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schilling

mhd. bis sprichw. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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18 in 16 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schilling Der

Bd. 4, Sp. 141b
Der Schilling, — es, Mz. — e. 1) Der Name einer Münze, die nach Verschiedenheit der Örter und Zeiten auch von verschiedenem Werthe ist. Ein Schilling in England ist beinahe ein halber Gulden unseres Geldes. I Aachen machen vier Schillinge, vielleicht nur als Rechnungsmünze, einen Reichsgulden. I verschiedenen Gegenden des Niederrheines ist der Schilling eine Münze, ungefähr 3 ggr. werth und auf einen Thaler werden deren bald 8 bald 9 gerechnet. So hält er im Westfälischen 3 ggr. oder 7½ Stüver; in Ostfriesland 2 Flinderke, 6 Stüver, 8 Grot, 12 Siefert, 24 Örtchen, oder 60 Witten, so daß deren 9 zu einem Thaler gehören; im Köllnschen 2½ Blaffert, 6 Gößchen 7½ Klevsche Stüber, 10 Albus oder 12 Heller, und 4 machen einen Herrengulden. Ein Schilling Flämisch, wonach man in verschiedenen Gegenden N. D. rechnet, macht gleichfalls 3 gr. und 20 Schilling Flämisch machen ein Pfund Flämisch oder 2½ Thaler. I Münsterschen beträgt der Schilling 12/7 Mariengroschen und 28 Schillinge machen einen Thaler. I Österreich und einigen andern Gegenden ist der Schilling eine Rechnungsmünze, deren 8 auf einen Gulden gerechnet werden, so daß also jeder 2 gr. gilt. Als Name einer Scheidemünze ist Schilling am üblichsten, wo er aber auch nicht überall ist, sondern bald 9, bald 6, bald auch nur einen Pfennig und weniger hält. So gilt in Regensburg, Franken und einigen andern Gegenden der Schilling 3 Kreuzer; in Stettin 8 Pfenn.; im Holsteinischen auch ungefähr 8 Pfennige; in Dänemark aber nur 4 Pf.; ein Schilling Sundisch. I Basel ist der Schilling so viel wie ein [] Blaffert und hält 6 Rappen oder 12 Pfennige; in Zürich 1½ Kreuzer. I Preußen und Polen soll nach Ad. der Schilling, oder wie man in Schlesien und Polen sagt, der Schilger einen Pfennig gelten; in Polen aber rechnete man auf einen Polischen Groschen, deren 30 erst 4 ggr. machen, drei Schillinge, so daß 1 Schilling nur 8/15 Pfennig betragen würde. I einer weitern Bedeutung wird Schilling so wie Pfennig und Groschen für Geld überhaupt gebraucht, wie in den zusammengesetzten Kaufschilling, Pfandschilling. 2) I manchen Gegenden eine bestimmte Zahl gewisser Dinge. Je nachdem der Schilling in einigen Gegenden 2½ Groschen, in andern aber nur ½ Groschen galt, so bedeutet Schilling auch bald eine Zahl von 30 d. h. Pfennigen, bald eine Zahl von 12, d. h. Hellern. So sind in einer Österreichschen alten Geschichte 11 Schillinge Städte und Flecken so viel als 330. S. Pfund. So gebraucht man noch jetzt im Österreichschen Schilling als ein Zahlwort für 30, in Schlesien aber, wo es Schilger, und in der Lausitz, wo es ebenfalls Schilger und Schilk lautet, als ein Zahlwort, das eine Zahl von 12 bezeichnet. Uneigentlich ist der Schilling auch der Name eines Maßes für körperliche Dinge. So ist in den Bergwerken in Böhmen der Schilling ein Maß Erz von 5 Schubkarren. Eben daselbst ist ein Schilling Wasser, eine Zahl von 12 ledernen Schläuchen oder 480 Prager Pinten, und 18 Schillinge machen daselbst eine Losung Wasser. I Regensburg hat ein Schilling Salz 40 Scheiben und 8 Schillinge gehen auf ein Pfund Salz. I gemeinen Leben wird Schilling auch für Schläge, Streiche, wo es ursprünglich eine bestimmte Zahl Schläge, etwa 30 oder 12 bedeutet haben mag, jetzt aber nur überhaupt davon ohne Rücksicht auf die Zahl, in engerer Bedeutung aber von Schlägen auf den Hintern gebraucht wird. Einem einen Schilling geben. I einigen O. D. Gegenden wird Schilling für Staupbesen gebraucht, und der Stockschilling ist in den Gerichten eine Züchtigung durch den Stockmeister in dem Stock, oder Gefängnisse. 3) Eine Art Klippkleber (Patella crepidula L.).
3622 Zeichen · 46 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schillingst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    schilling , st. M. Vw.: s. schillinc

