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stolle

mhd. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
17 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stolle f.

Bd. 19, Sp. 198
stolle, f. , nebenform zum folgenden masc. stollen vielleicht zunächst im bäckereigewerbe, etwa in anlehnung an die begrifflich entsprechende semmel (th. 10, 1 sp. 559). 11) semmel von länglich dicker, im durchschnitt ein wenig kantiger gestalt (Jacobsson 4, 303a), auch an den enden zugespitzt; anlasz zur übertragung gab die ähnlichkeit mit stollen, m. 1: stolle, eine art gebackenes panis similagineus Steinbach 2, 720; neben ndd. stulle (s. unten) ein groszes weiszbrod mit butter und gewürzen, welches zur festzeit, auch als geschenkgabe gebacken wird Dähnert 465a; deshalb auch butterstolle (th. 2 sp. 586) vgl. Krünitz encycl. 174, 462, besonders in Sachsen die christstolle (th. 2 sp. 626) vgl. Frisch 2, 339b und über die ähnlichkeit mit einem wickelkinde K. Bornhak fest- und denktage Naumburgs 4 (als kirchliche abgabe sollen die Naumburger bäcker liefern: in vigilia nativitatis Christi duos panes triticeos longos, qui stollen dicuntur, factos ex dimidio scephile tritici urk. v. j. 1329; vgl. Lepsius kl. schr. 1, 253) und weitberühmt die Dresdener stolle: das schimlig gelt, so das guot alt müterlin so lang zuo stollen hatt gehabt ligen, muos einmal an die sun und under die welt kummen Wickram 3, 294; er beneidete oder segnete vielmehr den zeuchmacher, den stiefelwichser, den holzhacker, der abends seinen krug bier, seine andacht, seine stollen und seine trompetenden kinder hatte Jean Paul 7-10, 308; und gings denn nun vorerst an den kaffee. da gabs stollen, bebe, sternkuchen O. Ludwig 2, 524; die stolle, eine gans von Steinegg (vom schwager), eine hirschsulz vom forstmeister Orelli C. F. Meyer briefe 2, 151 (daneben das masc. s. unten); hui, du calvinisch ottrgezücht, hast gwisz wider was angericht, wie zu Prag zu der stollen zeit, da auch in dreck fiel meine freud, als du die bilder thest abreiszn Opel-Cohn dreiszigjähr. krieg 113; ich bekam sie (die soldaten) beim letzten heiligen christ, statt der nüsse und stollen Körner 1, 213. doch butterstolle (panis illitus butyro Frisch 2, 339b) auch dasselbe wie oben butterbrot (th. 2 sp. 584), mit butter bestrichene scheibe (roggen)brot, was nur brotstolle (th. 2 sp. 406), ein länglich gebackenes brot bei Stieler 2134 verständlich machen kann; die ebenfalls zunächst norddeutsche semmelstulle, mit butter bestrichene semmel (th. 10, 1 sp. 567) hat aber wieder die brotstulle zur voraussetzung und ist nicht tautologisch. s. im übrigen dazu unter stulle, f. 1@aa) nicht hierher gehört nierenstollen bei Amaranthes 462 (auch 1333), nur verderbt aus bairisch nierstall (th. 7 sp. 835). 1@bb) in anlehnung an unsern gebrauch dagegen stolle das losgestochene torfstück, torfplagge: bis die letzte stolle auf den boden geschichtet ist Heer könig der Bernina 203. 1@cc) lang gestreckte, steilabfallende kuppe eines berges: bringt mir zwei eimer voll wasser oben auf die stolle von Willberg (nahe von Wehren bei Höxter a. W.), dann sollt ihr gute belohnung haben brüder Grimm sagen 1, 207, und so Stolle in Südhannover geradezu bergname, bei Lüthorst im Solling und sonst (neben stollen, s. unten). vgl. Schambach 212a. 22) stolle eine halbmondförmige eiserne scheibe mit holzgriff, welche zum weiten und weichmachen der felle dient, so im gebrauch der weiszgerber und handschuhmacher Jacobsson 4, 303a. 33) landschaftlich im vereinzelten gebrauch: 3@aa) an stelle von stollen, m., fulcrum: die stolle fulcrum Stieler 2134; bettstolle lecti fulcrum Steinbach 2, 720; die stolle eines tisches Gottsched deutsche sprachkunst 129; oben hat die säule ein loch und ist gekerbt, wie eine stoll am himmelbette Fleming teutscher jäger 348; jedwede stolle in dem stuhl zu Rom bleib staubestrümmer, wie sie's einmal ist Daniel Jenisch wünsche an das neunzehnte jahrhundert 524. 3@bb) an stelle von stollen, m. 2: die stolle fodina, cuniculus Stieler 2175; mit innerer freudigkeit zeigte er (der bergmann) mir jene stolle, wo der herzog von Cambridge, als er die grube befahren, mit seinem ganzen gefolge gespeist hat Heine 3, 30 (doch gleich daneben: und mit feuer erzählte er: wie viele festlichkeiten damals stattgefunden, wie der ganze stollen mit lichtern, blumen und laubwerk verziert gewesen 31).
4230 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    STOLLEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    STOLLE swm. stütze, gestell, pfosten, fuss. ahd. stollo Graff 6,676. stal , stelle . fulcrum voc. 1420. einin disc mit s…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stolleM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    stolle , M. nhd. Stolle, Stollen im Bergwerk, waagerechter Erzgang Hw.: vgl. mhd. stolle E.: s. ahd. stollo 5, sw. M. (n…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stolle

