gewinde,
gewind II,
n. ,
verbalsubstantiv zu winden (
torquere, volvere)
mit einer reihe von gebrauchsformen, die sich bald mittelbar, bald unmittelbar mit verwendungen des verbums berühren. die älteste sprache (
s. Graff 1, 760)
hatte dreierlei arten von selbständigen substantiven gleichen stammes, ein nomen actionis windunga,
ein concretum für das werkzeug, das die verbalhandlung hervorruft, winta, winde;
und ein anderes für objecte, die das ergebnis der verbalthätigkeit in ihrer äuszeren form festhalten: windila, winding.
die stammform, wie sie unserer bildung zu grunde liegt, ist für die ältere sprache nur in der composition belegt, vgl. das übertragene uberwint (daz du is uberwint ketuoest. Notker
psalm 75, 4)
u. a. s. Graff 1, 753
und siehe die mittelhochdeutschen bildungen wintseil, wintsnuor, wintstric.
anders im angelsächsischen, wo unsere form sowol in der function eines nomen actionis (gewind, a winding,
circuitous ascent. Bosworth-Toller 468
a)
als in der sachbedeutung eines haspels
belegt ist (
s. garnwinde
oben sp. 1373). 11)
schon der älteste gebrauch der deutschen mit dem präfix gebildeten form, die im übergang vom 15.
zum 16.
jahrh. zuerst beobachtet ist, gabelt sich in zwei richtungen. die eine zeigt den unmittelbaren zusammenhang des substantivs mit dem verbum, die andere läszt innerhalb der sachbedeutung eine längere entwicklungsreihe im dienste der technik erschlieszen. 1@aa)
für die erste richtung liegen belege aus Dürer
und einer aus dem buch Weinsberg vor, der die collectivbildung auf ts, (z)
aufweist, vgl. zu gethierz
u. a.: so du aber ... die selben örter zu beden seiten nach der leng durch die gantz gewunden seulen bei allen cirkellinien zuosamen zeuchst, so sihst du wie sich die linien im gewind von der verwendung wegen der seulen an ein teil orten schmal machen und zuosamen ziehen. A. Dürer
unterweisung der messung (
werke 1604) H 2; als dan mach etwas zirlichs von gewindt dar ein ... an der seulen mügen die selben geng aufs wenigst acht neben einander gebraucht werden, die stell ... in der cirkellini neben einander, in gleicher weiten ... soliche windund (!) mag man durch die gantz seulen brauchen ... dise gewind haben manicherlei verkerung, ist ja auch villerlei zuo erfinden. G 3
b; darausz must du das gewint in die aufzogen seulen bringen G 3
b; man hat auch folgendes bis
[] pingsten zu den steinen geifel am westkirchof uffgefort, zwa gehauen steinen, Jacobs-moscheln drin, laissen setzen, auch ein trommelfinster mit einem gewintz.
buch Weinsberg 2, 176
Höhlbaum. 1@bb)
eine längere entwicklungsreihe ist für die sachbedeutung vorauszusetzen, die im dienste der technik steht; im gegensatz zu dem concurrenzwort winde,
das ein der verbalthätigkeit dienendes werkzeug kennzeichnet, sind auch hier zunächst durchweg objecte erfaszt, die in ihrer äuszern form das ergebnis der verbalthätigkeit festhalten: das stechwammes, ein webscheuben, ein lideres oder ein stelens gewindt, ein hinterhacken, ein zeum,
gegenstände, die Joh. v. Schwarzenberg 1486
in einem übersandten stechzeug vermiszt s. Steinhausen
d. privatbriefe 1, 240; auch etlich gewindt, brech, heb, feel oder schrauffgezeug (
der artillerie). Fronsperger
kriegsb. 2 (1573), 2; gewind, schrauben, waltzen,
curvaturae, flexus, ancones. Henisch 1602. 22)
diese und ähnliche technischen bedeutungen werden vor allem von den wörterbüchern übernommen, die sich freilich im 17.
jahrh. zurückhalten (
bei Stieler
zwar windung,
nicht aber gewind),
mit dem anfang des 18.
