knie,
n. gen. knies,
pl. kniee, knie,
genu. II.
Formen und verwandtschaft. I@aa)
goth. kniu,
gen. knivis,
auch ahd. noch chniu,
gen. chniwes,
dann mit brechung chneo chnewes
und chnie (Graff 4, 575),
mhd. knie,
gen. kniewes
und knies;
alts. cnio, cneo (
dat. pl. kneohon),
ags. cneo, cneov,
gen. cneoves,
altfr. knê, knî, kniu,
altnorw. knê,
altschwed. knî, knæ (Rietz 336
a);
nd. knê, knei,
nl. knie,
engl. knee,
fries. knê, knî, knei,
dän. schwed. knä,
norw. kne. I@bb)
urverwandt lat. gĕnu,
gr. γόνυ,
skr. ǵânu (
alle schon n.),
denen gegenüber das deutsche wort eine umstellung in der wurzel zeigt wie γιγνώσκω, cognosco
im verhältnis zu unserm können (
s. d.),
wie knabe, knecht
zu γένος, genus.
diese andere wurzelform ist aber gleichfalls vom höchsten alter, wie griech. in γνὺξ ἐριπεῖν auf die knie fallen Hom., γνυπετός in die knie sinkend, ἰγνύα,
ἰγνύς kniekehle, lat. in 'gnitus, gnixus
a genibus prisci dixerunt' Festus,
so schon in skr. praǵnu,
die knie spreizend, saǵnu
mit den knien zusammenstoszend, zend. zhnu
m. knie (
acc. pl. zanva,
afghan. zânû) Justi 118.
die sl. kelt. u. a. anklänge s. bei Diefenbach
goth. wb. 2, 460
fg., übrigens s. auch altn. knûi
knöchel unter knochen. I@cc)
das urspr. w
im auslaut, das dem u
der urverwandten formen entspricht, zeigt sich auch nhd. noch besonders in alem. mundart, selbst im nom., mit rückwirkung auf den vocal, der damit zu û
oder ü (iu, eu)
wird. Wackernagels
voc. opt. 1, 208
gibt knu
genu, vocabulare des 15.
jh. bei Diefenbach 260
b knü (knú), knuwe,
nrh. knui,
mrh. knuchin
geniculum 260
a,
vgl. unter knien;
hauptsächlich aber bei voller endung, in westl. und südwestl. mundarten bis in die mhd. zeit zurück, es ist die rechte fortsetzung der ältesten ahd. form chniu chniwes: si bettete uf ir knuwen sant Jacop vil getruwen. Kunz Kistener
jacobsbrüder 115; uf sinen knuwen er do rief. 482; er viel nider uf die knuwe hie. 1073; eʒ sol ouch deheiner man deheinen kurzern rock dragen, danne der fur die knie abe get unde niht an den knuwen oder obewendig den knuwen windet (
endet).
kleiderordn. von Speier v. j. 1356,
anz. des germ. mus. 1856
sp. 201,
also knie
neben knûwes, knûwen
oder kniuwen; lit uf den knuwen, bät und wacht. Brant
narr. 105, 26; die knüw (
gedr. nüw) gand in durch dhosen. Wolffs
hist. volksl. 485,
von der Schweizer tracht mit bloszen knien; hat an seinen knüwen schwillen als kemeltier (
kamele) von seinem emszigen beten überkummen. Keisersberg
irrig schaf (4°) H 3
a,
gleich darauf boug seine knie; am einen knüw. Rüff
trostb. 69, zu den knüwen 48.
noch im 17.
jh. bei einem Elsässer: derhalben bieg ich jez des herzens knü für dir. Rompler v. Löwenhalt 14. I@dd)
daher selbst kneu Dasypodius 235
d u. a.: auf den kneüwen sein,
knien. Frisius 665
b,
aber knie 600
a; also findest du ein hülzen gezeug zuo den kneüen und knoden der füsz oder arm. Gersdorf
wundarzn. 53; kneu
noch schweiz., auch vorarlbergisch. Frommann 4, 253. I@ee)
auch knei,
oberpfälzisch Schmeller 2, 367,
in einer ausg. des voc. inc. teut. kneibiegen Diefenb. 462
a, kneischeib 443
b, kneibug 245
c; die hend zu weschen in dem blut, din (dinne,
drin) zu gon bisz uber die knei, das wer ein stolze Lutherei. Murner
luth. narr (
kloster 10, 161),
das könnte für kneu
sein, wie riemen
das. für rüemen
u. a.; auf händen und kneien herumb kriechen. Fischart
bien. (1588) 136
a; wer güter empfahet von dem meier, der gibt ein simmelbrot, das soll also lang sein von der erden das es über das knei gat, also das von dem übrigen theil, den das brot über das knei gat, der meier ... genug habent zu essen.
