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Volk

mnd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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35 in 21 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Volk Das

Bd. 5, Sp. 433a
Das Volk, — es, Mz. Völker; Vw. Völkchen, Völklein, überhaupt eine unbestimmte Menge, eine Vielheit. Der Bäume Volk, das aus der Erden (Erde) Mit schwachen Sprossen dort sich drängt. I A. Schlegel. I engerer Bedeutung, von lebenden Geschöpfen. 1) Als ein Sammelwort und meist ohne Mehrzahl, eine Menge beisammen befindlicher lebender Geschöpfe. So nennen die Jäger mehrere beisammen befindliche Rebhühner, Hasel= oder Birkhühner, wie auch die Alten von diesen Thieren mit ihren Jungen ein Volk Rebhühner, Haselhühner. Am häufigsten gebraucht man es von einer Menge beisammen befindlicher Menschen, in verschiedenen Verhältnissen und Beziehungen. So nennte man und nennt man in einigen N. D. Gegenden, bei den Bauern, die zu Einem Geschlechte, Einer Familie gehörenden Personen ein Volk. So nennt man in Scherz auch noch seine beisammen befindlichen Kinder oder Untergebenen  sein Völkchen. »Nun will ich mein Völkchen ins Feld treiben.« Weiße. I gemeinen Leben einiger Gegenden verstehet man darunter das Gesinde. Daher Volksbrot, Volkskost. S. d. Häufiger, aber auch nur im gemeinen Leben, gebraucht man Volk von Soldaten, Truppen. Viel Volk auf den Beinen haben. Unter das Volk gehen, unter die Soldaten. I diesem Sinne gebraucht man selbst auf unbequeme Art die Mehrzahl. Die preußischen Völker, die preußischen Truppen. Kriegsvolk, Kriegsvölker. Nichts bessers weiß ich mir an Sonn= und Feiertagen, Als im Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, Wenn hinten, weit, in der Türkei, Die Völker auf einander schlagen. Göthe. Das Schiffsvolk, auch nur das Volk, die Mannschaft auf einem Schiffe. Am gewöhnlichsten ist es von jeder, an Einem Orte beisammen befindlichen Menge. »Eine Stadt voll Volks.« Es. 22, 2.[] »Viel Volk folgte Kristo nach.« Matth. 8, 1. I dieser Bedeutung gebraucht man es nur noch in der niedrigen Sprechart. Es war viel Volk in der Kirche, auf dem Schauplatze , oder von geringen Personen, und in verächtlichem Sinne. Es drängte sich viel Volk herbei. Es folgte ihm viel Volks nach, wo es selbst in Hamburg vom Leichenzuge gebraucht wird. Laß dich doch mit solchem Volke nicht ein! Es ist liederliches Volk. Dich wird in Zukunft ein Volk, ein Volk der Schmeichler belagern, Die Pest der großen und glücklichen Welt. Gellert. Zuweilen, jedoch auch ohne üblen Nebenbegriff von mehrern Personen Einer Art. Ein lustiges, munteres Völkchen. Ih muß dich nun vor allen Dingen I lustige Gesellschaft bringen, Damit du siehst, wie leicht sichs leben läßt, Dem Volke hier wird jeder Tag ein Fest. Göthe. Und weiter unten von derselben lustigen Gesellschaft. Den Teufel spürt das Völkchen nie, Und wenn er sie (es) beim Kragen hätte. Göthe. Hieher gehören auch die Zusammensetzungen Mannsvolk, Frauenvolk, Bettelvolk  Oft versteht man unter dem Volke auch den großen, gemeinen Haufen der Bewohner eines Landes, wo man es noch von der folgenden Bedeutung unterscheidet, und nur im gemeinen Leben und mit einem verächtlichen Nebenbegriffe gebraucht. Das gemeine Volk. Unter dem Volke ist diese Meinung sehr im Schwange. Ih höre schon des Dorfs Getümmel, Hier ist des Volkes wahrer Himmel, Zufrieden jauchzet groß und klein. Göthe. Diese letzte Bedeutung von dem Mehrtheile eines Volkes, welcher begreiflich auch der rohere und ungebildetere ist, hat es seitdem bekommen, als unter dem Volke sich manche durch vorzügliche Eigenschaften auszeichneten, sich über das Volk erhoben, von demselben absonderten und sich für vornehmer und besser als dasselbe hielten. Dies war schon bei den Römern der Fall, wo sich Senat, Ritter, und edle Familien vom Volke unterschieden (nicht allein von plebe, sondern auch von populo, in dem, Senatus populusque romanus). 2) Ein aus vielen Menschen, welche unter derselben Regirung und in einerlei Staatsverfassung leben und gewöhnlich auch eine und dieselbe Sprache reden, bestehendes Ganzes, wo dann von mehrern Ganzen dieser Art auch die Mehrzahl Statt findet. »Alle Völker auf Erden.« 1 Mos. 18, 18. »Ein Volk wird sich empören über das andere.« Matth. 21. 9. »Die Menschen, womit Deukalion und Pyrrha das alte Gräcien bevölkerten, waren anfänglich ein sehr rohes Völkchen.« Wieland. Das ägiptische, indische, griechische, römische Volk. Man hat in neuern Zeiten dies Wort, wie sonst, häufig gebraucht ohne allen verächtlichen Nebenbegriff, welcher nach Ad. von dem Gebrauche desselben abgehalten und das fremde Wort Nation und das einen andern Begriff enthaltende Völkerschaft gebräuchlicher gemacht haben soll, wie dies auch die meisten der folgenden Zusammensetzungen beweisen. Man spricht und lieset vielfach von dem brittischen, französischen, schwedischen, spanischen  Volke. Nur an einem deutschen Volke hat es leider gefehlt, und man muß hoffen, daß eins aus den Trümmern des deutschen Reichs einst erstehen werde. Die Zusammensetzungen mit diesem Worte werden sowol mit der Einzahl Volk, Volks, als auch mit der Mehrzahl Völker — gemacht, mit dieser, wie es scheint, zuweilen den Begriff der Menge zu verstärken, oder den Nebenbegriff, welcher mit Volk in der ersten Bedeutung oft verbunden ist, zu vermeiden, z. B. Völkerfürst, Völkerhirt, Völkerreich, Völkerweidend, Völkerwimmelnd 
5162 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    volkN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +14 Parallelbelege

