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schellen

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
42 in 21 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schellen verb.

Bd. 14, Sp. 2496
schellen, verb. 11) tönen, ahd. schellan, prät. schal Graff 6, 475. 476, mhd. schellen, schal Lexer mhd. handwb. 2, 692, nhd. in schallen aufgegangen (s. dieses), als selbständiges verb. nur im älteren nhd. und in mundarten fortlebend (so im cimbr. Schm. cimbr. wb. 227b, schweiz. als mit getöse umherschwärmen Stalder 2, 313, vgl.schallen oben sp. 2094 ε). der versuch, es wieder in die neuere schriftsprache einzuführen, von dem der unten angeführte beleg aus Tieck zeugnis gibt, ist erfolglos geblieben: auch sol ein burger ... fischen so weit der glocken clang clenget oder schillet. weisth. 3, 336 (15. jh.); es schillt mir in die ohren, aures inde tinniunt. Stieler 1725; indem andre noch zum überflusz auf dreier- und groschen - trompetchen oder schällenden pfeifchen die widerwärtigsten töne hervorbrachten. Tieck ges. novellen 2, 66; hunds bitt und bellen, thut nicht in himmel schellen. Andr. Gartneri dicteria proverbialia (Frankf. 1598) 83a; sie hauen also zu, dasz beyder wafen schällen, als wie ein sturm-geläut. Rompler 105. weidmännisch von dem ton, den das elenwild hervorbringt, indem es mit dem oberrücken an die ballen anschlägt. Behlen 5, 469. 22) ertönen machen, ahd. skalljan, skellan Graff 6, 476, mhd. schellen (mit umlauts-e), schalte Lexer mhd. handwb. 2, 693, ebenfalls nur im älteren nhd. fortlebend: der wechter ob dem kasten den hellen tag verkunt, er tet sein hörnlein schellen. Uhland volksl.2 141. 33) ein neueres selbständiges wort ist wahrscheinlich schellen, die schelle ertönen lassen, das zu schelle gebildet scheint wie hammern zu hammer. vgl. Weigand 2, 562: ich glaub' ich wäre noch dabey, wenn die gnädige frau nicht geschellt hätte. Wieland 9, 60; er schellt. Schiller räuber schauspiel 4, 2; in gottesdienstlicher handlung: und als des sanctus worte kamen, da schellt er dreimal bei dem nahmen. Schiller 11, 253; der sigrist muszte mit dem glöcklein schellen. Tell 3, 3. auch unpersönlich es schellt, die schelle ertönt. ein sprichwort sagt wo geschellt wird, sind glocken. Simrock 170, 3707, nach Wander 4, 128 mit der bedeutung 'wo üble gerüchte umlaufen, müssen sie durch irgend etwas veranlaszt sein'. aus oberdeutschen mundarten führt Wander am gleichen ort an es het em g'schällt oder mit ihm hat's g'schället, mit seinem leben, seinem vermögen gehts zu ende. so sagt man auch, z. b. in Frankfurt am Main, allgemein es hat geschellt, jetzt hats geschellt, es ist aus, hat ein ende; anknüpfend an den brauch in der messe, wo der klang einer schelle die erfolgte wandlung und das ende der gottesdienstlichen handlung ankündigt. 44) schellen in der bedeutung 'zerbrochen, gestoszen, erschüttert werden', das nach Lexer mhd. handwb. 2, 693 ursprünglich dasselbe wort ist wie schellen 1, oder ihm etymologisch sehr nahe steht, begegnet auch mhd. nur im compositum zerschellen, das heute jedoch auch in intransitiver bedeutung schwach flectiert. 55) dem unter 2 erwähnten schwachen verbum sehr nahe steht jedenfalls das mhd. mehrfach belegte transitive schellen in der bedeutung 'stoszen, zerbrechen' Lexer mhd. handwb. 2, 693, das heute nur im transitiven zerschellen fortlebt. im älteren nhd. begegnet noch das simplex: aicheln vom baum schellen, abschlagen. quelle von 1721 bei Schmeller 2, 396.
3287 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHËLLEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +11 Parallelbelege

