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schrumpfen

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schrumpfen verb.

Bd. 15, Sp. 1804
schrumpfen, verb. runzeln oder falten ziehen, (sich) zusammenziehen, in falten legen. die ältere sprache verwendet dafür ausschlieszlich ein starkformiges schrimpfen, das auch im ältern nhd. noch begegnet, besonders in dem part. geschrumpfen, und für sich aufgeführt ist. schrumpfen ist eine nhd. neubildung, die erst gegen ende des 17. jh. begegnet, doch entspricht dänisch skrumpe, skrumpes, das wol aus dem deutschen stammt (schwed. nur das part. skrumpen und die passivbildung skrumpna), vgl. Weigand 2, 645. Kluge5 337b. von den wörterbüchern hat zuerst Kramer das wort aufgenommen; vereinzeltes schrümpfen bei Alberus dict. Pp 3a meint wol schrimpfen. die ältern geben vielfach p für pf, wie auch bei den ableitungen schrumpeln u. s. w., s. daselbst: schrumpeln, schrumpen Kramer diction. 2, 671a; schrumpen, corrugari. a krümpen, contrahi ... hodie libentius dicimus schrumpeln frequentative Wachter 1469. dagegen mit pf geschrumpfet (neutrum ich bin et habe), präs. ich schrumpfe, macidus sum. die äpfel schrumpfen Steinbach 2, 518. Frisch hat beides: schrumpfen, oder schrumpen, in rugas contrahi 2, 229c. Adelung bezeichnet schrumpen als nd., Campe als vulgär. dagegen bieten die belege aus der litteratur, die bis auf A. Gryphius (1698) zurückgehen, ausnahmslos die pf-form schrumpfen, auch mit umlaut schrümpfen, ohne unterschied der bedeutung: die eingeschrümpfften wangen! A. Gryphius 1, 170; aber nun — wie schrümpft die riesin ein! Schubart (1829) 3, 33. umgekehrt bieten die mundarten, die durchweg dem md.-nd. gebiete angehören, überall schrumpen, s. Schmidt 210. Kehrein 1, 368. Jecht 100a. Liesenberg 203 (inschrumpen). brem. wb. 4, 700. Schütze 4, 74. Dähnert 415b. ten Doornkaat Koolman 3, 150a f., preusz. schrompen Frischbier 2, 318b. nur Hunziker 231 verzeichnet schrumpfe in z'säme-schrumpfe, wol aus der schriftsprache. 11) intransitiv. 1@aa) so von früchten: äpfel schrumpfen, wenn die schale infolge des welkens und eintrocknens runzlig wird Adelung: trauben auf trauben verdunkeln und feigen schrumpfen auf feigen. Voss Od. (1781) 7, 121. von welkenden blumen: das (die von den engeln gestreuten rosen) schmilzt und schrumpft vor eurem hauch ... das schrumpft nicht nur, es bräunt sich dort, es brennt. Göthe 41, 327 (Faust II, 5; l. es bräunt sich, dorrt Weim. ausg. 15, 321). von einer haut, die runzlig wird: wo der finger sich mit weyrauch unrein macht, wil ich den augenblick, wo brand und flamme kracht, die rechte scharren ein! und wenn die haut wird springen und schrumpffen in die gluth, wil ich, vor freuden, singen. A. Gryphius 1, 505; gehüllt in schrumpffend fell voll schwärtzlich-gelber flecken. 2, 388. ebenso einschrumpfen: wenn die rosen und lilien abblühen, die feine haut einschrumpft und runzelt. Musäus volksm. 4, 59 Hempel. 1@bb) mit übergang in die bedeutung des schwindens, wenn es vom fleische gesagt wird: aber damit unkennbar den sterblichen allen du werdest, schrumpfe das blühende fleisch um die leichtgebogenen glieder. Voss Od. 13, 396, vgl. 428; einem das herz geschwellt von gedeihn, einem geschrumpft vom schwinden ein. Rückert Firdosi 1, 200. ähnlich scherzhaft von einem leergewordenen geldbeutel: bis seine armuth bekam des reichthums geschmack, — und leibesfülle sein geschrumpfter sack. Rückert (1882) 11, 535 (40. mak.). — mit zusatz weg schrumpfen: na, das auge lief auch wirklich aus .. und schrumpfte weg. Immermann Münchh. 4, 33. 1@cc) in noch freierer verwendung, sich in eine kleinere gestalt zusammenziehen, weniger werden, abnehmen, in, zu etwas schrumpfen: sieh! der riese schrumpft durch dich zum zwerge. Schiller 1, 259. von der zeit: und des lebens ausgespanntes segel schrumpfte in ein einz'ges heut. Merck bei d. klagen Lilas üb. d. langsam ankommenden briefe, s. morgenbl. 1843, nr. 132, 526a; und unaufhaltsam sieht der mensch sein ende, und seine jahre schrumpfen zu minuten. Lenau neue ged. 247. ähnlich: wenn uns die freuden und schrecken jener welt lebhafter vorschwebten, wie klein würden die reichthümer dieser erde vor unsern augen zusammenschrumpfen? Schiller 3, 550; Walts lebens-roman hingegen wäre schnell in einen universitätroman zusammen geschrumpft. J. Paul flegelj. 1, 105. 1@dd) meist wird zu schrumpfen eine nähere bestimmung hinzugefügt, in sich schrumpfen: wo unser geist, sich zu erheben untüchtig, fühllos für das leben verschmachtet — in sich schrumpft — erlischt. Götting. musenalm. 1770, 98; der knospe gleich am kalten märzentage schrumpft, wenn des glückes sonnenschein sich ihr entzieht, die seel' in sich hinein. Wieland 9, 108 (Musar. 3); sein hageres gesicht scheint sich noch zu verlängen, allein sein dünkel schrumpft in sich hinein. 18, 119. zusammen schrumpfen (vgl. c und 3), meist als ein wort geschrieben, s. daselbst. s. ferner die zusammensetzungen ausschrumpfen (th. 1, 962), beschrumpfen (1, 1597), einschrumpfen (3, 286, vgl. oben), hineinschrumpfen (4, 2, 1423, vgl. oben), verschrumpfen, wegschrumpfen (vgl. oben b), zerschrumpfen. 1@ee) besonderheiten: das wasser schrumpft, wenn es anfängt zu gefrieren und auf der oberfläche runzlig wird Adelung (vgl. schrumpeln 2, b); die milch schrumpft, wenn sie anfängt zu gerinnen. ebenda. 22) selten dafür sich schrumpfen, runzlig werden Adelung, vgl. auch: zu einer alten base schrümpfte sich der hohen Juno götterbild zusammen. Schubart (1787) 2, 116. jetzt kaum noch üblich. 33) manchmal, doch nur in poetischer sprache, wird schrumpfen transitiv gebraucht: ha! wie hat mich die gluth verzehrt! ha! wie hat sie das mark meines gebeins verbrannt, und die schwindende haut geschrumpft! Gött. musenalm. 1772, 123 (Voss 167, 15 Sauer); dessen siegesgeiz die erde schrumfte. Schiller 1, 189; der mittag sengt sein entblösztes haupt, nordischer schnee schrumpft seine sohlen zusammen. 2, 150 (räub. 4, 4 schausp.).
5858 Zeichen · 129 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schrumpfen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schrumpfen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, Runzeln oder Falten bekommen. Das Wasser schrumpfet…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schrumpfen