jahrh. aber um so ausführlicher werden, während der sonstige litterarische gebrauch hier weniger raum gewinnt. als haupttypen stehen sich die bedeutungen scharnier, gelenk
einerseits, schraubengang
andererseits gegenüber. neben diesen allgemeinen begriffen werden zahlreiche engere gebucht aus dem gebiete der waffenkunde, der architektur und der schiffahrt. auszerdem macht sich allmählich auch eine annäherung an das fem. winde
geltend: auch gewinde
fängt an, werkzeuge zu kennzeichnen, die auf förderung der verbalthätigkeit zielen. 2@aa)
das substantiv für gegenstände, die das ergebnis der verbalthätigkeit in ihrer äuszeren form festhalten. 2@a@aα) der schraubengang: und hat an dem anfang eine eiserne schraub mit dergleichen gewinde, dasz es auff einmahl thut ein zoll ziehen. J. J. Becher
närr. weish. (1682) 198 (
anhang); gewinde, schraube,
vite, vis ... die schraube, so hineingeschraubt wird ... das mütterlein des gewindes oder der schraube,
vite femina, écroue de vis. Rädlein 383
ab; gewinde ... die schraubengänge in einer schraubenmutter. Chr. Wolff
vollst. mathemat. lex. 559; gewinde einer schraube; auch schraubengewinde. Helfft
wb. der landbaukunst 145
b; gewinde,
lat. helix, werden die gänge oder aushölungen an einer schraube genennet. Chomel 4, 1059
ff. ebenso Hederich 1, 1423;
ähnlich Frisch 2, 450
b;
nouv. dict. d. passagers 2, 279; Adelung 2, 662 (
verweist zur erklärung auf die 'gewundene gestalt'); wenn hingegen mehr als zwei personen reisen, und es fällt regenwetter oder grosze kälte ein, so können vermittelst vier mit gewinden versehener und mit feinem leder überzogener eiserner stäbe, und drei lederner mäntel ... innerhalb zwei minuten alle vier sitze bedeckt werden. Nicolai
reise durch Deutschland 1, 10; es ist einleuchtend, dasz wenn eine holzschraube sehr feine und scharfe gewinde hat, diese das holz in der art schneiden, dasz es die haltung verliert; es musz deshalb eine holzschraube nicht zu nahe und nicht zu scharfe gewinde erhalten. S.
F. Seydell
einrichtung und gebrauch des kleinen gewehrs (1811) 132; an ihr (
der schwanzschraube) sind zu unterscheiden: die gewinde, gewindetheil, schwanzschraubenkopf. E. v. Mauritius
beschreibung des neuen preusz. infanteriegewehrs (1821) 16; gewinde einer schraube,
the worm of a screw. Hilpert II, 1, 464
b;
ebenso Karmarsch
technol. wb. 1
3, 246 (
dort: doppeltes, dreieckiges, einfaches, flaches, rechthandiges rundes, scharfes, verkehrtes linkes gewinde; das gewinde schneiden
u. a.);
ähnlich Beil
technol. wb. 243; das gewindeschneiden auf der drehbank verläuft bei dem erzeugen hölzerner gewinde gerade so wie bei dem verfertigen metallner schrauben. H. Fischer
die bearbeitung der hölzer 687; gewinde ... die gänge einer schraube. Thiel
a. a. o.; gewinde ... in schraubenlinien um einen cylindermantel ... in ein- oder mehrfacher anzahl gewundener prismatischer körper. Stenzel
deutsches seemänn. wb. 147
a.
dazu vgl. schrauben-, schraub-gewinde
theil 9,
sp. 1656 (
vgl. auch bei Kramer, Jacobsson
u. a.); einfache, mehrfache gewinde
u. a. s. unter gewindegang;
als compos. sind zu nennen: muttergewinde, innengewinde,
[] aussengewinde, bolzengewinde.
die mundartlichen wörterbücher, die die bildung gewinde
buchen, bevorzugen einseitig die hier dargelegte bedeutung: gewinde,
gewinn', gewinde einer schraube. ten Doornkaat Koolman 1, 625
a; ge wind, schraubenmutter. Martin
u. Lienhart 2, 838
a;
vgl. auch: windls ... gewinde an einer schraube und am degengefäss.
Bremisch-niedersächs. wb. 5. 263; gewönn, gewinde einer schraube.
wb. d. Luxemb. mda. 145
a. 2@a@bβ) das gewinde am degengefäsz,
manubrii obvoluta pars. Frisch 2, 450
b;
ebenso Hederich 1, 1423; gewinde,
lat. commissura, wird auch an einem degen, der um das hefft oder den griff gewundene, eiserne, kupferne, meszingene, silberne oder goldene drat genennet. Chomel 4, 1060; an einem degengefässe ist der mit draht zierlich umwundene theil des griffes das gewinde. Adelung 2, 662;
ähnlich Jacobsson 2, 84
b; Campe 2, 363
b u. a.; das gewinde am degen,
la poignee. Schwan;
ebenso Rondeau.
desgl. (
the hilt of a sword) Hilpert;
vgl. Thiel
a. a. o. 2@a@gγ) gewinde, sind die stellen an den masten, an welchen einige stücke holz genagelt, und hernach mit dicken tauen umwunden werden, um sie zu verstärken. Hübner
zeitungs ... lex. (1782;
die ältesten ausgaben buchen das wort nicht) 1000.