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schilling

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Schilling , des -es, plur. die -e, ein Wort, welches im Deutschen noch in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wird. …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schilling

    Goethe-Wörterbuch

    Schilling einmal ‘Schiling’, mehrf abgekürzt ‘Schl.’, ‘Schill.’ Gold-, später Silbermünze a dt Münzeinheit im Wert von 1…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schilling

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Schilling (solidus) , ursprünglich der 24. Theil eines Pfundes Silber, nach Karl d. Gr. der 20. Theil. später Münze von …

  5. modern
    Dialekt
    Schilling

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB Schilli ng [ʿSeli Barr Molsh. Illk. K. Z. ; ʿSìli Str. Hag. Rothb. Lobs. ] m. 1. Schilling, ein Geldwert von 4…

  6. Sprichwörter
    Schilling

    Wander (Sprichwörter)

    Schilling 1. Acht un viirtig Schilling sünt ok 'n Doaler. ( Strelitz. ) – Firmenich, I, 73, 106. 2. Besser einen Schilli…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schilling

242 Bildungen · 70 Erstglied · 172 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schilling

schil + -ling

schilling leitet sich vom Lemma schil ab mit Suffix -ling.

schilling‑ als Erstglied (30 von 70)

Schilling(s)wërt

Idiotikon

Schilling(s)wërt Band 16, Spalte 1324 Schilling(s)wërt 16,1324

Schillingbeile

DRW

schilling·beile

Schillingbeile, f. "Kerbholz, auf dem nur je ein oder mehrere Schillinge verzeichnet wurden" SchweizId. IV 1165 vgl. Beile (I 1), Brotbeile,…

Schilling-Canstadt

Meyers

Schilling-Canstadt , Paul von , einer der Erfinder des elektrischen Telegraphen, geb. 24. April 1786 in Reval, gest. 5. Aug. 1837 in St. Pet…

schillingen

DRW

schill·ingen

schillingen, v. I bezahlen [die Verkäufer bestätigen,] daz sy gancz vnd gar beczalt weren ... daz ouch der ... herre probst vor scheppen sch…

Schillingenglisch

DRW

schilling·englisch

Schillingenglisch, m. eine Rechenmünze ein schilling-englisch ist eine eingebildete muͤnze, und gehen davon 48 auf ein pfund. hiernach wird …

schillinger

DWB

schill·inger

schillinger , m. , weiterbildung zum vorigen, vielleicht aus einer pluralform entstanden, gleicher bedeutung. Lexer mhd. wb. 2, 737 , in Ans…

Schillingesdrad

WWB

Schillinges-drad m. [ Kr. Iserlohn Isl Alt] Bergische Drahtsorte, Schillingsdraht.

schillinggeld

DWB

schilling·geld

schillinggeld , n. im landbuch des kantons Appenzell-Auszerroden von 1747 der zinsfusz, nach dem von 17 batzen 2 pfennigen 1 schilling, und …

Schillinggeldbrief

DRW

schilling·geldbrief

Schillinggeldbrief, m. verbriefte Schuldverschreibung, Obligation (I) für Schillinggeld (I) wer schillinggeltbrieff gmein hete oder einen ge…

Schillinggëlt

Idiotikon

Schillinggëlt Band 2, Spalte 265 Schillinggëlt 2,265

Schilling II

RhWB

Schilling II PfWB ElsWB das Wort ist noch lebendig in Bed. 1 im Siegld u. OBerg; in Bed. 2 ganz veraltet, noch hier u. da im Rip, Berg überl…

Schillinglaib

DRW

schilling·laib

Schillinglaib, m. Brotlaib, der im Verkauf einen Schilling (III) kostet; der Preis des Brots bleibt unverändert, lediglich das Gewicht passt…

Schillingleibel

ElsWB

Schilli ng leib e l [‘Sìlilæiwl Ndhsn. Dachstn. K. Z. ; ‘Seliláwl Bühl ] n. Laibchen Brot für 16 Pfg.

