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Wull

ae. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
6 in 5 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Wull f.

Bd. 7, Sp. 1561
Wossidia Wull f. I. Wolle, Schafwolle, das wichtigste Produkt der Schafhaltung, näher bestimmt nach dem Träger des Vlieses als Buck-, Heri-, Lämmer-, Lamm-, Merino-, Mudder-, Titwull, nach dem Sitz im Vlies als Bein-, Bucksbüdel-, Buk-, Kopp-, Rüggenwull, nach ihrer Beschaffenheit als Drell-, Fin-, Groff-, Hoor-, Kamm-, Klatten-, Klatt-, Klœter-, Kluft-, Locken-, Rug'-, Sweit-, Twiernwull, nach Verarbeitungszweck oder -art als Kamm-, Krempel-, Steppwull; minderwertige Wolle verendeter Tiere ist Blöt-, Röp- und Starwlingswull, zur Wiederverwendung aufgereppelte Strickwolle Rawwel- oder Röwwelwull 1. Sachliches a. Geschichte; im 16. Jh. starke Nachfrage des städtischen Tuchmachergewerbes nach Rohwolle: Mag. 115; es sollte 'sowohl denen auswärtigen Kaufleuten die Wolle aus dem Lande ungehindert zu holen, als denen Eingesessenen solche anderwerts zu verfahren, und so gut sie können zu debitiren, erlaubt seyn' (1733) Bär. Gr.-Ges. 1, 670; 'der § 252 dieses Erb-Vergleichs (von 1755) bestimmt ..., daß das freye Commercium denen von der Ritterschaft und übrigen Land-Begütherten und ihren Pächtern (also auch ihren Schäfern) ... namentlich auch mit der Wolle in und außerhalb Landes zustehen solle' (1793) Rescript; 'der einzige Waarenhandel für Mecklenburg ist der Wollehandel, und Fabriquen zu Wollenwaaren sind die einzigen, die bey uns in Aufnahme gebracht werden können. ... Der auf die ausgehende Wolle gelegte Impost (Ausfuhrsteuer zugunsten der Wollarbeiter) ist ein fürtrefliches Mittel, die Wolle im geringen Preise zu erhalten' Nützl. Beitr. 1768, S. 141; 'die Wolle ist in Ansehung des ausführenden Handels einer der beträchtlichsten Artikel nach dem Getraide. ... Der größte Theil wird roh ausgeführt und wird zum Theil nach Hamburg geschickt, ... das mehreste aber nach der Normandie ... und zu groben Wollenwaaren bearbeitet' Langerm. 149; 'die gesammte Wollausfuhr mag sich auf circa 500xa0000 Rthlr. N. Zwdr. belaufen' Leng. Landw. 1, 22; über Wollmanufakturen in Mecklenburg Monschr. 4, 817 ff.; die wichtigsten in MecklenburgSchwerin waren in Malchow, Parchim, Plau und Rostock N. Monschr. 2, 371 ff.; 'in der Stadt Stargard im Strelitzschen sind 21 Tuchmacher und ein Raschmacher, die mit dem Huthmacher jährlich 1390 Stein Wolle verarbeiten' 1, 101. b. Gewicht und Preis: 'Wolle und Flachs wurden nach Steinen (s. Stein 6) gewogen; doch war ein Stein Wolle ... 10 ℔' Schönb. Kal. 1924; '1 Stein Wolle oder Federn (hat) 10 Pfd.' Leng. Landw. 1, 29; Stein Wull, dat sünd drei Schapfell WaWaren@Wendorf bei PenzlinWendP; 'ein Pfund spanische Wolle gilt rein 48 ßl., ein Pfund der hiesigen besten Wolle ... 10 ßl., und die veredelten Schafe geben bis aufs gedoppelte so viel Wolle als die einheimischen' Monschr. 2, 868; 'der Stein Wolle ward bei 5 % Locken auf dem letzten Neubrandenburger Wollmarkt mit 17 Rthlr. Gold bezahlt' N. Strel. Anz. 1836, S. 557a; '100 Stück Schafe (unvermischte Negretti) ... gaben 3 Ztr. 16 Pf. Wolle nach Berliner Gewicht. Das Pfund Wolle galt in Hamburg durchschnittlich 100 ßl. Banko. Nach Abzug aller Unkosten berechnet sich der Stein (22 Pfd.) auf 10 Thlr. 11 Sgr. Verkaufspreis' Arch. Landesk. 