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mist

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mist m.

Bd. 12, Sp. 2263
mist, m. stercus, fimus. 11) goth. maíhstus κοπρία; ags. meohx, meox, mittelengl. mix, jetzt im englischen nur noch in mixen, misthaufen; alts. mist 'rudus' Prudentiusglossen in Haupts zeitschr. 15, 527, 596, also wie müll, schutt; mnl. mest, mist, stercus, fimus, mnd. nnd. mes; althd. mhd. mist. die im gothischen vorliegende, in maíh-stus zu zerlegende form, der sich die ags. zunächst anschlieszt, während die übrigen angeführten ausfall des gutturals erlitten haben, lehrt dasz wir eine zustands- oder thätigkeitsbildung der deutschen wurzel mig, ags. mîgan, altn. mîga, nd. mîgen harnen vor uns haben, der lat. mingere, griech. ὀμιχεῖν entspricht. das geschlecht des wortes schwankt im mhd. ins neutr., vgl. mhd. wb. 2, 1, 191a; all uppeclîch geziere versmêhete (sie) same ein crankeʒ mist umme iren herren Jhesum Christ. Elisabeth 1975; eine form meist (durch mîst hindurch gegangen): weiset das gericht vor ein recht, kein strohe auszuverkaufen oder meist auf der gemarken. weisth. 4, 607 (Rheingegend), ist so ausnahmsweise aufzuweisen wie mist in schwacher flexion: wie ein edles kleinod auf dem misten. Schuppius 142. 22) mist, menschlicher oder thierischer kot: stercus mist, kat, dreck Dasyp.; wenne er (der leopard) etwaʒ vergiftigeʒ hât geʒʒen, so suocht er menschen mist: wenne er den giʒʒet, sô wirt er gesunt. Megenberg 145, 16; der mäus mist weicht in dem leib gar sêr, dar umb trinkent in die loter mit wein oder mit waʒʒer für erznei. 153, 2; der swalben mist schatt den augen gar sêr wenne er dar ein vellt. 201, 8; sie sind glieder der kirchen, gleich wie speichel, rotz, eiter, schweis, mist, harm .. des leibs glieder sind. Luther 5, 64b; item wie brot, speis und trank, so wir täglich genieszen, in unserm leibe so in kurzer zeit in fleisch und blut, harn und mist verwandelt wird. tischr. 2, 9 Förstem.; das fell des farren, mit allem fleisch sampt dem kopf, und schenkeln, und das eingeweide, und den mist, das sol er alles hin aus füren auszer dem lager. 3 Mos. 4, 11; den farren mit seinem fell, fleisch und mist. 8, 17; sties jm (das schwert) in seinen bauch, ... das der mist von jm gieng. richt. 3, 22; das sie mit euch jren eigen mist fressen und jren harm saufen. 2n. 18, 27; ein apostem oder zeitig geschwär zu reinigen, leget darauf mist von jungen gänslin. Sebiz 92; ein mist, ein bestimmtes stück, wie ein dreck th. 2, 1353 unten: wiltu, das er werd pald gesunt, so hab im ainn roszdreck für den munt, und für di nasen einen mist, so steet er auf in kurzer frist. fastn. sp. 686, 23. 33) auch nur wust, unrat, unflat, namentlich alles in fäulnis übergegangene, daher im mhd. gern von dem verwesenden körper: daʒ er von erden dich lie werden, unde wider werden lât ze vûlem miste. minnes. 3, 161, 31 Hagen; waʒ ist der lîp dan ein mist, sô in diu sêle gelât? Lamprecht v. Regensburg tochter Syon 2334; auch nhd.: da werden die erschlagene vom herrn zur selbigen zeit, ligen von einem ende der erden, bis ans ander ende, die werden nicht geklagt, noch aufgehaben, noch begraben werden, sondern müssen auf dem felde ligen, und zu mist werden. Jer. 25, 13; auch sonst faulendes: wer gesach ie schœner strô? eʒ füllet gar dem rîchen man die schiure und ouch die kiste. swann eʒ gediente daz eʒ sol, sô wirt eʒ aber ze miste. minnes. frühl. 23, 36; nhd. fleuchst hingegen schand und sünden, wie die tauben stank und mist. P. Gerhard 77, 36; ich stand an seinem sterbebette, es war was besser als von mist, von halbgefaultem stroh. Göthe 12, 153. 