Schillinglicht

DRW

schilling·licht

Schillinglicht, n. Kerze im Wert eines Schillings (III) vgl. Schillingwert (II), Sechslinglicht schilling-lichte 4 sechßeling-lichte 5 uff i…

Schillingsbier

DRW

schillings·bier

Schillingsbier, n. Bier von der Menge, die im Verkauf einen Schilling (III) kostet vgl. Hellerwert (I), Pfennigwert (V), Schillinglaib, Schi…

Schillingsbok

MeckWB

schillings·bok

Wossidia Schillingsbok n. Buch für einen Schilling, also sehr billig: de Jungens kregen von 'n Grafen to Wihnachten 'n Schillingsbok Sta Sta…

Schillingsbrot

MeckWB

schillings·brot

Wossidia Schillingsbrot n. beliebtes Gebäck; auf dem Jahrmarkt von den Knechten uthölkt und mit Sirup gefüllt Gü Güstrow@Neuendorf Neuend ; …

Schillingsdönken

MeckWB

schillings·doenken

Wossidia Schillingsdönken ( -ö- lang) n. ein billiges, kleines Lied: Dien ohld Schillingsdöhnken vam Lindworm dögt Di nich so väl J. H. Voss…

schillingsdraht

DWB

schillings·draht

schillingsdraht , m. eine art draht, die zum stricken, zu zelthaken u. s. w. gebraucht wird, vielleicht weil eine bestimmte menge davon um e…

schilling als Zweitglied (30 von 172)

Amtsschilling

DRW

amts·schilling

Amtsschilling ambetschillinc Abgabe 1251 WerdenUrb. I 365 Faksimile v.Minnigerode,Königszins 50

Arwschilling

MeckWB

Wossidia Arwschilling m. Erbschilling, ererbter Schilling; als Kugel gegen den dreibeinigen Hasen Schö Schönberg@Hamberge Hamb .

Auflaßschilling

DRW

Auflaßschilling wie Auflaßgeld were is ..., das imand sin gut den kindern ... bi lebennigen libe geben wil, di sullen gebe ... dem scholteis…

Bichtschilling

MeckWB

bicht·schilling

Wossidia Bichtschilling m. wie das Vor. : er wurde bei der Beichte vor der Konfirmation in das Taufbecken geworfen Sta Stargard@Strelitz Str…

Bȫsschilling

Idiotikon

Bȫsschilling Band 8, Spalte 586 Bȫsschilling 8,586

Chaufschilling

Idiotikon

Chaufschilling Band 8, Spalte 584 Chaufschilling 8,584

Chuchischilling

Idiotikon

Chuchischilling Band 8, Spalte 584 Chuchischilling 8,584

Dackschilling

MeckWB

Wossidia Dackschilling m. Abgabe der Kätner: 'et omnes cotarii 1 sol. dictum Dachschillingk' ( Schö Schönberg@Herrnburg Herrnb 1525) D. Schr…

Döpelschilling

MeckWB

doepel·schilling

Wossidia Döpelschilling m. die an den Küster zu zahlende Taufgebühr Ha Hagenow@Wittenburg Witt ; Ro Rostock@Biestow Biest ; wo mihr Kinner, …

doppelschilling

DWB

doppel·schilling

doppelschilling , m. uber disz wäre es schande dasz er seine schöne ducaten und reichsthaler vor solch lumpenzeug solte hinschleudern, wenn …

Drinkschilling

MeckWB

drink·schilling

Wossidia Drinkschilling m. Trinkgeld im Betrage eines Schillings Ro Rostock@Gresenhorst Gres ; seine Annahme war den Handwerkern, wenn sie b…

eheschilling

DWB2

ehe·schilling

eheschilling m. bußgeld: ⟨u1280/5⟩ schwabenspiegel 145 a L. mdal. bair. als abgabe bezeugt.

einlegeschilling

DWB2

einlegeschilling m. entlohnung für die einlagerungsarbeit: 1521/3 obrhein. stadtrechte III 1,2,1068.