    volk , N. nhd. Volk, zusammengehörige Gruppe von Menschen, Kriegsvolk, Kriegsleute, Heerhaufe, Heerhaufen, Heer, Gefolge…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Volk

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Das Volk , des -es, plur. die Völker, Diminut. welches doch nur in einigen Bedeutungen gebraucht wird, das Völkchen, Obe…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Volk

    Goethe-Wörterbuch

    Volk [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Volk

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Volk (vom lat. vulgus ), dasselbe was Nation (s. d.); bezeichnet gewöhnlich die mittleren u. niederen Stände einer Natio…

  5. modern
    Dialekt
    Volk

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Volk [Fòl Pfetterhsn. ; Fòlk Su. Obhergh. ; Fòlìk Str. K. Z. Betschd. Wörth ] Pl. Völker [Fèlkər Str. ; Fèlìkər K. Z. ]…

  6. Sprichwörter
    Volk

    Wander (Sprichwörter)

    Volk 1. Aus des Volkes Mark machen die Höfe Quark. 2. Besiegtem Volk ist nicht zu trauen. Schwed. : Wunnet folk kan illa…

  7. Spezial
    Volkn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Volk , n народ , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit volk

1.165 Bildungen · 678 Erstglied · 478 Zweitglied · 9 Ableitungen

volk‑ als Erstglied (30 von 678)

Volk(s)wërben

Idiotikon

Volk(s)wërben Band 16, Spalte 1124 Volk(s)wërben 16,1124

Volkschule

SHW

Volk-schule Band 2, Spalte 837-838

volkabdankung

DWB

volk·abdankung

volkabdankung , f. , entlassung von soldaten ( siehe volk 1): zur volck-abdankung und ergebung an keiserl. majestät Francisci traursaal 3, 1…

Volkach

Meyers

volk·ach

Volkach , Stadt im bayr. Regbez. Unterfranken, Bezirksamt Gerolzhofen. an der Mündung der Volkach in den Main, über den hier eine feste Brüc…

volkähnlich

DWB

volk·aehnlich

volkähnlich , adj. : weil der geist und die gewalt der menge ... auch unwillkürlich die übrigen stände ergreift und ihnen zuerst eine volkäh…

volkalter

DWB

volk·alter

-alter , n. , zeitraum, in dem völker entstehen und vergehen: ganze geschlechter, völkeralter Lenz ged. 203 Weinhold. —

