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Saft

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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21 in 20 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Saft m. (f.)

Bd. 5, Sp. 702
Saft m. (f.): 1.a. 'Flüssigkeit in Pflanzen, Früchten', Saft (safd, sfd) [verbr., Christmann Kaulb 4 Höh 46 Müller Dietschw Lambert Penns 129], Pl. ungebr.; Zs.: Rebensaft 1. Die Rewe kummen (gehe) in de S., wenn im Frühjahr der Saft steigt [LU-Alsh, LA-Burrw BZ-Heuchh]. Volksmed.: Der nach dem Schneiden der Reben austretende Saft wird als Mittel gegen entzündete, wehe, schlecht sehende Augen [mancherorts VPf], gegen Sommersprossen [LA-Gleisw] und als Haarwasser [LA-Mörzh] verwendet. VR.: Bastlösereime, die beim Losklopfen der Weidenrinde bei der Anfertigung von Weidenpfeifen zu sprechen oder zu singen waren: S., S., Seire, / Holler in de Weire, / Holler in de Grawe, / fressen mich die Rawe, / fressen mich die Muckeschwärm. / Modder geb mer e Norel! / Was duscht dann merre Norel? / Säckelche mache, Säckelche mache. / Was duscht dann merrem Säckelche? / Steencher lese, Steencher lese. / Was duscht dann merrem Steenche? / Vögelche werfe, Vögelche werfe. / Was duscht dann merrem Vögelche? / Vögelche brore, brore (braten). / Was duscht dann merrem Brore? / Mei Peifche soll gut ausgerore [ZW-Marthh]. Var.: S., S., Seire, / Mein Messer will nit schneire. / Do werf ich's in die Weire. / Modder geb mer e Norlche usw. [Pirmas (Wilde 257)]. S., S., Seire, / die Mädche wolle reire. / Falle se in de Grawe, / Do fresse se die Rawe, / Do fresse se die Willeschweiⁿ, / Geht maiⁿ Peifche aus un eiⁿ. / Gut, gut gerore (geraten) [PS-W'fischb (Wilde 259)]. S., S., Seire, / Mädche willschde reire? / Fällsche in de Grawe, / fresse dich die Rawe. / Fällsche in de griine Klee, / autsch, wie dut mei Fuß so weh! [Mang 229]. S., S., Seire, / Steinche in de Weire, / Steinche in de Hillebach, / Hockt e Männche uf'm Dach, / Hot sich halwer dot gelacht. / Mudder, geb mer e Penning. / Was mit dem Penning? / Norele käfe usw. [RO-Würzw (Wilde 258)]. S., S., Seide, / Holler in de Weide, / Holler in die Bichse, / Jäger schieß die Fichse [Krämer Gal 179]. S., S., Seire, / Holler in die Weire, / Holler in das grüne Gras, / leet (legt) mer aach de Oschderhas [KB-Boland]. S., S., Seire, / S. in de Weire, / Weire in de Hahnebach, / daß meiner Farz (s. Farze) de Hinnere kracht [KU-Adb]. Hupp, hupp, Weide, / S. in die Seide, / S. in die Hollerbacht, / Daß meiⁿ Huppche loskracht [Kus (Wilde 259)]. S., S., Sinn, / Korn in die Mihl, / Stab in de Bach. / Dut meiⁿ Peife e heller Krach [Apostelmühle b. PS-Rodalb (Wilde 259)]. S., S., Seire, / Schlag mer in die Weire, / Schlag mer in das grine Gras, / daß der S. rausfahrt! / Mudder geb mer Nodle! / usw. / ... Was duste mit de Stenche? / Fischl'che werfe, Fischl'che werfe - / Brore, brore, / Maiⁿ Huppe soll gut gerore [ZW-Nd'aub (Wilde 258)]. Weitere Var. s. Pfeife 1, Huppe 1 a, loskrachen, Nadel 1 a, Sal, Weide sowie in Wilde 257-259, Der Pfälzerwald 10/1909 44-46. — b. 'Flüssigkeiten im Körper von Mensch und Tier', vor allem Mark und Blut [mancherorts]; häufig mit differenzierendem Zusatz: de rot S. 'Blut' [mancherorts]. Ich schlaa der uf die Lefze, daß de rot S. runnerlaaft! [Pirmas]. RA.: In dem is keeⁿ Kraft un keeⁿ S., von einer energielosen Person [NW-Elmst, vereinzelt]. Die is im zwette Saft 'über 40 Jahre alt' [Krieger 31]. — 2.a. 'aus Früchten zubereitetes Mus, Fruchtgelee', als Brotaufstrich [mancherorts NPf MPf VPf, Thielen 95]; im Ggs. zu Bed. 1 mit Gen. f. aus KU-Kaulb Kreimb RO-Als Lauteck und bei Henn Mda.-Int. 106 gemeldet; Zs.: Apfel- 2, Pflaumen-, Brombeeren-, Druschel-, Erdbeeren-, Hagebutten-, Himbeer- 2, Kirschen- 1, Molken-, Quetschen-, Quitten-, Rhabarber-, Wälensaft. VR.: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, / meine Mudder kocht S. / Mecht gern e bissel schlecke, / kummt se met em Stecke. / Geh ich zum Babbe, / schlaacht er mich mi'm Labbe. / Geh ich zum Knecht, / saacht er: Dir g'schieht recht [BZ-Billh]. — b. 'als Getränk, Heilmittel zubereiteter Saft' [LA-Impfl, vereinzelt]; Zs.: Apfel- 1, Birnen-, Brust-, Därmegicht-, Dornbeeren-, Himbeer- 1, Johannistrauben-, Kirschen- 2, Obst-, Rebensaft 2. — 3. nur Dim. 'Bürschchen'; e Säftel [Land]. — Südhess. V 26/27; Rhein. VII 686 ff.; Lothr. 425; Els. II 332.
4142 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    saftstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    saft stn. s. saf.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    saftM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    saft , M. Vw.: s. sap L.: MndHwb 3, 7 (saft)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Saft

