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knorpel

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

knorpel m.

Bd. 11, Sp. 1484
knorpel, m. , vermutlich auch n., wie knörbel, während Frisch 1, 529b fem. angibt, also wieder alle drei geschlechter vertreten (vgl.klaue I, 2). der pl. heiszt knorpel, wie Steinbach angibt. II. Bedeutung. I@11) cartilago. Stieler 993 u. a., im 15. jh. knorpelbein (s. d.). entlehntn. knorpel (heimisch brusk). I@1@aa) allgemein als knorpeliger knochen: schon in den ersten jahren (der kindheit), da noch die glieder weich, die beine (knochen) knorpel waren. Fleming 62 (118 L.); da ich noch knorpel war, da bildt man mir schon ein, man müsse tugendhaft, doch nur zum scheine sein. v. Haugwitz Soliman 3, 7; bei diesem skelet von sehnen, knorpeln und knochen. Wieland neuer Amadis (1771) 2, 14; so stehen am brustgrate nur knorpel gegenüber. Göthe 55, 211. I@1@bb) genauer ohrknorpel, nasenknorpel, herzknorpel u. a.; insbesondere knorpel an der kehle, adamsbisz Rädlein 552a, adamsapfel Frisch 1, 529b: (dem hirsch) die gurgel unter dem knorpel abschneiden. Fleming teutscher jäger 263a. I@22) das erweist sich aber nach folg. schon als eingeschränkte anwendung eines urspr. allgemeineren begriffes. I@2@aa) die gemma gemm., die cartilago, naris vel auris tenerltudo, et est durius carne et mollius osse mit knorfelbein gibt, erklärt mit knorpel vielmehr pulpa, caro sine ossibus grossa, ut in tibiis retrorsum, clunibus et brachiis U 2b (Straszb. 1518), das derbe, sehnige, knotige fleisch ohne knochen, wie an den waden, das auch knorren hiesz (s. d. 6). der grundbegriff ist danach der des halb harten, halb weichen. vgl. knorpelfleisch. I@2@bb) Kirsch 2, 180b gibt für knorpel auch astragalus, also knöchel, und das ist wol glaubhaft, vergl. knorchel und knorre gleich knöchel, umgekehrt bezeichnet nl. knokkel auch den knorpel. IIII. Formen und verwandtschaft. II@aa) es heiszt oder hiesz auch gnorpel M. Kramer (1768. 1787), wie im 15. jh. schon gnorbel, gnarpel Dief. 103c, und mit umlaut knörpel M. Kramer (1719), Kirsch 2, 195b, und in bibelausgaben, wo Luther knörbel (s. d.) schrieb; vgl. auch das folg. wort. II@bb) überhaupt ist knorpel nur eine von vielen schwesterformen, die im nhd. über alle den sieg davongetragen hat: knorpel knörpel, knorbel knörbel, knorfel, ferner knurpel, knürfel, knarpel, knarbel, knarber (knarfel?), knerpel, die meisten wenn nicht alle zugleich mit gn-; da läuft wieder einmal der wurzelauslaut durch alle stufen seines lautes, wie die vocale fast alle vertreten sind. II@cc) dabei ist zu bemerken dasz die meisten (vielleicht alle) ein verbum zur seite haben oder hatten, welches ein knirschen, bes. das knirschende zerbeiszen eines knochens oder dergl. bezeichnet (s. beinknarspler unter knarspeln und die aufzählung der verba unter knarpeln 4), und dasz sie meist zuerst in der zusammensetzung knarpelbein u. s. w. auftreten (ob daher das n. von knörbel?). der knorpel ist also bezeichnet als der knochen den man beiszend zerknarpelt, zerknirscht (vgl. kläubelbein) und der selbst beim zerbeiszen knorpelt, knirscht; das harte wird öfter und am natürlichsten von dem klange bezeichnet, den es beim behandeln gibt, s. unter knolle I, d. II@dd) dasselbe verhältnis zeigt sich auch bei den meisten andern der vielen mundartlichen namen des knorpels: nnd. knubberknaken, knusperknaken, 'knörpelknochen' brem. wb. 2, 832, und das stimmt mit knubbern, knuspern; ostfr. gnister knorpel mit gnistern knirschen Stürenb. 72b, Fromm. 4, 135; altfries. gristel, engl. gristle mit engl. dial. grist gleich grit, knirschen Halliwell 419a, ags. gristlbân, gristl knorpel und grist zerknirschung, zermalmung, gristbîtan zähneknirschen; nordfries. gnusch, lübisch gnuss (hd. knostel, knospel) mit nd. knusen u. s. w., zermalmen (s.knüssen). nnl. heiszt der knorpel knorbeen, das knorpelfleisch knorvleesch, auch blosz knor n. (vgl.knörrchen), von knorren knarren, wie kraakbeen und knarsbeen, bei Kil. auch knarbeenken, knorspbeen, knorspelbeen von kraken krachen, knarsen, knarren, knorspen knirschen. krachbein, knorspel sind auch hd., auszerdem knürspel, karschbein (karsen knirschen), knorsel (knorsen knirschen), knospel, knostel, knoster (nd gnauster, s. dazu knaustern knirschen), krobel, kroppel, krosel, krössel, krospel, kruspel, krostel, krustel (krosen knirschen, kröspeln knorpeln), kurpel (Dief. 103c), die meisten auch mit bein zusammengesetzt, und mit dem verkleinernden -el gebildet, wie schon ags. fries. gristl, einige auch zwischen dem anlaut kn- und kr- getheilt. II@ee) knarpel, knerpel, knorpel führen also im letzten grunde auf den stamm von knarren, knirren, knurren (knorren) zurück, wie vermutlich auch knorre; ebenso knorsel auf knorsen knirschen, wie auch knorspel, das aber zugleich zwischen knorpel und knorsel und knospel vermittelt, zwischen allen dreien schwankend. dieselbe weiterbildung von knar, knir, knur durch angesetzten lippenlaut zeigt auch nl. knorf, knurf knoten, da auch der knoten nach der härte benannt ist; auf hd. gebiet knarf knorre, knorp verwachsner kleiner kerl, knirbs, knurps, knirps (s. d.), vergl. knorpsen. II@ff) gleiche bildung mittelst kehllauts ferner zeigt schwäb. knork m., ein knopfichtes ding, knirps, verknörkeln durch ungeschickte behandlung zu einem knork machen Schmid 320, und knorchel knöchel, knörkel filz, vergl. auch knirken unter knirren. der kreis dieser bildungen durch zugesetzte muta wird geschlossen durch knorz gleich knorre; s. ähnliches u. klunker 3, d. f, knistern 4. wie knork und knorp zu knorre, so verhalten sich z. b. zolk und zolp zu zoll klotz Schm. 4, 255. 256. 253, knolp zu knolle sp. 1467 (f).
5607 Zeichen · 122 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knorpel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Knorpel , des -s, plur. ut nom. sing. ein beinartiges, nur nicht so hartes, weißes, sehr elastisches Wesen in den th…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Knorpel

