volk,
n. ,
fehlt im got., altn. dän. norw. schwed. folk,
ags. folc,
altfries. alts. folk,
nld. volk,
ahd. folc, folch Graff 3, 505 (
gelegentlich als m.)
; mhd. volc
mhd. wb. 3, 365
a; Lexer 3, 437 (
als m. Rother 3393);
altfr. foulc; volck,
demos, populus, popellus Dasypodius 449
a; Maaler 471
d; 471
a; volk,
pl. völker Stieler 2386; volck, völcker Steinbach 2, 901; volk Frisch 2, 405
c; Adelung, Campe; Schiller-Lübben
mnd. wb. 5, 303
a; Verwijs-Verdam
mnld. wb. 9, 842.
zum gebrauche in den mundarten vgl. Fischer
schwäb. 2, 1622;
schweiz. idiot. 1, 801; Martin-Lienhart
els. 1, 114
b; Chr. Schmidt
straszb. 113
a; Schmeller
bayer. 1, 840; Lexer
kärnt. 100; Schöpf
tirol. 790; Müller-Fraureuth
obers. 2, 624
b; Crecelius
oberhess. 884; Schmidt
westerw. 316;
brem. wb. 1, 436; Schütze
holstein. 4, 314; Danneil
altmärk. 241
a; Schambach
götting.-grubenh. 274
b; ten Doornkaat-Koolman
ostfries. 1, 534
a.
[] der plur. auf -er
hat sich allgemein durchgesetzt, alte pluralform begegnet vereinzelt im älteren nhd.: wann die volck sprachent
erste d. bibel, Matth. 21, 11
Kurrelm.; von allen scharen der volck der osten
richter 8, 10; Luther: zwey volck sind in deinem leibe
1. Mos. 25, 23.
zufügung von e
nach dem typus der ja-
stämme: populus, volke oder diet Diefenbach
glossar 211
c (
etna); folcke, gens 260
b; volcke,
natio 376
a. das volcke der stat Arigo
decam. 103, 35
lit. ver.; daz das volcke nider fiele als daz viche 6, 24.
nach mundartlicher aussprache: dem christlichen vulgk Schwarzenberg
der teutsch. Cicero (1535) 65
a;
gens, fulcke Diefenbach
gloss. 260
b;
exercitus, ein here fulckes 216
a.
der sing. kann als coll. mit dem plur. des verbums verbunden werden (tho bigunnen an iro hugi uundron meginfolc mikil
Hel. 1827; tho thar folc undar im ... blidsea afhobun 2010; J. Grimm
gr. 4, 193): soldaten sind ein volk, die durch behertzte thaten der welt und ihrem thun viel dienen und viel rathen Logau
sinnged. 57 (1, 3, 8)
lit. ver.; dasz so viel wustes volk und loser pöbel seyn Weichmann
poesie d. Niedersachsen 1, 38; da den volck zur predigt in gesesen haben, die
u. s. w. d. st. chron. 27, 224, 30; ein gantzes kütt oder volck rebhüner laufen nicht von einander Hohberg
georg. cur. 2, 671.
übergang nach einem sing. volk
in den plural: dieses volk zählt die Barmeciden unter die helden der tugend, und ihr (
des volkes) herz setzt dich, in der voraussetzung, ein mann aus ihrem blute müsse ihnen gleichen, unter ihre zahl. lange schon seufzen sie (
das volk) unter der regierung des kaysers Klinger
w. 5, 64.
die schreibung mit ck
ist im älteren nhd. herrschend und noch im 18.
jh. ganz gebräuchlich. die bedeutungsgeschichte des wortes ist auf das engste mit der politischen und gesellschaftlichen entwicklung verbunden; die im wandel der verhältnisse eintretenden abspaltungen sind mannigfaltig u. auszerordentlich oft von dem gedanken und der stimmung des sprechenden abhängig. nur eine skizzenhafte darstellung kann hier gegeben werden. eine besonders bedeutsame wandlung tritt in der zweiten hälfte des 18.
und der ersten des 19.
jhs. ein. die ästhetischphilosophische bewegung veredelt den begriff des volkes
als des ursprungs des werthvollsten pcetischen gutes, schöpferischen phantasielebens, naturbedingter sitte, indem zugleich der werth der den oberen gesellschaftschichten vorbehaltenen bildung herabgesetzt wird; die aus der romantik hervorgehende philologie führt diese bewegung in historischer vertiefung weiter, wobei bes. die gegenüber der aufklärungszeit völlig veränderte stellung zu beachten ist, die dem volk
im sprachlichen leben zugewiesen wird. in politischer beziehung wird durch die ideen der französischen revolution und ihre weitere entwicklung in der liberalen bewegung eine umwerthung des wortes herbeigeführt. damit verbindet sich die veredlung durch das erwachsen des nationalen bewusztseins, mächtig gefördert durch den zusammenbruch des alten deutschen reiches und den kampf gegen Napoleon: das ringen um freiheit und einheit geben dem wort einen stimmungsgehalt, der leidenschaftlich empfunden werden kann. in diese würde wächst das wort erst allmählich im kampfe mit dem fremden nation
hinein. 11)
die älteste bedeutung ist geschlossene abtheilung von kriegern, heerhaufe; so wurde es von den Slaven entlehnt (
altslav. plŭkŭ,
kriegsschar)
und kam als fremdwort (ein pulk kosaken)
wieder zurück; ahd. folc
glossiert cuneus, cohors, agmen Graff 3, 505. 506; dhazs himilisca folc,
coelestis exercitus Isidor. 19, 6; her was eo folches at ente
Hild. 27; dâr man mih eo sceritain folc sceotantero 51;
man beachte alts. folktogo,
ags. folctoga,
dux; sigun hundred folkes
fries. rechtsquellen 127, 19.
besonders in der altnord. dichtersprache ist diese bedeutung reichlich bezeugt: munat hann falla, þótt hann í folk komi, hnígra sá halr fyr hjǫrom
Háv. 158.
[] die bedeutung kämpfende schar kann sich der von kampf nähern, bes. so in zusammensetzungen wie folkharðr, -bráðr
u. ä. und in kenningar mit folk
als bestimmung. in der prosa kann folk
im sinne von schar, haufe natürlich auch bewaffnete bezeichnen, doch tritt im eingeschränkt kriegerischen sinne fylking
an die stelle, abstractbildung zu fylkja,
in schlachtordnung stellen. die rangierte feldschlacht aber ist folkorrosta,
ags. folcgefeoht,
mhd. volkwîc.
auch im mhd. kann volc
die bewaffnete menge, das heer oder die heeresabtheilung bezeichnen: mit scarin unti mit volkin
Annol. 441; des volkes zuo vuoze was dâ vil
Ludwigs kreuzf. 1645 (daz gênde volc 2840);
die alte kriegerische bedeutung des wortes gewinnt ein neues leben mit der veränderung des heerwesens im ausgange des mittelalters, der aufstellung geworbener heere, der differenzierung der waffengattungen; volk,
bes. im plur. völker,
wird ein allgemeiner ausdruck für soldaten, heer, truppen. erst im 18.
jh. beginnt das wort in diesem sinne zu veralten, hält sich aber in gewählter sprache, wenn ältere verhältnisse gemeint sind (Schiller);
vgl. fuszvolk, kriegsvolk: ein schar folckes,
exercitus Diefenbach
gloss. 216
a; reysig folck,
equitatus 207
a;
vgl. Schmeller
bayer. wb. 1, 841; Fischer
schwäb. 2. 1622;
schweiz. idiot. 1, 801; Verwijs-Verdam
mnl. wb. 9, 844; neugeworben volk Stieler 2387; die kayserliche völcker Kramer
teutsch-it. dict. 2, 1207
a (1702); auserlesen volck auf den beinen haben; die völcker in die quartier verlegen; das volck abdancken; was volck? was für volck?
