gewarten,
verb. ,
verstärktes warten (
s. d.).
schon bei gewarnen (
s. d.)
wurde auf die wurzelverwandtschaft von warnen
mit warten
aufmerksam gemacht, insofern beide verba auf wara = vorsicht, achtsamkeit
zurückführen. bei warnen
hat der transitive gebrauch von vornherein die beherrschende stellung im bedeutungsinhalt, bei warten
dagegen ist es der intransitive gebrauch. aus diesem entwickelt sich später ein secundärer transitiver gebrauch. den ausgangspunkt der bedeutungsentwicklung bildet für warten
die parallele mit videre, cernere, intueri, spectare, adspicere, die frühzeitig schon durch glossen und litterarische belege gesichert ist, s. Graff 1, 949.
daraus gehen dann die weiteren bedeutungen cavere, excubare, exspectare, sperare (Graff
ebenda)
hervor. die verstärkte form, die in der althochdeutschen periode unverhältnismäszig wenig bezeugt ist —
es liegen nur aus Otfrid
beispiele vor —
dringt in der mittelhochdeutschen litteratur rasch vor und findet ihren höhepunkt im 16.
jahrh. von da ab schrumpft ihr verwendungskreis zusammen, doch hat selbst die neuere sprache noch einige reste erhalten. die parallele mit cernere, videre fand in der verstärkten form keine weitere entwicklung, sie ist nur in dem auf Otfrid
beschränkten reflexivgebrauch (
zu späteren reflexivverbindungen vgl. sp. 5343)
dargeboten, der sich mit cavere deckt. die parallele mit exspectare, sperare zeitigt nur wenig erscheinungen, in denen sich warten
und gewarten
principiell unterschieden, doch ergeben sich unterschiede in der rection, und es läszt sich feststellen, dasz einige verbindungen von gewarten
bis in die heutige zeit vor den verwendungen des einfachen verbums bevorzugt werden. das eigentliche sondergebiet der verstärkten form ist die verbindung mit einem dativ der person, und hier hat sich namentlich in der urkundensprache des 15.
und 16.
jahrh. ein reicher gebrauch entwickelt, der jedoch durch verbindungen des adjectivs gewärtig
und durch jüngere synonyma verdrängt wurde. 11)
der reflexivgebrauch bei Otfrid: wir sculun uns zi guatenu keren thaʒ zi muate, mit wiu ther diufal so frambisweih then eriston man; wir sculun drahton bi thaʒ,thaʒ wir giwarton uns thiu baʒ, joh wir iʒ giwarilichobimiden iogilicho. 2, 5, 3; thaʒ ist giwara mera,thaʒ sagen ih iu in wara; man baʒ in so giwartentjoh sich baʒ gihaltent. 2, 19, 10. 22)
der absolute gebrauch. primäre und secundäre formen. 2@aa)
als primär läszt sich die am einfachen warten
jetzt so stark betonte vorstellung des ausharrens
erklären, in einzelnen verbindungen erweist sie sich jedoch deutlich als secundäre erscheinung, indem sie auf der abstreifung bestimmter verbindungen beruht. 2@a@aα) ich gewartte (
sperabam) unze an die fruo.
anhang zu den Windberger psalmenglossen (1178).
zeitschr. f. d. a. 8, 121; do si gewarten langedô sahens ûf dem sê zwêne in einer barkenunde ander nieman mê.
Gudrun 1207; daʒ lant was sîn urbor ... daʒ lant nôz er ze nihte; er getorste dar gewarten nie.
Lanzelot 3583; das ich die fragartickel und mein verantwurtung in das reich gestellet habe zu examinirn, und nicht bei inen gewarten thue. Luther 3, 420
Jena; ich gleich den geringsten hie zu gewarten sitze. 4, 562
b; also die glaubig christenheit frolockt in dem geist allzeit, weil sie hie in der lauberhütten gewarten ist ausz gottes güten. H. Sachs (
d. 84.
psalm) 18, 331. 2@a@bβ) got mag
auch gut lewt in böszen stenden erhalten, wie die drei kind im ofen Babilonis, und noch vil gutter menschen gefangen seind im kloster odder pfaffen stand, gwarten in gedult, wan sie got erledigen wöll. Eberlin v. Günzburg (
ein freundlich zuschreiben) 3, 137
neudr.; wie in (
den diebischen müller) der hencker het gebunden, zusamen auff der leiter stunden und gwartet nur, wenn ern abstiesz. B. Waldis
Esopus 4, 86, 19
Kurz; die zweite (
ursache des nichtschreibens) aber ist, da ich alsz gewart, bisz ihr mir auff den brieff antwortet. E. Charlotte v. Orléans
briefe (1682) 19
Holland. 2@bb)
ganz auf gewarten
beschränkt ist eine innerhalb der trinksitten ausgebildete verwendung, die auf abstreifung eines dativs der person beruht (
s. u.)
und eine art dienstverhältnis voraussetzt: der miszbrauch .. unmassigen trinckhens (so man zuetrinckhen, gewarten oder beschaidt thun nennet).
niederösterr. polizeiordn. von 1552
s. 4
b; (
gestraft wird) so aim andern ein gemessnen trunckh zuebringt ... und der so es an nimbt und gewarttet.
ebenda s. 5
b u. a., vgl. Unger-Khull
steir. wortschatz s. 290; sich des gemessenen zuetrinkhens gewarttens und füllerei enthalten.
kärnt. polizeiordnung v. 1578
s. 7; das gemessene oder beträngte zuetrinken, bringen, gewarten, beschaidthun und füllerei
wird auch in der tirol. polizeiordnung v. 1603
f. 7
verboten, s. Schmeller 2
2, 1005. 33)
die verbindung mit einem object der person. 3@aa)
dieses object ist im dativ angeschlossen. die bedeutung '
den blick auf jemand richten'
begünstigt mannigfache bedeutungsabstufungen, je nachdem am verhalten des beobachteten oder des beobachtenden bestimmte momente betont werden. wenn z. b. der beobachtete erst ankommt, so liegt die bedeutung '
erwarten'
nahe, wo die begegnung eine feindliche ist, entwickelt sich im gleichen falle die bedeutung '
einem stand halten'.
viel fruchtbarer ist jedoch das entgegengesetzte, dasz das bestreben einer friedlichen begegnung vorwiegt. hieraus entspringt vor allem die vorstellung der dienstbarkeit. 3@a@aα)
abzweigungen von der ursprünglichen bedeutung '
den blick auf jemand richten, ihn beobachten'. 3@a@a@11))
der blick richtet sich auf einen ankommenden: 3@a@a@1@aa))
die bedeutung '
stand halten': do begunde er zu keren und als er zu karte, Remus im gewarte und stoub im engein. Herbort v. Fritzlar
troj. krieg 5219; als man im gewarte dâ so was er her wider als er mit gefidere dar geflogen were. 7710; Rlant cherte gegen Yspanie. verre von den erslagene. er gesaʒ zu ainem boume. da beit er vil chume. in ainer siner hant. trug er daʒ horn Olivant. in der anderen Durndarten. ain haiden im gewarte. mit bluote er sich allen bestraich.
Rolandslied 236, 8. 3@a@a@1@bb))
die bedeutung von exspectare: und dô die zwêne wol gesiten für den hôhen turn geriten ... dô wart in wol gezartet. Curanz het in gewartet, wand er in guotes gunde mit ruome er si begunde. flôrieren. K. v. Würzburg
Partonopier u. Meliur 13952. 3@a@a@22))
ein anwesender wird beobachtet: do enmac uns gewarten deweder wîp noch man.
