schilling,
m. solidus, as varii valoris. II.
Formales. mhd. schilling,
ahd. scilling, skillink, schilling Graff 6, 477;
goth. skilliggs,
ags. scilling,
mnd. schillink, schildink,
nnd. schilling
brem. wörterb. 4, 654. Dähnert 407
a. Schütze 4, 49. Danneil 185
b; schillink, schellink ten Doornkaat Koolman 3, 123
b;
mndl. schellingh Kilian;
nndl. schelling,
altfries. skilling, schilling, skilleng,
ags. scilling,
engl. shilling,
altnord. skillingr,
im norwegischen des 14.
jahrh. auch skildingr. Cleasby-Vigfusson 546;
schwed. dän. skilling,
ein mit dem suffix -ing,
das auch sonst in münzbezeichnungen vorkommt (pfenning,
ahd. cheisuring),
gebildetes wort, dessen stamm wahrscheinlich der des starken verb. schellen,
schallen, klingen ist. gramm. 2, 32. 350.
andere ableitungsversuche, unter denen die zusammenstellung mit altnord. skil
unterscheidung, skilja
trennen, am beachtenswertesten ist, sind bei Scherz-Oberlin 1406
zusammengestellt. eine sage über die entstehung des worts weisz Henneberger
erklär. [] der preusz. gröszeren landtafel (1595) 453
zu berichten: damals war ein bürger zu Thoren, Bernhard Schilling von der Liegnitz, der hatte dreisig centner silbers aus dem bergwerk Niclasdorf bekommen, darvon machet dieser erstlich eine münze, rund, halb silbern, galt das stück sechs heller oder vier vierchen, bekam den namen von ihm, und heiszet noch schilling.
für die allgemeine verbreitung der benennung zeugt ihr eindringen ins altslav., wo es zu sklzi
umgebildet wurde. grundr. d. germ. philol. 1, 321,
und ins romanische, dessen ital. scellino,
span. prov. franz. escalin
darauf zurückgehen. Diez
4 284.
die oben erwähnten älteren germanischen dialekten angehörigen formen mit d
sind wol durch angleichung an schild
entstanden. im deutschen begegnen landschaftlich ähnliche verkürzungen wie bei pfenning,
aarg. schillig Hunziker 220. Tobler 387
a,
schles. schilg Weinhold 83
a,
mnd. plur. schillier Schiller-Lübben 4, 91
b,
nnd. schilnk, schelnk ten Doornkaat Koolman 3, 123
b.
über die weiterbildung schillinger
und das dazu gehörige gekürzte schilger
s. das erstere. verdunklung des stammvocals zeigt die aus älterer zeit belegte form schulleng.
quelle von 1394
bei Dief.-Wülcker 837.
sing. statt des plur. zur bezeichnung einer summe, der hier wie im allgemeinen bei münzbezeichnungen nhd. üblich ist, findet sich neben häufigerem plur. schon im mhd.: sîn kel was umb fünf schilling geben.
Reinhart 378. IIII.
Bedeutung und gebrauch. II@11)
eine münze von wechselndem wert. schilling
bezeichnet zunächst das hellklingende geldstück aus gold oder silber, den solidus, im gegensatz zur kupfermünze, dem pfenning,
denarius. der helle klang des edelmetalls gehörte zum wesen des schillings;
nach dem Friesenrecht muszte der einnehmer bei der steuerabgabe den klang des schillings
durch zwölf fächer hören, wenn er gelten sollte. J. Grimm
kl. schrift. 6, 177.
in alter zeit war der schilling
meist der achte oder der zwanzigste theil eines pfundes. Schm.
2 2, 398. 399,
nimmt aber nach und nach an wert ab und wird schlieszlich auch aus kupfer hergestellt. II@1@aa)
den gebrauch im allgemeinen mögen die folgenden belege illustrieren: jah andnemum skilligans .j. jah faurþis þairh kavtsjon miþ diakuna Alamoda unsaramma jah miþ-gahlaibaim unsaraim andnemum skilliggans .rk. wairþ þize saive.
ostgoth. urkunde zu Neapel bei Heyne
Ulfilas8 227;
mnd. sve sin ve drift up enes anderen korn oder gras, he scal ime gelden sinen scaden uppe recht, unde büten mit dren scillingen.