che gente? chi vive? ebenda; volk, '
soldaten, die armee; in welcher bedeutung es doch nur noch in den niedrigen sprecharten üblich ist. unter das volk gehen,
unter die soldaten ... viele neuere gebrauchen es im oberd., auch in der edleren schreibart im plural für das franz. truppen. die preuszischen völker,
truppen. allein, dieser gebrauch ist wider die natur dieses wortes, welches im plural nur von mehreren verbundenen ganzen gewisser art gebraucht werden kann. der sing. volk
wäre richtiger, wenn er nur nicht so niedrig wäre' Adelung. — mahtent es (
das wasser des Po) usgon über das velt, do der keyser und sin volg lag
d. st. chron. 8, 491, 7; darumb er (
Pyrrhus) mit seinem volck wider gedacht ausz der stadt zu weichen Kirchhof
wendunm. 2, 28
lit. ver.; derogleichen vom lande nicht geworbenes volck
verh. d. schles. fürsten u. stände 1, 79; die wählsche völcker und heutige soldaten alle Moscherosch
insomnis cura parentum 19
ndr.; 1000 mann wallensteinisch volck Micrälius
altes Pommerl. (1640)
buch 5, 217; (
der kaiser) hat mehr dann 30. legion volck Lehmann
flor. polit. (1662) 1, 151; volck und proviant machen ein statt fester als mawren 1, 84; da überliesz nun der könig denen Schweden etliche völcker Weise
erzn. 41
ndr.; es ist das volck beydes zu pferd und zu fusz in dieselben ausgetheilt (
nämlich in die avantgarde,
das bataillon
und die retrogarde) Fleming
der vollk. teutsche sold. (1726) 166; die trouppen und völcker sind schuldig, wenn es die jahreszeit und winter zu läst, zu campiren 206; o der herr von Palthen hat vollstreckende völker, er hat militarische execution Lessing
w. 8, 13
L.-M.; Ladislaus (
schickte) seine völker in die march Ancona
M. I. Schmidt
gesch. der Deutschen (1778) 4, 85; unter uns im thal an der Elbe lag Pirna, das jetzt ebenfalls von unserm volke besetzt ward Bräker
schr. (1789
ff.) 1, 144; wie unverhofft das zeichen zur schlacht gegeben wird, und diese nackten völker (
aus dem bade) schnell nach den waffen rennen Göthe
w. 43, 38
W.; gab man ihm ein fähnlein volks Klinger
w. (1809
ff.) 3, 153; mich däucht, man rüstet sich zur schlacht, die völker bewegen sich 1, 266; Gallas hatte völker gesandt ... schanzen aufzuwerfen und den feind zurückzuweisen Stifter
w. (1901
ff.) 1, 317; (
tyrannen) welche auf gott auch nit vertrawen, nur auf die meng ihrs volckes schawen H. Sachs
w. 1, 219, 36
lit. ver.; [] zu Hessen halt dein wintertag, dasz du und dein volk ruhen mag Opel-Cohn
dreiszigj. krieg 6; siehst du? sind neue völker herein Schiller
schr. 12, 14
Gödeke; die schott'schen völker empören sich und drohen abzuziehn 13, 196; send' einen waffen-herold in Stanley's regiment; heisz ihn sein volk (
his power) vor sonnen-aufgang bringen
Shakespeare Richard III. 5, 3; nur neulich hört' ich, dasz hispanisch volk, wie bienenschwärm' sich an den grenzen sammle
Z. Werner
Martin Luther (1807) 6.
diese alte bedeutung hat sich in mundartlichem gebrauch gehalten: er ist unterm volk,
ist soldat Ch. Schmidt
straszb. 113
a;
vgl. Martin-Lienhart
els. 1, 114
b;
luxemb. wb. 471
b; bî't volk gân,
soldat werden Schambach
gött.-grubenh. 274
b; Danneil
altmärk. 241
a (prvolk,
kavallerie, nld. paardevolk,
hochd. rossvolk,
s. nd. korr.-bl. 36, 93). 22)
die vorstellung einer kleineren, durch irgend ein band der gemeinsamkeit zusammengehaltenen menge oder gruppe tritt noch in verschiedenen gebrauchsweisen hervor, wobei meist diese mehrheit als unter der führung, herrschaft eines einzelnen stehend gedacht ist. so erscheint volk
häufig im sinne von hausgemeinschaft, familie (
manchmal die kinder)
oder besonders von gesinde: unser volk,
unsere angehörigen, als niederd.; das gesinde, '
nur noch im gemeinen leben' Adelung; dienstvolck,
gente di servitù Kramer
teutsch-it. dict. (1702) 2, 1207
b; hausvolk,
gesinde Schmeller
bayer. wb. 1, 840;
einwohnerschaft eines hauses Schöpf
tirol. 790;
gesinde, '
oft mit inbegriff der engeren familie die gesamte hausgenossenschaft'
schweiz. id. 1, 802; die völker,
die kinder Döring
sondersh. 86;
vgl. noch Crecelius
oberh. 884; Schmidt
westerw. 316;
familie, geschlecht, gesinde Schiller-Lübben 5, 303
a. 303
b;
vgl. brem. wb. 1, 436; Schütze
holst. 4, 314; ten Doornkaat-Koolman
ostfries. 1, 534
a; Hupel
idiot. von Lief- u. Ehstl. (1795) 252; Verwijs-Verdam
mnl. wb. 9, 845; die armen pauren mit allem iren volcke und hausgesinde (
le loro famiglie) Arigo
decam. 7
lit. ver.; des morgens stuond er fr auf mit seinem volck (
seinen dienern)
Fortunatus 54
ndr.; ich mach mir vor allen dingen fein sittlich, ein geneigts volck Boltz
Terenz (1539) 107
b (
paulatim plebem primulum facio meam Adelph. 898); will dann ewer volck (
ihr und eure angehörigen) so bald von hof scheiden Wickram
rollw. 172, 13
Kurz; der meyer ... sagt zuo seim volck, sie solten in das nechst dorf in die kirch gehn Frey
gartenges. 130
lit. ver.; wasz überbleibt, iszt das volck (
hier gesinde allein) Platter 198
Boos; das gesinde, gewöhnlich 'das volk' genannt Schurz
lebenserinn. 1, 8; du seist bey eurem volck (
angehörige) allein, oder bey gesten und bey fründen Scheit
Grobian. 1601
ndr.; dann mein volck schon zuo tisch war gsessen Wickram
w. 6, 295, 1791
lit. ver.; mann, eltern, kind und freund, und was bey lebens-zeiten mir mehr von liebem volck stund lieblich an den seiten Logau
s. 176, 68
lit. ver.; ein weib, das ziemlich früh das volk zur arbeit jaget Rachel
sat. ged. 39
ndr.; sein weib und sein wirthschaft, sein volk und sein vieh Stelzhamer
ausgew. dicht. 1, 17 (1884).
freier: secht Venus selber kompt mit jhrem volck gegangen Zinkgref
auserl. ged. 29
ndr. 33)
ebenso kann volk
für andere kleinere gemeinschaften gebraucht werden, bes. als zweiter bestandtheil von zusammensetzungen: das schmidvolk, '
die zu einem hammerwerk gehörenden schmidknechte' Schmeller
bayer. 1, 841;
bes. von der besatzung eines schiffes (schiffsvolk),
s. Kluge
seemannsspr. 809; nach und nach wurde unser volk vertraulich mit ihnen Wieland
Agathon 1, 22 (1766);
[] dasz schwache schiff zerbricht, dasz volk verläst den kahn Rist
neuer Parnasz (1652) 109; das volk erklimmte das gestad (
ἐκ δὲ καὶ αὐτοὶ βαῖνον ἐπὶ ῥηγμῖνι θαλάσσης Il. 1, 437) Bürger 147
Bohtz. von der einem pfarrer unterstellten gemeinde (pfarrvolk Schmeller
bayer. 1, 840): also, eim pfarrer ist not, das er etliche alte frumm priester oder männer habe, mit deren rath er sein volck regiere Eberlin v. Günzburg
schr. 2, 85
ndr. ebenso von der politischen gemeinde: volck, gemeind und burgerschafft einer statt Maaler 471
d; ich fand eine nach so langem druck wieder sich selbst gegebene stadtfamilie (will ich es nennen, um nicht volk zu sagen) Göthe
briefe 25, 93
Weim. 44)
eine menge von menschen, je nach dem zusammenhang mehr oder minder in ihrer abgrenzung bestimmt. '
eine jede an einem orte beysammen befindliche menge' Adelung;
diese sinnliche vorstellung kann jedoch im gebrauch zurücktreten, das wort braucht sich nicht auf eine wirklich an einem orte versammelte menge zu beziehen, sondern bezeichnet einfach eine unbestimmte mehrheit von personen, so dasz es den sinn von '
leute'
annimmt; besonders ist dies der fall, wenn volk
als ergänzung zu ausdrücken wie viel, allerlei, eine menge
u. ä. tritt. die grenzen zwischen den gebrauchsweisen sind nicht immer sicher zu ziehen; früh stellt sich dabei die soziale werthung ein, die beziehung auf die menge der geringeren leute: das volk abhalten Adelung (
s. u. 12 a).
mit vorausgestelltem gen. wie manno, rinko, erlo, liudio, gumono
u. s. w. sehr oft im Hel., eine grosze menge oder auch die menschen, die leute im allgemeinen bezeichnend; ahd. folkon,
dat. plur., scharenweise: ingegin fuarun folkon Otfrid 3, 9, 2 (
vgl. Graff 3, 506); und ward der crützgang als grosz von gaistlichen und weltlichen volk Richental
Const. conzil 72
lit. ver.; das folck samlet sich bald dartzu jung und alt
Eulensp. 8
ndr.; da sandte der herr fewrige schlangen unter das volck, die bissen das volck, das ein gros volck in Israel starb
4. Mos. 21, 6; und Jhesus gieng erfür, und sahe das grosse volck
Matth. 14, 14; und da sie nicht kundten bey in komen, fur dem volck
Marc. 2, 4 (faura manageim Wulf.); wie eine grosse menge thaler auf offenem marck darvon unter das volck verworfen worden Grimmelshausen 4, 525
lit. ver.; wessenthalben ein grosser zulauf des volcks entstanden Abraham a St. Clara
Judas 1, 21 (1686); das aus der kirche kommende volk
Leipz. avanturieur (1756) 1, 101; die gassen wimmeln von volk Schiller
Fiesko 1, 11; (
ein dom,) wo die stimme des priesters donner wird und der choral des volks ein meersturm Heinse
w. 4, 31
Schüddek.; (
Christus) tritt einfach und still hervor, um das volk zu segnen Göthe
w. 47, 231
W.; im gewühle des volkes Holtei
vierzig jahre 1, 126; die winckel ohne werck, die strassen ohne volck Opitz
poemata 187
ndr.; drängt sich unters volk und ist — verschwunden Lessing
Nathan 1, 1; schon drängt das volk, es strömt herein von nord, süd, west und osten Göthe
w. 3, 107
W.; was rennt das volk, was wälzt sich dort, die langen gassen brausend fort Schiller
schr. 11, 272
Gödeke. in der dramatischen dichtung und der theatersprache die ungegliederte, stumme oder durch einander sprechende masse: Johanna. volk. hernach ihre schwestern Schiller
jungfrau v. Orl. 4, 9
bühnenanweisung. plur. in eigenthümlicher verwendung: und ruft aus vollem hals, dasz es die völker (
die ganze masse des versammelten volkes) hören Pfeffel
poet. versuche 1, 190. 55)
als ergänzung zu ausdrücken wie viel, all, allerlei, menge, haufen
u. ä.: es dränget sich viel volk hinzu;
[] es war viel volk in der kirche Adelung; wo viel volck in stätten ist, da ist viel glück Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 826.
