schwimmen,
verb. nare, natare. II.
form und verwandtschaft. I@11) schwimmen
ist ein gemeingerm. wort, als swimman
besonders in den altwestgerm. dialecten bezeugt, ags. swimman — swamm — swummon — swummen Bosworth-Toller 957
a,
daher engl. to swim,
vgl. Skeat 617
b;
ahd. suuimman, suiman,
mhd. swimmen.
alts. nicht belegt, im spätern nd. gewöhnlich mit e,
mnd. swemmen, swommen, swummen Schiller-Lübben 4, 490
a,
mnl. swemmen,
holländ. zwemmen,
vgl. Franck 1231.
im ältern ostgerm. läszt sich swimman
in dieser form nicht nachweisen; im got. fehlen die belege (
nur die ableitung swumfsl,
teich);
das altn. zeigt als älteste formen symja — svam - sv′mon — summenn; suima
ist erst zu den andern formen neugebildet. daneben findet sich im isl. auch svimma — svamm;
das neuisl. verwendet gewöhnlich die ableitung synda,
vgl. auch svamla.
die formen der heutigen nord. sprachen gehen stark auseinander: norw. svemja (swam — svomet,
doch auch svamde — svamt) Aasen 780
a und symja (sumde) 787
a,
dän. svømme,
schwed. simma. symja
stellt neben swimman
eine andere präsensbildung dar: letzteres ist ein n-
präsens (swimman
aus swimnan;
das mm
der andern formen beruht auf ausgleichung im paradigma), symja
dagegen ist eine bildung mit j
und schwacher wurzelstufe (
indogerm. *suméyô).
die eigentliche wurzel ist mithin svem.
vgl. Wachter 1495. Kluge
5 342
b. Weigand 2, 670.
Grimm gramm. 1
2, 915. 2, 33. Noreen
urg. lautl. 94. 152. 157. Streitberg
urgerm. gramm. 89. 140. 295. I@22)
diese ist auszerhalb des germ. nur im keltischen als swem '
bewegen'
nachgewiesen, vgl. cymr. chwyf
bewegung, chwyfio
bewegen, bret. fifual
u. s. w. Fick4 2, 323.
eine weiterbildung dazu ist *svendô
ich treibe, jage, ir. *sennaim
; dazu lit. sumdyti
hetzen? s. ebenda. wenn griech. ἀσάμινθος,
badewanne, dazugehört, so gehört die bedeutungsentwicklung des germ. verbs schon der ursprache an, vgl. Fick
3 3, 362.
jedenfalls ist die ebenda vorgeschlagene zusammenstellung mit lit. sémti,
schöpfen, aufzugeben, ebenso die mit germ. swîman (
vgl. schweimen 2
und schwinden)
bei Grimm
gramm. 1
3, 567.
auch schwamm (
got. svamms)
wird kaum dazugehören, vgl. dasselbe sp. 2195.
dagegen sind mit schwimmen
verwandt schwemme, schwemmen, schwumm
und wahrscheinlich auch sund, sumpf
und die gleichbedeutenden wörter der ältern dialecte (
got. svumfsl,
s. oben, ahd. sunft).
mhd. wird Lexer
handwörterb. 2, 1334
ein schwach flectierendes swamen
angesetzt, auf grund eines nur einmal (
bei Beheim)
bezeugten prät. swamet,
doch ist diese form neben rait
kaum etwas anderes als eine zerdehnung des rückumgelauteten prät. swamt(e)
zu swemmen. I@33)
im hd. bleibt die form swimmen
im allgemeinen unverändert; doch geht das i
zuweilen in andre vocale über. so findet sich schon ahd. suuummin
natasse, ze suuúmmenne
diffluere, part. suúmmendez, -te. Graff 6, 877,
vgl. Grimm
gramm. 1
3, 86.
ebenso mhd. swummen, swommen
neben swimmen,
s. Lexer
handwb. 2, 1382 (
über swamen
s. 2).
im nd. ist i
durch e
verdrängt, s. oben 1.
neben swemmen
begegnet im mnd. auch swommen, swuommen,
s. Schiller-Lübben 4, 490
a und besonders Germ. 14, 211
f. 372.
die glossen bieten folgende schreibweisen: nare hd. swymmen, schwymmen, swummen,
nd. swemmen. Dief.
gl. 375
b;
natare hd. swymmen, schwymmen,
nd. swemmen, smemmen, schunnen, swemen. 376
a,
s. auch nov. gloss. 261
b;
natans swemender, swimment.
ebenda, nans swimende. 375
a;
nando swommende
nov. gl. 261
a.
auch im ältern nhd. findet sich hie und da die schreibung schwümmen: schwümmende. das schwümbt,
natatilis, nans, natans. Maaler 368
b; er mag weder zu schümmen (
druckfehler)
noch zu watten kommen,
res ipsi angusta domi Dentzler 2, 260
b; die blatteiszle schwümmen alle zeit mit grosser schar im meer daher. Gesner
fischb. von Forer 53
a.
wo sich dagegen im hd. die schreibung schwemmen, schwämmen
findet, ist nicht lautliche entstellung aus schwimmen,
sondern das causativ schwemmen
anzunehmen, s. daselbst (
vgl. indes mhd. swemmen. Lamprecht
Alex. 5498
c neben swimmen 5505,
s. unter II, 1,
c, und sonst). I@44)
die flexion von schwimmen
ist ursprünglich überall die starke. später ist sie vielfach durch die schwache verdrängt, z. b. im nordischen, s. 1,
und namentlich im mnd., wo infolge der lautlichen vermischung mit dem alten causativ swam — geswummen
und swommede
neben einander stehen, vgl. oben (
über die neuern mundarten s. 7).
im hd. ist die starke flexion durchaus erhalten. scheinbar finden sich im ältern nhd. auch schwache formen, doch beruhen sie entweder auf nd. einflusse, wie: er schwimte frisch immer ohn' eintziger müh.
Reinicke fuchs (
Rostock 1650)
s. 75 (
daneben: er gab sich zur abfarth und schwumme daher.
ebenda);
vgl. auch die voran geschwimt haben. Wicel (1546)
bei Kehrein
gramm. 3,
s. 36,
oder schwimmen
steht für das causativ schwemmen (
als lautliche variante): es ist geschehen bey unsern zeitten, dasz eyner von guttem geschlecht ... auff dem Rhein in wassers not ist kommen, und endtlich bisz undter die muelen zu Oppenheym, halb todt geschwimmet. Agricola
sprichw. 53; dan seitenmahl jhr stoltz und boszheit all-vermessen .. dein armes volck, o herr, numehr gantz auffgefressen .. und jhre pferd und sich geschwimmet und gewaschen in deines volcks blut-see. Weckherlin
ged. 326. I@55)
im einzelnen haben die formen von schwimmen
im nhd. besonders durch die allmähliche ausgleichung des vocals im prät. abänderungen erlitten, wie bei allen starken verben. I@5@aa)
die formen des präsens zeigen keine abweichungen, auszer dasz das e
der formen (du) schwimmest, (er, ihr) schwimmet
jetzt durchweg ausgeworfen wird. umgekehrt hat der —
nicht häufige —
imperativ, wie bei so vielen starken verben, e
angenommen. Gottsched 340
gibt noch ausdrücklich schwimm
an, Adelung
und Campe
kennen beide formen, heute würde man schwimme
vorziehen. I@5@bb)
die 1. 3.
sing. ind. prät., mhd. swam,
lautet auch im nhd. zu allen zeiten schwamm,
so bezeugt bei Clajus
s. 107
neudr., Frisch 2, 250
b u. s. w., bei Luther
z. b. 2 kön. 6, 6,
s. unten (II, 4,
a),
bei H. Sachs: da könig Aiax auch mit nam auff einem bret im meer auszschwam, und andr mehr auf bretern auszschwummen. 5, 282
a.
an diese form wird im ältern nhd. zuweilen ein anorganisches e
gehängt: in dem (
wasser) er denselben ganczen tage unnd darnach die nacht schwame. Steinhöwel
decam. s. 76, 27
Keller (2, 4).
darauf beruht es wol, wenn die form vereinzelt gedehnten vocal zeigt: ich ... schwamm (
productionis causa) schwahmm (
per usum) schwahm. Steinbach 2, 549. —
andere vocale finden sich durch ausgleichung mit den pluralformen (
vgl. c),
so im 16.—18.
jahrh. schwum(m): hing ein ploch an ein fusz, und schwum darmit.
