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windfang

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

windfang m.

Bd. 30, Sp. 299
windfang, m. , 'etwas, worin sich wind oder luft fängt' (th. 3, 1311); ahd. wintvanga Graff 1, 626; 3, 413; venticax Steinmeyer-Sievers 3, 657, 10; mhd. wintvanc m. 1) windschirm am giebel, 2) theil des gebläses, lunge, 3) hutkrempe; mnd. wintvank Schiller-Lübben 1) wurfschaufel, 2) vorrichtung zum auffangen des windes z. b. an der uhr; Emmelius ncl. 376. 377. 379. 233; Stieler 395; Adelung; Schmeller 2, 950. — plur. windfänge, älter windfange, windfangen Jahn, s. 2 γ; Mathesius Syrach 3, 63b. — vereinzelt windsfang; s. unten Hulsius. AA. als sachbezeichnung. A@11) etwas, worin sich der wind fängt der natur dieser sache nach und ohne besondere absicht oder vorrichtung eines menschen. A@1@aa) eine dem wind ausgesetzte fläche Hoyer-Kreuter techn. wb. 1, 851; besonders die widerstandsfläche eines schiffes Kluge seemannsspr. 837; offener windfang platz, kirchhof Adelung; die fläche der ausgespannten flügel: der mauerläufer lüpft (die flügel) .. nur so weit, wie nötig ist, um aus ihnen einen ordentlichen windfang zu bilden Brehm thierleb.3 4, 200; vgl. auch windfeld. A@1@bb) kaminartige öffnungen in felsen u. ä.: es hat auch die oberst kluft .. windfang, do sich der luft, wo här er kompt, hinab tringt Münster cosmogr. 82. A@1@cc) in der gaunersprache 'mantel' Luther 26, 640. 654 Weim.; Fischart praktik 583 Scheible; Harsdörffer frauenz.-gespr. 2, 327; Kluge rotwelsch 1, 55 u. ö.; vereinzelt windfandt Gengenbach 347 Gödeke; hierher auch wîdfang frauenrock Kluge a. a. o. 485 (schwäb. krämerspr.). A@1@dd) 'nase des edel-, dam-, gems- und rehwilds' Thüngen waidmannspract. 315. A@22) eine besondere vorrichtung zu diesem zweck; venticax, venticipium Diefenbach gloss. 610c; Schönermark-Stüber hochbaulex. 887. A@2@aa) mit beziehung auf den eigentlichen wind, die natürlich bewegte luft. A@2@a@aα) 'schutzgiebel', wie wimberg m. (s. d.); lat. proceres, tholus Diefenbach gloss. 461b, 586c ; besonders mhd. A@2@a@bβ) eine 'vorrichtung zum lüften': thurmbauten mit offenen fenstern, zu windfängen eingerichtet, um ... kühlere luft in das innere der zimmer zu bringen Ritter erdk. 8, 521; dasz aber die schu der gesellen oben durchstochen waren, das solte ein luftweher und windfang sein Sommer ethographia mundi 1 d 3b; be sonders A@2@a@b@aaaa) in bergwerken: dasz man gut wetter (d. h. luft) durch windfang, lutten, geblese ... in ein stoln füren oder treiben kan Mathesius Sarepta 146b; es bringent aber fürnemlich die windfäng das wetter, so die schächt zu tief seind Agricola bergwerckb. 85; gleichbedeutend mit wettergezeug geschichtklitt. s. 295 neudr.; wetterlotte Junghans auszgeklaubte gräublein (1680) F i i jb; wetterhut Veith bergwb. 573; wettermaschine Jacobsson technol. wb. 4, 652a; genauer auch manchmal nur der auf die eigentliche wettermaschine aufgesetzte hölzerne aufbau oder trichter Minerophilus bergw.-lex. 719; Herttwig bergb. 425a; Jacobsson a. a. o.; in diesem engeren sinn auch = wetterfang Hübner ztgslex.31 4, 951a und windhaube Mothes baulex. 4, 481. A@2@a@b@bbbb) auf schiffen die äuszere öffnung des windsegels oder -sacks (s. d.) Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 851. A@2@a@gγ) eine 'wetterfahne': wenn wir solchen unterwegs wissen, beobachten wir unwillkürlich windfangen und wetterzeiger F. L. Jahn werke 1, 136; auch bildlich, s. B. A@2@a@dδ) ein 'rad mit windflügeln, um die allzugrosze geschwindigkeit einer maschine zu hemmen' Mothes baulex. 4, 481; besonders in uhrwerken Jacobsson 4, 652b; gleichbedeutend mit flügelrad Hoyer-Kreuter a. a. o. und flügelbremse Blaschke wb. d. electrotechn. 141. A@2@a@eε) ndd. besonders eine 'meist aus holz oder glas bestehende schutzwand hinter der haupteingangsthür' Helfft landbauk. 409; brem. wb. 5, 262; eine wand mit pendelthüren Lueger lex. d. ges. techn. 7, 935; ein holzverschlag in fluren und an thüren Frischbier 2, 471; ein vorplatz auf der diele eines bauernhauses Allmers marschenbuch 1/2, 176; ein feststehender windschirm äuszerlich zur seite der fenster Mothes a. a. o.; der eingang in eine schiffscajüte Hoyer-Kreuter a. a. o.: 1 wintfang, so zwergs durch das haus gesetzt Krumbholtz gewerbe der st. Münster 501 (1617). A@2@bb) mit beziehung auf den künstlich erzeugten wind oder luftzug. A@2@b@aα) 'wurfschaufel, getreideschwinge, windmühle' zur reinigung des gedroschenen getreides, ventilabrum Diefenbach gloss. 610c; windmüle machina spiritalis Emmelius ncl. 376. A@2@b@bβ) 'blasbalg, gebläse' Mothes baulex. 4, 481; namentlich an orgeln und ähnlichen instrumenten Wiederhold (1669) 422b; Rädlein 1, 1064a; Adelung; daher scherzhaft: die lung ist ein windfang, der den luft aus und ein frt Dryander d. g. arzenei gem. inhalt (1542) 16a; (ich, der strick) mach manchem in todsnöten bang wenn ich ihm zuknüpf den windfang (gurgel) Sommer aenigmatograph. F 6b; im engeren sinn die mit einer klappe versehene 'öffnung des balgs', welche den wind einläszt Jacobsson a. a. o. 652a oder die 'klappe' an der windlade, durch die die luft aus dem blasbalg eindringt, epistomium Emmelius ncl. 233; Beil technol. wb. 1, 657; oder die 'windlade' der orgel selbst, pinax, arca Dentzler 354a: er wird aber durch kleine rören und sonderlich darzu gemachte blasbälg und windfänge .. hinein getrieben A. U. v. Braunschweig Octavia 3, 872. A@2@b@gγ) 'luftloch' zur verstärkung des luftzugs an einem ofen, besonders einem schmelzofen: der ofen (zum destillieren) musz auch einen windfang oder luftloch haben Hohberg georg. 1, 236; Mothes baulex. 4, 481; Hoyer-Kreuter technol. wb. 851. A@2@b@dδ) 'drehbarer kaminaufsatz' auf rauchbringende essen, Göthe IV 29, 318 Weim. BB. als personenbezeichnung. 'unbeständiger, wankelmüthiger, leichtfertiger mensch' Orsaeus 323; Emmelius sylva k k 6a; angelehnt an windbeutel, windfahne, noch mehr aber an wildfang: mancher student .. schlägt aber .. übel aus, gibt windfäng, unnütze spinnweben Dannhauer catech.-milch 1, 394; der kleine windfang wil grosz pralens ... treiben C. Weise drei kl. leute 49; lüderliche junge windfänge seid ihr! Gottsched schaub. 6, 108; ein meister soll kein windfang sein Henrici ged. 2, 534. CC. als verbalabstract. C@11) 'luftzug': fledermäuse, welche mit ihrem hin und wider fliehen, auch darvon verursachten windsfangs uns etliche windlichter auszlescheten Hulsius 23. schifffahrt 205; einige köpfe .., die jeder windfang bewegen konnte Klinger theater 2, 24. 2) 'dem winde geleisteter widerstand' Beil technol. wb. 1, 657. —
6550 Zeichen · 168 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Windfang