in älterer sprache gern mit dem gen.: viel volcks,
molta gente Kramer
teutsch-ital. dict. 2, 1206
c; also gieng Esopus in das bad, und do vil volkes da was Steinhöwel
Äsop 57
lit. ver.; wo ein könig viel volcks hat, das ist seine herrligkeit; wo aber wenig volcks ist, das macht einen herrn blöde
sprüche 14, 28; da er aber vom berge her ab gieng, folgete im viel volcks nach
Matth. 8, 1; weil viel volcks im hause gewesen Thomasius
ged. u. erinner. (1720) 1, 12; wo viel volks zusammenströmt Bräker
schr. (1789) 2, 113; viel volk stand auf dem platze, auf dem er fiel, herum Kerner
bilderbuch (1849) 27; wer es schon mitten auf dem marck, und vil volcks umb dich rümher steht Scheit
Grobian. 998
ndr. eine menge, ein haufen volk
u. ä., auch hier in älterer sprache der gen.: folgeta inan mihil menigi folkes inti uuibo (
multa turba populi et mulierum)
Tat. 201, 1; ein grosser haufe volcks und weiber
Luc. 23, 27; do die meng des volks hinkummen mag Albr. v. Eyb
schr. 1, 10; was vor pracht und anzahl volkes da gewesen sei Schweinichen
denkw. (1878) 164; ein haufe volks Gerstenberg
rez. in d. Hamb. n. zeitg. 281
d. lit. dkm.; in eine stadt, wo sie bey ihrem eintritt eine menge volks um einen thurm versammelt fanden Klinger
w. 3, 117 (1809
ff.); eine menge volks, Adrastus, Nikanor unter ihnen Tieck
schr. 1, 87; (
in die kirche,) darin auch mein herr prior war, und andre mönch, auch volcks ein schar Scheit
Grobian. 4432
ndr. alles volk,
omnes homines, jedermann: ih sagen iu mihhilan gifehon, ther ist allemo folke
Tat. 6, 2; grosse freude, die allem volck widerfaren wird
Luc. 2, 10; und alles volk entsatzte sich
Matth. 12, 23; und sag vor allem volck darbey, wie das sie dein leybeygen sey H. Sachs
w. 2, 6, 20
lit. ver.; allerley volk,
omnis generis homines Stieler 2386; was des selben tages jarmarkt und kom gar vil allerley volges dar Seuse
schr. 74
Bihlmeyer; es zem herren und fürsten wol, und solten allerlei volcks an irem hof halten
Eulenspiegel 21
ndr.; in allerlei volk, wer in fürchtet, und recht tut, der ist im angenem
ap.-geschichte 10, 35. 66)
in älterer sprache in verbindung mit zahlen: sigun hundred folkes (
hier allerdings in kriegerischem sinne, mannschaft, s. 1)
fries. rechtsquellen 127, 19; dar vorbrande ynne XIII hundert volkes, vrouwen unde man
quelle bei Schiller-Lübben
mnd. wb. 5, 303
a. ein par volkes, ein par volk,
eheleute, ehepaar: ên par volkes Schiller-Lübben
a. a. o.; schweiz. idiot. 1, 802. du wirst nicht leicht ein par volck finden, das sich also eben zusammen schicke Barth
weiberspiegel (1565) j 6
a; ein pahr volcks nicht zu copuliren
d. st. chron. 27, 155, 18; hier lieget ein paar volck, vom müller-stamm entsprossen Fleming
d. ged. 2, 545
lit. ver. 77)
schon in einigen der zuletzt behandelten fälle ist die vorstellung einer masse, eines haufens nicht mehr vorhanden. indem mehr die vorstellung der einzelnen betont wird, die zusammen eine gruppe (
auch nur von zweien, braut-, ehevolk)
oder schar, gemeinschaft irgend welcher art bilden, entwickelt volk
die bedeutung von leute.
besonders häufig werden leute gleicher art mit volk
bezeichnet, entweder durch den zusammenhang characterisiert oder in zahlreichen zusammensetzungen und verbindungen anderer art (
z. b. bettel-, lumpen-, diebs-, komödianten-, fabriksvolk
u. ä., liederliches, fahrendes, junges volk, das volk der weiber, der kenner, der dichter
u. ä.)
; es kann die gesammte art oder auch eine besondere schar von vertretern der art gemeint sein. sehr leicht nimmt volk
in dieser verwendung einen absprechenden [] oder verächtlichen sinn an: dô stuont ain volk auf, daz hiez man die gaislær Megenberg
buch der natur 217, 15; zum andern, wotzu ist das volg nutz in der christenheit, das do heysset die cardinal Luther 6, 416
W.; es ist kein volck das weniger gest hat, dann wirt oder gastgeben S. Franck
sprüchw. (1545) 1, 89
a; das volk by denen ich dienet Platter 11
Boos; und gerade dieses volk will immer hunde haben (
die studenten) Stifter
w. (1901
ff.) 3, 329; es ist eyn volk, das sindt juristen, wie sindt myr dasz so seltzem christen! Murner
schelmenzunft 8 (2, 7)
ndr.; laszt disz ein zeichen sein, ihr wolgetrauten beide, dasz euch mein Phöbus liebt, der niemals feind sein kan dem volke, wie ihr seid (
hier also von zweien) Fleming
ged. 1, 72
lit. ver.; man findet aber volk, das keinem guten trauet ... ein volk das auch verflucht der sonnen helles licht Rachel
sat. ged. 31, 17
ndr.; macht stein aus volk, aus riesen zwerge Lichtwer
schr. (1828) 79.
hier also allgemein, nicht auf eine bestimmte gattung eingeschränkt; die menschen im allgemeinen: wir vorkundigen den ewigen lon, der durch unsern glauben magk werden dem volgk uff der erden
Alsf. passionsspiel 8053.
während im deutschen der plur. von liut
zur bezeichnung der einzelnen individuen einer unbestimmten menge dient, übernimmt auf nordischem gebiet der plur. von folk
diese bedeutung: dän. folkene,
die leute, wohl unter dän. einflusz: wen alle volck den dacht, ick seet in grotem gut Lauremberg
scherzged. 1, 97
ndr. sing. volk,
leute: wer weisz was volkes do ist (
was für leute) Stolle
thür. chron. 2
lit. ver.; ich höre volck ankommen Gryphius
Horrib. 61
ndr. eigenthümlicher gebrauch des plur.: diese völker (
kinder) machen einen lärm Martin-Lienhart
els. 1, 114
b. 88)
einschränkend, herabsetzend, verächtlich; so sehr häufig in der umgangssprache, vgl. Müller-Fraureuth
erzgeb. 2, 624
b; so'n volk! das ist ein volk! lasst euch doch nicht mit diesem, solchem volke ein
u. ä.: ich nenne sie ferner maulaffen, alldieweilen solch volck sonst nichts mehr weisz, als nur mit dem maule sich grosz zumachen
polit. maulaffe (1679)
vorr. 7
b; ich sehe aber wohl, dasz mit diesem volke (
den schauspielern) nichts anzufangen ist Lessing
w. 17, 235
M.; soll ich meine zimmer mit diesem volk tapezieren Schiller
schr. 3, 389
Gödeke; von Lili nichts mehr, sie ist abgethan, ich hasse das volck lang im tiefsten grunde Göthe
briefe 3, 50
W.; es ist nicht just mit ihm, wie mit alle dem volcke (
verlegern) IV 8, 282
W.; so ist das betragen des volks (
der gegner) ganz nach meinem wunsche IV 11, 280; es ist mir nur wunder zu sehn, ob das volk nicht einmal einen besen hat Ludwig
schr. 2, 30 (1891); dem volke hier wird jeder tag ein fest Göthe
Faust 2161
W. 99)
näher bestimmt durch attribute: quisquilia, heylosz
vel liederlichs volck Diefenbach
gloss. 480
c; es ist liederliches volk Adelung; verlaufe volk,
leute, die viel spazieren gehen, vergnügungssüchtige Hönig
köln. 196
a; von einem schnöden und schantlichen volcke zuo diser zeit aufgestanden und sich nenten bechini Arigo
decamer. 6
lit. ver.; wilch giftig, böse, bitter, falsch lugenhaftig volck die nonnen sind Luther 15, 94
W.; das blind volck yn den hohen schulen 10, 1, 1, 609
W.; (
gleiszner) welches gott das allerhäszlichest volk ist Zwingli
d. schr. 1, 251 (1828); also gadt alles ubels wider dich und dein rych usz dem bäpstlichen volck Eberlin v. Günzburg
schr. 1, 7
ndr.; überall traf ich lustiges, aufgeräumtes volk ... an Bräker
schr. (1789
ff.) 2, 114; nennt nicht Plato die dichter ein leichtes und geflügeltes volk? Klinger
w. 9, 34 (1809
ff.); die kleinen französischen voltigeurs, junge rekruten, meist unansehnliches volk Gutzkow
ges. w. 7, 112;
scherzhaft von [] thieren: dat öss doll volk, seggt de diewel, on heft e ganze sack voll katte Wander
sprichw. lex. 4, 1677, 16; kein freyer volck man finden kan, dann guote schlucker, wo die hausen Scheit
Grobian. 60, 1895
ndr.; weg, ihr verruchtes volk, ihr übeltäter weichet Fleming
d. ged. 1, 4
lit. ver. (weichet von mir, alle übelthäter
ps. 6, 9); denn ick sülck ehrlick volck nicht gern wil legen heten Lauremberg
scherzged. 1, 376
ndr.; ein unglükseligs volk, das man mit freud und lachen kan traurig und betrübt, mit singen weinend machen Rachel
sat. ged. 31 (2, 21)
ndr.; auf das empfindsame volk hab ich nie was gehalten Schiller
schr. 11, 100
Gödeke; sind doch ein wunderlich volk die weiber, so wie die kinder Göthe 50, 210
W.; (
Nathan zu Recha und Daja): das wär' kein wunder, wundersücht'ges volk? Lessing
Nathan 1, 2; während ihr, liebes volk (
Schücking u. frau) so freundlich an mich dachtet Droste-Hülshoff
briefe 233
Schücking. böses volk, nachtvolk,
nächtliche dämonen schweiz. idiot. 1, 801;
anderes bei Höfler
krankheitsnamenb. 767
b.