    Goethe-Wörterbuch

    Knorpel a festes, elastisches Stützgewebe, auch als Vorstufe der Knochenbildung; einmal in definitorischem Zshg Was in d…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Knorpel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Knorpel . Die chemische Substanz des K.s das Chondrin, kommt entweder als reiner K., z.B. der Ohren, Nase, eustachischen…

  4. modern
    Dialekt
    Knorpel

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Knorpel [Knorpl Hlkr. ; Knàrwl Lützelstn. ] m. knorpeliges Fleisch.

  5. Spezial
    Knorpelm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Knorpel , m хрящ , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knorpel

44 Bildungen · 40 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

knorpel‑ als Erstglied (30 von 40)

knorpelartig

DWB

knorpel·artig

knorpelartig , cartilagineus. M. Kramer (1787) : die augen des krokodills sind mit einem knorpelartigen kreise umgeben. Funke bei Campe.

knorpelbein

DWB

knorpel·bein

knorpelbein , n. cartilago. Dief. gl. 103 c , knorpelbain n. gl. 77 b (15. jh. ). Stieler 993 ; knörpelbein im halse. M. Kramer (1719) 2, 12…

knorpelblümchen

DWB

knorpel·bluemchen

knorpelblümchen , n. illecebrum verticillatum, die quirlförmige knorpelblume, hartkelch, engl. knotgrass. Nemnich 3, 221 .