Garg. 178
b (
ebenda weiter oben: schwamm inn vollem stram. — schwam auff türckisch unterm wasser. — schwam auff dem dilen); als unser hunde einer ... dieses ersahe, sprang er zu ihnen hinein, und schwum mit herumb. Olearius
pers. reisebeschr. 227
a; der fisch fiel wider ins waszer undt schwum mitt meinen 3 angelen fort. Elisabeth Charlotte 3, 470 (
vom j. 1714); als er ausz dem schifbruch auszschwumb. H. Sachs 3, 2, 94
d; so hastu je verwundet auch den gott desz meeres Neptunum, da derselb auff dem meere schwum! 5, 372
a; das wasser aber sties jn umb, darinn er lang zabelt und schwum. 376
b.
s. auch 4, 2, 85
d unter II, 4,
a. auch Stieler 1979
gibt an: ich schwamm,
et schwumm.
mit unberechtigtem end-e (
vgl. oben) schwumme,
s. z. b. Reinicke fuchs s. 75
oben unter 4. —
endlich auch schwomm.
so einmal bei H. Sachs (
neben gewöhnlichem schwam
oder schwum): eins edlen burgers son zu Rom zu nacht uber die Tyber schwom. 2, 3, 52
d.
dann wieder im 18.
jahrh. (
z. b. Stilling 2, 80. 157.
s. II, 2,
g. 6,
c)
und noch im 19.
jh. bei Grimm
sagen nr. 57: niemand konnte ihn retten und zuletzt schwomm sein leichnam ans ufer. (
s. auch unter schwimmer 1,
b. als liv- und estländische eigenthümlichkeit aufgeführt bei Hupel 215.) I@5@cc)
die andern formen des ind. prät. (2.
sing. und der ganze plur.)
haben ursprünglich den vocal u (
mhd. dû swumme
bez. swümme, wir swummen
u. s. w.).
dieser vocalwechsel ist im ältern nhd. durchaus erhalten. so conjugiert Clajus
s. 107, 2
neudr.: ich schwam, du schwummest; Schottel 595: ich schwamm, du schwummest, er schwamm, wir schwummen.
später treten ausgleichungen ein, in der ältern sprache zuweilen zu gunsten des plur. (
sing. schwum,
s. b),
jetzt ausschlieszlich vom sing. aus (schwamm — schwammen).
im 16.—17.
jahrh. herrscht die alte form schwummen
ausschlieszlich, s. unten die belege. dann taucht gegen ende des 17.
jahrh. eine form schwommen (
mit dem voc. des part., vgl. auch b)
auf, die vereinzelt bis ins 19.
reicht: (
die jungfrauen) schwommen über den tieffen, pfeil-schnellen und strudel-vollen strohm. Wiedemanm
histor. gefangensch. mai s. 75; denn die ideen schwommen verwirrt umher. Göckingk 3, 178.
weitere belege aus J. E. Schlegel 1, 278. 303
und Forster
reise 1, 143. 178
s. unter II, 3,
b. 4,
a. —
erst im 19.
jh. hat sich schwammen
als alleinherrschend durchgesetzt (
z. b. Brentano 2, 4,
s. II, 5,
d). I@5@dd)
der conj. lautet in der ältern sprache schwümme,
so im 16.—17.
jh. durchweg, s. z. b. Schottel 595. Stieler 1979: die kriegsknechte aber hatten einen rat, die gefangenen zu tödten, das nicht jemand, so er ausschwümme entflöhe.
apostelgesch. 27, 42,
s. auch Steinhöwel
unter II, 4,
a. —
im 18.
jahrh. findet sich ganz vereinzelt schwömme,
so z. b. bei Nicolay
verm. ged. 8, 181.
gewöhnlich indessen die auch heute alleinherrschende form schwämme:
imperf. conj. ich schwäme. Frisch 2, 250
b;
s. ferner Thümmel
reise 3, 42 (II, 6,
c)
und Brockes 9, 551 (
unter II, 4,
c, β). I@5@ee)
im part. hält sich geschwummen
bis ende des 17.
jahrh., s. Clajus
s. 107
ndr., und unten die belege (H. Sachs.
Garg. 85
b. Forer
fischb. 61
b.
buch d. liebe 187
c f. Opitz 1, 94.
Reinicke fuchs 75.
auch Lehmann 119).
noch Stieler 1979
gibt ausschlieszlich geschwummen,
während bereits Schottel 595: geschwummen und geschwommen
hat. von Steinbach
an geben die wörterbücher nur geschwommen.
in der litteratur ist es belegt bei Wiedemann,
s. II, 1,
e. I@66)
das umschriebene perfectum wird sowol mit haben
wie mit sein
gebildet: ich habe
vel bin geschwummen. Clajus
s. 107, 3
neudruck; Steinbach 549
und Gottsched 354
kennen nur ich bin geschwommen.
vgl. auch Grimm
gramm. 4, 164. Kehrein
gramm. 3,
s. 38.
der unterschied liegt einmal in der bedeutung: ich habe geschwommen
betont mehr die thätigkeit (
ich habe die bewegung des schwimmens ausgeführt, z. b. heute morgen habe ich eine halbe stunde geschwommen), ich bin geschwommen
das resultat, den erreichten zustand (
bin schwimmend wohin gekommen, z. b. ich bin über den flusz geschwommen).
andrerseits kommt eine mundartliche differenz hinzu, indem der norden haben,
der süden sein
bevorzugt. belege I@6@aa)
für haben: ich hab ein igel im bauch: der musz geschwummen haben.
Garg. 85
b; dann er het sonst geschwummen wie eyn wetzstein. 238
b; hier hat die jugend dir, o vater, sich geübt, hier sonn' und staub erlitten, geschwummen und gekämpfft, getummelt und geritten. Opitz 1, 94; (
der bär) hatte sein lebetag nimmer geschwummen.
Reinicke fuchs (
Rostock 1650) 75.
vgl. auch die unter 4
angeführte stelle aus Wicel. I@6@bb)
für sein: wie nun der waffenträger Thiamis ... ausz dem see an das land geschwummen war.
buch der liebe 187
c; denn er were wund zu land geschwummen. 187
d; die hund sind ausz dem schifpruch gschwmmen und also nasz gen hoff herkummen. H. Sachs 3, 2, 198
d. I@6@cc)
zuweilen fehlt das hülfsverb ganz: dô se geswummen wol twe screde, rêp de vorsch. Gerhard v. Minden 3, 105. I@77)
von mundartlichen formen werden angeführt: schweizerisch schwimme (schwumm, g'schwumme). Hunziker 236;
bair. schwimmen (schwám
und schwum,
cond. schwimmet, geschwummen). Schm. 2, 633;
österr. schwimma. Castelli 254;
cimbr. sbimmen.
cimbr. wb. 226
a;
südböhm. schwingts ôhi,
schwimmt hinab. Frommann 5, 410, II, 7;
im neuern nd. herrschen die formen swemmen Dähnert 478
a. Mi 90
b. Schambach 221
a (
danach conjugiert: swemme, -est, -et;
prät. swum, swom,
conj. swümme,
part. eswommen). ten Doornkaat Koolman 3, 377
a (swum — swummen), swemm' Danneil 218
b und swommen
brem. wb. 4, 1127.
aus friesischen mundarten verzeichnet ten Doornkaat Koolman
westfries. swommen,
nordfries. swomme,
wang. swom,
saterl. swümme. IIII.
gebrauch. II@11)
zunächst vom menschen, sich durch bewegung der arme und beine auf dem wasser schwebend erhalten bez. über das wasser bewegen: II@1@aa)
absolut, ohne nähere bestimmung: schwimmen,
nare Dasypodius; embsig schwimmen,
natare. ebenda; sich in flussz lassen unnd schwümmen. Maaler 368
b; schwimmen,
nager Hulsius 294
a;
natare Schottel 1413; ins wasser springen, um zu schwimmen; sich mit schwimmen retten. Kramer
dict. 2, 723
b; geschwummen kommen,
venire nuotando ò à nuoto. 723
c; so du mit schwimmen darin (
im wasser) pladderst, machestu es unsauber. Comenius
sprachenth. 71; Petrus sâr thes sindesbigonda suimmannes. Otfrid 5, 13, 25; der pfaffe swam genôte:er wolte sîn genesen.
Nibel. 1518, 1; er warf sich in unde swam.
pass. 335, 65
Köpke; schîʒin, swummen, stîgin sal ein ritter wole lerne.
ritterspiegel 3665; darna kemen se vor ene stat: de was umme bevloten. dar gingen to wol seven un drittich knapen un wolden dar swummen. Bruns
romant. ged. s. 356; und er wird seine hende ausbreiten mitten unter sie, wie sie ein schwimmer ausbreitet, zu schwimmen.
Jes. 25, 11; der unterheubtman ... hies die da schwimmen kündten, sich zuerst in das meer lassen.
ap. gesch. 27, 43; wer swimen kunde der sich behalffe die weyle er möchte. Steinhöwel
decam. 75, 35
Keller (2, 4); die tafeln ferre von im sache wol gedachte er ir schwiment nicht ereylen möchte. 76, 20; indem man nun am ufer zu lesen begunte, sprungen vier nackende Armener ins wasser ... und schwummen eine weile herumb. Olearius
reisebeschr. 227
a; wie ... andere in der angst ihres herzens die stube so besprenzten, dasz du hättest das schwimmen drinn lernen können. Schiller
räuber 2, 3
schausp.; besonderheiten: dann es ist ein andere weisz anheben mit blateren (
blasen) schwimmen, die ein oben erhalten. Schuppius 728;
ähnlich auch: am balken schwimmt der passagier. A. v. Droste-Hülshoff 1, 320. II@1@bb)
mit ortsangaben: im wasser schwümmen,
natare aquas Maaler 368
b; in dem wasser schwimmen,
nare in aqua Steinbach 2, 549; aber in manigero uuaʒʒero uuâge suummente. nenâhent zeîmo. Notker
ps. 31, 6; die leien aber schwummen im wasser umb das schiff. Luther 6, 9
b; dasz zu zeiten ein mensch, so neben dem schiff her im meer geschwummen, von solchem fisch mit seinem schwerdt mitten entzwey ... geschnitten und geschlagen solle seyn. Forer
fischb. s. 61
b; done sûmden sich niht langer dâ die waʒʒervrouwen in dem mer swummens hin unde her. Albr. v. Halberstadt 32, 412; der amtmann schwamm im wasser nebst seiner amtmannin. Hölty 10
Halm; auff dem wasser schwümmen,
innare undam. Maaler 368
b; rings umb die stad gehet ein flusz ... ist aber so tieff, dasz einer zur noth darauff schwimmen kan. Rollenhagen
ind. reis. 117; alsô swummen si ûf dem sê. Heinr. v.
d. Türlin
crone 28316. oben über dem wasser schwimmen,
innatare aquis Corvinus
fons lat. 433
b.
umgekehrt schwimmen underm wasser,
urinare vel urinari. der lang schwimmet underm wasser,
urinator. Dasypodius; under dem wasser schwümmen. Maaler 368
b; schwimmen, als ein wasser-taucher unter dem wasser,
urinare Frisch 2, 250
b; sechzig schritte weg werf ich die kleider ab, stürze mich in den flusz, schwimm unterm wasser fort. Schiller
räuber 2, 3
schausp. II@1@cc)
mit angabe des zieles: ans ufer schwimmen,
adnare littori; an die stadt schwimmen,
enatare ad oppidum; an die schiffe schwimmen,
adnare navibus. Steinbach 2, 549; mîne rîter al di wîle wolden swimmen in den wâch. Lamprecht
Alexander 4950; mîne man sih des vermâʒen, si wolden swemmen in daʒ mere. 5498
c; si wolden swimmen ûf einen wert. 5505; und swam ich zuo dem reiffen (
ufer). Oswald v. Wolkenstein 1, 2, 38. über ein wasser, einen flusz schwimmen: denn das wasser war zu hoch, das man drüber schwimmen muste, und kundte es nicht gründen.
