lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

schilling

mhd. bis sprichw. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DRW
Anchors
18 in 16 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
19
Verweise raus
24

Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch

Schilling

Schilling, m.

in verkürzter Schreibung s., sch., scill., sh., shl., oder als Zeichen ß entsprechend dem lat. Zeichen für solidus, auch ßl., sß.; auch kontrahierte Formen, auch mit Nasalschwund; zum Pl. vgl. auch Schillinger
Sachhinweis: Schrötter,MünzWB. S. 597-602; B. Sprenger, Das Geld der Deutschen ... (Paderborn 1991) S. 49f. u. 87-90
I Bezeichnung für den byzantinischen aureus oder solidus, eine Goldmünze
II eine nicht ausgeprägte Rechnungsmünze, ein Rechenwert, der mehrere Münzen bzw. Münzwerte umfasst, deren Summe sich regional und zeitlich unterscheidet
II 1 ein Rechenwert von 40 Pfennigen (I)
  • so hwer so anðran zi ðinge gimenit, inti er nicuimit, ibu ini sunne nihabet, gelte scillinga xv [übersetzt: si quis ad mallum legibus dominicis mannitus fuerit et non uenerit, si eum sunnis non detenuerit, (sekundär in der Rezension: sunt dinarii dc qui faciunt) solidus xv culpabilis iudicetur LSal.(Eckh./MGH.) 28]
    9. Jh. Lex Salica Bruchstück/KlAhdSprDm. 55 Faksimile
II 2 ein Rechenwert von 12 Pfennigen (I)
II 2 a urspr. ein Wert von 12 Pfennigen (I), dh. der 20. Teil eines Pfunds (II); zT. mit Herkunftsangabe der Pfennigwährung; auch eine Münzzähleinheit von 12 Münzen anderer Münzsorten; lütziger Schilling (Beleg 1281) hier wohl: Schilling lütziger (I 13) Pfennige (vgl. Beleg 1. Hälfte 14. Jh.); nicht sicher abzugrenzen von Bed. III 1
  • dat penning wichte goldes nam man do vor teine silveres, süs waren de tvelf penninge drittich schillinge wert
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III § 45 § 1
  • tein punt geweddet die man sime herren. svelk vorste aver vanlen hevet die weddet deme koninge hundert punt sogedaner penninge, als in der münte genge unde geve sin dar dat gewedde binnen gewunnen is, dat punt bi tvintich scillingen
    1224/35 (Hs. 1369) SspLehnr. Art. 68 § 8 Textarchiv: SspLehnr. Art. 68
  • ebinin su sich abir des ani richteri, wan iz umme gelt is, so sal he mi richteri gebi von demi scillingi einin phenninc, alsi ab he umi girichtit hetti
    um 1230 MühlhsnRb.² 170
  • so welk vnse borgere kumpt in Vlanderen, vnde heft he so vele kopschattes alse xiii sol' engels efte meer, he schal geuen enen schilling engelsch to hanse
    1270 (Hs. 1493) HambOrdB. N 1
  • swer vrônwage gehaltet, der sol si eim iegilichem burger vergebin lihen. leit er jm ein bessir pfant dar, daz drier schilling wert ist. verziht er jme denne der wage, vnde wirt des ûberzûgot, alle die wil so er dem nût het gebeizirot, so het er enhein reht jn der stat
    1275 Freiburg i.Br./CorpAltdtOrUrk. I 257
  • dev vræuel ist ein pfunt oder fuͤnf schilling nach des landes gewonheit
    um 1275 Dsp.(Eckh.1971) LR. Art. 76
  • swa daz bvͦch von schillingen seit, daz sint schillinge der ie zwelfe [Pfennige] ein schillinc ist
    um 1275 Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 18
  • de schal ... wedden einen luttegen schilling
    1281 GoslarUB. II 309
  • da von die ... brudere allu iar den burgeren vier schillnige Baselere zesnise geben
    1282 Weißenburg i. Els./CorpAltdtOrUrk. I 453
  • ein dritdeil einir hube ... gald ... alle iar ein achdeil weizis vnde einin scillig lichtir pfennige
    1287 CorpAltdtOrUrk. II 208
  • habin [wir] daz alles samt den hof vnd svaz der zu gihoͤrit ... zi chauf gigebn vmb nivnzic phunt vnd einen schillinc hallær
    1290 Wiesloch/CorpAltdtOrUrk. II 546
  • sol er buͤssen ... sehzig schillinge pfúndiger pfenninge
    1293 Gengenbach/CorpAltdtOrUrk. III 151
  • hebben wy an gelde uppegebordt unde entfangen van eneme isliken huße, dar eine pluch uthgeyt, soß hamborgere schillinge [übs. lat. Urk. v. 1293: sex solidos denariorum Hamburgensium]
    oJ. LünebUB. I 112 Faksimile
  • zesthalbin scillinch phennig costenzer munze
    1297 Bodensee/CorpAltdtOrUrk. IV 2
  • ain swin, das gelte zehen schillinge pfhenninge zuͥricher muͥnz
    1299 ZürichUB. VII 86 Faksimile
  • kein man ... sal nicht me verspilen eines tages denne vumf schillinge. waz he me verspilt den vumf schillinge, also vil muz he an di stat geben zu rechte
    um 1300 FreibergStR. V § 10 Textarchiv: FreibergStR. V
  • mochten se der penninghe nicht hebben, se moghen eme gheven de lodeghen mark vor verdenhalven schillinc unde dridtich
    1316 HamelnUB. I 123 Faksimile
  • [Buße:] drissik zillinge
    1326 LiegnitzUB. 51 Faksimile
  • de schall beteren i schilling groth
    1330 Fock,RügPommG. III 255
  • achte dusent mark guder swaren osenbrucgescher penninghe, twelf schillinge ghetolt vor de mark
    1338 MecklUB. X 575
  • daz kein zins me do von gen solle, danne vier vnd drizig schillinge hellergeltes ierlichs vnd ewiges zinses
    1339 OtterbergUB. 410 Faksimile
  • dat twintich schillincge sin wert ene mark lodighes silvers
    1346 DortmStat. 201 Faksimile
  • schaln xxviii schillinge vnde vir pfenning eine marck wegen
    1347 CDBrandenb. III 1 S. 27
  • des voghedes wedde is sestich lutteke schillinghe [aL.: schillinghe lutteker penninghe]
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. III § 195 Textarchiv: GoslarStR. III § 195ff.
  • sechs schillinge breytir groschin ewigis czynsis
    1357 HMeißenUB. II 1 Faksimile
  • czu buze drissic schillinge pfundischer pfenninge; der schullen czwenczig schilling ein marck wegen
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) IV 31 Dist. 2
  • up eene boete van thiene sceleghen parisise
    1360 AardenburgRbr. 143 Faksimile
  • sullen sie fur eine marg pregisches gewichtes lxx schillinge hellere in der ersten lote slahen
