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Stein

ahd. bis spez. · 26 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Stein m.

Bd. 6, Sp. 498
Stein m.: 1. 'Gesteinsstück, Mineral', von verschiedener Größe und Beschaffenheit, Stääⁿ (šdEⁿ) [verbr. mittl. WPf westl. NPf VPf Altenhofer 19 Bernhard 153 Müller Dietschw 61 Höh 62 Otterstetter 69 Schmitt Billh. 33], Stään (šdEn) [KU-Blaub Diedk Föckbg Körbn Odb mancherorts SWPf RO-Duchr/O'hs Odh KL-Mehlb Reichb PS-Eppbn Gersb Glashtt Schweix BZ-V'weidth Glass 95], Steeⁿ [mancherorts südl. WPf Castleman Zwbr. 27 Schneckenburger 30, 44, 49 Lambert Penns 142 Krämer Gal 206], Steen (šdēn) [mancherorts SWPf Hussong Kirkel 146], Staaⁿ (šdāⁿ) [mancherorts NPf Christmann Kaulb 24, 77, 95 Mang 132, 157 PfId. 135], Staan (šdān) [KU-Albess Herchw PS-Schönau], Stḁḁⁿ (šdⁿ) [RO-Falkst Lohnsf KB-Kerzh Zell], Stäin (šdęin) [KU-Schmittw/O WD-Niedkch ZW-Ixh], Staain (šdāin) [GH-Neubg], s. K. 362; Pl. wie Sg.; Dim. Stäinche (šdęinχə) [KU-Schmittw/O], Steeⁿche [Lambert Penns 142], Steensche [Hussong Kirkel 146]; Dim. Pl. Stäincheʳ (šdęinχəʳ) [KU-Schmittw/O], Stääⁿlich (šdEliχ) [PS-Bruchw/Bärb]; Zs.: Bern-, Bims-, Bruch-, Buch-, Treppen-, Troddel- (Nachtrag), Tuff-, Edel-, Eisen-, Feuer- 1, Granit-, Hart-, Höllen-, Kalk-, Karfunkel-, Kessel-, Kiesel-, Klee-, Marbel-, Quader-, Raff-, Rötel-, Sand-, Schiefer-, Wacken-, Weinstein; Steiⁿ hasele (haseln2) 'Steine den Berg hinunterrollen lassen' [KU-Schmittw/O]; hart wie St. [Bergz (Kamm 96)]; Stääⁿ anfahre 'St. herbeischaffen' [LU-Alsh]; Steen ablese (raffe) 'Feldsteine lesen' [BZ-Wind, KU-Schmittw/O]; en groosr Schdee or Felse [Buffington Penns Var. 251]. Die Knebb 'Kartoffelklöße' sinn so hart wie Stäⁿ [Westricher Kalender 1957 102]. Hart isch de Stän, / de Mäßel awer noch härter [Kraus Arwed 55]. Als Lehrbu hat er gemerkt, wie schwer e Stän isch [Kraus Arwed 51]. E jedes Salzkorn werd zum schwere Stee [Ranssweiler 45]. Habe viel Blumen vor meinem Fenster, viel Hündcher, so ich recht lieb habe, gegrabene Steincher, viel Bücher [Liselotte Briefe 209]. S'Herz, so betroh, dät verbreche. / Seins war so hart wie e Stän [Kraus Putscheblum 56]. Die Wasserflute awer wälze / Sich weiter iwer Steen un Felse [Münch Werke I 38]. E Herd vun Schdaa es schnell gebaut [Burgey Keschte 58]. De St. fahrt amme an de Kopp 'Der St. trifft ihn am Kopf' [GH-Nd'lustdt]. Der Dietz Schorsch war än großer kräfticher Mann. Der hott Stän gebroch [Schneider Dillje 108]. Ma hodd doodevoor aa Schdeen vunn de Käärschobbsmauer genomm [Hussong Kirkel 19]. Die Speyrer krie'n e Brick aus Steen / Mit Eiseboge wunnerscheen [Münch Werke I 179]. Wenn's scheppert, werd kän Stän o'm'anner blejbe [Kraus Arwed 33]. Met flache Steeⁿ so schmeiße, daß de St. huppst [Zweibr]. Lee e St. unner de Woⁿ!, sagt man beim Bergauffahren mit schwerem Wagen, damit das Zugtier entlastet wird [KU-Schmittw/O]. RA.: Doo isch doch Schdään unn Bään sesommegefroor!, von großer Kälte [IB-Ensh (Glass II 83), mancherorts]. Er fahrt (springt) iwwer Stock un St. 