Hes. 47, 5; bisz ich endlich ... zwey hundert leichtgerüste landsknechte ... uber dasselb wasser schwimmen liesz. Rollenhagen
ind. reis. 11; die junge mannschaft war über den flusz Adrana geschwommen. J. E. Schlegel 1, 303; diu in vor het geseit von einem waʒʒer, daʒ wær breit, dar über er swimmen solde.
crone 21293. gegen, wider den strom schwimmen,
oft bildlich, s. unter 2,
b. II@1@dd)
ebenso mit adverbien der richtung: ausz schwimmen,
enare, enatare Dasypodius; empor schwimmen,
fluitare, fluctuare, supernatare; hinüber schwimmen,
tranare, transnatare. hinunder schwimmen,
obnatare. vor schwimmen,
praenatare. widerumb schwimmen,
renatare. zuher schwimmen,
adnatare. ebenda; adnare vel adnatare, hinzuschwimmen.
abnatare, davon schwimmen.
enatare, zu land auszschwimmen.
denatare, hinab schwimmen.
praenatare, voran schwimmen oder fliessen.
renare, zuruock schwimmen. Corvinus
fons lat. 433
b; (
die Indianer) stürtzeten sich in den negsten wasserstrom, unnd schwummen davon. Rollenhagen
ind. reisen 25; dâ Thetis dicke und alle zît ûʒ dem mer quam geswummen î
n. Albrecht v. Halberstadt 24, 162; wenn dann gewahr des diebs, der sie belauschte, .. ins blaue bett (
den flusz) die schöne niederrauschte, und hintennach mein strenger Zeno — schwamm. Schiller 1, 249; da warf ich mich ins meer und schwamm herüber. Grillparzer
4 6, 51.
gewöhnlich werden solche verbindungen in ein wort zusammengeschrieben, hinüberschwimmen
u. ähnl., s. daselbst. II@1@ee)
mit accusativ des weges: der Parmenois, des küneges mâc, viel (
stürzte sich) durch daʒ venster in den wâc und swam daʒ waʒʒer hin ze tal. Heinrich v. Freiberg
Tristan 3201; wer ho uff clympt,dieffe wasser swympt. Muskatblüt 78, 46;
häufiger jetzt mit acc. der wegstrecke: ist ein frantzö(s)ischer soldat, namens Lanier, über see 5. frantzö(s)ischer meilwegs geschwommen. Wiedemann
gefangensch. mai 74; ein norwegischer officirer, namens Sivard, nahm einsmals im see-treffen durch schwimmen die flucht ... und schwam einen weiten weg. 75; in Sicilien ist einer gewesen, welcher sich von jugend auff im schwimmen geübet, darin er so perfect worden, dasz er etliche meilen ohne auszruhen geschwommen.
ebenda. andre verbindungen: ich trete wasser, ich schwimme rückenlage. Anzengruber
3 4, 294.
vergl.: und theten schwimmen lang meylen. H. Sachs 1, 326
b. II@1@ff)
mit verschobener beziehung: o schlaf im schwimmenden bade. A. v. Droste - Hülshoff 1, 193. II@1@gg) schwimmen
vom schiffer, s. 3,
c, α. II@22)
daran schlieszen sich freiere verwendungen: II@2@aa)
zahlreich sind feste sprichwörtliche redensarten: (
die natur) setzte uns nackt und armselig ans ufer dieses grossen ozeans welt — schwimme, wer schwimmen kann, und wer zu plump ist geh unter! Schiller 2, 25 (
räub. 1, 1
schausp.). — wer nicht schwimmen kann, gehe nicht ins wasser. Eiselein
s. 564. Simrock
sprichw. 9418; gehe nicht tiefer ins wasser als du schwimmen kannst. 9419; wer nicht schwimmen kann, musz sich nicht zu tief ins wasser wagen, oder ertrinkt schon am ufer.
Wander 4, 477; wenne sver so svümmen nicht ne kan, wil he deme waʒʒere wîʒen daʒ, so ist her unversunnen.
praef. rhythm. zum Sachsensp. 12. — man lernt nicht schwimmen, bis einem das wasser in's maul läuft. Eiselein 629. Simrock
sprw. 9420; wann einem das wasser an hals (zur gurgel) kömt (ans maul gehet), lernt man schwimmen. Kramer
dict. 2, 723
b; wer schwimmen lernen will, musz ins wasser,
nullum periculum sine periculo vincitur. Stieler 1979. — neben dem schiff ist gut schwimmen Simrock
sprw. 9421; der hat gut schwimmen, den man über dem wasser hält (den man am schopf oben hält). Wander 4, 477; es ist gut schwimmen am schiff, unnd gut gehen beym wagen. Petri Aa 7
b; es ist bösz schwimmen gegen den strom. Aa 4
a (
s. auch Henisch 1423, 62. 1436, 16).
ironische wendungen, um auszudrücken, dasz einer nicht schwimmen kann: schwimmen können wie ein bleyerner vogel fliegen,
saper nuotare come un'uccello una gatta, volare di piombo; nuotar' sott' acqua. Kramer 2, 723
b; er schwimt wi-n e wezstei. Hunziker 236; swommen as een mölensteen.
brem. wb. 4, 1127; dai kann swemmen as ne blêien fuegel, ne blêien pille. Frommann 5, 163, 165 (
märkisch); he kann swemmen as n backstê
n. 525, 635; er kann schwimmen wie eine bleierne ente. Wander 4, 478, 34; er schwimmt wie ein bleiernes fischlein. 38; he swemmt as'n büdel vull, as'ne blîern ânt. 46
f.; er schwimmt wie ein wetzstein
von einem, der sich für ein geschäft nicht eignet. 40. — (
wie) auch die Dänen. .. wann sie im schwimmen das geses hinden auszburtzelen: dann es geht, wie Magister Pileatoris
in tertia sui spricht,
quamvis arte nates, tamen apparent tibi nates. wann schon schwimmest nach der ars, sicht man dir doch den ars.
Garg. 127
a. II@2@bb)
bildliche wendungen: oben schwimmen,
s. unten 7.
in ähnlichem sinne: in weiten, in breiten wasser schwimmen,
nuotare in un' acqua larga, met. esser facultoso; abbondare d' ogni cosa. Kramer
dict. 2, 723
b. — wider den strom schwimmen: tegen den strôm is quât swemmen,
in cursum Rheni moliri corpore durum. Tunnicius 888; tys quad swomment ieghen den strOem.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 490
a (
vgl. oben a),
s. auch brem. wb. 4, 1127; wer die leng' wider wasser swimt, ... der verliurt grôʒer arbeit vil.
gesammtabent, 2, 219, 1. er kan weder schwimmen noch watten,
egli non sà nè nuotare, nè guadare, cioè stà in estrema miseria, senza scampo alcuno. Kramer
dict. 2, 723
b; er kan weder schwimmen, noch waden,
in summa egestate versatur, omnium rerum inopiâ laborat Stieler 1979; er ist gotzförchtig, und ist arm und siech, er kan weder schwimmen noch watten. Keisersberg
emeis 60
b; derselbig hett jars von seiner pfar ob vierhundert guldin eingends, aber er kont weder schwîmen oder watten und macht schulden darzu.
Zimm. chron.3 2, 539, 14
Barack. II@2@cc) schwimmen
im bilde: ein edler mann, der bisher sich in den schmerz warf, ohne dessen tiefe zu messen, und der immer seine kraft, durch das leben zu schwimmen, fühlen wollte. J. Paul
Titan 3, 7; wenn die natur alle röhren des lebensstromes öffnete ... dann schwamm sein herz bebend wie das sonnenbild, im unendlichen ozean.
