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schilling

mhd. bis sprichw. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schilling m.

Bd. 15, Sp. 149
schilling, m. solidus, as varii valoris. II. Formales. mhd. schilling, ahd. scilling, skillink, schilling Graff 6, 477; goth. skilliggs, ags. scilling, mnd. schillink, schildink, nnd. schilling brem. wörterb. 4, 654. Dähnert 407a. Schütze 4, 49. Danneil 185b; schillink, schellink ten Doornkaat Koolman 3, 123b; mndl. schellingh Kilian; nndl. schelling, altfries. skilling, schilling, skilleng, ags. scilling, engl. shilling, altnord. skillingr, im norwegischen des 14. jahrh. auch skildingr. Cleasby-Vigfusson 546; schwed.n. skilling, ein mit dem suffix -ing, das auch sonst in münzbezeichnungen vorkommt (pfenning, ahd. cheisuring), gebildetes wort, dessen stamm wahrscheinlich der des starken verb. schellen, schallen, klingen ist. gramm. 2, 32. 350. andere ableitungsversuche, unter denen die zusammenstellung mit altnord. skil unterscheidung, skilja trennen, am beachtenswertesten ist, sind bei Scherz-Oberlin 1406 zusammengestellt. eine sage über die entstehung des worts weisz Henneberger erklär. [] der preusz. gröszeren landtafel (1595) 453 zu berichten: damals war ein bürger zu Thoren, Bernhard Schilling von der Liegnitz, der hatte dreisig centner silbers aus dem bergwerk Niclasdorf bekommen, darvon machet dieser erstlich eine münze, rund, halb silbern, galt das stück sechs heller oder vier vierchen, bekam den namen von ihm, und heiszet noch schilling. für die allgemeine verbreitung der benennung zeugt ihr eindringen ins altslav., wo es zu sklzi umgebildet wurde. grundr. d. germ. philol. 1, 321, und ins romanische, dessen ital. scellino, span. prov. franz. escalin darauf zurückgehen. Diez4 284. die oben erwähnten älteren germanischen dialekten angehörigen formen mit d sind wol durch angleichung an schild entstanden. im deutschen begegnen landschaftlich ähnliche verkürzungen wie bei pfenning, aarg. schillig Hunziker 220. Tobler 387a, schles. schilg Weinhold 83a, mnd. plur. schillier Schiller-Lübben 4, 91b, nnd. schilnk, schelnk ten Doornkaat Koolman 3, 123b. über die weiterbildung schillinger und das dazu gehörige gekürzte schilger s. das erstere. verdunklung des stammvocals zeigt die aus älterer zeit belegte form schulleng. quelle von 1394 bei Dief.-Wülcker 837. sing. statt des plur. zur bezeichnung einer summe, der hier wie im allgemeinen bei münzbezeichnungen nhd. üblich ist, findet sich neben häufigerem plur. schon im mhd.: sîn kel was umb fünf schilling geben. Reinhart 378. IIII. Bedeutung und gebrauch. II@11) eine münze von wechselndem wert. schilling bezeichnet zunächst das hellklingende geldstück aus gold oder silber, den solidus, im gegensatz zur kupfermünze, dem pfenning, denarius. der helle klang des edelmetalls gehörte zum wesen des schillings; nach dem Friesenrecht muszte der einnehmer bei der steuerabgabe den klang des schillings durch zwölf fächer hören, wenn er gelten sollte. J. Grimm kl. schrift. 6, 177. in alter zeit war der schilling meist der achte oder der zwanzigste theil eines pfundes. Schm.2 2, 398. 399, nimmt aber nach und nach an wert ab und wird schlieszlich auch aus kupfer hergestellt. II@1@aa) den gebrauch im allgemeinen mögen die folgenden belege illustrieren: jah andnemum skilligans .j. jah faurþis þairh kavtsjon miþ diakuna Alamoda unsaramma jah miþ-gahlaibaim unsaraim andnemum skilliggans .rk. wairþ þize saive. ostgoth. urkunde zu Neapel bei Heyne Ulfilas8 227; mnd. sve sin ve drift up enes anderen korn oder gras, he scal ime gelden sinen scaden uppe recht, unde büten mit dren scillingen. Sachsensp. 