ebenso Jacobsson 5, 671
a, Campe
a. a. o., Thiel
u. a.; gewinde an den masten,
the top-armour. Hilpert
a. a. o. 2@a@dδ)
eine reihe sehr verschiedenartiger verwendungen wird in den wörterbüchern unter dem allgemeinern begriff gelenk, verbindung
zusammengestellt; vgl. schon gewinde ... gewerbe,
a joint. teutsch-engl. wb. 2 (1716), 773; das gewinde an einem ding, wo zwei desselben theil an- oder in-einander gehen,
commissura pedum, circuli. Frisch 2, 450
a; gewinde,
commissura. Hederich 1, 1423; gewind, gewerb. Rondeau 2, Uu 3
b;
vgl. auch: gewind ...
la charnière. Schmeller 2
2, 948; gewinde,
s. charnier. Thiel
a. a. o. dieser weite begriff, wenn er auch zuerst gebucht ist, entspringt doch erst der verallgemeinerung aus einzelnen verengten bedeutungen, für die der zusammenhang mit dem verbum winden
nicht immer und nicht in allen einzelheiten sicher gestellt werden kann. in manchen mögen die bildungen gebände, gebende, gebinde
einflusz ausgeübt haben. 2@a@d@11))
die umfassende aufzählung der einzelnen verwendungen ist meist mit dem versuch einer gemeinsamen deutung verbunden: gewinde,
commissura, wird an einer sache diejenige art genennet, worinnen sich zwei ausser dem abgesonderten theile in einander bewegen, z. e. die schraubengänge in einer schraubenmutter, zwei schenkel eines winckel-hackens, der sich zusammenlegen läszt, ingleichen die schenckel eines circuls. Chr. Wolff
mathemat. lex. 559; gewinde, eine vorrichtung, mittelst welcher ein gegenstand an einen andern so befestigt wird, dasz er sich in einer bestimmten richtung bewegen kann, ohne von jenem getrennt zu werden, wie z. b. die thür an den pfosten. gebräuchlicher ist indesz der ausdruck bei der befestigung eines deckels, der irgend einen gegenstand verschlieszt. Helfft
wb. d. landbaukunst 145
b; gewinde ... ingleichen die saubere zusammenfügung derer zirckel und anderer mathematischen instrumente, auch dosen und allerlei gehäuse, die man auf und zuthun kan,
s. scharnier. Chomel 4, 1060; an dosen, kleinen gehäusen, thüren u.
s. f. ist es eine art eines zierlichen bandes, dessen zwei in einander gefügte theile um einen bolzen, oder um ein niet beweglich sind, franz. charnier, in weiterer bedeutung wird auch an allen thür- und fensterbändern der hohle cylinder, der sich um die haspe bewegt, das gewinde genannt. Adelung,
ähnlich Campe (
mit starker betonung des verallgemeinerten begriffes gelenk); gewinde, gewerbe,
charniere (
mit eingehender darstellung). Jacobsson 2, 83
b ff.; gewinde, an einer dose ... an den thür- oder fensterbändern ... an dem steuerruder eines schiffes ...
juncture, joint (in anatomy),
ginglymus. Hilpert (
zum anatomischen begriff gelenk
s. u.); gewinde, scharnier, joint ...
couplet; gewinde eines scharniers, der theil durch welchen der stift geht. Karmarsch
technol. wb. 1
3, 246; gewinde an e. dose,
scharnière, joint; an den thür oder fensterbändern,
pentures, singes; an einer presse,
couplets, joints. Beil
technol. wb. 243. 2@a@d@22))
die gesonderte aufstellung engerer begriffe: [] 2@a@d@2@aa)) gewinde an den fischbändern (
zu fischband
vgl. theil 3,
sp. 1681),
la boîte. Schwan; gewinde ... bandohr bei allen thoren und thüren. Popowitsch 155;
unter dem einflusz dieser engeren beziehung von gewinde
auf thüren und fenster wird auch das oben (
sp. 5284)
besprochene thürgewände, fenstergewände
seiner sippe entfremdet: gewinde, nennen die mäurer die beiden säulen, so unten auf der schwelle stehen, und oben den so genannten sturtz, oder das darauf liegende quer-holtz tragen. Chomel 4, 1060;
ebenso Jacobsson 5, 670
b;
vgl. dazu gebinde
sp. 1774. 2@a@d@2@bb)) gewinde, das,
les couplets du tympan. Täubel
wb. der buchdruckerkunst 2.
anh. s. 24
a;
ähnlich in dem lexikalischen theile des handbuchs der buchdruckerkunst von Benj. Krebs
s. 790. 2@a@d@2@cc))
entgegengesetzt der entwicklung, die gewerbe
in der bedeutung von gelenk
genommen hat, ist bei gewinde
der aus der mechanik stammende begriff eines gelenkes
auch von der sprache der anatomie übernommen und auf einen bestimmten typus angewendet worden (
vgl. oben zu Hilpert): ginglymus, gewinde, winkel-, charnier-, gewerbgelenk (
γίγγλυμος, thürangel), bei welchem sich ein langer knochen mit seinem ende an dem eines andern in einer richtung nur so bewegen kann, dass er einen winkel beschreibt. C. E. Bock
handb. der anatomie des menschen 1
4, 29; gewinde, gelenk, am gebrochenen mundstück eines gebisses. Karmarsch;
(Cyklop.) ist meine mahlzeit zubereitet nach der art?