Hesp. 1, 167; du mochtest im sumpfe nicht schwimmen. komm nun, komm, und lasz uns baden in offener see! Hölderlin 2, 119
Köstlin; nû ist der sælden strâʒe ... beide rûch und enge. die muoʒ man die lenge wallen unde klimmen, waten unde swimmen. Hartmann v. Aue
Greg. 92. schwimmen und baden
in folgender stelle scheint in ähnlicher übertragung gemeint zu sein, wie sonst etwas ausbaden: so er etwan auff mich thet blatzen und thet mir an dem leyb ein schaden, so lisen (
l. list du,
lieszest du) mich schwimmen und baden. H. Sachs 3, 3, 44
b (
vgl. 14, 178, 25
Keller-Götze). II@2@dd)
nicht bildliche verwendung, sondern eine hyperbelartige übertragung der eigentlichen bedeutung zeigen andere redensarten, worin die vorstellung der schwimmbewegung ganz zurücktritt. II@2@d@aα) im blute schwimmen,
sanguine madefieri Steinbach 2, 549; schwimmen, figürlich, (hyperbolischen verstand) von einer feuchtigkeit überschüttet werden. im blute schwimmen,
effuso sanguine perfundi. Frisch 2, 250
b; fyn cardinal will im luther: blut schwimmen. Fischart
bienenkorb 132
a; Hector als ein mülen rat treip sîn ros umbe; man saget, daʒ er swumme in dem blûte, sô vil er was, die er falte ûf daʒ gras. Herbort v. Fritslar
liet v. Troye 5476; die nonne, voll von welscher wuth, entglüht' in ihrem muthe, und sann auf nichts als dolch und blut, und schwamm in lauter blute. Hölty 33
Halm; meist, im eigenen blute: plötzlich flog aus den rauhhäutigen händen des barbaren der mörderische wurfspiesz in das eingeweide des mannes, welcher nun schwimmend in seinem blute das leben ausröchelte. Karschin 282; doch schwamm im rothen blute sein zartes söhnelein. Tieck 4, 174.
in andrer übertragung: und glaube, dasz mein hertz in heiszem blute schwimmt, da unsers umgangs schertz so früh ein ende nimmt. Günther 685. II@2@d@bβ) in thränen schwimmen,
lachrimis madefieri Frisch 2, 250
b; vor dem thore stand Ximene, aufgelös't das haar in trauer, und in bittern thränen schwimmend, sank sie zu des königs knie. Herder 28, 407
Suphan (
Cid 5); alle kammerdamen weinten, ... Schimmel drauszen schwamm in zähren. Immermann 12, 44
Hempel (
Tulif. 1, 9).
von den augen, s. unten 9,
a. ähnlich: dein gesicht schwimmt in thränen! H. v. Kleist
jugend-lustsp. s. 47
Wolff. unbildlicher auch vom herzen: ach! meine mutter sank ins grab! noch schwimmt mein herz in thränen. Weisze
kom. op. 1, 270 (
liebe auf dem lande 3, 3).
ähnlich ausgeführter: alle seine gefangnen thränen wurden um sein herz versammelt und sein ganzes innere schwamm aus dem boden gehoben, sanft in ihnen. J. Paul
Hesp. 3, 75; und das menschenherz wurde von den wonneströmen fortgezogen und schwamm brennend in seinen eignen thränen. 219. —
freier: er machte sich an sein zweites kapitel und schwamm darin selig in den thränen, aus denen er es zu schreiben suchte.
Titan 3, 163. II@2@d@gγ) im weine schwimmen
vom trinker: wer täglich in dem weine schwimt, schwimt, bisz er endlich schieffbruch nimt. Logau 1, 71, 85 (
überschrift: völlerey); als dasz mein sinn im wein, und wein schwümm in dem sinne. 1, 97. II@2@ee)
sehr häufig sind bildliche redeweisen, wie in freude, wonne, kummer schwimmen
u. ähnl.; auch hier herrscht die allgemeinere vorstellung '
sich in einem zustande befinden'
vor, doch ist die meinung gewöhnlich etwas stärker (
sich mit bewusztsein, mit wonne einem zustande hingeben, darein versenken, ganz darin aufgehen).
vgl. Strack Göthes Leipz. liederb. s. 136.
das bild tritt deutlicher hervor durch zusätze wie in einem meer von wonne schwimmen
u. ähnl.: der ritter guot der vrouwen muot vernam, si swam in jâmers vluot.
minnes. 3, 427
b Hagen; er schwimmt in einer see mehr denn gewünschter wonne. A. Gryphius 1, 15; wie schwamm ich nicht im meer der lust! Hölty 126
Halm. ähnlich auch: wollust strömt aus allen sinnen; meine seele schwimmt auf dem strom von hinnen. Gotter 1, 180.
vgl. noch: mein mund lag auf die erde gestürzt, mein herz schwamm im gifte des todes. J. Paul
uns. loge 3, 180. II@2@ff)
ohne solche zusätze: in lüsten, wollüsten und freuden
etc. schwimmen,
nuotare in piaceri, delitie e gioie. Kramer
diction. 2, 723
b; Rosalie schwamm in wonne. Wieland 38, 144; mit der miene eines gerührten mannes, der in freude schwimmt, dem die augen feucht werden. Göthe 36, 21; ist das der sopha, wo ich an ihrem halse in wonne schwamm? Schiller 2, 132 (
räuber 4, 2
schausp.); der prinz schwimmt in wonne und liebe, er hat seine Griechinn wieder. 4, 332; der schreiber schwamm nun in der wonne einer himmlischen gegenwart. J. Paul
flegelj. 4, 131; so schwamm er vor der abendsonne in einem unbeschreiblichen, aber milden freuen.
komet 3, 117; nie gröszer lieb mir zu handen kam von wunniglichen scherzen, dardurch mein gmüt in freuden schwam. Gödeke-Tittmann
liederb. nr. 18, 3; ihr glücklichen, die ihr der liebe folgsam in freuden schwimmt, die euch unsterblich machen. Wieland
suppl. 2, 111 (
Zemin u. Gul. 501); und das ist Amor! — jener wildfang nicht, der, unersättlich, nur nach neuen opfern angelt, stets im vergnügen schwimmt, und doch an freude mangelt. Gotter 1, 253; schwimm' in rauschendem vergnügen! 261; sie schwammen in entzücken. 3, lxxv; in götterfreuden schwimmt der mann, ... der singen oder sagen kann, dasz ihn sein liebchen küszt. Bürger 4
b. in kummer schwimmen: ich wil geswîgen deʒ grôssen kumberʒ, der erbeiten und menges swêren lîdens, in dem siu swimment und vehtend naht und tag. Wackernagel
lesebuch 1, 888, 10. — in liebe: mein herz schwamm in liebe und zitterte in entzükken. J. Paul
Hesp. 2, 246; sie zweifelt nun nicht mehr an seiner liebe, weidet sich daran so innig, dasz ihr ist, sie athme, schwimme in lauter liebe. Wieland 18, 59; sie spricht ihn, und ihr herz schwimmt in erinnerungen der alten zärtlichkeit. Gotter 2, 153. in wollust, üppigkeit: (
sie) schwammen hier in üppigkeit bis über beide ohren. Hölty 28
Halm. II@2@gg)
von andern empfindungen: damit er .. bis dahin in den seeligsten thräumen des nahen elterlichen glückes schwimmen .. könne. J. Paul
flegelj. 2, 13; mein herz schwimmt noch in bangem zweifel. Göthe 7, 69.
vgl. auch: nun stund er auf, seine seele schwomm in empfindungen und kraft. Stilling 2, 157.
von äuszeren zuständen: er schwimmet dar recht in dem unglück,
in hoc negotium funest[
r]
um intulit sese, fortunae malignae nubilo perfusus est. Stieler 1979; er erstaunte über den überflusz, worin er künftig schwimmen sollte. J. Paul
flegelj. 1, 126; wie's (
das kind), in himmlischer gesundheit schwimmend, ruhig athmet! Göthe 2, 180; dir fehlt die nas', ich schwimm' in schnupfen. Lichtwer 124 (
fabeln 4, 4).
von bewegungen, thätigkeiten, wobei der eigentliche begriff des schwimmens
zuweilen stärker hervortritt: wie ihre freundin auf ihre alten tage da so in der politik schwamm und plätscherte. Gutzkow
ritter 5, 491. II@2@hh)
unbildlicher von concreten gegenständen, wovon umgeben sein: setzt er seine ehre und sein höchstes gut in das gold, in welchem er schwimmt ohne es zu genieszen? Lessing 3, 247.
vgl. ferner: es fragt sich, da wir schlafend träumen, ob wir auch, wenn wir wachen, nicht auf gleiche weise träumen würden, durch der ideen groszes heer, und durch die ungezählte vorwürf, (worinn wir schwimmen wie im meer) sowohl als in der nacht verwirrt? Brockes 9, 380.
mit bezug auf die kleidung, s. 5,
a. II@2@ii)
in andern präpositionellen fügungen: worein schwimmen: allem unglücke mei(n)ten entgangen sein und tieffer dar ein schwummen. Steinhöwel
decam. 105, 23
Keller (2, 7). — wodurch: Kain fuhr fort: 'ich bin gewisz schon sehr lange aus der ewigkeit heraus, und musz durch die dünnen augenblicke der zeitlichkeit schwimmen und sterben sehen. J. Paul
komet 3, 216. II@2@kk)
in oder bei Hamburg ist swemmen lâten
der name eines spieles der schüler, wobei diese sich in zwei reihen einander gegenüber aufstellten, sich mit gekreuzten armen faszten (
jeder sein gegenüber),
und einen neu angekommenen auf ihren armen auf und ab schwangen, s. Koppmann im
nd. korrespondenzbl. 3, 76. II@33) schwimmen
von thieren. II@3@aa)
von landthieren, die dabei ähnliche bewegungen ausführen wie der mensch; so von pferden: diu ros si an sluogender swimmen daʒ wart guot.
Nibel. 1511, 2; und hin fuhr ich trotzig sicher, wie Neptun im muschelwagen, mit den mähnumtrieften rossen, welche gleich delphinen schwammen. Rückert (1882) 1, 428 (
liebesfr. 2, 37).
von elephanten: eʒ ist ein wâc, der lât sich waten daʒ lamp unt muoʒ der helfantdâ bî swimmen mit unstaten. Reinmar v. Zweter 85, 2
Roethe. von hunden: die hund die liesz er schwimmen. Uhland
volksl.2 115 (74
B, 22). (
s. auch H. Sachs 3, 2, 198
d unter I, 6,
b.)
übertragen: und rechts und links die hunde klimmen, im aufgerührten schneemeer schwimmen. A. v. Droste-Hülshoff 2, 65.
von andern säugethieren, besonders in der fabel und thiersage: doe swam hi (
der bär) te lande waert.
