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Knorpel

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Knorpel

Bd. 11, Sp. 189
Knorpel (Cartilago), eine Stützsubstanz im Tierkörper, ist meist fest, leicht zu durchschneiden, sehr elastisch und biegsam, bläulich oder gelblich. Der K. enthält 66 Proz. Wasser, schrumpft beim Trocknen zu einer hornähnlichen Masse ein, quillt im Wasser wieder auf und widersteht der Fäulnis sehr lange. Bei längerm Kochen mit Wasser löst er sich zu Knorpelleim (Chondrin, Gemenge von gewöhnlichem Leim und chondroitinschwefelsaurem Kali oder Natron) auf; seine Asche enthält viel kohlensaures und schwefelsaures Natron. Er besteht aus rundlichen Knorpelzellen, die in einer voluminösen Zwischensubstanz liegen. Nach dem Verhalten der letztern unterscheidet man mehrere Arten K., zwischen denen es Übergänge gibt. Der hyaline K. (Fig. 1) besitzt eine homogene Zwischensubstanz und kommt beim Menschen in großer Ausdehnung vor (Gelenkknorpel, Rippenknorpel etc.). Der Faserknorpel (Fig. 2) mit faseriger Grundsubstanz gibt beim Kochen nicht Chondrin, sondern gewöhnlichen Leim; er ist mehr gelblich und bildet beim Menschen z. B. die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern. Beim Netzknorpel, auch gelber oder elastischer K. genannt, besteht die Zwischensubstanz aus einem dichten Filz oder Netz feinster, elastischer Fäserchen. Er ist gelb, sehr weich und elastisch und findet sich beim Menschen fast nur in der Ohrmuschel und dem Kehldeckel vor. (Als krankhafte Bildung gibt es noch den Gallertknorpel. Derselbe ist gallertig, manchmal fast zerfließend, durchsichtig. Er besteht aus Knorpelzellen und einer schleimreichen Grundsubstanz.) Die Ernährung der K. geschieht von der umgebenden festen, an Blutgefäßen reichen Faserhaut (Knorpelhaut, Perichondrium) aus; doch wird er auch von lymphatischer Flüssigkeit durchtränkt. – Unter den wirbellosen Tieren besitzen nur die Tinten- und Flossenfüßer K., der als Kapsel das Gehirn derselben umgibt, bez. die Schale bildet. Die hyalinen K. haben eine gewisse Tendenz, zu verkalken und zu verknöchern; namentlich tritt die Umwandlung im Alter und sehr häufig infolge entzündlicher Ernährungsstörungen des Knorpels ein. Wird ein K. durch mechanische Gewalt, durch Eiterung oder Blutergüsse von seiner Knorpelhaut abgetrennt, so stirbt er ab, ähnlich wie beim Knochenbrand (s. d.). Knorpelbrüche und andre Durchtrennungen der echten K. heilen auf die Weise, daß eine faserige (nicht hyaline) Gewebsmasse die Bruchenden etc. miteinander verbindet. S. auch Knorpelgeschwulst. Vgl. Schmiedeberg, Über die chemische Zusammensetzung des Knorpels (Leipz. 1891).
2511 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knorpel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Knorpel , des -s, plur. ut nom. sing. ein beinartiges, nur nicht so hartes, weißes, sehr elastisches Wesen in den th…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Knorpel

    Goethe-Wörterbuch

    Knorpel a festes, elastisches Stützgewebe, auch als Vorstufe der Knochenbildung; einmal in definitorischem Zshg Was in d…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Knorpel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Knorpel . Die chemische Substanz des K.s das Chondrin, kommt entweder als reiner K., z.B. der Ohren, Nase, eustachischen…

  4. modern
    Dialekt
    Knorpel

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Knorpel [Knorpl Hlkr. ; Knàrwl Lützelstn. ] m. knorpeliges Fleisch.