2, 47, 1; wann der pharrer mit unserm herrn ausgieng über den Emerspach oder über den walt, wann dann der mesner mit im geet, so soll im der, dahin man geet, ain schilling geben oder käsz und brot darfür. tirol. weisth. 4, 201, 1 (von 1338); item, welicher frei zu der lantsprach nicht kumbt, derselb ist verfallen 4 schilling. 3, 6, 16 (von 1440); in den obgenannten marken ligt ein flöck, haiszt die jaghütten, daraus gibt man ainem abt ze Füszen alle jar jerlich im maien 25 schilling. 2, 100, 14 (von 1461); da er weck ist zogen, hat er in (einen stein mit römischer inschrift) umb drei schilling aim purger verkauft. Aventin chr. 1, 687, 18 Lexer; warum ward ich hieher gesprengt? .. mich zu eurem bärnhäuter zu verdingen um einen schilling. Schiller räub. trauersp. 4, 8; darf man einem bettler geben schilling oder stüber? Rückert (1882) 11, 428; swâ minne veile wære, diu næme eins alten schillinc vür eins jungen pfenninc. Vridanc 98, 21; er gebe goldes ein phunt swer ir den magetuom welle nemen, wer sie darnâch welle hân, der sol ir einen schillinc lân. Heinr. v. Neustadt Apollonius 15799; dâ gelten vierzeh(e)n pfifferling funffzehen schilling. O. v. Wolkenstein 4, 1, 5; muostz nach und nach erkratzen, hut ein schilling, morn ein batzen. fastnsp. 832, 9; verzerst einn schillinc oder zwên. Kolm. meisterl. 170, 47; der ein solde em funffzigk pennige, der ander funffzigk schillinge. Alsfeld. passionssp. 2788 (nach Lucas 7, 41); gebet mir (Judas) driszigk schillinge! 3169. II@1@bb) das metall, aus dem der schilling besteht, ist gold oder silber: aureos (sc. solidos) sex, scillinge sehsi. ahd. glosse bei Schm.2 2, 398; Jôsêph sînen bruoderen gebetemit sabenînere wâte, iegelîcheme zuei padguuantsô man beʒʒest dâ vant. Beniâmin gab er finfiujouch zehen skillinge, silberîn si wâren,ich ne weiʒ waʒ si wâgen. genesis in d. fundgruben 71, 4. [] II@1@cc) eintheilung. in 40 denare: sôhwersô anðran zi ðinge gimenit, inti er ni cuimit, ibu ini sunne ni habêt, gelte scillingâ xv (600 dinarios qui faciunt solidos 15 culpabilis iudicetur). lex salica 1 bei Müllenhoff-Scherer denkm.3 1, 227; in 12 pfennige: dem kint wil ich den pfenning borgen; sîn zuhtmeister sol mir besorgen vier und zweinzic pfenninge oder zwêne schillinge. K. v. Haslau jüngl. 1228. so früher in Nürnberg und Anspach. Schm.2 2, 399, in Hamburg, Holstein und Lübeck. Schütze 4, 49, im altfries.: Astergae litike scillingh, thi is xii liowerdera panninghen. quelle bei Richthofen altfries. wb. 1031a, im mnd.: der gute olde honnoverschen penninge schal men geven 10 vor den schilling, unde wat neyne olde honnoversche en weren unde Peynesche penninge, der scal men geven 12 vor den schilling. quelle bei Schiller-Lübben, heute noch in England (12 pence). der Würtemberger und der Züricher schilling galt 12 heller, der vlämische 12 groot. Schm. a. a. o. der schilling zu 12 Bremer schwaren gerechnet: mnd. sesteyn schillinghe gheldes, den schillingh to rekene by twelf ghuoden bremeren zwaren. quelle von 1388 bei Schiller-Lübben 4, 91b. eintheilung in 30 pfennige, ursprünglich wol bei gleichwertigkeit des schillings durch verschlechterung der pfennige entstanden, dann aber auch mit erhöhung des schillings an geldwert. Schm.2 2, 398: im Augsb. stadtb. von 1276 ist ie des schillinges drizzik pfenninge. ebenda; je dreiszig pfenning für ain schilling. quelle von 1410. 1451. 1466. 1469. 