lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

treide

mhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
1
Verweise raus
5

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

treide n.

Bd. 22, Sp. 97
treid, treide, n. und m., frumentum. seit dem 14. jh. im bair.-ostfränk. sprachgebiet neben getreide (s. d.) belegt: zoll ... zwen phenninge vor getraide [] ... ist aber der wein und daz traide im selbe gewachsen, so geit er nicht Wiener weichbildrecht 1320 in script rer. Austriac. (1794) 3, 22 Rauch; seit dem 15., stärker seit dem 16. jh. auch ins westliche schwäbische (chron. d. dtsch. städte 4, 114 [Augsbg. 15. jh.]; Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 174 ndr.; chron. v. Kaisheim 309 lit. ver.), ins schlesische (lehnsurk. u. besitzurk. Schlesiens 1, 288, vgl. auch treideland Wenzel Scherffer geist- u. weltlich. gedichte 1 [1652] 250), sächsische (Mathesius Sarepta [1578] 1a; 23b) und hessische (Kirchhof wendunmut 1, 67 lit. ver.; 1, 210; Schupp schr. 736) gedrungen (vgl. auch teil 4, 1 sp. 4459f.); im 17. jh. vorübergehend auch in der hochsprache: Harsdörffer, Tob. Hübner (aus Anhalt), s. die belege unten 1 sowie treidich. in jüngerer zeit nur noch in mundartlicher literatur, s. unten Hartmann volksschauspiele; altweibermühle; Ebner-Eschenbach. zum genus. s. teil 4, 1 sp. 4458; 4459. die flexion ist stark; ein plur. treider neben sonstigem seltenen getreider (s. teil 4, 1 sp. 4469) bei Harsdörffer Diana (1661) 1, 236; v. Hohberg georg. curios. (1682) 2, 49a; taiding von 1725 österr. weist. 7, 423. eine form dreit bei Ayrer dramen 4, 2186 Keller, vgl. auch drait in schwäb. ma. Fischer 2, 357; teil 4, 1, 4459. zur verbreitung in den heutigen maa. s. ebda sp. 4458; 4460, doch träd getreide auch Müller-Fraureuth obersächs.-erzgeb. 1, 236a. bedeutung. 'das, was der boden trägt', zu tragen III B 2 (s. d.), speciell die halm-, körnerfrüchte, meist als übergeordneter begriff zu den einzelnen gattungen (vgl. getreide teil 4, 1 sp. 4462f.): allen traidt an waiz, khorn, habern, gersten (a. d. j. 1436) monum. Boica 5, 520, seltener für eine besondere dieser gattungen: (er) bestelt wein, traid, habern und richt sich vast zu chron. d. dtschen städte (Nürnberg 15. jh.) 2, 125; anderen bodenerträgnissen gegenübergestellt: ... weingwechs, treid und kraut (kohl) und was man in dem land hat paut, das ist alles verderbet worn H. Sachs 10, 36 lit. ver. 11) das auf dem felde, im halme stehende getreide (s. getreide sp. 4466): desselben sumers was gar grosser schaur, das erschluog das trait gar vast chron. d. dtschen städte (Augsbg. 1408) 4, 114; es waren im feld hinein die fruchtbarn äcker in grosser menge angebauet, und die lieben treider bereit über halb gewachsen Harsdörffer Diana (1661) 1, 236; da gott die schnure zeucht, die gänge weit nausstrecket und mit bäumen die berg, die thal mit traid bedecket Tob. Hübner die andere woche (1622), Eden v. 42; dasz sie immerzu wenen, des andern kue hab ein grösser eutter, und besser traid stand auff des nachpaurn acker Seb. Franck Germ. chron. (1539) vorrede b 1b; die felder