(chor.) zu dienen; wenn der schlund nur gut im gewinde läuft (
ὁ φάρυγξ αὐτρεπὴς ἔστω μόνον). Adolf Schöll
übers. von Euripides Cyklop 14. 2@a@d@33))
vereinzelt und auf der analogie mit den unten zu belegenden verwendungen beruhend, stellt sich hier übertragener gebrauch ein: die geschichte des menschen geht in einem stählernen gewinde fester stangen, die aus der innersten eigenthümlichkeit heraus sich bilden, und nur durch diese sich erweitern und verengern lassen. Heinr. Laube
neue reisenovellen (33) 2, 366. 2@bb)
eine annäherung an das fem. winde
läszt sich im folgenden beobachten: und wierdt darzuo ein rünselradt
F. welches innerhalb dem ofen, in die zacken des bodens gefüegt, und ausserthalb desz ofens ein gewindt mit einer handthab D. haben, mit welcher handthab, das rünselradt mög umbgewent und durch dasselbige der boden, wenig öder viel möge umbgetriben ... werden. Leonh. Thurneisser
probierung der harnnen (1675) 106
b; winde, gewinde,
liera, solliera, altalera, arganello, torno. Kramer
teutsch-ital. dict. 2, 1352
b; haspelgewinde, windzeug.
ebenda; winde, gewinde, windspille.
der gleiche, deutsch-holl. wb. 2, 269
a; gewinde, winde ...
grue, tour, machine a lever quelque chose pesante en haut. Rädlein 1, 383
a;
ähnlich Rondeau, Schwan; gewinde ...
something that winds or turns. Hilpert.
dazu vgl. gewings, aufziehvorrichtung. Hönig
wb. d. Kölner mda. 65
a. 33)
während die eben belegten technischen verwendungen, auszer in der fachsprache und in wörterbüchern, litterarisch nur selten bezeugt sind, hat die neuere litteratursprache dem substantiv von anderer seite her einen weiteren verwendungskreis erschlossen. die gebrauchsformen zweigen unmittelbar von der grundbedeutung des verbums ab, das sie zunächst jedoch weniger in der thätigkeit selbst, als wiederum in dem ergebnis erfassen. auch hier ist für einzelne gruppen mit der beeinflussung durch das lautverwandte gebinde (
vgl. oben sp. 1773
ff.)
zu rechnen. zur form ist noch zu bemerken, dasz im gegensatz zu den zahlreichen apokopierten belegen für das oben behandelte gewinde
hier —
dem litterarischen charakter entsprechend —
die volle form vorherrscht. 3@aa) eng mit gebinde (ein gebinde garn)
stimmt die gleichung überein: gewinde ... so viel garn, als man füglich auf ein mahl aufwindet, in einigen gegenden,
nieders. windels. Adelung,
ähnlich Campe
u. a.; ein gewinde von garn (garn-gewinde),
a bottom or stein of yarn. Hilpert,
vgl. auch Thiel
a. a. o. bei dieser deutung ist das substantiv wieder zum fem. winde
in beziehung gebracht worden. 3@bb)
auszerhalb dieser letzten combination, aber noch in anlehnung an gebinde
zeigt sich die lieblingsform des neueren gebrauches: gewinde von blumen, blumen-, laubgewinde,
[] vgl. theil 2,
sp. 163;
theil 6,
sp. 296;
vgl. auch blumen-, laubgehänge; blumengewebe, laubgewölbe. 3@b@aα)
der ausgangspunkt ist verdeckt, doch deutet ein übertragener gebrauch Herders
darauf hin, vgl.: er [der leitfaden] ist ein schönes krausgewinde aus mancherlei neuern schriften aufgewunden, und daher auch so perlend, aber auch so unsicher und schwach, als dergleichen aufgewinde aus einer andern fremden textur, wo es eigentlich seinen sitz hatte, zu sein pflegt. (
über Schlözers
universal-historie) 5, 436
Suphan. 3@b@bβ)
im engen anschlusz an das winden der blumen
wird gewinde
zum ersatz des lehnwortes guirlande
und als concurrenzwort für kranz
eingeführt: besonders bewunderte man das sogenannte federzimmer, das anstatt der tapeten mit federn aller farben in künstlich zusammengesetzten blumenstücken, blumenkränzen, und in festons hangenden blumengewinden, nach der natur bis zur täuschung geziert war. J. W. v. Archenholz (
annalen der britt. gesch. des jahres 1791) 7, 346; in des kranzes duftigem gewinde thronet gott der liebe, mild und linde. Kosegarten (
Walder u. Oda)
poes. 2, 247; gewinde. man sagt sonst blumengebände für guirlande; aber Archenholz hat blumengewinde dafür. in der mahlerei sagt man blumenschnur und blumengehänge. Heynatz
antibarbarus 2, 56;
vgl. auch: ein gewinde von blumen,
a vreath of flowers, garland. Hilpert. 3@b@b@11))
vielfach wird gewinde
mit weiterem umfassenderem sinn den engeren begriffen kranz
und strausz
gegenübergestellt: damit sind die männer nicht zufrieden: einzelne blumen sagen ihnen nicht zu, kaum scheint ihnen ein ganzes gewinde aufhebenswerth.