1479 ebenda; im theuerungsjahr 1491 hat man das korn geben ein Münchener scheffel umb vi gulden, ye siben schilling für ein gulden und sind 30 dn. ein schilling. quelle ebenda; drachma, denarius, ein schilling, macht bei uns 30 pfennig, wigt drey scrupulos. Henisch 739, 61. landschaftlich hat sich schilling als rechenmünze für die summe von 30 pfenningen bis in dieses jahrh. erhalten, so in Österreich. Höfer 3, 86 und im salzburgischen. Schm. a. a. o. im bremischen war schilling ein und ein halber grote, 6 pfennige. brem. wb. 4, 654. in der Altmark als rechenmünze für 9 pfennige. Danneil 186. noch andere eintheilungen geben Frisch 2, 182 und Adelung. II@1@dd) als rechenmünze wird der schilling auch in den folgenden stellen gekennzeichnet: alts. Sîzo (musz zahlen) ênon scilling penningô von ênero uuôstun hûva. Heyne kl. and. denkm. 73, 195; darumb, das wir den habern aus dem gericht nicht füren süllen, da geben wir umb zehen schilling phenning. tirol. weisth. 1, 98, 4 (14. jahrh.); drei schilling newer plappert. Fischart groszm. 19. II@1@ee) man unterscheidet kurze schillinge, die im allgemeinen denen zu 12 pfennigen gleichkommen, 20 auf ein pfund. Schm.2 2, 398: aht schilling der churtzen augspurger pfenning. quelle von 1323 ebenda; in Iglauer statuten von 1500 wird ein kleiner frevel mit 72 hellern, ein groszer mit 60 schilling der kortzen verbüszt. ebenda, und lange schillinge, worunter meist die zu 30 pfennigen verstanden werden, 8 auf ein pfund. 399; drei schilling der langen Müncher pfenning. quelle von 1323 ebenda, ähnlich schwere und leichte schillinge. Jacobsson 7, 219. nd. een kleen schilling Dähnert 407a, dort als ein einzelner schilling erklärt, bedeutet wol ursprünglich etwas ähnliches wie kurtzer oder leichter schilling. II@1@ff) vielfach begegnet in älteren quellen der ausdruck fünf schilling, der bei der eintheilung des pfundes in 20 schilling (s. oben) ein viertel pfund oder eine halbe mark bezeichnet (vergl. unten des dodes danz 432). zu der häufigkeit der verbindung mag der wol durch die fünfzahl der finger veranlaszte gebrauch von fünf im sinne einer abschlieszenden zahl beigetragen haben. vgl. fünf theil 4, 1, sp. 552: swer an sinem rehte volkomen ist, und vindet man bi deme einen schilling oder minner: man sol si zesniden, und sol im diu stücke widergeben. und ist ir mer danne funf schillinge, eʒ gêt im an die hant. Schwabensp. 164, 3 Gengler; bei swem man valsche phening vindet, der nicht ein münzzær ist, ist der über fünf schilling der churzen, und ist nicht guter phening darunder, so sol man jhn hahen. quelle von 1332 bei Schm.2 2, 398; der aigen man geit ze morgengab nicht denne ain schaff oder ain gais oder funf schilling der churzen. quelle ebenda; item wiset der scheffen, wurde einige fische gefangen, der über fünf schilling wert were, den soll man eim abt furbringen umb sein gelt. weisth. 2, 17 (von 1458); zuo jungeste kam der tiufel zuo eime alten wîbe, und gelobete der zwêne schuohe und fünf schillinge pfennige. quelle des 15. jahrh. Germ. 3, 423; vümf schillinge oder mê wânt er vil gewisse hân. Reinhart 368; [] der guoten pfenninge nam er fumf schillinge. sicbenschl. 395; jo fünf schilling nam din lieber ette; die verspilte er nehten im brette. Conr. v. Dangkrotzheim namenb. 447; wan ain getrüwer antwerchman solt sich umb funff schilling begnügen lan. des teufels netz 12955 lesart; fünf schilling wil ich für in (einen gefangenen) geben. Kolm. meisterl. 126, 30; mnd. beide wat, di behort noch min, nouwe ein holten sark unde ein linnen laken gewêrt v schilling efte eine halbe mark. des dodes danz 432; dâr (im geldbeutel) hadde ik vîf schilling in redem gelde. 