    1360 FreibergUB. II 14 Faksimile
  • sos unde druttich schillinghe nyer penninghe scolen weghen ene mark
    um 1369 BremUB. III 332 Faksimile
  • vor eynen schilling turnosir zcwenczcig schillinge alder heller zcu rechin
    1370 DOrdHessenUB. III 107
  • V. git von ij schůpůs iij viernzal dinkel ... ij ß
    1372/76 FarnsburgUrb. 19
  • der vorbuͤzzet drei windische march das sint sechs vnd dreizich schilling
    1378 SilleinStRB. 69
  • [in zinßen thun] zehen thorniß ein ℔, ... 12 denare ... ein thorneß, 9 heller ein schilling und 6 den. auch ein schilling
    1395 Amorbach 222 Faksimile
  • welk man dar brokaftich werd, dee schal dee mark wasses betalen vor enen schillyngh
    1397 Stieda-Mettig 382 Faksimile
  • R. gibt zu iglichem zinse fünf und dreissig schilling haller in golde ... G. gibt zu iglichem zynß 36 schilling in golde
    1398 QKulmbach 179 Faksimile
  • xx schillongh sensersche pleech men to betalen mit twintich groten
    14. Jh. NrhAnn. 9/10 (1861) 261
  • do geboret zu wispfennyge iglichim scheppin eynen schilling meygdeburgische pfennyge, das seynt czwene behemische groschen
    um 1400 LiegnitzStRb. 126
  • der salh gebrücht haben 8 schilling rader
    1409 NrhAnn. 148 (1949) 147
  • vire schilling alder crůcze grosschin der fůmfundefunfczig eynen rhinschen guldin geldin
    1410 MansfeldKlUB. 466 Faksimile
  • achte schildinge gheldes, eynen iewelken schilding by twelff bremeren swaren to rekende
    1410 Schiller-Lübben IV 91 Faksimile
  • wan solich ir gült und zinß also besumet wirt und das ie sehs pfening für ein schilling gerechent wirt
    1422 MosbachStR. 568 Faksimile
  • een schillingh xentters maeckt vier s. [Schillinge] kleynre penninghe
    1426/40 KleveStR. Art. 349
  • to eruen tinse veftehalue schilling brunswigkescher pennig helmestedischer weringe
    1429 DrübeckUB. 100 Faksimile
  • hat ein cammerer geleit zu geben allermenglich vor schult dri tage. mit namen ein furste sal geben zwene schilling heller, ein grave zwolff heller, ein friher auch zwolff heller, ein ritter oder edelman dri heller
    1444 MainzKämmW. 146 Faksimile
  • ist die pusse dem richter fünf schilling, ... ye drei heller für einen schilling
    1464 BayreuthStB.² 70 Faksimile
  • gingen zu Breslaw gute wyener pfennige sechs groschin vor eynen schilling heller
    um 1490 RechterWeg II 750
  • ein schilling das seint zwölff pfennige
    1495 ErfurtFreizins 309 Faksimile
  • alle schelling enghels salmen betalen met achte bottijns
    15. Jh.? StaverenStR. Art. 40 Faksimile
  • [Kriegssteuer:] einen schilling an golde, das ist, einen zwantzigsten theil eines gülden rheinisch
    1500 Lünig,CJMilit. 195 Faksimile
  • sollen allweg sechs pfening fur ain schilling und 28 schilling fur ain gulden gerechnet werden
    1501 Wielandt,BadMünzG. 342
  • dat zy heurluyder beden ende ommeslagen innegaderen by scellinghen, ende es elcken scellinck 1 blanck, ende zijn de 20 scellingen 1 pont van 30 groten, ende hebben 63 ℔
    1514 InfHollant 268 Faksimile
  • ein pfund macht XXI schilling pfenning; das macht an der summa IV ß. gr. [Schilling Groschen] hocher munz
    vor 1524 LeipzigSchSpr. 285 Faksimile
  • darumb [ackerschaetz] gibt er ... vier schilinck, und vor ein iglichen schillinck acht pfennick
    1537 LuxembW. 453 Faksimile
  • wen der kleger die gewehre rueret oder bricht, so verbuesset ehr dem part auf xxx schillinge, das sein xxx patzen
    1550 OlmützGO. 46 Faksimile
  • soll man nemmen und geben ein schiltfrancken, ein ducaten, und ein ungarschen guldin ... jr jeglichen besunder fuͤr acht und dryssig schilling stebler pfenning
    Mitte 16. Jh. Tschudi,ChrHelv. II 158a
  • würd für ieden thaler zweintzig schilling und für den schiling zwölf pfening gerechnet
    1572 AdelsheimStR. 666 Faksimile
  • [dass der Frevler] vor jedern abgehauenen oder verderbten baum ... 30 schillinge pfenninge, das thut 2 reichs-guͤlden, ... verbuͤssen soll
    1577/83 LünebRef. 794 Faksimile
  • welcher auch den anderen ... vor ampt oder gericht liegen heist, der verfält zehen schilling rappen
    1620 Heitersheim(Barz) 47
  • so verfaͤllt er in eine poen 10. sß. groschen
    BöhmStR. 1720 S. 146
II 2 b kurzer Schilling zu 12 Pfennigen zur Unterscheidung vom langen Schilling (II 4), das Attribut wird meist nachgestellt
  • von der pliwat gehornt zwelf schillinge der churzen. der sint des clagers zehen, der schepfen ainr, des rihters ainr, und sehzic phenninge
    1294 Amberg/CorpAltdtOrUrk. III 187
  • sol der selbe C. ... fvͤr daz selb rint geben zwelf schillinge der chvrtzen auspurger phenninge oder ein rint, daz man da fvͤr nimt
    1297 CorpAltdtOrUrk. IV 171
  • den messern gebit man sebin schillinge der kurczen
    Ende 13. Jh. IglauBergR. 281 Faksimile
  • das der scheppe, der also mispart hat vor gerichte, das der bestanden ist mit dem hochsten vreuil, das ist dem richter mit lx schyllingen hallern vnd ydem scheppen mit xxx schillingen vnd das seynt der kurczen
    vor 1368 IglauOberhof 178 Faksimile
  • die vinder des pergis schullen den geben, die da gemessen haben den perg, siben schillinge der kurczen [Übs. von: vii solidos breves]
    Ende 14. Jh. (Hs.) Zycha,BöhmBgr. II 3
  • so ist er der pusse vorvallen ... idem scheppfen mit dreissig schillingen der kurczen, der czellif haller einen groschen gilt
    1400 Zycha,BöhmBgr. II 367
II 2 c afries.: eine Rechnungseinheit im friesischen Währungssystem; der Rechenwert des Schillings variiert als lütziger (I 15) bzw. höchster Schilling, Schilling Wicht Goldes eine Rechnungseinheit; skillinga cona eine Rechnungseinheit oder eine Münze, vgl. AfriesHWB. 440 u. 584 s.v. wicht; in Wergeldberechnungen und Bußtaxen: eine Rechenmünze zur Feststellung der Höhe einer Forderung, die dann tatsächlich in Naturalien (häufig Vieh) entrichtet wird