dergestalten zertretten und verwüst, dasz der arme bauersmann ... nicht traid, sondern lauter leid zu schneiden findt Abr. a s. Clara etw. f. alle (1699) 1, 164; ja, wie das traidt ausschaut, so werd halt nacher 's mehl altweibermühle 155 Bolte; 22) als collectivbegriff für die geerntete frucht, sowohl in garben als besonders die durch dreschen gewonnenen körner: ein scheuren ohne traid, ... ein menschen ohne geld acht man nicht auf der welt Abr. a s. Clara gehab dich wohl (1729) 162; und voll mit troad wie's (die tenne) war, so is verbrunnen Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 1, 207; wirffestu nicht einen geringen sack mit treid auff einen acker und erndtest grosse wagen voll darvon eyn? Kirchhof wendunmut 1, 210 lit. ver.; weislich sach man sy pflügen, bis doch das traitt (saatkorn) mit vil arbaitt ward in das veld gesprenget Hätzlerin liederb. 105 Haltaus; es sein all kästen vol traids Aventin w. 1, 222 Lexer; weil sie ihres ackerbawes fleissig warten und viel treyd im vorrath auffschütten Mathesius Sarepta (1578) 23b; nimb ein hand vol treyd, zerstos und weichs in einen essich Seutter hippiatria 22. [] 33) im hinblick auf die verwendung als nahrungsmittel: eine menge traid, welches deine äcker dir mittheilen werden Schupp schrifften (1663) 736; ein jeder sei zu seinem theil treids und ordnung der nahrung zufrieden Megiser annales Carinthiae (1612) 210; es kamen einige galeern mit treyd von Alexio dem künig ... gesendt Seb. Franck Germ. chron. (1538) 134b; is da troad wolfl (wohlfeil) oda teua? Hartmann volksschausp. in Bayern u. Österr. 187; (Preuszen) ist ein lustiges fruchtbares land, reich an treid und vihe M. Elucidarius von allerhand geschopfen (1549) f 1b; (das land) ist voller traids und costlichs weins Ortelius schauplatz des erdbodems (1572) 37a; und dise gemeine mit treide, fleisch und wein zur guten notturfft versorget Mathesius Sarepta (1578) 1a; das sie auff wein und treyd wol bedacht wären Joh. Nas antipap. eins und hundert 3, 44b. nur im sinne von 'lebensmittel', 'nahrung': und waz man bracht von plundern (habseligkeiten), traid oder petgewant, smalcz, hausrat chron. d. dtschen städte (Nürnbg 15. jh.) 2, 260; noch haben die zwen fürsten frum von gelt, traid ain langes trum (ende) Liliencron hist. volksl. 234, vgl. trâd als oberbegriff für 'allerlei alpenerzeugnisse wie käse, butter u. dgl.' Schöpf tirol. 750. 44) getreideeinkunft, -abgabe: darnach wart ich losungert (steuereinnehmer) im 1457. jar und der stat heimligkeit und der stat treid und kesten bevolhen chron. d. dtschen städte (Nürnbg. 1468) 11, 748; mit mewten, zollen, geld, traid und allerhand zinsen lehnsurk. u. besitzurk. Schlesiens 1, 288. in fester verbindung den trait dienen 'abarbeiten' s. teil 4, 1 sp. 4458 und 4459 oben; vgl. auch: den zins, es sei käs, traid oder anders (a. d. j. 1561) tirol. weist. 4, 613. 55) zusammensetzungen mit treid- an erster stelle sind seit dem 15. jh. belegt, s. treidfuhre (s. v. getreidefuhre), -kauf, -schnitt, -zoll:
5931 Zeichen · 171 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    treide

