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steinbruch

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

steinbruch m.

Bd. 18, Sp. 2055
steinbruch, m. , mhd. ebenso, nebenform steinbrucht, m., Frisius 509a. 11) steinlawine: und schlug der st. zu Mansfeld einem beide beine entzwei denselben tag Spangenberg mansfeld. chron. (1572) 479b; anno 1331 ist ain grosser stainpruch ob Sannct Oszwald im dorf bei Bozen hernidergefallen v. Brandis gesch. d. land. v. Tirol (1850) 47; den arbeitern ... sind die hend mit langen handschuhen (bewahrt), damit nicht die steinbrüche, von den bruchstücken herabgefallen, sie verwunden Ph. Bech Agricolas bergwerckbuch (1621) 217; in den bergen gibts vil stein- und felsenbrüch Guarinonius grewel 443. nur bis etwa mitte des 17. jh. in diesem sinne gebräuchlich. 22) vereinzelt = steinbrocken 3: dasz aber nicht das sand bald das sib durchlasse, so legt der wäscher darunder steinlin oder steinbrüch Ph. Bech Agricolas bergwerckbuch 251. 33) 'ein berg oder grube, daraus steine gebrochen werden' bergm. wb. (1778) 521; 'st. nennt man die stelle eines gebirges, [] wo natürliche bausteine gefunden ... werden' Helfft landbauk. 345. glossiert: cotaria ein st., da man die wetzstein bricht Frisius 340a; B. Faber thes. 210b; lapicidina Diefenbach 318b; Calepinus xi ling. 793b; lapidariae Frisius 755b; lapifodina Diefenbach 318b; latomiae Calepinus xi ling. 797a; perrarium Diefenbach 429b; petrifodina 432a; saxifraga nov. 328a. lage der steinbrüche: wenn das gestein ... nahe unter der oberfläche liegt, ... so findet der abbau in offenen steinbrüchen unter freiem himmel statt ... (im andern falle) müssen unterirdische steinbrüche angeordnet werden Prechtl 16, 241. das wort zu allen zeiten des nhd. üblich und zahlreich belegt: die ... auch im stainpruch stain zu sölichem pawe dinstlich prechen lassen chron. d. dtsch. st. (Nürnberg 1484) 10, 372; die steinbrüche, da man stein aus der erden grebt Heyden Plinius (1565) 76; Mausolens grab, welches ... die kostbaren steinbrüche gantz Asiens erschöpffet Lohenstein Arminius 1, 198b; da die steinbrüche daselbst (in Ägypten) ziemlich spät ... erfunden worden Gottsched neueste 2, 330; das ganze weltwesen liegt vor uns, wie ein groszer st. vor dem baumeister Göthe 22, 332 W.; zwischen dem überwucherten geröll eines alten verlassenen steinbruchs Raabe Horacker 86. a) besonders zur gewinnung von marmor angelegt: das gebirge Elwend, dessen vater auch der Taurus, hat einen köstlichen st. von allerhand arth, sonderlich weissen marmel Olearius persian. reisebeschr. (1696) 256; als man die steinbrüche bearbeitet und an etlichen orten marmol gefunden Harsdörfer secret. 2, 166; dieser ... quält sich die schönsten jahre durch in steinbrüchen nach marmorblöcken Göthe 49, 154 W. bildhauer beginnen dort ihre arbeiten: die giganten, nachdem sie blosz in rohen massen im steinbruche gehauen waren Welcker alte denkm. 1, 196. b) andere steinarten: st. heiszt ein felsz, woraus sowol baubrech-mauersteine als auch mühlsteine, ... alabaster, jaspis etc. gebrochen werden allg. haush.-lex. (1749) 3, 410; do hawet die gantz dorffgemein im steinbruch ein untern mülstein H. Sachs 9, 382 K.-G.; ein st. von guten sandsteinen Nicolai reise 11, 23; ein st. von basalt allg. dtsche bibl. anh. z. bd. 53-86, 681. c) das 'brechen' der steine auch durch moderne hilfsmittel ersetzt: steine, die in den nahen steinbrüchen mit pulver gesprengt werden Chamisso 6, 17. d) als steinbrüche dienen auch verfallene gebäude und ihre theile: zu Schemnitz in Oberungarn zaigt man noch ein saul, dermahl aber fast einem alten st. gleich Abr. a s. Clara Judas 2, 16; da aber das gebäude (des römischen amphitheaters) über sich selbst zusammengestürzt und wahrscheinlich mehrere jahrhunderte als st. behandelt war Göthe 33, 165 W.; da das theater von Orange ... das miszgeschick theilte, ... als st. zu dienen Samosch prov. tage 22. e) st. als zufluchtsort für thiere: hier zwingt sie (die steinmerle) ... der mangel an felspartien ... in steinbrüchen einen zufluchtsort zu suchen Naumann vögel 2, 353; in den steinbrüchen und holen bäumen stellten die ... bienen ihr weltliches regiment an Bastel v. d. Sohle Harn. aus Fleck. (1648) 125; standort anspruchsloser pflanzen: die ruderalpflanzen ... auf den trümmerhaufen der steinbrüche Wimmer gesch. d. dtsch. bod. 229; fundort der spuren vorgeschichtlichen lebens: die organischen reste, die sich in den steinbrüchen ... vorfinden Göthe IV 32, 119 W.; aus einem verfallenen steinbruche klopfte er manches stück mit uralten resten heraus von kräutern und thieren G. Keller 5, 153. f) bisweilen als bezeichnung einer bestimmten örtlichkeit: da sagte der kutscher: 'wenn wir nur nicht den steinbrüchen zu nahe kommen!' A. v. Droste-Hülshoff 2, 301; drauszen im alten st. liegt er erschossen H. Schmid alte u. neue gesch. 331; ein vorstosz der 27. infanteriebrigade gelangte zwar (bei Gravelotte) bis an den groszen st. v. Alten handbuch 4, 369. daher auch häufiger ortsname Steinbruch Rudolph ortslexicon 2, 4344 f. g) da die arbeit sehr schwer ist (s. oben unter steinbrechen), ist st. auch ein ort harter zwangsarbeit: ergastulum ein ort, da man vor zeyten die eigenleut eynschlosz [] und zum werck zwang als st., ärtzgrub und dergleichen Frisius 479a; Maaler 386a; viel heiliger merterer ... in ... wüste insulen vertrieben und daselbst in steinbrüchen und ander schwere erbeit wie die esel erbeiten Luther 30, 2, 194 W.; die drei, den das gefencknusz in dem st. bevolhen was Carbach Livius 233r; berüchtigt in der geschichte die λατομίαι von Syrakus: Becker weltgesch. (1801) 2, 201; Mommsen m. gesch. (1874) 1, 147. h) bildlicher gebrauch: in diesem leben ist der st., im himmel aber wird kein hammerschlag an uns gehöret werden Herberger Jesus Sirach 38a; die mundarten der Oberdeutschen sind die steinbrüche, woraus unsere vorfahren die sprache gebaut haben Klopstock gelehrtenrep. (1774) 245; er führte ihn nicht in den st., vor die kalkgrube und auf den zimmerplatz der metaphysik Jean Paul w. 15/18, 108 H.; im gehirn ist der st., welcher das material zu jenem stolzen dogmatischen baue liefert Schopenhauer 1, 539 Gr.; ganz selten in absichtlicher übertreibung im sinne einer schweren last, eines hindernisses (vgl. stein II C 1 d) ich habe daher eine art ungeduld, mein haus los zu sein, das mir wie ein fels, ja wie ein st. am fusz hänget Gervinus im briefw. zw. J. u. W. Grimm, Dahlmann u. Gervinus 2, 234. 4) ganz vereinzelt = steinbrech: saxifraga stainpruch Diefenbach nov. 328a. —
6451 Zeichen · 179 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    steinbruchstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    stein-bruch stm. steinbruch, lapifodina Voc. 1482. saxifraga Dief. n. gl. 328 a . S.Gall. chr. 26. Kaltb. 12,12. Chr. 10…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Steinbrúch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Steinbrúch , des -es, plur. die -brüche, derjenige Ort, wo das in Bänken oder Schichten liegende Gestein von den Ste…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Steinbruch