'über alle Hindernisse' [LU-Alsh, vereinzelt]. Er is hart wie Steen 'hartherzig, unmenschlich' [mancherorts]. Es liegt em e Stää uf em Herz 'Er hat Sorgen' [NW-Geinsh]. 's esch mar e St. vum Harze (g'falle), wenn man eine Sorge losgeworden ist [BZ-Dierb, vereinzelt, Krieger 33]. Der hot e St. im Brett bei'm 'ist gut angesehen bei ihm' [NW-Hardbg, Damm Nawwel 30]. Ich schmeiß der aach emol e St. in der Garde 'eine Gefälligkeit erwidern' [BZ-Hermbghf, verbr., Thielen So rerre mer 111 Brandstätter in: PfMHk. 7/8 1925 175]; andere Bed.: 'Ich will dir schaden' [KU-Schmittw/O]. Der schwimmt wie e St. uf de Grund [PS-Saalstdt]. Mer määnt, der dät Staaⁿ kaue 'mit Widerwillen kauen' [FR-Bockh]. Wo anner Leit ehr Herz hun, hot der e St. [KU-Schmittw/O]. Er hat ach kee Steen, wo annere e Herz hawwe [Land]; e Herz vun St. 'herzlos' [vereinzelt]. Er hot de St. ins Rolle brung 'Er ist die treibende Kraft' [KU-Schmittw/O]. Er hot immer e Stää im Sack, von einem hinterhältigen Burschen [Thielen So rerre mer 111]. Do beischde uf St. 'Damit versuchst Du etwas Unmögliches' [FR-Bockh]. Ich werf der emol e St. in de Weg [HB-Breitft]. Bleib nor uf dem kalde St. sitze, do werscht aach net glucksich [NW-Ellstdt GH-Kand]. Meiⁿ Leib isch so fescht wie St., von der Hartleibigkeit [PS-Erfw]. Sie rafft die Steen uf un er schmeißt se, wenn beide gleichermaßen an einer schlechten Tat beteiligt sind [Gal-Dornf, mancherorts Gal Don Rußl]. Krieh die Kränk Offebach! Die Staaⁿ binne se aⁿ un die Hunn losse se laafe! Ausruf bei Verärgerung (jemand konnte einen festgefrorenen Stein nicht aufheben, um sich gegen die Hunde zu wehren) [Hebel 41, KB-Albish]. Ortsneckereien wegen Mundarteigentümlichkeiten: Ich schmeiß dir e Steen ans Been [ZW-Bottb]. SprW.: Zwee harte Schdeen mahlen selde reen 'Wenn beide unnachgiebig sind, führt es zu keinem guten Ende' [KU-Diedk KB-Bischh PS-Haust LA-Edh Krämer Gal 206]. Wann zwee zammekumme sollen, helft der Steen im Weg dezu 'Alle Umstände haben für das Zustandekommen dieser Verbindung gewirkt' [KU-Diedk LU-Opp]. Wer die Stää uffrafft, soll se aach schmeiße 'Der Urheber soll den Plan auch ausführen' [Thie- len So rerre mer 111]. Sterer Troppe hehlt de St. 'Ununterbrochene Arbeit führt zum Ziel' [KU-Schmittw/O]. Vor jedem Haus do leit e St. - is 'r net groß, dann is 'r kleen 'Keiner ist ohne Sorgen' [Gal-Dornf]. Wann de St. aus de Hand is, hat'n de Deiwel, sagt man zu Kindern, die aufeinander werfen [KB-Bischh]. Mer werft ehder eem beese Hund e Brot hie wie e St. [Gal-Einsingen]. Net jeder Steen is e Achaat [Feierowend 9/1957 Nr. 51, Krieger 32]. WR.: Wann's am Karfreidaa rehnt, rehnt's uf e heißer St. [ZW-Hornb]. Volksgl.: Un Seiteschteche werd vergeh, / Do schpaut mer drei mol uf en Schtee, / Noh schmeißt mer'n hinnersich eweck, / Un do verloßt's eem uf em Fleck [Birmelin Penns Gezw. 68]. Warze reibt mer mit gleene Steencher un schmeißt se no in en Grab [Fogel Beliefs Penns Nr. 1676]. Volksmed.: »Bei habituellem Schwerharnen, das indessen leicht in wirkliche Harnverhaltung übergehen kann, empfiehlt man auf einen kalten Stein, oder auch in kaltes Wasser sich zu stellen« [Pauli Heilm. 