Sachhinweis: D.J. Henstra, The evolution of the money standard in medieval Frisia (Diss. Groningen 2000) S. 322ff.; His,FriesStrR. 14-30; ZNum. 12 (1884) 149f.
  • hwersa mar rent mentel ieftha stac ... en hagest skilling [wenn man einen Mantel oder einen Umhang zerreißt ... (so beträgt die Buße) einen höchsten Schilling]
    Ende 13. Jh. BrokmerR. 50 Textarchiv: BrokmerR. 50
  • hwersa ene monne stelin werth, and hit se burcuth, and him bitigie ma, thet hi enis otheres god a sinre helde hewed hebbe, thet nimth hi naut ferra plicht sa sin eyn; ief ma thet spreka welle, thet him naut estelin se, sa swere hi a forene skilling enne eth [wenn einem Manne (etwas) gestohlen wird und dies dorfbekannt ist, und man ihn damit belastet, dass er eines anderen Gut in seiner Verwahrung gehabt habe (das auch gestohlen wurde), so haftet er dafür nicht weiter als für sein eigenes [nämlich gar nicht]; wenn man behaupten sollte, ihm sei nichts gestohlen, so schwöre er für je einen Schilling (des Wertes je) einen Eid]
    Ende 13. Jh. BrokmerR. 90 Textarchiv: BrokmerR. 90
  • etheles wiues wetma, thet send achta pund end achta enza, achta scillengar and achta penningar [das Wittum einer edlen Frau beträgt acht Pfund und acht Unzen, acht Schillinge und acht Pfennige]
    um 1300 HunsingoR. 40 Textarchiv: HunsingoR. 40
  • thiu brustwnde inur wach twia niugun skillinga cona and en skilling wichtgoldis [die bis in den Brustkasten durchdringende Verwundung (büße man mit) zweimal neun ... Silberschillingen und einem Schilling gewogenen Goldes]
    um 1300 RüstringerR. 72 Textarchiv: RüstringerR. 72
  • sa is thet forme ield thera prestera an there forma wigene twilif stunda sex and thritich skillinga thes panninges, ther binna there stidi geue and ganse se, ther hi binna ewiged is [das erste Wergeld, nämlich der Priester, die die erste Weihe empfangen haben, beträgt zwölfmal sechsunddreißig Schillinge, in der Münze, die in dem Orte, wo sie geweiht sind, gang und gäbe ist]
    um 1300 RüstringerR. 94 Textarchiv: RüstringerR. 94
  • thiu ieldmerk thiu is en skilling wicht goldis. thet is thiu hagoste merk [die Geldmark ist ein Schilling gewogenen Goldes. Das ist die höchste Mark]
    um 1300 RüstringerR. 106 Textarchiv: RüstringerR. 106
  • Aestergae litike scillinghe thi is xij lyodera panninghen, thet send twene grate and twene liordera panninghen. ende thi scillingh jn da botem bi wita panninghum thi is een grata [der Kleine Ostergo-Schilling zählt 12 Leeuwardener Pfennige, das sind zwei Grote und zwei Leeuwardener Pfennige. Und in den Bußen nach Weißpfennigen gilt der Schilling einen Groot]
    2. Hälfte 14. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 424 Textarchiv: WesterlauwersR. I 424
  • jn thisse sex delim soe is thio liudmerck iiij schillinghen. ende thi schillingh is sex grate. jef bi tha liteka scillinghe soe is thio merck x schilling. soe is thi scillingh tweer grate and tweer lyordera panninghen [in diesen sechs Rechtsgebieten zählt die Volksmark ferner 4 Schillinge. Und der Schilling ist gleich sechs Groten. Oder nach dem kleinen Schilling gerechnet, zählt die Mark 10 Schillinge. Dann gilt der Schilling zwei Grote und zwei Leeuwardener Pfennige]
    2. Hälfte 14. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 426 Textarchiv: WesterlauwersR. I 426
  • thet pund schel wesen bi soghen agripineske pennengem, truch thet Colnaburch het bi alde tidem Agrippina alle noma; ta was us thiu mente te fir and thi penning thi sweer and warth ther eleid ande lagad with thet thua ande sogentech punda tua ande soghentech skillinga rednathes slachta iefta cauueng slachtha; and thriu pund tha frana, thet skel ma ligta oppa en end twintich schillinga, thes kenenges bonnes [das Pfund soll sein zu sieben agrippinischen Pfennigen (weil Köln in alten Zeiten mit dem eigentlichen Namen Agrippina hieß; da war uns die Münzstätte zu weit entfernt und der Pfennig zu schwer, und es wurden statt dieser zweiundsiebzig Pfund zweiundsiebzig Schillinge vom Gepräge des Rednath oder Kaweng bestimmt und festgesetzt); und drei Pfund (gebühren) dem Frana kraft des Königs Gebot, die soll man auf den leichteren Fuß von einundzwanzig Schillingen setzen]
    14. Jh. EmsigerR. 18 Textarchiv: EmsigerR. 18
  • hwasa thria keningis bon vrsit and thi frana sinne scheld vpnimth, sa ach hi thes keningis bon to fellane mith en ende xx scillingum [wenn jemand dreimal ein Gebot des Königs nicht befolgt und der Frana seinen Schild (zur Vollstreckung) erhebt, so soll er die königliche Bannbuße zu einundzwanzig Schillingen zahlen]
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 156 Textarchiv: FivelgoR. 156
II 3 ae.: ein Rechenwert von meist 4-5 englischen Pfennigen (I)
Sachhinweis: Matzerath 17-21
  • gif man frigne mannan ofsleahþ, cyninge L scillinga to drihtinbeage [wenn jemand einen freien Mann erschlägt, (büße er) dem Könige 50 Schill. zum Herrschergeld]
    602/03 (Hs. um 1125) Liebermann,AgsG. Abt 6
  • to fundes cildes fostre, ðy forman geare geselle VI scillinga, ðy æfterran XII, ðy ðriddan XXX, siððan be his wlite [zum Erziehungsgelde eines gefundenen Kindes gebe man im ersten Jahre 6 Schill., im folgenden 12, im dritten 30, späterhin nach seiner Körperbeschaffenheit]
    688/94 (Hs. um 1100) Liebermann,AgsG. Ine 26
  • biscop gesalde Sigrede aldormenn six hund scillinga on golde
    836 DiplAngl. 90 Faksimile
  • XXX scillinga [im 12. Jh. interlinear glossiert: id est half pund] to wite [30 Schill. zur Strafe]
    892/93? (Hs. um 1128) Liebermann,AgsG. Af 12
II 4 in Bayern und einigen benachbarten Gebieten: ein Rechenwert von 30 Pfennigen, dem 8. Teil eines Pfunds (II), häufig mit dem nachgestellten Attribut lang gekennzeichnet; nicht immer sicher gegen Bed. II 2 abgrenzbar