44) mist, kot und faulender unrat als dünger: mist, fimus, dicitur stercus animalium. voc. inc. theut. n 8a; mist oder bauw, [] fimus, fimum, coenum Maaler 291b; es heiszt trockner mist, fimus aridus, neuer mist, novus fimus, fruchtbarer mist, fimus fructuosus, dünner mist, fimus liquidus, wohl verwester mist, fimus bene confectus, der mist so noch seine kraft hat, stercus quod vires adhuc solidas habet. Steinbach 2, 64; mist den man auf die gter zettet, laetamen. Maaler 291b; mist anlegen, das erdtrich misten, saturare sola fimo pingui, dick oder dünn mist zetten, oder bauw anlegen, spissius vel rarius stercorare. ebenda; mist führen, fimum vectare, den mist einackern, fimum inarare, den mist breiten, fimum disjicere, den mist streuen, stercus spargere, den mist im herbste ausführen, per auctumnum stercus evehere. Steinbach ä. a. o.; der menschen leichnam sollen ligen, wie der mist auf dem felde, und wie garben hinder dem schnitter. Jer. 9, 22; die kräuter, welche er auf den frühling halten wil, (im dezember) mit mist decken. Sebiz 61; ich habe keinem bauer mist geladen. Chr. Weise erzn. 192 Braune; ich sol ouch dir ûf dînen wagen nimmêre mist gevaʒʒen. Meier Helmbrecht 267. 55) mist, der düngerhaufen: sterquilinium mist Dief. 552a; (dumm gewordenes salz) ist weder auf das land, noch in den mist nütze. Luc. 15, 35 (goth. nih du aírþai ni du maíhstu fagr ist, griech. οὔτε εἰς γῆν οὔτε εἰς κοπρίαν); kreüter die gern umb den mist umbhin wachsend, herbae stercorosae Maaler 291b; der hahn auf dem miste, vergl. unter hahn th. 42, 161; unsre mädchen, unsre bübchen spielen künftig auf dem mist! Göthe 1, 161; namentlich auch der düngerhaufen auf dem hofe eines bäuerlichen gutes: swaʒ der man bûwet ûf vremdeme gûte, dâ her zins abe gibt, daʒ mûʒ her wol abe brechen, ab her danne vert, und sîne erben nâh sîme tôde, âne den zûn vore und hindene und daʒ hûs und den mist. Sachsensp. 2, 53; und bei der wichtigkeit dieser düngerstätte für die bäuerliche wirtschaft kann mist wol auch ein solches heimwesen selbst bezeichnen: so sol er zwene tagwan tuon, ie das er allewegent ze naht da heime mit dem vihe uf sinem mist si. weisth. 1, 366 (Schwarzwald, vor 1341); dann die Spessarter und Vogelsberger bauren lassen sich fürwar so wenig als die Hessen, Sauerländer und Schwarzwälder auf ihrem mist foppen (im eignen heim). Simpl. 1, 47 Kurz; derhalben traw ich jm (dem bauer) nicht mehr. er stecket vol dückischer list; solt mich wol blewen auf seim mist. er hat mir das jar hart gedrot, nechst do er mir das hausz verbot (der pfarrer zur bäuerin). H. Sachs fastn. sp. 3, 125, 48; deucht jn dann das er fertig ist, so nehm ern wider auf sein mist. M. Hayneccius drey newe comoedien (1582) G 3. 66) mist, in bildern und sprichwörtern. 6@aa) an mist 2 und 3 angelehnt, als bild für faules, auch für einen faulen ('stinkendfaulen') menschen (vergl. mistfaul): wann du nun also kropfvol bist, so sei on sorg und faul als mist. Grobian. D 3a (v. 946); als bild für unwertes, wie dreck th. 2, 1354 nr. 4: Paulus verschmecht reichtum und nent es mist. Keisersberg narrensch. 168a; er hat geld wie mist, in nummis ambulat. Serz 101a; ir (der welt) fröude erlischet als ein kol, ir beste wunne ist als ein mist. Winsbecke 58, 4; secht alles das unter dem himel ist, dunkt mich in meinem sinn als ein mist. fastn. sp. 133, 5; wer gibt das himelrich umb mist, der ist ein narr, so vil sin ist. Brant narrensch. 89, 29; und Julian dernach mit aller bösen list, vergieng er gleich so wol als wie ein fauler mist. Opitz Hugo Grotius' wahrh. 370; dann hilft ihr aufschneiden und groszmachen so viel, dasz man sie thut auslachen, werden gerühmet zu der frist unwerther als ein fauler mist. Opel u. Cohn 422, 221; als bild für ekelhaftes, unflätiges: o wol dem magen, in welchen kein arzt seine apothek und mist hat getragen. Mathes. Syrach 2, 128b; dann wann es nur nit päpstisch ist, obs schon sonst ist des teufels mist, so ists bei euch schön rein. Opel u. Cohn 143, 16; herr, ich hab nichts mit dem mist zu schaffen, aber so viel kann ich euch sagen: ihr müszt nit mit feuer und schwert drein schlagen, müszt erst mit eignen augen sehn, wies drinnen thut im haus hergehn. Göthe 13, 64; [] mancher meint er müsse allen mist ausführen (alles ins reine bringen, sauber machen). Lehmann floril. 