1375. II@1@gg) sprichwörtliche redensarten: der schilling gilt nirgend so viel, als wo er geschlagen ist. Frischbier 2, 272a; wer zum schilling geschlagen ist, wird kein groschen werden. ebenda; ähnlich nd. wat tom schilling slaan is, wart nig tom daler. Schütze 4, 50; er treibt, schleicht, stöszt sich herum wie ein schlimmer (falscher) schilling. Frischbier a. a. o.; er ist bekannt wie ein schlimmer schilling. ebd.; den schilling gewinnt man mit einem eide (vgl. altfries.: ief ma thet spreka welle, thet him naut estelin se, sa swere hi for ene skilling enne eth. Richthofen 173, 155). Wander 4, 181; ein schilling geschenkt ist besser als zwanzig verliehen. ebenda; nd. he het kenen schilling im huse, in de dasche. Dähnert 407b; up sinen daler gaat 49 schilling (statt 48), von leuten, die mehr ausgeben als sie einnehmen. Schütze 4, 50; laat die vör'n schilling övern galgen trekken, sei nicht so geizig. 2, 7; schölling stâ op on lât den grosche sötte. Frischbier 2, 272a; 'dat is wër'n schillink to'm bliksem', sä' de pater, do ful hum de bril fan de kansel. ten Doornkaat Koolman 4, 123b; man mut den schilling drê mâl umkêren, êr man em ûtgiwt. Wander 4, 181 (aus Süderdithmarschen); wer en schillen nicht êrt, krigt nimmer einen dâler. 182; wer en schilling verdên kann, döörft ock en vertehren. ebenda (aus Rendsburg). doppelsinnig mit anspielung auf die bedeutung 5: ein mancher schilling ist mehr werth als achthalbe kreuzer (zu allzuzärtlichen eltern). Abr. a S. Clara bei Schmeller2 2, 401. II@22) im allgemeineren sinne von geld, so in der alten alliterationsformel schatz und schilling: wa ich iw erwete scaz unde scillinch, unde gold unde gimme. quelle in Wackernagels leseb. 12, 190, 7; ags. nis voruldfeoh, þe ic me âgan ville, sceat ne scilling. Cädmon genes. 2143 Grein. für eine zu bestimmtem zwecke dienende summe in zusammensetzungen wie kaufschilling, pfandschilling (s. diese), mhd. bancschilling, abgabe der bäcker und fleischer von den brot- und fleischbänken. mhd. wörterb. 2, 2, 128, banschilling, gewerbesteuer. Scherz-Oberlin 92, burgerschilling, pretium pro jure civitatis acquirendo. 1407. II@33) als gewichtsbestimmung: ags. genim of ðysse wyrte petroselini swyðe smæl dust ânes scillinges gewihte. quelle bei Bosworth-Toller 832b; vier schilling îsen, fünfzig pfunt stahels. quelle bei Lexer mhd. wb. 2, 737. II@44) als zahlmasz, meist eine anzahl von 12 oder von 30 bezeichnend. Schm.2 2, 400, vgl. 1: as. Sigêr fiftein muddi rokkon; Tiederik an themo selvon thorpa ênon scilling rokkon. Freckenhorst. heberolle bei Heyne kl. and. denkm. 79, 409 (nach der erklärung des herausgebers eine anzahl von 12 korngarben, obgleich man auch, besonders wegen des vorhergehenden muddi, an ein gewichts- oder raummasz denken könnte); drî, niun schilling eier. quelle bei Lexer mhd. wb. 2, 737; der ein hat das sein (seine kalenderpractik) auf ein jahr gestreckt, der ander auff drey; und demnach alle auff etlich schilling jahr. Fischart groszm. 6; (niemand findet) ein schilling apotecker deren nicht sechs ungesund sind und todtenfarb. 54; schilling significat duodenam rei cujusque; dyodecas vel dodecas ovorum etc. quelle von 1618 bei Schm.2 2, 400; o ich bin in sittner gruszachtberkeet in unsem durffe, dosz de nuckbern gleeben, ich künne müh (mehr), asse drithalbe schilge duckter. A. Gryphius gel. Dornr. 