3, 321; auf Güstrower Schafschau 1844 wurde nach den Breslauer Wollpreisen die Wolle nach 8 Qualitätsklassen von 160 bis hinab zu 40 Talern Pr. Ct. pro Zentner festgesetzt: Land. Ann. 1844, S. 542. c. Eigenschaften und Güte der Wolle, wie auch diesbezüglich die Charakterisierung des Schafes oder Schafvlieses, werden außer durch die oben ausgeführten Zss. noch durch eine Vielzahl volkssprachlicher Bezeichnungen benannt, wie sie der Fragebogen 'Schafzucht' (vgl. dazu Schap I 4, Bd. 5, 1248) erbrachte, so brettig, drahtbrettig, filzig, fin, fludderig, gedrängt, groff, hoorig, langhoorig, rug', slutterig, tag', bes. aber die Zss. mit dem Grundwort wullig; dabei stehn loswullig gegenüber dicht-, dick-, drang'- und fastwullig, rug'wullig fin- und glattwullig, langwullig kortwullig; Hauptgegensatzpaar ist dabei los- und drangwullig; für den Verkauf sortierte man in Kluftwull, Lockenwull und Klatten bzw. gaud' Wull, Locken und Klatten oder Klœtern oder auch nur in Klattenwull als die Schmutzwolle und Steinwull als die gereinigte Wolle; üblich war die Sortierung in drei Güteklassen, meistens nur durch die Zahlen 1, 2 und 3 oder die Buchstaben A, B und C bezeichnet; in Wa Waren@Groß FlotowGFlot in vier: ierst Klass is utgegläkene Wull, tweit Klass groff un fast Wull, drüdd' Klass kort un fin Wull, viert Klass lang' un los' Wull. 2. weiterer sprachlicher Niederschlag: lana, lanitium 'Wulle' Chytr. 269; Mi 109b; 'van dem sakke wullen vier penninge' (1328) UB. 7, 612; 'overseesche wulle scal neman laten arbeyden an unsem ammete' (Ro 1362) 15, 198; 'were id zake, dat en den anderen vorkop dede myt der wulle, alzo ...' (1372) 18, 642; 'lakene ... van gøder schornen wullen' (1387) 21, 107; de Wull ward inflüüscht, de Klœtern twischen rut RoRostock@ReezReez; Regel: bet 't Tüffelhacken müßt de Wull upspunnen sin WaWaren@RöbelRöb; eine Winterbeschäftigung der Kinder war: Wull uprappeln von oll Tüg un ut'nannerpuken, damit sie gekratzt und neu versponnen werden konnte WiWismar@LüdersdorfLüdersdorf; Beispielsprw.: Meiden is man Dreiden, hett de oll Fru seggt, œwer dat entfaamte Spinnen un Wullkratzen, dat stödd' de Düwel an PaParchim@BelowBel; Rdaa.: he is hen Wull spinnen er sitzt im Gefängnis Schw; dat (falsches Verlangen) is von de Zäg' de Wull Wa; gut genährte Kinder sünd gaut in de Wull HaHagenow@RedefinRed; von jem., der sich im Vorteil befindet: dei sitt bet an de Uhren in de Wull as de Lämmerfläut StaStargard@GrammertinGramm; einen in de Wull lopen jem. in die Hände fallen RoDob; wenn du so 'n Stück Braden in de Wull kamen künnst (es erwischen könntest) L. Reinh. Gött. 18; hei will dat Geld in de Wull Ma; en Inspekter hett einen Hoff in de Wull wullt ihn durch List an sich bringen LuLudwigslust@ConowCon; sick in de Wull hebben sich zanken allgem., mit Bezug auf II oder das; dgl. in a. Spr.: 'einander in der wulle wesen' (Wi 1570) Schill.-Lübb. 5, 785a; 'nicht Oeverst hebben de Geistlyken, sondern ock vele der weldtlyken gerne M. Slter in der wulle gewesen und synen underganck gesehen' Gry. Slüt. E 2b; 'ein durchdrevener drehariger Schalck, so in de Wulle gefarvet' (ein farbechter, wirklicher Schalk) Lb. 1, Ee 2a. II. Wolliges, sich wollig Anfühlendes, Flaumiges in den Zss. Wullgras, -krut, -kül, -päsel; scherzh. übertr. das menschliche Haupthaar: dei hett œwer Wull up 'n Kopp Ro; de Wull möt dal die Haare müssen geschnitten werden HaHagenow@WittenburgWitt. — PN. 'Elisabeth Wullenpunt' (HaHagenow@ZarrentinZarr 1373) UB. 18, 338; FN. Wullwinkel. — Mnd. wulle. — Br. Wb. 5, 302; Dä. 559a; Da. 251a; Kü. 3, 828; Me. 5, 735.
6575 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    wullst. F. (ō)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    wull , st. F. (ō) nhd. Wolle ÜG.: lat. lana Gl Vw.: s. -hnoppa, -mod Hw.: s. wulle; vgl. got. wulla*, an. ull, afries. w…