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    treide s. tregede.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    treiden.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    treid , treide , n. und m., frumentum. seit dem 14. jh. im bair.-ostfränk. sprachgebiet neben getreide ( s. d. ) belegt:…

  3. modern
    Dialekt
    Treide(n.?)

    Pfälzisches Wb.

     Treide (n.?) : ' was der Erdboden trägt, Getreide '. a. 1570: daß von obbemelten Clöstern und andern geistlichen Gefäl…

Verweisungsnetz

7 Knoten, 5 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 3 Sackgasse 3

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit treide

90 Bildungen · 12 Erstglied · 77 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von treide 2 Komponenten

tre+ide

treide setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

treide‑ als Erstglied (12 von 12)

Treideinfuhr

DRW

treid·einfuhr

Treideinfuhr, f. Import von Getreide freye wein-einfuhr und traid-einfuhr: ... der allgemeinen lands-defension halber ... verordnet 1663 CAu…

Treideler

MeckWB

trei·deler

Wossidia Treideler Treiler m. Treideler: helciarius, qui fune trahit navim 'ein Treyler' Chytr. 235. Syn. Trecker.

treidelgang

DWB

treidel·gang

treidelgang : liberum meatum tractualem, quod in vulgo dicitur een treileganc (1313) pomm. urk.-b. 1, 87;

treidelleine

DWB

treidel·leine

-leine , seil zum treideln; treyllinie helcium Kilian (1605) 566 a ; Chyträus bei Frisch 2, 385 a ; treilleine Hederich 3000 : dem stuwerman…

treideln

DWB

treid·eln

treideln , vb. , ' ein schiff auf einem flusse durch menschen oder thiere, die an den ufern sind, fortziehen ' allg. dtsche bibl. (1778) 34,…

Treidelstig

MeckWB

treidel·stig

Wossidia Treidelstig m. Uferweg der Treideler, Leinpfad: en Treidelstig wir ok an de Warnow von Rostock nah Swaan, för de Teegelprahms Wo. S…

Treidelstock

MeckWB

treidel·stock

Wossidia Treidelstock m. beim Treideln benutzter Stock: 's. g. Treidelstöcke (dürfen nicht) in die Ufer ... gesteckt werden' Bericht Verhand…

treidelweg

DWB

treidel·weg

-weg : treiel- (treile-)wech Schiller-Lübben 4, 609 ; treidelweg Helfft wb. d. landbauk. 371 ; Hoyer-Kreutter 1, 776 . alle anderen compos. …

trëidënz

LDWB1

treid·enz

trëidënz [trëi·dënz] m.inv. Dreizack m. , Dreispitz m. → LDWB1 trëipic.

treide als Zweitglied (30 von 77)

Amtsgetreide

Campe

amts·getreide

◎ Das Amtsgetreide , des — s, o. Mz. dasjenige Getreide, welches ein Beamteter als einen Theil seiner Besoldung jährlich empfängt (Deputat g…

Brandgetreide

Campe

brand·getreide

Das Brandgetreide , des — s, o. Mz. Getreide, welches den Brand hat, durch den Brand verderbtes Getreide. So auch Brandgerste, Brandhafer, B…

Brand im Getreide

Herder

Brand im Getreide , Nach Knight und Decandolle sind die verschiedenen innerlichen Schmarotzerpflanzen, welche im Getreide die krankhaften Ve…

Dienstgetreide

Campe

dienst·getreide

○ Das Dienstgetreide , des — s, o. Mz. dasjenige Getreide, welches einem Diener oder Beamten als ein Theil seines Dienstgehaltes gereicht wi…

gerede, (rêt, reide)

LW

ge-rede, (-rêt, -reide), adj. bereitet, fertig; (vom Gelde) bar; adv. bereits, schon.

getreide

DWB

get·reide

getreide , getraide , n. , verbalsubstantiv zu tragen ( s. d. ) gehört der neueren sprache nur in einem reste des ehemaligen bedeutungsumfan…

halbgetreide

DWB

halb·getreide

halbgetreide , n. zur aussaat bestimmtes getreide, halb aus weizen, halb aus korn bestehend. öcon. lex. 914. 794. s. DWB halbfrucht , DWB ha…

hintergetreide

DWB

hinter·getreide

hintergetreide , n. : der mensch will den feuervogel mit hintergetreide füttern, das nicht einmal unsere gänse fressen wollen! Waldau böhmis…

Ableitungen von treide (1 von 1)

getreide

DWB

getreide , getraide , n. , verbalsubstantiv zu tragen ( s. d. ) gehört der neueren sprache nur in einem reste des ehemaligen bedeutungsumfan…