Alexanderfragment bei Myller 3, 20
a; ganc ze dem boumgarten în durch die kemenâten mîn: ... ûf unser zweier minnespil enmac nieman gewarten. wan umbe den boumgarten ein vil hôhiu mûre gât. K. v. Würzburg
Engelhard 2933. 3@a@bβ)
die abgeleitete bedeutung '
mit jemand in ein friedliches verhältnis treten, mit jemand auskommen'.
auch diese bedeutung ist auf mittelhochdeutsche belege beschränkt: einer ist ein gefüeger man, der werlt er wol gewarten kan.
die warnung 398.
zeitschr. f. d. a. 1, 449; wie sol man gewarten dir, welt, wilt alsô winden dich? wænest dich entwinden mir? nein: ich kan ouch winden mich. Walter 59, 37; er ist ein sældenrîcher man, der mit stætem dienste wil wesen vrouwen undertân, ob sich des underwindet ein reine wîp, diu rehter mâʒe phligt. sumlîch sint aber sô gemuot, swaʒ si hiute unprîsent, daʒ si daʒ morne dunket guot. wie sol man den gewarten? den hât unmâʒ volliclîch an gesigt. Reinmar v. Zweter 422
Röthe. 3@a@gγ)
das moment der dienstwilligkeit, dienstbarkeit ist herausgearbeitet. hier ist es vor allem die sprache der urkunden und der chroniken, die die verbindung in das 16.
jahrh. hinüber leiten. die einzelnen wendungen enthalten meist einen hinweis auf den anlasz oder die form der dienstbarkeit. 3@a@g@11))
appositionelle bestimmungen deuten auf den anlasz hin: so sullen und wollen wir in guten treuen dem egenanten unserm herren künig Wentzlawe gehorsam und gepunden sein und gewarten alle unser und sein lebtag als einem romischen künig.
huldigungsurkunde Nürnbergs (1376),
d. städtechron. 1, 131; dasz sie dem burggrafen Friderich, unserm sweher als einem lantvogte zu Elsaʒʒen gewarten sullen (1363).
monumenta Zollerana 3, 468. 3@a@g@22))
am häufigsten sind hier präpositionalverbindungen, und zwar herrscht fast ausschlieszlich die präposition mit
vor. 3@a@g@2@aa)) also, daʒ wir (
die von Hirschberg) und alle unser erben dem vorgenanten unserm gnedigen herren, allen sin erben und nachkumen, sullen gewarten mit dem hause Grunstein (1361).
monumenta Zollerana 3, 413; der turn was bei 12 schuchen dick. und darvor ward bestelt herr Friderich von Kinsperg von eim rat, daʒ der der stat gewartet mit dem slosz zu der Snabelwaid, auch mit der stat Steinach mit etlichen pferden (1444).
d. städtechron. 2, 65. 3@a@g@2@bb)) auch sagen wir die juden da zu Frankenfürth quit, ledig und losz aller dienst, gülde und gefälle damit sie uns und dem reich dienen söllen und gepiethen ihn und wöllen, das sie damit den burgermeistern, schöppen und dem rhate zu Frankfurth, an unser stat volliglich gewarttenn.
urkunde von 1372
bei Haltaus 711; und von dem vorgenanten bischoff
wer gemainen steten wol ein hilf gangen, daʒ er in mit einer summe spieʒʒ gedient het; und mit den selben spieʒʒen dient er nu der stat zu Konstencz und die stat hat sovil spieʒʒ minder, damit sie gemainen steten dienen und gewarten sol.
d. städtechron. 1, 161 (
Nürnberg); und en sullen keiner der mannschafft stede noch undersassen ... dem, noch sinen libes erben forder nicht mehr gehorsam sein, ihn mit keinerlei gewarten, sie auch vor keinen herrn nommermehr gehalten
etc. an die sich auch alle mannschafft stede und untersessen vorgerürdt dann halten, und in als ihren rechten herrn gewarten sullen. (1438)
bei Haltaus 712; zu wissen, man hat den edeln herren Conraten herren zu Heidecke bestellt, das er den burgern und der stat zu Nuremberg die nechstkünftigen 10 jare mit sein selbs leip, 9 redlichen dienern und 10 pferden und mit seinem sloʒ und stat Heidecke und aller seiner herschaft und manschaft dienen, gewarten und verpunden sein sol.
Nürnberger bestallungsvermerk v. 1445,
d. städtechron. 2, 123
anm. 3@a@g@2@cc)) und sollent alle zollschrieber
etc. der obged. univers. mit den zwen tornossen (tornus,
eine münzsorte) getruwelich gewarten und in alle jare das gelt davon ... hantreichen.
Heidelberger urkunde von 1393
bei Haltaus
s. 711. 3@a@g@33))
seltener weist die präpositionalverbindung auf die entlohnung hin: und sollent er und sine lehens erben die obgen. 25 gulden gelts ... von uns und unsern erben furbas zu rechten manlehen empfaen, haben und tragen, und uns mit truwen globden und eiden davon gewarten und verbunden sin, als manne iren herren von recht und billich tun sollent.
urkunde von 1390
bei Haltaus 718. 3@a@g@44))
die dienstverpflichtung ist in einen ganzen satz gekleidet: und hat der rate geschaft, solche panier ab zu nemen und den obersten houptleuten diser stat zu antworten, die zu bewaren, die auch solche panier in der obgemelten unser frawen cappel an ein sicher gewarsame behalten haben, do sie dann dem rate gewarten in kunftig zeite, die wider uff zu stecken oder das zu vermeiden, nach des rats gutbeduncken und wolgefallen.
d. städtechron. 2, 347 (
Nürnberg 1453). 3@a@g@55))
das verbum ohne derartige bestimmungen findet sich meist in anlehnung an synonyma: se vor juwe herre hebben unde entfan unde en ghewarten unde ghehorsam sin.
kaiserliches schreiben an die bürger von Lüneburg (1370)
bei Sudendorf
urkundenbuch z. gesch. d. herzöge v. Braunschweig 4, 10; dieweil wir ... unsern dienern zu helfen und si zu vorsehen genaigt sein, darumb das si in weltlichen sachen uns auch treulicher gewarten und dienen sollen. Aventin (
chronik v. Alten-Oetting) 1, 54; was ich des gelerne ... damite iren vorgemelten erben dienen und gewarten solle.
pfälzische lehrlingsverschreibung s. zeitschr. gesch. Oberrheins 9, 169. 3@a@dδ)
eine eigenartige bedeutung nehmen solche verbindungen in einem zusammenhange an, der sie den unter 2) a)
belegten verwendungen nähert: damit fragt man, ob ainer aus dem land käm, es wäre von geratner oder ungeratner weis wegen, und in dazwischen ain urbarguet ansturb, wie lang man im damit schuldig sei zu gewarten. (
stiftsrecht d. erzbisch. urbarämter),
österr. weisth. 1, 2; so ist man schuldig im damit zu warten ains und dreissig jar.
ebenda; so iemant dem andern gellt kleinet puecher ... zu getreuer handt bevilcht unnd gibt, so sol der, dem das zubehalten geben ist, dem ... der ime es bevolhen hat, damit getrewlich gewarten unde ime dieselben hab ... wider uberantwurten ... so pald er des von im ermant unnd erfordert wirdet.
reformat. bair. landrechts (1518)
tit. 31,
art. 1
bei Haltaus 711. 3@bb)
die anknüpfung im genetiv ist jüngeren ursprungs und nur bei pronominibus belegt. mittelhochdeutsche beispiele reihen sich den unter a, β besprochenen verwendungen an. neuere belege dagegen bringen hier die einfache bedeutung von exspectare zum ausdruck, die in der verbindung mit einem sächlichen objecte (
sp. 5341
ff.)
schon früher entwickelt war. 3@b@aα) 3@b@a@11)) si wolde in ir gedanken hân ûʒ erwelter manne prî
s. wer hövesch wære in alle wîs, des kunde si gewarten. K. v. Würzburg
Engelhard 895; mit miner frien hende huot ich din in ellende. ze Tuscan, in Lamparten kund ich din wol gewarten.