F. L. Jahn (
über briefschreiben) 1, 134
Euler; unsere bisherigen blumenlesen haben wenig geleistet. wer in der folge einzelne zu sträuszen auslieset, diese in ein gewinde zusammenflicht, walte mit ordnerkraft und zartsinn, wie der harfner in Wilhelm Meisters lehrjahren. (
deutsches volkstum) 1, 249; er hat genug nicht blumen können pflücken, um mit gewinde, strausz und kranzgeflecht ein unbedeutend liebeln aufzuschmcken. Fr. Rückert (
erzählungen 2:
die treuen blumen) 3, 111; die frischgebliebnen blumen aufzusuchen, als kranz, als kränzchen, sträuszchen oder strausz, als irgend ein geflecht, gewind, gekette, sie fortzutragen in der liebsten haus. 107; lasz mich den ersehnten begaben mit blumen und frischem gewind, da traun die sikulischen knaben so schön wie die samischen sind! Platen (
ἤ σε Κύπρος ἢ Πάρος ἢ Πάνορμος) 1, 422
Redlich; hätt' ich der ringelblumen g'nug, da verginge die zeit mir geschwinde. die hagerose hat einen guten geruch, aber die andern geben bess're gewinde. K. Immermann (
Merlin der dulder) 4, 404
Maync; neue blumen geht sie jetzt zu pflücken, zwei gewinde fügt sie tändelnd draus, einen kranz, Mariens haupt zu schmücken, für sich selbst dann einen blumenstrausz. Anastasius Grün (
die sünderin)
ged. 146. 3@b@b@22))
in engerer verwendung behauptet sich gewinde
bis in die neueste zeit als ersatzwort für guirlande,
nebenbei deckt es aber auch andere formen des blumengeflechtes und tritt manchmal für den blumenkranz im haar, ja sogar für den einfachen strausz ein: 3@b@b@2@aa)) unter lustigen gewinden, in geschmückter lauben bucht, alles ist zugleich zu finden: knospe, blätter, blume, frucht. Göthe (
Faust II. 1.
act) 41, 27; rothe früchte und blühende kränze in den bäumen und duftende gewinde um hügel und berge. Bonaventura
nachtwachen (11) 98
Michel; die dichten laubgewinde, die an fünf seiten des schirms herunterliefen. Mörike (
maler Nolten 2) 5, 69
Krausz; sein (
des thorbogens) düsteres eisengrau war auszer dem wappen schier nirgends zu sehen, weil er von einer last von blumengewinden bedeckt war. Stifter
erzählungen (
Procopus 1) 1, 41
Aprent; gewinde von astern und buxbaum und von sonstigen herbstblumen und blättern hingen überall an den balken. Th. Storm (
ein doppelgänger) 5, 178; auch der kunstvoll
[] geschnitzte rahmen, der ein goldenes rosengewinde darstellte, war zerbröckelt und zerschellt. Hermann Sudermann
der katzensteg (4) 64; Bruno Paul hatte den ganzen riesensaal in einen tannenhain verwandelt, in dem man vor guirlanden, taxuswänden à la Boileau, vor rosafarbenen gewinden und orangegelben schleifen von der architektur des raumes fast nichts mehr sah.