    Goethe-Wörterbuch

    Steinbruch [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Steinbruch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Steinbruch , s. Steine (Bausteine).

  5. modern
    Dialekt
    Steinbruch

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Steinbruch m. wie hochd. Bf. Ndrröd. [‘Stįpruχ M. , trotz ʿStèin Stein ]. Syn. –grueb Seite 268. — Idi…

  6. Spezial
    Steinbruch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stein|bruch m. (-[e]s, ...brüche) ciavara (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steinbruch

15 Bildungen · 6 Erstglied · 9 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von steinbruch 2 Komponenten

stein+bruch

steinbruch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

steinbruch‑ als Erstglied (6 von 6)

steinbruchel

KöblerMhd

steinbruchel , st. M. Vw.: s. steinbrüchel*

Steinbruchstod

PfWB

steinbruch·s·tod

Steinbruchs-tod m. : ' aus einem Steinbruch nördl. von Pirmasens herabgefallene große Felsblöcke ', Steinbruchstod [Pirmas].

steinbruch als Zweitglied (9 von 9)

Basaltsteinbruch

GWB

basalt·steinbruch

* Basaltsteinbruch GWB N9,196,1 Basaltsteinbr Titel [Nees] vgl GWB Basaltbruch GWB Basaltgrube Gertrude Harlass G. Ha.

mauersteinbruch

DWB

mauerstein·bruch

mauersteinbruch , m. die bruchstücke von gebrannten mauersteinen, welche besonders zur unterlage von steinkajungen beim deichbau verwendet w…

Ratssteinbruch

GWB

rat·s·steinbruch

Ratssteinbruch Raths- Porphyr aus dem Ilmenauer R. GWB N10,13,17 Porphyrartig GWB N10,19,2 TrümmerPorphyr 1817 Syn GWB Ratsbruch Juliane Bra…

Schiefersteinbruch

DRW

schiefer·steinbruch

Schiefersteinbruch, m. Steinbruch zum Abbau von Schiefer bdv.: Schieferkaute dass wir ... meister G., leyendecker von U., mit unserm schieff…