Peter v. Staufenberg 360
Schröder; eʒ ist ouch zimlich unde reht daʒ du solt ein gemahel han die din mit zuht gewarten kan. 656. 3@b@a@22)) 'ir hand uns siglosz gemacht, aber bi mines vatters sel! wir wend wider komen uff uch mit sovil volck, das ir uns nut enttrünnen werdend'. 'du tröwst schön' sagt Rengnold 'wir hand ein schlosz da wir uwer wol gewartten wend'.
d. Haimonskinder 137
Keller; darausz in ainen vortail uff ain höhin gethan, wie aller ireʒ handlung nach, nit anderst zu achten, dan im selben der unsern zu gewarten.
N. Thoman
Weiszenhorner chronik bei Baumann s. 110. 3@b@bβ) denn gott wirds wol machen, so wir sein nur gewarten, und imer auff der bahn bleiben. Luther (
vier trostpsalmen an die königin zu Hungern 1526) 3, 294
Jena; hör, ob er jetzt känn gwarten mein. G. Mauricius
vom schulleben G iiii; bei den studenten ist gut sein, mit worten können sie scherzen fein, lieblich und freundlich reden. ade, kaufmann, zu guter nacht! deiner bitt man gar wenig acht, meiner darfstu nicht gewarten. frisch auf, ihr von der feder gut, nach euch steht all mein sinn und muth, nach euch ich allzeit trachte!
studenten haben allein den preis bei Hoffmann
gesellschaftslieder 2, 71; so gebt mir noch so lang frist, und wartet mir zuo lieb, bisz ich das leichttuoch das ich meinem schweher Laerti angefangen habe, gar verfertige ... mit sölchen worten seind wir leicht überredt worden, das wir ihr biszher zuogewarten haben. Schaidenreisser
Odyssee 6
a; welche sämmtliche herren commilitones heute abends um 8 uhr auf dem Niclaskirchhofe am schwarzen bret erscheinen und derselben zu gewarten haben würden.
aus Riemers Leipziger jahrbuche bei Wustmann
quellen z. gesch. Leipzigs 1, 302; sol ein iglicher wol mercken, das er keinsz andern endchrists musse gewarten. Luther 8, 720
Weimar. 3@cc)
noch seltener ist die unter dem einflusz lautlicher angleichungen stehende überführung des persönlichen objectes in den accusativ belegt. 3@c@aα) ein ritter er was der beste, als man in bi sinen tziten vant, in gewarten ouch lüte, burge, lant.
Ludwigs kreuzfahrt 3338
bei v.
d. Hagen. 3@c@bβ) derwegen sollen die würt, so sich einer auf ainen tag göst zu gewarten vertröst, den böcken umb semmel ... zuesprechen. (1562),
österr. weisth. 6, 423; dé ganz. zeit habmə 'n scho~ gewaərt und is nét kemə~. Schmeller 2
2, 1006. 3@dd)
ebenso selten sind präpositionalverbindungen zur anknüpfung des persönlichen objectes: uf daʒ in den noden daʒ erbe moge an uns gewarten,
ut nostra fiat hereditas. (
Lucas 20, 14),
mitteld. evangelienwerk aus St. Paul bei Schönbach (
Wiener sitz.-ber. 137, 110); und andern lihe die wingarten, die dar zu lihte baz gewarten. 67
a. 44)
die verbindung mit einem object der sache. 4@aa)
die anknüpfung im dativ ist auf vereinzelte mittelhochdeutsche zeugnisse beschränkt, die übereinstimmend die bedeutung '
stand halten'
zum ausdruck bringen: Philemenis stach dare Menesteus nam es ware und gewarte dem stiche. Herbort 6967; und gewarte dem fanen den sin vint furte uf in er starke rurte. 9910; dô kam ein ingesinde dar der stolzen Harlunge, hundert ritter junge ze helfe Wolfharten. wer kunde dâ gewarten den wâfen an ir henden.
Biterolf 8768; daʒ er nit weichen, sunder was recht und ertail wurkn wert, dem zu gewarten und ân all flucht nachkumen wöll. (
landtaiding in der Rauris 1565
u. 1624),
österr. weisth. 1, 229. 4@bb)
die anknüpfung im genetiv ist die entwicklungsfähigste form der verbindung. sie ist schon bei Otfrid
ausgebildet: tho er mo firbot thio dati,thaʒ er ni suntoti, thes giwarteti,thaʒ wirs imo ni wurti: tho riht unsih thiu redina,thaʒ wir uns warten thanana, thaʒ suht ni derre uns merathen lidin joh thera sela. 3, 5, 4.
in den mittelhochdeutschen und neuhochdeutschen belegen machen sich freilich andere richtungen der bedeutungsentwicklung geltend. einerseits finden wir die parallele mit acht haben auf etwas, etwas hüten, pflegen,
die heute nur noch an dem einfachen warten
fortlebt. andererseits die achtsamkeit auf etwas, das erst kommt, also die bedeutung von '
erwarten',
die in einzelnen verbindungen unserem gewarten
noch heute das dasein fristet. wenn statt der genetivanknüpfung allmählich der accusativ vorgedrungen ist, so beruht dies auf den bekannten lautlichen einflüssen, die sich gerade hier gut beobachten lassen. 4@b@aα)
acht haben auf etwas, etwas hüten, pflegen: Gregorius hat ouch geseit ... wie ein nunne were, die zumal durch vurwitzen nicht konde wol gesitzen und irre zucht gewarten.
passional 287, 23
Köpke; und daʒ der lonherre der vorgeschriben sachen dester baʒ genuog sin und gewarten möge, so sol er zuo den reten ze gonde unbekümbert sin.
urkunden zur verfassung Straszburgs (1450)
bei Eheberg 1, 25; wo er ime den schaden (
den die gänse in der wiese gethan haben) nit gverlich vermaint nachzugeben, sol er ine vor der herrschaft darumben furnemen und aller billicher handlung gewarten. (
landrecht von Haunsberg),
österr. weisth. 1, 59; so wöllten dann etlich ouch irer arbait ausserhalb der statt gewarten, mit irem viehe und anderm dem iren aus und einwebern. Th. Zweifel
bei Baumann 85; das man feiertagen leichtfertiger handlung gewarteth, und unnutz geschwetz ... getriben hat. Luther 2, 62
Weimar; denn in der gemeine können sie nicht alle des ampts gewarten, so schicket sichs auch nicht, in einem iglichen hause zu teuffen. (110.
psalm gepredigt) 7, 348
a Jena; auch ob solchs teglichs gottis diensts villeicht nicht die gantze versamlunge gewartten kunde. 12, 36
Weimar; sie aber verachten die schrifft muthwilliglich, ... als die nichts guts im sinn haben, weil sie das licht scheuen und der schrift nicht gewarten wollen. (
an den kurfürsten Johann 1526)
briefe 3, 90
de Wette; wir mögen der gschrift nit gewarten und lesen, dann wir seind mit andern weltlichen sachen und handlen stets bekümert und beladen.
ein wegspruch gen Regenspurg, s. Schade sat. u. pasqu. 3, 183; es ist ... fur vernunfft und aller welt so feine beschönung, das man sonst in gottes dienst und gepot gehe und könne dieses nicht gewarten. Luther 28, 24
Weimar; darumb hat er auch einen sonderlichen tag in der wochen
dazu geordnet, daran man des allein warte ... das nicht jemand klagen möge, er könne es für seiner erbeit nicht gewarten, noch dazu kommen. (
summa des christl. lebens) 6, 33
b Jena; sie beteten weder vor noch nach tische, denn wenn die speise aufgesetzet, spreche der vater: herbei, herbei, setzet euch, esset flugs ... nach der mahlzeit sagte er: gehet hin und lasset die beten, die es gewarten können. Scriver
seelenschatz 2, 557; derselbig was sehr from und kerete sich nirgentz viel an, alleine, das er der kirchen und seines studii gewartette. Kantzow
chronik v. Pommern 360; deiner letzten pflicht gewarte. Brentano 3, 287. 4@b@bβ)
acht haben auf etwas, das kommt; etwas erwarten. 4@b@b@11)) in die gnoʒschaft bringe iuch der gotes sun. unser herre ... und helfe iu daʒ ir siner geburte also gewartet, daʒ er iuch erkenne an dem iungesten tage.
speculum ecclesiae 22
Kelle; dieweil sie und auch ihr hauszfrauwen zuo beider seitten von königklichem stamme geborn, dester mehr in hoffnung stünden, nach seinem (
d. königs) todt der königklichen würde zu gewarten.