bestimmt durch eine präpositionale verbindung: und nicht allein dem volck von künsten, sonder den layen und den minsten Fischart
Eulenspiegel 3, 15
Hauffen; herzu, du jungfer-schaar, du volck von klugen sinnen Rachel
sat. ged. 125
ndr. 1010)
die jugend, junge leute bezeichnet durch junges volk: das man jung volck recht auffzihe Luther 15, 29
W.; zu eyner unterweysung von christlichem wesen und zucht fur die kynd und junges volck Eberlin v. Günzburg
schr. 3, 21
ndr.; wie dann das jung volk einandern kein ruhe last
Zimm. chron.2 3, 482, 36; den catechismum in die leut, sonderlich in das junge volck bringen Dannhawer
catech. milch 1, 19; dort half ich dem jungen volke trauben — essen Bräker
schr. (1789) 1, 98; das junge volk ist munter und wohl Göthe
briefe 31, 66
W.; weil dieser 'junges volk' und diskurse lieb hatte Jean Paul
w. (1826) 22, 225; wie es alten leuten zukömmt, zu moralisiren und die erfahrungen ihrer schönen langen jahre für das junge volk in münze auszuprägen Droste-Hülshoff
briefe an Schücking (1893) 110; jung volck muosz allzeit gessen han Scheit
Grobian. 25, 529
ndr.; junges volck, man rufet euch zu dem tantz hervor
Königsberger dichterkr. 96
ndr.; das junge volck, es bildet sich ein, sein tauftag sollte der schöpfungstag sein Göthe
w. 2, 233
W.; und was das liebe junge volk betrifft, das ist noch nie so naseweis gewesen 14, 205
W. s. schweiz. idiot. 1, 801; Fischer
schwäb. 2, 1622;
gewählter: da sol das zarte volck zu paaren die stillen küsse von sich streun Weise
d. grün. jugend überfl. gedanken 158
ndr. das kleine volk,
die kinder: für den eszbaren theil deiner sendung dankt das kleine volk Göthe
briefe 18, 75
W. anders: kleines volk,
die wichtelschrätlein Höfler
krankheitsnamenb. 767. das kleine, geringe volk,
die armen. in älterer sprache: das schöne volk,
frauen u. mädchen: und bist dem schönen volk nicht feil, und würst der dritten nit zu theil Scheit
Grobian. 108, 3670
ndr.; hie seht ihr, schönstes volck, wodurch ihr schön zu nennen B. Neukirch
bei Hoffmannswaldau
ged. 2, 65. 1111)
bestimmt durch gen. und andere verbindungen: das seelosz verwegen volck aller kriegsknecht Eberlin v.
[] Günzburg
schr. 1, 13
ndr.; bei kindern, und dem volk der sinne, bei weibern Herder
w. 5, 16
S.; für das volk der steuerpflichtigen Dahlmann
gesch. d. frz. revolut. (1845) 35; ich weisz zwey schwestern auszerkohren, aller göttinnen volck zu trotz, zu hon gebohren Zinkgref
auserl. ged. 19
ndr.; wo der engel schönes volk sich in waarer wonn' ergetzet Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 2, 11; Priapus, den das volk der jugend ehrt und liebt C. Stieler
geh. Venus 116
ndr.; frau Silvia, für die so manche nacht der stutzer volk geseufzet und gewacht Hagedorn 2, 170 (1764); nicht wie das leichte volk rosenwangichter mädchen ist Klopstock
oden 1, 49 (1889).
weit umfassend: nur das wunderliche, vielkönnende volk der menschen kann das nicht Bräker
schriften (1789
ff.) 2, 232.
andere fügung: wohl schleicht ein seufzend volk liebhaber um mich her
der junge Göthe 1, 271
Morris. bestimmte zahl: was soll der musen volck zusammen S. Dach
d. ged. 720
lit. ver. unbeschränkt ist die artbestimmung durch zusammensetzung: fex civitatis, das schandlich hudel- o. büffelvolck Diefenbach
gloss. 232
c; Kramer
teutsch-it. dict. 2, 1707
z. b. führt an: arbeits, bauern-, bettel-, pracher-, handwerks-, hexen-, teufels-, himmels-, huren-, jungfern-, lumpen-, narren-, schelmenvolk
u. a. hervorzuheben sind brautvolk,
s. th. 2,
sp. 339, ehevolk,
eheleute th. 3,
sp. 51, frauenvolk
th. 4, 1, 1,
sp. 83, mannsvolk
th. 6,
sp. 1584, weibsvolk. 1212)
aus der bedeutung heerschar, heeresabtheilung (1)
entwickelt sich schon in alter zeit die der gesammtheit der männer (
dann auch ihrer angehörigen),
die durch sprache, abstammung, politische organisation sich gegen andere derartige gesammtheiten absondert, auch die bevölkerung eines gröszeren oder geringeren landgebietes innerhalb eines gröszeren verbandes, z. b. einer sprachgemeinschaft, kann gemeint sein: þá ic furðum wéold folce Deninga
Beow. 465.
in sätzen wie Eadmund cyning cýþ eallum folce
bezeichnet volk
schon die gesammte, von einem könig beherrschte bevölkerung eines reiches. für die entwicklung dieser bedeutung ist der biblische gebrauch nicht unwichtig, das jüdische volk
in seiner scharfen absonderung, das volk gottes
wurden früh vertraute vorstellungen. in Deutschland muszte die durchgeführte ständische gliederung u. die schwäche des das ganze reichsgebiet umfassenden bewusztseins die ausbildung des begriffes volk
im umfassenden sinne hintanhalten. obgleich schon in alter zeit vorhanden, erhält er seine bedeutung erst in neuerer zeit, zunächst durch das erstarken des nationalgefühls in den geisteskämpfen, die mit der humanistischen bewegung anheben. die gemeinschaft der sprache und der geschichtlichen entwicklung wird stärker empfunden und mit stolz anderen völkern gegenüber gestellt. die staatsrechtliche bedeutung des wortes erhält durch das absolute fürstenthum eine bestimmte prägung. der absolutismus drückt die stände zur machtlosigkeit herab, die gesammte bevölkerung tritt als einheit der regierten, der unterthanen dem fürsten gegenüber, der sie als sein volk
zu bezeichnen liebt. auf die weitere entwicklung des wortes unter dem einflusz der ästhetischen, sozialen und politischen bewegungen und revolutionen der neuzeit ist schon oben (
vor 1)
hingewiesen. die staatsrechtliche entwicklung empfängt immer wieder ihren anstosz vom auslande, besonders von Frankreich. trotzdem bleibt bis auf die gegenwart volk
als theilbegriff bestehen für die masse der bevölkerung, von der die höhere beamtenschaft, die schichten höherer bildung oder groszen besitzes, adel, geistlichkeit ausgeschieden sind (
vgl. neben einander volksvertretung
[] u. volksbibliothek).