Knorpelblume

Campe

knorpel·blume

Die Knorpelblume , Mz. die — n ; Verkleinungsw. das Knorpelblümchen, des — s , d. Mz . w. d. Ez. eine auf feuchten Sandplätzen wachsende Pfl…

Knorpeler

SHW

Knorpeler Band 3, Spalte 1525-1526

knorpelfisch

DWB

knorpel·fisch

knorpelfisch , m. eine fischart, die knorpel statt der gräten haben, chondropterygii. Adelung , Nemnich, vgl. J. Paul anh. zum Tit. 2, 65 .

Knorpelfische

Herder

knorpel·fische

Knorpelfische (Chondropterygii) , bilden die 2. Hauptabtheilung der Fische, gegenüber der Abtheilung der Gräten- oder Knochenfische. Ihr Ske…

Knorpelfläche

Campe

knorpel·flaeche

Die Knorpelfläche , Mz. die — n , in der Knochenlehre, ein flacher Theil des Kahnbeines, welcher knorpelig ist.

knorpelfleisch

DWB

knorpel·fleisch

knorpelfleisch , n. knorpelichtes fleisch, knörpelfleisch eines ochsen, kalbes, schweines, nl. knorvleesch. M. Kramer (1719) 1, 153 b ; 2, 1…

knorpelflosse

DWB

knorpel·flosse

knorpelflosse , f. knorpelichte flosse, wie sie z. b. störe, haifische haben; sie heiszen daher auch knorpelflosser. Campe.

Knorpelflosser

Campe

Der Knorpelflosser , des — s , d. Mz . w. d. Ez. eine Benennung derjenigen Fische, welche Knorpelflossen haben.

knorpelförmig

GWB

knorpel·foermig

knorpelförmig wie knorpelig K-e [>Rippenförmige] Knochen-Fortsätze im Schild einer Taube N13,239 Morph Plp Var Ch.S

Knorpelfügung

Campe

knorpel·fuegung

○ Die Knorpelfügung , Mz. die — en , in der Knochenlehre, die Fügung oder Verbindung der Knochen durch Knorpel, welche eine halbbewegliche i…

Knorpelgeschwulst

Meyers

knorpel·geschwulst

Knorpelgeschwulst ( Chondroma, Enchondroma ), eine aus Knorpelgewebe bestehende krankhafte Neubildung. Die Knorpelgeschwülste wachsen langsa…

knorpelhand

DWB

knorpel·hand

knorpelhand , f. bei Lessing ( vergl. knochenhand) von der noch weichen kindeshand, s. Fleming unter knorpel 1, a: eh meine knorpelhand so s…

knorpelhart

DWB

knorpel·hart

knorpelhart , wie knopperhart, thüring., hart dasz es ( beim beiszen ) knorpelt, knoppert.

knorpelicht

DWB

knorpel·icht

knorpelicht , 1 1) cartilaginosus Rädlein 552 a , knörpelicht M. Kramer (1719) 2, 125 a , knörplicht Kirsch 2, 195 b , knorpelich 1, 180 b ,…

Knorpelig

Campe

Knorpelig , — er, — ste , adj . u. adv . Knorpel habend, aus Knorpel bestehend; in engerer Bedeutung, viele Knorpel habend. I der Pflanzenle…

knorpelkirsche

DWB

knorpel·kirsche

knorpelkirsche , f. eine kirsche mit festem, knorpeligem fleische, nl. knapkers, fläm. knorspelkers. auch knarpelkirsche, knopperkirsche.

knorpel als Zweitglied (4 von 4)

nasenknorpel

DWB

nasen·knorpel

nasenknorpel , m. knorpel der nase. Zedler 23, 701 ; naseknörpel, diaphragme Frisch teutsch-franz. wb. 258 a .

schildknorpel

DWB

schild·knorpel

schildknorpel , m. der adamsapfel am halse, thyroidea cartilago. Nemnich. Behlen lex. d. forst- u. jagdk. 5, 480 .