Volkarm

Campe

volk·arm

Volkarm , adj . u. adv . arm an Volk, an Bewohnern, wenig bevolket. Ein volkarmes Land.

volkaufwiegelnd

DWB

volkaufwiegelnd , part. : den volkaufwiegelnden pharisäer Lavater physiogn. fragmente 1, 88 . —

Volkbeglückend

Campe

Volkbeglückend , — er, — ste , adj . u. adv . das Volk beglückend. »— die englische — die beste und volkbeglückendste Konstitution (Verfassu…

volkbeherrscher

DWB

volk·beherrscher

-beherscher , m. Campe, neben volksbeherscher: volkbeherrscher! götter unterm monde Schiller 1, 188 Gödeke. —

Volkbeschreibend

Campe

volk·beschreibend

Volkbeschreibend , adj . ein Volk beschreibend, nach seiner Abkunft, seinen körperlichen und geistigen Eigenschaften, nach seiner Verfassung…

Volkbewimmelt

Campe

◬ Volkbewimmelt , adj . u. adv . von Volk in wimmelnder Menge bedeckt, bewohnt. — durchs volkbewimmelte Städtchen, Sonnenberg.

Volkdurchbrauset

Campe

◬ Volkdurchbrauset , adj . u. adv . vom Volke, von der Menge durchbrauset. — und volkdurchbrauseten Städten. Sonnenberg.

volkekīn

KöblerMnd

volkekīn , N. Vw.: s. völkeken*

volkelech

Lexer

volke·lech

volkelech stn. BMZ dem. u. coll. zu volc: geringes volk Berth. 84,25. 397,18. 479, 5. 12 ;

volkelîn

Lexer

volk·elin

volkelîn stn. BMZ dem. zu volc: kleines, geringes volk, plebicola Dfg. 441 c . Diem. 147,21. Berth. 83,23. völklîn Leseb. 921, 24. gemein vö…

Volkelt

Meyers

volk·elt

Volkelt , Johannes , Philosoph, geb. 21. Juli 1848 in Lipnik (Galizien), studierte in Wien, Jena und Leipzig, habilitierte sich 1876 in Jena…

volkelīn

KöblerMhd

volke·līn

volkelīn , st. N. nhd. „Völklein“, kleines geringes Volk, Pöbel ÜG.: lat. plebecola Gl Q.: Lei, Cranc (FB volkelīn), Berth, Chr, Gl, JJud (1…

volken

DWB

vol·ken

volken , verb. , bevölkern: weil die Römer ... Senogallien mit römischen einwohnern zu volcken vorhatten Lohenstein Arminius 1, 775 a ; anvo…

Volkens

Meyers

volk·ens

Volkens , Georg , Botaniker und Reisender, geb. 13. Juli 1855 in Berlin, studierte daselbst und in Würzburg Naturwissenschaften, besonders B…

volk als Zweitglied (30 von 478)

pāwesvolk

KöblerMnd

*pāwesvolk , N. nhd. „Papstvolk“, Geistliche der römisch-katholischen Kirche Hw.: s. pāwesvölkesken E.: s. pāwes (1), volk

Fußvolk

RDWB1

Fußvolk n простой народ, простой люд, соль земли идиом. , простые смертные, обычные люди, простые люди, простой человек (как обобщение)

Aantvolk

MeckWBN

Wossidia Aantvolk n. koll. Enten: dat Ahntvolk Fauder ... gewen Camm. Reg. 134.

Abendvolk

Adelung

abend·volk

Das Abendvolk , des -es, plur. die -völker, ein Volk, welches gegen Westen oder Abend wohnet; am häufigsten im Plural.

ACKERBAUVOLK

DWB2

ackerbau·volk

DWB2 ACKERBAUVOLK n. DWB2 ( vorwiegend ) ackerbau treibendes volk: DWB2 1852 in zwei lebensrichtungen, in ackerbauvölker und hirtenvölker Ha…

allerweltvolk

DWB2

aller·weltvolk

allerweltvolk n. : ⟨1813⟩ wenn wir unsere sprache aus allen sprachen brauen: so bedenke man, daß .. wir ein allerweltvolk sind, ein kosmopol…

Alpvolk

Campe

alp·volk

Das Alpvolk , des — es, Mz. die — völker, ein Volk, das auf oder zwischen den Alpen wohnt; das Alpenvolk.