  5. Spezial
    Knorpelm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Knorpel , m хрящ , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knorpel

44 Bildungen · 40 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

knorpel‑ als Erstglied (30 von 40)

knorpelartig

DWB

knorpel·artig

knorpelartig , cartilagineus. M. Kramer (1787) : die augen des krokodills sind mit einem knorpelartigen kreise umgeben. Funke bei Campe.

knorpelbein

DWB

knorpel·bein

knorpelbein , n. cartilago. Dief. gl. 103 c , knorpelbain n. gl. 77 b (15. jh. ). Stieler 993 ; knörpelbein im halse. M. Kramer (1719) 2, 12…

knorpelblümchen

DWB

knorpel·bluemchen

knorpelblümchen , n. illecebrum verticillatum, die quirlförmige knorpelblume, hartkelch, engl. knotgrass. Nemnich 3, 221 .

Knorpelblume

Campe

knorpel·blume

Die Knorpelblume , Mz. die — n ; Verkleinungsw. das Knorpelblümchen, des — s , d. Mz . w. d. Ez. eine auf feuchten Sandplätzen wachsende Pfl…

Knorpeler

SHW

Knorpeler Band 3, Spalte 1525-1526

knorpelfisch

DWB

knorpel·fisch

knorpelfisch , m. eine fischart, die knorpel statt der gräten haben, chondropterygii. Adelung , Nemnich, vgl. J. Paul anh. zum Tit. 2, 65 .

Knorpelfläche

Campe

knorpel·flaeche

Die Knorpelfläche , Mz. die — n , in der Knochenlehre, ein flacher Theil des Kahnbeines, welcher knorpelig ist.

knorpelfleisch

DWB

knorpel·fleisch

knorpelfleisch , n. knorpelichtes fleisch, knörpelfleisch eines ochsen, kalbes, schweines, nl. knorvleesch. M. Kramer (1719) 1, 153 b ; 2, 1…

knorpelflosse

DWB

knorpel·flosse

knorpelflosse , f. knorpelichte flosse, wie sie z. b. störe, haifische haben; sie heiszen daher auch knorpelflosser. Campe.

Knorpelflosser

Campe

Der Knorpelflosser , des — s , d. Mz . w. d. Ez. eine Benennung derjenigen Fische, welche Knorpelflossen haben.

knorpelförmig

GWB

knorpel·foermig

knorpelförmig wie knorpelig K-e [>Rippenförmige] Knochen-Fortsätze im Schild einer Taube N13,239 Morph Plp Var Ch.S

Knorpelfügung

Campe

knorpel·fuegung

○ Die Knorpelfügung , Mz. die — en , in der Knochenlehre, die Fügung oder Verbindung der Knochen durch Knorpel, welche eine halbbewegliche i…

Knorpelgeschwulst

Meyers

knorpel·geschwulst

Knorpelgeschwulst ( Chondroma, Enchondroma ), eine aus Knorpelgewebe bestehende krankhafte Neubildung. Die Knorpelgeschwülste wachsen langsa…

knorpelhand

DWB

knorpel·hand

knorpelhand , f. bei Lessing ( vergl. knochenhand) von der noch weichen kindeshand, s. Fleming unter knorpel 1, a: eh meine knorpelhand so s…

knorpelhart

DWB

knorpel·hart

knorpelhart , wie knopperhart, thüring., hart dasz es ( beim beiszen ) knorpelt, knoppert.

knorpelicht

DWB

knorpel·icht

knorpelicht , 1 1) cartilaginosus Rädlein 552 a , knörpelicht M. Kramer (1719) 2, 125 a , knörplicht Kirsch 2, 195 b , knorpelich 1, 180 b ,…

Knorpelig

Campe

Knorpelig , — er, — ste , adj . u. adv . Knorpel habend, aus Knorpel bestehend; in engerer Bedeutung, viele Knorpel habend. I der Pflanzenle…

knorpelkirsche

DWB

knorpel·kirsche

knorpelkirsche , f. eine kirsche mit festem, knorpeligem fleische, nl. knapkers, fläm. knorspelkers. auch knarpelkirsche, knopperkirsche.

knorpel als Zweitglied (4 von 4)

nasenknorpel

DWB

nasen·knorpel

nasenknorpel , m. knorpel der nase. Zedler 23, 701 ; naseknörpel, diaphragme Frisch teutsch-franz. wb. 258 a .

schildknorpel

DWB

schild·knorpel

schildknorpel , m. der adamsapfel am halse, thyroidea cartilago. Nemnich. Behlen lex. d. forst- u. jagdk. 5, 480 .