90, 20 Palm; ein schilling sind 30 stücke von derselben sache. quelle bei Tobler 387a. in den böhmischen bergwerken ist nach Adelung ein schilling wasser eine zahl von 12 ledernen schläuchen oder 480 Prager pinten; ebenso bedeutet im nassauischen schilling ein masz von 12 stück, nach dem die eier verkauft werden; auch schles. ist schilling oder wie es dort laut schilg gleichbedeutend mit dutzend. Frisch 2, 178c. Weinhold 83a; ein schilg vögel. Frisch a. a. o.; ein schilg nüsse, äpfel. Weinhold 83a. [] den allgemeineren sinn von 'sehr oft' bekommt die ebenda erwähnte wendung viel schilge mal, auch schilge mal, die in gleicher bedeutung ebenfalls in Ost- und Westpreuszen vorkommt. Frischbier 2, 272a: das hat dieser alte kopf viel schilgemal erlebt. Hermes Soph. reise 4, 162. im bair.-östr. meint schilling in solcher verwendung in der regel eine zahl von 30. Höfer 3, 86. Schmeller 2, 400. II@55) prügelstrafe, rutenstreiche, schläge, zunächst die einem als strafe zuerkannte bestimmte zahl von schlägen, wol 12 oder 30 (s. 3; vgl.: nieman sol sînem lêrchinde mêr slage tuon, danne zwelve und alle âne geværde. Schwabensp. 158 Gengler). schilling etiam abusive sumitur pro castigatione, quae ferulis fit. Stieler 1794. schilling wird in den schulen für eine züchtigung der bösen knaben auf den bloszen hintern genommen, das ist, dasz sie dichte getroffen werden. Frisch 2, 178. es hat auch eine henker-straffe mit der ruthe im gefängnisz den namen schilling annoch. ebenda. bei Tobler 133a wird diese anwendung des worts als in Wien üblich bezeichnet: wenn ein knabe in der schulen solchen syllogismum machte, so geb man jm ein schilling. Luther 3, 444b; wie ich einst der gänse hüte und die sehr umliefen, speilt ich den gänsen allen das maul auf; da blieben sie stille stehen, waren also bald erdurst' t, welches die frau mutter gewahr ward und gab mir einen guten schilling. Schweinichen 1, 26; einen streichen, stäupen, schilling geben. Sethi Calvisii thes. lat. serm. (1666) 879; der schilling thut mir noch wehe, doleo adhuc corium, sentio adhuc ictus. 380; er wollte diesem jungen, welchem sie nachlief, einen schilling bestellen. Riemer polit. maulaffe 10; einem einen schilling geben, virgis caedere aliquem. Stieler 1794; einen schilling aushalten, poenas dare natibus. ebenda; er hätte leicht einen schilling bekommen, nihil propius abfuit, quam ut virgis caederetur. ebenda; er fragt nicht viel nach einem schilling, non moratur ferulae ictum. ebenda; neulich gab ich ihm etliche harhuschen; wenn es wieder also käme so kriegte er wohl gar einen schilling. Weise comöd. 319; er brachte mir also im amtseifer gehörigen orts einen tüchtigen schilling bei. Seume (1837) 7a. bildlich: auff das wir den heiligen geist und Christum ein mal zur schul füreten, und einen guten schilling geben, das sie so vergessen und seumig gewesen sind, haben uns nicht recht und gnug geleret, den christlichen glauben und gute werck. Luther 1, 425a; da kam auch flugs darauff die rute, nehmlich der Müntzer mit der auffrhur, und gab euch einen schilling, den jr noch nicht verwunden habt, und wir leider noch gröszern schaden davon haben. 5, 77b; darumb sei e. f. g. fröhlich, weil sie gott auch einmal in die schule geführet, und lernen wird, einen guten schilling leiden. briefe 4, 539; wenn er (gott) sihet dasz wir undanckbar unnd seinem wort unnd befehl ungehorsam sind, so lesset er uns durch den teuffel ein guten schilling geben, mit pestilenz, krieg, thewrung, und dergleichen staupen und plagen. tischreden (1568) 23b.
17568 Zeichen · 363 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schillingst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    schilling , st. M. Vw.: s. schillinc