Amtsvolk

DRW

amts·volk

Amtsvolk Beamtete (?), Handwerker (?) im Troß 1474 FRAustr. 46 S. 317 Faksimile

Anbetervolk

Campe

anbeter·volk

○ Х Das Anbetervolk , des — es, o. Mz. verächtlich für die Anbeter, schmachtende, leidenschaftsvolle Liebhaber. »Wir brachten die Kunst, das…

Arbeitsvolk

DRW

arbeits·volk

Arbeitsvolk von allen arbeitsfolck und dachhureren 1559 KlArchRhProv. I 122 Faksimile arbeydesfolck 1600 Mensing

arbēdesvolk

KöblerMnd

arbēdesvolk , N. nhd. „Arbeitsvolk“, Arbeitsleute, Dienstleute E.: s. arbēt, volk W.: s. nhd. Arbeitsvolk, N., Arbeitsvolk, DW2 3, 224? L.: …

Arimaspenvolk

GWB

arimaspen·volk

Arimaspenvolk [ Ameisen: ] Gold, wir hatten viel gesammelt .. | Das Arimaspen-Volk [Der Arimasp dort GWB 15 2 ,44 Var ] hat’s ausgespürt, | …

Aufbotvolk

DRW

aufbot·volk

Aufbotvolk waffenfähige Untertanen die ... ritterschafft samt ihrem aufbot-volck 1689 Valvasor,Krain IV 1 S. 45 Faksimile Valvasor,Krain IV …

Aufwieglervolk

Campe

aufwiegler·volk

○ Das Aufwieglervolk , des — es, d. Mz. ungew. aufwieglerische Menschen; verächtlich. — — Gebt keinem Aufwieglervolk Gehör. — — Schiller.

Austvolk

MeckWB

aust·volk

Wossidia Austvolk n. gleich Austlüd' ( s. d. ) Krohn Ged. 43.

Außervolk

DRW

Außervolk unbefugte Fremde dieweil sich das vsseruolck vngeburlicher weiß mit laub und bauung holen vß dem waldt pflege zehalten 1551 Grebel…

Backvolk

MeckWB

back·volk

Wossidia Backvolk n. die Matrosen, so benannt, weil sie sich nur auf dem Vorderdeck ( Back 3 5) aufhalten dürfen: dat Backvolk hürt nich up …

bauersvolk

DWB

bauer·s·volk

bauersvolk , n. turba rustica: Opitz 1, 104 ; drauf sehr viel gelds löset er von bauersvolk, alten und jungen. H. Sachs II. 4, 40 d .

Bauervolk

Adelung

bauer·volk

Das Bauervolk , des -es, plur. car. S. Adelung Bauersleute .

Ableitungen von volk (9 von 9)

bevolken

DWB

bevolken , frequentare, bevölkern, franz. peupler: eine stadt, die mit allerhand gesindlin bevolkt war. Zinkgr. 391, 15 ; nachdem aber die R…

bevolkung

DWB

bevolkung , f. Lohenst. Arm. 2, 756 .

entvolken

DWB

entvolken , depopulari, nnl. ontvolken, gebildet wie bevolken, heute aber dem folgenden gewichen.

unvolk

DWB

unvolk , n. , schlimmes volk, gesindel (un IV B). mhd. unvolc; H. Seuse d. schr. 372, 22 B. vgl. DWB undiet . als alt, aber brauchbar bei Ca…

unvolklich

DWB

unvolklich : Fr. L. Jahn (1818) briefe 17; werke 2, 674 E. vgl. DWB unnational . —

urvolk

DWB

urvolk , n. , gegen ende des 18. jhs. gebildet, als neubildung bei Campe, volk mit ur- C 4 c; ' ursprüngliches volk, stammvolk, ureinwohner,…

urvolklich

DWB

urvolklich , adj. : deutsch ist u. in höchster bedeutung Fr. L. Jahn 2, 503 E. —

volke

LW

volke, n. = LW volk.