  • swer den andern an sprichet, daz er den frid zebrochen hab vmb ein dinch das vͤber sehs schilling der langen ziehet, hintz des leib sol man rihten
    1281 Regensburg/CorpAltdtOrUrk. I 416
  • nivn schillinge der langen nurenberger phenninge
    1290 Nürnberg/CorpAltdtOrUrk. II 558
  • nivn schillinge haller der langen
    1293 Mittelfranken/CorpAltdtOrUrk. III 38
  • vnd div gvͤlt halben tail dez hofez div ist geaht vnd geslagen avf sehz schilling der langen mvncher phenning
    13. Jh. CorpAltdtOrUrk. IV 622
  • sol auch die teuf [Diebstahl] des guetes, damit man in uberwinden sol, sein uber sechs schilling der langen
    1311 BairFreibf. 1 Faksimile
  • swer sehtzig pfenning oder ir wert tiurer verstilet, daz doch under sehs schillinge der langen und zwain pfenning ist, den sol man merkchen mit dem prant
    um 1315 MünchenStR.(Dirr) 271 Faksimile
  • [Kauf einer Vogtei] vmb fünfzehen schilling der langen guter und gaeber phenning
    1334 Indersdorf I 68 Faksimile
  • [Ablösung] von syben schilling gelts gruntrechts
    1361 OÖUB. VIII 8 Faksimile
  • sechs schilling alter wienner pfenning
    1371 SeitenstettenUB. 258 Faksimile
  • um ... zwanzig schilgen regensburger pfenning
    1385 Rockinger
  • 10 schilling der langen regenspurger pfening die man amberger haizzet
    1391 MBoica XVIII 246 Faksimile
  • daz wir ... czukawffen haben geben der ersamen frawen M. ... sechs schilling pfenning, allez ye dreissig pfenning für ain schilling vnd landzwerung ewygs tzinss, zu ainem selgerett
    1410 MBoica 25 S. 176 Faksimile
  • auf ainen jeden münchner emer [voll Wein, Met usw.] ... ain schilling pfenning schwarzer müntz [Getränkesteuer]
    1543 BairFreibf. 146 Faksimile
  • ein schilling ist der achte theil einer ganzen zahl, und ein schilling macht vom ganzen gulden sieben und einen halben kreuzer, das sind 30 pfennig
    1799 RepRecht III 39 Faksimile
III eine Münze
III 1 eine Silbermünze, benannt nach ihrem Wert von 12 Pfennigen; auch Bezeichnung für eine Münzsorte, häufig mit Angabe der Münzstätte zur Kennzeichnung der Prägung nach einem best. Münzfuß; auch eine Scheidemünze und Währung; in Wertangaben bezogen auf die geprägte Schillingmünze; zT. nicht sicher abzugrenzen von Bed. II 2 a
  • sollin ir acht unde vierczig schillinge eyne erfurttische marg wegin, unde wanne man die burnet acht und vierczig schillinge, so sal daruz werdin sibin lod silbirs erffortisches gewichtes
    1408 JenaUB. II 5 Faksimile
  • T.A. und alle ... hebbere deszer ... wiske, schollen alle jhar geven ... ses stendalische schillinge
    1465 BrandenbSchSt. I 20
  • sol man im [steinhower] all tag geben im summer, wann er werket, 5 shilling und im winter zum tag 4 shl.
    1476 BernRatsman. I 2
  • in der twistigen sake twisschen H. ... vnde C. ... van wegene ixc mark xiii schilling rigesch
    1480 OberhLüb. 203 Faksimile
  • ein yowelk koelhoker ... gift des jares enen schillingk markethůre
    1488/1574 RigaLibr.red. 111 Faksimile
  • pflege wir unserm schreyber czu gebin ... von iczlichem rechte und ortil eynen magdburgischen schilling adir czwene breyte groschin
    um 1490 RechterWeg II 651
  • den deef' schalme henghen vmme duue, de beter ys den sosteyn schilling
    1497 HambStR.(Eichler) O 17
  • das furbass nyemandt mer ... einichen wechsel hie treiben ... sol, ... weder mit gulden, schilling, pfenning oder hallern, die hie werung, genng und gebe sind
    15. Jh. NürnbPolO. 146 Faksimile
  • sy süllent ouch ... von yedem fůder wins ynzelassen nit mer ze lon nemen denn ... von ainem gast von yedem fůder 2 sh.
    um 1500 RottweilStR. Art. 36 Faksimile
  • dat men vor ieder schillinck sal betaelen 3 stuvers, voer een alde groet 2 stuvers, voer eene boete van vyf realen 7 1/2 guld.
    1509 CoutLooz I 116 Faksimile
  • ein delegeld ..., dat is de persone twölf schilling sundisch und veer pennink
    vor 1531 RügenLR. Kap. 43 § 1 Textarchiv: RügenLR. Kap. 43
  • sol niemandt wein in seim hause schencken, der nicht XV schilling zu geschos gibet
    1540 JenaStO. Art. 67 Textarchiv: JenaStO. Art. 65ff.
  • ein jeder schlechter frevel ... soll abgelegt werden mit dreißig schilling buß
    1541 ArbergStSatzg. 33 Faksimile
  • zo wiens zwynen buuten zynen hove bevonden werden ongherinct, zal boeten voor elc zwyn vij scellinghen par.
    1552 CoutBruges I 215 Faksimile
  • funff halberstedische schilli zu einem erben zinse
    1552 DrübeckUB. 210 Faksimile
  • dat de einen schillingk und darunder gestolen, dat ohr schall affgeschneden und gepletzt, de averst hoher den ein schilling wehrdes stillt, schall gehenget werden
    1558 QSchleswHolst. V 165
  • wuͤrtzburger, wuͤrtemberger und badische schilling, deren acht und zwanzig sechtzig kreutzer gelten, sollen auf die coͤllnische marck gehen ein hundert viertzig fuͤnff stuͤck, und an feinem halten acht loth
    1559 RAbsch. III 188 Faksimile
  • welcher in den soss wendischen steden der gesellen schaffer iss, der schall nicht höger richten als up twe schilling lübesch
    1569 HambHandw. 536 Faksimile
  • die von Basel sampt anderen etlichen stetten im Suntgöw und Elsass schlahen rappenmünz, da 25 schilling oder blappart einen reichsgulden tuond, zuo 60 kreuzeren gerechnet
    1577 SchweizId. VI 1174 Faksimile
  • zwen Lucerner schilling thůn ein Basel plapphart, vnd gehen also 50 schilling auff einen rheynischen gulden
    1577 Simler,RegEidg. 209v
  • ist im kauf das korn gewest ein scheffel umb acht schilige
    1578/1601 TrautenauChr. 301
  • [wer unerlaubt Vieh auf die Alp treibt,] den sond die einiger pfenden ein jetlichs rinder ve um 3 schillig und ein jetlichs klein vech um ein schilig
    16. Jh. UnterwaldenRQ. 77 Faksimile
  • zwölff schilling seind eine marck
    1628 Apel,Collect. 32
  • bey strafe vier schilling lübsch