diese bedeutung erscheint in der entwicklung der neueren sprache als die ältere und gewöhnlichere und soll deshalb hier vorangehen. 12@aa)
die grosze masse der bevölkerung im gegensatz zu einer oberschicht. der bedeutungsgehalt, die stimmung des wortes ist nach den zeiten, den in der gesellschaft vorhandenen gegensätzen, der haltung des sprechenden auszerordentlich verschieden; im allgemeinen aber ist zu beachten, dasz die ganz verächtliche bedeutung (
s. z. b. die aus Herder
angeführte stelle)
in späterer zeit schwindet. es kann diese masse als ganzes gemeint sein oder eine wirkliche menge, die aus angehörigen der masse zusammengesetzt ist (
oben 4
u. 5):
aura popularis, gunst desz volks Frisius
dict. (1558) 143
b; volck,
popolo cioè plebbe, volgo Kramer
teutsch-it. dict. 2, 1206
c; das volck an sich bringen, locken, ziehen; dem volck zu murren geben, das volck ärgern 1207
a; dem volck in die mäuler gerahten 1206
c; '
die unteren klassen oder glieder einer nation ...; wo es auch hier nur im gemeinen leben u. mit einem anklebenden verächtlichen nebenverstande gebraucht wurde ... einige neuere schriftsteller haben dieses wort in der bedeutung des gröszten, aber untersten theiles einer nation oder bürgerlichen gesellschaft wieder zu adeln gesucht, und es ist zu wünschen, dasz solches allgemeinen beifall finde, indem es an einem worte fehlet, den gröszten, aber unverdienter weise verächtlichsten theil des staates mit einem edlen und unverfänglichen worte zu bezeichnen' Adelung; ein mann aus dem volke; sich über das volk erheben; hat man auff den cantzeln verboten, dasz das volck nit mer davon reden soll Nas
antipap. eins u. hundert 1, 78
b; dieser mann ... hat mir bewiesen, dasz es auch unter dem volke gute herzen giebt Gellert
w. 4, 268; selbst das volk ist nicht mehr dasselbe. dort (
bei den Griechen) war dieser name ehrwürdig ... jetzo ist er gemeiniglich so viel als pöbel und canaille Herder
w. 1, 18
S.; hat das zutrauen des volks gar sehr gewonnen (
ein wunderwirker) Nicolai
reise durch Deutschl. 2, 620; sachen, die gemein sind, setzt sie (
die poesie) auf eine sonderbare weise zusammen, um sich über den ton des volckes zu erheben Ramler
einl. in d. schönen wissensch. 1, 189 (1758); im angesicht des versammelten adels, des militärs und des volks Schiller
kab. u. liebe 1, 7; das eigentliche volk (
in Polen), ich meine jene millionen lastvieh in menschengestalt Forster
schr. 7, 346; das volk jauchzte, und das feinere publicum enthielt sich nicht des klatschens Göthe
werke 21, 152
W.; die ersten verkündiger des christentums waren männer aus dem volke Fr. Schlegel
w. 2, 53; da nimmt das gouvernement zu dem manne des volks seine zuflucht Dahlmann
gesch. d. frz. revol. 188; wenn du wirklich mit dem volke in berührung kommst, wird es dir so schwer, über schlechte kleider ... hinwegzukommen Gutzkow
ritter v. geiste 1, 26; der vortheil des volkes tritt in widerspruch mit dem des adels Moltke
schr. 1, 115; (
ein sarg) mit den geschma cklosen zeug- und wachskränzen bedeckt, wie das volk sie liebt R. Huch
triumphgasse (1902) 8; volk ist für jung-Berlin gleichbedeutend mit plebs Lienhard
Wasgaufahrten (1912) 134;
sprüchwörtlich geworden ist aus Hamlet 2, 2 kaviar fürs volk (
caviare to the general); also wan man einen sieht theur und saubre kleider tragen, meint das volk, es sei ein mann, welcher, wie man pflegt zu sagen, weisheit zu verschenken habe Grob
dichter. versuchg. (1678) 27; und rings erfüllte den hohen balkon das volk in freudgem gedränge Schiller
schr. 11, 382
Gödeke; das volk erzählte seltsames davon
Turandot 1, 1; hier ist des volkes wahrer himmel Göthe
Faust I 938; lebst im volke; sei gewohnt, keiner je des andern schont
w. 2, 221
W.; die gesinnungen des volks offenbaren sich 40, 92
W. an diese bedeutung knüpft Klopstock
in der gelehrtenrepublik [] an: die republik besteht aus aldermännern zünften, und volke 3 (1774); zum volke gehört, wer, ohne sich über das mittelmäszige zu erheben, schreibt, oder öffentlich lehrt 4.
verbindung eines niederen und höheren sinnes: da das volck noch mehr volck war als es ietzt ist. denn eigentlich ist so ein amphitheater recht gemacht, dem volck mit sich selbst zu imponieren, das volck mit sich selbst zum besten zu haben Göthe
tageb. 1, 194
W. so öfters die grosze menge als publicum: erstlich würde das volk an jenem (
Shakespeare) weit mehr geschmack gefunden haben Lessing
w. 8, 43
M.; wollte Gott wir hätten ... ein volk, das ihn läse Herder
w. 17, 7
S.; ich getraute mir, einen neuen Werther zu schreiben, über den dem volke die haare noch mehr zu berge stehn sollten als über den ersten Göthe
briefe 23, 186
W. 12@bb)
die niedere bedeutung kann durch ein attribut bestätigt oder verstärkt werden: dem einfeltigen folck ein gepler und spiegelfechte zumachen Hutten 1, 396
Böcking; raten dem unverstendigen volck Eberlin v. Günzbrrg
schr. 1, 7; dem rohen volke Herder 15, 298
S.; unter dem zujauchzen eines bethörten volks Wieland
Agathon (1766) 2, 45; das geringe volk, der grosze haufen, der gemeine mann Klopstock
gelehrtenrep. (1774) 3; das so viel wüstes volk und loser pöbel seyn Weichmann
poesie d. Niedersachsen 1, 38; ein süszer klang, dem ohre des blöden volks unmerklich Ramler
lyr. ged. 136. 12@cc)
in der verbindung das gemeine volk
haben sich beide begriffe verschlechtert, denn ursprünglich ist das gemeine volk
die gesammtheit in ihrer staatlichen bedeutung, wobei dann zunächst bevorrechtete ausgeschieden werden. die herabsetzende anwendung kann stärker oder schwächer betont sein, je nachdem ein gegensatz der abneigung oder nur die vorstellung der vermeintlich natürlichen und gottgewollten gliederung vorliegt. über die entwicklung von gemein
in dieser und ähnlichen verbindungen s. th. 4, 1, 2,
sp. 3202
ff., bes. 3207:
vulgus, gemeyn volck Diefenbach
gloss. 632
c;
publicum, gemain volck 470
c; das gemeyn volck,
plebs Dasypodius 449
a; es ist kein rasender thier als das gemeine volck Kramer
teutsch-it. dict. (1702) 2, 1206
c; das gemeine volck,
vulgus, plebs Steinbach 2, 901; wens aber eine seele vom gemeinen volck versihet
3. Mos. 4, 27; allweg hab ich uffruor vermitten und nit wöllen des gemeinen volcks entbörung ursach geben Hutten 1, 418
Böcking; ain gemain volckh, das on allen rat und weiszhait ist Berthold v. Chiemsee
t. theologey 12 (1852); solche sachen .., die dem gemeinen volck täglich vorgehen Buchner
anleitung z. d. poeterey (1665) 10; welche dem gemeinen volcke nur eines, den fürsten aber mehr weiber zu heyrathen erlaubten Lohenstein
Arminius 1, 14
b; ich habe bey dieser gelegenheit das gemeine volck näher kennen gelernt, und bin aber und abermal vergewissert worden, dass das doch die besten menschen sind
d. junge Göthe 4, 26
Morris; gleiche stimmung in einem der ersten briefe des Werther (15.
mai 1771); auf gemeine weise nach solchen begriffen, wie das gemeine volk, wenn es diese experimente sähe, sie sich vorstellen könnte II 2, 209
W.; obwohl er nicht sehr zugänglich war, so liebte er doch das gemeine volk Ranke
w. 2, 19; vor unse borger unde des gemenen volkes wolfart
des dodes danz 694; vom fegfür ist grüwlich ze sagen, dasz man das gmein volk mög erschrecken
N. Manuel
s. 34, 97
Bächtold; bey gemeinem volck und grosen herrn ward er gehaltn in allen ehrn Krüger
Clawerts werckl. hist. 4
ndr. leute (
s. oben 9): unterschiedliche tische mit auch unterschiedlichen standsleuten besetzt, doch alle von gemeinen volck Grimmelshausen 3, 417
lit. ver. 12@dd)
veredlung des begriffes tritt im 18.
jh. mit der erschütterung des rationalismus ein: der abkehr von dem [] stolz auf verstandeskultur u. '
gebildete'
dichtung entspricht ein wachsendes interesse für das innere leben des volkes, seine sitte, dichtung u. weisheit (
s. volkslied, -märchen),
man sieht in dem volke
den unbefangenen, kern- und wurzelhaften, unverbildeten, characteristischen theil der gesellschaft; das volk
wird unter umständen wie ein individuum gedacht, man spricht von volksmund, volksseele, -bewusztsein, -character, -gedächtnis, -gefühl, -geist, -gemüth, -genius, -herz, -körper, -persönlichkeit, -phantasie, -stimme: dasz Ossians gedichte lieder des volks, lieder eines ungebildeten sinnlichen volks sind Herder
w. 5, 160
S.; die philosophen müssen erst wieder volk werden, um nützliche gedanken unter dem schleier der allegorie zu lieben Göthe
w. 40, 207
W.; das volk hat den stoff schon ganz ... zubereitet dem dichter übergeben O. Ludwig
schr. 5, 213 (1891); die weisheit des volkes suchen wir in seinen sitten, sagen, liedern und gebräuchen Riehl
deutsche arbeit (1861) 177; wie das volk spricht,
titel eines buches von E. Höfer; denn jeder seelenzustand macht sich gedanken, wie das volk sagt O. Ludwig
ges. schr. 5, 166; des volks stimm ist gottes stimme
discourse d. mahlern 2, 67; des volkes mund ist gottes mund Arnim
w. 5, 338; du glaubst doch nicht, dasz ich verächtlich von des volkes stimme denke Lessing
Nathan 3, 5. 12@ee)
gemeinschaft der bewohner eines landes, die durch abstammung, sprache, staatliche ordnung mit einander verbunden und gegen andere solche gemeinschaften dadurch abgegrenzt ist, s. die bemerkungen unter 12.
