gebratens ,
abkürzung von gebratens fleisch;
man vergleiche das vorige und gebackens. 11)
es findet sich bis ins 18.
jh., aber gewiss schon mhd., wie ein guot gebackenʒ
buch von guter speise § 44 (
nachträglich zu sp. 1633),
vgl. das. § 15 von gebrâtem (
für gebratenem,
ein hühnerbraten):
assatura, ein stuck gebratens. Dasyp. 14
c,
was doch auch gen. vom vorigen sein könnte; gebratens und gesottens. Henisch 1394; es kompt selten, das man gebratens mit löffeln isset. 479, 27,
sprichw.; gebratens, gewürztes, eingebicktes (
gepökeltes). H. Sachs 2, 48
Göz; sie (
die alten Preuszen) haben lassen zurichten und braten bocks nieren .. und geben (
gegeben) das gebratens dem breutigam und der braut für einen brauthanen. Waissel
chron. 24
b; das gebratns aber will ich an den spiesz jetzt anstecken nicht. Ayrer
singsp. 163
b.
noch deutlicher erstarrt als dat., unverändert: zum gbratens kuchen back und brot.
froschm. Pp 5
b; sampt dem gebratens. Fischart
bienk. 94
a, kein mangel war .. weder an gesottens, gebratens noch gebackens.
Simpl. 3, 414
Kz. (
vogeln. 1, 18).
auch mit adj.: es ist ein mager gebratens, da nichts von tropfet. Henisch 1394,
sprichw.; bei Stieler 217 ein sauergebratens, kalbsgebratens, schöpsengebratens.
noch im 18.
jh.: ich möchte nicht da sein, wann man mir schon alle tag gebratens gäbe. Aler 419
a; das gebratens,
der braten, gesottens und gebratens. Ludwig 700. Rädlein 159
b erklärt braten
m. mit gebratens.
und landschaftlich bis jetzt, s. u. 2. 3. 22)
oberdeutsch auch ohne ge- (
das in dem b-
aufgegangen ist),
bratens, wie das braten
unter gebraten 4: gesottens, bratens und gespicktes. H. Sachs
a. a. o.; du kompst, wann mans bratens gibt,
post festum venis. Henisch 479, 42, das bratens,
wie das gebratens
vorhin; mit adj. ein kalt bratens H. Sachs,
s. unter bratens II, 311,
das J. Grimm
als gen. des inf. nahm (
vgl. unter köchet 2,
c).
noch jetzt bair. ein bratens,
neben das braten,
beides bei Schmeller 1, 268
als bair. aussprache des particips, auch gsotns und bratns,
gekochtes und gebratnes fleisch, bratensbrüe (
vgl. unter 3
aus Arnold),
wie im 17.
jahrh. bratensgeiger (
s. d.),
vgl. gebratensgeiger. 33)
auch noch mehr entstellt durch den täglichen gebrauch brates, schon im 16.
jh. und sicher früher: kommen wann mans brates gibt. Frank
spr. 2, 111
b,
unter der erklärung von post festum venisti (
vgl. u. 2); stuck brates
assatura Dasyp. 307
d (
vgl. unter 1);
es ist wie sp. 1634 paches
gleich und neben pachens,
d. i. gbachens,
d. h. das -n
in dem -s
untergegangen, bair. um 1500: semelmues, kraut, gersten oder paches.
Germ. 9, 198,
als dat. dazu: von dem pachen. 203.
Ebenso gebrates, assatura Dief. 55
a, gebrautes
nov. gl. 38
b (
mit oberschwäb. au
für â); doch wirt im gebrates gnuog. Hans Salat 121; kalbsgebrates,
offula vitulina. Dasyp. 308
a,
also straszburgisch im 16.
jahrh., wie noch im 19.: mit em gebrodesfett. Arnold
pfingstm. 36,
mit etwas bratenfett. 44)
im 18.
jahrh. kam auch darüber die wiederherstellung (
vgl. sp. 1597
ff.)
und gab ihm die volle endung zurück: gebratnes,
assatura, daps assaria. Aler 418
b, gebratenes (
acc.) essen,
assa comedere 419
a; gebratenes,
assum. Frisch 1, 127
a.
aber auch folg. gebratnis, mit md. -i
für -e,
wird dasselbe sein, obwol als dat.: darnach muste man bei dem gebratenen lemlin oblaten essen und bei dem gebratnis salsen oder bittere lactuken haben. Luther 1, 336
b Eisleb. ausg. (
Dietz 2, 26
b),
vgl.zum gebratens
unter 1,
es ist von je her md. neigung die vocale der endung zu behalten. 55)
sprichwörtlich es ist nichts gebratens an ihm (
oder ihr),
er ist nicht viel wert. Rädlein 325
b,
vgl.gebackens 5.