134]. KR.: Mudder geb mer e Nodel. / Fer was dann e Nodel? / Säckel flicke, Säckel flicke. / Fer was dann e Säckel flicke? / Stäⁿcher lese, Stäⁿcher lese. / Fer was dann Stäⁿncher lese? / Vöchel schmeiße, Vöchel schmeiße. / Fer was dann Vöchel schmeiße? / Brode, brode / 's Peifel is mer gerode [Neustdt (Wilde 257 ff.) Donnersberg Jahrbuch 1981 168]; Var. s. Saft 1 a. De Hḁhn geht ins Korn, / Do krieht de Bauer e Zorn, / Do nimmt de Bauer e dicke Steen, / wirft 'm Hḁhn ḁn dḁs Been, / Macht de Hḁhn: Kickriki! / Gel, du host mich doch net krieht! [RO-Duchr/O'hs]. Weitere KR. s. Saft 1 a, Sauerkraut 1, Schnibelschnabel. a. Neckreim: Klare (Klara), loß deiⁿ Ferzel fahre, setz dich uf e Stäänel, kreisch wie e Hähnel [NW-Frankeck]. Lui (Ludwig), fui, Hinkelsdreck, beiß de Katz de Arsch eweg, lee'ne uf e Stäänche, klopp'ne korzekläänche [KU-Kaulb]. Kinderspiel: Steckelche, Steckelche, Stoo'che. Kinder sitzen im Kreis und halten die Hände zu einer Tasche geschlossen. Ein Kind verbirgt in seinen Händen ein Stöckchen oder ein Steinchen. Es geht von einem zum andern und fährt mit seinen Händen durch die eines anderen Kindes. Hierbei wiederholt es den Reim und läßt heimlich das Steinchen in eine andere Hand rutschen. Ein Kind rät, wo das Steinchen ist [Gal-Josbg]. Ein Kreisspiel der Kinder, bei dem das Lied Mariechen saß auf einem Stein gesungen wird [KU-Diedk KB-Kriegsf, J. Hoffmann, Chronik des rheinpfälzischen Dorfes Kriegsfeld, 1897 S. 62]. a. 1512: darumb mussen wier ihm helffenn, so es vonn nöten ist, stein aufziehen vnnd die bach fegenn [PfWeist. 61 (FR-A'lein)]. a. 1706: grundherren zu Weidenthal uber dorf und gemarkgericht, uber walt, wasser und waid, uber grund und boden, uber stock und stein [Grimm Weist. V 591 (NW-Weidth)]. — 2. bes. Arten von Steinen. a. 'Grabstein'; de St. setze 'errichten lassen' [NW-Kallstdt, vereinzelt]; Zs.: Grabstein 1, Leichenstein. Der hats verdient, daß merm e ordentlicher St. setzt [ZW-Battw]. Han aber sei Stäⁿ net fun [Albert Oppschuhmacher 16]. — b. 'Gedenkstein mit Inschrift an einer Unglücksstelle, Mahnmal' [HB-Peppk PS-Ruhbk FR-Hertlhs GH-Sondh]; Zs.: Denk-, Feld-, Gedenk-, Napoleon-, Russenstein. — c. 'Grenzstein in der Gemarkung, Markierungsstein', teilweise als Vermessungsstein im Boden versenkt, teilweise aufragend mit Grenzzeichen versehen [BZ-Dierb, vereinzelt]; Zs. (auch Randstein): Abweis- 1, Acker-, Angewanden-, Anungs-, Bann-, Pirmans-, Planken-, Buchen-, Dreimärker-, Dreimark-, Trumm-, Eck- 1, End-, Etter-, Furch-, Gefurchen-, Gelach-, Gemark(ungs)-, Gereite-, Gerichts-, Gewannen-, Grenz-, Hinkel-, Jungfern-, Kilometer-, Lach-, Leber-, Leucht-, Linien-, Mal-, Mark-, Meilen-, Ram- 2, Rand-, Rech-, Satz-, Scheide-, Schied-, Schor(r)-, Schossee-, Setz-, Straßen-, Stunden-, Wegstein. Der