1, 100; mist aufrühren, aufwühlen, etwas unflätiges zu tage bringen: die wähnen, sie sein voll tiefe, sobald sie den mist aufwühlen, den tiefsten, aufstöbern den kot und dem schändlichsten stets nachjagen in jeder gestaltung. Platen 316; ha puh! wie stank der alte mist! (die vorwürfe, die frau Schnips Loth wegen seines früheren lebens macht). Bürger 48b; einen in den mist rennen, elend zu boden werfen (vergl. in den dreck treten, umziehen th. 2, 1355): 'sag auch dein meinung, mach ein ent!' ja ee man mit dir in mist rennt. fast. sp. 173, 5; im miste sitzen lassen: ein vernünftige tochter kan gar wol bekommen einen man, die aber ungerahten ist, die laszt man sitzen in dem mist. Birck ehespiegel 89; sprichwörter: es ist recht, dasz der mist stinke. Simrock sprichw. 378; wie jeder ist, so macht er mist. ebenda; darumb teufel fare hin, beide mit meiner gerechtigkeit und sünde, habe ich etwas gesündiget, so fris du den mist davon, der sei dein. Luther 5, 501a; er (ein mörder) zag ob ieden blat und beb ob seinen thaten, und fall auf eignen mist, tod, blutig und verrathen. A. Gryphius (1698) 1, 404. 6@bb) mit bezug auf mist 4, dünger; sprichwörtlich: die Märker pflegen zu sagen: wo mist, da Christ; wo sich ein wirth auf viel mist zu seinen eckern befleiszet, da gibt Christus seinen segen. Coler. hausb. 198; in anderer form: wo kein mistus ist, ist kein Christus. Simrock sprichw. 378; daher sagen auch die, die vom ackerbaw leren, das des hausherrn fusstapfen müssen den acker fett machen, und kein besser mist den acker zu tüngen sei, denn der von des herrn schuhen fellt, das ist, wo er selbs oft gangen, und getretten hat. Luther 6, 134b; des herrn auge ist der beste mist auf dem acker. Schottel 1144b; kein mist düngt besser als den der herr mit den füszen auf den acker trägt. Simrock sprichw. 378; mist geht über list. ebenda; führe mist weil du schösser bist. ebenda; auch die weiber seind on scham, weinsauferin, .. wann der man ein seidlein will haben, so will die fraw ein masz, noch wunderet uns das kain gelt im land ist, hetschen ymmer mit, hangen hinden an den mannen, das der mist dest belder ausz dem hof komm. S. Frank trunkenheit (1531) F 2a. 6@cc) anlehnend an mist 5, düngerhaufe; auf seinen mist scharren, für seinen vortheil gierig sorgen: da niemand den andern wolthut, und jederman nur auf seinen mist scharret. Luther 5, 399a; sich auf dem miste wälzen: last nur die schnöde welt sich auf dem miste welzen, wer in den lastern steckt, der liebt auch koth und grausz. Chr. Gryphius poet. wäld. 1, 299; auf dem miste liegen, wie etwas als unwert weggeworfenes: mir drehst du wahrlich keine nasen, ich sehe alles wie es ist, meine ehre, die liegt auf dem mist (der mann zu seiner frau). Tieck Octavian. 205; mit bezug darauf, dasz mist die bäuerliche heimstätte selbst bezeichnet: in dessen heiszet es: ein jeder bleib auf seinem mist. ped. schulfuchs 84; hier in Berlin, wo nichts alt, nichts öffentlich, nichts allgemein ist, ist es wahrhaftig kein spasz über seinen eignen mist hinauszureichen, worin sich alles so weich und warm behagt. Zelter an Göthe 2, 7; da sitzt sie auf dem mist: nimm sie wie sie ist. Simrock sprichw. 378; etwas ist nicht auf seinem miste gewachsen, nicht bei ihm selbst, und gleichsam auf seinem acker, entstanden, gehört ihm nicht als eigen: es ist auf seinem miste nicht gewachsen, non jure acquisivit. Steinbach 2, 64; es ist nicht auf seinem mist gewachsen, non domi eius natum est, non in proprio cerebello cusum. Serz 101a; seine entschuldigungen waren einfälle, die auf seinem miste nicht gewachsen waren. Lessing 1, 231; diese worte sind nicht alle in Sachsen, noch auf meinem eignen mist gewachsen, doch was für samen die fremde bringt, erzog ich im lande gut gedüngt. Göthe 2, 267; [] das bild aber auch in unmittelbarer anlehnung an die düngerstätte, auf der schwämme wachsen: verzeihet mir also, ihr neuern harmonisten, die ich nur dem namen nach kenne, wenn ich vielleicht gegen euch ungerecht bin, indem ich glaube, dasz ein so seltner pfifferling ganz allein auf meines nachbars miste gewachsen ist. ich wüszte nicht, wo er sonst hätte wachsen können; es wäre denn, dasz auch ihr, letzte erben des harmonischen geistes, miste hättet, die eben so trefliche schwämme hervortrieben. Lessing 10, 87. 