Sachsensp. 2, 47, 1; wann der pharrer mit unserm herrn ausgieng über den Emerspach oder über den walt, wann dann der mesner mit im geet, so soll im der, dahin man geet, ain schilling geben oder käsz und brot darfür.
tirol. weisth. 4, 201, 1 (
von 1338); item, welicher frei zu der lantsprach nicht kumbt, derselb ist verfallen 4 schilling. 3, 6, 16 (
von 1440); in den obgenannten marken ligt ein flöck, haiszt die jaghütten, daraus gibt man ainem abt ze Füszen alle jar jerlich im maien 25 schilling. 2, 100, 14 (
von 1461); da er weck ist zogen, hat er in (
einen stein mit römischer inschrift) umb drei schilling aim purger verkauft. Aventin
chr. 1, 687, 18
Lexer; warum ward ich hieher gesprengt? .. mich zu eurem bärnhäuter zu verdingen um einen schilling. Schiller
räub. trauersp. 4, 8; darf man einem bettler geben schilling oder stüber? Rückert (1882) 11, 428; swâ minne veile wære, diu næme eins alten schillinc vür eins jungen pfenninc. Vridanc 98, 21; er gebe goldes ein phunt swer ir den magetuom welle nemen, wer sie darnâch welle hân, der sol ir einen schillinc lâ
n. Heinr. v. Neustadt
Apollonius 15799; dâ gelten vierzeh(e)n pfifferling funffzehen schilling. O. v. Wolkenstein 4, 1, 5; muostz nach und nach erkratzen, hut ein schilling, morn ein batzen.
fastnsp. 832, 9; verzerst einn schillinc oder zwê
n. Kolm. meisterl. 170, 47; der ein solde em funffzigk pennige, der ander funffzigk schillinge.
Alsfeld. passionssp. 2788 (
nach Lucas 7, 41); gebet mir (
Judas) driszigk schillinge! 3169. II@1@bb)
das metall, aus dem der schilling
besteht, ist gold oder silber: aureos (
sc. solidos)
sex, scillinge sehsi.
ahd. glosse bei Schm.
2 2, 398; Jôsêph sînen bruoderen gebetemit sabenînere wâte, iegelîcheme zuei padguuantsô man beʒʒest dâ vant. Beniâmin gab er finfiujouch zehen skillinge, silberîn si wâren,ich ne weiʒ waʒ si wâ
gen. genesis in d. fundgruben 71, 4.
[] II@1@cc)
eintheilung. in 40
denare: sôhwersô anðran zi ðinge gimenit, inti er ni cuimit, ibu ini sunne ni habêt, gelte scillingâ xv (600
dinarios qui faciunt solidos 15
culpabilis iudicetur).
lex salica 1
bei Müllenhoff-Scherer
denkm.3 1, 227;
in 12
pfennige: dem kint wil ich den pfenning borgen; sîn zuhtmeister sol mir besorgen vier und zweinzic pfenninge oder zwêne schillinge. K. v. Haslau
jüngl. 1228.
so früher in Nürnberg und Anspach. Schm.
2 2, 399,
in Hamburg, Holstein und Lübeck. Schütze 4, 49,
im altfries.: Astergae litike scillingh, thi is xii liowerdera panninghen.
quelle bei Richthofen
altfries. wb. 1031
a,
im mnd.: der gute olde honnoverschen penninge schal men geven 10 vor den schilling, unde wat neyne olde honnoversche en weren unde Peynesche penninge, der scal men geven 12 vor den schilling.
quelle bei Schiller-Lübben,
heute noch in England (12
pence).
der Würtemberger und der Züricher schilling
galt 12
heller, der vlämische 12
groot. Schm.
a. a. o. der schilling
zu 12
Bremer schwaren gerechnet: mnd. sesteyn schillinghe gheldes, den schillingh to rekene by twelf ghuoden bremeren zwaren.
quelle von 1388
bei Schiller-Lübben 4, 91
b.
eintheilung in 30
pfennige, ursprünglich wol bei gleichwertigkeit des schillings
durch verschlechterung der pfennige entstanden, dann aber auch mit erhöhung des schillings
an geldwert. Schm.
