gebackens,
n. backwerk, besonders feines gebäck, pfannkuchen u. ähnl. 11)
rein hd. gebachens (
s.gebach
und bachen),
schon mhd.: man sol den vrowen (
nonnen) an unser vrowen tac gebachens geben. Lexer 1, 747,
für lat. pastillae,
d. i. küchlein, pfannkuchen, pasteten (Dief. 415
c); gebachens,
placenta, frixa Schönsleder D 5
c.
formelhaft gebratenes und gebachenes Schm. 1, 144, 15.
jh. (
noch bair. bradns und bachns,
s. unter 3),
denn ebenso war das participische gebratenes (
eigentlich fleisch)
das geläufige für das heutige subst. braten (
vgl. unter gänsebraten),
wie im Tegernseer kochbuch eingerüerts,
rührei Germ. 9, 200,
vgl. eingemachtes
u. ähnl. 22)
md. gebackens,
in Luthers
bibel: sie sprach .. ich habe nichts gebackens, on ein hand vol melhs im cad.
1 kön. 17, 12,
var. kein brod; mache mir am ersten ein klein gebackens davon. 13,
var. ein klein brod,
aber auch dieses meint eine art kuchen, wie man sie auch damals noch auf dem herde in der asche buk (
s. u.kuchen V, 2497
m. und 2498
m.),
denn pastillum hiesz auch clein brot Dief. 415
c (
s. V, 1089);
als pfannkuchen bezeichnet ein gebackens in der pfannen,
nach alter wortstellung statt '
ein in der pfanne gebacknes' (
s. noch Stieler
unter 4): ist aber dein speisopfer etwas vom gebacken (
für gebackenen) in der pfannen, so sols von ungesewrtem semelmelh mit öle gemenget sein.
3 Mos. 2, 5. 33)
das alter und die tägliche verwendung machen es begreiflich, dasz man endlich die form des nom. und acc. selbst für den dat. mit verwendete, z. b.: A. Wecker, ein köstlich new kochbuch, von allerhand speisen .. fischen und gebachens.
Amberg 1597; kein mangel war an essen und trinken, weder an gesottens, gebratens noch gebackens.
Simpl. 3, 414
Kurz [] (
vogeln. 1, 18),
es war völlig zum subst. für sich geworden. daher im plur. ebenso: zu den gemeinsten und leichtesten buttergebackens lässet sich folg. teig gebrauchen.
öcon. lex. 780,
und mit adj.: ein gutes gebachenes.
Nürnb. kochb. 1734
s. 670; gestoszens pachens, gesottens pachens
Germ. 9, 201 (
um 1500),
aufgeführt unter den fastenspeisen im kloster Tegernsee neben pfannzelten, krapfen von öpfelfüll, milchküechl, pachen schnittl
u. s. w., d. h. lauter pachens (
als das lest essen);
vgl. auch s. 198 epflmues, pachens darauf,
auch noch kürzer gesprochen paches,
das p-
ist gut bair. aus gb-
geworden, s. spalte 1606
fg. wie dort paches,
so gebaches von mancherlei farben
küchenm. b iij, mancherlei gepaches a ij. 44)
noch im 18.
jahrh. z. b. bei Ludwig 695 das gebackens,
fritters, past-meats, in Lessings
alter jungfer 3, 1
erscheint Peter als ein gebackens-herumträger 2, 408,
wandernder kräpfelbäcker oder ähnlich: er (
der heil. Joseph) ist der patron aller fritaruolen,
d. h. gebacknesmacher Göthe 28, 64,
aus Neapel 19.
märz 1787.
beschreibungen des gebackens
z. b. im öcon. lex. 779
fg., wo unterschieden wird butter-
und zuckergebackens,
unter ersterem auch blättergebackens,
vgl. auch kuchengebackenes.
Diese letztere wiederhergestellte volle form setzt auch Stieler 75
an, gebackenes
placenta, tostum, nimmt aber doch selber nachher die wirklich gesprochenen, gebackens in der pfanne, gebackens in einem pastetenöflein.
jetzt gebacknes,
z. b. blättergebacknes, rädergebacknes,
s. auch buttergebackenes, zuckergebacknes Klinger
Faust 138. 55)
bildlich es ist nichts gebackenes daran,
gratiam nullam habet Stieler 75,
ebenso bei Rädlein 325
b (
auch mit gebratens),
es ist nichts besondres daran, auch an ihm,
il n'est pas fort recommandable, dagegen auch 'es ist (wohl) was gebackenes dran,
je n'y trouve rien d'extraordinaire' 323
a,
deutlich aus der küchensprache, vgl. u. 3 pachens
als garnierung von epflmues.