Kerl hot mer schun wirrer iwwer de St. gezackert! [KB-Mauchh]. Vk.: »Der Stadt Schreiber eröffnet den Zug mit einer erläuternden Ansprache, dann geht es mit klingendem Spiele hinaus bis zum ersten Steine. Hier werden viele Bürger, vorab die Jugend gepritschet und dieser zur Gedächtnuß weiß und rothen Bänder außgetheilet, so sie auf ihre Huth gebunden. Dann von Stein zu Stein; am achten gab's ein Tractament von Brod und Wein. Nach aufgehobenem Mahle wieder weiter; beim elften wurden die Gränzüberläufer abgepritschet, und endlich mit dem 31. Steine geschlossen. — Der zweite Tag zeigt ein Gleiches, da wurden auch die Herrn studenten durch den Pritschenmeister alle auf unterschiedlichen Steinen matriculiret. ... Mit Beendigung des dritten Tages zog man wieder zurück auf den Marck, allwo nochmalen an die Burgerschaft sowohl als an die Jugend die Mahnung ergangen, die Situation aller der Steine in keinen Vergeß zu stellen, so daß jedes die Gränzen und deren Steine von selbst finden könne« (Beschreibung eines Umganges der Stadt Kaiserslautern) [Schandein Bav. IV,2 396/97]. a. 1421: ahn dem Steinechten Weg stehet ein stein [PfWeist. 134 (IB-Blieskst)]. a. 1485: Item ob jemant dem anndernn stein, zeihenn oder gemerck verruckt [PfWeist. 656 (KU-Glmünchw)]. a. 1547: Diese gemarckh fahet ann ann einem Stein vff Wattweyler hohe [ZweibrOABannb. 24]. a. 1600: Ja alles von Stein zu Stein. Loch zu Loch beschrieben und mit seinem Anfang zuerst und also wie folgt [Vellmann in PfW 10/1909 57]. a. 1629: Item ider, der ein stein auszackert oder zu nahe grebt ... Item da einer oder der ander einen stein verdeckett [PfWeist. 758 (FR-Gr'karlb)]. a. 1783: Er ist ein hoher und sehr gesünder 'kräftiger' Stein [Dimel 13 (IB-Alschb)]. undatiert: Item fürter weisen sie von stein zu stein mit auff ein Eckstein, der scheit die statt Lauttern vnd sie selbst [PfWeist. 15 (KL-Alsbn Enkb)]. — d. 'der Stein zum Hausbau, Backstein'; gelwe St. [FR- Bockh]; Zs.: Back-, Deckel-, Dreiviertel-, Tür(en)-, Fenster-, Harst-, Herd-, Keller-, Königs-, Leimen-, Mauer-, Ofen-, Reichs-, Riegel-, Schluß-, Schmelz-, Schorn- 1, Ziegelstein. E Kind traht Stän, / e kläner Bu rehrt Spejs an [Kraus Arwed 48]. Han Steen gesetzt un Speis getra', / Gerischte uf- un abgeschla' [Münch Werke I 42]. a. 1540: ... und in guttem bauw zu handhaben, versteht sich an fenster, wändteiser, steinen, kalck, leimen, latten, leyen, nageln [PfWeist. 529 (Flurskapelle bei KU-Ulm)]. a. 1700: und 500 gebachene Steine das Hundert ebenfalls vor 10 Batzen [Knapp 77 (KL-Ottbg Samb)]. — e. 'Mühlstein, Mahlstein'. a. 1741: an Mühlengeschirr: die 2 stein seynd abgemeßen worden und ist der Läuffer dick 3 Zoll der Bodenstein 5 Zoll [SSp F29/11 (KU-Dittw)]; vgl. Läufer 4 b. — 3. 'Bodenfliese, Kachel'. De Hausgang is mit rauhe Stää beleht [KB-Kerzh]; Zs.: Haus-, Haustürstein. — 4. 'der Schleifstein, Teil des Schleifsteines' [KL-Stelzbg, mancherorts]; Zs.: Abzieh-, Reib-, Schleif- 1, Wetzstein; de St. mit de Achs un de Dreh [GH-Nd'lustdt]. — 5.a. 