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schilling

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Schilling , des -es, plur. die -e, ein Wort, welches im Deutschen noch in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wird. …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schilling

    Goethe-Wörterbuch

    Schilling einmal ‘Schiling’, mehrf abgekürzt ‘Schl.’, ‘Schill.’ Gold-, später Silbermünze a dt Münzeinheit im Wert von 1…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schilling

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Schilling (solidus) , ursprünglich der 24. Theil eines Pfundes Silber, nach Karl d. Gr. der 20. Theil. später Münze von …

  5. modern
    Dialekt
    Schilling

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB Schilli ng [ʿSeli Barr Molsh. Illk. K. Z. ; ʿSìli Str. Hag. Rothb. Lobs. ] m. 1. Schilling, ein Geldwert von 4…

  6. Sprichwörter
    Schilling

    Wander (Sprichwörter)

    Schilling 1. Acht un viirtig Schilling sünt ok 'n Doaler. ( Strelitz. ) – Firmenich, I, 73, 106. 2. Besser einen Schilli…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schilling

242 Bildungen · 70 Erstglied · 172 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schilling

schil + -ling

schilling leitet sich vom Lemma schil ab mit Suffix -ling.

schilling‑ als Erstglied (30 von 70)

Schilling(s)wërt

Idiotikon

Schilling(s)wërt Band 16, Spalte 1324 Schilling(s)wërt 16,1324

Schillingbeile

DRW

schilling·beile

Schillingbeile, f. "Kerbholz, auf dem nur je ein oder mehrere Schillinge verzeichnet wurden" SchweizId. IV 1165 vgl. Beile (I 1), Brotbeile,…

Schilling-Canstadt

Meyers

Schilling-Canstadt , Paul von , einer der Erfinder des elektrischen Telegraphen, geb. 24. April 1786 in Reval, gest. 5. Aug. 1837 in St. Pet…

schillingen

DRW

schill·ingen

schillingen, v. I bezahlen [die Verkäufer bestätigen,] daz sy gancz vnd gar beczalt weren ... daz ouch der ... herre probst vor scheppen sch…

Schillingenglisch

DRW

schilling·englisch

Schillingenglisch, m. eine Rechenmünze ein schilling-englisch ist eine eingebildete muͤnze, und gehen davon 48 auf ein pfund. hiernach wird …

schillinger

DWB

schill·inger

schillinger , m. , weiterbildung zum vorigen, vielleicht aus einer pluralform entstanden, gleicher bedeutung. Lexer mhd. wb. 2, 737 , in Ans…

Schillingesdrad

WWB

Schillinges-drad m. [ Kr. Iserlohn Isl Alt] Bergische Drahtsorte, Schillingsdraht.

schillinggeld

DWB

schilling·geld

schillinggeld , n. im landbuch des kantons Appenzell-Auszerroden von 1747 der zinsfusz, nach dem von 17 batzen 2 pfennigen 1 schilling, und …

Schillinggeldbrief

DRW

schilling·geldbrief

Schillinggeldbrief, m. verbriefte Schuldverschreibung, Obligation (I) für Schillinggeld (I) wer schillinggeltbrieff gmein hete oder einen ge…

Schillinggëlt

Idiotikon

Schillinggëlt Band 2, Spalte 265 Schillinggëlt 2,265

Schilling II

RhWB

Schilling II PfWB ElsWB das Wort ist noch lebendig in Bed. 1 im Siegld u. OBerg; in Bed. 2 ganz veraltet, noch hier u. da im Rip, Berg überl…

Schillinglaib

DRW

schilling·laib

Schillinglaib, m. Brotlaib, der im Verkauf einen Schilling (III) kostet; der Preis des Brots bleibt unverändert, lediglich das Gewicht passt…

Schillingleibel

ElsWB

Schilli ng leib e l [‘Sìlilæiwl Ndhsn. Dachstn. K. Z. ; ‘Seliláwl Bühl ] n. Laibchen Brot für 16 Pfg.