    SCHËLLEN s. ich SCHILLE .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schellensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +13 Parallelbelege

    schellen , sw. V. Vw.: s. schēlen (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schêllen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Schêllen , verb. reg. welches das Activum von dem Neutro schallen ist, schallen machen. 1) Im weitesten Verstande, wo es…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schellen

    Goethe-Wörterbuch

    schellen zu ‘Schelle’ a: klingeln [ Knabe zu Crugantino, mBez auf Basko: ] er..hat mir befohlen zu wachen, wenn etwa der…

  5. modern
    Dialekt
    schëllen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    schëlle n [alə fast allg.; ælə Str. W. ] 1. klingeln, läuten mit einer kleinen Glocke. Horch, was d e r Bot schëllt wa…

  6. Sprichwörter
    Schellen

    Wander (Sprichwörter)

    Schellen 1. Wo geschellt wird, da sind Glocken. – Blum, 43; Bücking, 163; Gaal, 679; Simrock, 3707. Wo üble Gerüchte uml…

  7. Spezial
    schellen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schel|len vb.intr. 1 (klingeln) soné (la bronsina) 2 stlinghiné (-nëia). ▬ an der Tür schellen soné pro porta.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schellen

169 Bildungen · 141 Erstglied · 22 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von schellen 2 Komponenten

schel+len

schellen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schellen‑ als Erstglied (30 von 141)

Schellenas

PfWB

schelle·nas

Schellen-as f. : die Spielkarte Sch. im deutschen Kartenspiel, Schelleaß [Zweibr ( Wilms Alph. 48), verbr.]; vgl. Schelle 2 e, Schellenkönig…

schellenasz

DWB

schellenasz , n. das asz der farbe schellen im deutschen kartenspiel. in Tirol die schellasz Schöpf 599 .

schellenband

DWB

schellen·band

schellenband , n. mit schellen besetztes band: eine weisze geisz mit schelenbanden umb den halsz unnd schenckel geschmückt. Kirchhof wendunm…

schellenbaum

DWB

schellen·baum

schellenbaum , m. 1 1) stange, die oben mit schellen besetzte querhölzer trägt, glockenspiel, bei der militärmusik üblich. 2 2) ein brasilia…

Schellenbede

DRW

schellen·bede

Schellenbede, f. eine Abgabe, die idR. an Weihnachten zu leisten ist uf wihennahten funftehalp pfund heller ... zu rehter bede und heisset s…

schellenbehangen

GWB

schellen·behangen

schellenbehangen zu ‘Schelle’ d das..sechzehnte Jahrhundert..wo man in deutschen Bildwerken und Gedichten das Leben nur unter der Form eines…

schellenbekränzt

DWB

schellenbekränzt , adj. : bald spann' ich mit freuden das schellenbekränzte, dampfende rosz an den schlitten. Pyrker Tunis. 7, 570 .

Schellenbelle

RhWB

schellen·belle

Schellen-belle šę·l.əbę·l.(χə) Aach-Stdt , Eup f. (n.): Schellengeläute, Kinderspielzeug, mit Schellen gefüllte Rassel.

schellen als Zweitglied (22 von 22)

afschellen

MNWB

afschellen (-schillen) , swv. , abspülen.

anschellen

DWB

anschel·len

anschellen , die klingel, schelle ziehen, nnl. aanschellen: geh hin, es hat jemand angeschellt.

ausschellen

DWB

aus·schellen

ausschellen , campanula proclamare: es ist eben ausgeschellt worden; dem musz man so was an die nase heften, wenns morgen am marktbrunnen au…

beschellen

DWB

beschel·len

beschellen , für beschelen, beschälen: in welchem alter eine stutte zu beschellen sei. Hohberg 2, 146 a . 147 a . b .