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Saft , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die Säfte, Diminut. welches doch nur in der zweyten Bedeutung übli…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Saft

    Goethe-Wörterbuch

    Saft auch -ff- A im Bereich der organischen Natur 1 in Organismen enthaltene (selten auch von ihnen ausgeschiedene) Flüs…

  5. modern
    Dialekt
    Saft

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Saft , Safz [Sàft allg.; Sàfts Betschd. ] m. Saft. Rda. Ke i n Kraft un d ke i n S. ha be n von schwächlichen Menschen, …

  6. Sprichwörter
    Saft

    Wander (Sprichwörter)

    Saft 1. Der Eine macht Saft aus den Beeren, der andere räuchert mit ihnen. – Altmann V, 124. 2. Der Saft der Reben, der …

  7. Spezial
    Saft

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Saft m. (-es, Säfte) 1 (von Früchten) süch (süc) m. 2 (Pflanzensaft) linfa (-fes) f. 3 ‹fig› (Lebenssaft) linfa vitale f…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saft

206 Bildungen · 115 Erstglied · 83 Zweitglied · 8 Ableitungen

saft‑ als Erstglied (30 von 115)

Saftheini

SHW

Saft-heini Band 5, Spalte 27-28

Saftholz

SHW

Saft-holz Band 5, Spalte 27-28

Saftladen

SHW

Saft-laden Band 5, Spalte 27-28

saftbälgchen

DWB

saftbälgchen , n. ein häutchen, welches den samensaft der pflanzen einschlieszt. Campe.

Saftbirn

Campe

saft·birn

Die Saftbirn , Mz. — en . 1) Eine saftige Birn. I engerer Bedeutung, eine Art Sommerbirnen. 2) Eine Abart der Hölpner.

saftblau

DWB

saft·blau

saftblau , adj. eine aus lackmus und indigo bereitete farbe bezeichnend; auch das neutr. als substantiv. Jacobsson 7, 141 a .

saftblume

DWB

saft·blume

saftblume , f. eine blume, in welcher honigsaft abgesondert wird.

saftbraun

DWB

saft·braun

saftbraun , adj. von einer, besonders aus nuszschalen gewonnenen farbe.

saftdecke

DWB

saft·decke

saftdecke , f. die natürliche schutzvorrichtung zur reinerhaltung des honigsaftes in den blumen.

saften

DWB

saf·ten

saften , verb. , von saft gebildet, wie mhd. saffen von saf, nd. sappen von sapp. 1 1) transitiv. 1@a a) mit saft erfüllen: von waʒʒer boume…

Saftenbrot

PfWB

saften·brot

Saften-brot n. : 'Brotscheibe mit Obstmusaufstrich', Safdebrout [ LA-Nd'hochstdt ]; vgl. Saftenfladen . Hess.-Nass. III 13. —

Saftentwicklung

GWB

saft·entwicklung

Saftentwicklung botan: zu ‘Saft’ A1b [ betr § 185 von HFLinks ‘Elementa philosophiae botanicae’ ] wird..dem Pericarpium [ Samengehäuse ] ein…

Safteteⁿ

Idiotikon

Safteteⁿ Band 7, Spalte 368 Safteteⁿ 7,368

saft als Zweitglied (30 von 83)

besaft

Lexer

bes·aft

be-saft part. v. beseffen BMZ bes. tuon saftig machen Jer.

