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mucke

mhd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 12 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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20
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13

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mucke f.

Bd. 12, Sp. 2605
mucke, f. 11) die handlung des muckens, aufmuckens, brummens in böser laune: steht noch immer die mucke nicht ganz? ich rathe dir ernstlich! (ein junker zu seinem knurrenden hunde). Voss 2, 141 mit der erklärung mucke 'ein anfall von übler laune, der durch heimliches murren oder mucken sich äuszert' s. 361. 22) im plur. mucken, üble, in plötzlichem und unvorhergesehenem ausbruche sich äuszernde laune, in einem steckende, unerwartet zum vorschein kommende eigenheiten: du hast seltsame mucken bei dir. Frey garteng. 59b; (er) hatte seine besondere mucken. westphäl. Robinson 79; wann er es so macht, will er haben, dasz man ihn für zerstreut halten soll. ich kenne seine mucken. Lessing 1, 230; sie hatten freilich, wie man weisz, ihre launen und mucken. Wieland 19, 388; er läszt seine mucken nicht, non mutat ingenium suum. Scheller deutsch-lat. handlex. (1796) 1000. 33) dann, auf dinge oder eigenschaften bezogen, plötzlich sich zeigende anstände: Geörg hingegen sprach ihr zu und sagte, sie müste sich nur selbst versorgen und auf ihr bestes gedenken, wenns diese mucken hätte. Simpl. 3, 321 Kurz; hier hat es mucken, hic subest aliquid stolidi vel doli. Frisch 1, 671b, sprichwörtlich; später hier hats mücken, haeret haec res, uleus est. Serz 102a; mit der Margaretha hat es wohl mucken, denn viele leute sagen, sie habe es selbsten angestiftet, dasz ihr einfältiger mann, dessen sie überdrüssig gewesen, von einem banditen ermordet worden. cavalier im irrg. 35; der postmeister in Erfurt macht mir eine menge mucken, bezahlt mich nicht, legt keine rechnung ab. Wieland in Mercks briefs. 1, 89; auch wieder erscheinende gebrechen: und weil auch ein starkes fieber dazu schlug, zumalen auch die alte mucken, die er sein lebtag im krieg aufgefangen, darzu kamen, machte ers kurz, allermaszen ich in drei wochen hernach etwas zu begraben hatte. Simpl. 1, 227 Kurz. 44) das erst seit dem 16. jahrh. auftauchende, aber gewiss ältere subst. mucke musz wol am natürlichsten zu dem in eben dieser zeit häufig sich zeigenden verbum mucken brummen, sich plötzlich widersetzen (s. d.) gestellt werden, das wieder auf die nachahmung eines lautes (vergl. oben die interj. muck) zurückgeht; beides ober- wie niederdeutsche bildungen, und es fragt sich, ob nicht das ursprünglich niederdeutsche, in der bedeutung hierher rührende subst. nück, nücke (theil 7, 973 fg.) auch lautlich zusammenfällt wie müchteln mit nüchteln (vgl. oben unter müchen) und nur auf niederd. nucken, trotzig mit dem kopfe nicken (7, 974) bezogen ist. die oberdeutsche volksphantasie lehnte das subst. mucke sehr bald an das schwirrende und belästigende insect an (wie andere solche auch als bilder für launen dienen, vgl. grille, schnake), um so leichter, als der name desselben im 16. jahrh. lieber unumgelautet als umgelautet steht, und liesz nun die mucken steigen, schwirren, fliegen u. ähnl. die weitere entwickelung des bildlichen ausdrucks s. unter mücke. ein zusammenhang des subst. mucke mit einem mhd. einmal bei Neidhart erscheinenden muoche (unsicherer bedeutung), wie er früher angenommen ward, ist nicht vorhanden, vgl. W. Grimm bei Lexer mhd. wb. 1, 2238.
3174 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    MUCKEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    MUCKE swf. ahd. mucca, muccha, mugga , muca Graff 2,654; auch mhd. erscheint mhd. mugge, muke. oulix muke sumerl. 4,23. …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    muckeSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    mucke , Sb. nhd. „Mucke“, Laune, Anfall von übler Laune, böse Grille, Heimtücke Hw.: s. mucken, nücke Q.: SSp (1221-1224…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mucke

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Mucke , plur. die -n. 1) Üble Laune, besonders so fern sie sich durch mürrisches oder tückisches Stillschweigen an d…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mucke

    Goethe-Wörterbuch

    Mucke Eigensinnigkeit, Unart; pl mBez auf die von Caroline Jagemann ausgelöste Krise 1) Bey uns ist es wieder stille; do…

  5. modern
    Dialekt
    Muck(e)

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Muck(e) I [Mùkə Olti. Liebsd. Steinbr. Mü. Banzenh. ; Mùk Su. Ruf. und nö. davon allg.; ‘Die Muck’ Fisch. Flöhh. Seite 3…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mucke

146 Bildungen · 137 Erstglied · 9 Zweitglied · 0 Ableitungen

mucke‑ als Erstglied (30 von 137)

Muckefuck

Pfeifer_etym

mucke·fuck

Muckefuck m. ‘dünner, schlechter Kaffee, Ersatzkaffee’ (19. Jh.); aus gleichbed. rhein. Muckenfuck, einer Zusammensetzung aus Mucken ‘braune…

Mucke II

RhWB

Mucke II = Kröte s. bei muck II.