entschellen

KöblerMnd

entschel·len

entschellen , sw. V. nhd. schälen, abschälen, Schale (F.) (1) entfernen ÜG.: lat. desquamare E.: s. ent, schellen (1) L.: MndHwb 1, 566 (ent…

erschellen

DWB

ersch·ellen

erschellen , resonare, personare, mhd. erschëllen, die echte gestalt des heute in erschallen verderbten verbums, wie bereits sp. 952 unter l…

geschëllen

Lexer

ge-schëllen stv. I, 3. BMZ erschallen Erlœs. Elis. 1250. mit ûʒ.

hornschellen

DWB

hornsch·ellen

hornschellen , verb. ins horn blasen ( zur jagd ): und sol nieman in disen zilen ( grenzen ) hornschellen noch gewilt vellen. weisth. 1, 4 (…

Verschellen

Campe

versch·ellen

Verschellen , v. trs . durch eine Schellung verletzen. D. Verschellen. D. — ung .

widerschëllen

Lexer

wider·schellen

wider-schëllen stv. wiederhallen. sie schuʒʒen unde riefen, daʒ beide berge unde tal mit glîchme lûte widerschal Herb. 4508. 10645 ; entgege…

zerschellen

DWB

zer·schellen

zerschellen , verb. , 1) mit schall zerspringen, von dem starken mhd. verbum schëllen schallen, schallend bersten ( Lexer 2, 692 ; s. auch t…

zeschellen

KöblerMhd

zeschellen , st. V. Vw.: s. zerschellen

Zitrōne(n)schellen

Idiotikon

Zitrōne(n)schellen Band 8, Spalte 549 Zitrōne(n)schellen 8,549

zuoschellen

KöblerMhd

zuo·schellen

zuoschellen , st. V. nhd. „zuschellen“, ertönen ÜG.: lat. insonare PsM Q.: PsM (vor 1190) (FB zuo schellen) E.: s. zuo (1), schellen (1) W.:…

überschellen

KöblerMhd

überschellen , st. V. nhd. „überschellen“, lauter schallen als, übertönen E.: s. über (1), schellen W.: s. nhd. (ält.) überschallen, sw. V.,…

ūfschellen

KöblerMhd

ūfschellen , st. V. nhd. „aufschallen“, erschallen Q.: WvÖst (FB ūf schellen), Schulm (um 1300) E.: s. ūf (2), schellen (1) W.: s. nhd. (ält…

ūzerschellen

KöblerMhd

ūzerschellen , st. V. nhd. kund werden, sich ausbreiten in, sich verbreiten in Q.: WernhMl (FB ūz erschellen), PassI/II, Pilatus (um 1180), …

ūzgeschellen

KöblerMhd

ūzgeschellen , sw. V. nhd. „ausschellen“, verbreiten, verkünden Q.: EvSPaul (1300-1350) (FB ūzgeschellen), Erlös E.: s. ūz, geschellen W.: n…

ūzschellen

KöblerMhd

ūzschellen , st. V. nhd. „ausschellen“, erschallen, sich verbreiten, sich verbreiten in, verbreiten, bekannt machen, verkündigen, ausschwatz…

Ableitungen von schellen (6 von 6)

beschellen

DWB

beschellen , für beschelen, beschälen: in welchem alter eine stutte zu beschellen sei. Hohberg 2, 146 a . 147 a . b .

entschellen

KöblerMnd

entschellen , sw. V. nhd. schälen, abschälen, Schale (F.) (1) entfernen ÜG.: lat. desquamare E.: s. ent, schellen (1) L.: MndHwb 1, 566 (ent…

erschellen

DWB

erschellen , resonare, personare, mhd. erschëllen, die echte gestalt des heute in erschallen verderbten verbums, wie bereits sp. 952 unter l…

geschëllen

Lexer

ge-schëllen stv. I, 3. BMZ erschallen Erlœs. Elis. 1250. mit ûʒ.

Verschellen

Campe

Verschellen , v. trs . durch eine Schellung verletzen. D. Verschellen. D. — ung .

zerschellen

DWB

zerschellen , verb. , 1) mit schall zerspringen, von dem starken mhd. verbum schëllen schallen, schallend bersten ( Lexer 2, 692 ; s. auch t…