'der gebrannte Ton, Lehm; das Material gebrannter Gefäße'. Stenner / Sie war'n vun Schdaa, vun Ton un Holz [Burgey Keschte 44]. — b. 'der Bierkrug (Literkrug)', meist aus gebranntem Ton, aber auch aus Glas, Stein [verbr.], Aussprache nach dem Schd., Stoiⁿ [LU-Opp Kröher Lyoner 14]; e glasene St. [NW-Kallstdt, PS-Erfw]. — c. 'Hohlmaß; die Menge Bier, die in einen Stein 5 b geht; 1 Liter', Stein [verbr., Bernhard 153 Kamm 63 Schmitt Billh. 109], Aussprache nach dem Schd., e Stääⁿ [RO-Dielkch]; vgl. Krug 2 a, Maß 1 a; oin Stoiⁿ Bier [LU-Opp NW-Freinsh]; e Steeⁿ Bier [KU-Brück]; en St. bezahle [LA-Nd'hochstdt, mancherorts]; een anhage for'n St. 'jemanden ansprechen, damit er einen Krug Bier spendiert' [LU-Friesh]; ene stumbe, daß er e Stoiⁿ Bier bezahlt, dass. [LU-Opp]. Du kennscht emol 'n St. Bier orre 'n Schoppe Woiⁿ bezahle! [NW-Freinsh, LU-Maud]. Mer hann an sellem Owend meh als eene St. sesammegetrunk [WD-Niedkch (Feierowend 33/1966)]. Mach en St.!, Aufforderung eines Gastes an einen neu Eintretenden, er möge ein Bier spendieren [LU-Oggh]. — 6. 'ein behauener runder oder eckiger Stein mit einem Loch in der Mitte als Fuß für den Weihnachtsbaum' [mancherorts]; vgl. Steinblock, -klotz, -sockel, -ständer; eiserne St. [KL-Fischb]. — 7. 'ein dicker Spielklicker', Stäänel (šdEnəl) Dim. [FR-Merth]; Zs.: Marmottchens-, Murmelstein; Syn. s. Schießklicker. — 8. ' Teil der Uhr, Lager für die Zapfen der Zahnräder', oft künstliche Rubine, die Stääⁿ Pl. [RO-Dielkch NW-Haßl]; Zs.: Deck-, Gewicht(s)- 2, Uhrstein. Die Uhr geht uf vier Stääⁿ [RO-Dielkch]. — 9. 'Stützvorrichtung im Kammertbau' [Scharff 169]. — 10. 'Nieren-, Blasen-, Gallenstein, Steinleiden', medizinisch [vereinzelt]; Zs.: Blasen-, Gallen- stein; reißender St. [Heeger Nachl.]. Volksmed.: »Glaubt man aber, dass Jemand am Steine, reissender Stein genannt, leide, so lässt man ihn bittere Mandeln, Heidelbeeren, gelbe Rüben, Hagebuttenmuss etc. geniessen« [Pauli Heilm. 135]. »Wenn einer den Stein hat. Der nehme sauber zusammengelesenen Taubenmist ½ Pfanne voll, gießet darauf guten scharfen Essig, lasse es 7 Tage stehen und Nächte. Abends und morgens einen guten Trunk davon getrunken, zermalmt den Stein wie Sand und gehet ohne Schmerz von ihm. Dies ist ein gewisses Mittel« [NPfGV 1925 36 Heeger Vhk. 65]. a. 1700: Körfel (Kerbel) treibt den Harn, zermalmt den stein, zertreibt das geronnene Geblüt [Exzerpt Kleeberger aus: Der Meierhof 1010]. — 11. 'Gewichtsstein, Gewichtseinheit'. a. 1472: Item 18 gulten han ich empfangen von Hans schruckmann bürger zu wissenburg fur die herbstwolle zu myner gnedigen herrn deyle, nemlich 37 steyne, 3 pfund wolle ye 2 steyne für 1 gulten [SSp Guttenberger Landschr. Rechnung]; Zs.: Pfund-, Einpfund-, Vierpfund-, Fünfpfund-, Gewicht(s)- 1, Halbpfund-, Kilo-, Molter-, Waaggewichts-, Zweipfundstein. — 12.a. 