6@dd) mist, im fluche bäuerischer oder niederer personen: botz mist, botz dreck dort kumbt mein mann. H. Sachs 3, 3, 76a; ei botz mist, das soll nit sein. dessen fastn. sp. 1, 44, 213; botz mist, ich hab des krauts vergessen. 3, 88, 62; Heinz oder Hans Mist als scherzhafter bauernname (vergl. auch mistheinz): ich haisz Heinz Mist von Poppenreut. fastn. sp. 109, 6; den sibenden haiszet man Hanns Mist. 342, 15. 6@ee) eine im 16. und 17. jahrh. oft gebrauchte redensart nicht mist machen, sich nicht aufhalten, nicht umstände machen, geht wahrscheinlich nicht auf mist 2 zurück, sondern fuszt auf der sorgfältigen und lange dauernden bereitung und pflege des düngers in einem bauernhofe, was mist machen, mist bereiten hiesz: man soll weiters auch gute acht haben, welcher mist der beste sei, dann man soll einen ieden guten mist zu rechter zeit bereiten, und ein ganzes jar über ruhen lassen ... der beste mist unter allen ist der tauben mist: ... darnach ist derjenige, welcher von den eseln gemacht wird. Sebiz 485; es heiszt nicht langen, nicht lange mist machen: allda macht es nicht lang mist, sondern nam seinen weg durch die königliche weinstrasz zu der linken. Garg. 104a; und machten sich mit dem überigen davon, dann in sölchen handlen (räubereien) ist nit langer mist zuo machen. Wickram rollw. 55, 23 Kurz; da nun diese geschicht zergangen war, name Calasiris jm für, nicht lang mist da zu machen mit der Chariclia, derhalben eileten sie der statt Memphi zu. buch der liebe 207b; aber ich gedachte, da nicht lang mist zu machen, sondern bald wieder unter die kaiserl. zu kommen. Simpl. 1, 434 Kurz; solches alles nam ich zu mir, und nach dem ich gefahr merkte, also dasz ich nit länger mist bei ihm zu machen oder ihn (einen gefallenen) gar auszuziehen getraute, setzte ich mich aufs pferd. 3, 231, 12; ich aber machte auch nicht länger mist daselbsten. 435, 16; doch wil ich nit lang mist da machen, wann kemb der pawer zu den sachen, so schlg er mich im feld darnider. H. Sachs fastn. sp. 2, 112, 239; thuo uff und mach nit langen mist, ich schlag dich sust, das dir gelts brist. trag. Joh. M 1; gang naher, mach nit langen mist. R 6; keinen mist machen: da dacht ich: hie machstu kain mist, wa man so gnau mit suchen ist. Fischart flöhhaz 1589; nicht viel mist machen: mache nicht viel mists allhier. Philander 1, 389; fiele dann einer, wie gemeiniglich geschahe, und die andere wolten viel mist machen, ihm aufzuhelfen oder sonst zusehen, was da zu thun wäre, so hatte ich geschwind wieder geladen und noch einen niedergelegt. Simpl. 4, 170 Kurz. 77) mist, name des roten gänsefuszes, chenopodium rubrum, sonst mistmelde. Nemnich. 88) mist nebel, ein wort des niederdeutschen sprachgebietes: ags. engl. mist, niederd. mist, niederl. mist, miest, nebula, tenuis pluvia, substillum, nebulae, caligines Kilian, erst spät ins nordische als mistr aufgenommen (vgl. Vigfusson 432a), ist wol nicht dasselbe wort mit dem vorhergehenden, die verschiedenheit des ags. meohx fimus von mist nebula spricht dagegen, und es scheint nicht als ob das letztere mist einen inneren guttural, wie unser mist, verloren hätte; im niederd. ist gleichfalls mes mist und mist nebel von einander abstehend. es findet sich das letztere nur als vereinzelte übernahme aus dem nd. bei uns: es ist ein schwindelgeist und als ein dicker mist der disz treibt was bei euch erdenkt ein thalmudist. Opitz Hugo Grotius' wahrh. s. 391; wie auch die sonne glänzt die auf den mittag steht, wordurch der wolken dunst und schwarze mist vergeht. s. 307, nach dem niederl.
15756 Zeichen · 252 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    mistst. M. (a?)

