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Pfennig

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PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Pfennig m.

Bd. 1, Sp. 811
Pfennig m.: 1. Münze von bestimmtem Wert, gegenwärtig der hundertste Teil der Deutschen Mark (DM), Pennich, Penning usw., s. F. [allg.]. Zwischen Pfennig und Mark steht als inoffizielle und nur noch bei den Älteren gebräuchliche Münzbezeichnung der Groschen = Zehnpfennigstück. Als kleinste Münze bedeutet P. in vielen festen Formulierungen etwas Geringwertiges, Nichtiges. RA.: Do gewwich kääⁿ Penning for die Wahl 'Eins ist mir soviel wert wie das andere' [KU-Brück, verbr.]. Das macht mer an de Mark keeⁿ Pennig aus [NW-Deidh]. Ich hon keen Penning mehn in de Gewalt 'Das Geld ist mir ausgegangen' [KL-Alsbn]. Ich häbb kää roureʳ Penning mäh, dass. [BZ-Nd'horb, allg.]. Er hot käⁿ Penning im Arsch 'ist arm' [RO-Wartbg/Rohrb]. 's is keeⁿ Pennig wert [RO-Obd, allg.]. Das hot e Mailche wie e Penning 'einen sehr kleinen Mund' [Kaislt]. Do hän drei Weiwer ehre vier Kinner for finf Penning Guts (Bonbons) kaaf [Krieger 62]. Er sucht seiⁿ finf Penning, wenn einer die Hand in der Tasche hat [NW-Neidfs]. Dem sin finf P. geritscht 'Er ist aus nichtiger Ursache außer sich' [PS-Geisbg]. Er trinkt sich for fofzeh (15) P. Kurasch [WD-Niedkch]. KR.: Ri ra rutsch, mer fahre in de Kutsch, mer fahre in de Rumpelposcht, wo es keinen Pfennig koscht [»Der Trifels« vom 24. 12. 1933]. Weitere Reime s. Elektrische, Krämer, Regenwetter, Saft. — Andererseits symbolisiert sich im P. auch der Wert des Kleinen. Der Sparsame rechelt mit jedem P. [LA-Wollmh, allg.], macht de P. zur Marik [KB-Rüssing]. SprW.: Wer de Penning net ehrt, isch de Daler net wert [NW-Haßl, allg.]. Der Geizige brecht e Penning duarch [HB-Webh], drickt de P. bloo [KB-Bennhs, verbr.], es (ist) uf de P., wie der Deiwel uf e aarem Seel [RO-Dielkch]. Im Volksglauben gilt als Anzeichen zukünftigen Reichtums, wenn die Schneiderin der Braut einen P. in den Saum des Brautkleides näht [Zweibr]. — Die ältesten uns zugänglichen pfälzischen Belege (13. Jh.) bezeichnen mit P. den Silberpfennig. Seit dem 14. Jh. gab es neben dem reinen Silberpfennig auch den mit geringerem oder größerem Kupferzusatz geprägten Pfennig. Man nannte nun den ersteren Weißpfennig (lat. Albus, s. Albus), den letzteren schwarzen Pfennig. Seit dem 17. Jh. blieben die Pfennige ohne Silberzusatz. a. 1537: davon gebührt sich im flecken (d. h. in Trippstadt) ein pfenning, wo aber ein ausseßiger einem in flecken gebiten laßen wolt, ist zween pfenning [Trippstadter Weisthum]. Bei Nennung größerer Beträge erscheint P. gewöhnlich in Verb. mit Pfund, lat. libra, sowie mit Mark und Schilling, die als Zahlbezeichnungen anzusehen sind, und zwar bedeuten (vgl. die einschlägigen Artikel im DWb.): das Pfund in ältester Zeit (bis etwa 14. Jh.) 240, dann 40 Pf., die Mark (= ½ Pfund) 120 bzw. 20 Pf., der Schilling 12 Pf. a. 1292: hundert marc Colnischer penninge [Univ. Bibl. Heidelberg, Nachlaß Lehmann Nr. 93]. a. 1341: alleierlich (alljährlich) vmme vir schillinge penninge zur winachten zu geben deme meister in irme hove zu Obernheimbach [OttbgUrkb. 419]. a. 1553: ein schilling pfenning, nennet man das grabengeld, gehet zu und ab, darnach die häuser besetzt sein [ABlieskst 60]. a. 1601: jeden (gulden) zu achzehenthalben schilling Pfenning gerechnet [Verkaufsurkunde aus BZ-Klingmst]. a. 1528: Item 1 pfundt pfennigg proll Hans zu Eideßum (Edesheim) von ettlichen eckern [GgHospR]. Der Geldverkehr war wegen des unterschiedlichen Wertes der einzelnen Münzsorten schwierig. Im pfälzischen Raum gab es um die Mitte des 15. Jh. zumindest drei Sorten des Pfennigs, wie aus einem Weistum der Abtei Limburg (Kr. NW) zu ersehen ist (a. 1448): Will der abt ein munze zu Durkeim machen, so sol er die gemein bezihen und sol da dun schlaen spiers pennige (Speyerer P.) oder wormesche (Wormser) pennige oder lutersche (Lauterer) pennige [Grimm Weist. V 599]. Dem Heller gegenüber war der P. auch in unserem Gebiet die wertvollere Münze; a. 1482 heißt es im Landsberger Zinsbuch (Bl. 4): daz der pfennige 10 sollen als gut sin als 11 allde heller. Der reale Wert des P. war um ein Vielfaches höher als heute, vgl. z. B. die Angabe im ZweibrUrkb. 132 (a. 1590): Bretzeln zu Pfenningen. Vgl. auch Pfennigsbrötlein, -weck.- 2. 'Geld überhaupt' in den Zs. Buß-, Miet-, Not-, Zehrpfennig. — 3. 'Vermögenssteuer'. a. 1495: (Der Gemeine Pfennig betrug) 1 fl pro 1000 fl [HB-Kirk/N'häus (nach D. Ecker, Kirkel-Neuhäusel und seine Burg, 1938)]. a. 1621: Item 5 batzen ahn einem lib. pfenning der Gemeindt ... geliffert [WerschwSchR Bl. 167]. Vgl. auch die Zs. Hielich-, Zehntenpfennig. — 4. scherzh. für 'Gesäß'. Setz dich uf deiⁿ Penning! [LU-Böhl]. — F.: pęniŋ fast allg.; pęnəŋ WD-Niedkch; pęniχ KU-Schmittw/O Roth Theisbgstg RO-Odh Rockhs; piniχ (1930) RO-Als Nd'mosch.
4734 Zeichen · 137 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfènnig

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Pfènnig , des -es, plur. die -e. 1. Ein Nahme einer Münze und eines Gewichtes. 1) Einer Münze. Ehedem wurde eine jed…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfennig

    Goethe-Wörterbuch

    Pfennig häufig ‘Pf.’, ‘Pfg.’ u ‘(.)’; auch ‘Pfenning’ (zB 52,68,26 ) u in Rechtsanwaltschriften; etwa die Hälfte der Bel…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfennig

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pfennig ( Pfenning , althochd. phantinc, phenninc ), ursprünglich gemünztes Geld überhaupt (so noch jetzt in Ausdrücken …

  4. modern
    Dialekt
    Pfennigm.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Pfennig m. : 1. Münze von bestimmtem Wert, gegenwärtig der hundertste Teil der Deutschen Mark (DM), Pennich, Penning usw…

  5. Sprichwörter
    Pfennig

    Wander (Sprichwörter)

    Pfennig 1. An einem Pfennig sieht man wie ein Gulden gemünzt (geschlagen) ist. – Simrock, 7836. Holl. : Aan een' penning…

  6. Spezial
    Pfennig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pfen|nig m. (-[e]s,-e) 1 (ehemalige Münzeneinheit) pfennig m. , zentejm de march m. 2 ‹fig› (Geld) scioldo (-di) m. ▬ ke…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfennig

507 Bildungen · 203 Erstglied · 302 Zweitglied · 2 Ableitungen

pfennig‑ als Erstglied (30 von 203)

Pfennigacker

PfWB

pfennig·acker

Pfennig-acker m. : Pennichackeʳ , ein Acker in BZ-Albw, der einst für einen Pfennig verkauft worden sein soll.

Pfennigamt

DRW

pfennig·amt

Pfennigamt, n. Finanzbehörde, metonymisch auch Amt, Aufgabe im Rahmen der Finanzverwaltung geng dannoch vil jar in keller, darnach gab man i…

Pfennigbann

Campe

pfennig·bann

✱ ✱ Der Pfennigbann , — es, Mz . u. 1) Der Befehl und das Recht dazu, Geldstrafe zu erlegen. 2) Die Gewalt und das Recht eine Abgabe von den…

Pfennigbede

DRW

pfennig·bede

Pfennigbede, f. wie Pfenniggeld (I) dat wi den vromen luden ... habben gelihen ... in dem dorppe zu Sellin penninge bede, corn bede, vleys b…

Pfennigbeschneiden

DRW

pfennig·beschneiden

Pfennigbeschneiden, n. Verkleinerung und damit Wertminderung von Münzen durch Abschneiden der Ränder vgl. kippen, Münzverfälschung d[arumbe]…

pfennigbier

DWB

pfennig·bier

pfennigbier , n. , mhd. phennincbier ( minnes. 3, 299 b ), mnd. penninkbêr, bier, wovon ein bestimmtes masz einen pfennig kostet: frisch auf…