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Windfang , des -es, plur. die -fänge, ein Werkzeug, oder eine Anstalt, den Wind, d. i. die bewegte Luft, zu einem ge…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Windfang

    Goethe-Wörterbuch

    Windfang [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Windfang

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Windfang , kleiner Vor- oder Einbau bei einer Eingangstür, der allzu plötzlichen Temperaturausgleich, also Zugluft, verh…

  4. modern
    Dialekt
    Windfang

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Windfang Band 1, Spalte 858 Windfang 1,858

  5. Spezial
    Windfang

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wind|fang m. (-[e]s, ...fänge) (Windschutz) paravënt (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit windfang

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Zerlegung von windfang 2 Komponenten

wind+fang

windfang setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

windfang‑ als Erstglied (10 von 10)

Windfangdüᵉre

WWB

Wind-fang-düᵉre f. [ Stf Kos] Windfangtür (zwischen Küche und Tenne), im Sommer geöffnet ( Kos Fl).

Windfanggetriebe

Campe

windfang·getriebe

Das Windfanggetriebe , — s, Mz . gl. bei den Uhrmachern, das Getriebe, welches vermittelst des Windfangrades den Windfang im Schlagewerke he…

Windfangrad

Campe

windfang·rad

Das Windfangrad , — es, Mz. — räder , in den Schlaguhren, dasjenige Rad, welches den Windfang in Bewegung setzt.

windfangsrad

DWB

windfang·s·rad

windfangsrad , m. , rad, wodurch der windfang in dem schlagwerk in bewegung gebracht wird, ebd. —