vor allem ist sprache und abstammung betont: das jüdische volk,
zerstreut unter anderen völkern lebend. andererseits können unter dem deutschen volke
nur die im deutschen reich lebenden Deutschen, mit ausschlusz der Deutschen in Österreich, verstanden werden, und die deutschen Schweizer bilden mit ihren französischen und italienischen landsleuten ein volk: man hat in neuern zeiten dies wort, wie sonst, häufig gebraucht ohne allen verächtlichen nebenbegriff ... man spricht und lieset vielfach von dem brittischen, französischen, schwedischen, spanischen
etc. volke. nur an einem deutschen volke hat es leider gefehlt, und man musz hoffen, dasz eins aus den trümmern des deutschen reichs einst erstehen werde Campe;
man spricht neben dem deutschen volke von preuszischen, bayerischen, würtembergischen volke; das volk von Bayern
bayer. verf.-urkunde vom 26. 5. 1818
einl. (
s. völkerschaft).
in diesem sinne kämpft das wort mit dem fremdwort nation (
siehe dieses th. 7,
sp. 425),
in dem die vorstellung des einigenden scharf ausgeprägt ist. mit volk
dagegen kann auch blosz die einwohnerschaft als menge gemeint sein, eigenthümlich: in der gesammtheit des volkes dieser nation Ranke
werke 17, 3 (
nach einem englischen text, people, nation);
auch bevölkerung eines theilgebietes oder einer stadt: volck (das) gemeind und burgerschafft einer statt Maaler 471
d;
die politische bedeutung kann betont werden; die gesetzgebende gesammtheit, mag sie grosz oder klein sein: ob uns der see, ob uns die berge scheiden, und jedes volk sich für sich selbst regiert (=
Uri, Schwyz, Unterwalden) Schiller
Tell 2, 2.
andererseits wieder das verhältnis zum wohngebiet (land und volk)
oder die vorstellung der einwohnermenge tritt mehr hervor: in nachvolgt alles volke der ganczen stat Arigo
decam. 27; wie kein mensch ohne mängel, also kein volck, wie kein volck also kein land Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 521; je besser land, je böser volck Pistorius
thes. paroem. 278; die eigenheiten des meissnischen volkes Adelung
magaz. f. d. deutsche sprache 2, 1, 13; niemand sprach mehr deutsch, obgleich nur einige stunden uns von einem deutschen volke trennten Pückler
briefw. u. tageb. 2, 162; das volk von Paris, durch die prediger der Sorbonne in anticalvinistischer stimmung gehalten Ranke
werke 8, 143; die Westphalen müssten doch ein greulich dummes volk sein Droste-Hülshoff
briefe an Schücking 181; der kern und der glanz des volkes (
von Seldwyla) besteht aus den jungen
[] leuten von etwa zwanzig bis fünf-, sechsunddreiszig jahren Keller
w. 3, 3
Enders, fragodun fiunda barnhuilikes folkes he uuari
Hel. 4972; getrewe hirten und hüter sein, über das volk und land gemein Rollenhagen
froschm. (1595) a 4
a; in jenen schreckensläuften wo menschenfluthen land und volk ersäuften Göthe
w. 15, 16
W.; hat's lang verdient ums volk von Unterwalden Schiller
Tell 1, 1; das römische volk,
populus romanus Stieler 2386; ein freyes, reiches, berühmtes volck Steinbach 2, 901; ich wil dich zum grossen volck machen
1. Mos. 12, 2; so sey euch und allem volck von Israel kund gethan
ap.-gesch. 4, 10; das volck Zion wird zu Jerusalem wonen
Jes. 30, 19; ein volck wird sich erheben uber das ander
Luc. 21, 10;
philistijm, unbeschnitten volck Diefenbach
glossar. 235
a; denn wyr deutschen sind eyn wild, rho, tobend volck, mit dem nicht leychtlich ist etwas anzufahen, es treybe denn die höhiste not Luther
w. 19, 75
W.; wie sawr wirdt mirs, dein (
gottes) euangelium mit vollem schwanck in das teutsche volck zubringen Vogelgesang - Cochläus
gespräch v. d. trag. Joh. Hussen 14; volck oder nation 19; eines mannes narrentheydung, wird oft eines gantzen volcks meynung Lehmann
florileg. polit. (1662) 2, 531; eine sprachkunst überhaupt ist eine gegründete anweisung, wie man die sprache eines gewissen volkes ... richtig und zierlich, sowohl reden, als schreiben solle Gottsched
sprachk. 1; welches volk der erde ists, das nicht einige cultur habe Herder
werke 13, 4
S.; die Franzosen sind ein singendes volk Gerstenberg
rez. in der hamburger n. ztg. 42
dtsche. lit.-denkm.; unter einem ganz sinnlichen volcke (
dem italienischen) zu leben Göthe
br. 8, 38
W.; nach dem schönsten lande der welt, und zu dem edelsten volk — nach Spanien Pückler
briefw. u. tageb. 1, 311; ein niedriger hügel, voll brombeerranken und wilder rosenbüsche, ein grabmal unbekannten volkes Storm
w. 1, 99; wenn ein volck ie nit buss wil würcken, so schickt Gott den blutdursting Türcken H. Sachs 11, 130
lit. ver.; seinem volk ist reich und weise vielleicht das nämliche Lessing
Nathan 1, 6; wir wollen seyn ein einzig volk von brüdern Schiller
Tell 2, 2; verfluchtes volk! kaum bist du frei, so brichst du dich in dir selbst entzwei Göthe
w. 5, 114
W. (
d. Teutschen u. d. Deutschen); das volk steht auf, der sturm bricht los Körner
männer u. buben; was habt ihr denn noch groszes allgemeines? welch band, das euch als volk zusammenschlieszet? Rückert
w. (1867
ff.) 1, 5; du volk des zorns, das du hast unterm beile erst lassen deinen eignen könig bluten 1, 35.
die Deutschen konnten früher als das volk der dichter und denker
bezeichnet werden, s. Büchmann
geflügelte worte 25 123,
zschr. f. d. wortf. 8, 5; 124; das volk in waffen,
die gesammtheit im wehrdienst nach allgemeiner wehrpflicht, im gegensatz zum geworbenen heere; als politisches schlagwort auch im gegensatz zum stehenden heere (
vgl. volksbewaffnung, volkswehr): ein ganzes volk in waffen ist an majestät dem kaiser ebenbürtig
graf Kaunitz zu Josef II. (Büchmann
gefl. worte 25 506;
s. Wander
d. sprichw. lex. 4, 1680.
die vorstellung des ganzen tritt scharf hervor in wendungen wie die höheren schichten des volkes, die besten, edelsten des volkes, im volke,
wendungen, die gemieden werden, solange die herabsetzende bedeutung des wortes empfunden wird: mittler zeit hat er sich zum adel und fürnembsten des volks verfügt Boltz
Terenz (1539) a 4
b; die versammlung aller priester und ältesten im volk Klopstock
Messias 4, 14;
[] und den flusz hinauf, hinunter ziehn die schatten tapfrer Goten, die den Alarich beweinen, ihres volkes besten toten Platen
w. 1, 6
Hempel; die besten seh' ich meines volks, die ersten, an mir vorüber auf das schlachtfeld jagen Strachwitz
lieder eines erwachenden, prolog; und ihr erlesene vom volk Judaias Rückert
w. 1, 6 (1867
ff.).
in besonderer wendung: sihe es ist einerley volck (=
volksgemeinschaft) und einerley sprach unter jnen allen
1. Mos. 11, 6. 12@ff)
sehr häufig ist in der neueren sprache der plural von volk
in der unter e
dargestellten bedeutung: völcker ungleycher sprach Maaler 471
a; kriegerische völcker; fremde völcker überwinden Steinbach 2, 901; alle völcker auff erden
1. Mos. 18, 18; horet zu alle völcker; mercket auf alle die in dieser zeit leben
ps. 49, 2; darumb gehet hin, und leret alle völcker
Matth. 28, 19; du hast sy geben in die hend der völkeren des erdtrichs Zwingli
von freiheit d. sp. 31
ndr.; das man jederzeit bey allen volckern vor gewisz geglaubet habe Opitz
poet. 9
ndr.; dreyerley völker (
Samariter, Philister, Sichemiten) Logau
sinnged. 1, 6, 23
lit. ver.; den Spaniern, und andern auszländischen völckern Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 582; aller neuern polirten völker Lessing
w. 10, 189
M.; dasz wir mehr völker des erdbodens kennen, als die alten kannten Herder
w. 25, 81
S.; der gesammtgeist aller cultivierten völker Europa's 22, 7; er wirft einen blick durch das menschengeschlecht, vergleicht völker mit völkern Schiller
schr. 3, 521
Gödeke; der übergang zu Herders leistungen führt uns auf dessen schöne eigenschaft: die stimmen aller völker zu vernehmen Göthe
w. 16, 238
W.; über den von Herder
geprägten titel für eine neuausgabe der '
volkslieder'
s. H. Meyer
in seiner einl. zu den volksliedern lxxxvi
d. N. lit.; schiffe jeder grösze und aller völker Steffens
was ich erlebte 1, 63; zwey völcker sind in deinem (
Rebeccas) leib, zweyerley leut sich schaiden werden ausz deinem leib allhie auf erden H. Sachs
w. 1, 90
lit. ver.; der völker gedanken, so zuo bösem wanken Melissus
psalmen 119
ndr.; tyrannen, die ihr dürstet nach freyer völker blut Kretschmann
w. 1, 63 (1784); wenn sich die völker selbst befreyn, da kann die wohlfahrt nicht gedeihn Schiller
schr. 11, 317
Gödeke; völker verrauschen, nahmen verklingen 14, 26; und altar des lieblichsten danks wird ihm des gefürchteten gipfels schneebehangner scheitel, den mit geisterreihen kränzten ahnende völker Göthe
w. 2, 64
W.; wenn hinten, weit, in der Türkei, die völker auf einander schlagen
Faust I 4,
vor dem thor; völker Europas, wahret eure heiligsten güter kaiser Wilhelm II.,
s. Büchmann
gefl. worte 25 556.