elsäss. dingrodel, rechtsalt. 102. I@ff)
eigen knig: gewänen ihre gäul auf die knig nider zu fallen. Fischart
ehz. 10 (
Sch. 418),
dazu kniegen
für knien,
s. d.; das g
wird nur für w
eingetreten sein (
s.klaue I,
c). I@gg)
in kniehe
pl. bei Stieler
u. a. soll das h
nur die silben trennen, wie man noch jetzt kniee
zu schreiben meidet (
doch s. Schiller, Göthe, Voss
unter 1,
a),
auch wenn mans gesprochen meint. doch wird auch der pl. gern einsilbig gesprochen, wie ihn schon Opitz
reimt (
sächs. aber kniee). IIII.
Gebrauch und bedeutung. II@11)
von menschen, aber auch von thieren, z. b.: wann ein ross vom harten reiten uber die knie hengt. Seuter 288; da die eselin den engel des herrn sahe, fiel sie auf ire knie unter dem Bileam.
4 Mos. 22, 27; das hinder gewendet kny,
suffrago. Dasypod.,
im lat. theil das hindersich gewendt kneü (
bei vierfüszlern),
vgl. kniebug; da gehen seine küh mit lämmern untermengt ins gras bis an die knie. Opitz 1, 138. II@1@aa)
es erscheint in vielen redensarten. II@1@a@aα) bis an die knie im wasser, im schlamm waten, das wasser gieng ihm bis an die knie, über die knie,
und so oft als höhenmasz, vgl. knietief,
kniehoch: und füret mich durchs wasser bis mirs an die knie gieng.
Ezech. 47, 4; wenn unglück den reichen an die knie geht, so gehts den armen bisz an den hals. Lehman
floril. 1, 54. II@1@a@bβ) mit wankenden, schlotternden, zitternden knien gehn, der schreck kommt einem in die knie, die knie brechen, werden schwach
u. dgl.: deine rede hat die gefallene (
pl.) aufgerichtet und die bebende knie hastu bekreftiget.
Hiob 4, 4; meine knie sind schwach von fasten.
ps. 109, 24; aller knie werden so ungewis stehen wie wasser.
Ezech. 7, 17; die knie schlottern.
Nahum 2, 11; sterket die müden hende und erquickt die strauchelenden knie.
Jesa. 35, 3; fast sinken mir die kniee nieder (
vor schreck)! Göthe 12, 148 (
Faust 1808
s. 185); es zittern mir die kniee vor schrecken! 14, 159; meine kniee tragen mich nicht! 14, 166; die hand erbebt euch, eure kniee wanken. Schiller 537
b,
Tell 3, 3, kniee,
nicht knie
in der ersten ausg.; die knie versagten ihm, ich sah es kommen dasz er jetzt an die felswand würde sinken. 533
a (
Tell 3, 1); und von der unendlichen mühe ermattet sinken die kniee.
bürgschaft; und kraftlos wankten die kniee. Voss
Il. 21, 52. 13, 412; doch jenem erzitterten herz und kniee. 21, 114. 5, 176; die zähne schlagen mir, die kniee mir zusammen. Göthe 13, 26; gab er ihm den segen (
schlug ihn mit dem schwerte), das er die knie zum maul zog.