Schillinglicht

DRW

schilling·licht

Schillinglicht, n. Kerze im Wert eines Schillings (III) vgl. Schillingwert (II), Sechslinglicht schilling-lichte 4 sechßeling-lichte 5 uff i…

Schillingsbier

DRW

schillings·bier

Schillingsbier, n. Bier von der Menge, die im Verkauf einen Schilling (III) kostet vgl. Hellerwert (I), Pfennigwert (V), Schillinglaib, Schi…

Schillingsbok

MeckWB

schillings·bok

Wossidia Schillingsbok n. Buch für einen Schilling, also sehr billig: de Jungens kregen von 'n Grafen to Wihnachten 'n Schillingsbok Sta Sta…

Schillingsbrot

MeckWB

schillings·brot

Wossidia Schillingsbrot n. beliebtes Gebäck; auf dem Jahrmarkt von den Knechten uthölkt und mit Sirup gefüllt Gü Güstrow@Neuendorf Neuend ; …

Schillingsdönken

MeckWB

schillings·doenken

Wossidia Schillingsdönken ( -ö- lang) n. ein billiges, kleines Lied: Dien ohld Schillingsdöhnken vam Lindworm dögt Di nich so väl J. H. Voss…

schillingsdraht

DWB

schillings·draht

schillingsdraht , m. eine art draht, die zum stricken, zu zelthaken u. s. w. gebraucht wird, vielleicht weil eine bestimmte menge davon um e…

schilling als Zweitglied (30 von 172)

Amtsschilling

DRW

amts·schilling

Amtsschilling ambetschillinc Abgabe 1251 WerdenUrb. I 365 Faksimile v.Minnigerode,Königszins 50

Arwschilling

MeckWB

Wossidia Arwschilling m. Erbschilling, ererbter Schilling; als Kugel gegen den dreibeinigen Hasen Schö Schönberg@Hamberge Hamb .

Auflaßschilling

DRW

Auflaßschilling wie Auflaßgeld were is ..., das imand sin gut den kindern ... bi lebennigen libe geben wil, di sullen gebe ... dem scholteis…

Bichtschilling

MeckWB

bicht·schilling

Wossidia Bichtschilling m. wie das Vor. : er wurde bei der Beichte vor der Konfirmation in das Taufbecken geworfen Sta Stargard@Strelitz Str…

Bȫsschilling

Idiotikon

Bȫsschilling Band 8, Spalte 586 Bȫsschilling 8,586

Chaufschilling

Idiotikon

Chaufschilling Band 8, Spalte 584 Chaufschilling 8,584

Chuchischilling

Idiotikon

Chuchischilling Band 8, Spalte 584 Chuchischilling 8,584

Dackschilling

MeckWB

Wossidia Dackschilling m. Abgabe der Kätner: 'et omnes cotarii 1 sol. dictum Dachschillingk' ( Schö Schönberg@Herrnburg Herrnb 1525) D. Schr…

Döpelschilling

MeckWB

doepel·schilling

Wossidia Döpelschilling m. die an den Küster zu zahlende Taufgebühr Ha Hagenow@Wittenburg Witt ; Ro Rostock@Biestow Biest ; wo mihr Kinner, …

doppelschilling

DWB

doppel·schilling

doppelschilling , m. uber disz wäre es schande dasz er seine schöne ducaten und reichsthaler vor solch lumpenzeug solte hinschleudern, wenn …

Drinkschilling

MeckWB

drink·schilling

Wossidia Drinkschilling m. Trinkgeld im Betrage eines Schillings Ro Rostock@Gresenhorst Gres ; seine Annahme war den Handwerkern, wenn sie b…

eheschilling

DWB2

ehe·schilling

eheschilling m. bußgeld: ⟨u1280/5⟩ schwabenspiegel 145 a L. mdal. bair. als abgabe bezeugt.

einlegeschilling

DWB2

einlegeschilling m. entlohnung für die einlagerungsarbeit: 1521/3 obrhein. stadtrechte III 1,2,1068.