deutsche zeitung 31. 5. 1907. 3@b@b@2@bb)) an ihrer hand das glück, gewind' und ros' im lockenhaar, ein schlankes, — das miszgeschick ein fieberkrankes, ein weinend kind. Annette v. Droste (
Sylvesterfey) 3, 392
Kreiten. im weiszen atlaskleide, ein zierliches gewinde von blauen sternblumen im haar, trat sie ... herein. Mörike (
maler Nolten 1) 4, 120
Krausz. vgl. dazu γ) 1)). 3@b@b@2@cc)) (sie:) hundert sträusze vertheil' ich des tags, und kränze die menge; aber den schönsten bring' ich am abende dir. (er:) ach! wie wäre der mahler beglückt, der diese gewinde mahlte, das blumige feld, ach! und die göttin zuerst! Göthe (
der neue Pausias) 1, 306; zarter blumen leicht gewinde flecht ich dir zum angebinde, unvergängliches zu bieten, war mir leider nicht beschieden. (
nachlasz: an personen) 4, 268
Weimar; damit verband sie die spitzen der lorbeerzweige, schlang den faden herum, und ... überreichte sie das blühende gewinde dem ritter. Paul Heyse
troubadournovellen: die dichterin von Carcassonne. 3@b@gγ)
während das blumengewinde
immer ein von menschenhand hergestelltes geflecht kennzeichnet, läszt die von dem begriff der guirlande begünstigte beziehung auf blätter, zweige, laub
neben dem künstlichen gewinde auch die frei aus der natur erwachsenden gebilde in den kreis des gewindes eintreten. 3@b@g@11)) Schiller und Klopstock sangen und Goethe die blume der anmut, Rückert und auch Uhlands muse, vor allen beliebt. darf ich der neunte zu sein mich rühmen? bedächtige männer leugnen es nicht, mir ward lieblicher aeste gewind. hier in dem ehmals oft von gesängen umfluteten eiland, ... hier, Germania, lasz auf diesen unsterblichen trümmern brechen die lorbeern mich, die du bewilligetest! Platen (
festgesänge: im theater von Taormina) 1, 232
Redlich; blumiger äste gewind zierte das wallende haar. (
choroebus der Kassandra) 1, 443; die kön'gin steht im leeren saal, und ihre greise stirn bekränzet ein heil'ges mistelkrautgewind', umflechtend grün die goldne bind'. Immermann (
Tristan u. Isolde 1) 13, 186
Hempel; sie wiegte bald ein süszes kind auf ihrem schoosze mütterlich: da zeigten an dem laubgewind (
des kranzes) viel goldne früchte sich. Uhland (
der kranz) 1, 142
Erich Schmidt; tiefer in die gruft vorschreitend, gelangte ich zu einem groszen verzierten sarkophage von erz. in diesem ruht Karl August, gewinde von eichenlaub umziehen ihn. Immermann (
memorabilien 3. fränk. reise) 20, 86
Hempel; der hof war sauber gefegt, und ein über der hauptthüre angebrachtes gewinde von tannenzweigen zeigte, dasz dem hause irgend ein freudenfest bevorstand. Herm. Schmid (
erzstufen2:
die geldsucher 1) 3, 77;
ebenso (
das schwalberl 6) 5, 229; man hatte statt der vorhänge laubgewinde um die fenster gebreitet und beide kammern mit grün und blumen festlich ausgeschmückt. Paul Heyse
moral. nov.: die blinden 3; während er mit kecker hand arabesken, blumen und fruchtgewinde aus alten kupferwerken zusammenstellte.
die kleine mama. 3@b@g@22)) das laubgewinde hallet mitgefühl in leisem laut. Voss 5, 105,
s. theil 6,
sp. 296; hier war's in eurer schattennacht, ihr linden ... führt liebend mir mit euren laubgewinden entgegen sie, nach deren grusz ich schmachte. Friedr. Rückert (
liebesfrühl. 1, 73) 1, 402; dann keimt das lust'ge blattgewinde, die rankenschaar, die blüthenmacht. K. Immermann (
die prinzen von Syrakus, epilog) 14, 54
Hempel; der schreibersmann aber stund mit verklärtem antlitz unter dem rebgerank und geisblattgewinde des gartens
[] und schaute in die welken roten blätter, die der herbst von den zweigen geschüttelt. Scheffel
Ekkehard (25) 429; ich sah hinauf, aus deinem himmel, linde, hing nieder eines weissen kleides saum, und nieder stieg ein kind aus dem gewinde der zweige, die es neidisch mir versteckt. Cl. Brentano
romanzen v. rosenkranz (
einl. 239) 7
Morris; vor ihnen lag, vom mond beschienen, jenes grosze stille meer unabsehbarer weinstockgewinde. Karl Gutzkow
der zauberer von Rom (7, 3) 8
3, 59 (
in der 1.