    Köbler As. Wörterbuch

    mist , st. M. (a?) nhd. Mist ne. manure (N.) Hw.: s. mehs*; vgl. ahd. mist (st. M. a?) ÜG.: lat. rudus (N.) GlPW Q.: GlP…

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    mistst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    mist , st. M. (a) nhd. Nebel, Gesichtsverdunkelung Vw.: s. gedwol-, wæl- E.: germ. *mihsta-, *mihstaz, st. M. (a), Nebel…

  3. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    mistst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    mist st. m. , mhd. mist st. m. n., nhd. mist; as. mist, mnd. mest, mist ( s. v. mes); got. maihstus. — Graff II,882. mis…

  4. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    MISTstm. stn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    MIST stm. ( stn. ? s. u. ) vgl. Graff 2,882. goth. maíhstus , vgl. Diefenb. g. wb. 2, 12. Wackern. in der zeitschr. 7,12…

  5. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mistM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    mist , M. nhd. tierischer Kot, Mist, Dünger, Stallmist, Misthaufe, Misthaufen, Mistablage (Bedeutung örtlich beschränkt)…

  6. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mist

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Mist , des -es, plur. car. ein Wort, welches überhaupt einen vermischten Körper der schlechtesten verächtlichsten Ar…

  7. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mist

    Goethe-Wörterbuch

    Mist in ‘Faust’ im Reim auf ‘Christ’ GWB 14,146 Vs 2952 1 als Stoff, Substanz a Exkremente von Nutztieren, auch vermisch…

  8. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mist

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Mist ( Stallmist ), s. Dünger und Düngung , S. 276.