Livius (1562) 17; dasz man eben einer durchausz gleichen consequenz unfehlbar hätte zu gewarten. (1615),
s. Londorp 1, 188
a; so aber die kranckheit inn den ersten tagen nit abgewendet, unnd nuon eraltnet ist, soll er sich, an dem tage, davon er des fiebers gewartet, des petts halten. Khüffner
übersetzung v. Celsus
de medicina (1531) 33
a; dieweil wir in solcher angst waren, des morgens gewartend. Schaidenreisser
Odyssee 38
a; von stunde zu stunde gewartet' er mit hoffender seele der wiederkehr. Schiller (
bürgschaft) 11, 288; ihr könnt im wald des winters nicht gewarten. seht, selbst ich gewohnt an unbill, besser noch verwahrt in klaus und gotteshaus, ich musz zuweilen den warmen herd von guten menschen suchen. G. Hauptmann
d. arme Heinrich 3, 1. 4@b@b@22)) so lang bis der mensch werde gantz gelassen, frei, willelos, und nichts mehr weis, als das er gottes willen gewarte. Luther (
auslegung d. vaterunsers); derselbigen antwort und artickel von rats wegen gewartet der burgermeister. Wolfgang König
tagebuch, s. quellen z. Frankfurter gesch. 2, 85; des wollt ain rat guotlichs oder rechtlichs entschids von kaiserlicher oberkait gewartten und sich des hiemit bewilligt unnd erbotten haben. (1490),
d. städtechron. 25, 354; schickt er Josen von Laubenberg mit furstlicher durchleuchtigkait schreiben zue gemainen stenden des punts gen Ulm, inen das anzuezaigen, und darauf ires beschaits zu gewarten.
schreiber des truchseszen v. Waldburg bei Baumann
s. 599; e.
f. gn. als unserm gnedigisten fürsten und herren uns ieder zeit in aller underthenigkait gehorsamblich befelchend und gnedigistes beschaids gewartend. (
freiheiten d. marktes Zell im Pinzgau),
österr. weisth.; zeigt mir nit an, wo ich mich stellen, oder wie ich mich halten, oder wo ich der mahnung gewarten solt. Göz v. Berlichingen
leben 102
neudr.; solchs on verzug berichten und weiters befehls darauf gewarten.
landpot in Ober- u. Niederbaiern (1516)
fol. 10
a. 4@b@b@33)) der künic wart der rede vrô. zuo dem boten sprach er dô: umb diu mære rîche ich dich immer: des gewarte ûf mich.
mai u. Beaflor 109, 20; des gewartet her ze mir, daʒ iwer goteshûs und ir von mir und mînen kinden genâde sult enphinden und lôn darumb enphâhen.
österr. reimchronik 42277; ungerne ich verlüere, bischolf Wulfinc sprach, 'durch mînen gemach den liunt, dâ ie inne wârn mîne vorvarn, die mit triun dem rîch ie dienten williclich, her kunic, des sît auch ir gewartend von mir.' 82864; vil insigel man leit an einen brief grôʒ, der eʒ alleʒ beslôʒ, des man gewarten solt von in. 66431; als haben wir ihnen, seinen schwestern und deren kindern die gebetene 18 000 fl. auf berührten gut gnädigst bewilliget und bekennet ... also dasz gedachte schwestern der gemelten 18 000 fl. auf besagten rittergut sicher und gewartend sein.
s. Haltaus 712; lassen dise frauen wider gehn inn das undanckbar vaterland, darinn tugent und mannheit keiner belonung zuogewarten hatt.
Livius (
Straszburg 1562) 36
a; der kranich flog darfone, kains lones mer gewarten wolt. H. Sachs (
wolf mit d. kranich)
fabeln u. schwänke 4, 51
neudr.; deswegen er denn ewiggutter belohnung von gott zu gewarten hat. Butschky
kanzl. 396,
vgl. dazu unten sp. 5344; daneben sollt ihr eines lohns gewarten, wie er sich ziemt. Tieck (
Octavian theil 2,
akt 4) 1, 362. 4@b@b@44)) es ist auch alhir zu Magdeburg in der altenstadt den barfwszer munniche am negest vorgangen freitage von etzlichen gemeinen burgern uf dem vischmargkte zcustehn und der almiszen zcw gewarthen mit ernstlicher ungestümigkeit verbotten. (1525),
d. städtechron. 27, 206 (
Straszburg); er wirt nit wollen inn der gemeine priesterschafft sein. auch szo wird er weibern nit gestatten, ihn tzu leren, fur grosser keuscheit, wensz gleich eittel hubsche, glatte, junge metzle weren. doch ich hofft, er were tzu bereden, das er sein beicht an heimlichen ort eim beichtvatter thet und der absolution auffs demutigist gewarttet. Luther (
ein widerspruch seines irrthums 1521) 8, 251
Weimar; mir ist lieber, dasz sie es nicht vermögen zu thun, als ihrer gnad zu gewarten, dasz sie es nicht thun, wann sie das vermögen darzu haben werden.
raths gutachten (1615),
s. Londorp 1, 193
a; ich waisz wol, das ainfeltig christen gmeinlich bekennen, ir verdienst si nicht, si gewartent allain der huld und barmhertzigkait gots. E. v. Günzburg
schriften 2, 182
neudr.; wolan, haben wir so vil verbadt, so laszt uns recht den kosten auch daran wagen und glücks gewarten.
ein klegliche botschaft an den bapst, s. Schade 2, 256; weil sie wenig trostes zu gewarten hatten. Micrälius
altes Pommern 3, 347. 4@b@b@55)) sic fit cum potestate: princeps mus gewarten aller streich, quando aliquis venit et non potest furkomen, et tu habes schutz. Luther 25, 460
Weimar; wa sie inen leut schicken sollten, es were vil oder wenig, so wurden sie sich ganz entplössen, das inen gegen dem pund, von dem sie teglichs uberzugs gewarten musten, merklichen nachtail und schaden pringen ... wurd. Th. Zweifel
Rotenburger chronik, s. Baumann
quellen 317; und wann du eins sturms gewarten bist. Fronsperger
kriegsbuch 2, 199
b; das ain rat, wollt er anderst ruw haben und kains verrern ufflawfs gewarten, die gemelte der juden sinagog zu ainer cappellen ... weihen lassen must. Th. Zweifel
bei Baumann
quellen 10; darausz erfolgt ain zuloff. in dem tumult warden etliche stain in cor geworfen. das namen die tomheren und die anderen pfaffen an die hand, wollten der unsicherhait nit mer gewarten (
ertragen) und waren fro, das sie nur ain ursach hetten, sich des munsters und des gotzdienst furo zu enthalten.