2 2, 398:
im Augsb. stadtb. von 1276 ist ie des schillinges drizzik pfenninge.
ebenda; je dreiszig pfenning für ain schilling.
quelle von 1410. 1451. 1466. 1469. 1479
ebenda; im theuerungsjahr 1491 hat man das korn geben ein Münchener scheffel umb vi gulden, ye siben schilling für ein gulden und sind 30 dn. ein schilling.
quelle ebenda; drachma,
denarius, ein schilling, macht bei uns 30 pfennig, wigt drey scrupulos. Henisch 739, 61.
landschaftlich hat sich schilling
als rechenmünze für die summe von 30
pfenningen bis in dieses jahrh. erhalten, so in Österreich. Höfer 3, 86
und im salzburgischen. Schm.
a. a. o. im bremischen war schilling
ein und ein halber grote, 6
pfennige. brem. wb. 4, 654.
in der Altmark als rechenmünze für 9
pfennige. Danneil 186.
noch andere eintheilungen geben Frisch 2, 182
und Adelung. II@1@dd)
als rechenmünze wird der schilling
auch in den folgenden stellen gekennzeichnet: alts. Sîzo (
musz zahlen) ênon scilling penningô von ênero uuôstun hûva. Heyne
kl. and. denkm. 73, 195; darumb, das wir den habern aus dem gericht nicht füren süllen, da geben wir umb zehen schilling phenning.
tirol. weisth. 1, 98, 4 (14.
jahrh.); drei schilling newer plappert. Fischart
groszm. 19. II@1@ee)
man unterscheidet kurze schillinge,
die im allgemeinen denen zu 12
pfennigen gleichkommen, 20
auf ein pfund. Schm.
2 2, 398: aht schilling der churtzen augspurger pfenning.
quelle von 1323
ebenda; in Iglauer statuten von 1500
wird ein kleiner frevel mit 72
hellern, ein groszer mit 60 schilling der kortzen
verbüszt. ebenda, und lange schillinge,
worunter meist die zu 30
pfennigen verstanden werden, 8
auf ein pfund. 399; drei schilling der langen Müncher pfenning.
quelle von 1323
ebenda, ähnlich schwere
und leichte schillinge. Jacobsson 7, 219.
nd. een kleen schilling Dähnert 407
a,
dort als ein einzelner schilling
erklärt, bedeutet wol ursprünglich etwas ähnliches wie kurtzer
oder leichter schilling. II@1@ff)
vielfach begegnet in älteren quellen der ausdruck fünf schilling,
der bei der eintheilung des pfundes in 20 schilling (
s. oben)
ein viertel pfund oder eine halbe mark bezeichnet (
vergl. unten des dodes danz 432).
zu der häufigkeit der verbindung mag der wol durch die fünfzahl der finger veranlaszte gebrauch von fünf im sinne einer abschlieszenden zahl beigetragen haben. vgl. fünf
theil 4, 1,
sp. 552: swer an sinem rehte volkomen ist, und vindet man bi deme einen schilling oder minner: man sol si zesniden, und sol im diu stücke widergeben. und ist ir mer danne funf schillinge, eʒ gêt im an die hant.
Schwabensp. 164, 3
Gengler; bei swem man valsche phening vindet, der nicht ein münzzær ist, ist der über fünf schilling der churzen, und ist nicht guter phening darunder, so sol man jhn hahen.
quelle von 1332
bei Schm.
2 2, 398; der aigen man geit ze morgengab nicht denne ain schaff oder ain gais oder funf schilling der churzen.
quelle ebenda; item wiset der scheffen, wurde einige fische gefangen, der über fünf schilling wert were, den soll man eim abt furbringen umb sein gelt.
weisth. 2, 17 (
von 1458); zuo jungeste kam der tiufel zuo eime alten wîbe, und gelobete der zwêne schuohe und fünf schillinge pfennige.
quelle des 15.
jahrh. Germ. 3, 423; vümf schillinge oder mê wânt er vil gewisse hâ
n. Reinhart 368;
[] der guoten pfenninge nam er fumf schillinge.
sicbenschl. 395; jo fünf schilling nam din lieber ette; die verspilte er nehten im brette. Conr. v. Dangkrotzheim
namenb. 447; wan ain getrüwer antwerchman solt sich umb funff schilling begnügen lan.
des teufels netz 12955
lesart; fünf schilling wil ich für in (
einen gefangenen) geben.