Reinaert 870; eer si (
die wölfin) totten water quam: daer si doe totten stert in swam. 6280; de vorsch swam vor, de mûs darmede. Gerhard v. Minden 3, 104; ik (
der wolf) kan wol swummen unde waden. 39, 31; zu dem ist noch ein zweiffel dran, ob die mausz gar nicht schwimmen kan ... sie (
d. mäuse) schwummen jhm (
bischof Hatto) mit hauffen nach. Rollenhagen
froschm. Rr 8
a.
von einer schlange: zeimâl er bî ein waʒʒer quam und sach, wie ein slange swam hin uber an daʒ andere stat.
pass. 608, 24
Köpke. II@3@bb)
von wasservögeln: die gänse schwimmen im flusse,
anseres natant in fluvio. die enten schwimmen auf dem wasser,
anates aquae innatant Steinbach 2, 549; ganze schaaren von kleinen sturm - tauchern ... flatterten oder schwommen auf der see herum. Forster
reise um die welt 1, 143; er wart ein vogel unde swam. Albrecht v. Halberstadt 119
a (
s. d. wortreg.); wahr ist es, dieser schwan fliegt wenig; .. allein, er schwimmt mit majestät. Hagedorn 2, 124.
dagegen: es ist böse wasser, sagt' der reiger und kondte nit schwimmen. Coler
hausb. (1640) 488. II@3@cc)
besonders indessen von fischen und andern im wasser lebenden thieren: schwimmen, sunderlich wie ein fisch,
nare, natare. eine grosse zaal fischen schwümmend in dem wasser,
aquae natantur multo pisce Maaler 368
b; die fische schwimmen im meer,
pesci nuotano nel mare. Kramer
diction. 2, 723
b; schwimmen, durch eigenes bewegen, als die fische im wasser,
natare Frisch 2, 250
b; eine schaar delphine begleitete das schiff, schwimmend und springend blieben sie ihm immer gleich. Göthe 28, 228; wo sonst nur der fisch in seichter fläche zu schwimmen wagte. Arnim 1, 185; das heer der fische schwummen in wässern klein und grosz. Opitz 3, 212; das so viel fisch' im meere schwimmen.
poeterei s. 51
neudruck. von andern wasserthieren: dat water was vol draken unde grêselîker derte, de alle swommeden to der brugghe.
Germ. 9, 277, 16; wie der schlagende punkt des räderthiers im flatternden wasserkügelchen des bergstroms schwimmt. J. Paul
Hesp. 1, 168.
daher sprichwörtlich: he lêrt de vische swemmen, de duven vleigen. Tunnicius 642; lehre doch den krebs schwimmen! Lenz 2, 88. — schwimmende thiere (
vgl. schwimmthier), alles was schwimmt
als bezeichnung der wasserthiere: schwimmende thiere,
natatilia Frisch 2, 250
b; (
gott gab uns) dî sinni mit den vlîgintin suimmintin unde cresintin.
summa theol. 9, 11 (
denkm.3 1,
s. 117); was fleügt, was kreücht, was schwimmet ... ist liebe-voll und glimmet.
Königsberger dichterkreis s. 126, 10
neudr.; den thieren ieder art, wer kann die zahl bestimmen? die kriechen, oder gehn, mit nassen federn schwimmen ... ist, ehe sie noch sind, ihr futter zugetheilt. Uz
s. 254
Sauer. mhd. ist indessen swimmen
in diesem sinne nicht gebräuchlich, dafür vlieʒen,
z. b.: die vische die dâ soltenin dem wâge vlieʒen.
Kudrun 389, 3.
vgl. ferner Strauch
zu Marner 14, 265. Wilmanns
zu Walther 8, 32. Lexer
handwb. 3, 404,
sowie flieszen 11,
theil 3, 1795. II@44)
von leblosen gegenständen, auf dem (
seltner im)
wasser treiben (
ohne eigene bewegung): man sagt von einem festen körper, er schwimme auf einem flüszigen, wenn er in diesen nicht ganz einsinkt, sondern auf der oberfläche bleibt, und mit einem gröszern oder geringern theile über dieselbe hervorragt. Jacobsson 7, 311
a. II@4@aa) schwimmen,
nuotare, fiottare, galleggiare, stare a galla. ved. fliessen, oberschwimmen. das holtz, das öl
etc. schwimmet ob (auf, über) dem wasser. die wahren schwummen,
le merci fiottavano alla mercè dell' onde. Kramer
dict. 2, 723
b; schwimmen, durch schwimmen bewegt werden, auf dem wasser schwimmen, als holz im flusz, als ein schiff,
in alto fluitare, supernatare. Frisch 2, 250
b; da schwam das eisen. 2
kön. 6, 6; und ist billich, daz hinfür alle die iere mentel verlieren, welhe in gytikait geloubent, daz ain güldiner aimer uff dem waszer schwüme. Steinhöwel
Esop 282
Österley; do het man gesechen die grossen pallen und kasten den winte in dem mer hier und dort werffen deszselben geleichen das holczwercke von dem schiffe segel grosse paume taffeln .. in dem grausamen mere hin und her swummen.
decam. 75, 33
Keller (2, 4); grosze haufen von see-gras schwommen vielfältig in der see. Forster
reise um die welt 1, 178; sein todter leib schwumb bisz zu nacht im meer. H. Sachs 4, 2, 85
d; wo, da du nach dem streit, als zum triumph, gekommen, die leichen deines volks an deine schiffe schwommen. J. E. Schlegel 1, 278; zwei verschwisterte blumen brach Klärchen jetzt ab, und warf in die fluth sie vereint hinab, und sahe, wie traulich sie schwammen. Tiedge
4 2, 49; ach! ein leichnam kommt geschwommen, und ihn wirft die fluth an's land! 76.
sprichwörtlich: der pferds dreck unter den öpffeln schwimbt. Henisch 745, 43; hier schwimmen wir öpffel, sprach der pferdsdreck, da schwam er unter den öpfflen auff dem wasser.
nos poma natamus. 44
f.; da schwimmen wir öpfel daher, sagt jhener rosztreck, schwamm er mit andern öpffeln den bach ab. Franck
sprichw. 2, 47
b,
s. auch Wander 4, 477, 1. 2. 10.
weiteres s. unter 10. II@4@bb)
insbesondere: das schiff schwimmt auf der see,
navis fluitat in alto. Steinbach 2, 549;
doch meist nur in dichterisch gehobener sprache (
sonst das schiff fährt, zieht, gleitet dahin, treibt, schwebt
u. a.): kein schifflein schwimmet zu ihr heran. Göthe 2, 39; wenn der donner der kanonen abschied von dem hafen nimmt, möcht' ich auf dem schifflein wohnen, das nach andern ufern schwimmt. Houwald
leuchtthurm 1, 1; bedenk, auf ungetreuen wellen ... schwimmt deiner flotte zweifelnd glück. Schiller 11, 231; und das birkenboot, verlassen, trieb den waldflusz leer hinunter, trieb und schwamm, den kiel nach oben. Freiligrath
5 6, 150 (
Hiaw. 18); gleich mit anbruch der dämmerung kamen von Lillo aus durch das überschwemmte land vier brennende schiffe daher geschwommen. 9, 70; da unsre jacht noch zwei stunden hinzuschwimmen hatte. Arnim 1, 188;
im bilde: die älteren leute sind selbstsüchtig und kleinsinnig .. sie lassen ihr schifflein ruhig fortschwimmen im rinnstein des lebens und kümmern sich wenig um den seemann, der auf hohem meere gegen die wellen kämpft. H. Heine 3, 425
Elster. II@4@cc)
daher auch von menschen und dingen, die im schiff sind. II@4@c@aα)
von menschen: es sey eine angenehme empfindung manchmal allein auf dem wasser hinzuschwimmen und sein eigner fähr- und steuermann zu seyn. Göthe 17, 138; er .. warf sich mit einigen seiner diener in ein fahrzeug, und schwamm über den Tygris. Klinger 5, 302; Rose sasz in der leichten barke, schwamm gleich der göttin der liebe über die spielenden wogen. 10, 127; dasz ja das gute meer nicht ruhig bleibe, damit ich nicht ein holz mir zimmre und hinüberschwimme zu ihr. Hölderlin 2, 85
Köstlin; wir traten in den kahn, und sungen Moszkau nach von seiner Moszkau
an. so schwummen wir dahin mit nymphen gantz ümsprungen. Fleming
ged. 203; wir schwimmen auf dem meer auf dem zustückten schiff' nur einsam und verlassen. A. Gryphius 1, 280; ab den waldflusz kam der starke, in dem boot aus birke Kwasind, schwimmend langsam mit der strömung des verdrossenen Taquamenaw. Freiligrath
5 6, 149 (
Hiaw. 18);
vgl. auch: da könig Aiax auch mit nam auff einem bret im meer auszschwam, und andr mehr auf bretern auszschwummen. H. Sachs 5, 282
a. II@4@c@bβ)
von gegenständen: weil mein ganzes vermögen auf falschen brettern von Coromandel schwamm. Schiller
Fiesko 1, 12; meine ältern briefe und schweren sachen hingegen waren natürlich nach Holland geschwommen.
d. arme mann im Toggenburg s. 75
Reclam; denn du würdest sonder zweifel dich auch dann zu sterben scheuen. sachen wären noch zu schlichten, waaren schwämmen auf dem meer. Brockes 9, 551.
in der handelssprache als technischer ausdruck: schwimmende ladungen (
weizen) vom schwarzen meer fehlen.