    1646 Kolz,LütjenbHandw. 108
  • es solle auch keiner das leibding weder versetzen noch verkaufen, ... es wäre dann, dass es die höchste und äusserste nothdurft erforderte, welches dann an einer rathserkanntnuss stehen solle, ... wie viel ihme wochentlich, doch nicht über sieben schilling, darauf zu verzehren erlaubt seyn solle
    1651 Wasserschleben,Erbenf. 274
  • soll von allen lohtshewern ... von iedem rthlr. ein schilling zur landescassa geleget werden
    1662 HelgolGerProt. 151f.
  • ein sundischer schilling ist dem luͤbeckischen schillinge gleich
    1755 Ludovici,KfmLex.¹ IV 1551
  • in denjenigen cantons, da nach dem reichs-fuß gemuͤnzet wird, praͤget man zu Zuͤrich ... von silber ganze thaler von 72 schilling ... an scheid-muͤnz halbe gulden oder 20 schilling-stuͤke
    1768 Fäsi I 105 Faksimile
  • wurde an rindvieh ... eingefuͤhret fuͤr 17257 rthlr. 16 ßl.
    1788 Gadebusch,Staatskunde II 27 Faksimile
III 2 in Verbindung mit Adjektiven wie fein, schwer, doppelt, einfach, groß, klein, die den Feingehalt der Schillingmünze bezeichnen
Sachhinweis: Schrötter,MünzWB. 155f
  • dat men ok maken schal noch eynen nyen fynen schillink, der scholen gan 150 uppe de gewegene mark
    1463 HanseRez.² V 208 Faksimile
  • als einer achter pleive seines ehelichen dinges und freigerichts ... [soll er büßen] vier schware schillingh
    1490 Arnsberg/Wigand,Denkw. 136 Faksimile
  • es sollen auch deren staͤnde gesandte, so ... die probation-tage besuchen werden, ... gut aufmercken haben, ob auch einer oder mehr muͤntz-staͤnde sich unterstuͤnden, der kleinen muͤntzen, so unter den doppelten und einfachen schillingen seyn, zu vil zu machen
    1568 Moser,KreisAbsch. I 520 Faksimile
  • schingeldt van bloethren iii sware schillink
    1571 WestfLR. 165 Faksimile
  • daß in diesen landen keine andre silbermünze als grosse ... und kleine schilling ... ausgebig seyn solten
    1668 Fugger,Ehrensp. 976 Faksimile
III 3 schwarzer Schilling eine geringhaltige, wohl nicht dem Weißsud unterworfene Schillingmünze
  • [Übereignung zweier Häuser:] an eyneme hebben unse heren eynen verdingh swartes gheldes [an Zins], an deme anderen dre swarte schillinge evicliker ghulde
    1403 QuedlinbUB. I 214 Faksimile
  • 1 mark rigisch hat 6 groschen, oder 18 weiße, oder 36 schwarze schillinge
    1754 Ludovici,KfmLex.¹ III 1315
IV unspezifische Bezeichnung für versch. ausländische Münzen; langer Schilling im östlichen und nördlichen Ostseegebiet: dt. Bezeichnung für den Örtug, dh. der 3. Teil eines Öre, nach Lasch-Borchling I 125 s.v. artich
  • numisma scylling
    um 1050 Wright-Wülcker I 183
  • obelus scilling
    um 1050 Wright-Wülcker I 460
  • zu Venedig ein müntz, marcketten genantt oder zu teütsch venediger schilling, der gelten 10 ein marczell und komen 100 und 24 fur ein ducaten
    1479 BiblLitV. 168 S. 147
  • wor vor [Hausverkauf] seh my ... entrichten sollen ... soeß vnd dortich artinghe aldus langhe schillinghe geheten vor ene ieder marck tho rekende
    1530 RevalStR. II 143 Faksimile
  • [Dreschern] gebürt ain tag ... 5 welsch schilling, oder 3 khreüczer ain schwarczen pfening
    1574 Gottschee/MittKrain 4 (1891) 23
V allg.: Geld
  • sa ach thet mundlase meydene to kiasan hire fremeda formunde. thet kapade se mith schette ende mith scillinge, tha capstedene [ferner hat das vormundlose Mädchen das Recht, ihren neuen Gatten zu wählen. Das kaufte sie mit Gut und mit Geld, (nämlich) die Gültigkeit des Ehevertrages]
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 154 Textarchiv: FivelgoR. 154
VI Schillingmünze als Symbol der Verleihung bzw. Rücknahme eines Schillingsguts nach Schillingsrecht; auch der für das Gut zu entrichtende Pachtzins
  • im furstenthumb Luneburg sein etliche guter, die heissen schillinghofe, die empfahet der paur mit einem schilling; so kann man ihnen auch mit einem schilling wider davon kundigen, wie er auch selbs mit einem schilling den hoff aufsagen kan
    1565 Klammer,CompJuris 11 § 1
  • schillings-guͤter sind diejenigen guͤter, welche von dem guths-herrn zum nutzbaren eigenthume vor einen gewissen zinß, welcher schilling genennet wird, gegeben werden. der guths-herr behaͤlt das ober-eigenthum
    1762 Hellfeld IV 2385 Faksimile
VII Geldschuld, finanzielle Belastung
  • zwen man die vnversprochen werin die des swuͤren dc dc gvͦt zeDiecingen dem hvse zeBvͦbinkon vrilich ledich were von schillinge e dc es in B.s gewalt vnde gwer ie kame
    um 1263 CorpAltdtOrUrk. I 101
VIII eine Gewichtseinheit für Edelmetalle
  • gif he ðonne ðeow oððe ðeowmennen ófstinge, geselle þam hlaforde xxx scill. seolfres [wenn jener (Ochs) jedoch Sklaven oder Sklavin todt stösst, zahle er (sein Herr) dem Herrn (jener) 30 Schill. Silbers]
    892/93 (Hs. Mitte 10. Jh.) Liebermann,AgsG. 34
  • genim of ðysse wyrte petroselini swyðe smæl dust anes scillinges gewihte
    oJ. Bosw.-Toller 832 Faksimile (TIFF)
  • vivnf lot goldes vnde ain schillinch gewit vnde siben vierdunge silbers
    1287 CorpAltdtOrUrk. II 210
  • schilling, ist auch ein muͤnzgewicht, so in gold den zwanzigsten theil eines ducatens; in silber aber den dritten theil eines loths haͤlt
    1755 Ludovici,KfmLex.¹ IV 1552
IX ein Zahlbegriff für 12, nicht immer sicher zu trennen von Bed. X
  • thit sint thie sculdi the themo meira selvamo an thena hof geldad ... T. ... enon scilling rockon [hier: die Garben]
    11. Jh. CTradWestf. I 49 Faksimile
  • daz sy ... von ainem schilling eysens ainen haller [Brückenzoll] nemen sullen
    1408 MellingenStR. 298 Faksimile
  • ain schmitten mit aller geraitschafft die dar zů gehoͤret, item vier schilings yssen, fúnfzig pfund stahels, funf fůder kolls
    1410 MZoll. I 442 Faksimile
  • [Marktordnung:] von einem schilling ysen ... abzustossen und ufzusetzen, der keufer zwen haller und der verkoͤuffer ouch als vil