  9. modern
    Dialekt
    Mist

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Mist [Mì Dollern ; Met Mü. Su. Hlkr. Logelnh. Dü. M. Rapp. Geisp. NHof K. Z. Han. ; Mìt Str. Betschd. ] m. Mist. Von …

  10. Sprichwörter
    Mist

    Wander (Sprichwörter)

    Mist 1. Auf a Küppe 1 Mist gefind't män auch a Fingerl 2 . ( Jüd.-deutsch. Warschau. ) 1 ) Kupa, polnisch = Haufen. 2 ) …

  11. Spezial
    Mist

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mist m. (-[e]s) 1 (Mistdünger) coltöra f. 2 (tierischer Kot) ciorda f. 3 ‹fig› (Ramsch, Plunder) plunder m. , grafl m. ,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mist

995 Bildungen · 814 Erstglied · 178 Zweitglied · 3 Ableitungen

mist‑ als Erstglied (30 von 814)

Mist(e)leⁿ

Idiotikon

Mist(e)leⁿ Band 4, Spalte 540 Mist(e)leⁿ 4,540

Mistbahre

SHW

Mist-bahre Band 4, Spalte 683-684

Mistbauer

SHW

Mist-bauer Band 4, Spalte 685-686

Mistbeet

SHW

Mist-beet Band 4, Spalte 685-686

Mistbeine

SHW

Mist-beine Band 4, Spalte 685-686

Mistbesen

SHW

Mist-besen Band 4, Spalte 685-686

Mistbiene

SHW

Mist-biene Band 4, Spalte 685-686

Mistbock

SHW

Mist-bock Band 4, Spalte 685-686

Mistbrett

SHW

Mist-brett Band 4, Spalte 685-686

Mistbrühe

SHW

Mist-brühe Band 4, Spalte 685-686

Mistbutzen

SHW

Mist-butzen Band 4, Spalte 685-686

Mistbäre

SHW

Mist-bäre Band 4, Spalte 683-684

Mistdieb

SHW

Mist-dieb Band 4, Spalte 685-686

Mistdiel

SHW

Mist-diel Band 4, Spalte 685-686

Mistecke

SHW

Mist-ecke Band 4, Spalte 685-686

Mistfinger

SHW

Mist-finger Band 4, Spalte 685-686

Mistfink

SHW

Mist-fink Band 4, Spalte 685-686

Mistfliege

SHW

Mist-fliege Band 4, Spalte 685-686

Mistfurche

SHW

Mist-furche Band 4, Spalte 687-688

Mistgabel

SHW

Mist-gabel Band 4, Spalte 687-688

Mistgeld

SHW

Mist-geld Band 4, Spalte 687-688

Mistgrube

SHW

Mist-grube Band 4, Spalte 687-688

Mistgrübe

SHW

Mist-grübe Band 4, Spalte 687-688

Misthacke

SHW

Mist-hacke Band 4, Spalte 687-688

Misthahn

SHW

Mist-hahn Band 4, Spalte 687-688

Misthaken

SHW

Mist-haken Band 4, Spalte 687-688

mist als Zweitglied (30 von 178)

Konformist

RDWB1

Konformist m человек, исповедующий англиканскую веру конформист, соглашатель, приспособленец

AKADEMIST

DWB2

DWB2 AKADEMIST m. DWB2 aus frz. académiste; im dt. vom 17. bis 19. jh. gebräuchlich neben akademikus; durch akademiker verdrängt. DWB2 DWB2 …

ALARMIST

DWB2

alar·mist

DWB2 ALARMIST m. DWB2 kassandrarufer, politischer schwarzseher ( von gleichbed frz. alarmiste): DWB2 1798 wiewohl .. auf das geschrei der al…

Alchemist

Wander

Alchemist 1. Die Alchemisten haben fünferlei Beute: sie verthun das Gut, verderben die Zeit, beschweren das Leben, schwächen den guten Namen…

Alchimist

Pfeifer_etym

Alchimie, auch Alchemie f. Die Bezeichnung für die mittelalterliche Chemie, insbesondere die ‘Goldmacherkunst, Schwarze Kunst’, mhd. alchimī…