'der Samenkern in Obst', bes. von Kirsche, Zwetschge, Pfirsich, auch Hagebutte [mancherorts]; Zs.: Kirschen-, Quetschenstein. RA.: Mit dem es nit gut Karsche esse, dar schmeißt em d' St. en's G'sicht [LA-Herxh]. Er ißt die Kersche un werft der d' St. ins G'sicht [BZ-Dierb]. Wann ich emol Persching eß, kannscht die Stää hawe! [BZ-Rohrb und Umg.]. Rätsel von der Zwetschge: Auße bloo, inwennich geel un in de Mitt e St. [KU-Schmittw/O]. Rätsel von der Hagebutte: E schwarz Keppche - e rot Reckelche - un die Titzcher voller Stee [Zeitw. Gal. 1959 82]. — b. eine Mandelsorte mit sehr harter Schale, Derkemer Stääⁿ [Wilde 169]. — 13. 'eine Süßigkeit', Steincheʳ Dim. Pl. [IB-Reinh]; Zs.: Pflaster- 2, Feuer- 2, Guts-, Malz-, Zuckerstein; Syn. s. Guts 1. — 14. Namen. a. ON. Siedlung im Kr. BZ, Stein [Dolch-Greule SN 446/47 Christmann SN I 577], mda. Stääⁿ [BZ-Stein]. Neckname für die Bewohner: Steeneʳ Gäns, mit de lange Schwänz [BZ-Gossw Silz Stein W'rohrb]; Zigeuner [Seebach Neckn. 78]. Neckvers für die Bewohner: Stäneʳ, Stäneʳ, äch (auch), äch, äch, danze uf de Kucheblech [BZ-Gossw]. Weitere ON in Zs.: Elm-, Falken-, Franken-, Hauen-, Heiligen-, Hoch-, Kolgen-, Ram- 1, Ungstein; Judensteinbach, Staustein. — b. FlN; amtl. Auf dem Stein [LA-Gommh], mda. hinner Staaⁿ [KU-Kreimb]. »Die Straße setzt sich dann über Sauhäusel und Hexenbrücke bis zum Langen Stein [Vogel 12 (GH-Zeisk)]; Zs.: Allmend-, Beil-, Bett-, Pflaster- 1, Breiten-, Teufels-, Geier(s)-, Gollen-, Heiden-, Hexen-, Katzen-, Krähen-, Kriemhilden-, Märmel-, Metzger-, Raben-, Riegel-, Ringel-, Sau-, Schleif- 3, Schreck-, Seifel-, Staffel-, Wilden- stein. a. 1297: an me kurzen steine [Lam 1 45v]. a. 1432: zu dem priel am stein [GGA Bl. 22v (KL-Morlt)]. Zu zahlreichen FlN mit dem Bestimmungswort Stein- s. Zink FlN 88. — c. Neckvers für die Bewohner von FR-Ebertsh Quirnh und Boßweiler: Jerem, o jerem, / Buschber leit bei Querem. / Querem leit voll Staaⁿ, / Buschber leit ellaaⁿ. / Ewertsem leit im Loch. / Querem sieht mer noch [Hebel 94]. — 15. in weiteren Zs.: Abweis-, Basis-, Pavei-, Pflaster-, Platt-, Preß-, Bodem-, Brunnen-, Tauf-, Domino-, Torf-, Eck- 2, Gewürz-, Glocken-, Grab- 2, Hickel-, Klopf-, Kraut-, Krippen-, Krotten-, Lager-, Laster-, Mahl-, Mörsel-, Mühl-, Rasier-, Rechel-, Rinn-, Satz-, Schäl-, Schiefer- 2, Schleif- 2, Schorn- 2, Sorgen-, Stolper-, Straßen-, Stück-, Wasser-, Würz-, Zahnstein. — Rhein. VIII 594 ff.; Lothr. 492 Stän; Els. II 598.
17416 Zeichen · 340 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    steinst. M. (a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    stein , st. M. (a) nhd. Stein, Fels, Steinblock, Felsblock, Klippe, Edelstein, Spielstein, Blasenstein ne. stone (N.), r…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    STEINstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    STEIN stm. stein. goth. stains , ahd. stein Gr. 3,378. Ulfil. wb. 168. Graff 6, 686. 1. lapis. a. ein wacke ist ein stei…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    steinM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +10 Parallelbelege