Zimmersche chronik 4, 23; als sie in plüetig sahen allesamen, kertens mit schant umb alle sant, zogen wider haim in das Payerlant und wolten nit gewarten dieser schlappen. H. Sachs
fabeln u. schwänke 4, 315
neudr.; inn der abfart, ehe wir hinausz auff die höhin kommen, kam unser schiff einem andern so nahe, das es dasz ander mit dem forderen thail gleich erraichet, und wir also eines schiffbruchs hetten zugewarten gehabt. Rauwolff
reisz in die morgenländer 11. 4@b@b@66)) der anderen leibs kranckheiten müszen und sollen wir nach dem willen und wolgefallen des almechtigen gwarten. Schwartzenberg
vom zutrinken 9
neudr.; ein weiser man der sol verston, das unrecht thon und dieberei zu aller zeit ungluecks gewarten mü
s. H. Sachs (
d. münich mit d. gstoln hün)
fabeln u. schwänke 3, 182
neudr.; wer ... ist zw frech, mutwillig, thum und ist gancz unfertreglich, zw haderei druzig und gech, der mües zwai pöeser stüeck gewarten teglich. (
d. leb mit d. plueting klaim),
ebenda 3, 307; und ist nichts anders ... dan mit einem gulden angl fischen, da der gewin nimermêr so grosz kan sein als der schaden, des man zue gewarten hat. Aventin (
chronik) 4, 491; nun sein wir arm leut, haben nit heuser, so will man uns in Wyndshain nit lenger halten, wissen nit, wa aus, söllen teglicher far gewarten. Th. Zweifel
Rotenburg im bauernkrieg, Baumann
s. 511; und damit kain taile gegen dem andern derhalben ainicher misztrawen oder gevar gewarten oder besorgen dorf, hat ain burgermaister anstatt ains rats ... globt mit handgebenden trewen an aids statt, das sie in diser zwitrechtigen sachen, solang die unvertragen ist, ainander trawen und glauben halten und beweisen, und kain taile von dem andern ainicher far, gewaltz oder misztrawens gewarten sollen und wöllen. 86; es schmeckt mir nit, sprach die dorffmausz, eins, bitt ich, wöllest sagen mir: rumpelt man so offt an der thür. das du must gwarten solcher fahr. B. Waldis
Esopus 1, 9, 61
Kurz; dergleich musz der alls ungemachs von gott gewarten, spricht Hans Sachs. H. Sachs (6.
cap. d. sprüch. Salom.) 19
Götze s. 250; ewiger gott! das ain nit wolt recht thun lieber, dan das er solt nacher gewarten ewiger pein! her gott! der möcht nit witzig sein.
Zimmersche chronik 4, 333; und lerne, das du alles, was on geist ist, fur nichts haltist und verdamnest und darnach des heiligen creutzs gewartist, das du druber leiden mussist. Luther 12, 550
Weimar. 4@b@b@77)) wer treue warnung in wind schlegt ... der gewarte auch des grims des herren. Mathesius
Luther 247
neudr.; und gewarten müssen der greulichen schrecklichen plage und zorn gottes. Luther (
vorrede auf magister Caspari Aquile büchlein von almosengeben 1533) 6, 114
a Jena; werde ich deines strengen gerichts zu gewarten haben. Abele
künstl. unordnung 3, 290; auch ob einer mehr par volk in seiner behausung het, die im schein, als ob es eheleit wären, bei einander woneten, dieselben soll ein ieder der obrigkeit alspalten nambhaft machen, wo nit, der straff gewarten. (
landtaiding d. pfleggerichts Taxenbach),
österr. weisth. 1, 271; er sich ... bei der gerichtsobrigkait beklagen und man gebirender straff und ernstlichen einsechens gewarten, nicht weniger er dorfmaister und seine zuegetone ain und andern fahls mit gebirender pfantung firzugeen macht haben solle. (
ordnung zu Hänningen),
österr. weisth. 3, 71; noch musz ich der warheit zu liebe, deines unmessigen ... schmahen und lestern gewartten; kundistu etwas anders, szo schriebstu es villeicht, drumb musz ich gedult tragen, und her schlacken unnd schneien lassen, was dich dein unrugiger hasz leren wirt. Luther (
an d. bock zu Leipzig)
streitschriften 1, 152
Enders; glaub mir: ich möcht nit ainen tag on dich geleben; mir wär auch nichts süsz oder sauer, solt ich dich begeben, und möcht nit anders gewarten dann des todes. A. v. Eyb (
Philogenia) 2, 127
Herrmann; es gehört auch nicht ein milchglaube dazu, das man des todes gewarte, für welchen sich auch fast alle heiligen entsetzt haben. Luther (
ob man dem sterben fliehen möge) 3, 392
a Jena; mein junges hertz durch und durch wund, ohn hoffnung aller hilf und gnaden, gewarttet des tods alle stund. Weckherlin 389,
s. oden 1, 11, 1; nu ich ... auch auff der gruben gehe, und gewarte, ob gott wil, balde eines seligen und frölichen stündleins. Mathesius
leichenpredigten 16
neudr. 4@b@b@88)) bisz gtrost! es hat derhalb kein not: das ist hie unser teglich brodt, des musz man stets gewarten sein, wenn der kelner holt brodt und wein. B. Waldis
Esopus 1, 9, 69
Kurz; wiltu in der welt leben, so mustu das gewarten (des gewarten
variante). Luther 28, 329
Weimar; der hàtús übə 'stannə~, und miə' hàbmús z. gwaərtn. Schmeller 2
2, 1006. 4@b@gγ)
bei dieser (
unter β behundelten)
verwendung ist ganz vereinzelt auch das reflexivpronomen belegt: hat er sich keines glücks, sondern alles unglücks in seinem ganzen leben zu gewarten. R. v. Speir
kriegsordnung, vorrede. vgl. auch unter gewärtig, gewärtigen. 4@cc)
in den unter b, β aufgeführten verbindungen dringt allmählich der accusativ an die stelle des genetivs vor. er wird begünstigt durch die fälle, in denen ein substantiv, dessen flexionsformen den casus nicht abheben (
also ein femininum oder ein wort im plural),
ohne attributive bestimmungen erscheint. auch pronominalformen wie nichts, viel
stumpfen das gefühl für den casus ab und begünstigen so die anknüpfung des objects im accusativ. zu dem schwanken der rection bei einem und demselben schriftsteller, vgl.: die guttähter haben gewisse belohnung von dem allerhöchstgekröhnten zu gewarten. Butschky
kanzl. 445; er die vergeltung von gott zu gewarten hat. 489
gegen ewig gutter belohnung ... zu gewarten hat. 396. 4@c@aα)
substantiva, deren casus nicht gekennzeichnet ist. 4@c@a@11)) daʒ man aber die rîcben êret, dâ meinet man sie niht mite, man meinet ir phenninge und daʒ man gâbe von in gewartet. David v. Augsburg,
s. Pfeiffer
mystiker 1, 322; und gibt gar ein grossen schrecken und abscheu, da grosz und klein Hans umb sein verwirckung und versaumnusz musz offentlich vor dem kriegsrechten red und antwort geben, unnd straff gewarten. Schwendi
discours von bestellung des kriegswesens 51; wo aber mein vatter noch under den lebendigen indert in der frembd umwanderte, und über kurtz oder lang (dz wol müglich) haimkäme, wurde ich als dan von ime vil hören und leiden, auch straff von got gewarten und besorgen müssen. Schaidenreisser
Odyssee 6
b; so will ich mich dargegen mit gottis hülfe auch halten, wie es einem fridsamen gehorsamen untersaszen wol anstett, wo nit, so will ich strafe ... gewarten. Erasmus Alberus
brief v. 1528
bei Schnorr v. Carolsfeld 161; diese art volks, die derwische sind dem viehe nicht ungleich, von welchen man weder ehre noch höflichkeit zu gewarten hat. Olearius
pers. rosenthal 1, 31;
Darad. o rage! o dese spoir! dasz müssen siebzehn hundert tausend Frantzosen walten, dasz meine braut so arm, und ich nichts, als lauter bettelei bei ihr zugewarten: das wäre ein freuen für capitain Daradiridatumdarides. A. Gryphius
Horribilicribrifax 5 (
neudruck s. 72); dasz wir von der gröszeren zahl weder gerechtigkeit noch nachsicht zu gewarten haben. Wieland 13, 262. 4@c@a@22)) dieweil wir von gott alles glück, sieg und ehr gewarten müsten. Kirchhof
wendunmuth 1, 73; grosz auffmercken soll der kriegsfürst haben, wer die seien, so ihm zum krieg rathen: ob sie ihr eigen passion, neid und hasz laite und führe, oder ob sie ehr, nutz, und vortheil davon zugewarten haben. Schwendi
discours v. bestellung des kriegswesens 15; darzu schmach, hohn, spot, allerlei marter und tod, wenn es gott verhienge, von ihr (
der welt) zu gewarten haben. Fr. Frisius
leichenpredigt auf Anna Scultetus C 4
b. 4@c@a@33)) zum hauffen zohe er (
d. reiter) mit sein gsellen, muszt sich das pferdt auch feindtlich stellen, im krieg gewarten schösz und stich. B. Waldis
Esopus 1, 77, 27 (
v. esel u. pferdt)
Kurz; und das dazu die schrifftgelarten müssen von dir schmehwort gewarten. Lobwasser
Cal. 73; dort wo der spitzge latz, da grünt der sommer-garten, da hat man immerfort riechbüsche zu gewarten, das frauenziefer all steckt strauszgen forne für, als wenn am selben orth sie schenckten stetig bier. Rachel
sat. ged. 129 (
jungfern anatomie). wann er von der person fünffzehen gülden zu gewarten hätte, würde er leicht zu behandeln sein. Ch. Weise
die drei ärgsten erznarren 132
neudr. 4@c@a@44)) es ist kainem nöter, das er guet gerechtikait halt, dan der nützlich kriegen wil, sunst ... ist nichts zu gewarten dan schaden. Aventin (
chronik) 4, 491,
ebenso (
ursachen des Türkenkriegs) 1, 178; darausz dann nichts als wider und unwillen zu gewarten und erfolgen möchte. Fronsperger
kriegsb. 1, 161
b; adieu o weld ... dan von deinetwegen ... wird der gottlose unbuszfertige zur ewigen verdamnus verurtheilt, in welcher in ewigkeit anders nichts zugewarten, als ... leid ohn trost. Grimmelshausen
Simpl. 462
neudr.; das die geistlichkeit darvon fast nichts als schimpff und spott zu gewarthen.