Garg. 205
b (382
Sch.).
vom zittern der kniee auch folg.: das herz lag mir inn knien,
totus animus mihi erat in genibus. Frank spr. 2, 47
a,
s. unter kniekehle. II@1@a@gγ)
bildlich: religion ist mein halt, wenn der geduld das knie bricht und ich sink in staub meines kerkers. Schubart
s leben in seinen briefen 2, 58. II@1@a@dδ)
eine verwünschung besagt: es wär zwar wol, daʒ got der her die selben straft ..... das den ir unsälige knie erstarten als dem helfant. Vintler
bei Haupt 9, 86. II@1@bb)
das knien bezeichnen vielerlei wendungen. II@1@b@aα)
jetzt heiszt es auf die knie fallen, auf den knien liegen,
und diesz fallen
ist der rest einer sonst vergessenen bed. '
sich werfen',
wie es auch heiszt sich auf die knie (nieder) werfen: in den phat viel er ûf sîniu knie.
Parz. 120, 30,
betend, sonst auch mhd. an diu knie,
wie altn. falla â knê; do fiel sie auf ire knie und pat.
fastnachtsp. 1142; die kaiserin lag auf iren knien (: ziehen). 1141; fielen auf die knie und beteten in
an. Marc. 15, 19. II@1@b@bβ)
früher aber auch stehn
und sitzen (
es ist ja genau besehen weder ein rechtes liegen noch stehn noch sitzen, und doch etwas von allen): unde stuont vrou Lûnete ûf ir knien an ir gebete.
Iwein 5157; dô er (
betend) vor sînem bette stuont ûf sînen knien alsô bar. Stricker
Karl 312,
ebenso in genua astare
bei Plautus; hîr schal he up de knie sitten gân und folden de hende. Lüntzel
stiftsfehde 229; syn hoegh keiserlige macht (
Maximilian I.) wart eerlich vur Sent Quiryn bracht (
zum gottesdienst), dair he up synen knyen sas, bys dair vroelich gesungen was gods lof te deum laudamus. Wierstraat
reimchr. von Neusz 2987; zuych usz dat sweert ind sitz uf dijn knee vur das heilige graef. Harff
pilgerf. 173, 23 (
nrh., wie vor.); begab mich auch dahin (
in den Mainzer dom) und fand in der kirchen viele devote leute, die auf ihren knien saszen.
briefe des Hamburger bürgerm. J. Schulte
an seinen sohn s. 21; so auf ihren knien gesessen und gebetet. Schuppius 77; kommstu hie mit kreuz beladen, setze dich nieder auf beide knie
u. s. w. inschrift auf einem bilde des h. Anton vor Münster (
bei Immermann
ged., Hamm 1822,
s. 8).
auch auf den knien gehn (
jetzt rutschen): den urtail ich mit rechten rehten, das er sol dreiszig jar an di heiden vehten und zwainzig jar geen auf seinen knien (: ziehen).
fastn. sp. 707, 15. II@1@b@gγ)
mehrfach in gekürzten wendungen: der edel voit von Berne slûc Sîfriden ûf die knie.
roseng. in Pf.
Germ. 4, 31,
schlug ihn dasz er auf die knie fiel. dasz noch itzt das erste glied des fuszvolks den angriff der reiterei auf dem knie empfängt. Lessing 8, 120; bleibt das erste glied gewiss nicht auf den knieen. 121; auf ihre kniee nieder, madame! .. auf die kniee! Göthe 14, 129; auf meinen knieen (
liegend), ich bitte! ich flehe! erretten sie mich! 14, 166.
besonders kurz und merkwürdig: der messe hochamt rief mich zum gebet: und da ich von den knieen jetzt erstanden ... Schiller
braut von Messina (1803) 63; sich von den knieen hebt Denis. Annette v. Droste
ged. 452; er steht von den knien auf (
nicht vom knien),
d. h. das 'auf den knien'
war zu éinem begriff zusammengeronnen, der nun da mit von
so weiter abgewandelt wird (
man denke sich von 'auf den knien').
eine solche kürzung liegt auch in der wendung in die knie sinken,
unwillkürlich niederknien. II@1@b@dδ)
aber blosz fehlerhaft ist: auf knieen niedersinken. H. v. Kleist (1859) 3, 275, läszt sich auf knieen nieder 254, fiel L. auf knieen vor ihm nieder 28
u. o.; er brauchte auf knien
völlig gleich kniend,
z. b.: Penthesilea läszt sich von ihrem sitz auf knieen vor das becken niederfallen. 1, 307; so fleh' ich dich auf knieen. 223; die äbtissin auf knieen beschwor. 3, 250
u. o. sonst fehlt der art. nur bei wendungen folgender art: bitte ich auf gefällten knieen. Cohn
Shakesp. in Germany 289.
aus dem alten Hamlet. II@1@cc) die knie biegen, beugen (
s. unter diesen wörtern). II@1@c@aα)
eig.: sant Bartholome boug seine knie vor gott hundert mal in der nacht. Keisersberg
irrig schaf H 3
a; als nun der marschalk nahe zu dem herzogen kam, ihn mit gebogenen knien empfahen thet.