    stein , M. Vw.: s. stēn (1) L.: Lü 376b (stein)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stein

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Stein , des -es, plur. die -e, Diminut. das Steinchen, Oberd. Steinlein, eine harte und feste mineralische Masse, we…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stein

    Goethe-Wörterbuch

    Stein [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +11 Parallelbelege

    Stein , ein Gewicht; in Oesterreich, Bayern, Sachsen, Preußen = 1 / 5 Ctr., in Baden = 1 / 10 , in England (stone) = 1 /…

  7. modern
    Dialekt
    Stein

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Stein [ʿStai S. O. bis Logelnh; ʿStæì Mü. ; ʿStai(n) Dü. ; ʿStain Co. Horbg. Rapp. Bf. Ohsn. Str. Rothb. ; ʿStèin M. ; ʿ…

  8. Sprichwörter
    Stein

    Wander (Sprichwörter)

    Stein 1. Auch ein kleiner Stein kann tödten, wenn er recht geworfen wird. 2. Auch ein Stein verwittert, wenn er lange ge…

  9. Spezial
    Stein, von Rosettem

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Stein , m von Rosette камень , м , Розеттский

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stein

3.991 Bildungen · 2.739 Erstglied · 1.238 Zweitglied · 14 Ableitungen

Ableitung von stein 2 Analysen

ste + -in

stein leitet sich vom Lemma ste ab mit Suffix -in.

Alternativen: st+-e+-in

stein‑ als Erstglied (30 von 2.739)

Stein(e)mann N

Idiotikon

Stein(e)mann N. Band 4, Spalte 280 Stein(e)mann N. 4,280

Stein(e)trȫlen

Idiotikon

Stein(e)trȫlen Band 14, Spalte 917 Stein(e)trȫlen 14,917

stein* 2

KöblerAnfrk

stein* 2 , st. M. (a) nhd. Stein ne. stone (N.) ÜG.: lat. lapis MNPs, petra MNPs Vw.: s. *-bukk? Hw.: vgl. as. stên, ahd. stein Q.: MNPs (9.…

Steinacker

SHW

Stein-acker Band 5, Spalte 1365-1366

Steinader

SHW

Stein-ader Band 5, Spalte 1365-1366

steinalt

SHW

stein-alt Band 5, Spalte 1365-1366

Steinarsch

SHW

Stein-arsch Band 5, Spalte 1365-1366

Steinau

SHW

Stein-au Band 5, Spalte 1365-1366

Steinaxt

SHW

Stein-axt Band 5, Spalte 1365-1366

Steinbach

SHW

Stein-bach Band 5, Spalte 1365-1366

Steinbaum

SHW

Stein-baum Band 5, Spalte 1367-1368

Steinberg

SHW

Stein-berg Band 5, Spalte 1367-1368

Steinbickel

SHW

Stein-bickel Band 5, Spalte 1367-1368

Steinbirne

SHW

Stein-birne Band 5, Spalte 1367-1368

Steinbisser

SHW

Stein-bisser Band 5, Spalte 1367-1368

Steinblock

SHW

Stein-block Band 5, Spalte 1367-1368

Steinbock

SHW

Stein-bock Band 5, Spalte 1367-1368

Steinbodem

SHW

Stein-bodem Band 5, Spalte 1367-1368

Steinbogen

SHW

Stein-bogen Band 5, Spalte 1367-1368

Steinborn

SHW

Stein-born Band 5, Spalte 1367-1368

Steinbrech

SHW

Stein-brech Band 5, Spalte 1367-1368

Steinbreche

SHW

Stein-breche Band 5, Spalte 1367-1368

stein als Zweitglied (30 von 1.238)

mülenstein

KöblerMhd

*mülenstein , st. N. nhd. Mühlenstein Vw.: s. esel- Hw.: s. mülstein; vgl. mnl. molensteen E.: s. müle, stein W.: nhd. Mühlenstein, M., Mühl…

mülnstein?

KöblerMhd

*mülnstein? , st. M. Vw.: s. *mülenstein? Hw.: s. mülstein

tūbūnstein?

KöblerAhd

*tūbūnstein? , st. M. (a) Hw.: vgl. as. dūvanstēn*

Bordstein

RDWB1

Bordstein m um sieben wird der ~ hochgeklappt idiom. - в семь вечера жизнь замирает устойч.

Meilenstein

RDWB1

Meilenstein m übertr. веха, этап

Schornstein

RDWB1

Schornstein m etw. in den ~ schreiben müssen / in die Esse schreiben müssen idiom. - пиши пропало идиом. , плакал наш (отпуск, кредит, ...),…

Stolperstein

RDWB1

Stolperstein m камень преткновения идиом.

