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steinalt

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

steinalt adj.

Bd. 18, Sp. 2039
steinalt, adj. 11) hochbetagt, grandaevus. 1@aa) ohne weiteren nebensinn: summa senectute Stieler stammb. 35; attributiv verbunden mit mann: wie ich ... von einem steinalten m. ... gehöret Kirchhof wend. 3, 52 lit. ver.; der priester Libys, ein st. m. Lohenstein Arm. 1, 109; mein vater ... ist ... ein st. m. Klinger theat. 2, 86; zeigte er auf einen steinalten m. Fouqué alts. bild. 4, 126; ein trefflich steinaltes männchen von mehr als 125 jahren Jean Paul 32, 145 H.; von tieren: (der rollaffe) kommt ... teils in banden vor, bei welchen sich immer einige steinalte männchen befinden Brehm tierl.3 1, 233; frau: von einer steinalten f. verpflegt werden Schnabel Felsenbg. 1, 360; da stand am lodernden herdfeuer eine steinalte f. C. F. Meyer Jen. (1901) 29; weib: zur zeyt Dionysii ... sey gewesen ein steynalt weyb Agricola sprichw. (1534) i 4a; Hauff s. w. (1890) 4, 126; ein w., st., aber rüstig M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 1, 129; jungfer: ich will eine steinalte j. werden, wenn es nicht wahr ist Kotzebue dram. sp. 3, 225; Bauernfeld ges. schr. 8, 21; mit anderen substantiven: ich wolte mich in mein steinaltes hertz hinein schämen frantz. kriegs- Simpl. (1683) 3, 43; ich ward zwischen eine steinalte tante und einen jungen menschen ... hingeschoben Hermes Soph. reise (1778) 1, 176; ein steinalter derwisch Jung Stilling s. schr. 4, 597; auf den wink ... der liebenswürdigen steinalten gräfin Holtei erz. schr. 28, 43; prädicativ: ir werdet ... wol tawern und st. werden Mathesius Sarepta (1571) 2a; Petri weissh. 2, k 4r; die egyptischen einsiedler werden oft ... st. Zimmermann einsamk. (1784) 1, 377; da ihr doch selber so st. seyd Tieck schr. 9, 142; während ... der riese ... st. werden kann myth.4 1, 371; ich gedenke st. zu werden G. Freytag ges. w. 13, 125; die urahne ist ja ... st. geworden Storm w. (1899) 2, 242. 1@bb) häufig abschätzig mit dem nebensinn des altersschwachen, gebrechlichen, so meist in den wörterbüchern seit anfang des 17. jhs.: steinalter mann der den einen fusz schon im grabe hat, decrepitus, senex Decimator (1615); nomenclator lat. germ. (1634) 237; vecchio como una pietra o rocca, cioè vecchio decrepito Kramer 2, 950b; décrépit, cassé de vieillesse Schwan 2, 708b; mundartlich: stanalt sehr alt Hügel 155; a stoanlda tattel mit eisgrauem bart Hartmann volksschsp. in Bayern u. Öst. 8, 4; auf oamal kimmt a stoanalts wei Stieler ged. 2, 53 Recl. st. und steinreich sind niedrige ausdrücke Braun orth. gram. wb. 245b; verfehlte erklärung: st., der auf die steine sehen musz, worauf er geht, damit er nicht fällt Frisch 2, 329b; richtig: st. heiszt sehr alt, eigentlich so alt wie stein, weil man das alter des menschen mit dem alter eines steines vergleicht, der schon seit undenklichen jahren sein dasein gehabt hat Stosch in berlin. monatsschr. (1783) 1, 156; attributiv verbunden mit mann: o abgelebter und steinalter m. A. Olearius pers. baumg. 27; ein steinalter m., der schon mit einem fusz auf dem grab stehet Stranitzky ollapatrida 160 Wiener ndr.; fand er ... einen steinalten m. sitzen, die augenbrauen wie bereift, die augen fast erloschen Fouqué zaub. 3, 69; frau: ihre groszmama, eine steinalte fr. ... entschlief J. Möser 3, 61; eine steinalte f., die im lehnstuhle sasz und mit dem kopfe bebte K. Ph. Moritz A. Reiser 345 lit. dkm.; eine steinalte zitternde f. Heine 3, 32 E.; weib: erger ist es, wenn ein junger geselle ein steinaltes und kaltes w. nimpt J. Gigas postille (1595) 1, 55b; als ich ein jung geselle war, nahm ich ein steinalt weib v. Erlach volksl. d. Dtsch. 2, 117; ein steinaltes weiblein, welches mühselig dahergepilgert kam G. Keller 5, 330; ferner: steinalte mütter und wankende greise Böhme volksth. lied. 494; als aus der ferne ein steinaltes, eisgraues mütterchen auf krücken hinankeuchte E. T. A. Hoffmann 6, 193 G.; wir steinalten, verlebten und unvermöglichen leute Mathesius hochzeitpr. (1591) G 331a; die beiden gatten lebten beinah ein seculum, betraten endlich beide steinalt und lebenssatt ... den düstern todespfad Hölty ged. (1869) 13 Halm; ein steinalter, menschenfeindlicher hausverwalter E. T. A. Hoffmann 3, 139 G.; mit spöttischem unterton: auf einen steinalten liebhaber J. Grob dicht. versuch. (1678) 64; weil sie so steinalt aussieht, haben sie sie (die mühe) der Malcolmi nicht zugemuthet Caroline 2, 148 W. 22) grauer vergangenheit angehörend oder auf sie zurückgehend: mehrere inhaber des ältesten thierkreises erkennt der symboliker, z. b. ... den steinbock, den steinalten urbock der Ägypter J. H. Voss antisymb. 1, 38; eine steinalte prophezeiung Tieck 11, 40; die steinalte geschichte Jean Paul 36, 16 R.; dinge, die einem dann sehr bald einer steinalten zeit anzugehören scheinen A. v. Droste-Hülshoff br. 221; der steinalte hesiodische vers Steub wanderg. 44; absichtlich übertreibend: ein steinaltes madrigal W. H. Riehl Eisele (1848) 306. oft mit einem unterton der verehrung: der baum, auf dem die kinder der sterblichen verblühn, steinalt, nichts desto minder stets wieder jung und grün Schiller 11, 348 G.; stets war unser geschlecht steinalt J. H. Voss s. ged. (1802) 2, 287; der Raubholz war freylich ein graf und zwar von einem steinalten stamm Pestalozzi s. schr. 4, 228; wenn über die schneeige firne von bergeshäuptern, steinalten riesen purpurn aufflammt das frühroth Arent-Conradi-Henckell mod. dicht. 124; in humorvoller selbstverspottung: die alten leute ... nennen sich selbst gern alte krieger ... oder ... steinaltes kommisz Imme soldatensprache 13. verstärkt
5564 Zeichen · 201 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Steinalt