Galmy 254; gott dem allmächtigen mit nidergebognen knien danken. Abele
gerichtsh. (1684) 1, 262; dich an gottes statt gebognes knies um rettung anzuflehen. Göthe 9, 355.
auch bücken: dasz er die knie gegen ihnen gebuckt hat wie gegen einem gewaltigen könig. Paracelsus 1, 88
c. II@1@c@bβ)
bildlich des herzens knie biegen,
s. schon I,
c Rompler,
nach einer bibelstelle: darumb beuge ich nu die knie meines herzen und bitte dich herr umb gnade.
gebet Manasse v. 11; des bûge (
beuge) ich mînes herzen knî. Jeroschin 60; drum beug ich meines herzens knie und flehe dich um gnade. Schubart
ged. (1825) 1, 124; vor der mein herz auf knieen niederfällt. H. v. Kleist 1, 306. II@1@dd)
eines kniee umfassen,
unterwürfig flehend, dankend, nach orientalischer, antiker sitte, ἅψασθαι γονάτων u. dgl., genua amplecti, prensare: denn eure kniee selber zu umfassen wünscht sie nun wol vergebens (
Recha des tempelherrn knie). Lessing 2, 248 (
Nath. 2, 5); ach! hier lieg ich, und strecke nach deinen knieen die hände flehend aus, o vernimm, Jupiter Xenius, mich! Göthe 1, 269 (
röm. el. 7); da das Simon Petrus sahe, fiel er Jhesu zu den knien ...
Luc. 5, 8,
προςέπεσε τοῖς γόνασι,
goth. draus du knivam; fiel Sisimethri für seine knie, sprach ..
buch der liebe 224
a, II@1@ee) die kniee
des sitzenden für schosz, wie gr. γόνατα,
altn. knê
pl., vergl. das setzen, heben des kindes auf die knie, altn. knêsetja,
als form der adoption J. Grimm
rechtsalt. 433. 463. 464 (
noch schwed. knä,
daher z. b. knähund
schoszhund): so legt der gast so vil silber als er will der frawen zuo den knien. S. Frank
weltb. 141
a; auf und ab steigt in der brust ein kühnes unternehmen. ich werde groszem vorwurf nicht entgehn, noch schwerem übel, wenn es mir mislingt; allein éuch leg ichs auf die kniee! Göthe 9, 86,
Iphigenie (5, 3)
zu Thoas, vertraue es euch an, verlasse mich dabei auf euch, ἐπὶ γόνασι θεῖναι,
wie schon Lauremberg
scherzg. 2 (1, 45)
das homerische θεῶν ἐν γούνασι κεῖται anwendet: (
das) steit in de götter knee,
liegt in ihrem schosze, und Göthe: das übrige liegt auf den knien der götter.
G. u. Werther s. 120.
vom knie
des sitzenden auch die allerliebste wendung: mit dem hab ich schon oft knie bei knie gesessen,
wir sind gut bekannt. Frischbier
preusz. sprichw. (1865)
s. 148. II@1@ff)
einen zugleich witzige und tiefsinnige wendung lautet ein leid um, unter,
oder neben das knie binden,
in den wind schlagen, sich aus dem sinne schlagen, für nichts achten: darauf (
auf die berufung auf die concilien) geben wir nichts, darumb leihet kein jud noch pfaff darauf, es ist nur ein bindens umb ein knie (
wert?). Fischart
bien. 92
b (1588 99
b),
deutlicher Marnix wy binden het aen onse knie 91
b; (
beim schmaus) wo neben das knie man anfesselt die sorgen, paschkalert und schwermet von abend in morgen. W. Scherfer
ged. 579; schöne weiber binden die haussorg unters knie, dasz sie nicht das angesicht runzeln machen. Lehman
floril. 1, 170,
man verlegt also die sorge aus dem herzen ins knie (
vergl. das herz in den knien
bei Frank
sp. 1423
und kniekehle)
und bindet sie da fest, unterbindet sie. so deutlich im folg.: si sprach: far hin, mein lieber knecht ... lasz dir das laid dein haubt auch nit zerbrechen. der knab der sprach: gern ich das tuo, bei dem knie so bind ichs zuo, das es mir in das herz nit mag geschlagen.