Weserzeitung 1853,
nr. 3024 (27.
aug.),
beil. 2
b; vorschüsse auf die noch unverkauften, noch auf see schwimmenden, noch nicht geladenen, ja endlich auf die noch nicht gewachsenen producte.
brem. handelsbl. 1853,
nr. 99. II@4@dd) schwimmen
in andern flüssigkeiten: sante Nicolaus gebeine in deme olei swam.
pass. 19, 3
Köpke; auf etwas: als am nächsten morgen die brauknechte kamen, um das gebräu zu probiren .. wunderten sie sich nicht wenig, dasz der rosenholzbecher des mönches auf dem biere schwamm. Willkomm
sagen aus d. Oberlausitz s. 247; hab' dir ingber und pfeffer in die biersuppe gethan und honig. willst du auch eierschaum drauf schwimmen haben? Alexis
hosen12 130; herr Gottfried hatte derweil seine biersuppe mit ingber und pfeffer und dem schwimmenden eierschaum darauf getrunken. 135; grosze fettaugen schwammen auf der suppe
u. ähnl. —
übertreibend sagt man von speisen, dasz sie im fett schwimmen: die speise schwimmt in butter. Adelung; soll der gekochte stockfisch gut zu essen seyn, musz er in der butter schwimmen. Kramer
dict. 2, 723
b;
vgl. den küchenspruch: der fisch will dreimal schwimmen, in wasser, fett und wein; einen schönen teller mit makkaroni, die in der sauce nur so schwammen. Gaudy
ausgew. erz. 65; ein aschgraues gemüse, welches ehemals schnitze (gedörrtes obst) gewesen, in himmelblauer brühe schwimmend. Gotthelf
erz. 1, 7.
vgl. auch: wer in (
rettich) iʒʒet vor tisch, dem macht er daʒ eʒʒen swimment in dem magen. Megenberg 419, 2. — im blute schwimmen,
im bilde, vgl. 2,
d, α und 3,
b: die arche der kirche schwimmt in blute. Schiller
Wallensteins lager 8. II@4@ee)
zuweilen sagt man schwimmen
auch von unkörperlichen dingen, so vom spiegelbild auf dem wasser: um mit frischer lust aus den fenstern des wirthshauses den breit schwimmenden wiederglanz des mondes im ganz reinen see genieszen zu können. Göthe 16, 238; wie auf sanfter meeresfläche die entwölkte Luna schwimmt. Matthisson 1, 141; die kunst, den schatten ihr (
der natur) nachahmend abzustehlen, wies euch das bild, das auf der woge schwamm. Schiller 6, 268.
vgl. auch: ziehe hin, geliebter .. den das weltmeer mitnimmt, das sonnenbild deines verborgen fühlenden herzens lächle aus dem meergrund und schwimme mit dir! J. Paul
unsichtb. loge 2, 1.
ähnlich ferner: ein boot mit flatternden streifen, lichterchen dann, eine schwimmende schaar, die unter den flanken ihm schweifen! A. v. Droste-Hülshoff 1, 247. II@55)
weiterhin wird schwimmen
von einem ähnlichen schweben in oder auf etwas anderm als flüssigkeiten gesagt, so besonders in bezug auf das '
luftmeer'. II@5@aa)
von den weltkörpern (
im äther): an schönen sonntagen, sobald durch den weiten himmel nichts als die schwere sonne schwamm. J. Paul
Titan 1, 141; kann d'Alembert bestimmen, wie viele welten dort im tiefen äther schwimmen? Wieland
suppl. 1, 145; kömmt der mond noch obenein durch die dämmerung geschwommen. Göckingk 3, 57; blik empor — die schwimmenden planeten, lasz dir Laura seine welten reden! Schiller 1, 296; der sonne licht im blauen ätherkleide schwamm über meinem scheitel glühend heisz. Körner 1, 87
Fischer. in anderm bilde: als die sonne in ein goldgewölke aufgelöset über den quellenden blumenfirnisz zitternd zerflosz und an dem gräsermeere der berge herunter schwamm. J. Paul
Hesp. 1, 147. II@5@bb)
vom vogel, vgl.: ich schau' dem vogel zu, wie er fliegt. schön ist's, das musz man sagen, es ist, wie wenn er nur schwimmen thät in der luft. Auerbach
Joseph 154.
im bilde: schlagen nicht die laute, in hauche verflogen, an fernen blumen zurück und umflieszen, vom echo geschwollen, den schwanenbusen, der selig - zergehend auf flügeln schwimmt, und ziehen ihn von melodischen fluten in fluten. J. Paul
Hesp. 3, 76; wenn er mit dem rücken auf dem grase liegt und in den blauen himmelkrater hinaufzusinken oder auf flügeln an den schulterblättern durch das all zu schwimmen träumt.
uns. loge 1, 184.
mit dem nebenbegriff der bewegung, so wol in folgendem bilde zu grunde liegend, wo der falke zum könig löwe spricht: swummet, here, umme tucht van der erde ho in de lucht. Bruns
romant. ged. s. 135. II@5@cc)
vom luftschiffer: als ich das erstemal einen luftschiffer sich erheben, dann in den hohen leeren lüften schweben sah, ... dachte ich plötzlich an die tiefe stille, die den ... in diesem ungeheuern, leer scheinenden luftmeer allein und verloren schwimmenden erdensohn empfängt. Klinger 12, 188. —
von Oberon: schnell, wie ein blitz der fantasie, kam durch die luft der schöne zwerg geschwommen. Wieland
Oberon 6, 5. II@5@dd)
von wolken: das lockere gewölke langte nicht zu, den himmel zu decken; es schwamm um den mond herum. J. Paul
Hesp. 1, 115; aufgezogen durch die sonne schwimmt im hauch äther'scher wonne so das leichtste wölkchen nie, wie mein herz in ruh und freude. Göthe 1, 51; nebel schwimmt mit silberschauer um dein reizendes gesicht. 52 (
an Luna); die wölklein, die am himmel schwammen, die zogen gülden sich zusammen. Brentano 2, 4;
im bilde: da blickest du sanft geblendet in die sonne der gottheit, und siehest ruhig die wolke des todes auf die sonne zuschwimmen. J. Paul
Hesp. 2, 107. II@5@ee)
von lichterscheinungen: eine abendröthe, die durch das ganze thal schwamm und bis an die laubgipfel stieg. J. Paul
unsichtb. loge 3, 67; jetzo schwimmt ein solcher vom himmel fallender schatten auf uns her und überspült unsern berg.
Hesp. 2, 247; er lief ins gehölz und dessen schwimmendes sonnengold hinein.
flegelj. 1, 54; das morgenroth schwimmt still entlang den wolkenocean. A. v. Droste-Hülshoff 1, 138; an bleigewürfel, glimmerspath zerrinnend, malt der kleine strahl (
der grubenlampe) in seiner glorie schwimmend rad sich regenbogen und opal. 192;
vgl. auch: laternen schwimmen durch die gassen. 208. II@5@ff)
von lauten: tausend, aber tausend stimmen hör' ich durch die lüfte schwimmen. Göthe 4, 200; süsz schwammen durch die abendluft der nachtigallen lieder. Ludwig 1, 69. II@5@gg)
von gerüchen: Rahels schimmer umzog den schwimmenden duft mit golde. Klopstock
Mess. 11, 372. II@66)
andre übertragungen: II@6@aa)
weniger sinnlich sind wendungen wie geschmeide schwimmt an jemandes busen: die schaumünze, die einer edeln frau an dem busen schwimmt. Fr. Müller 2, 100;
ferner: sah man einen palatin (
schmalen streifen von flor, spitzen, pelz oder anderem) auf Cytherens busen schwimmen? Weisze
kl. lyr. ged. 1, 63; haar auf, über die schultern (
der bedeutung 8,
b sich nähernd): syrische gerüche duften aus dem güldenen haare, das um den langen nacken schwimmet. Lessing 6, 428; das haar, das nieder auf ihre schultern schwimmt! gerollt in schöne locken durchschwimm es, heitre luft! Gleim (6, 31)
s. anz. f. d. alterth. 20, 360; ihr schwarzlockigtes haar schwimmt über die schultern. Zachariä
Phaeton 4, 73. gewand um den körper,
wenn es ihn weit und lose umflieszt: er ... dankte ... den gemeinen leuten, die seinen steifgestärkten kragen, und den auf seinem rücken schwimmenden mantel grüszten. Nicolai
Sebaldus 2, 32; dasz er (
Rinaldo) darinn sich spiegle, und seine gestalt betrachte, und das weiche gewand sehe, das um ihn schwimmt.
Iris 2, 104.
auch umgekehrt der körper im gewande: er schwamm in einem weiten seidenen gewande. Wieland 13, 22;
ähnlich: in rauschendem purpurgewande, mit silberblumen durchwirkt, schwimmt mein artiger junger herr daher. 223; die rustizität ist ein mangel an lebensart ... ein mensch von solchem karakter ... trägt schuhe, worinn der fusz schwimmt.
Att. mus. 2, 2, 31. II@6@bb)
sonst in bezug auf festes, so im bilde: so bald ich hinaustrete ... so stehen alle berge von der zerschmolzenen goldstufe, der sonne überflossen da — goldadern schwimmen auf den schwarzen nacht-schlacken, unter denen städte und thäler übergossen liegen. J. Paul
unsichtb. loge 1,
s. xxvii. II@6@cc)
abstractes: die empfindung, die du mir zeigen möchtest, schwimmt in zu vielen worten, als dasz sie nicht verlieren sollte, was sie eigentlich zur empfindung machen müszte. Klinger 2, 363; die menge von metaphern, in welchen der styl des herrn von Ziegler gleichsam schwomm. Stilling 2, 80; unsere sprache schwimmt in einer so schönen fülle, dasz sie blos sich selber auszuschöpfen ... braucht. J. Paul
vorsch. der ästh. 2, 189; o wie dann Wunderhold das herz so mild und lieblich stimmt! wie allgefällig ernst und scherz in seinem zauber schwimmt! Bürger 84
b; regt darin sich noch ein rest des traumes, der ein mal in nervensäften schwamm? Tiedge 2, 111.
vgl. auch: wie vieler unsinn, klug betitelt, hätt' es dein (
des zufalls) compasz nicht vermittelt, schwämm' unbemerkt im strom der nacht! Thümmel
reise 3, 42.