Kolm. meisterl. 126, 30;
mnd. beide wat, di behort noch min, nouwe ein holten sark unde ein linnen laken gewêrt v schilling efte eine halbe mark.
des dodes danz 432; dâr (
im geldbeutel) hadde ik vîf schilling in redem gelde. 1375. II@1@gg)
sprichwörtliche redensarten: der schilling gilt nirgend so viel, als wo er geschlagen ist. Frischbier 2, 272
a; wer zum schilling geschlagen ist, wird kein groschen werden.
ebenda; ähnlich nd. wat tom schilling slaan is, wart nig tom daler. Schütze 4, 50; er treibt, schleicht, stöszt sich herum wie ein schlimmer (
falscher) schilling. Frischbier
a. a. o.; er ist bekannt wie ein schlimmer schilling.
ebd.; den schilling gewinnt man mit einem eide (
vgl. altfries.: ief ma thet spreka welle, thet him naut estelin se, sa swere hi for ene skilling enne eth. Richthofen 173, 155). Wander 4, 181; ein schilling geschenkt ist besser als zwanzig verliehen.
ebenda; nd. he het kenen schilling im huse, in de dasche. Dähnert 407
b; up sinen daler gaat 49 schilling (
statt 48),
von leuten, die mehr ausgeben als sie einnehmen. Schütze 4, 50; laat die vör'n schilling övern galgen trekken,
sei nicht so geizig. 2, 7; schölling stâ op on lât den grosche sötte. Frischbier 2, 272
a; 'dat is wër'n schillink to'm bliksem', sä' de pater, do ful hum de bril fan de kansel. ten Doornkaat Koolman 4, 123
b; man mut den schilling drê mâl umkêren, êr man em ûtgiwt. Wander 4, 181 (
aus Süderdithmarschen); wer en schillen nicht êrt, krigt nimmer einen dâler. 182; wer en schilling verdên kann, döörft ock en vertehren.
ebenda (
aus Rendsburg).
doppelsinnig mit anspielung auf die bedeutung 5: ein mancher schilling ist mehr werth als achthalbe kreuzer (
zu allzuzärtlichen eltern). Abr. a S. Clara
bei Schmeller
2 2, 401. II@22)
im allgemeineren sinne von geld, so in der alten alliterationsformel schatz
und schilling: wa ich iw erwete scaz unde scillinch, unde gold unde gimme.
quelle in Wackernagels
leseb. 1
2, 190, 7;
ags. nis voruldfeoh, þe ic me âgan ville, sceat ne scilling.
Cädmon genes. 2143
Grein. für eine zu bestimmtem zwecke dienende summe in zusammensetzungen wie kaufschilling, pfandschilling (
s. diese),
mhd. bancschilling,
abgabe der bäcker und fleischer von den brot- und fleischbänken. mhd. wörterb. 2, 2, 128, banschilling,
gewerbesteuer. Scherz-Oberlin 92, burgerschilling,
pretium pro jure civitatis acquirendo. 1407. II@33)
als gewichtsbestimmung: ags. genim of ðysse wyrte petroselini swyðe smæl dust ânes scillinges gewihte.
quelle bei Bosworth-Toller 832
b; vier schilling îsen, fünfzig pfunt stahels.
quelle bei Lexer
mhd. wb. 2, 737. II@44)
als zahlmasz, meist eine anzahl von 12
oder von 30
bezeichnend. Schm.
2 2, 400,
vgl. 1:
as. Sigêr fiftein muddi rokkon; Tiederik an themo selvon thorpa ênon scilling rokkon.
Freckenhorst. heberolle bei Heyne
kl. and. denkm. 79, 409 (
nach der erklärung des herausgebers eine anzahl von 12
korngarben, obgleich man auch, besonders wegen des vorhergehenden muddi,
an ein gewichts- oder raummasz denken könnte); drî, niun schilling eier.
quelle bei Lexer
mhd. wb. 2, 737; der ein hat das sein (
seine kalenderpractik) auf ein jahr gestreckt, der ander auff drey; und demnach alle auff etlich schilling jahr. Fischart
groszm. 6; (
niemand findet) ein schilling apotecker deren nicht sechs ungesund sind und todtenfarb. 54; schilling
significat duodenam rei cujusque; dyodecas vel dodecas ovorum etc. quelle von 1618
bei Schm.