im engeren sinne von stämmen: da diese völker (
Alemannen und Bayern) in ihrem vaterland mit Römern und Galliern ganz unvermischt lebten
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen (1778
ff.) 1, 307; alle deutschen völker waren ackerbauend Eichhorn
d. staats- u. rechtsgesch. 1, 46 (1821); wer zählt die völker (
der Griechen), nennt die namen, die gastlich hier zusammen kamen Schiller
schr. 11, 243
Gödeke. kleinere, sich selbst regierende gemeinschaften gleicher heimat und sprache: was ist's, das die drei völker des gebirgs hier an des see's unwirthlichem gestade zusammenführte in der geisterstunde
Tell 2, 2. 12@gg)
die Juden sind das volk gottes,
das auserwählte volk: ir bint plebs dei, Gotes folch Notker
ps. 81, 2;
[] der hertzog, der uber mein volck Israel ein herr sey
Matth. 2, 6; wohl dem volck, des der herr ein gott ist, das volck, das er zum erbe erwelet hat
ps. 33, 12; wann die iuden sprachen: wir sein daz volck gotz
erste d. bibel 2, 6
lit. ver.; dem gantzen Israel, als seinem eigenthumblichen eygen volcke Mathesius
Sarepta (1571) iii
a; bey den alten heyden fand man so wol solche exempla, als bey dem auszerwehlten volck gottes Grimmelshausen
Simpl. 10
ndr.; Goliat grosz er überwant, der Gottes volck gehönet het H. Sachs
w. 1, 214
lit. ver.; das usserwelte volck der juden
Endinger judenspiel 23
ndr.; wiszt ihr, Nathan, welches volk zuerst das auserwählte volk sich nannte Lessing
Nathan 2, 5.
dieses verhältnis wird auf die christen
übertragen, sie sind nun das volk des herrn,
den die juden verworfen haben: schirm und regier das adelich und hocherkoufft christlich volck sunderlich der teutschen nation Eberlin v. Günzburg
schr. 1, 2
ndr.; das Christus wird in kurtzer zeit die gantze welt mit fewr anzünden und seinem volck ein bessers gründen Ringwaldt
lauter warheit b 2
b; deren lust allein ist Gottes volck zu schaden Weckherlin
ged. 1, 424
lit. ver.; hör' auf deines volkes flehen, heiland lasz vorüber gehen deiner kirche todeswehen Schenkendorf
ged. 1 (1815).
andererseits wird schon in alter sprache die religiöse gemeinschaft durch volk
bezeichnet, ohne dasz dabei immer an das alttestamentarische verhältnis unmittelbar angeknüpft zu werden braucht: ik fargiBu thi himiles slutilas, that thu most aftar miallun giuualdan kristinum folke
Hel. 3074; wie es doch jmmer mehr kome, das solche unzüchtige und unehrliche kleidung sonst bey keinem volck erfunden, als allein bey den christen Musculus
hosenteufel 19
ndr.; sind wir unser volk? was heiszt denn volk? sind christ und jude eher christ und jude als mensch? Lessing
Nathan 2, 5; ik bin nig van juwen volke,
von eurer religion brem. wb. 1, 436; gottes volk,
die armen Lexer
mhd. hdwb. 3, 437 (
Elis. 6307). 12@hh) volk
als beherrschte masse, im gegensatz zur regierenden gewalt: ein fromme oberkeit, so jhr volck beschirmt für den tyrannen und bösen buben Er. Alberus
fabeln s. 3
ndr.; wie sich verhelt die obrigkeit, also sich auch das volck erzeigt Fr. Wilhelm
sprichw. reg. (1577) g 2
a (163); beyde regiment des volks, geistlich und weltlich Liscow
sat. u. ernsth. schr. (1739) 19; ist der staat dem volk ein treuer vater B. v. Arnim
dies buch gehört d. könig 2, 316; kampf zwischen regierung, regierungstruppen und volk
briefe von u. an Herwegh 116. fürst, könig und volk;
aufruf des königs von Preuszen Friedrich Wilhelm III. im j. 1813: an mein volk; wie wol die fürsten von Bairen streng und gesteuft hielten ob irem volck Knebel
chronik v. Kaisheim 432
lit. ver.; das volck kan ohne könig seyn, aber kein könig ohne volck Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 594; auszer dem oberherren ist im staate alles volk, im weitesten verstande Adelung; überhaupt werden wenige menschen so oft beleidigt, als recht viele auf einmal; und ein volk häufiger und gröber, als dessen fürst E. Th. A. Hoffmann
w. 1, 4
Griseb.; einem monarchen zu dienen, der in eintracht leben wollte mit seinem volke Ebner-Eschenbach
schr. 4, 5; wie vil dem armen volck gebrist, des künig noch ein kindlin ist Murner
narrenbeschw. 94 (27, 23
ndr.; [] durchlauchter marggraf, dein verstand beglückt durch dieses segenspfand dein treues volk und die provinzen Gottsched
ged. (1751) 1, 63; zur lust ist nicht die krone geschaffen, des volkes last, in sie geknüpft, drücket und eitert zuletzt Herder
werke 27, 32
S.; für seinen könig musz das volk sich opfern, das ist das schicksal und gesetz der welt Schiller
jungfr. v. Orl. 1, 5; ihren zügel zerreiszen deine (
Philipps) völker
dom Karlos 1, 1; sieht nun fürst und volk geborgen Göthe
w. 2, 155
W. die patriarchalische auffassung dieses verhältnisses führt zum vergleich mit hirt und herde: sceptertragende monarchen, hirten der völker Schiller
jungfr. v. Orl. 3, 4.
die ausdrücke sind dem Homer
nachgebildet (
σκηπτοῦχοι βασιλῆες,
ποιμένες λαῶν).
gegensatz: mit dem volke soll der dichter gehen, also les' ich meinen Schiller jetzt Freiligrath
ein glaubensbekenntnis 64 (drum soll der sänger mit dem könig gehen Schiller
jungfr. v. Orl. 1, 2). 12@ii)
durch die französische revolution und die von ihr ausgehende liberale bewegung erhält volk
eine bestimmte staatsrechtliche bedeutung: die gesammtheit aller staatsbürger unter aufhebung aller standesrechte; insofern die gesammtheit als ursprung aller staatsgewalt gilt, findet diese auffassung ihren reinen ausdruck nur in der staatsform der republik (das suveräne volk; volkssuveränität): die staatsgewalt geht vom volke aus
verf. d. d. reiches v. 1919
art. 1.
die stärke der monarchie in Deutschland rief die kompromisse des bürgerlichen liberalismus hervor, wobei die staatsgewalt in verschiedener weise zwischen fürst und volk aufgetheilt wird. infolge der hier nothwendiger weise entstehenden kämpfe erhielt volk
den klang eines politischen parteiwortes; es umschlosz gewissermaszen die forderungen der demokratie, die vertreter einer starken monarchie liebten es nicht und verwandten für die gesammtheit der staatsbürger lieber das wort nation,
während volk
für die opposition einen berauschenden klang hatte: ich gehe in das volk Freytag
w. 2, 132;
bezeichnend ist, dasz die censur in der vormärzlichen zeit eine wahre angst vor dem worte volk
hatte, sodasz einmal sogar einem harmlosen sprachreiniger nicht gestattet wurde, statt kavallerie pferdevolk (
nd. peervolk,
s. oben unter 1)
zu schreiben nd. korr.-bl. 36, 93.
in den debatten der Paulskirche kann beobachtet werden, dasz einzelne redner die anwendung von volk
in staatsrechtlichem sinne meiden u. von der nation
sprechen. die entwicklung der bed. von volk
im höchsten sinne ist mit dem fortschreiten u. dem siege der ideen der demokratie natürlich nicht erschöpft: philosophische speculation, eine litteratur groszen stils u. deutscher prägung, die freie entfaltung aller geistigen und wirthschaftlichen kräfte im 19.
jh., ungeheure erschütterungen und umwälzungen von den freiheitskriegen an gerechnet haben ihre wirkungen auf bedeutungs- und stimmungsgehalt dieses wortes gehabt, die so mannigfaltig und wechselnd sind, dasz eine umfassende darstellung durch belege hier nicht möglich ist: das volk ist eine idee. wir sollen ein volk werden. ein vollkommener mensch ist ein kleines volk. echte popularität ist das höchste ziel des menschen Novalis
schr. 2, 121
Minor; für mich ist 'volk' eine einheit der seele ... einen andern inhalt des wortes volk giebt es nicht. weder die einheit der sprache noch der leiblichen abstammung ist entscheidend. was ein volk von einer bevölkerung unterscheidet, es aus dieser abhebt und wieder in ihr aufgehen lässt, ist stets das innere erlebnis des 'wir'. je tiefer dieses gefühl, desto stärker ist die lebenskraft des verbandes Spengler
unterg. d. abendlandes 2, 197.