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Stolle , plur. die -n, Diminut. das Stöllchen, das folgende Wort im weiblichen Geschlechte, in welchem es in verschi…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stolle

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Stolle , Ludw. Ferd., geb. 1806 zu Dresden, Verfasser histor. u. komischer Romane, kleiner Erzählungen, Herausgeber des …

  5. modern
    Dialekt
    Stolle

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Stolle die Gruppe, im Ablaut zu Stalen I, Stiel f.: 1. -ol, –ǫ-, –u-, Pl. -lə (dies meist) schwerer Erdklumpen, wie er s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stolle

147 Bildungen · 140 Erstglied · 7 Zweitglied · 0 Ableitungen

stolle‑ als Erstglied (30 von 140)

stolleisen

DWB

stoll·eisen

stolleisen , n. , wie stolle, fem. 2 als gerät des weiszgerbers Campe vgl. dazu unten stollpfahl, m. und stollpfuhl, m.

Stolle, Konr

DWBQVZ

Stolle, Konr. *u1430 Nieder-Zimmern b. Erfurt †1505 Erfurt.

Stollenring

SHW

Stollen-ring Band 5, Spalte 1457-1458

Stollenweck

SHW

Stollen-weck Band 5, Spalte 1457-1458

Stollenweg

SHW

Stollen-weg Band 5, Spalte 1457-1458

Stoll(en)+acker

PfWB

stollen·acker

Stoll(en) + -acker m. : FlN; a. 1577: 1 morgen Dung acker, Stollen acker genant [Zweibr I A. 136 3/a Bl. 21r (HB-Walsh)]. a. 1649: auff dem …

stollenangabe

DWB

stollen·angabe

stollenangabe , f. , entwurf zu einem neuen stollen im bergwerk Jacobsson 4, 303 b , s. oben stollen, m. 3. —

stollenarbeit

DWB

stollen·arbeit

stollenarbeit , f. , bergarbeit im stollen Minerophilus 640 ( Adelung ): es söll auch kein hewer oder heszpeler, one des berckmaisters verwi…

stollenarbeiter

DWB

stollen·arbeiter

stollenarbeiter , m. , zum vorigen: stollnarbeiter Minerophilus ( Jacobsson 4, 303 b ) vgl. unten stöllner, m.

stollenartig

DWB

stollen·artig

stollenartig , adj. , nach art, wie ein stollen: diese unterirdischen, stollenartigen canäle ( zur bewässerung ) haben meist vier fusz breit…

stollenbäcker

DWB

stollen·baecker

stollenbäcker , m. , der sich insbesondere mit dem backen von stollen ( s. stolle , f., sp. 199) abgiebt: stollenbecker Campe vgl. oben kuch…

stollenbau

DWB

stollen·bau

stollenbau , m. , 1 1) bau von bergwerks stollen ( unter 3) wie unten stollentrieb Campe . 2 2) die gewinnung von erzen durch treibung von s…

stollenbaum

DWB

stollen·baum

stollenbaum , m. , waldbaum, der sich zur herstellung von stollenhölzern für den bergwerksbetrieb eignet: stollbaum arbor ad fodinae aedific…

Stollenbecker

Campe

stollen·becker

Der Stollenbecker , — s, Mz . gl. ein Becker, welcher vorzüglich Stollen bäckt oder zu backen verstehet. S. Stolle .

stolle als Zweitglied (7 von 7)

bettestolle

Lexer

bette·stolle

bette-stolle swm. fulcrum Dfg. 250 b . er gab ir einen slag, daʒ die junkfrowe uf dem bettstollen gelag Wolfd. 1164. — im 16. jh. kommt bett…

erbestolle

Lexer

erbes·tolle

erbe-stolle swm. BMZ stolle, der ein recht über die benachbarten gruben erlangt erlangt Schemn. r.

erbstolle

DWB

erbs·tolle

erbstolle , m. cuniculus jus possessionis habens, stolle der mit seiner wasserseige zehn lachter tief eindringt und ein recht über die benac…