aus dem Frankfurter archiv (1700),
s. Diefenbach-Wülcker 1, 619; deine nachkommen haben viel gutes zu gewarten, spricht der herr. Luther
Jerem. 31, 17; von den erbitterten gemeinen haben wir nicht viel bessere dienste zu gewarten, als dasz sie uns in stücken zerreissen werden. Wieland
Shakespeare (
Richard II. 2, 8) 5, 63; sihe, solch ubel kompt von dem herrn, was soll ich mehr von dem herrn gewarten. Luther
2 kön. 6, 33 (was warte ich furbas vom herren. Eggestein, Koburger); ein angenehmer schertz hat offt mehr zu gewarten. Canitz 162; der mensch hat mehr unglück zu gewarten aus dem straucheln mit der zunge als des fuszes. Olearius
sentenzen 107 (1); dencken nit das wir ... ettwas mit dem gepeett suchen, begeren und gewarttenn. Luther 9, 255; was wöl er in jenem leben zu gewarten haben. Mathesius
Luther 302
neudr.; darumb wer sich in den orden begeben wil, der mag ... das zuvor bedencken, was er im ehestande gewarten und auszstehen musz.
hochzeitpredigten 159
neudr.; dann wasz für gefahr und verderben, wegen dises meines mühseeligen diensts und grosser ambtmanschafft allhie, ich alle tage zu gewarten habe. Moscherosch
insomnis cura parentum 22
neudr.; wenn er dem verstande raum liesse und bedächte, was er selbst vor straffe und unglück darauff zu gewarten hätte. Weise
die drei ärgsten erznarren 224
neudr.; was allmosen hat man aus der hand eines hungerigen zu gewarten? Olearius
pers. rosenthal 1, 20; mehr gleichheit und beständigkeit fordern, als irgend ein andrer ... von ihr zu gewarten hat. Wieland 24, 33. 4@c@bβ)
substantiva, an denen durch die flexionsform oder durch attributive bestimmungen der accusativ gekennzeichnet ist. 4@c@b@11)) also bin ich iren henden entrunnen in gottes namen. die münich aber hoffeten und gewarteten gar ein anders. Eberlin v. Günzburg 2, 112
neudr.; wie vil geltt man möchtte zu meiner erlödigung zusamen bringen, under innen gleubigern auszzuthaillen: dan si miessen bekennen, soltt ich sterben, möchtte innen gar nichtts werden. soltte es dan ein schlechtts sein, das einer und der ander pro ratta hette zugewartten, so weren si endtschuldigtt, mich sitzen zu lassen. Krafft
reisen 260; welch mann einen thut effen ... der musz gewarten wider das, wie er vor hat gemessen, das man im messe gleicher mas, im auch versalz das essen. H. Sachs (
fuchs mit d. storchgast)
fabeln u. schwänke 4, 194. 4@c@b@22)) wie si dann destwegen von deiner lieb beschaid zu gewerten unnd zu emphahen, auch demselben nachtzusetzen befelch haben.
Maximilian an den churfürsten v. Sachsen (1564),
s. archiv f. österr. gesch. 31, 202; ich hab auch itzt nodtlicher mit dir tzureden, denn das ich bedencken und gewartten kundt des alten jarsz brauch. Luther 8, 691, 12
Weimar; das wir ... tzuletzt auch den ewigen todt alle augenblick gewarten musszen. 2, 96; die frösch rieffen, hie ist kein gnad, den tod jeder zugwarten hat. Rollenhagen
froschmäuseler 3, 2, 7; wer seine füsz will weiter strecken, denn er mit kleidern mag bedecken. der musz gewarten grossen frost. B. Waldis
Esopus (
von einem hecht) 3, 8, 21
Kurz; das er von gott nur eytel gold bey seinem wort gewarten wolt. B. Ringwald
laut. wahrh. 26; ich fragte ihn hierauff: ob er mir nicht ein paar gute pistohlen schaffen könnte? ... er solte dafür ein trinckgeld zu gewarten haben. Reuter
Schellmuffsky 25
neudr.; sie bekennen auch selber dasz sie noch ... gewaltiges unglück zu gewarten haben. Prätorius
catastr. muham. Bbb 2
b; derhalb sagt Christus den seinen zuvor ... was sie für glück auff erden sollen gewarten, nemlich den hasz, verfolgung von allen menschen. Franck
weltb. 38
b; es könnte leicht kommen, dasz diese gedichte noch ein härteres schicksal zu gewarten hätten. Uz (
vorrede z. 2. ausgabe) 4
neudr.; wer ein halbtodte schlang im busen trägt, der hat ein tödtlichen stich zu gewarten.