2 2, 400; o ich bin in sittner gruszachtberkeet in unsem durffe, dosz de nuckbern gleeben, ich künne müh (
mehr), asse drithalbe schilge duckter. A. Gryphius
gel. Dornr. 90, 20
Palm; ein schilling sind 30 stücke von derselben sache.
quelle bei Tobler 387
a.
in den böhmischen bergwerken ist nach Adelung ein schilling wasser
eine zahl von 12
ledernen schläuchen oder 480
Prager pinten; ebenso bedeutet im nassauischen schilling
ein masz von 12
stück, nach dem die eier verkauft werden; auch schles. ist schilling
oder wie es dort laut schilg
gleichbedeutend mit dutzend. Frisch 2, 178
c. Weinhold 83
a; ein schilg vögel. Frisch
a. a. o.; ein schilg nüsse, äpfel. Weinhold 83
a.
[] den allgemeineren sinn von '
sehr oft'
bekommt die ebenda erwähnte wendung viel schilge mal,
auch schilge mal,
die in gleicher bedeutung ebenfalls in Ost- und Westpreuszen vorkommt. Frischbier 2, 272
a: das hat dieser alte kopf viel schilgemal erlebt. Hermes
Soph. reise 4, 162.
im bair.-östr. meint schilling
in solcher verwendung in der regel eine zahl von 30. Höfer 3, 86. Schmeller 2, 400. II@55)
prügelstrafe, rutenstreiche, schläge, zunächst die einem als strafe zuerkannte bestimmte zahl von schlägen, wol 12
oder 30 (
s. 3;
vgl.: nieman sol sînem lêrchinde mêr slage tuon, danne zwelve und alle âne geværde.
Schwabensp. 158
Gengler). schilling
etiam abusive sumitur pro castigatione, quae ferulis fit. Stieler 1794. schilling wird in den schulen für eine züchtigung der bösen knaben auf den bloszen hintern genommen, das ist, dasz sie dichte getroffen werden. Frisch 2, 178. es hat auch eine henker-straffe mit der ruthe im gefängnisz den namen schilling annoch.
ebenda. bei Tobler 133
a wird diese anwendung des worts als in Wien üblich bezeichnet: wenn ein knabe in der schulen solchen syllogismum machte, so geb man jm ein schilling. Luther 3, 444
b; wie ich einst der gänse hüte und die sehr umliefen, speilt ich den gänsen allen das maul auf; da blieben sie stille stehen, waren also bald erdurst' t, welches die frau mutter gewahr ward und gab mir einen guten schilling. Schweinichen 1, 26; einen streichen, stäupen, schilling geben. Sethi Calvisii
thes. lat. serm. (1666) 879; der schilling thut mir noch wehe,
doleo adhuc corium, sentio adhuc ictus. 380; er wollte diesem jungen, welchem sie nachlief, einen schilling bestellen. Riemer
polit. maulaffe 10; einem einen schilling geben,
virgis caedere aliquem. Stieler 1794; einen schilling aushalten,
poenas dare natibus. ebenda; er hätte leicht einen schilling bekommen,
nihil propius abfuit, quam ut virgis caederetur. ebenda; er fragt nicht viel nach einem schilling,
non moratur ferulae ictum. ebenda; neulich gab ich ihm etliche harhuschen; wenn es wieder also käme so kriegte er wohl gar einen schilling. Weise
comöd. 319; er brachte mir also im amtseifer gehörigen orts einen tüchtigen schilling bei. Seume (1837) 7
a.
bildlich: auff das wir den heiligen geist und Christum ein mal zur schul füreten, und einen guten schilling geben, das sie so vergessen und seumig gewesen sind, haben uns nicht recht und gnug geleret, den christlichen glauben und gute werck. Luther 1, 425
a; da kam auch flugs darauff die rute, nehmlich der Müntzer mit der auffrhur, und gab euch einen schilling, den jr noch nicht verwunden habt, und wir leider noch gröszern schaden davon haben. 5, 77
b; darumb sei e.
f. g. fröhlich, weil sie gott auch einmal in die schule geführet, und lernen wird, einen guten schilling leiden.
briefe 4, 539; wenn er (
gott) sihet dasz wir undanckbar unnd seinem wort unnd befehl ungehorsam sind, so lesset er uns durch den teuffel ein guten schilling geben, mit pestilenz, krieg, thewrung, und dergleichen staupen und plagen.
tischreden (1568) 23
b.