ähnliches s. unter 8,
a. II@77) oben schwimmen
sagt man zuweilen als gegensatz zum untersinken, von gegenständen, die leichter sind als wasser: oben auf schwimmen,
supernatare. was oben auf schwimmet, ist butter. Steinbach 2, 549.
gleichbedeutend empor schwimmen (
eigentlich wieder auftauchen, nachdem etwas untergetaucht ist, an die oberfläche des wassers kommen): auf dem wasser schwäben, entbor schwümmen,
fluctuare, -ri, jactari fluctibus, fluitare. Maaler 364
d; der tûsent fuoder strouwes unde hopfen ûf einen sê würfe oder tûsent fuoder holzes, daʒ swimmet unde fliuʒet alleʒ enbor. Berthold v. Regensburg 1, 385, 10.
so auch bildlich: daʒ iuwer lop durchliuhtic vert und iemer swimmen sol enbor.
troj. krieg 26065.
mhd. auch swimmen
allein: sîn swimmendiu fröude ertranc.
der arme Heinrich 150.
nhd. besonders in vergleichen und sprichwörtlichen redeweisen: la verdad como el olio siempre anda en somo, die wahrheit musz doch allezeit oben schwimmen, gleich wie das öhle, sagen die Spanier, sie kan zwar wol gedrukket, aber unmüglich gantz und gahr untergedrukket werden. J. Rist
neue passions-and. (
Hamb. 1664)
vorber. f 2
a.
auch von menschen: die reichen, die unter dem sauren rahm vorgestellt werden — ... die reichen schwimmen oben. Göthe 14, 286 (
bürgergen. 9); der hochmuth (superbia, und, wie dieses wort es ausdrückt, die neigung, immer oben zu schwimmen). Kant 5, 304.
sprichwörtlich: nos poma natamus, wir schwimmen oben, sind mehr als andere. Dentzler 1, 596
a (
vgl. 4,
a); er will (immer) oben schwimmen wie das pantoffelholz, wie ölbrüder,
s. Wander 4, 478.
vgl. die viel häufigere verwendung von schweben
in ähnlichem sinne, s. daselbst (5,
d. e),
sp. 2373
f. II@88)
eine verschiebung der eigentlichen beziehung findet in zwiefacher richtung statt. II@8@aa)
man sagt von dem boden, über den eine flüssigkeit sich ergieszt, er schwimme: der boden schwamm von weine,
pavimenta vino natabant. Steinbach 2, 549; der boden des zimmers schwamm von wein. Frisch 2, 250
c.
diese bedeutung schlieszt sich eng an 2,
d an. belege: und wenn der kurfürst dann zu früh nach hause kehrte, und die treppen schwammen (
vom scheuern). Alexis
hosen12 233; wie um den mischkrug wir und die kostbeladenen tafeln lagen im saale gestreckt, und ganz der boden in blut schwamm. Voss
Odyssee 11, 420. II@8@bb)
ähnlich in übertragener verwendung: als sie den gottesacker öffneten, schwamm er flammig in schmelz und brand der abendsonne. J. Paul
flegelj. 1, 102; über das steingeländer hinweg sah man ... in ein abendland hinaus, das im glanze der sinkenden sonne schwamm. Keller 7, 31;
ähnlich auch: dasz vor den schwärmerischen blicken die welt im rosenlichte schwimmt. Gotter 1, 438; schon entstieg der freundliche mond dem thaugewölke, und die zitternden weizenwogen schwammen in silber. Hölty 41
Halm; und alles schwamm in farb' und duft. Anzengruber
3 5, 297.
auffälliger ist: da ... auszerdem der see gerade im oktober in seinem gröszten reize zu schwimmen pflegt. Keller
nachlasz 218. II@8@cc)
aber auch von der flüssigkeit wird schwimmen
gesagt. II@8@c@aα)
eigentlich: siehst du, spitzbube, denn nicht, dasz blut und springbrunnen nichts anderes ist, als diese schläuche, die durchstochen sind, und der rothe wein, der in der stube schwimmt? Tieck
don Quix.5 1, 324 (4, 4); sie stünd da und sach gar wol: das fleisch war hin, die süeppen da schwam. H. Sachs
fab. 1,
nr. 179, 89
neudruck; also hat der knabe (
Eros), der tief verwundet und manches leidige ausersann und schwere dinge gelehrt hat, auch aus macht der liebe den strom zu schwimmen gelehret. Herder 26, 152
Suphan; wetter! ist doch die welle mir schier über den tubus geschwommen. A. v. Droste-Hülshoff 1, 247.
so auch: einst an einem muntern bach schauet er dem wellenschwimmen, das gen westen eilte, nach. Tiedge
4 2, 71; starrend mit halboffnen lidern ... auf die dreh'nde, schwimmende landschaft (
den see). Freiligrath
5 6, 46 (
Hiaw. 5). II@8@c@bβ)
bildlich: sein in liebe zergangnes, gleichsam nur um seine seele schwimmendes herz. J. Paul
Hesp. 1, 172; in Deutschland schwimmt ein meer voll wonne. Günther 946; seele rann in seele — erd und himmel schwammen wie zerronnen um die liebenden. Schiller
räuber 3, 1
schauspiel; so auch von der luft: die luft schwamm in träger ruhe über dem duftenden garten. Arnim 1, 230.
vergl.: über ihm hoch schwamm der himmel. Freiligrath
5 6, 135 (
Hiaw. 16). II@99)
sehr häufig und mannigfach nuanciert wird schwimmen
vom auge und von gesichtserscheinungen gesagt, meist mit dem sinne des zerflieszenden, unklaren. II@9@aa)
eigentlich das auge schwimmt in thränen (
vgl. 2,
d, β und 8,
a): ich habe ihre schönen augen in thränen schwimmen sehen. Weisze
kom. op. 1, 118 (
Lottchen am hofe 3, 6); in thränen schwamm sein abgewandter blick. Göthe 7, 307 (
Tancr. 4, 5); ich sah es ja, wie sie von eurem brief erschüttert war, ihr auge schwamm in thränen. Schiller
M. Stuart 3, 3; und doch, hob sich der wimper weiche seide, und richtete der stern sich heimatwärts, in warmen strahlen lächelnd wie die freude, in feuchtem taue schwimmend wie der schmerz. Grillparzer
5 2, 36. II@9@bb)
ganz ähnlich bezeichnet schwimmen
allein einen feuchten glanz des auges, der ein klares sehen hindert, wie in der trunkenheit, meist als ausdruck von entzückung oder zärtlicher weicher empfindung: und ihr trunkener blick schwamm. Klopstock 1, 101; und wenn ihr auge schwimmt, wenn im halb offnen munde die blasse zunge lechzt, dann schlägt die schäferstunde. Wieland 17, 57 (
Idris 1, 85); wenn noch so groszer lerm in einem concertsaal ist, so wird plötzlich alles ohr, wenn eine schmelzende passage vorgetragen wird. ein bis ins thierische gehender ausdruck der sinnlichkeit erscheint dann gewöhnlich auf allen gesichtern, die trunkenen augen schwimmen, ... kurz alle symptome der berauschung stellen sich ein. Schiller 10, 154.
sehr häufig im particip: der schüchterne blick des schwimmenden auges.
d. erzähler d. 18.
jh. s. 22, 29
Fürst; wenn hingegen der mensch, unterjocht vom bedürfnisz, den naturtrieb ungebunden über sich herschen läszt, so verschwindet mit seiner innern selbstständigkeit auch jede spur derselben in seiner gestalt. nur die thierheit redet aus dem schwimmenden ersterbenden auge, aus dem lüstern geöfneten munde. Schiller 10, 96; Horion las durch schwimmende augen. J. Paul
Hesp. 1, 153; der arme hofmedikus .. mit seinem schwimmenden freundlichen auge. 2, 136; 'ein geldgeschäft?' wiederholte der trunkene herr .. dabei erhob er den kopf und stierte aus seinen schwimmenden augen liebevoll auf Veitel. Freytag
soll 1, 73; dann, wenn sie mit mir deinen erhabnen ruhm gen himmel weinet, betend, mit schwimmendem entzücktem auge. Klopstock 1, 61; (
Maria an das kind:) freüdensohn! aus deinen blicken flieszet kraft und glaub' in mich! zweifel weichen dem entzücken, schaut mein schwimmend aug auf dich. Lavater
handbibl. für freunde 1790 6, 112;
vom sterbenden: geister meiner sünden, nahet euch dem sterbelager nicht, wo mein schwimmend auge bricht! Hölty 138
Halm. II@9@cc)
mit weiterem zusatz: ihr auge schwimmt in zauberischem dunst, indem noch matt die hände widerstreben. Wieland 21, 270 (
Klelia 5, 55); mein auge schwimmt in der trunkenheit des ihrigen. Göthe 16, 153. — auge schwimmt in gefühl, in liebe: wenn er in irgend einer einsamen laube zu ihren füszen lag, und mit dem kopf auf ihren schoosz zurück gelehnt seine gierigen blicke in ihren in liebe schwimmenden augen weiden liesz. Wieland 6, 189 (
gold. spieg. 1, 8); um ihn ... mit einem in schwesterlicher liebe schwimmenden auge über ihren bruder auszufragen, ob er glücklich und zufrieden sei. J. Paul
Hesp. 2, 208; sein in der trauer über ein verlornes herz schwimmendes auge. 147;
dafür ungewöhnlicher, und mehr in der eigentlichen bedeutung von schwimmen: das auf genüssen schwimmende auge Gustavs, schifft leicht hinüber und herüber zwischen dem lamme, dem hellen blumengrund mit der schatten-landspitze und zwischen dem zauber - gesichte Reginens und braucht nirgend wegzublicken.