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Steinalt , adj. et adv. im gemeinen Leben sehr alt. Ein steinalter Mann. S. Adelung Stein Anm.

  2. modern
    Dialekt
    steinalt

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    steinalt Band 1, Spalte 1,313

  3. Sprichwörter
    Steinalt

    Wander (Sprichwörter)

    Steinalt Dabei wird ma steanalt und klan(klein)buderwinzig. ( Niederösterreich. ) Klage, wenn etwas ungebührlich lange d…

  4. Spezial
    steinalt

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    steinalt очень старый, старинный, древний

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steinalt

5 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von steinalt 2 Komponenten

stein+alt

steinalt setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

steinalt‑ als Erstglied (5 von 5)

steinaltar

DWB

stein·altar

-altar , m. : auf einem bröckeligen st. stand neu bemalt die holzgeschnitzte muttergottes Schäfer begr. hand 85 ;

steinalter

DWB

stein·alter

-alter , n. hohes alter: steinalter bezeichent uns daz norden Brun v. Schonebeck 266 lit. ver.;

steinaltertum

DWB

stein·altertum

-altertum , n. : bei Husum in Schleswig haben sich steinaltertümer gefunden Hoops waldb. 79 . c c) steinbruch vgl. stein E 1.

steinaltgrau

DWB

steinalt·grau

-altgrau , adj. den 21sten christmonat ... des nunmehr steinaltgrauen 1656sten jahres Butschky kanzelley 476 . —