    1454 WürtGQ. XII 52
  • 1 schilling ysen (schinysen) 4 d. [Zoll]
    1485 W. Meyer, Die Löwenburg im Berner Jura (Basel 1968) 162
  • [E. will mit einem] schilling [Knechte die Feste einnehmen]
    1531 WürtJb. 1913 S. 371
  • zwölff frumer mannen werdent noch ain schilling geltten
    1533 QSchweizG. XXIII 2
  • [in] böhmischen bergwerken ist ein schilling wasser eine zahl von zwölf ledernen schläuchen oder 480 prager pinten; 18 schillinge machen daselbst eine losung wasser
    1798 Adelung² III 1467 Faksimile
X ein Zahlbegriff für 30, nicht immer sicher zu trennen von Bed. IX
X 1 30 Stück einer Sache, zT. mit nachgestelltem Attribut lang zur Unterscheidung von Bed. IX
  • ditz ist geschehen do von Christes gebvrt vergangen woren tavsent iar zwai hvndert iar vnde derev vnde drei schillinge iar
    1293 CorpAltdtOrUrk. III 4
  • daz aigen da ze H. sol in gelten aller iærgelich anderhalp schaf rokken ... vnd drj schilling der langen aire [dh. dreimal dreißig Eier]
    1299 CorpAltdtOrUrk. IV 382
  • wer ein vervangens ros wil behaben, der swert selb dritter auf dem rozz; und wil ener widerstrewen, der swert selb ain und czainczigster auf dem chreutz. und wil den der erst awer wider treiben, der muezz immer vur ainen siben gestellen, daz sint funf schillingen der langen; an drei, die schullen auch alle auf dem chreutz sweren, daz ene ain und czainzig valche aide haben gesworn
    um 1330 BrünnRQ. 397 Faksimile
  • das wir gelten sullen ... drei mut waiczes ... zehen schilling aier, zwainzich chese
    1332 SPöltenUB. I 305 Faksimile
  • so man eisen in die stadt fuͤhret: ... sieben schilling schinn, das unserm zollner noch nicht verzollt ist
    1460 BairLT. II 228
  • darauf [Alp] mügen sie gehalten als bei zwain pfund schafen ... darauf [eine andere Alp] habent seu albwaid zu vier und achzig rindern und zu funf schilling schafen
    1494 (Hs.) Salzburg/ÖW. I 296 Faksimile
  • fisch sögen, wie solche solen gemacht ... [werden] ... an ietzbemelte weithen sollen ... zway tuͤcher mit ainem pretlmaß ain zoll und ain dritl ainer zoll, ainlff schilling mäschen hoch und auch 6 claffter lang gestrikht werden
    1641 MittSalzbLk. 6 (1866) 64
  • vierzehen schilling holtz, 36 schuch lang, 4 biß 5 zoll dick
    1698 CAustr. I 154 Faksimile
  • [dass] vom schilling [Holz-]pruͤgel zu 30 stuͤck 18 - 30 kr. [für den Transport auf Flößen] bezahlt wird
    1794 Westenrieder,Beitr. V 272
X 2 bezogen auf ein Maß: 30 Einheiten; Schilling Befang Ackers 30 Ackerbeete; auch: ein Salzmaß (Belege 1644, 1798)
  • sol man hundert ellen ze dem loden wurchen. und daz der drei schilling berait werden und fuͤmftzich ellen ze dem drum
    1310/12 MünchenStR.(Dirr) 218 Faksimile
  • ain schaff rogken jarlicher vnd ewiger güllt, das dann mein vater ... kauft hat auff sechs schilling piffanng akchers
    1453 MBoica XVIII 472 Faksimile
  • [gemain geföll:] von jedem schilling saltz, so zum rothen thurn außgehet oder uber die schlagbrucken oder am land gegen Hungarn zufahrt, neun pfenning
    1644 WienGQ. I 5 S. 283
  • hat er ... dem closter 11 schilling fuder saltz macht 330 fuder solche pfann der ertzfuͤrstl. cammer ... verkaufft
    1666 SalzbChr. 229
  • in Regensburg ... hat ein schilling salz 30 scheuben, und 3 schillinge machen daselbst ein pfund salz
    1798 Adelung² III 1467 Faksimile
XI ganzer Schilling 30 Rutenstreiche, halber Schilling 15 Rutenstreiche, auch koll.: Rutenstreiche, Schläge, als Strafe
  • hat man dem H. ... am galgen gehenkt und seinem sohn die puttel lassen ein schilling geben
    1587 EgerChr. 145
  • der schuler muss sein castigation, ruthe und schilling haben, er thut sonst kein gut nicht
    1627 SchwäbWB. VI Nachtr. 2955 Faksimile
  • der N. solle an die richtstatt gefuͤhrt, ihme alldort an dem pranger durch den freymann ein gantzer (oder halber) schilling abgestrichen ... werden
    NÖLGO. 1656(CAustr.) 49 § 5 Faksimile (Abschnittsbeginn)
  • ich hab ... vielen die daumenstöck antreiben, etliche ... auf die leiter ziehen, etliche mit halb und gantzem schilling abfertigen ... lassen
    1670 Abele,Unordn. I 27 Faksimile
  • schillinge sollen zwar den kleinen knaben (aber nicht einigen mägdelein) gegeben werden, doch aber nicht um geringer dinge willen, sondern nur, wenn ein kind sehr boßhafftig ist
    1702 Halle/SchulO.(Vormbaum) III 110 Faksimile
  • der ubelthaͤter [werde] ... mit einem gantzen schilling auf dem raben-stein mit vorhergehender oͤffentlicher expiation abgefertiget
    1715 CAustr. III 802 Faksimile
  • hab ich ... in verhafft gelegene E.P. auf dem pranger gestölt, und mit einen halben schilling auß gehaud
    1762 SalzbScharfriTb. 52
  • daß ein ganzer schilling 30, ein halber schilling 15 streich habe
    1769 CCTher. 6 § 3 Faksimile
  • [die Diebin wird] eine halbe stund lang an den pranger gestellt, zum halben schilling mit ruthen ausgehauen
    2. Hälfte 18. Jh. Alemannia 24 (1897) 249
  • ein ganzer schilling sind 30 ruthenstreiche, wenn einer verbrechens halber den staupbesen bekommt. ein halber schilling sind 15 streiche
    18. Jh. Popovich,Voc. I 144
XII im Bergwesen: ein Maß für Erz von 5 Schubkarrenladungen
  • ist in den böhmischen bergwerken der schilling ... ein maß erz von 5 schubkarren
    1798 Adelung² III 1467 Faksimile
XIII auf den schweren Schilling gesetzt werden bei magerer Kost für einen Schilling pro Tag in Schuldhaft genommen werden
  • [zahlungsunfähige Schuldner sollen] drey bis vier jahr nach dem Winser-Baum [ein Gefängnis], auf den schweren schilling, und zwar ex officio, ohne gerichtlichen process, auch ohne daß ihre creditores es ausdruͤcklich verlangen moͤgten, gesetzt, und sie daselbst aus gemeinen gute so lange unterhalten werden
    1753 HambGSamml. III 318