ANATOMIST

DWB2

anatom·ist

DWB2 ANATOMIST m. DWB2 zu anatomie . älter für anatom , auch übertr.: DWB2 1529 in: Schulz/B. fremdwb. (1913)1,33. ⟨1554⟩ es (das kind im mu…

Atomist

GWB

atom·ist

Atomist auch ‘A-e’ Vertreter der antiken Atomistik bzw der philos Korpuskulartheorie gibt es unter den Neueren einige, die .. die Meinung Pl…

Bändmist,Bandmist,Bandenmist

RhWBN

Bänd-mist,Band-mist,Banden-mist (s. S.) Kemp-SPeter UWeiden Vinkr (-ŋkm-), Mörs-Hosnbeck (-ntm-), Geld (-ən-) m.: -haufen.

Bauermist

RhWB

bauer·mist

Bauer-mist -mezs Bergh-Glessen Hüchelhv m.: der Dünger, den ärmere Leute, die selbst keinen Acker haben, an Bauern gegen Entgelt überlassen …

Bauernmist

PfWB

bauern·mist

Bauern-mist m. : 'Quecke (Triticum repens)', -mischt [BZ-Rohrb ( Wilde 76)]. —

Bigamist

Pfeifer_etym

biga·mist

Bigamie f. ‘Doppelehe’. Zu griech. gámos (γάμος) ‘Hochzeit, Ehe’ (s. Polygamie) gehörendes griech. dígamos (δίγαμος) ‘doppelt verheiratet, z…

Blumíst

Adelung

blum·ist

Der Blumíst , des -en, plur. die -en, ein im gemeinen Leben übliches Zwitterwort, mit einer ausländischen Endung, einen Liebhaber von Blumen…

BOHEMIST

DWB2

DWB2 BOHEMIST m . DWB2 bildung zu mlat. Bohemia f. ‘Böhmen’, jünger auch abl. von DWB2 boheme f . DWB2 DWB2 1 wissenschaftler, der sich mit …

Brachmist

Campe

brach·mist

Der Brachmist , des — es, o. Mz. in der Landwirthschaft, der Mist oder Dünger, der in die Brache geführt wird.

büffelmist

DWB2

bueffel·mist

büffelmist m . : ⟨1493⟩ Petrus de Crescentiis, nutz d. ding (1518)20 c . 1965 frankf. allg. ztg. (17.7.)65 d .

CHEMIST

DWB2

DWB2 CHEMIST m . DWB2 kürzung aus älterem alchimist m. ; bis zur 2. hälfte des 18. jhs. orthographische schwankungen zwischen chymist und ch…

Chrīsmist

Idiotikon

Chrīsmist Band 4, Spalte 539 Chrīsmist 4,539

Chüemist

Idiotikon

Chüemist Band 4, Spalte 539 Chüemist -ue- 4,539

dehsenmist

KöblerMhd

dehsen·mist

dehsenmist , st. M. nhd. „Dachsenmist“, Dünger aus Nadelholzzweigen E.: s. dehse (1), mist W.: nhd. DW2- L.: Lexer 379a (dehsenmist)

DYNAMIST

DWB2

DWB2 DYNAMIST m. DWB2 personenbezeichnung zu dynamismus m. anhänger der lehre des dynamismus: DWB2 1855 anstatt sich in dieser frage vor dem…

economist

LDWB1

economist [e·co·no·mịst] m. (-sć) 1 Betriebswirt m. 2 Wirtschaftswissenschaftler m.

erdamist

AWB

erda·mist

erdamist st. m. ( oder n. ) — Graff II,883. erde-miste: dat. sg. Np 82,11. Mist, Dünger ( der Erde ) : sie uuurden gelih demo erdemiste die …

Ableitungen von mist (3 von 3)

bemisten

DWB

bemisten , stercore replere, stercorare, nnl. bemesten: erwehlt sie ( die sau ) nicht im stall ein besonderes plätzlein, welches sie nicht b…

miste

DWB

miste , f. miststätte; ahd. sterquillium, sterquilinium mistunnea, mistun Steinmeyer-Sievers 1, 254, 16 ; mhd. misten, ags. engl. mixen; ste…

vermisten

FindeB

* vermisten swv. verderben Teichn.