Birche(n)g(e)saft

Idiotikon

Birche(n)g(e)saft Band 7, Spalte 367 Birche(n)g(e)saft 7,367

Birche(n)saft

Idiotikon

Birche(n)saft Band 7, Spalte 366 Birche(n)saft 7,366

Bire(n)saft

Idiotikon

Bire(n)saft Band 7, Spalte 366 Bire(n)saft 7,366

birkensaft

DWB

birken·saft

birkensaft , m. succus betulae. man bohrt die birke im frühjahr an und bereitet von dem ausflieszenden angenehmen saft den birkenmeth.

Bërgsaft

Idiotikon

Bërgsaft Band 7, Spalte 366 Bërgsaft 7,366

Chirsisaft

Idiotikon

Chirsisaft Band 7, Spalte 365 Chirsisaft 7,365

Chüttensaft

Idiotikon

Chüttensaft Band 7, Spalte 365 Chüttensaft 7,365

Ente(n)bersaft

Idiotikon

Ente(n)bersaft Band 7, Spalte 366 Ente(n)bersaft 7,366

erdsaft

DWB

erd·saft

erdsaft , m. succus terrae, bitumen, erdharz, erdpech: auch die mineralien, erdsäfte, metall und edelgestein bestehen auf die länge nicht im…

Fënchelsaft

Idiotikon

Fënchelsaft Band 7, Spalte 365 Fënchelsaft 7,365

G(e)saft

Idiotikon

G(e)saft Band 7, Spalte 367 G(e)saft 7,367

gehirnsaft

DWB

gehirn·saft

gehirnsaft , m. wie nervensaft ( Michaelis 2, 171 ), fluidum nerveum, die lebensgeister Adelung ; vgl. u. gehirnäther, auch Schiller an Körn…

gelenksaft

DWB

gelenk·saft

gelenksaft , m. feuchtigkeit die sich aus den gelenkdrüsen absondert und die gelenke schlüpfrig erhält, auch gelenkschmiere, gliedwasser. Ad…

gerstensaft

DWB

gersten·saft

gerstensaft , m. , vgl. gerstentrank , -wasser. 1 1) der schleimige saft aus gekochter gerste oder gerstengraupen, ptisana, gerstensaft, ger…

gesaft

DWB

ges·aft

gesaft , n. , coll. zu saft. 1 1) vom pflanzensaft: 1@a a) nim das gisafft von endivia. Schmeller 2 2, 232 aus cod. germ. Monac. 144, f. 6 a…

Ableitungen von saft (8 von 8)

besaft

Lexer

be-saft part. v. beseffen BMZ bes. tuon saftig machen Jer.

besaften

DWB

besaften , humectare, ansaften. Stieler 1664 .

entsaften

DWB

entsaften , succo privare. Stieler 1664 , mhd. entsaffen: jâ kan ëʒ fröudensaffes mich entsaffen. Hadamar von Laber 375 . nhd. ich strecke n…

gesaft

DWB

gesaft , n. , coll. zu saft. 1 1) vom pflanzensaft: 1@a a) nim das gisafft von endivia. Schmeller 2 2, 232 aus cod. germ. Monac. 144, f. 6 a…

safte

Lexer

safte prät. saften swv. s. seffen.

unsafte

MNWB

° unsafte , subst. : krankhafte Veränderung, „ Desse suke de hir sint van des ghehirnes unsafte aldus ghenant de komet van deme ghehirne ” (…

Ursaft

Campe

○ Der Ursaft , — es, Mz. — säfte , der erste, vorzüglichste Saft, oder der Saft aller Säfte, aus welchem sich die übrigen Säfte bilden. »Öff…

versaften

DWB

versaften , verb. saft verlieren, succo privari, exsiccari. Stieler 1664 .