aufl. s. 69: das grosze stille meer der weinstockblätter); Venedig schwindet in des meres düften, schon rankt sich farbig in gewind' und lauben des herbstes rebe über sammtnen triften. Strachwitz (
aus dem nachlasz: Venedig 9) 369
Weinhold. 3@cc)
der gebrauch des substantivs überschreitet die grenzen der pflanzenwelt und des baumwuchses und zieht auch andere gebilde zum vergleich heran. der verwendungskreis ist hier zwar nicht so ergiebig; immerhin bilden sich einzelne gruppen, die in den verschiedensten zeiträumen immer wieder erneuert werden. 3@c@aα) er hatte sich durch die kunstvolle weberin, und das künstliche gewinde dahin bringen lassen, ein kunstvolles lied und einen künstlichen canon zu weben. Gerstenberg
rezensionen (
litt. denkm. 128)
s. 230; und nahm das darinn verwahrte dokument der liebestreue (
einen aus grüner und schwarzer seide geschlungenen unauflöslichen liebesknoten) heraus, besah es lange, den gang des verborgenen gewindes auszuspähen und die fäden gemachsam auseinander zu wirren. Musäus
volksmärchen (liebestreue) 3, 263; ob ich an den mast mich binde, wie der edle Laertide, es zerreiszt das taugewinde sehnsucht mir, die Eumenide. Strachwitz (
lieder eines erwachenden: 2)
ged. 122
Weinhold. 3@c@bβ) der knoten furchtbares gewinde gewaltsam zu zerreiszen, strengt der arme kraft sich an, des geifers schaum besprengt und schwarzes gift die priesterliche binde. Schiller (
zerstörung Trojas v. 297) 6, 357; da entstieg der tiefe der Eumeniden blasse schar, ihr haupt umzischt von schlangen ... doch plötzlich stand die hohe tochter Zeus bei dir, es strahlt Pallas Aegis hell vor deinem haupt, die töchter der nacht entflohn laut heulend, und es zischte noch von fern das lebende gewind' in ihrem haar. Fr. L. v. Stolberg
Timoleon 1,
s. werke der brüder Stolberg 5, 9; kurz, man kann Virgils geschilderten Laokoon und sein natterngewinde recht gut genieszen, ohne den steinernen dazu neben das lesepult aufgestellt zu haben. Jean Paul (
jubelsenior) 20, 57; dieser mensch ist ein gewinde von schlangen, die aus einander fliehen mögten, aber mit den schwänzen in einander verwickelt sind. wenn sie sich beiszen, glaubt er, dasz in ihm das gewissen sich regt. Fr. Hebbel
tagebücher 2, 446
Werner; 3@c@gγ) sieh wie die geister aus bergen zu uns dringen, wie himmel und erd' in ihrer gewalt uns hegen, die sternenkreis' um uns gewinde legen, allseitig in ketten der hohen natur geschlagen, welche kraft will sich durch all' die netze wagen? Tieck (
Genoveva) 2, 231; o nacht, du goldgesticktes zelt, o mond, du silberlampe, das du die ganze welt umhüllst, und die du allen leuchtest! wo birgt in deinen falten sich die allerreinste perle? wo widerstrahlt dein träumend licht im allerklarsten spiegel? o breite siebenfach um sie das schützende gewinde, dasz nicht der jüngling sie erschaut. Annette v. Droste
(o nacht!) 3, 445
Kreiten. 3@c@dδ)
eine nachhaltigere wirkung erzielte die verwendung von gewinde
als ersatz für das fremdwort labyrinth,
die sich zuerst bei Wieland
und Bürger
nachweisen läszt (
bei letzterem häufiger in der zusammensetzung irrgewinde,
vgl. Campe
verdeutschungs wb.; vgl. auch: gewinde, verschlungene gänge, ein irrgewinde,
labyrinth. Hilpert).
diese verwendung des substantivs war von verschiedenen ausgangspunkten her nahe gelegt. die laubgewinde,
in denen [] freie gebilde der natur erfaszt sind (
s. o. sp. 5855/6),
leiteten ungezwungen zu den irrgängen über, die durch busch und wald führen. ähnlich lassen sich auch die felsengänge auffassen, die aber zugleich unmittelbarer auf das verbum und seine sippe zurückweisen, vgl.: windungen des gesteins
vgl. felsgewinde,
anfractus rupium theil 3,
sp. 1514;
vgl. wendelstein.
und das gleiche gilt auch für die erste gruppe; überall zeigt sich, dasz die gleichung von gewinde
und labyrinth
mit der auffrischung der verbalkraft am substantiv in zusammenhang steht (
s. u. 4),
vgl.: im seitengang am ersten saal — der seitengänge sind mit irreführendem gewinde viel bei jedem, und der sale keine zahl.
F. L. Stolberg (
Theseus) 4, 26. 3@c@d@11)) wir stehen schon mit der sonne munter auf und nehmen anfangs unsern lauf durch ein gewinde von alleeen in eine art von dicht verwachs'nen hain. Bürger (
die königin von Golkonde 456) 413
Sauer; er sagt's und rafft sich auf, entschlossen als ein held den dienst Zeniden aufzukünden: als aus des hains mäandrischen gewinden ihm etwas in die augen fällt, das seinem heldenthum und allen weisheitsgründen der stoa selbst die wage hält. Wieland (
Idris 5, 96) 17, 307; führte mich durch ein gewinde unbekannter büsche, auf einem durch kunst geebneten schneckenförmig steigenden pfad an einem felsen hinauf. Wieland (
