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schmoren

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schmoren verb.

Bd. 15, Sp. 1109
schmoren, verb. 11) in neuerer schriftsprache allgemein üblich nur im sinne von 'langsam kochen oder braten, in verschlossenem gefäsze bei gelindem feuer gar machen oder werden' Adelung. Jacobsson 4, 12b, vase clauso lixare, incluso intus vapore excoquere Frisch 2, 209c, schmoren, schmuren, sottestare in tegame coperto Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 613b, schmoren, schmuren, dicitur de carne, quae in olla tecta ad satietatem lixatur Stieler 1884, schmoeren Schottel 1404, in solcher anwendung wol aus dem nd. oder ndl. entlehnt Weigand4 2, 608: mnd. smooren, smoren Schiller-Lübben 4, 266a, nnd. smoren brem. wb. 4, 869. Dähnert 435a. Schütze 4, 132. Danneil 198a. ten Doornkaat Koolman 3, 231b, smören, smüren Mi 82a, ndl. smooren, in olla operta aliquid coquere, sive excoquere Kilian. 1@aa) transitiv: doet daer in een godt stuck botter .. en wat van die botter dar toe, daer die duyven mede gesmoort syn. quelle von 1656 bei Schiller-Lübben 4, 266a; fleisch im topfe schmoeren Schottel 1404; geschmort sive geschmurt fleisch Stieler 1884; fleisch in einem stollhafen schmoren Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 613b; nudel schmoren ebenda; geschmorte kalbskeule Adelung; vleesk smoren brem. wb. 4, 869; und er (Holofernes) meint sehr gnädig zu sein, wenn er bei der gluth einer und derselben stadt sein schwert putzen und seinen braten schmoren läszt. Hebbel 1 (1891), 23; die gewöhnliche dorfkost verschmähend, schmorte er sich ein saures eichhörnchen, briet ein fischchen oder eine wachtel. Keller 1, 315; was die fische halbgeschmohrt, pflichtschuldigst in der pfanne gesungen. Wieland 18, 248; im bilde: wenn man Wielands poetische schriften stückweise in einer hexenpfanne neben einander setzte, und sodann über einem gelinden feuer so lange schmorte, bis naturell, geist, anmuth, heiterkeit mit allen übrigen lebendigen eigenschaften völlig abgeraucht wären. Göthe 33, 221. 1@bb) intransitiv: das fleisch im topfe schmoren lassen Adelung; hier stand die grosze breterhütte, in der man schon einige tage den ganzen fetten ochsen an einem ungeheuren spiesze bei kohlenfeuer braten und schmoren sah. Göthe 24, 315; hier steht er, aufmerksam auf das fleisch, das über den kohlen bratend schmort. 39, 70. freier: in der hölle schmoren Campe; in der küche schmoren müssen, am herde die hitze aushalten müssen Frischbier 2, 299b; er schmort gut, von einem, der grosze hitze erleiden musz. ebenda; smôrn, der brennenden sonnenhitze ausgesetzt sein und so stark schwitzen Danneil 198a; smören Dähnert 435a. im preusz. dafür auch refl. sich schmoren: sich am heiszen ofen schmoren Frischbier 2, 299b. 22) in naher beziehung zu 1 steht eine bei Frisch 2, 209c verzeichnete anwendung: schmoren, dampfen, vaporare, exhalare, vaporem emittere, die dem seltenen deutschen schmor, ndl. vläm. smoor, dampf, rauch (s. dieses oben), ndl. smooren, fumare, vaporare, exhalare Kilian, vläm. smooren, smoren, smooken, rooken Schuermans vlaamsch idiot. 634b entspricht. aus nhd. schriftquellen ist sie sonst nicht belegt, bildet aber die grundlage für das im preuszischen übliche schmoren, stark tabak rauchen Frischbier 2, 299b. so auch vläm. tabak, eene pijp of cigaar rooken Schuermans a. a. o. westerwäld. nass. wird das wahrscheinlich etymologisch verwandte schmarren, schmorren (s. u. 6) in diesem sinne gebraucht Schmidt 196. Kehrein 1, 357. 33) wol von hier aus übertragen auf zorn, unmut: smooren ende stampen, ventose minare, intonare verbis Kilian, schmoren, schmuren, tristem, horridum, severum, trucem esse Stieler 1883: gegen einen schmuren, torve aliquem adspectare. ebenda; er schmuret nieder, tristis capite demisso terram intuetur. ebenda. 44) im wesentlichen auf nd. und ndl. gebiet beschränkt geblieben ist smooren, suffocare Kilian, nndl. smoren, mnd. smören Schiller - Lübben 4, 266a, nnd. smôren, sticken, ersticken, erlöschen, trans. und intrans. brem. wb. 4, 869. ten Doornkaat Koolman 4, 231b: sê hed hör kind smort, ofsmort, 'n brand mit sand smoren, bildlich 'n uprôr smoren ebenda; in sinem egenen fette smoren, ersticken. brem. wb. 4, 869; man kan licht smoren, wen ên de dôk so fast um de hals snrt word. ten Doornkaat Koolman 3, 231b. Schottel 1404 und Stieler 1884 bieten zwar auch die glosse suffocare (der letztere daneben schmorren, fumo necare, s. unten 6), aus der lebendigen nhd. sprache ist dieser gebrauch jedoch nicht bezeugt. Kilian hält ihn für eine verallgemeinerung von 1 aus: quia vase operto, et incluso intus vapore, id quod intus coquitur velut suffocari videtur. dagegen spricht, dasz schon ags. ein anscheinend etymologisch verwandtes smorian im allgemeinen sinne von 'ersticken' bezeugt ist Bosworth - Toller 890a. der bedeutungsübergang nach der einen oder der anderen seite hin wird aber jedenfalls durch Kilians bemerkung klar. 55) diesem gebrauche nahe steht ndl. smooren, mergere, submergere, demegere Kilian, das die erklärung bietet für eine übertragung des worts auf starken genusz geistiger getränke und trunkenheit, wie sie im preuszischen üblich ist. Frischbier 2, 299b. allgemein burschikos sich beschmoren, sich betrinken, beschmort sein, betrunken sein. vgl. schmorvoll. 66) einen auch auf oberd. sprachgebiet verbreiteten gebrauch zeigen stellen wie die folgenden: beeren wilder art, die kärglich hier und dort an kahlen hecken schmoren, all ihre kost! Wieland 22, 6 (Oberon 1, 5); ist einer blind geboren, er musz in's clinicum. und blieb er ungeboren, musz er als embryo in seinem (Loders) branntwein schmoren. Schiller 11, 301. die bedeutung 'schrumpfen', die hier hervortritt, läszt sich mit der unter 1 erwähnten durch die zwischenstufe des schrumpfens als folge von hitze vereinigen. so sagt man im aarg. s'fleisch schmoret z'säme, schrumpft beim kochen zusammen. Hunziker 226, aber daneben auch im allgemeineren sinne: d'öpfel sind g'schmoret, vor alter runzlig geworden. ebenda. schmoren hat hier kurzen stammvocal. ten Doornkaat Koolman 3, 231b bietet fersmoren, sich langsam verzehren, wegsickern, vom wasser. H. Sachs gebraucht im sinne von 'verschmachten' verschmorn im reim auf korn, daneben ebenso verschmorret : gedorret, s. verschmoren unten theil 12, 1127. 1128. in Beheims buch von den Wienern begegnet verschmart, verdorrt: ausdart, ausgedorrt 126, 22 und in gleicher bedeutung gedaret : verschmarret 128, 22. schmorren, austrocknen, vertrocknen, verdorren, das in zusammensetzung mit ver- aus frühnhd. häufiger belegt ist, s. unten theil 12, 1127, kommt auch heute mundartlich vor Vilmar 360. Schm.2 2, 556. diesem nahe verwandt ist augenscheinlich ein gleichbedeutendes starkes part. prät. verschmorren, s. dieses unten theil 12, 1127, eingeschmorren Schm.2 2, 556, das, falls es nicht falsche neubildung ist, ein starkes schmerren voraussetzen würde, s. Schm. ebenda. als eine übertragung von schmorren in solcher anwendung könnte ruhl. schmorr, ängstlich und übermäszig sparen angesehen werden: ich hûn mîld gesorrt unn geschmorrt, ich habe mein ganzes leben lang gesorgt und gekargt Regel 263. daneben begegnet dort in gleichem sinne geschmorkt, sodasz es bei der analogie von gesorrt für gesorgt nahe liegt, das rr in diesem falle als aus rk assimiliert zu betrachten. Stieler 1884 hält ebenfalls schmorren für dasselbe wort wie schmorchen, das wol gleich schmorzen weiterbildung von schmŏren ist (s. diese). ob aber schmorren in allen fällen so zu erklären ist, musz so lange zweifelhaft bleiben, bis die weitere etymologische beziehung dieser wörter aufgehellt wird. die bei Weigand4 2, 608 aufgestellte vermutung einer entstehung des rr aus rt hat weniger wahrscheinlichkeit, weil smôrten, smurten nur nd. vorkommt, denkbar wäre aber entstehung des rr durch einflusz eines folgenden j. vergl. ags. smorian oben unter 4. bei seinem verhältnismäszig späten vorkommen könnte schmorren sogar mit dem aargauischen schmŏren identisch sein. in jedem falle darf eine nahe etymologische beziehung zwischen schmōren, schmŏren, schmorren und ags. smorjan als sicher gelten (vgl. Kluge etymol. wb.5 331b), da eine vereinigung der weit auseinander gehenden bedeutungen nach obigem möglich erscheint. zu betonen ist, dasz schmŏren, schmorren auf ein selbständiges leben des wortstammes auf hochdeutschem boden weisen, dessen triebe dann durch die herübernahme des nd. ndl. smōren (ō wol aus ŏ) im sinne von 1 bereichert wurden.
8411 Zeichen · 134 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmoren

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schmoren , verb. reg. act. et neutr. im letztern Falle mit dem Hülfsworte haben, in einem verschlossenen Gefäße langsam …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schmoren

    Goethe-Wörterbuch

    schmoren 1 über einem Feuer (im austretenden Saft) über längere Zeit der Hitze ausgesetzt nach u nach braune Kruste beko…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schmoren

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schmoren , in der Kochkunst, s. Dämpfen .

  4. modern
    Dialekt
    schmoren

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schmoren das Wort, nd. smoren, ist für Bed. 1 als -ōrə, –- im Klevld nach Süd. bis einschl. Geld , Mörs , Dinsl geschlo…

  5. Sprichwörter
    Schmoren

    Wander (Sprichwörter)

    Schmoren 1. Nu schmor' mi ener 'n Storch. ( Ukermark. ) Ausruf, wenn etwas Dummes, Ungereimtes passirt. 2. Schmore oder …

  6. Spezial
    schmoren

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

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Wortbildung

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Zerlegung von schmoren 2 Komponenten

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beschmoren

RhWB

be-schmoren: bəšmōrt bezecht Simm-Laub , Wittl-Manderschd (-ǫ-), Sieg-Felderhoferbrücke .

verschmoren

DWB

verschmoren , verb. durch entziehen der luft ersticken. mhd. versmorren, mnd. vorsmoren, ags. smorian weist auf eine ableitung zurück, aus d…