sprichw., s. Lehmann 1, 219; massen mein freund, mein ander ich, an dessen glück und unglück ich meinen anteil zu gewarten habe. Butschky
hd. kanzelley 87; welches denn der grösseste lohn ist, den die poeten zu gewarten haben. Opitz
poeterei 56
neudr.; der ist ein reicher herr und hat teglich seinen zoll und einkommen zu gewarten. Mathesius
Syrach 1, 116
b; von einem mönche aus diesem kloster ... zu hören, dasz sie dieses jahr ungefehr 10000 eimer zehent zu gewarten. Edelmann
selbstbiographie (1752) 81; so soll hingegen der gewinst, den mein herr aus diesem prozesse zu gewarten hat, umb so viel grösser sein. J. Kuhnau
musik. quacksalber 127
neudr.; weil nuhn Markhold gedachte, dasz es (
d. schreiben) nuhr ein überzug eines vihl ähdleren schazzes sein würde, welchen er von seiner Rosemund zu gewarten hätte, so frahgt' er nicht weiter nahch. Zesen
adriat. Rosemund 83
neudr.; welchen namen wenn die poeten nicht zue gewarten hetten, würden viel derselben durch die boszheit der leute, die sie mehr ausz neide alsz billicher ursache verfolgen, von jhrem löblichen vorsatze zuerücke gehalten und abgeschreckt werden. Opitz
deutsche poeterei 16
neudr.; von euch haben wir einen guhten raht zu gewarten. Zesen
Assenat 561; so lange haben wir keinen guten deutschen Homer zu gewarten. Bürger 141, 6; goth. darf man nach dem comp. noch bloszen dativ ohne partikel gewarten. Jacob Grimm
s. theil 1,
sp. 250; wir haben einen ganzen umwurf des krams zu gewarten, mit dem wir uns schleppen und tragen. Herder (
älteste urk. d. menschengeschl. 3, 3) 6, 452; als wir jedoch die nachbarliche flur besucht, und dort, vor einer neuen bühne, groszen drang der fremden zu gewarten hatten. Göthe (
prolog bei wiederholung des vorspiels '
was wir bringen') 11, 323; das wetter hellt sich aus, wir haben einen schönen tag zu gewarten. (
Götz) 8, 161. 4@c@b@33)) die falschen brüder aber, so sich auch des evangelii rhümen wöllen, das es ohne noht sei, das einer sein missethat berewe ... das heist die leute ... alles trostes und seligkeit berauben, welche die so göttlich trawrig sein, inn irer rew zu gewarten haben. Mathesius
leichenpredigten 161
neudr.; ich kam für liebes fensterlein an einem abent spate ich sprach zur allerliebsten mein ich fürcht ich kum zu drate. er zeig mir doch die treue dein die ich von dir bin gwarten. sie liebe lasz mich ein. G. Forster
frische teutsche liedlein 102
neudr.; ein grosser mann, der sich unter die kleinen gezehlet, hat in dieser und der zukünfftigen welt grosse herrlichkeit zu gewarten. Olearius
pers. baumgarten 4, 26; dahär kömt es oftmahls, dasz manche zahrte jungfrau ... so übel verehliget würd, dasz si in ihrer ehe keine fröliche stunde ... zu gewarten hat. Zesen
adriat. Rosemund 222
neudr.; so würde seiner schähfferin nicht alein di höchste ehre, welche si auf der ganzen wält zu gewarten hat, geschähen. 86; als mein herr kam an ersten pass, darauf sasz der bös Fürwittig, der macht meinen herren lustig, vil kurzweil stets zu fahen an, drin er müst alweg understan, zu gewarten grosz gfärlicheit.
Teuerdank 108, 37; dann ohne deine hülffe, herr, haben wir keine hülffe zugewarten. Moscherosch
insomnis cura parentum 27
neudr.; not ficht mich an weil ich nach wan dein hülff gewart. G. Forster
frische teutsche liedlein 12
neudr.; als aber Bogussa nicht hatte womit zu zalen, auch vom könige Vladislas keine hülfe zu gewarten. Schütze
Preuszen 55; bei einem herrn wolle mancher nicht ein loses wort einfressen, da er doch alle beförderung von ihm zu gewarten hätte. Weise
die drei ärgsten erznarren 96
neudr.; wurde auch einer ... von dieses vermeinten grafen gesellschaft ... einen ... in gefängliche haft bringen, soll er dafür auch eine ehrliche remuneration oder verehrung zu gewarten haben.
Pommerscher steckbrief gegen den grafen Strozzi (1606),
Pommersche monatsbl. 1900, 4; eine solche antwort würde er zu gewarten haben. Liscow 312; wer umb meinen willen verlesset haus, hoff, weib, gut, der sols hundertfeltig wider kriegen ... mus man doch solche fahr in allen andern wercken auch gewarten. Luther (
ob kriegsleute auch in seligem stand sein können 1527) 3, 328
a Jena; musz man doch solche gefahr in allen andern wercken auch gewarten. Fronsperger
kriegsb. 162
a; wer inhalt der öffnung, lantsrechten und altes herkommen nit gehorsam und ein uberfarer war ... dieselben sein nit gestüft und sullen unser straff ungenädiklich gewartent sein. (
landrecht in d. Pillersen),
österr. weisth. 2, 96; derselbe sol die pœn & straff, dero er den andern schuldig zumachen vermeinet, an sich selbst haben zugewarten. (
hamburg. gesetz)
bei J. B. Schupp
schrifften s. 676 (
abgenöt. ehrenrett.); nun we, nun wee mir armenn mann, das ich ich ie selichs kind gewann! soll ich erst gewartn von dir soliche schand, ich wolt, ich hiet dich nie erkandt; du machst mir solichn umuet und zorn. ich wollt, du werst im ersten pad ertrunkn woren, so wer ich doch der sorg vertragn und bedorfft nit in meinenn tagen soliche schand von dir gbarten sein.
Sterzinger spiele 65
neudr.; zwar lobe ichs nicht, sich auff diese art zuverehelichen; aber gleichwol hat dieses junge paar hierdurch weder galgen noch rad verdienet, der herr obristleutenant auch keine schande davon zugewarten, wan er nur diesen fehler ... heimlich halten ... wird. Grimmelshausen
Simpl. 275
neudr. 4@c@b@44)) das ritterrecht handelt in 13 artikeln: von der succession und erbnehmung ... ob die wittfrau, nach absterben ihres mannes, gerade, musztheil, morgengabe und leibgedinge von sich selbsten einzunehmen befreiet, oder solche stücke aus der erben hände gewarten und empfangen müsse. v. Robbe
gesch. d. herzogthümer Bremen u. Verden 1, 251; versichere dich dagegen, das du ebenmässige liebeswerke jederzeit von mir solst zu gewarten haben. Rist
neue himl. lied., vorbericht; und das alte sprüchwort alsdenn wahr gemacht werden: wenn man die hünereier in die pfanne schlägt, hat man keine junge küchlein zu gewarten. Döbel
jägerpractica 1, 56. 4@dd)
in diesen verbindungen mit einem sächlichen object (
im genetiv oder accusativ)
sind bestimmte hilfsverba bevorzugt worden, die theils nach der bedeutung des objects, theils nach der zeitfolge mit einander wechseln. für die angaben im folgenden überblick sind die belege meist aus dem vorstehenden zu ergänzen. 4@d@aα)
während wollen, mögen, dürfen
nur occasionell zutreten, sind sollen
und müssen
häufiger zu beobachten. sie werden fast ausnahmslos da angezogen, wo etwas unerfreuliches droht. andere fälle sind sehr selten und leicht zu erklären: von got alles glück ... gewarten müssen. Kirchhof 1, 73 (
s. o.),
ebenso glück erwarten sollen. Franck
weltbuch 38
b.
im allgemeinen wird sollen
in älteren, müssen
in jüngeren quellen bevorzugt. 4@d@a@11)) schande gewarten sollen
Sterzinger spiele; krankheit Schwartzenberg 9; täglicher fahr Zweifel 511. 86; der straff
österr. weisth. 1, 271. 2, 96. 3, 71. 4@d@a@22)) mus gewarten aller streich Luther 25, 460; gefahr Luther, Fronsperger, Waldis; alls ungmachs Hans Sachs 19, 250; ungluecks
fabeln 3, 182; zwei pöser stück 3, 307; plage Luther 6, 114
a; straff Schaidenreisser 6
b; tod Luther 2, 96; frost B. Waldis 3, 8, 21; schmehwort Lobwasser
Cal. 73. 4@d@bβ)
die verbindung zu gewarten sein,
bei der das subst. in die function des subjects überführt wird, ist bei erwünschten und gefürchteten ereignissen in gleicher häufigkeit zu belegen, sie ist aber auf die ältere zeit der neuhochdeutschen periode beschränkt. 4@d@b@11)) davon künfftiger nachtheil zuo gewarten. Fronsperger
bauordnung 30
a; nachtheil und schaden darvon zuo gewarten erfolge. 12
a,
vgl. auch unter e); dabei die vertreibung desz gemeinen friedens zu gewarten (1614). Londorp 1, 181
b; dasz der grosze tag der offenbarung und endlichen gerichts nun nahe und täglich zu gewarten sei. J. Böhme
Aurora 87; und allen vermuthen nach seind noch schädlichere krieg zu gewarten. Abraham a S. Clara
auff auff ihr christen 30
neudr. 4@d@b@22)) je weniger gnade ihnen hernach, wenn sie sich doch zuletzt ergeben müsten zugewarten sein würde. Spangenberg
Henneberger chron. 73; ein karger ... meister konnte eines vorstehenden jarmarcks halber, da gutte lohnung zu gewarten, des gesinds nicht wol entrathen. Kirchhof
wendunm. (2, 140) 190
Österley; zum wenigsten würde ausz dieser thorheit der grosse nutz zu gewarten sein. Weise
die drei ärgsten erznarren 31
neudr.; ich erzehle diese geschichte ... damit meine histori gantz sei und der leser zu gemüt führe, was vor ehrbare früchte von dem tantzen zu gewarten sein. Grimmelshausen
Simpl. 94
neudr.; bepflanzet einen garten, daraus nun nach und nach viel früchte zu gewarten. Harsdörfer
frauenzimmergespräche 1 (
zueignungsged.). 4@d@gγ)
die beliebteste verbindung jedoch, die zugleich in der heutigen sprache noch gepflegt wird, ist zu gewarten haben.