Peregrinus Proteus 1, 2) 27, 134; es war über die elfte stunde — rings stichdunkel ... durch ein labyrinthisches gewinde von gärten, über schwellend brausende bäche ... erreichte er das pfarrhaus San-Medardo. Karl Gutzkow
der zauberer von Rom (8, 5) 9, 179. 3@c@d@22)) der vater, den ihr schrein herbeigerufen, spricht umsonst den trost ihr zu, woran's ihm selbst gebricht: 'er werde sich gewisz in diesen felsgewinden gesund und frisch auf einmahl wieder finden'. Wieland (
Oberon 9, 48) 23, 152; der ersehnte — o wohin, wohin musz ich sie zu finden? zu des grabes irrgewinden? nein, sie schwebt in meinem sinn. Otto Heinr. v. Loeben (
an Wilhelmine)
ged. 90
Pissin; da mag er's oft mit angesehen haben, wenn das frühjahr kam, der schnee wegging und das eis schmolz, wie aus den schluchten die leichen derer hervorgezogen wurden, die in den untiefen und gewinden oder im wettersturm hatten elend verkommen und erfrieren müssen. Herm. Schmid (
Friedel u. Oswald2 2, 1) 22, 6; wo sie
(die töne) sich zur tiefe neigen, zu der grüfte labyrinth, seh ich trauernd niederschleichen still der treppen steingewind'. Cl. Brentano
romanzen vom rosenkranz (13, 94) 236
Morris. 3@c@eε)
auch die übertragung knüpft vor allem an diesen letztbelegten gebrauch an (
vgl. irrgewinde
th. 4, 2,
sp. 2169): der ausgang, ja sogar der wunsch ihn auszufinden, wird immer schwieriger, je mehr er sieht und hört; ein wollustgirrendes getön von flöten stört der sinne ruh, und schleicht in schlängelnden gewinden ins herz sich ein. Wieland (
Idris 5, 11) 17, 261; in dem goldnen labyrinthe deiner locken eingefangen, hab' ich meine müde freiheit in den schlingen aufgehangen. denn wie sollt' ich es versuchen, aus den holden irrgewinden, die sich um mein herz geringelt, wieder mich heraus zu finden? Wilhelm Müller (
Berenice: der neue Dädalus) 300
Hatfield; durch ein bezaubertes gewinde von süszem irrthum hat zuletzt die thorheit selbst mich auf den weg gesetzt, zu werden was ich schien als man mich glücklich nannte. Wieland (
Musarion 1) 9, 33; durch ein verwickeltes gewinde von feerei und wundern fortgeführt, sei, wer dich liest, besorgt, wie er heraus sich finde, und nahe stets dem ziel — indem er es verliert. (
Idris 1, 5) 17, 13; gewinde und irrgänge der speculation (
Agathodämon 1,
cap. 3);
vgl. dazu: mithin flüchtete sich die verschleiernde ausdrucks weise in ein fremdes irrgewinde.
F. L. Jahn 2, 614; so durch alle gewinde des lebens geleitest du liebreich den erdensohn, hilfst ihm erklimmen die steilen stufen Grillparzer
(die musik) 2
5, 9;
[] o gott, wenn du mich auch in dieses lebens vielfach verwobene gewinde flechtest, wo sich der reinste nicht ganz rein erhält, und in der wissenschaften labyrinthe, wo unser geist nur allzuoft verirrt: lasʒ mein gebet doch immer kindlich bleiben. Platen (
morgen- und abendbetrachtungen) 1, 494
Redlich; aber ach! mein perspectiv ist so trüb, so kurz, so schief dasz ... ich doch nimmer euren schimmer mir ergründe, nie erfinde des schicksals gewinde, und guckt ich mich blinde! Cl. Brentano (
die lustigen musikanten 3) 7 (1852), 229; denn dieses geschäft besteht nur darin, dasz man den jungen seelen eine ausstattung schlichter begriffe mitgiebt, mit denen sie durch das irrgewinde des markts sich helfen sollen, so gut es gelingen mag. Immermann (
epigonen 8) 4, 130
Maync; und nur die prahlerin philosophie verhiesz pomphaft mit gleisznerischen worten, sie werde aufthun der erkenntnisz pforten. thor der ich war, ihr je mein ohr zu leihn! sie führte mich zu dunkeln irrgewinden. Schack (
nächte des orients 1) 1, 8. 3@dd)
aus der vielseitigkeit solcher verwendungen wurde in den wörterbüchern ein allgemeiner begriff abstrahiert: gewinde, eine benennung verschiedener gewundener dinge. Adelung; etwas gewundenes. Campe
u. a., something wound. Hilpert; gewinde,
spira. Nemnich
d. wb. der naturgesch. 192. 44)
schon bei der gleichung gewinde, labyrinth
war auf die erneuerung der verbalkraft an unserem substantiv hinzuweisen (
s. oben)
und so wurde ihm auch sonst neuerdings —
wenn auch vereinzelt —
nach analogie ähnlicher bildungen die function eines nomen actionis wieder zugesprochen: gewinde, das winden,
a winding. teutsch-engl. wb. 2 (1716) 773; 'ein wort, ein mann! ein mann, ein wort!' ruft Veit mit fest entschloszner stimme, und trotz gewinde, trotz gekrümme geht's marsch! ins kleine zuchthaus fort. Bürger
(Veit Ehrenwort) ged. 357
Sauer; gewinde ... die handlung des windens, ohne plural. Adelung,
ähnlich Campe (das winden, besonders ein wiederholtes, anhaltendes winden); gewinde,
the act of winding or twisting. Hilpert.