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schillingst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    schilling , st. M. Vw.: s. schillinc

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schilling

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Schilling , des -es, plur. die -e, ein Wort, welches im Deutschen noch in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wird. …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schilling

    Goethe-Wörterbuch

    Schilling einmal ‘Schiling’, mehrf abgekürzt ‘Schl.’, ‘Schill.’ Gold-, später Silbermünze a dt Münzeinheit im Wert von 1…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schilling

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Schilling (solidus) , ursprünglich der 24. Theil eines Pfundes Silber, nach Karl d. Gr. der 20. Theil. später Münze von …

  5. modern
    Dialekt
    Schilling

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB Schilli ng [ʿSeli Barr Molsh. Illk. K. Z. ; ʿSìli Str. Hag. Rothb. Lobs. ] m. 1. Schilling, ein Geldwert von 4…

  6. Sprichwörter
    Schilling

    Wander (Sprichwörter)

    Schilling 1. Acht un viirtig Schilling sünt ok 'n Doaler. ( Strelitz. ) – Firmenich, I, 73, 106. 2. Besser einen Schilli…

Verweisungsnetz

46 Knoten, 39 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Kompositum 28 Sackgasse 12

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schilling

242 Bildungen · 70 Erstglied · 172 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schilling

schil + -ling

schilling leitet sich vom Lemma schil ab mit Suffix -ling.

schilling‑ als Erstglied (30 von 70)

Schilling(s)wërt

Idiotikon

Schilling(s)wërt Band 16, Spalte 1324 Schilling(s)wërt 16,1324

Schillingbeile

DRW

schilling·beile

Schillingbeile, f. "Kerbholz, auf dem nur je ein oder mehrere Schillinge verzeichnet wurden" SchweizId. IV 1165 vgl. Beile (I 1), Brotbeile,…