  2. modern
    Dialekt
    Wull

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Wull Band 15, Spalte 1371 Wull 15,1371

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wull

273 Bildungen · 267 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

wull‑ als Erstglied (30 von 267)

Wull(e)nereⁿ

Idiotikon

Wull(e)nereⁿ Band 15, Spalte 1386 Wull(e)nereⁿ 15,1386

Wulljee

SHW

Wull-jee Band 6, Spalte 665-666

Wullak

WWB

wul·lak

Wullak übermäßig arbeitende Person ( Rek Rh).

wullaken

WWB

wull·aken

wullaken V. [OWestf SWestf, verstr. Münsterl] 1. übermäßig und schwer arbeiten, sich bei der Arbeit abplagen, aber oft ungestüm und unvernün…

Wullaker(t)

WWB

Wullaker(t) m. [verstr.] fleißiger, kräftiger, aber oft zu übereifriger, zu ungestümer Arbeiter.

Wullazer

Meyers

wul·lazer

Wullazer ( Hullazer ), in Steiermark soviel wie Jodler.

Wullbagen

MeckWB

wull·bagen

Wullbagen Wullenbagen m. ein aus einer gebogenen hölzernen Stange mit dazwischen gespannter Darmsaite bestehendes Schlagwerkzeug der Wollenw…

Wullband

MeckWB

wull·band

Wullband m., n. 1. dickes Sackband zum Zusammenbinden der Wollballen Wa Rog ; Wullband, dor würd' de Wull mit inflüs't Cram. 2. Gemeine Quec…

Wullblüemlistūdeⁿ

Idiotikon

Wullblüemlistūdeⁿ Band 10, Spalte 1358 Wullblüemlistūdeⁿ 10,1358

Wullbœhn

MeckWB

wull·boehn

Wullbœhn m. Wollboden: de Wullbœhn wir hier in Bramborg, wo nu Karstadt sin Hus is Sta Schönb .

Wullchlē

Idiotikon

Wullchlē Band 3, Spalte 609 Wullchlē 3,609

Wullchrūt

Idiotikon

Wullchrūt Band 3, Spalte 914 Wullchrūt 3,914

Wullchütteli

Idiotikon

Wullchütteli Band 3, Spalte 569 Wullchütteli 3,569

Wulldauk

MeckWB

Wulldauk a. Spr. Wullendok m., n. ein Tuch aus Wolle: pannus laneus 'ein Wullendoeck' Chytr. 271; Schal u. ä.: sei hett sick 'n Wulldauk ümn…

Wulldechi

Idiotikon

Wulldechi Band 12, Spalte 203 Wulldechi -ck- 12,203

Wulldräger

MeckWB

Wulldräger , Wulldrager m. bildl. das Schaf: dat gifft langhoorig un spaansch Wulldrägers Schö; im Rätsel: Wulldrager Wo. V. 1, 920; scherzh…

wulle · 2 Belege

KöblerAfries

wulle 2 , st. F. (ō) nhd. Wolle ne. wool (N.) Hw.: vgl. got. wulla*, an. ull, ae. wull, as. *wulla?, ahd. wolla Q.: W, E E.: germ. *wullō, s…

Wulle I

SHW

Wulle I Band 6, Spalte 661-662

Wulle II

SHW

Wulle II Band 6, Spalte 661-662

Wulle(n)ber

Idiotikon

Wulle(n)ber Band 4, Spalte 1474 Wulle(n)ber 4,1474

Wulle(n)blackeⁿ

Idiotikon

Wulle(n)blackeⁿ Band 5, Spalte 57 Wulle(n)blackeⁿ 5,57

Wulle(n)boppeleⁿ

Idiotikon

Wulle(n)boppeleⁿ Band 4, Spalte 1422 Wulle(n)boppeleⁿ 4,1422

Wulle(n)buseli

Idiotikon

Wulle(n)buseli Band 4, Spalte 1741 Wulle(n)buseli 4,1741 o.

Wulle(n)bër

Idiotikon

Wulle(n)bër N. Band 4, Spalte 1452 Wulle(n)bër N. 4,1452

wull als Zweitglied (4 von 4)

Brackwull

MeckWBN

brack·wull

Wossidia Brackwull f. ä. Spr. minderwertige Wolle: 'Wolle, die mit Stichelhaaren vermengt ist, wie auch harte, filzige Wolle (wird) von der …

g(e)wull

Idiotikon

g(e)wull Band 15, Spalte 1385 g(e)wull -o- 15,1385

Lockwull

MeckWBN

lock·wull

Wossidia Lockwull f. die gute, gelockte Wolle der Schafe: beim Sortieren kümmt Lockwull un Kladdenwull allein Ro Rostock@Gerdshagen Gerdsh .

Ableitungen von wull (2 von 2)

verwullen

Lexer

ver-wullen swv. dîn vleisch ist nicht vorworden noch vorwullet ( var. erfûlet) zuo aschen Pf. üb. 21,1328. — zu verwëllen 2 ( falls die lesa…

wulle

Lexer

wulle , wülle s. wolle, wille.