Pfennigbot

DRW

pfennig·bot

Pfennigbot, n.? zu Bot (VI) wie Pfenniggeld (I) sal der [dorffer] gebruͤchin zcuͤ myme nuͤcze, also dach, das ... ydirman by gliche unde rec…

Pfennigbrief

DRW

pfennig·brief

Pfennigbrief, m. Darlehensurkunde, Schuldbrief vgl. Pfennigschuld [wir] geuen ouer jegenwordigk alle ... besegelde breue unde dergeliken pen…

pfennigbrot

DWB

pfennig·brot

pfennigbrot , n. brot das einen pfennig kostet, pfenningbrot Closener 53, 11 . vgl. pfennigsemmel, pfennigweck.

Pfennigbuße

DRW

pfennig·buße

Pfennigbuße, f. Geldstrafe (im Unterschied zur Leibesstrafe) bdv.: Pfennigbrüche, Pfennigfall, Pfenniggeld (II), Pfennigwette vgl. 1Haar (II…

pfennig als Zweitglied (30 von 302)

Ablaßpfennig

DRW

ablaß·pfennig

Ablaßpfennig I Ablaßdenkmünze benedicirte auch oel, wasser ..., ablasspfennige 1689 Laibach/Valvasor,Krain II 578 Faksimile Schmeller² I 431…

Ableitpfennig

DRW

Ableitpfennig Abfahrtsgeld wenn awch ein newer prior wiͤrt ... der sol die voͤrbenanten taͤg, die wiͤr haben, an dem uͤrfar ... empfahen und…

Abzugspfennig

DRW

abzug·s·pfennig

Abzugspfennig Nachsteuer hingegen ist von immobilibus, welche fremden personen zufallen, ..., kein abzugs-pfennig eher zu fordern, bis sie z…

Achtpfennig

DRW

acht·pfennig

Achtpfennig zu 3Acht Abgabe von Fronpflichtigen sol man geben dem meiger ... der herren von S. Alban 3 d. ze dienst, die da heissent acht pf…

Adlerpfènnig

Adelung

adler·pfennig

Der Adlerpfènnig , des -es, plur. die -e, bey dem großen Haufen, alle diejenigen Pfennige welche in ihrem Gepräge einen Adler führen, deren …

Altpfennig

DRW

alt·pfennig

Altpfennig vier altphening die frisekhin gehaissen 15. Jh. GörzSt. 92 Volltext 1607 FreibDiözArch. 23 (1893) 125 Faksimile

Angsterpfennig

DRW

angster·pfennig

Angsterpfennig Münze 1369 Herrgott,MAustr. IV 2 S. 190 angsterpfenning slachen 1424 GlarusUrkS. I 580 Faksimile – Abgabe SchweizId. V 1120 F…

Anleitpfennig

DRW

anleit·pfennig

Anleitpfennig zu Anleit (I 2 a) 1580 NÖsterr./ÖW. VII 183 Faksimile an- und ableitpfennig 1648 NÖsterr./ÖW. VII 274 Faksimile

Arnpfennig

DRW

arn·pfennig

Arnpfennig Erntelohn in messe ... solvit mansus quisque vi denarios, qui dicuntur arnepheninge oJ. Hanauer,Constd'Alsace 58 Faksimile

Artpfennig

DRW

art·pfennig

Artpfennig Zins von Pflugland vgl. artig (I) iv sollidos grossorum Vribergensium cum tribus grossis dictis artpfenninge 1373 HMeißenUB. II 1…

Asperpfennig

DRW

asper·pfennig

Asperpfennig vgl. Asper, Asperlein sonder den gemeynen czünss und die myll und die asper pfennig sol der ... purgermaster der stat yerlichen…

Ausrufpfennig

DRW

ausruf·pfennig

Ausrufpfennig Gebühr für ausrufen (II 1) es sollen ... alle ausruefpfennig des haer sein, darvon soll er sich gewanten 17./18. Jh. NÖsterr./…

Axtpfennig

DRW

axt·pfennig

Axtpfennig Abgabe für das Recht, Holz zu fällen ihrem fauth alle iahr 3 hlr. axtpfennig (1304) Rheingau/GrW. IV 570 Faksimile dem forstmeist…

Ableitungen von pfennig (2 von 2)

unpfennig

DWB

unpfennig , m. , im sinne von ungeld 6 bei Haltaus 1933 . vgl. überpfennig. unpfenn(ig)wert, m., ' was unter oder über einem billigen geldwe…

verpfennigen

DWB

verpfennigen , verb. zu pfennigen machen, verkaufen, veräuszern. mhd. häufig. so z. b.: wegen einer dem kaufmann Joh. Manhafer zu Nürnberg z…