Schilling-Canstadt

Meyers

Schilling-Canstadt , Paul von , einer der Erfinder des elektrischen Telegraphen, geb. 24. April 1786 in Reval, gest. 5. Aug. 1837 in St. Pet…

schillingen

DRW

schill·ingen

schillingen, v. I bezahlen [die Verkäufer bestätigen,] daz sy gancz vnd gar beczalt weren ... daz ouch der ... herre probst vor scheppen sch…

Schillingenglisch

DRW

schilling·englisch

Schillingenglisch, m. eine Rechenmünze ein schilling-englisch ist eine eingebildete muͤnze, und gehen davon 48 auf ein pfund. hiernach wird …

schillinger

DWB

schill·inger

schillinger , m. , weiterbildung zum vorigen, vielleicht aus einer pluralform entstanden, gleicher bedeutung. Lexer mhd. wb. 2, 737 , in Ans…

Schillingesdrad

WWB

Schillinges-drad m. [ Kr. Iserlohn Isl Alt] Bergische Drahtsorte, Schillingsdraht.

schillinggeld

DWB

schilling·geld

schillinggeld , n. im landbuch des kantons Appenzell-Auszerroden von 1747 der zinsfusz, nach dem von 17 batzen 2 pfennigen 1 schilling, und …

Schillinggeldbrief

DRW

schilling·geldbrief

Schillinggeldbrief, m. verbriefte Schuldverschreibung, Obligation (I) für Schillinggeld (I) wer schillinggeltbrieff gmein hete oder einen ge…

Schillinggëlt

Idiotikon

Schillinggëlt Band 2, Spalte 265 Schillinggëlt 2,265

Schilling II

RhWB

Schilling II PfWB ElsWB das Wort ist noch lebendig in Bed. 1 im Siegld u. OBerg; in Bed. 2 ganz veraltet, noch hier u. da im Rip, Berg überl…

Schillinglaib

DRW

schilling·laib

Schillinglaib, m. Brotlaib, der im Verkauf einen Schilling (III) kostet; der Preis des Brots bleibt unverändert, lediglich das Gewicht passt…

Schillingleibel

ElsWB

Schilli ng leib e l [‘Sìlilæiwl Ndhsn. Dachstn. K. Z. ; ‘Seliláwl Bühl ] n. Laibchen Brot für 16 Pfg.

Schillinglicht

DRW

schilling·licht

Schillinglicht, n. Kerze im Wert eines Schillings (III) vgl. Schillingwert (II), Sechslinglicht schilling-lichte 4 sechßeling-lichte 5 uff i…

Schillingsbier

DRW

schillings·bier

Schillingsbier, n. Bier von der Menge, die im Verkauf einen Schilling (III) kostet vgl. Hellerwert (I), Pfennigwert (V), Schillinglaib, Schi…

Schillingsbok

MeckWB

schillings·bok

Wossidia Schillingsbok n. Buch für einen Schilling, also sehr billig: de Jungens kregen von 'n Grafen to Wihnachten 'n Schillingsbok Sta Sta…

Schillingsbrot

MeckWB

schillings·brot

Wossidia Schillingsbrot n. beliebtes Gebäck; auf dem Jahrmarkt von den Knechten uthölkt und mit Sirup gefüllt Gü Güstrow@Neuendorf Neuend ; …

Schillingsdönken

MeckWB

schillings·doenken

Wossidia Schillingsdönken ( -ö- lang) n. ein billiges, kleines Lied: Dien ohld Schillingsdöhnken vam Lindworm dögt Di nich so väl J. H. Voss…

schillingsdraht

DWB

schillings·draht

schillingsdraht , m. eine art draht, die zum stricken, zu zelthaken u. s. w. gebraucht wird, vielleicht weil eine bestimmte menge davon um e…

schilling als Zweitglied (30 von 172)

Amtsschilling

DRW

amts·schilling

Amtsschilling ambetschillinc Abgabe 1251 WerdenUrb. I 365 Faksimile v.Minnigerode,Königszins 50

Arwschilling

MeckWB

Wossidia Arwschilling m. Erbschilling, ererbter Schilling; als Kugel gegen den dreibeinigen Hasen Schö Schönberg@Hamberge Hamb .

Auflaßschilling

DRW

Auflaßschilling wie Auflaßgeld were is ..., das imand sin gut den kindern ... bi lebennigen libe geben wil, di sullen gebe ... dem scholteis…

Bichtschilling

MeckWB

bicht·schilling

Wossidia Bichtschilling m. wie das Vor. : er wurde bei der Beichte vor der Konfirmation in das Taufbecken geworfen Sta Stargard@Strelitz Str…

Bȫsschilling

Idiotikon

Bȫsschilling Band 8, Spalte 586 Bȫsschilling 8,586

Chaufschilling

Idiotikon

Chaufschilling Band 8, Spalte 584 Chaufschilling 8,584

Chuchischilling

Idiotikon

Chuchischilling Band 8, Spalte 584 Chuchischilling 8,584

Dackschilling

MeckWB

Wossidia Dackschilling m. Abgabe der Kätner: 'et omnes cotarii 1 sol. dictum Dachschillingk' ( Schö Schönberg@Herrnburg Herrnb 1525) D. Schr…

Döpelschilling

MeckWB

doepel·schilling

Wossidia Döpelschilling m. die an den Küster zu zahlende Taufgebühr Ha Hagenow@Wittenburg Witt ; Ro Rostock@Biestow Biest ; wo mihr Kinner, …

doppelschilling

DWB

doppel·schilling

doppelschilling , m. uber disz wäre es schande dasz er seine schöne ducaten und reichsthaler vor solch lumpenzeug solte hinschleudern, wenn …

Drinkschilling

MeckWB

drink·schilling

Wossidia Drinkschilling m. Trinkgeld im Betrage eines Schillings Ro Rostock@Gresenhorst Gres ; seine Annahme war den Handwerkern, wenn sie b…

eheschilling

DWB2

ehe·schilling

eheschilling m. bußgeld: ⟨u1280/5⟩ schwabenspiegel 145 a L. mdal. bair. als abgabe bezeugt.

einlegeschilling

DWB2

einlegeschilling m. entlohnung für die einlagerungsarbeit: 1521/3 obrhein. stadtrechte III 1,2,1068.