    Goethe-Wörterbuch

    schrumpfen sich (infolge Eintrocknens, Alterns oä) zusammenziehen, kleiner werden (u eine faltige, runzlige Oberfläche b…

  3. modern
    Dialekt
    (schrumpfen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    ( schrumpfe n in ) in schrumpfe n [ínrùmfə NHof ] einschrumpfen. Die Grumbire n sin d ganz ing e schrumpft. — Hess. 370…

  4. Spezial
    schrumpfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schrump|fen vb.intr. 1 (runzlig werden) se infizé, se rogucé, gní da faldes 2 (eingehen) dé ite 3 (kleiner werden) gní m…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schrumpfen

5 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 3 Ableitungen

schrumpfen als Zweitglied (2 von 2)

einschrumpfen

DWB

ein·schrumpfen

einschrumpfen , dasselbe, wieder mit der nebenform einschrumpen, nnl. inschrompen: wird die haut alt, so schrumpft sie ein. Lehmann 167 ; di…

verschrumpfen

DWB

ver·schrumpfen

verschrumpfen , verb. , wie das einfache schrumfen ( th. 9, sp. 1804) gehört auch verschrumpfen erst der neueren sprache an. Adelung bringt …

Ableitungen von schrumpfen (3 von 3)

beschrumpfen

DWB

beschrumpfen , corrugari, schwächer als einschrumpfen und verschrumpfen: beschrumpfte haut, beschrumpfte pflaumen. organisch wäre ein starke…

geschrumpfen

DWB

geschrumpfen , adj. part. zu schrimpfen ( s. d. ), eingeschrumpft, runzelig: zwei alte, böse weib, .. geruntzelt, gschrumpffen und ungschaff…

verschrumpfen

DWB

verschrumpfen , verb. , wie das einfache schrumfen ( th. 9, sp. 1804) gehört auch verschrumpfen erst der neueren sprache an. Adelung bringt …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schrumpfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schrumpfen/dwb
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Cotta, Marcel. „schrumpfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schrumpfen/dwb. Abgerufen 13. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schrumpfen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schrumpfen/dwb.
BibTeX
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