1 oder 2 zurückgehenden wendungen: nd. sik uut dem smook maken, sich aus dem staube machen, davon laufen. brem. wb. 4, 867. ähnlich: wenn aber sie (die obersten in der schlacht) wie lose mückn die nase aus dem schmauche rückn, und wie ein krebs zu rücke krichn, und können nicht das pulver richn, so wendet sich von stunden an ein ider, wer sich wenden kan. Ringwald laut. wahrh. 230. in einer an das herdfeuer erinnernden verbindung: was gaffstu viel auff ander leut, verricht du was man dir gebeut, und lasz ein andern sorgen auch im hausz, für seines amptes schmauch. evang. E 2a. hochmut wird als schmauch aufgefaszt: die wîle in im der îtel geist pflac erheben sulchen smouch, do quam er zu im selber ouch und mercte, wie sîn valsch wielt. pass. 406, 91 Köpke, homôt is ôk gelîkent dem rôke; jo he hoger sticht in sînem smôke, so me sîner kleiner begrîpen kan. sündenfall 558 Schönemann. ebenso neid: lehre mich, du geist der liebe, dasz des neides gift'ger schmauch, und der eignen rache rauch, meinen heiland sehr betrübe. Chr. Gryphius poet. wälder (1718) 1, 156, verläumdung: auff das jm mit des richters schwert sein unnütz maul gestopffet werd, und dich so wol ein andern auch zufrieden lasz mit solchem schmauch. Ringwald laut wahrh. 143, unglück: ein andern nicht zu viel belach, noch dich zu hoch vermessen thu, denn es sind grösser leut als du, gar hart gefallen, das dir auch nit kom ins haus ein bitter schmauch der dir die augen so zu beis, das man mit fingern auff dich weis. 184. 44) im süden der Altmark heiszt die klatschrose (papaver rhoeas) auch smôk Danneil 198, vielleicht weil die pflanze als rauchwerk benutzt wird. vergl. das nordthüringische schmôch oben unter dem formalen. 55) holstein. smök, tabakspfeife (m. oder f.?) Schütze 4, 131, mecklenb. smäuk Mi 81b. 66) in verbalem sinne wird in Ostfriesland ein zug aus der tabakspfeife smök genannt: ik mut gau noch êrst 'n lütjen smk dôn, êr ik de pîpe weg sette. ten Doornkaat Koolman 3, 231a.
5853 Zeichen · 115 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmauch

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Schmauch , des -es, plur. car. ein dicker Rauch, dergleichen oft der Rauch ohne Feuer ist. Einen Schmauch machen. Im…

  2. modern
    Dialekt
    Schmauch

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Schmauch Band 9, Spalte 841 Schmauch 9,841

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmauch

25 Bildungen · 21 Erstglied · 0 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schmauch 2 Komponenten

schma+uch

schmauch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmauch‑ als Erstglied (21 von 21)

schmaucheln

DWB

schmauch·eln

schmaucheln , verb. , deminutiv zum folgenden, schmauchen, rauchen Schröer 202 b .

schmauchen

DWB

sch·mauchen

schmauchen , verb. schmauch von sich geben, nd. holländ. smoken, ein unbezeugtes ahd. * smouhhên voraussetzend. vgl. rauchen oben theil 9, 2…

schmaucher

DWB

schmaucher , m. , zu schmauchen, rauch von sich geben. 1 1) nach 3 der gerne und stark tabak raucht Campe, besonders im compositum tabakschm…

schmaucherin

DWB

schmauch·erin

schmaucherin , f. zum vorigen, foemina latitans, occulta, tecta, abdite et occulte deludens Stieler 1253 .

Schmaucheriⁿ

Idiotikon

Schmaucheriⁿ Band 9, Spalte 844 Schmaucheriⁿ 9,844

Schmaucheⁿ

Idiotikon

Schmaucheⁿ Band 9, Spalte 844 Schmaucheⁿ -äu- 9,844

schmaucheⁿ I

Idiotikon

schmaucheⁿ I Band 9, Spalte 841 schmaucheⁿ I 9,841

schmaucheⁿ II

Idiotikon

schmaucheⁿ II Band 9, Spalte 844 schmaucheⁿ II 9,844

schmauchfeuer

DWB

schmauch·feuer

schmauchfeuer , n. schmauchendes, qualmendes, ohne helle flamme brennendes feuer. Adelung. Frischbier 2, 295 b , nd. smôkfr Danneil 197 b .…

schmauchholz

DWB

schmauch·holz

schmauchholz , n. für ein schmauchfeuer geeignetes holz, besonders zum brennen der ziegel und des theers. Frisch 2, 206 a , nd. smökholt Däh…

schmauchicht

DWB

schmauch·icht

schmauchicht , schmauchig , adj. zu schmauchen, qualmen: schmauchichte stube, hypocaustum fumosum, atrum, fumo turpatum, fumum redolens Stie…

Schmauchig

Campe

sch·mauchig

Schmauchig , — er, — ste , adj . u. adv . Schmauch enthaltend, voll von Schmauch. Eine schmauchige Stube, welche z. B. voll von Tabaksschmau…

Schmauchlümmel

GWB

schmauch·luemmel

*Schmauchlümmel pejor für Raucher Rauchen..macht dumm..unfähig zum Denken und Dichten..nur für Müßiggänger..faule Türken ist der liebevolle …

schmauchpfahl

DWB

schmauch·pfahl

schmauchpfahl , m. pfahl, an den der verbrecher gebunden wurde, der zu tode geschmäucht werden sollte Frischbier 2, 295 b , vgl. schmauchen …

schmauchstube

DWB

schmauch·stube

schmauchstube , f. schmauchige stube, stube in der geschmaucht wird, stuffa ò stanza dove si fuma tabacco. Kramer deutsch-ital. diction. 2 (…

Ableitungen von schmauch (4 von 4)

beschmauchen

DWB

beschmauchen , imbuere fumo: die wand, ein gemälde beschmauchen; die pedanten in der malerei pflegen diese schwarze kunst zu schätzen, wie d…

erschmauchen

DWB

erschmauchen , ex insidiis observare. Stieler 1868 .

verschmauchen

DWB

verschmauchen , verb. rauchend aufbrauchen, rauchend hinbringen. das wort, in älterer zeit nicht nachgewiesen, gehört zum mhd. smouch, nd. s…