sie ist vor allem häufig mit dem accusativ des objects belegt. was die art des objects anbetrifft, so sind auch unerwünschte ereignisse mit dieser wendung angeschlossen, jedoch überwiegen die erwünschten. 4@d@g@11)) eines schiffbruchs zu gewarten gehabt. Rauwolf 11; schaden Aventin 4, 491; unglück Olearius
sentenzen 107,
ebenso Prätorius
catastr. muham.; tödtlichen stich Lehmann 1, 219; schmach, hohn Fr. Frisius; strengen gerichts Abele 3, 290; härteres schicksal Uz
vorrede. 4@d@g@22)) einer belohnung zu gewarten haben.
Livius 36
a. Butschky
kanzlei 396. 489; lohns Tieck 1, 362; vergeltung Butschky 396; verehrung
Pommerscher steckbrief v. 1606; trinkgeld Reuter
Schellmuffsky 25; gewinst Kuhnau 127; zoll Mathesius
Syrach 1, 116
b; zehenten Edelmann 81; gulden Weise
erznarren 132; vortheil Schwendi 15; antheil Butschky
kanz. 87; schaz Zesen
Rosem. 83; vil gutes Luther
Jerem. 31, 17; beförderung Weise
erznarren 96; hülfe Moscherosch 27. Schütze
Preuszen 55; guten raht Zesen
Assenat 561; trostes Micrälius 3, 347; trost Mathesius 161; liebeswerke Rist
vorbericht; ehre Olearius 1, 31. Zesen 86; herrlichkeit Olearius 4, 26; dienste Wieland
Shakesp. 5, 63; namen Opitz
poeterei 16; gerechtigkeit Wieland 13, 262; einen schönen tag Göthe 8, 161. 4@ee)
aus solchen verbindungen löst sich die formel zu gewarten
ab; sie gewinnt appositionelle und attributive functionen: sonderlich wo ausz gebeuwen künfftiger schaden und nachtheil zuo gewarten ervolget. Fronsperger
bauordn. 6
a,
vgl. oben unter d); ew. lieb ermesse mit samt ihrer landschaft selbst, ob ihr verfängliche rechtbote thun möget; und ob gleichwohl solche rechtbote sorglich wären, ob nüzzer sei, die dennoch zu thun, damit gewartende aufruhr anzustellen, dann verlierung der sachen im recht, und krieges und schadens zu gewarten (1488). Krenner 12, 216; weil ich nun wuste, dasz der erste zu gewartende sturm dasselbe (
d. schiff) unfehlbar in stücken zerbrechen würde.
Robinson (1727) 76; jetzo liesz ich die gedancken wegen des schiffs und der etwa daraus annoch zu gewartenden dinge völlig fahren. 82; den hiervon zu gewartenden nutzen anbelangend. Döbel
jägerpractica, vorbericht 11. 4@ff)
an stelle des substantivobjects sind häufig auch satzbestimmungen angeschlossen. 4@f@aα) denn ich wills nicht gewartten, das die concilia beschliessen, ob zu gleuben sei an gott vatter
etc. Luther 12, 230
Weimar; sol man mit im mitleiden han, weil iderman gewarten müs, das im etwan entschluepff ein fües pei dieser ungetrewen welt. H. Sachs (
d. geizige wolf)
fabeln u. schwänke 2, 157; warlich wiewol mir Penelope fast liebet, so ist si doch nit allain und ain ainigs weibszbild ... wolt mich demnach ihres heüraths geringlicher verwegen, dann gewarten, dasz man unns allenthalben wirt nachsagen, wie unser kainer Ulyssem in sterck ersetzen, und seinen bogen habe spannen können. Schaidenreisser
Odyssee 89
a; der feurwurm brumt und macht sich krausz, und sprach, es ist die schelmsche mausz, nun lange zeit mein feind gewesen, darumb solln die meusz nicht genesen. ich will sie all allein erschlagen, ihr dürfft ihn nicht also nachiagen ... weicht ihr aber nicht, so müst ihr gewarten, das wirs euch wie den meusen karten. Rollenhagen
froschmäuseler 3, 3, 12. 4@f@bβ) wo bliebe mein seele, so noch nicht sollt wissen, und aller erst von den concilia gewarten, was sie gleuben sollt. Luther 12, 236
Weimar; ich schicke das euch zuo, was got unser herre damit auszrichten wöll, solle ich in guotter zuoversicht gewarten. Eberlin v. Günzburg
schriften 2, 138; und er wölt gewarten was gegenwald darüber handlen würd. Ayrer
proc. 2, 4; wird man die ammen wider auffscharren und viel drein blasen, so mügen sie gewarten, wem die funcken in die augen stieben. Luther (
vorrede auf die antwort Balthaser Raida wider d. laster u. lügenbüchlein) 6, 112
b Jena; so lang nu der same nicht komen war und nicht ausgedrückt war, wilchs weib sein solt, die den samen solt bringen, must kein weib jungfraw bleiben, sondern alle gewarten, wo gott den samen wolt herbringen. (
predigten über d. 1.
buch Mose, cap. 4) 24, 122
Weimar; Odysseus vergasz doch in solcher mü und angst seines flosz gar nit, sunder als der auch zuo land gerungen ware, setzt sich Ulysses wider darauff, gewartend wahin in die wind theten treiben. Schaidenreisser
Odyssee 22
a. 55)
die wörterbücher der älteren zeit buchen bei gewarten
nur noch die bedeutung exspectare: gewarten, erwarten, hoffen. Henisch 1594.
ähnl. Stieler 2442. Bayer 290
b; gewarten, zu gewarten haben, gewärtig sein. Kramer (
Nürnberg 1719) 2, 96
c.
ähnl. Rädlein 382
a (
avoir un emploi a espérer, ou à atendre).
nouveau dictionaire (1772) 339
a.
teutsch-engl. wb. (1716) 770;
erst diejenigen wörterbücher, die sich auf reichere belesenheit in älteren denkmälern stützen, erwähnen auch die entschwundene fügung = warten, pflegen: gewarten ... so das ohne noth verlängerte zeitwort warten ist ... für abwarten, zeit und fleisz auf eine sache wenden, eine im hochdeutschen ungewöhnliche bedeutung (
sie wird aus Luther
Sirach 38, 37
belegt) ... für erwarten, sowohl von einem künftigen gute, als auch von einem bevorstehenden übel ... im hochdeutschen braucht man es nur noch in der redensart etwas zu gewarten haben. Adelung 2, 651.
vgl. auch Heynatz
Antibarbarus 53,
der speciell für sie können der ampt auch nicht gewarten (Luther
Sirach 38, 37)
die änderungen der späteren bibeldrucke (warten, abwarten)
anmerkt. die mundartlichen wörterbücher bezeugen das vollere fortleben der form gewarten
im sinne von warten =
exspectare für das bair.-österr. gebiet, vgl. auch Lexer
kärntn. wb. 250. Unger-Khull
Steir. wortschatz 290.