Mucke III

RhWB

Mucke III muk, die umlautlose Form von Mücke, nur in der Wend. aus der hd. Umgangsspr.: Einen of (op) dər muk han (eigentl. das Korn am Schi…

Mucke IV

RhWB

Mucke IV Verbr. nach Wk. V 27 Rhfrk in uNahe, Simm-Sargenr Schnellb , Goar , OMosfrk in Koch , Kobl , May , Daun-Darschd Demerath , Westerw,…

muckele

RhWB

muck·ele

muckele -uk- : im Abzählr.: Hackele, mackele, m., mei, Dominei usf. (s. mackele) Geld-Straelen ; angele, wangele, m., mei, D. usf. Kemp-Süch…

muckelhaftich

KöblerMnd

mucke·lhaftich

muckelhaftich , Adj. nhd. schimmlig, verdorben Q.: Thierfelder Handelsbez. 70 (16. Jh.) E.: s. haftich L.: MndHwb 2, 1031 (muchelachtich) So…

Muckelig

Campe

† Muckelig , adj . u. adv . im Fränkischen, dick und fett, schwappelig; im Hessischen mackelig , in der Pfalz makelig .

Muckeligkeit

RhWB

muckelig·keit

Muckelig-keit mugəliχkEt Bitb-Wiersd Sg. t. f.: Rundlichkeit, beim Menschen. RA.: We neist essen däht, dem de M. vergäht.

muckeln

DWB

muck·eln

muckeln , verb. leise, verhohlen, undeutlich reden, murmeln: so muckelte er und ging. J. Gotthelf erzähl. 3, 202 ; abends heim kommend sah e…

Muckels

RhWB

muck·els

Muckels mugəlts Koch-Leienkaul Lutzerath Sg. t. f.: unsauberes Kind, Stubenhocker.

Muckelsäckchen

PfWB

muckel·saeckchen

Muckel-säckchen n. : ' kleine Menge, ein bißchen '. Ihr kinne grad soon, was na wille, on de Onndiewich geherrt aa e Muggelsäggelche Borräts…

mucken I

SHW

mucken I Band 4, Spalte 787-788

mucken II

SHW

mucken II Band 4, Spalte 787-788

Muckenbein

SHW

Mucken-bein Band 4, Spalte 789-790

Muckending

SHW

Mucken-ding Band 4, Spalte 789-790

Muckenfuck

SHW

Mucken-fuck Band 4, Spalte 787-788

Muckenfuß

SHW

Mucken-fuß Band 4, Spalte 787-788

Muckenglas

SHW

Mucken-glas Band 4, Spalte 787-788

Muckensau

SHW

Mucken-sau Band 4, Spalte 787-788

mucke als Zweitglied (9 von 9)

gras(e)mucke

MWB

gras(e)mucke swF. auch -mugge. eine Vogelart, ‘Grasmücke’ er [der Kuckuck] legt sein air in ains andern vögelleins nest, daz haizt ain grasm…

grasemucke

Lexer

grase·mucke

gras-mucke , grase-mucke swf. BMZ grasmücke, curruca Gl. Narr. Msh. 2,124 a . Renn. 7668. Mgb. 178,14. 21 ; eine fliegenart Hpt. 14,165.

hundesmucke

AWB

hundes·mucke

hundesmucke mhd. sw. f. , nhd. hundsmücke. hunts-muk: nom. sg. Gl 3,48,58 ( Innsbr. 355, 14. Jh. ). Hundsmücke, Schnake: cinifex ( vgl. Geor…

hundsmucke

Lexer

hunds·mucke

hundsmucke swf. BMZ hundsfliege Gl. Narr. Mgb. 298,8 ff. Chr. 8. 263,9.

Mallemucke

Adelung

malle·mucke

Die Mallemucke , plur. die -n, der nordische Nahme des Sturmvogels, S. dieses Wort.

Spinnmucke

Wander

spinn·mucke

Spinnmucke Er het e Spimugg im Kopf. – Sutermeister, 88. Auch Spinnhupele, Spinnwuppel, Spinnwebe. (S. Richtig 8 u. 9.)