Hätzl. 85
a.
noch in Schlesien, wenn ich weiter keinen kummer hätte, den könnte ich mir unter dem knie zusammenknüpfen! Weinhold
schles. wb. 49
a.
daher er läszt sich den kummer nicht über die kniee steigen,
est homo a curis liber. Steinbach 1, 885,
schon Denzler 2, 173
b und früher: und laszt man sich derentwillen die sorg nicht über die knie hinauf kommen. Conlin
narrnwelt (1707) 2, 178; ich war damals ein junger mensch und liesz mir auch keine sorg über das knie, vielweniger an das herz gehen. Schuppius 133; lasz dir kein unglück über die knie gehn. Frank
sprichw. 2, 86
a.
damit ist denn auch ans bein binden (1, 1384)
erklärt. II@1@gg) etwas übers knie brechen,
bei Adelung abbrechen, 'über ein knie abbrechen,
abrupte facere' Denzler,
schnell und rücksichtslos abthun, gleichgültig ob es '
biege oder breche',
bes. nachdem andere geduldige, aber vergebliche versuche vorausgegangen. II@1@hh) einen zwischen die knie kriegen,
in die gewalt, in die klemme dasz er dieszmal nicht wieder entrinnen kann: kriegt er endlich den müller (
der ihm schuldet) zwischen die knie, um mit ihm zu rechnen. Gotthelf
ges. schr. 3, 167. II@1@ii)
obscön (
vgl. kniegalgen, knibus),
schon mhd.: der bulet heimlich oft umb sie, das sie in liesz zwischen ire knie.
fastnachtsp. 1180; da wöll wir fechten auf den knieen (: gelihen). 760, 2,
erklärt sich gegenseitig mit Neidhart 46, 27
H.; hungert die dirn ob iren knien. 747, 29; wann sie hat mich gen leuten verlogen, ich hab nit werung ob den knien. 701, 12,
s. dazu genesis 57, 12
Diemer; (
im april) wirt guot lassen zwischen knie und nabel.
lasztafel u. practica des dr. Grillen (1540) A 2
b.
bregenzerw. knübäsele,
eine leichtfertige dirne. II@22)
übertragen II@2@aa)
vom gebognen, krummen knie
auf ähnliche biegungen, von linien: eine colonnade .. gieng vom thore durch die stadt .. nicht in ganz gerader linie, sie macht in der mitte ein sanftes knie. Göthe 29, 92; der Rhein mit seinem knie in fremder hand drückt grade auf den nacken Deutschlands. Arndt
geist der zeit 3, 308.
erinn. aus d. äusz. leben 197; der graben hat in der mitte ein knie,
einen winkel. II@2@bb)
ein werkstück in solcher form, z. b. knie
an röhren, wie bei wasserleitungen, an ofenrohren. knie
im schiffbau, winkelig gewachsenes holz, s. knieholz,
zur verbindung der wände mit dem boden. Adelung. Frisch,
engl. knee, knee-timber,
dän. schwed. knä,
nl. knies
pl., schon altn. knê;
vgl. knieeisen.
bei einem amtlichen nutzholzverkauf
im febr. 1867
in Nassau wurden z. b. mit ausgeboten 700 stücke kiefern bauholz,
darunter auch einige kahnknie; 44 stück eichen (
adj.) nutzenden, 10 stück eichen kahnknie.
ähnlich in der baukunst und in handwerken von gewissen winkeligen hölzern und werkstücken. II@2@cc)
vom ungebogenen, geraden knie übertragen auf ähnliches an pflanzen, gewöhnlich knoten,
wie lat. geniculum (
kniechen),
altn. knê,
dän. knä
z. b. am stroh. hd. eig. nicht gebräuchlich, doch z. b. in neunknie, kniegras,
spergula arvensis, einer pflanze mit vielen knoten (
vgl.knebel 14).