uns. loge 1, 63. II@9@dd)
dafür mit vertauschung der beziehung, etwas schwimmt im auge,
z. b. eine thräne (
von 8,
b ausgehend),
freier: und doch schwamm im hintergrund des auges eine feuchte innigkeit. Gotthelf
Hans Joggeli s. 32; im feuchten auge schwamm gefühl. Schiller 6, 270.
noch kühner, nur bezogen auf den ausdruck des blickes: in ihrem auge schwamm die frage der wehmüthigen liebe: 'bist du noch unglücklich?' J. Paul
Hesp. 4, 157. II@9@ee)
weiter sagt man etwas schwimmt vor dem auge,
steht ohne feste umrisse, zerflieszend, verschwommen davor: ein zauberbild wie noch vor keinem auge schwam. Schiller 1, 320; bei dem dritten (
schlage) schwamm die gegend dunkel rings vor seinen augen (
er schläft). Freiligrath
5 6, 149 (
Hiaw. 18). dämmerung schwimmt vor dem auge,
wenn die sehkraft erlischt, wie in ohnmacht, beim tode: das ist der tod! — schwarz — schwimmt — vor meinen — augen. Schiller
räuber 2, 2
schauspiel; sie kam! und fiel, als sie im gelben Sanbeneditte ihren trauten sah', gestreckt zu seinen füszen.dämm'rung schwamm um ihr aug'; es klang ihr ohr. Schubart 2, 54.
vgl. auch: (
damit), wenn in schwimmender dämmrung um mich die schöpfung nun wanket, ich, wie dunkel mir auch das aug' hinstarret, dich sterben sehe! Klopstock 4, 104 (
Mess. 8, 64). II@9@ff)
häufiger ohne bestimmtes subject in ähnlichem (
oft milderem)
sinne: und da schwimmt alles vor meinen sinnen, und ich lächle dann so träumend weiter in die welt. Göthe 16, 14; meine vorstellende kraft ist so schwach, alles schwimmt und schwankt so vor meiner seele, dasz ich keinen umrisz packen kann. 57; sah ich denn das alles nicht schon da unten auf jenem stern, den sie die erde nennen, oder schwimmt es mir nur noch vor den augen und verhüllt mir den glanz des himmels? Hebbel (1891) 2, 37 (
diam. 2, 1);
Kilian (
verwirrt). was? was? wo ist die thür? mir schwimmt's vor den augen! 61 (4, 5);
Tell (
läszt die armbrust sinken). mir schwimmt es vor den augen! Schiller
Tell 3, 3. II@9@gg)
ähnlich im kopfe schwimmen: wie kommt ihr daher? mir schwimmt alles im kopfe. Göthe 57, 208; so läuft er (
der zum schwätzer gewordene alte) nun ohne unterlasz von dem über, was in seinem kopfe schwimmt. Klinger 12, 149. II@9@hh) die grenze schwimmt,
verflieszt: weil er nicht daran dachte, dasz es ein zweifelhaftes licht giebt, worin die grenzen der tugend und der untugend schwimmen. Wieland 2, 258 (
Agathon 9, 7); wie gut und böses sich durch enge schranken trennen, was wahre tugend ist, wird nie der pöbel kennen. kaum weise sehn die march, die beyde reiche schlieszt, weil ihre gränze schwimmt, und in einander flieszt. Haller
ged. 69. II@9@ii)
auch schwimmend
für '
unbestimmt, unklar, verschwommen',
eigentlich von einem bilde (
vgl. e): sie (
die schönheit) erscheint uns wie im traum ... es ist ein schwimmendes glänzendes schattenbild, dessen umrisz keine definition hascht. Göthe
br. 1,
s. 238
Weim. ausg. —
dann auch überhaupt: du bist mir unausstehlich, mit deinem schwimmenden, unzusammenhängenden gewäsche. Klinger
theater 3, 283 (
Stilpo 1, 12); ach! ich kann das unzusammenhängende, das unsichre, schwimmende nicht leiden. wenn man so keinen festen sinn hat, und immer im nebel tappt.
ebenda; vgl. auch: ein satz, der nicht bestimmt, halb wahrheit ist und halb zur lüge schwimmt. Uz
s. 380
Sauer. II@9@kk)
in demselben sinne sagt man in einem nebel schwimmen. die gegenstände des elendes müszen in einige entfernung gerückt seyn, dasz die seele mehr muth und platz bekomme, sie anzuschauen, und sich mit dem nebel, in dem sie schwimmen, selbst zu täuschen. Herder 12, 332
Suphan; Homers darstellung der unterwelt wird eben dadurch, dasz sie gleichsam in einem nebel schwimmt, desto furchtbarer. Schiller 10, 146. II@1010, II@10@aa) wegschwimmen
für verschwinden, vergehen, im bilde: jede ros' ist vom gesicht auf der thräne weggeschwommen, die aus meinem herzen bricht. Tiedge 2, 68. II@10@bb)
in andern fällen scheint dagegen (weg) schwimmen
für schweimen (
ohnmächtig werden, s. daselbst 2,
sp. 2437)
zu stehen: sie sprach: mein lieb, mein leben, ich schwimme wegen dein, und ich, er sagt, musz geben für dich mein seelelein. Opitz (1624) 94;
Clemens. mich rührt der schlag —
Ludwig. gevatter ihr schwimmt weg. Tieck 1, 209.
doch macht das sprachgefühl kaum einen scharfen unterschied, vgl. noch: mein haupt so müde, dasz es schwamm wie trunken, so matt mein knie, dasz es zum grund gesunken! A. v. Droste-Hülshoff 1, 201; ich ... malte mir ein bild (
des todesengels) mit trauerlocken, mondbeglänzter stirne, so schaurig schön, wie's wohl zuweilen quillt im schwimmenden gehirne. 211. II@1111)
die technischen gebrauchsweisen schlieszen sich meist der bedeutung 4
an. II@11@aa) schwimmende blätter,
natantia folia, pflanzenblätter, die auf der oberfläche des wassers liegen, ohne unterzutauchen (
bei nymphaea, potamogeton). Nemnich.
auch von den wasserpflanzen selbst, die sich auf der oberfläche des wassers frei hin und her bewegen. Behlen 5, 595. II@11@bb) schwimmendes blumenbeet
auf einem teiche, ein lockeres geflecht von weidenruten in beliebiger form, in dessen öffnungen man zwiebeln setzt und das man dann auf dem wasser treiben läszt. Jacobsson 5, 261
a. II@11@cc) schwimmende inseln,
insulae natantes et mobiles, siehe schwimmbruch. Frisch 2, 250
b.
vgl.: ein see voll fliehender wellen rauscht in der mitte der au, draus steigt ein eyland zur höhe, mit bäumen und hecken gekrönt, das, wie vom boden entrissen, scheint gegen die fluten zu schwimmen. E. v. Kleist 2, 38. II@11@dd) schwimmende batterie,
eine reihe an einander gefügter schiffsböden mit einem gerüst darüber, worauf kanonen aufgepflanzt werden. Jacobsson 5, 168
b: die führerlosen schiffe langten einzeln und zerstreut bey den schwimmenden werken an ... die vordern pulverschiffe, welche bestimmt gewesen waren, das schwimmende werk zu entzünden, warf die gewalt eines sturmwindes, der sich in diesem augenblick erhob, an das flandrische ufer. Schiller 9, 56. II@11@ee) schwimmende brücke,
pont flottant, brücke, die nicht auf festem grunde, sondern auf schwimmenden körpern (
schiffen, tonnen u. ähnl.)
ruht oder aus schwimmenden gegenständen, wie holz, binsen, besteht. Eggers 2, 392. II@11@ff) schwimmende fänge
bei der holzflöszung, s. Behlen 5, 595
ff. II@11@gg) schwimmende gebirge, gebirg das immer feucht und morastig ist, das keinen grund hat,
loca montana paludosa. Frisch 2, 250
b,
des monts marecageux Jacobsson 4, 107
b;
eine aus sand, gerölle, moor, letten u. dergl. bestehende sehr lockere gebirgsmasse. Scheuchenstuel 222; schwimmendes, flieszendes, laufendes, lebendiges gebirge, fliesz, schwimmsand, kurzawka,
sandigthonige, mit wasser durchtränkte gebirgsschichten. Veith 219.
dafür in der Amberger bergordn. v. 1594 schwimmets: wo sich wasser, oder schwimmets, viel oder wenig erzeigen wurde, daselbst (
sollen berghauer) ohn befehl der geordneten nicht weiter hauen. Lori
bergr. 358
a, 11. II@11@hh) schwimmender sinter,
ein kalkartiger körper, der sich zuweilen im grundwasser der bergwerke bildet und wie eis oben auf schwimmt, matiere pierreuse nageant sur l'eau. Jacobsson 4, 107
b. II@11@ii) schwimmende mauer,
mur de Douve, im wasserbau, eine auf schwellen gegründete mauer in einem wasserbehälter, die von der eigentlichen mauer durch eine thonschicht getrennt ist. 107
a. II@11@kk) schwimmender keller,
in Holland ein wasserdichter, ummauerter behälter in einem nicht wasserdichten keller. 6, 243
b. II@11@ll) schwimmende
oder wasserraketen,
in der lustfeuerwerkerei eine art raketen, die auf dem wasser schwimmt. 3, 356
b. II@11@mm) schwimmender schwan,
ebenfalls ein gebilde der lustfeuerwerkerei, s. 4, 107
a. II@11@nn) schwimmende figuren
bei glasern, figuren aus glas oder email, die an einer hohlen glaskugel hängen und daher auf dem wasser schwimmen. 7, 311
a. II@11@oo) schwimmendes licht,
the floating light, eine vorrichtung zur lebensrettung von leuten, die bei nacht über bord fallen, nämlich ein kupfernes boot, woran eine laterne so befestigt ist, dasz sie auch durch die stärkste bewegung nicht verlöscht wird, mit handhaben zum anfassen. ebenda.