[] 1313)
von der ursprünglichen bedeutung (
heeresabtheilung, -haufe)
ausgehend als bezeichnung einer geschlossenen menge von thieren, bes. vögeln. weidmännisch am häufigsten von rebhühnern, '
nicht allein ein bey einander befindlicher hauffe, sondern auch eine brut, die alten mit ihren jungen' Adelung;
ebenso in technischer sprache von einem schwarm bienen: ein volk rebhüner Stieler 2386; volk, gebrauchen die jäger von einem nest voll rebhüner, die noch mit einander fliegen Frisch 2, 405
c; volk, bei vielen arten von wildgeflügel, kitte, kette, gesellschaft, familie Behlen
forst- u. jagdk. 6, 167; die von einer wilden ente ausgebrüteten jungen werden volk, an manchen orten auch schoof genannt. bei den hühnerartigen vögeln nennt man dies: kette Hartig
lex. f. jäger 573; nicht in schaaren oder völckern, wie die reb-hühner Fleming
t. jäger (1719) 147; es hat dieser vogel (
das rebhuhn) die art, dasz er bey anbrechendem morgen drey unterschiedenmal, und zwar iedesmal zehen- und mehrmal rufet, und dabey ein wenig fortflieget, bisz er das drittemal gefallen, daselbst bleibet er auf den tag auf den (!) volck, und weidet sich so lange, bisz er etwa gesprenget wird Göchhausen
notab. venat. (1741) 81; ein volk tauben Fontane
werke I 4, 5; flogen die wasservögel in ganzen völkern auf I 2, 401; blickte zur first des wohnhauses hinauf, wo ein volck von sperlingen sein wesen trieb Storm
w. 3, 24; hönerfolk,
hühnerherde ten Doornkaat-Koolman 1, 534
a; vogele ein michel volc
gr. Rudolf 20, 14.
der weidmännische ausdruck wieder auf menschen bezogen: in einer geschlosznen (ja zusammengeschlosznen) gesellschaft und rebhühnerkette oder 'volk' von spitzbuben Jean Paul
w. 34, 81 (1827). Aristoteles spricht, der peinen künig erschainent niendert auzwendig der vaz ain, si haben dann ain grôz volk pinen mit in Megenberg 290, 36; lasz' ins unendliche wachsen das schwärmende volk und die zellen, welche aus wachs sie baun, fülle mit nektar süsz Arndt
w. 6, 63
Meisner; wie wenn von emsigen bienen oder hummeln geschäftge völker sich im lindenbaum tummeln Spitteler
olymp. frühling 2, 269.
ungeziefer: setzen sie (
läuse) in ihre kutten, und hierauf wird solch ihr kleid in kurtzer zeit mit einer unzehlichen menge solcher völker besaamet und besetzet Sperling
Nicodemus quaerens 2, 653 (1719); denn mir bleiben weit mehr die nebel des traurigen nordens, als ein geschäftiges volk südlicher flöhe verhasst Göthe
w. 1, 253
W. verhüllend: volk auf dem kopf haben,
läuse Fischer
schwäb. 2, 1623. 1414)
in solcher übertragung allgemein, wobei bald die vorstellung einer menge, bald die einer art hervortritt oder auch beides sich vereint: die eimeisen, ein schwach volck, dennoch schaffen sie im sommer jre speise, caninichen, ein schwach volck, dennoch legts sein haus in den felsen
sprüche 30, 25—26; wer ist das erste volk? ihr seids! die vögel sind das urälteste geschlecht Göthe
w. 17, 101
W.; der vögel leichtes volck mit lieblichem gesang schreyt uberlaut Opitz
teutsche poemata 28, 68
ndr.; das leichte volk der luft, das zwitschert, schreyet, pfeift und ruft Triller
poet. betracht. 1, 17.
im bilde: sieh! das gebändigte volk der lichtscheu muckenden kauze kutscht nun selber, o Kant, über die wolken dich hin Göthe
w. 4, 123
W. fische: das volk des meers erschrak E. v. Kleist
w. 1, 83 (1760).
andere thiere, freie anwendung: es läszt sich itzt von weiten der erbfeind ihres volkes (
der ratten) sehn Hagedorn
w. 2, 16 (1764);
[] am fusz der wüsten Partherfelder schlug könig löw' und meister bär den richtstuhl auf: das volk der wälder stund nach der ordnung um sie her Lichtwer
schr. (1828) 23; es wohnt' im selben eichenwald ein volk von wildpret mannichfalt Rückert
w. 1, 109 (1867
ff.).
kühnere übertragung: der bäume volk, das aus der erden mit schwachen sprossen dort sich drängt J. A. Schlegel
bei Campe; wenn aller blumen volck wird seyn gegangen ein Fleming
ged. (1651) 41; dem gedrängten, schwülen volke der hyazinthen Bartsch
gesch. v. d. Hannerl 60; wie lustig sich mit täntzen das volck der sternen macht
Königsb. dichterkr. 165
ndr.; die stunden sind aber ein faules volk! schleppen sich behaglich träge Heine
w. 1, 30
Elster; zwei ungeheuere kolonnaden ... ein volk von statuen tragend Jean Paul
w. 24, 80 (1827). 1515)
von groszem interesse für die bedeutungsgeschichte des wortes sind die zusammensetzungen, deren erster bestandtheil volk- (volks-)
ist. sie bestätigen die allgemeinen oben dargestellten beobachtungen. die altgermanischen zustände begünstigen solche zusammensetzungen, zahlreich sind sie in der nordischen dichtersprache, wobei folk-
in kriegerischer bedeutung erscheint (
s. oben unter 1),
das ags. bietet auch eine grosze anzahl von zusammensetzungen, in denen folc-
ethnischen oder staatsrechtlichen sinn hat oder eine grosze menge bezeichnet, zu beachten ist die verbindung mit suffix folcisc.
im älteren deutschen finden sich dagegen nur auszerordentlich wenig entsprechende bildungen (Graff 3, 506. 507; Lexer 3, 437),
neben der eigentlichen composition tritt uneigentliche auf (volchis wîges
exod. 137, 20
Diemer; in volkes stürmen
Nib. 1965, 3; volkes trôst 1957, 1).
im älteren nhd. beginnen sich die zusammensetzungen zu mehren. eine gruppe mit volk-
in kriegerischem sinne, wie volkabdankung, -werbung, -verlieren, volkmächtig
u. a., veraltet wieder mit dem zurücktreten dieser bedeutung. das 18.
jh. entfaltet und vertieft den gebrauch des wortes volk
in stärkstem masze, dem entspricht die fülle der nun gebildeten zusammensetzungen: Adelung
bringt als stichwort nur volkreich,
unter volk volksroman, volkslied, Campe
verzeichnet schon über 100
hierher gehörender bildungen, nach seiner art willkürlich, so dasz wichtige, im 18.
jh. entstandene verbindungen fehlen. die bedeutung des wortes volk
in der politischen, socialen und allgemeinen kulturentwicklung der neuzeit bedingt ein weiteres anwachsen der usuellen zusammensetzungen und eine unbegrenzte freiheit in der bildung neuer. — J. Grimm
gr. 2, 615
nennt als gangbare '
fehlerhafte uneigentliche composita mit erstem starken subst.'
die mit volks-
statt volk: volksthum, -sage, -lied.
bei der verbindung zweier subst. ist volks-
im gebrauch der gegenwart herschend, auch in zusammensetzungen, wo ältere eigentliche composita bezeugt sind. Campe
bringt mehrfach doppelformen, vgl. z. b. -beherrscher, -beschreiber, -führer, -verführer, -vertreter
und andere wörter dieses typus. schon im mhd. findet sich zusammensetzung mit dem part. präs. (volcvridende Lexer 3, 437)
wie sie im nhd. beliebt ist, auch hier dringt das s
ein (volksbildend, -beglückend);
der poet. sprache gehören zusammensetzungen mit dem part. prät. an, s. volkerfüllt, -gefüllt; volkbesät Stolberg
ges. w. 5, 251; volkentsprosst Droysen
Äschylus werke (1841) 58,
aber z. b. volkserkorner Weber
dreizehnlinden 235, volksentstanden
zs. f. d. unterr. 28, 581 (A. Götze); volkverzierte nischen Göthe
werke 13, 34
W. beim adj. halten sich einige eigentliche composita; volkreich, -arm, -leer,
andere schwanken, volk-
u. volksmässig, volk-
und volkswidrig
u. a. aus rhythmischen gründen kann der erste bestandtheil in voller genitivform erscheinen: [] Menelas mit volkeswogen kommt auf euch herangezogen Göthe
w. 15, 1, 217
W.; wir singen auch von volkesheil Hebbel
w. 1, 311
Werner. während bei den loseren verbindungen der sinn des ersten bestandtheils durch den zusammenhang bestimmt wird, kann bei usuell gewordenen eine beschränkung eintreten, z. b. bei volksbibliothek,
bibliothek für die grosze masse der minder gebildeten; manches hat sich erst allmählich festgesetzt, volkszeitung
z. b. will Campe
auch im sinne von nationalzeitung
brauchen, bei anderen wörtern ist die sinngebung unsicher. in der folgenden auswahl sind gelegenheitsbildungen meist nicht aufgenommen, nur die älteren belege sind reichlicher gegeben; decomposita und verbindungen mit fremdwörtern bleiben im allgemeinen ausgeschlossen. die auswahl enthält nach dem zweiten bestandtheil geordnet sowohl die eigentlichen wie die uneigentlichen composita, letztere nicht ausgeschrieben, ferner die zusammensetzungen, deren zweiter bestandtheil ein suffix ist.