Ährenstein

Adelung

aehren·stein

Der Ährenstein , des -es, plur. die -e, ein Nahme, welcher in Steiermark einer Art von Asbest gegeben wird, dessen Fäden Ähren vorstellen; S…

affenstein

DWB

affen·stein

affenstein , m. , ein heilkräftiger stein, den affen im kopfe tragen sollen. Nemnich unter bezoar.

Ag(a)tstein

Idiotikon

Ag(a)tstein Band 11, Spalte 807 Ag(a)tstein 11,807

agestein

Lexer

age·stein

age-stein , aget-stein stm. BMZ bernstein u. magnetstein (swerzer danne agestein Albr. 22 a ); agatstein, eitstein agates Dfg. 17 b . aus gr…

agetstein

BMZ

aget·stein

agestein , agetstein 1. bernstein. geliutert als ein acstein Wigal. 7070. alsam der magnet zuo zim ziuhet daʒ îsen u. niht anders, unde alsa…

agstein

DWB

agstein , m. succinum, ἤλεκτρον . der bernstein wurde im mittelalter oft mit achat, gagat und magnet vermengt und danach benannt, wie der ma…

Agtstein

Adelung

Der Agtstein , des -es, plur. inusit. eine Benennung, welche an einigen Orten, besonders in Oberdeutschland, dem Bernsteine gegeben wird. Wa…

aitstein

Lexer

ait-stein stm. = agestein BMZ .

alabaster|stein

MWB

alabaster|stein stM. von dem alabaster. nicomar oder alabastrum ist ain alabasterstain BdN 453,13. – im Vergleich, auf die Farbe des weißen …

Alaunstein

Adelung

alaun·stein

Der Alaunstein , des -es, plur. die -e, eine jede Steinart, aus welcher Alaun gesotten werden kann.

Ableitungen von stein (14 von 14)

besteinen

DWB

besteinen , lapidibus sternere: besteinte straszen, kronen; die das besteinte gold der schweren krone blend. Gryphius 1, 17 ; besteinte gold…

entsteinen

DWB

entsteinen , wie entfelsen, e lapide vertere, lapide privare, emollire: entsteine selber deinen sinn. Lohenst. Arm. 2, 1429 ; da sie felsen …

Erstein

Meyers

Erstein , Kreisstadt im deutschen Bezirk Unterelsaß, an der Ill, Knotenpunkt der Eisenbahn Straßburg-Basel und der Straßenbahn Straßburg-Mar…

ersteine

BMZ

ersteine swv. steinige. wolden sie ersteinet hân Mai 162,22. Pass. 175,12.

ersteinen

DWB

ersteinen , verti in lapidem, indurescere: mhd. sîn muot begunde ersteinen in ritterlîcher frumekeit. tr. kr. 13290 ; als ir hërze ersteinet…

gestein

DWB

gestein , n. , coll. zu stein ( s. d. ), ahd. ca-, ki-, gisteini, mhd. und älter nhd. gesteine. nebenform gesteinte, gesteinze, s. ge II, 1,…

gesteine

Lexer

ge-steine stn. BMZ edelsteine, schmuck davon, allgem. ( gewönl. mit dem adj. edel); die figuren im schachspiel Gudr. Wig. Geo. 149. vgl. ges…

gesteinen

KöblerMhd

gesteinen , sw. V. nhd. mit Steinen besetzen, mit Edelsteinen besetzen, Marksteine setzen, mit Marksteinen versehen (V.), abgrenzen, steinig…

Steine

Campe

† Die Steine , Mz. — n , die Karausche (Cyprinus carassias L .). Nemnich.

urstein

DWB

urstein , m. , was urgestein. für granit Campe verd. wb. (1813) 342 a ; vgl. grundstein: jener ( Moses ) hat die schon eingegrabenen gebote …

Verstein

RhWB

Ver-stein Ahrw m.: der St., auf dem der Schuster die Sohlen weich klopft.

versteine

BMZ

versteine swv. tödte durch steinigen. die selben gar unreinen die hülf wir iu versteinen und ûf den hürden brennen frauend. 6,18. vgl. RA. 6…

versteinen

DWB

versteinen , verb. , berührt sich in der bedeutung mit versteinern, versteinigen. Campe führt einen autor an, der folgenden sonderungsvorsch…

versteinung

DWB

versteinung , f. , erhält sich nur in der ersten verwendung in technischer sprache; in der zweiten ist es von versteinerung verdrängt worden…